Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen. Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer. Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens. - O Lärm und Gesichte! Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ (übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
Ich dämpfe meine Ohren, ganz vergeblich! Vom Nebenraum her trifft mich jedes Wort. Zu müde hinzusehen, fang ich den kleinsten Laut, kann noch das kleinste Flüstern gut verstehen. Und wie erst das Gebrüll, das mich kaum meint. Ein Opfer in der Falle falschen Stolz'.
Ich stähle meine Muskeln, auch ein Flopp! Was nützt mir alles Rennen, Treten der Pedale, selbst wenn ich flink ins Wasser spränge, ins Unterholz eintauchte, einem Wiesel gleich, blieb ich verortet, angesiedelt, mein Weg verfolgt, wie eine angeleimte Fliege auf Papier.
Ich schärfe meine Zweifel, welch ein Trug! Kaum ist der eine ausgebildet, lähmt schon der nächste, dem bald ein dritter höhnisch lachend folgt. So hoch kann kein Gedanke klettern, so tief dringt keine Einsicht vor, am Ende sich zum Anfang nicht zurück zu sehnen.
Ich färbe meine Lippen, eitle List! Schon hat sich meine Zunge frei gezeigt, ich summe matte Farben in das Grau, Schattierung, Dämmerung und fremdes Licht, der Glanz auf meinen Fingernägeln stammt nicht von mir, er ist geborgt.
Ich wärme meinen Leib, unstetes Feuer! Er dient nur dem, der eigene Hitze hat, und stiehlt sie mehr, als daß er gäbe, zischelnde Esse, die das Eisen kühlt, das gierig sich in ihre Flammen warf, weil sie so hell und fröhlich lodern.
Ich neige meinen Kopf, die Geste trügt! Ich strecke mich, ich wende meinen Hals, ich kreise mit den gut geölten Hüften. Ich atme flach und schweige auch, zähle genauestens rundum die Blicke, nicht ungeliebt zu sein, nicht ungewollt.
Ich träume für den Anderen, das Kind! Verschiebe seine Murmeln heimlich, glätte still die Schründe seiner Statt, reinige das Laken seiner Nacht, die Spuren seines Tages, Rast, damit er ahnt, was ich ihm bin.
Ich falte Welten ineinander, Zeit! Die eilt in schnellen Wagen vor mir her, füllt Dunkelheit mit Überholtem, Beleuchtung spendet bleichen Schein, verdoppelt und verdächtig. Ein Wort, vor dem die lauten Worte innehalten, ein Ruf, der seine Kraft dem Flüstern stahl.
Ich stricke mir ein Kleid, ein leichter Panzer! Hinter dem Schild setz ich den Pfeil ins Ziel, mit blanken Füßen Dreck zu spüren, Staub, den auch ein Regen nicht mehr tränkt. Das sind nur Fäden, die voller Mut beginnen, lenkt meine Hand sie um den festen Stab.
Ich tänzele auf rohen Dielen, weißes Mädchen! Unter den Zehen krümmt sich rot mein erstes Glück. Das Rascheln unbekannter Schritte, Hast, die in sich eingekehrte Sucht nach Mehr. Lang fliegen meine Arme von mir fort, still schaben meine Sohlen auf dem weichen Holz!
Ich wecke Kraft, die ich nicht selbst besitze! Entrolle, was sich warm geborgen weiß. Das sprudelt los, welch eine Freude, im Lachen jubelt jeder Blitz aus müden Augen wie ein Morgen, der jede Nacht vergessen macht.
Ich welle mich, ein See aus Klarheit! Unter den Lippen rührt sich Mut, zwischen den Zähnen teilen sich die ungegessen bitteren Früchte, das Korn, das seine Stärke büßt, wenn in der Hitze sich die Schale teilt.
Ich gieße Langsamkeiten aus, zum Urteil! Zähle die Steine auf dem Weg, und liege selbst auf Daunenkissen gut zugedeckt, mein Schmunzeln singt von tief versteckten Hindernissen, vor denen meinen Beinen graut.
Ich liebte einen Mann, der seine Schätze zählte, als streichelte er im Schlaf sanft seine Braut. Weil sich mein Trachten seiner Lust vermählte, hat er mir seine Silberlinge behutsam anvertraut. Die legte ich auf reine Leinendecken, und zeigte seinen Zwecken folgsam meine Schlangenhaut.
Im Ozean verschwinden Flüsse, der Himmel weint! Zwischen den Gräbern alt gewordener Genüsse verlieren endlos stumme Sätze ihren Lauf. Nur Widerhall von Wasserstoff und Druck in eisig kalten Gasplaneten. Und alle Laute um mich her sind friedlich auf den Punkt vereint.
Jetzt in der Straße der Plejaden Singen die Reifen von der Nacht Die Kehrmaschinen schleifen Grellbunte Lieferwagen Frührentnerblues, Verliebtenstreit Reste von Winter, schmutzig grau Naßkalter Atem, kurzer Halt Ein Ausverkauf im Himmelbett Der kleine Mann glaubt gar zu gerne Scheut wider Wissen, was er weiß Viel mehr als sieben Plagen Kennt jedes Land seit Alters her Stahlbleche gaukeln Zukunft vor Pilotenscheine schwingen mächtig Expertenwissen läutert gut Die Bäckersfrau aus Kasachstan Hat ihren Laden ausgerollt Einträglich haßt ein jeder Nachbar jede Regung Und flüstert Beitragsformeln unterm Kreuz Der Priester hat die Hand erhoben Blassrosa Striemen für die Zeit Wenn Lots Weib wild zum Tanz auftritt Die Lockung ihrer Satanshüften Legt sich als Wohltat auf die Welt Der Knall des Leders auf der Haut Designergürtel, exklusiv Türsteher für das Paradies Der Wall aus Geld vorm Fernen Osten birgt banges Staunen unterm Kleid Die gute Seele kocht den Eintopf Pleione zwinkert, Asterope schwänzt Zur Seide tritt der Latexorden Der Schwesternkranz im Stummgebet Du, der Kalfaktor! schreit das Lied Und alle machen glücklich mit Alkione steht leuchtend auf den langen Fahnen Auf Wiederkehr! lautet der Ruf Getreu durch alle Zeit bewahrt Jetzt in der Straße der Plejaden Sind Sonnenbrillen sehr begehrt.
Du gabst dich Lippen, zitternde Last auf deiner Scham, am Rand der Schlucht tatest du wippen, es kam, es kam, es nahm, du gabst so folgsam, immer wieder, endlos und wild. Das Viele wurde Eins, Zerteiltes Heil, ein jeder Riß gekittet, Getrenntes zueinander, die Pause prahlt im Strom. Das nennt sich Zweifel, das wie, als würde es dich wissen, in deinen Kissen herrscht. Ein weißer Sturm durch graue Welt. Du gabst, als gäbe Geben etwas. Die Gabe deiner Gier gewann. Der Augenblick ist die Geburt, das Eigentliche fremd. Bleib, Lippenwandler, stumm! In deinen Lügen liegt die Zeit.
An Lob sei Mangel! Not bei denen, die im Finstern stehen. Trost kommt unpünktlich. Trank, Speise, Labung, der Würger brächte Ablaß, dann Nachtmahl auch, Umschluß, dann Ruhe sei. Der Leichenschmaus ist Bittgebet. Es wird dem Vater hinterbracht. Die Sünde aber bleibt bestehen.
Hast du gebeichtet, abendwärts? Dem Innersten stark abgeschworen?
In Eingeweiden widmet sich Verlust dem Reichtum, Stolz der Pracht. Ein Gummi reicht, ein Flitzebogen. Tief in der Nacht erglüht dein Stern.
Die werfen Steine in das Wasser, die fest auf ihrem Boden sind. Du glimmst, die Kleingestalt, in deinem Glück verschwindet Hast, Zeit ist dir ein Pivot der Macht. Verbleibe, blende aus, und glätte!
Nichts steht geschrieben, alles fällt. In sich bloß edel, reine Gier. Nach tausend Tagen träumt der Geist, und Feuer reinigt nicht.
Die Lupe des Verstandes zählt für dich, zersetzt das Mannigfaltige geschickt. Entleibt rinnt Gegenwart ins Neue ein, kein Schrecken, der dich unterwirft.
Zweifel stand auf, ein guter Gast. In seinen Zähnen blitzt der Morgen, um seine Backen bläht sich Lust. Aus seinen Resten kannst du borgen, weil du stets seine Tochter bist.
Ein Resultat der Ewigkeit! Aus deinem Lachen speist sich alles, du Winterkind, in deiner heißen Haut.
Du mußt keine Angst haben, sagte er. Ich habe keine Angst, antwortete sie. Um so besser. Er griff nach der Flasche und schenkte sich ein. Sein Kinn schien konzentriert, als bräuchte er das. Sie verlagerte sanft ihr Gewicht. Wie läßt du dich nennen, fragte er. Wie willst du mich nennen, fragte sie ihn zurück. Er nickte, lächelte, trank und setzte das Glas sanft auf den Tisch. Ich weiß nicht, gab er zu. Sie atmete aus, entspannte sich. Drusilla? bot sie an. Nein, entschied er, du weißt was das heißt? Sie schaute zu Boden. Tanja, murmelte sie. Ach komm, entfuhr es ihm, was soll das? Sie zuckte mit den Schultern. Werde nicht albern, tadelte er. Sie schwieg.
Die Tür auf die Terrasse hinaus stand weit auf, ein beständiger Strom kühler Luft strich herein. Weit entfernt war Verkehr, eine Autobahn oder eine wichtige Straße. Er schaute nicht hin, auch sie vermied, nach draußen zu sehen. Das weiße Leder, auf dem er saß, war kalt. Auch das Metall des Sofas und die Glätte der Wände. Glas gab es, Chrom, und lackierte Flächen. Nur seine Haare unterbrachen das scharf. Ihre fügten sich ein, wie sie auch, so wie immer.
Sie ist das Montagskind, Konfetti um die Zehen! Ein Alabasterlaken, tausend glatt, und fromme Wünsche von weit her!
Sie tänzelt, wenn sie weiß. Verkürzt die Lebensspanne. Ein mykron feiner Docht. Im Nachtwind grell. Glut, Teufel, Unglück, Macht. Sie ist. Sie weiß.
Sie kam nicht früh genug, verpaßte Möglichkeiten, sie stand fest wie ein Ast, den keiner krümmt. In ihr sind Tundren, Alm und Feld, und schneebelegte Weiten.
Sie ist das Niemandskind, das jeder will. Wer fragt, was ihre Augen wollen? In ihrem Wimpernschlag zerrinnt der Blick aus allzu engen Scharten. Gelacht. Und dann?
Sie ist der Übelstand, des Schmalhans bange Tochter. Ein Augapfel, das Dottergelb, der Wimpel jeder Gier, in ihren Lippen liegt die Welt, auf ihren Häuten Glück. Ein tumber Schuh, ein Flickwerk, Rost, das Blatterngold der schwarzen Pest, ersehnt, doch nie gewollt!
Sie dauert nicht die Woche, nicht dem, der sah. Sie hat die Tage abgezählt. Es fehlte einer. Unverstand, die Trauer war ihm nah. Sie kürzte aller Teiler Rest, unstetig bis zuletzt.
Sie ist das Montagskind, die Armut. Not. Sie hat Gewissen, wenn sie ißt.
Sie träumt den Willen, der ihr fehlt, Verzicht, am Ende reglos, tariert Gewichte mittendrein, sie blinzelt, scheitert, trostlos, und schöpft. Sie streift die Hülle ab, das Muster.
Sie ist das Findelkind, sie reitet Trab. Auf ihren Wimpern Heil. Und Stille. Sie überwintert, ruht. Schlafende Kraft, ein Tod, die Schnelle.
Sie ist das Montagskind, dem Zyklus eingeboren. In ihren Schläfen sind die Sterne jung, fast schön. Und Winter ist, wo sie sich legt. Dem Jahr zerzaust entkommen.
Erst greift da nur ein Wort nach mir, dann schon ein ganzer Satz. Gedanken folgen, sehr komplex, zitternde Finger, Böen gleich, aus einer Brise wird ein Wind, aus sanftem Wehen Sturm. Um meine zarten Häute sind die Wirbel, Soge, zerren wild, ich folge g'rad darum.
Am Anfang ist nur Sehnsucht, der Wunsch, die Leere, Nichts, es kriecht in mir, es kitzelt. Am Ende bin ich aufgezehrt. In allem schwach.
Erst nur ein Schein, ein kurzer Blitz. Dann Helligkeit und Klang.
Für immer suche ich den Ort. Und immer bin ich bang.
Jetzt, als du sagst, du sagst nicht mehr, was ich gern höre, da höre ich in deinem Sagen wieder Schweigen. Noch, als du frugst, war mir dein Fragen kaum ein Sagen, ich frage nicht mehr. Stumm, seit du verschweigst. Gleich nebenan streiten zwei Kinder um ein Spielzeug, der kleine Junge weint ganz jämmerlich nach mehr, die Schwester hat es ihm streng weggenommen. Ein schwerer Wagen rutscht im Schnee, Passanten schauen zu, aus einem schiefen Schornstein steigt makellos gerade weißblauer Rauch auf in die klare Luft. Nun weiß ich, was ich wissen wollte, und wollte doch, ich wüßte nicht. Zuvor war nicht zu wissen übel, danach zu wissen schlimm. Und doch. Drei Schulkinder zerstapfen eine schmale Fläche Schnee. Ein Mädchen steht am Rande und paßt auf. Das Licht darüber lächelt. Die Kälte streichelt Welt. Den langen Stahlleib einer Bahn. Die Spur der Reifen, die mit dem Eis in ihren Rillen glänzen. Das Mauerwerk, das in sich lautlos Wärme hält. Es geht sich anders, liegt der Winter auf den Wegen. Es lebt sich so, als wäre Leben eng.
Handrücken verführte. Das seidige Spiel winzigster Härchen. Darin sich zu verlieren schien gut. Mit der Ahnung der Knochen darunter. Ein geschwungener Bogen ins Nichts.
Das Licht verführte. Die Weichheit des Abends. Hinein zu gleiten, wie in den Schlaf. Eine Spur zarter Angst tief im Hals. Hinab ging die Fahrt nach dem Dunkel.
Der Pfad aus den Worten verführte. Der tänzelnde Griff nach dem Sinn. In den Tälern die Ferne zu spüren. Wenn der Wind weiter oben schon weht. Laut lachend ergoß sich die Quelle.
Der Rand verführte. Der panische Blick in das Nichts. Wenn die Augen geblendet sind. Hitze. Und überall Weite und Klang. Ins Endlose beugten sich Körper.
Verführt. In Traurigkeit löst sich die Welt. Auch die Sonne gab nach. Dunst vor dem kommenden Morgen.
Der Wisch, der Derwisch, der, der Wischerblätter tauscht. Der täuscht. Enttäuschend, wie er wischt, weg wischt, Blatt wischt er fort für Blatt, kein Mensch mag ihm zusehen. Das Wischen ist, an sich, nicht gänzlich unerträglich. Doch Täuschen ist es meist. Das Tänzeln um die Wahrheit. Das Heulen, wenn du weißt: der wischt nur wie ein Wirbelwind daher. Ein Gernegroß. Ein Glänzer, der Glut nur glimmen läßt, nicht heizt. Der brennt nicht, der bruzzelt, bürstet, lügt, der gibt nur an, der geizt, der wedelt wilden Unsinn, der wünschelt, wispert, wuselt, scharwänzelt, würgt und wringt. Der nimmt dir Luft zu atmen, der raubt dir Sinn zu sein. Der Derwisch heult sein Leid hinaus, du wimmerst ganz allein. Nimm dir kein Blatt vor deinen Mund. Wisch deine Tränen nicht rasch weg. Der dir die Blätter legte, der legt dir auch das Wort. Dein Wünschen laß ihn nicht zu leicht dich bar entblättern, weil es in deinen Blättern stand. Der wischt nur deine Gärten. Darin aber bist du.
Er Zählt Welt. Grenzt ab. Wirft. Ist. Wird. Wäre. War. Inzwischen zwei Häuser weiter.. Stockwerke aufeinander. Flächen. Felder. Raum. Ich Ein Tanz und Fortsetzung..
Ich lausche auf den nackten Fuß, der auf die blanken Dielen tritt. Naß klingt das, fern. Luft wird verdrängt, und Raum zwängt sich in Zwischenräume. Scharf schwingt es. Da reibt sich Haut an Molekülen, Konzepte aneinander, und dennoch höre ich. Licht von der Sonne, um zwei, drei Ecken mir gebrochen, blendet trotzdem. Kalt ist die Schleimhaut, immer weiter zuckt der Darm, die Kehle schwillt. In mir sind Gase, Fäulnis, Tod. Ich straffe meine Häute gegen an. Träume, daß du mir kehrst, zurück und ein und niemals ver! Ich schweige. Inmitten meiner Stimme bin ich still. Es ruft. Nicht laut. Ich bin nur zärtlich, Opferlamm. Horche dem Tapsen weißen Fleisches. Auf Holz gespannt. Hinaus. Ich bin das Licht und bin es nicht. Ich sei es. Bin!
An einem dunklen, langen Abend, um's Fest für Christus' Leben so herum Wir saßen hier in unserer warmen Küche, die duftete nach Majoran und Zimt Eng beieinander hockten wir, und dachten, lachten auch und sprachen An meiner Seite, da war einer, der mich glücklich machte, weil er da war Vor den Fenstern lag viel Schnee, es schneite weiter, ich freute mich daran Ich hatte meine Füße fest ins Fell des Hundes eingegraben, der grunzte sanft Der Wein war viel zu süß, ganz allgemein erhob sich grummelnder Protest Die üblichen Verdächtigen zerstörten wieder jeden Schleier um die Welt Ich habe mich bei meinem Nachbarn müde angelehnt, ich fühlte mich danach Jemand erzählte, wie er als kleiner Junge in der Kirche einmal dringend mußte Die Katzen husteten, vielleicht weil beide später nicht ins Kalte wollten Im Ofen leuchtete im gelben Licht der Ofenraumbeleuchtung helles Fleisch Ich hatte mitten auf den Tisch die Schüssel mit den Zweigen hin gestellt Die Kinder oben lärmten, eine Mutter ging hinauf und schimpfte lachend Andauernd meldete sich das Telefon, wir machten Witze über uns, zahnlos Ich wollte, daß er seine Hand nie wieder von mir nähme, ich träumte still davon Wenn draußen ein Motor erklang, dann schauten alle nach den Fenstern Ich dachte nach, ob ich mir meine Haare kürzen sollte, ich war gewillt, jedoch Die Tischplatte war übersät mit Schalen von den Nüssen, Asche und Papier Jemand sang leise vor sich hin, ein anderer fiel ein, ich nicht, der Text zu fremd Ich schaute kurz vor Mitternacht rasch aus dem Fenster, keine Sterne waren da Ich habe Angst, allein zu sein, ich fürchte mich, sind Menschen mir zu nah Wir lasen uns dann noch Geschichten vor, und alle lehnten irgendwie am Nachbarn Die Müdigkeit gewann am Ende, wie stets, der Hund schaute mich träge an Ich werde traurig, wenn ich froh bin, ich freue mich, wenn ich nicht weiß, warum Die Nacht schien gar keine Ende mehr zu nehmen, die Stunden endlos sanft Ich kann nicht immer haben, daß ein warmer Leib sich meinen nimmt Der Schnee ist nicht davon gegangen, er liegt wie unbeirrbar auf dem Land An einem dunklen, weichen Abend bin ich dem Winter nicht davon gerannt Frost holt uns ein, die Stille, wenn kein Wind mehr ist, unlesbar sind die Spuren Spät im Schnee, und Schlaf ist dann willkommen, der eine Trost der Nacht
Horchen. Sich ins Ferne beugen. Weich. Anschmiegsam. Bereit. Nach meinen Tasten tasten lassen. Zahm. Zart. Erfreut. Dem will ich meine Pforten öffnen, der daran zupft. Sich ihm zu öffnen! Wozu denn anderes wären sie gemacht? Das schließt die Kreise meiner Welt. Dem Abgrund noch einmal nur knapp entkommen. Perfekt! Wie bist du blöde! Wie leicht gestrickt! Und daran hängst du, was du bist? Komm nur, es kann so sein, ich trage dich durch jeden Regen, jeden Schnee. Ich bin, die dauert, du, der greint. Hab keine Angst, immer ist etwas, das uns eint. In meinen Träumen herrschst du stark. Ich liebe das, ich mag, wenn du der Fels bist, ich das Wasser, ich Brandung, und du Strand. Wie ungehalten ich erbebe, wäre da nicht deine Hand. Horchen, sich Stille schenken, ins Nirgendwo gezeigt. Ich gebe Haut, als Opfer Muskeln, was kümmert's dich, hätt' ich's bereut. Ich bin der Leib, der Lohn der deiner Ängste. Die immer Blutende, die bleibt.
Dort ist die Spur, die selbst der beste Köder durch das Wasser zieht. Ein Strich, unwillig auf Papier gemalter Laut, entborgt der Glätte Rührung, wie eine fremde Hand der Haut Gefühl.
Im Dunkel spielt der Blinker, sein Lächeln zeigt, die Zähne halb verdeckt, ein schwaches Licht, nach dem der Grund sich sehnt. Dort liegen matt Steine, die lange Zeit der Stille hat sie beschenkt mit einem weichen Pelz formloser Glitschigkeit.
Ein fetter Fisch reibt seinen Bauch daran. In seinen Augen flimmert Gier mit Vorsicht um die Wette. Er bläht wild seine Kiemen, stülpt das Maul zum Kuß und schlägt mit seinen Flossen in die Nacht.
Der schlanke Kiel des Bootes streicht lässig geradeaus. Ein leichter Wind kühlt, Sonne schaut ihm dabei zu. Das Warten auf das Zucken an der Leine. Dunst von den Bergen klettert feucht entlang der Ufer. Und manchmal auch ein Feld aus Wolkenfetzen, wie Packeis flink auf blauem Meer.
Dann hat es stumme Furcht in diesen Fingern, die in die Wellen fassen, und wollen nicht, und tauchen doch hinein. Wenn alles wartet, keine Stunde, die beginnt, nicht eine endlos noch hinaus gezögerte Minute.
In engen Kehlen dreht sich das Schweigen um sich selbst. Ast trocken. Bis atemlos die Jagd beginnt.
Being a good girl - always tried – and never was. There ain't no sunshine when he's gone. Having the sun right in my eyes. Clues are when clashes strictly are right by my side.
Ich spüre noch den Sand vom Spielplatz zwischen meinen Zähnen, wie den Zorn, der in mir war, als alles weit, weit weg mir schien.
Imposed eternity below your feet. I meant to be it all.
Halbseiden soll ich für dich sein, du Wicht, vollseiden wäre giftig.
They hold those truths to be self-evident: that all girls are subdued by equal means; that it's the right of every eager man to punish her und institute a government of good and bad.
Ich sitze Weihnachten nicht unter deinem Baum. Mein Puls ist nicht die Folge deiner Macht. Ich krieche nicht durch Schnee, den du nicht hast versäumt, davon zu fegen. Ich tanze stets für meine Pracht.
We all are true, we all are stoned. I am the one that you don't own. I may be beggar, lame and tame. I am the one who gets the fame.
Ich kann die Adern zucken sehen, das Leben in dir sehe ich. Doch kann ich deine Wege niemals gehen. Nur angenähert atme ich.
Those will be bad who counts the score. Those may be good, who knows for sure. Just gaining rubbish, not a sign of ore.
Und manchmal, wenn der Tag sich schließt, dann ist mir so, als kröche Glück herbei.
I want a lover, not a priest! Doch was auch immer, stets, ja, stest, das sei!
Es fragt sich, ob die Kraft, mit der die Hand, die fest auf deiner Haut aufprallt, was immer ein Geräusch ergibt, als fielen Gänse in die Brühe, gewandelt werden könnte, sagen wir: in Reue, oder auch, zur Weihnachtszeit zumal, in feierliches Angedenken, Andacht und Schweigsamkeit, und eine stille Ruhe, die beinah Besinnlichkeit erklingen ließe. Fragt sich. Jedoch: gefragt ist nicht gesagt! Und bis mir irgend jemand zweifelsfrei das Gegenteil benannte, bekannte ich mich eineindeutig zu dem Theorem, daß diese Kraft, auf meinen Leib, und sei es auch nur exemplarisch, angewendet, Schmerz mir machte. Zugegeben. Nur ein Beispiel, nur ein Fall. Das dürre Huhn gibt wenig Suppe, der Knochen sättigt niemand nicht. Kraft ist stets fern, und ist sie bei dir, erleidest du sie bloß, niemals Triumph, kein Staat zu machen ist mit ihr! Ergo - der Schluß: Kraft schadet meist. Und in der Tat, sie ist verzweifelt nur zum Lachen, die Kraft, die gerne Stärke heißt, von der du aber immer schon das Gegenteil ganz sicher weißt.
Stärke, ach, das wäre etwas ganz unerhört sehr anderes. Nur Kraft, das ist das sicher nicht. Das ist zu wenig, nur ein Zaudern, ein zahmes Zurren an den Zaumzeug, das den Zossen handweich macht. Einmal da wäre mehr gefordert, mehr verlangt, etwas, das zählt, wo and're flüstern, ein Ton der aushält, Nacht für Nacht. Ich wünschte mir die Kraft aus tausend solcher Kehlen, und den Verstand, der alle zähmt, gleich mit dazu. Das wäre Kraft, das wäre Klang, und ein Gesang, und noch viel mehr. Und wär's das nicht, dann bräucht' es mehr, als was es wär, denn was es ist, wär' nur der Ton, der jenen Klang erahnen ließe so, als wäre er gleich um mich schon, und ist doch nicht, ist nicht um mich, ist abgeschlafft, ist schwach und dünn, ist matt und fahl, ist ohne Sinn. Auf keinen Fall wäre das Kraft!
Ich bin den langen Weg gegangen, der hat an deinen Augen, deinen weichen Lippen angefangen, sie waren beide mir ein Licht an einer schwarzen Küste, arg zerklüftet, steinig, ausgedehnt und schön. Ich fühlte deine Haut, ich wiegte mich als sanfte Dünung gegen leeren Strand, in jedem Augenblick der Sehnsucht brach sich unser Wünschen an den Grenzen unseres Seins. Ich bin zu dir gekommen, mit der Zunge habe ich, mit meinen Fingerspitzen wahrgenommen, wie du seist und wie du, brächte ich Geduld nur auf, mir werden könntest. Ich hab' aus deinen Fenstern in den Tag geschaut. Ich habe dir den Rücken zuzudrehen mich getraut, auch wenn die Angst ihn leise zittern ließ. Ich kann dich spüren, rund herum, und dein Verführen ist wie meins, wir sind einander eingeschrieben, angeschmiegt, ich schmeckte, wie du meiner wurdest, tropfenweise, zahm.
Ich bin nicht, was du siehst in mir, bin nicht, was du dir weißt. Ich bin nicht, was du willst von mir, was du zu schnell nach mir hin schmeißt. Ich bin nicht Wand für deine Schreie, nicht Pfad für deinen Gang. Ich bin nicht Glied in deiner Reihe, nicht Limes deinem langen Drang. Ich bin nicht gut, nicht weiss, nicht edel. Ich bin nicht besser, nicht befreit. Ich bin für deine Songs nicht jener Pegel, der alle Peaks in sich vereint. Ich bin weit fort, im Eis das Klirren. Ich bin das Ferne und die Schuld. Ich bin dein Bangen und dein Wirren, ich bin der Grenzwert der Geduld. Ich, sage ich, und sag' es wieder, ich bin die Summe meiner Glieder, ich bin das, was nie eine And're ist. Ich bin die Eine, immer wieder, ich bin nur das, was du mir bist.
Abends, wenn die Sonne nur noch streichelt, nicht mehr peitscht, wenn all die feinen Härchen dir im Nacken ganz leicht aufstehen, wenn du bloß denkst an das, was dir dein Leben lang gefehlt.
Am Nachmittag, wenn deine Adern kräftig sind, und deine Haut fest wie ein Panzer, jede Pore schießt auf den, der dich bestürmt.
Mittags, wenn alles hart ist, nüchtern, blass, das grelle Licht der Klarheit schwindelt doch.
Am Morgen, Müdigkeit ist noch, ein langes Zögern, Zweifeln.
Der Stein ist kühl, glatt, hart, die Risse sind zu spüren, mein Fuß ertastet sich den Weg. Das Licht, zerschnitten von den Läden, verwittert, Farbe blättert ab, das Holz ermüdet, die Angeln rot vom Rost der vielen Zeit.
Wie einfach alles hier doch ist, ein weiter Tisch, die Stühle, fest und steil, der Herd, so groß, so schwer. Die Wände weiß getüncht, ein schwarzer Schrank, Geschirr, Bestecke, Tücher, Gläser. Der Ausguß nur ein ausgehöhlter Stein, kein warmes Wasser, kaum ein Licht.
Und dennoch bin ich gerne hier, die alte Frau, die kocht, den Tisch darf ich ihr decken, laufe flink um ihn herum, die weißen Teller in der Hand, ich hole, was sie braucht, plappere stolz laut alle Worte, die sie nennt, wohl keine Hilfe, aber gern gesehen. Fanciulla, bambina, ich wiege mich in jedem Wort, das ich versteh, noch mehr, erst recht, wenn nicht.
Einmal hockte ich mich neben sie, sie stand am Ausguß, spülte, ich zog den Kasten neben die Gestalt, setzte mich hin, legte den Kopf an ihre Hüften, ein kleiner Wurm, noch Erde im Gesicht und an den Knien, sie hielt ganz still und sah auf mich herunter, ein altes, hartes, müdes Angesicht mit dunklen Augen, trocknete die Hände, und fuhr mir durch die Haare, unendlich schmerzhaft sanft.
Ich tauche meine Füße gerne in den Schädelbach, sein Fingerfluß strömt meine Schläfen wie ein kühler Kuß eines Geliebten rein hinab und zeigt mir mit der Mündung seine Richtung.
Meine bleibt verschlossen wie der Mund der Ungeliebten, wenn das Wissen sie ereilt.
Ich prüfe mit dem Stundenblick das Zeitenschloß, sein Brückengeld liegt mir im Magen, reißt Lücken in die Wände für die Ewigkeit, die meinen Seiten jeden Ausblick nimmt.
Ich singe nur für mich. Ich flüstere. Der Zungenstrom verzweigt sich unterwegs. Ein kleines Stück vom Großen verkürzt die Wartezeit. Und bleibt.
Vom alten Windkraftwerk am Hang hinauf zum Katerberg schwingt mir das Dröhnen der Rotoren in den Ohren, und das Winseln, das die marode Einspritzpumpe seines Diesels von sich gab, wenn er im fünften Gang den steilen Weg entlang der ausgebrannten Trafohäuser nahm.
Dann war er stolz auf seine Welt, die hellen Augen, und auch mir gefällt noch jeder Schimmer von den mächtig im Osten durch die Sonne gelb getünchten Hallen, aus deren Stahlskeletten Drähte in den Himmel zeigten, dessen weicher Bauch doch am Ende alles nieder warf.
Ich höre wieder Blech auf Asphalt schrappen, naß war der, mein Fuß versank bis an den Knöchel im Zementstaub, und wir lachten los, wir dachten beide nur an uns, sein Hemd hing aus der Hose, denn meine Hand hatte die Knöpfe noch im Wagen schnell geöffnet für den ersten Kuss.
Ich schaute auf die Lasche seines Gürtels, die wie die Zunge einer lauernden Eidechse vor seinem Schoß verwegen wippte. Ich rieb sie, zwischen Daumen, Zeigefingern, die Beine bloß vom Windstoß eines Schleppers, aus dem Fenster rief uns der Fahrer Zoten zu.
Ich schmecke wieder seine Lippen, die Majonnaise aus dem Döner bei der stillgelegten Molkerei, wir zwei die einzigen, der Junge oben in dem Wagen einsam, wir nicht, wir aßen, zahlten, sprangen in die Sitze, und horchten, bis der Anlasser sein Spiel gewann.
Jetzt steht kaum noch etwas dort. Ein paar Reihen in dem Weiß der Industriegebäude von der Stange, brauner Rasen da, wo der Beton gewichen ist. Wo nicht, wächst namenlos Gebüsch aus jeder Ritze, dringt ans Kupferlicht, so schöne Farben, dünn wie Haut, damals, für uns.
Nur ein gestammelter Parameter, kaum angedeutet, angenähert, ein enges Intervall, vermutet und umrissen, aus beinah' nichts extrapoliert, geschätzt, geprüft, verworfen, nachgebessert, robust nach allen Seiten verfahrenstreu zertifiziert.
Auf weißer Haut liegt bleiche Ewigkeit.
Marschieren in Kolonnen. Der Störfaktor bedient den Wunsch nach Fehler, nach Lebendigkeit. Residuen, ein farbenmattes Rauschen. Am Pegel zeigt sich, was Frequenz verbirgt. Die Phase leicht verschoben, Impuls und Spin vertauscht, ins Rote hin und siebenfach die Eins.
Es bleiben immer Schatten auf der Netzhaut.
An Metrik zweifelnd, zählt herunter, was die Furcht numerisch schlank vergaß. Die ganzen Zahlen halten singulär in ihren festen Reihen aus. Axiome tragen, Stetigkeit vorausgesetzt, den Raum. Die achte Eins verdirbt den Spaß.
Am frühen Nachmittag, der Staub kam aus Osten, erwischten sie ihn. Ein Satter! Bewegung wie Gleiten, dünn, schwach, so schnell schied er hin, daß seine Augen noch glänzten, und seine Haut noch straff schien.
Ich hörte ihr Schreien, ich hörte nicht d'rauf. Ich mag es nicht leiden, das Bersten der Knochen, das Zerren und Reißen. letzter Laut, und die Hast.
Wir schliefen nicht gut. Niemand fragte warum. Am Fuße der Treppe saß ein einsamer Gast.
Ich zitterte leicht. Wind war und ein Flüstern. Es raschelte oft. Ich träume zu häufig, zu vieles erhofft.
Am Morgen ist Sammeln, jeder Fuß scharrt im Dreck. Wir zählen die Stunden, und die Zeit geht nicht weg. Sie machten viel Lärm, ihr Triumph fast perfekt. Nur vorsichtig wurden die Hälse gereckt.
Sehr bleich kam die Sonne am Rande der Welt in die Höhe gekrochen. Ich denke nicht mehr. Bin zu müde, zu schwer. Meine Hände durchstoßen. Bloß Feder im Teer.
Nur im Finsterwald wohnen, Doubletten im Schacht. Fast Makulatur. Das Rosenöl kocht. Atomkraft und Gold, und weichwarme Arme, der Mißgunst geopfert. Ich stöhne dem Morgen das Licht aus dem Mund. Ein jeder für sich, ich bin schön und gesund. Almabtrieb. Neid. Stardust, der Ozean ist. Tief unten sind Wolken, dawischen ist nichts.
Immer brav korrelieren, für Kausalität, das Zweifeln vermählt sich dem Telos zuletzt. Stark sind die Hosen, die Stirn, ein prächtiger Bart. Als Lob eines Zentrums der Maske vernarrt.
Troubadour, Zögerkrieger, mein ältester Freund, zwischendurch, und entlang, mißliebiger Anfang beschönigt Dein Tun. Du Runen gut Lesender, Du Rudel, Du Rotte, Du Bündel, das Heu! Winters eifrig Frierender - das Eis macht dich neu!
Und am Ende ist Wohlsein, ein Ameisenheer. Ich verspreche Gehorsam, viel Geld, und noch mehr!
Ihm gefiel, wie ich saß. Wie ich die Brille absetzte, wie ich Mandelkuchen aufaß. Beim Treppensteigen nicht hetzte. Und meine Haut sei so blaß, als ob viel mich verletzte. Er mochte mein Grinsen, wenn mir Kluges einfiel, und er tat gerne hin seh'n, weil mein Reden hätte Stil, mein Schweigen und Linsen.
Dabei lachte er gerne, und ich lache gern mit, und er sagte, ich wär 'ne Bildhübsche und nett, so aus der Ferne. Ach, das schmeichelte mir, warum sollte es nicht, ich lebe im Hier, darauf bin ich erpicht, eine Lanze dem Wir, nur Zusammen ist Licht!
Er war gar nicht schlecht.
Er stand zu dicht bei mir.
Wie ein Tal in den Bergen, Erholung am Hang, nie wird was d'raus werden, d'rum ist mir nicht bang, inmitten der Herden zieht er nur am Strang, an dem alle schon ziehen, und ist glücklich dabei, weil ihm Kräfte verliehen sind, die mir einerlei sind, ihm nicht, wie mir schien.
Mehr Raum wäre schön. Ich kann and're Leute von fern besser seh'n. Aus der Nähe bereute ich schon bald meine Weh'n, die doch jedermann scheute, der für sich bleiben kann, bequem Liegen im Steh'n, wildes Lügen statt Flehen, und Klappern alsdann.
Kalt, das war es sehr in Deinen Hallen, es zischte Luft als weiße Fahne neben uns aus blauem Stahl, ein Grinsen matt von Silber, und Schwere wie von Ungefähr.
Du sahst kaum hin zu dem Display. Ich konnte deine Adern ahnen, die Kompetenz des Regulären, der glatte Stoff straff über Haut, von Weitem war ein Laut zu hören, ein Donnern, Dröhnen, unbekannt.
Wie leicht fiel dir, mich zu verwirren. Ich fror, und fremd war mir, und Angst. Ich sah nicht einen von den Sternen, nur weißes Licht und Eis und Rauch. Der Boden unter meinen Füßen bog sich wie ein weiter Trog dahin.
Ich wollte weinen, wollte schlafen, das Summen der Maschinen ließ mich nicht.
Vor uns stand wartend wie ein Drachen ein Wurm aus Aluminium und Kraft. Aus seinen Kiemen kämpfte sich ein wenig warme Luft ins Freie, verschwand wie kaum gesehen schon im Dunkel, gegen das kein Licht ankam.
Ich fühlte nach der Hand, ich stand und ging nicht weiter, tastete, als würde, wenn du mich berührtest, alles um mich her sich bessern. Nichts geschah. Ein rotes Glühen kam zu mir von der Seite her, ich schrie.
Du gabst mir fast ein Lächeln. Mit deinen Fingern auf der Tastatur, und deine Augen blickten mild, die weiße Stirn, das dünne Haar, mir war, als wäre mehr in dir als nur ein Mann am Ende seiner Schicht.
Ich stolperte, als ich zum ersten Mal die Differenz der Schwerkraft spürte, stumm. Der Wagen glitt über Frost und Kabelstränge wie ein Cherubin mit seiner noch voll Hoffnung pochenden, doch schon verloren, nur das Wissen weiter vor sich hin geschobenen Fracht dahin. Das Leder seiner Sitze schmatzte satt.
Und über mir war Flackern bunter Lichter, Musik, und Stimmen, Schatten, Schritte, metallisch scharf war der Geruch von Sterben hinter allem, von Tod am Ende eines langen Tages, Frost, von Starre in den glasig dünnen Wänden.
Ich stieg die Treppe hoch, wohl ein Defekt, der sie bewegungslos beließ, daß ich mit einem Fuß dem anderen folgend, zum Licht aufstieg. Es roch nach Fleisch. Es roch nach Schweiß und wilden Körpern, nach Öl und Haut, die sich gesehen weiß.
Ich drehte meine Finger umeinander, und meine Beine blieben schwach, ich war nicht ich.
Blau schimmerte ein Strahler über gelber, breit sich gegen mich erhebender Begrenzung, und schrieb mir einen Text ins Auge, dessen Sinn ich nicht verstand. Ich sah, ich schaute nach den krummen Rücken, dem Pelz, Handschuhen, Stiefeln, Stoff.
Ich fühlte mich hier nicht willkommen. Man äugte zu mir her, wie zu dem Gast, den keiner will, und keiner wird ihn nehmen, und seine Lippen bleiben stumm, das Kinn hart kämpferisch gereckt, doch nichts nimmt ihm die Fehde auf, alles verpufft!
Der Boden zitterte, ein dumpfer Leib aus weißer, sich geschmeidig jeder seiner Bahnen gebender, sich dehnender, sich streckender, dann wieder schlafend träumender - Haut, Hülle, Panzer, Schutz und Schild.
Und einsam war ich, winzig, lose. Um mich herum die Welt war mir zu groß.
Wie liebe ich den Lebemann, mal einer, der mich lieben kann, im Leben und nicht irgendwann. Vom Tod spricht nur, wer lebt. Es giert nur, wer sich sehnt. Das kühne, scharfe Trachten, der Hunger und der Mangel, wie gleich sie alles machten. Der Reichtum machte klug. Wahrhaftigkeit Betrug, das Licht wirft Schatten, die Liebe Haß und Leben – Tod. Darum geb' ich dem Lebemann, was ich dem Leben geben kann, und lache meine Tränen wie Kerzenlicht ins Abendrot. Ich liebe nur den Lebemann, weil der mir alles geben kann, und nehmen tu ich's obendrein. Das soll mir Leben sein, und Leben - das tut gut!
Der war wacker, der den wilden Wein weg wedelte, wintertags. Wir waren willens, weiter zu ignorieren, was das Laub an Wildwuchs uns zumuten würde. Der wackere Mann war davor, gottseidank! Man murmelte, frau lächelte, ein einig Land. Am Horizont querten Cruise Missiles die Formation wütender Krähen, ein unnützes Volk. Man und Frau schauten einander. Als die Nachricht eintraf, und das Piano auf sang. Ein gottsanfter Ton, anbetend, weil der Wein endlich weg war, und nun Winter begann.
Unter dem Sand ist das Pflaster, sie fegen ihn weg mit den riesigen Wagen, die Bürsten aus Stahl. Ein Morgen, so kalt wie die Sonne. Glasfaser erhellt!
In der Steppe die Ketten, sie glitzern nach Gold, mit den blutigen Händen im Dickicht gesucht. Ein Tag wie der Staub auf den Meeren. Satellitenempfang!
Am Ausgang steht Schuld, selbst unmündig gemacht. Mit den Tasten gehämmert wird Wasser zu Wort. Eine Nacht, in der Katzen entspringen. Es siegt Alamo!
Im Schritt mit der Zunge den Rand naß geleckt, kontradiktorisch, ganz egalitär. Ein Atmen am Ende. Der Blick android!
Flußaufwärts! Pioniere! Wenn Flut ist, geht heim! Der Beelze belebt den flennenden Bub.
Der Morgen hatte sich lange nicht entschließen können, was er mit seinem Quantum Tageslicht anfangen sollte. Gegen Westen kroch der verschwommene Nachthimmel nur zögerlich davon. Direkt über ihr mischten sich ein paar erste, freundliche Aufhellungen ins triste Grau, und aus Osten drängte sich golden schimmernd ein breiter Lichtstreifen mit wild gezacktem Rand heran. Wie ein riesiger, brennender Kamm kam er ihr vor, der allen Mist der Nacht aus dem Tag hinaus schieben würde und nur reine, stahlblaue Leere übrig lassen würde. Dazu passend packte ein kühler Wind nach ihrem Rücken und beschleunigte ihre Schritte. Max rannte ohnehin, von seiner Wut beflügelt, wie ein Sprinter immer einen halben Schritt vor ihr her. Es war sehr knapp geworden, zu knapp mittlerweile. Das Auto sprang wieder einmal nicht an, und die S-Bahn war ihnen trotz eines armwedelnden Endspurtes direkt vor der Nase davon gerauscht. Eine Gemeinheit, mit der einige der meistens gestressten Fahrer sich voller Genuß an den ihnen verhaßten Fahrgästen hin und wieder rächten.
Max hatte laut auf gebrüllt und mit dem Fuß ausgeholt, um eine Delle in den..
An der Küste eines lang gestreckten, nach unten zu recht mächtig breit werdenden Sees
At the shore of one long laid out lake that broadened itself very much at the bottom
(Unten, das wäre etwa da, wo der Tisch dann endet, auf dem der aufgeschlagene Atlant - der Atlas? - ruht, in welchem, klar, der See nicht wirklich liegt, nur seine Form - ein Ausschnitt, um genau zu sein - in Draufsicht gut zu sehen ist, so wie ein Vogel ihn mit seinen scharfen Äuglein sähe, flöge er hoch über ihn hinweg, was so ein Vogel aber niemals täte, sie flögen alle um den See herum, weil andernfalls und würden sie dann müde, sie in den See hinunter fielen statt an sein Ufer, wo es Nistplatz mehr als genug für alle gibt, den sie nur früh genug aufsuchen müssten, wenn sie spürten, daß sie müde werden könnten, oder schwach)
(bottom, that would be where the table will end on which the wide spread atlas - the book - is resting, in which, of course, the lake actually doesn't dwell, but its shape - a piece of it, to be real precise - is easy to be seen by topview, like a beady-eyed bird would catch sight of it if it flew right across it high up in the air, something a bird nearly ever would do, all birds would fly well around that lake because if not and in case they got tired they would plunge into the water and not onto the strand where there is more than enough room for nesting which they just had to be heading for early if they sensed they might get tired or weak)
befindet sich
there is
(Nicht direkt am Ufer, sondern ein wenig schon von ihm entfernt, es geht dort leicht und sanft die Berge hoch, die um den See herum gelegen seinen Hals sehr eng zusammen pferchend - wo der Tisch am Rande oben des Atlanten endet - so schwer dir auf der Welt zu lasten scheinen, daß du gern glaubst, ein wilder Gletscher aus der Vorzeit habe ihn, ein frecher, plumper Gärtner, der eine Furche übermütig durch den weichen Mutterboden zog, direkt in das Gestein der Berge tief hinein gebohrt, rasch einer Laune folgend, wie ein Kind, die Erde war noch jung)
(not exactly at the strand, but a little bit away from it, the banks are ascending slightly up into the hills around there which surrounding the lake and throttling its neck very tight - just where the desk ends at the atlas' top margin - seem to last that heavy onto this world that you like to believe a wild glacier out of prehistoric times, a naughty crude gardener who has jauntily cutted a furrow through soft mould, has drilled it deep out of the rocks of the mountains, obeyeing some swift fancy like a child, earth still was young, then)
ein Haus inmitten eines Gartens, und aus dem Haus schaust du
a house amidst a garden and out of the house you do look
(Nur wenn nicht gar zu viele von den Bäumen, die unterhalb des Hauses in dem Garten stehen, zu hoch gewachsen sind, versteht sich, man pflanzt seit kurzem dort jetzt Bäume an, die sehr hoch wachsen, doch früher waren es stets Bäume, die niedrig nur aufragen würden, wenn sie einmal ins Alter kämen, wo Bäume nach dem Himmel greifen, und über die hinweg der Blick frei schweifen sollte, er ist sehr schön, der Blick)
(only if not too many of the trees that are standing in the garden beneath the house have grown up too high, of course, lately they are planting trees around there that will grow very tall but in earlier times there had always been trees that would only grow low when coming of age trees will fetch for the skies and above which the eye should be able to sweep freely out, a very nice look it is, indeed)
auf deinen See hinaus,
across your lake
(Der deiner gar nicht ist, du denkst es nur, weil du ihm angehörst)
(that actually isn't yours, you just think it is because you feel you are)
er liegt da unten, ruhig und gelassen, du störst ihn selten, wenn du ihn dir, zumeist sehr stumm, im Licht beschaust.
it is lying there steady and calm you rarely bother it if watching it, mostly mute, when well lighted.
Auch er stört dich niemals. Und Tag ist dort für immer.
It never doesn't bother you too. And there day lasts for ever.
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