Gott zählt nicht mehr. Hat einen wohldefinierten Körper. Muskelmasse zu Unterhautfettgewebe in optimaler Relation. Gott sucht das Verborgene nicht. Trägt nur naturbelassene Seide. Trachtet dem Nächsten nicht nach dem Weibe. Gott ist ein Mann. Sein Geschlecht liegt schlaff in der Hand. Rotes Licht in der Nacht. Unter wachsamen Blicken vermählt es sich gut. Gott weiß das Ergebnis im Voraus. Er klagt nicht gegen die schmutzigen Mieter im hinteren Haus.
Sein Anwalt trinkt heimlich mit Frauen. Gott legt ein Wort für ihn ein. Fahndet zwischen den Zeilen nach einem Versteck für die Zukunft. Er putzt sich die Zähne, vier Mal jeden Tag. Sein Schweiß riecht nach Abenteuer, haltlosen Flößen auf grundlosem Meer. Raue See. Hurricane. Wirbelsturm. Ein Tsunami.
Gott hat kein Holzbein. Seine Haare sind grau, nicht schlohweiß. Sein Schulterblatt trügt. Sein Blick ist nicht stechend. Er steht gelassen, die Hand auf dem Laufband der Rolltreppe, abends um Neun in der Mall.
Gott zählt nicht auf dich. Sieht dich nicht streng an. Ist nicht tief in dir verborgen. Hält seine schändende Hand über deine Gestalt. Gott zahlt. Immerhin. Gott hat Schulden. Bei dir. Ist verpflichtet. Trägt schwer an der Last deiner Taten. Hat seinen Sportwagen einst gegen eine Madonna getauscht, und tanzt manchmal Jazz.
Gott zählt nicht mehr. Sein Wille gilt aber. Er hört dir zu. Ist nicht fern. Ist im Anderen besser zu Haus. Wachsam und reif. Fährt die Früchte der Vorlieben aller Jahrtausende ein.
Erst im Zug aufgewacht, im Sitzen getaumelt, die Sonne blitzt stechend ins Auge, es riecht scharf nach Öl, dem Schweiß fremder Menschen, nach Resten von Nässe, nach Kälte, und Nacht.
Ein Papier raschelt schwer. Mürrische Rücken sind stumm über Tasten gebeugt, auch die flinkesten Finger entkommen den Augen nicht mehr.
Ich bin immer noch fern, trage Spuren von Schlaf im Gesicht. So langsames Atmen, der Mund ist aus Staub. Mein Denken erholt sich ungern.
Dann die Kammlinie, glatt, das Bündel aus Eisen zusammen gezwungen, in den Pass eingetaucht, es zerrt mich hinein, ein Schuppen, ein Schrottplatz, eine Wiese, Straßen, die Stadt.
Erst im Zug aufgewacht, unwirklich, allein, ins Leben gezogen mit viel zu viel Kraft.
Als der Tag sich dem Abend zu neigt. Aus Nord-Osten steht Sturm an, der Mann mit dem eisgrauen Schirm, sein Auge hat mehrfach gezuckt, an der zitternden Hand schimmerten goldene Ringe, der Scheitel präzise, sein Blick, als ich ging, den Weg noch nicht fand.
Als über uns Nacht schnell herein bricht. Mit den spröden Lippen der Angst Prophezeiungen wispernd, Verheißung von Glück oder Leid, ein Bändchen aus Samt, mein Kleid aus geglätteter Wolle hing lose im Schrank, bis ich aufbrach, allein.
Als im Traum eine silberne Sonne ihr Licht wirft, gegen schäbige Häuser aus brüchigem Lehm, bunte Knospen in offenen Fenstern. Ein Orchester oben am Hang probt seit Stunden den Marsch, zerschlissene Blätter vom Herbst, auf dem Platz vor der Kirche, unter Staub oder Dreck, wo sich Pflaster versteckt.
Als es riecht nach fauligem Gras und Lavendel, nach Fels zwischen Disteln, Borke und Blatt, die Puder verdorrter Vergangenheit, Ast aus Basalt, Dolomit unter Holz, fliehende Käfer im Boden, mit eigener Zeit, keiner hat, was sie haben, niemand weiß, was sie sind.
Als es kalt wird auf Haut, zwischen Haaren, im Mund. Schweigsam zahnlose Worte, die Gesten, verdoppelte Kehren beim Anstieg, die Paßhöhe mittags im Dunst, Geschirr in Gestellen aus Draht, roh geflochten, gelblich hell alles nun, der Kamm, messerscharf, blitzt streng mahnend gen West.
Als ein Klang ist, aus Ruhe und Schatten, einmal, und Hitze, Kugel aus Stahl, fällt auf Stein, der zerbirst.
wir sind nur fische viel im meer im glanz der sternennacht wir schwimmen eifrig hin und her verstrahlen bunte pracht wir taumeln lächelnd in den tag verspielte kinderschar wenn glück soeben bei uns lag ein lichtes immerdar
wir sind nur fische viel im meer die um das schweben buhlen wir schwimmen emsig hin und her als schwarm aus tausend schulen taumeln wir mutig in den tag im schutz geschuppter häute weil glück soeben bei uns lag einander treue bräute
wir sind nur fische viel im meer versteckt in leeren zeit ruinen wir schwimmen heiter hin und her am grund der dinge beduinen wir taumeln hastig in den tag in riff fels schlamm und schlick wenn glück soeben bei uns lag gibt uns die welt zurück
wir sind nur fische viel im meer nicht einer der da bleibt wir schwimmen ewig hin und her als wasserleib vereint taumeln wir gierig in den tag der strömung nie entgegen weil glück soeben bei uns lag froh hellauf verwegen
wir sind nur fische viel im meer und glück das bei uns lag nicht mehr
Mein langsamer Eindruck von dir ist verbraucht: zwischen Zeilen ist nichts mehr zu lesen. Ich weiß nicht, ob ich weiß, was je war, oder ob jemals etwas gewesen.
Auf den Seiten liegt tagsüber Licht. Wie der Daumen Papier reibt, beim Blättern das Auge vergißt, was an Schwärze es sah. Unter Silben und Zeichen verborgen, als List.
Mein einsamer Liebling, dein Kopf ist mir fremd. Mit der Hand taste ich auf der Brust nach dem Herz, unterm Hemd schlägt es hart, und ich klappe das Buch wieder zu.
Wie der Finger die Linie abfährt, wie er stockt, weiter treibt, der Blick bleibt gefangen im hier.
Die Tür zu meinem Haus fällt immer zu, nicht eine Ritze für den Wind, mir Atemluft aus meinen Kammern zu entführen.
Auf allen Simsen hocken ihr und du, die meine schlimmsten Feinde sind. Gier kann ich in ihrem schieren Dasein spüren.
Im Sonnenlosen bin ich immer blass. In Dunkelheit sehr gut verwöhnt, schone ich schlau beim Schreiben meine zarte Hand.
Die Flamme unter'm Kessel speist das Gas, das wie das Wasser ständig strömt. Wechselspannung liegt stets an in jener Wand,
an der aus Pixeln droht das Taggespenst. Doch Wasser spült den Unrat fort, von Gläsern, Tellern, Töpfen und Bestecken,
der Regen reinigt Pflaster für umsonst, am Montag wird der Müll geholt, und später kann ich auf die Zukunft wetten.
Ich brause schneller durch die Zeit, befreit, der Tanz wird wild, Himmel heller, dank aus dem Handgelenk erfolgtem Schlenker,
der Schäfchenwolken in sein Blau verstreut. Ein Hinweis, der auf sich nur zeigt. Pinselstriche, stumpfe Tupfer für die Denker.
Im meinem Haus sind alle Böden aus gewachstem Holz, steckt in den Wänden Lehm, mit Stroh vermischt, das übrig bleibt, wann immer man die Ernte drischt.
Keine Männer mehr hier in der Arche, seit Noah ging, fallen sie aus. Auf den Kacheln noch Spuren vom lipstick, das Bett ungemacht, die Kissen zerrissen, zerwühlt, aufgetürmt. An die Fenster wirft Wind frischen fallout, und der Sand reicht direkt bis ans Haus. Die Bildschirme leer, kein Freizeichen mehr, kein Mann liegt noch zwischen den Schenkeln, auf den Straßen wird nicht mehr gedealt, nur Staub kommt jetzt über die Enkel. Partikelweis Reichtum verspielt. Keine Männer mehr in den Kabinen, die Bäder eiskalt wie der Mund, alle Pracht bedeckt von Lawinen, keine Spritze spritzt wieder gesund. Die Fußspitzen schleifen die Schuhe, die Schulter im Schal macht sich rund. Im Gehen schaust nochmals zurück. Keine Männer mehr an den Kanonen, und keiner mehr oben an Deck.
Ich kann nicht mehr sehen, das Licht ist zu schwach. Es brennt in den Augen, die Stille, die Nacht. Ich habe den Klang aus dem Dunkel geraubt. Er fließt unter Stoff, unter Haar, über Haut. Dem Morgen ins Antlitz frech blicken. Die Füße in Erde fest stemmen. Kalte Luft zwischen Wimpern. Ein Zwinkern, und Lust.
Ich hasse 'Du mußt!'.
Ich reinige meine Umgebung, verstaue das Maßlose gut im Regal, geordnete, saubere Endloskolonnen, es gelingt immer besser, genauer zumal. Mit jedem Tag wird es hell blauer am Himmel. Die Zukunft tritt ein in das Heute und Hier. Ich träume davon, im Denken bei mir.
Auf den Zweigen der Bäume gleich jenseits der Straße sind Vögel, die pfeifen gemeinsam ihr rasendes Lied, während tief unter ihnen die Käferwelt kriecht.
Strich mit der flachen Hand, die Nägel frisch geschnitten, in weiten, nach außen führenden Bögen, auf den Knien hockend, glatte Seide spannte über die leichte Einkerbung der Kniescheiben, wieder und immer wieder, dabei sich leicht in den Hüften schaukelnd, den gebeugten Rücken wie einen schweren Pumpenschwengel hinab drückend, in der Kehle ächzte es, die gequälte Luft der Lungen, des Magens, des Inneren überhaupt, eine Bewegung des Herabkommens, des zur Erde Herabsteigens, wie auch des Dankes dafür - strich also mit der unendlich empfindsamen, zarten Haut der Fingerspitzen, ungläubig die Augen geöffnet, die Brauen fast aus der Bahn geraten, die Lippen aufgeworfen, die Zähne schimmerten verstohlen hervor, gelb leuchtete das mit Scharten verunzierte Leder der Sohlen, die spitzen Absätze ausgestreckt, die Waden angestrengt - strich also mehrmals, wiederholt und unermüdlich, bis das Geräusch der menschlichen Haut auf der künstlich geschaffenen Ebene dem Ohr widerlich wurde - über das am Morgen erst frisch verlegte Laminat.
Be-mächtigt. Schnell. Ge-nordet, -ein! Derverlautbart. Dieverfolgt – eeh - Ziel optimiert! Lang Boot Staffel Leader Halloween. Am Aralsee origines, ab London: center court. Wenn dich dein Vormund nicht kennt, beim Bäcker zählt einzig das Dutzend. Neben Verdienst. Damit die Arbeit noch nährt. Verdi, der Tango. In der Kolonne der Sonne entgegen. Re-le-giert bis danach: Trotz! Am Funken ge-ne-sen, ver-peilt. Teufel Abt Ritter Sport. My fiancé: Lob und Gesang. Mittwoch ist un-fröhlich, gespaltenes All.
Hat die Katze sich gerührt? Aufmerksam die Vorderpfoten beieinander? Wie die Spitze ihres Schwanzes Staub am Boden fegte, ungerührt! Im Schatten ihrer Iris wartet stumm und schlummert silbern scharfe Göttlichkeit. Revier, entlang des Perimeters brandgeschatzt, die Wut im flachen Land, unter dem Stiefel jeder Tag zu einem eingeschmolzen. Nicht Tod hat je erlöst. Die Unbefugten glätteten im Morgenlicht an Röte, Wildheit ihrer Schreie. War da ein Tanz noch frei? Hosianna sollte werden. Unerkannt!
In der milden Membran lebt der Sommer, das Männchen vermeldet das Etmal voll Stolz. Der Bug mahlt durch Wasser und See. Helle Blüten und trockene Halme und Laub beschirmen den schattigen Boden, Käfer bedecken ihn, winzige Leiber, die Äste der Zeit liegen leblos herum. Ein Panzer aus goldgelbem Licht umgibt alles. Luft riecht nach Leere und Raum. Ein Muster aus Farben bekleidet die Winkel der Glieder sehr schön. Alles hilft, und das Lachen macht heil, was es einriß, zuvor, Sommermännchen, sie wimmeln empor.
Statt des ursprünglich gesuchten Schals entscheidet sich unsere Heldin für einen warmen Winterpullover, dem Moritz, nicht ohne Hintergedanken, ein add-on seiner Wahl hinzufügt, das sie nach kurzem Zögern und ebenfalls mit verschiedenen Überlegungen im Hinterkopf akzeptiert. Auf einer Spazierfahrt aus der Stadt heraus kommt man sich näher und verabredet am Ende, zur beiderseitigen Freude, ein gemeinsames Essen für die Woche darauf.
Wenn ich mein Gesicht bis auf wenige Zentimeter an den Spiegel heran bringe, der die hintere Wand der engen Umkleidekabine bildet, erkenne ich in meinen Augen deutlich ein ganzes Bündel von leisen Zweifeln über das, was ich gerade tue. Einige beziehen sich auf meine Motive, die mir nicht das erste Mal kindlich naiv und egozentrisch vorkommen. Andere eher auf den Mann, der jenseits des Vorhangs sicherlich ungeduldig auf mich wartet, weil ich mir viel Zeit dabei lasse, das anzuziehen, was er vorhin für mich ausgesucht hat, damit ich mich ihm so zeige, wie er mich gerne sehen würde.… → weiterlesen
Jugendlich angetan erscheint unsere Heldin zum Treffen mit Moritz, welches sich zunächst als Ausweichbesuch in einem ursprünglich nicht von ihr angepeilten Bistro gestaltet, sich dort aber von der Konversation und anderen Dingen her durchaus angenehm anläßt. Nachdem Moritz, vom Schwung der eigenen Begeisterung fortgetragen, sehr freundlich seine Hilfe bei der Auswahl eines Schals für den Herbst angeboten hat, macht sich unser ungleiches Paar zu einem Einkaufsbummel durch die Altstadt auf.
Mein leicht angejahrter, dennoch durchaus ansehnlicher Kavalier steht steif aufgerichtet vor dem Bistro, zu dem ich ihn bestellt habe und das ausgerechnet heute geschlossen hat. Trotzdem schaut er mir lächelnd entgegen, während ich quer über den Platz auf ihn zu spaziere. Auf den letzten Metern trete ich um ein Haar in einen heimtückisch versteckten Gully und fange mich nur mittels eines raschen Ausfallschrittes, was meiner Erscheinung vermutlich das letzte bisschen Eleganz nimmt. Das fängt ja gut an, schießt es mir durch den Kopf. Zum Glück hat sich die Wärme des Tages gehalten und es wimmelt in der Stadt von luftig gekleideten Frauen mit kurzen Kleidern und laut klappernden Absätzen, denn sonst käme ich mir in meinem viel zu jugendlich ausgefallenen Aufzug noch erheblich deplatzierter vor, als ich es ohnehin schon tue.… → weiterlesen
Unsere Heldin arbeitet im Büro am späten Nachmittag einen Rückstand auf und stellt dabei einige Betrachtungen über ihren Arbeitsplatz und dessen Umgebung an. Bei dieser wenig amüsanten Beschäftigung wird sie durch einen sehr unverhofften Anruf von Moritz, Ansgars Vater, auf das Angenehmste unterbrochen. In einem längeren, wechselhaften Telefonat läßt sie sich von ihm, nicht ungern und ohne am Ende übermäßig hartnäckigen Widerstand zu leisten, zu einem frühabendlichen Rendezvous in der Stadt überreden.
In den Fensterscheiben auf der anderen Straßenseite spiegelt sich dieses satt eidottergelbe Licht der Sonne wieder, welches sie manchmal nachmittags auf die Stadt legt, wenn sie es müde geworden ist, bleiche Mittagshitze über die Welt auszuschütten und lieber der dunklen Langsamkeit des Abends vorgreifen will. Ich schaue häufig hinaus und tue mir leid, weil ich mit schmerzendem Rücken, trockenem Mund und zunehmend bösen Gedanken vor einem Chaos feindlicher Muster in Schwarz und Weiß hocke, die all meinen Anstrengungen trotzen und partout keinen sinnvollen Text ergeben wollen.… → weiterlesen
Des Wintermännchens Füße frieren immer. Die Fäuste sind geballt, die Stirn gestrafft. Des Wintermännchens Schritte gehen strikt nach vorn. Das Augenlicht erstrahlt, stets ist die Helligkeit sein Kleid. Des Wintermännchens Kraft bleibt ungebeugt. Die zarte Haut des Eindringlings umschmeichelt seine Beute.
Das Wintermännchen weint zur Zeit. Die langen Finger unterm Stoff befremdlich starr. Das Wintermännchen legt sein Haupt auf warme Bäuche. Der Haarschopf in der Kälte klamm geworden. Das Wintermännchen murmelt leis. Die Lippen aufgesprungen wohl beim letzten Lügenwort.
Dem Wintermännchen fehlt der Mut. Das weiße Tuch erstickt ihm alle Tränen. Dem Wintermännchen weht der Atem fort. Der Klang des Frostes streicht sein Lied. Dem Wintermännchen wird der Nacken steif. Die Zähne schimmern bleich zum Abend hin.
Den Wintermännchen nachempfunden schlingen Begleiterinnen sich die Shawls um ihren Hals, zum Mantel feste Schuhe, Strümpfe für die Nacht. Die Wintermännchen schlafen gut, sie wählen ihre Lage mit Bedacht.
An runden Tischen mit Langustenbeinen sitzen die Mädchen, ihre gepunkteten Leiber Marienkäfer, zu feige, die Flügel zu blähen, ihr Kichern bricht sich im Hochglanz von Spiegeln, die Augen gebannt von der Welt in der Hand. Die Haare sind Lippen, verschlossen, ein Blick aus der Ferne benetzt ihr Chitin. Vom Saft reifer Linden beschmutzt steht der Van hell im Licht, so klebrig ist Haut zwischen Schenkeln. Die Zeit: kurz nach Sechs.
In der Löwennische, wo die Mähnen geworfen, die Muskeln gestreckt, ganze Welten erst werden, wo auf Tische geschlagen, in die Ferne gebrüllt wird, stets spitzer brilliert.
Bis ins innerste Wesen, in die Tiefe hinab, jeder Schwindel ist Schwäche, nur das Größte gewinnt, schon der Zweite ist Letzter, und die Pause der Tod.
In den Nischen der Löwen sucht die Möwe kein Brot.
Ein einfaches, starkes Gestell. Rechte Winkel und Streben, verankert, versteift, aufgeständert. Gleich hinter dem Vorhang wird Tag langsam hell. Das Licht läßt den Staub für mich tanzen, die Luft trägt Momente nach vorn, meinen Ärger, die Angst, Enttäuschung und winterlich zahnloser Zorn. Auf der Treppe verlor ich den Hut. Glatte Sohlen aus Leder, auf Holz ausgeglitten. Die Scheiben der Fenster voll Dreck. Die Schenkel sind zwei Parallelen, Tangenten im Dreiecksproblem. Ein Gerüst aus gespleißter Zypresse. Ein Mut aus gestoßener Zeit. Lebewohl an der Theke, eine Zeitung, ein Glas, in Europa wird abends gegessen, im Norden versinkt kaltes Land. Ich habe den Staub aufgefressen, den Magen voll saurer Enzyme. Das weiß leinern Kind verschmähte gelassen die sanftmütig lockende Hand.
Ich habe den Staub aus der Ferne gerochen, Geschmack voller Wildheit, so roh. Ich habe die Spitze aus Glas aufgebrochen, Ampulle, Amphore, Geliebte – wieso?
Ich stand mit den Füßen auf Stein. Habe Halt vor den Winden gefunden. Das Gift drang tief in mich ein. Habe Angst nachts und Leere empfunden.
Ich war, wäre alles ganz anders, war nicht, weil alles so war. Nur Einer ist unter den Vielen, der kann das, die Eine, alleine, niemals.
Ich habe den Klang eines Aufbruchs im Ohr, das Blöken der Lämmer, die Schur. Ich habe im Blick noch den Einen. Der schwor: seine Muskeln, der Schnitt, die Tonsur!
Ich lag auf dem Rücken im Sand. Habe Licht mit der Haut aufgesogen. Der Himmel war in meiner Hand. Jedes Wort hat mir Pracht vorgelogen.
Ich bin, denn alles ist immer, nichts ist nie, niemand ist nur allein. Niemals hilft dieser ewige Schimmer, dem Moment eingeschrieben zu sein.
Ich habe den Staub eingeatmet. Das Kratzen im Hals hielt ich aus. Das Fremde hat mir nicht geschadet. Ich bin unterwegs nach zu Haus.
„Den Mut, glattweg 'Nein!' zu sagen, hab' ich nie aufgebracht,“ seufzte der Mann in dem dicken Wintermantel neben mir, „und ich hab's jetzt gut vierzig Jahre probiert.“ Ich beäugte ihn genauer, denn er schien mir, was sein Alter betraf, ein wenig zu flunkern. Er schaute zurück und versuchte sich an einem Lächeln. Nett, einfach, direkt und vor allem wohlwollend. Ich bin der Typ Frau, den ältere Männer sehr gerne so anlächeln. Vielleicht erhoffen sie sich ja etwas davon, meine Nachsicht oder mehr. „Die ersten Lebensjahre natürlich noch nicht,“ korrigierte er eifrig seine reichlich roh und optimistisch gezeichnete Timeline.… → weiterlesen
Der Patient ist komatös geworden. Hitzewallungen gen Norden, Licht, das hinterm Horizont die Kaltfront schaudernd ahnen läßt, der Rest ist Chaos auf den Monitoren, klaglos brütet der Erfindergeist in leeren Flaschen, durch die feinen Maschen ist der Räuber in den Fang gerutscht, Residuum regiert, das enge Schicksal kämpft noch irgendwo.
Es war der Oleanderduft, Melisse, Wein und Thymian, das heiße Gras, die Haut auf seinen Händen, harter Dreck unter den Fingernägeln, war das wilde Jucken auf den Armen, Haare fielen vor die Augen, Nase brannte und am Kinn tat eine frische Narbe häßlich weh, ich seh' noch seine Augen, spüre nach dem Druck im Rücken, weich und warm und ewig schön.
Die Kanten haben sich im Lauf der Zeit zu runden Schultern abgeschliffen, unter einem gleichen Himmel führt die Bahn der matten Sonne quer dahin, ein Schattenmeer, das auf sie wartet, Schründe in den Fels gezerrt, sie beißen, nachts kann kaum der Mond ihr Trost austeilen, leise geht er morgens fort.
Es waren seine Schritte, viel zu leicht, um auf dem heiß gespannten Trommelfell des Gartens mir den Takt der nackten Sohlen einzuprägen, meine Lippen zu berühren, deren Angst sich unter Fingerspitzen barg, fast wäre meine Schwere federleicht im Klang der braungebrannten Füße aufgehoben, sagen konnte ich das nie.
Der Graph zeigt Zacken, Wendepunkte, stürzt im monotonen Fall unlimitiert, es blinkt am Rand, ein schriller Ton, das Kreischen einer falschen Zeit, der Riß durch eine morsche Decke, das Gewebe gibt am Ende seufzend nach.
Ich ziehe mich kurz an. Der Tag, an dem die Milch nicht kam: ein schöner Tag, die Sonne stand inmitten eines blauen Himmels, der Horizont so weich geweitet, kaum Streifen oben in der Stratosphäre, als wäre wieder alles wie zuvor. Am Tor hat dieser Wagen schon gewartet, sein leises Tuckern störte kaum, gedämpft, wie immer, wenn sie morden, das Stampfen der Maschine unterm Blech, vielleicht war der zu frech, der Ihnen kalten Kaffee in die Spüle goß, wer weiß?
Im Radio nur gute Laune, selbst der Hund hat mit dem kurz kopierten Schwanz gewedelt, der fridgerator leise vor sich hin vibriert. Sie hörten fast den Tritt, das Klirren alter Gläser, das edlere Kristall, die mit der selbst gekochten Marmelade, verschwitzt im Morgengrauen aufgewacht, inmitten grinsend schwarzer Nacht ein Pochen scharf im Hals. Und doch!
Sie fühlten sich leicht irritiert. Und daß es roch, nach Holz, nach warmem Wachs auf blanken Dielen, nach Staub, nach Putz, nach Gips und dem Parfüm, das eigentlich zu teuer war. Sie liebten diesen Tag, den mag sogar der Bürger tief in ihnen nicht aussparen. Sie waren damals jung, fast noch am Leben. Doch jetzt, da wollen Sie es ganz präzis? Genug!
Ich will Sie zärtlich an die süße Luft erinnern, die Wärme, die von draußen durch die Fenster kroch, die nahm ein wenig von der Angst, vom dummen Staunen, daß es diesmal niemand anderes als Sie betraf. Ich will an den Moment gemahnen, als Sie schon ahnen mußten, was geschah. Sie blieben stumm, erstarrt, vor Aufregung ganz tadellos, gestreckt, bloß, daß es Ihnen gar nichts half. Ich will das nicht betonen, aber, ja, sie zwingen mich.
Sie haben kreuz und quer gelesen, nicht ich. Sie standen zitternd an der Bahn, ich lief, die Mütze auf dem Haar klug balanciert und lachend auf der Plattform hin und her. Sie waren der, der Ängste hegte, der Zaghafte, der Zittermann. Ich stand vor Ihnen, aufgeregt, ich nahm mir Zeit, und Sie den Blick.
Ich denke selten an den Tag zurück. Nur Sie vergessen ihn nicht mehr. Wie schwer es Ihnen fällt, die Welt für einen winzigen Moment ganz hinter sich zu lassen. Sie hassen diese Wendung, winden sich vor Schmerz. Mein Herz ist Ihnen gut und zugewandt, doch ihre Hand hat mich nie aufgehoben.
Sie wollen es verdichtet? Gut!
Ich bin bereit. Die Zeit wird uns beweisen, wer verloren und wer wieder aufgefunden war. Wie wahr, daß alle Wunden stets aufbrechen, daß jener letzte Fährmann jeden Taler dreht, der letzte Knecht die kleinsten Taten zählt, der Meister endlich wiegt und richtet.
Sie wollen es verdichtet. Gut!
Ich mochte Ihren Mut, mir selbst, kam er abhanden, mir genügte, anzuschauen, daß sie fanden, meine Worte reichten knapp.
Sie wollten mich, ich kam! Doch Sie verschmähten mich, ein tödliches Verbrechen, nicht? Ich äußere mein Mißbehagen, und gehe schweigend wieder ab.
So ist die Sicht vom Elfenturm: weit! Weithin! Weiträumig! Weiterhin so frei! Das, worum sich weiche Würmer krümmen, blieb unterwärts, verhohlen und versteckt. Das Porzellan der leisen Zwiegespräche klirrte so zart auf Ebenholz und in der Hand. Ein Wind, der über ferne Länder flog, kräuselte Stirne knapp vor Ort: ein Trost! Der Tritt ganzer Armeen war gebändigt. Im Unterholz schmatzte feist satt der Mund. Nur langsam floh das Licht den Tag, der immerwährend schien, erkaltete. Die Runzeln auf der Maske aber blieben hart, die Finger, die nach Fensterflügeln griffen, umschloß ein Ring. Der Schrank verbarg zu lange schon das Federbett. Luft nun! Die Nacht macht auch die Elfen grau, in ihrem Turm und beim Gebet. Aufbruch! Mit Fackeln kam es laut zum Tor, hat nicht gefragt, sondern gepocht. Horch! Schon haben sich die Kissen schroff gezeigt, die Morgenröte half, ein schwacher Glanz aus Elfenstaub, der auf den Dingen blieb.
Jetzt kommen die Menschen wieder nach Haus. Väter in Mänteln stapfen tapfer daher, Mütter wischen die Nasen, Hälse in Wolle gewickelt, wärmen die Hände, das Blut. Jetzt wird heimlich geweint, das Auge paßt auf, falls Stimmen den samtenen Zungen entgleiten. Blicke suchen den Rückweg, Einfaches nur, es blitzen die Flächen aus Glas und aus Holz. Jetzt kreist man um sich, um die heilige Form. Gewißheit verschweißt das, was brüchig erschien. Jetzt fallen die Läden so schwer wie aus Stahl, zwischen Steinen verscharrt, ein weiteres Mal.
Am Amalgam ist abgeglitten, aber Hallo, doch bloß wie nur, so ganz gleich außerordentlich, auch wenn zum Arzt hinauf gelächelt, dem Burschen, dessen Grinsen ist aus Gold, weil da privat wird liquidiert, ihm nicht gegönnt, doch geil, wie er mir sagt, wie er mir stolz erklärt, es riecht so gut um ihn, und seine Hilfe ist sehr hübsch, und seinen Fingern gehört gleich meine Gier so ganz, und meine Schenkel sind dreist fast gespreizt, das Wasser ist gut warm in dem Gefäß da neben mir, und wie ich dann so schreite froh davon, der Kostenplan ist so egal, und meine Angst lebt in mir, wieder froh, wie auch der Zahn, der bockt, so bodenlos, und dennoch auch beruhigt.
Darum schaue ich nicht hinter Schränke, und lese nicht Briefe, ich stöbere nicht in den Ritzen der Dielen, im Keller, im Staub und im gnädigen Dreck.
Ich weiß ja, ich weiß es, ich weiß es genau, es ist weg, entsetzlich verschwunden, verloren, verlegt, abgeworfen und stumm, in erstickende Tücher finster gebunden, vergraben, verscharrt, Hauptsache: weg!
Darum sterbe ich manchmal, bei Licht und am Tag, vertrocknet aus Sehnsucht, daß mich keiner mag.
Darum denke ich es, denk' es nie, nur ganz selten, nur manchmal ein mach mal, ein mach doch, ein mach es, für immer, für mich, für ich weiß nicht, warum, für ich weiß nichts, zuletzt.
Ich liege als Licht, sanft hoch auf den Hängen, bin Abend für Müdigkeit, Lehne der Last. Bin das Gold, zwischen Krumen gerollt, wenn die Schritte heimwärts leise klingen, wenn gilt, was den Knospen entspringt.
Ich liege als Ruhe, fest unter Händen, bin Lager und Fluchtburg, Otte für den, der das Weiß meiner Glieder durchdringt, der süß ihnen singt von dem, was er weiß.
Ich liege als Mitte, vor anderem heil, bin Erste, bin in mir, und du bist mein Rand, ich liege, verloren, verliebt und vergeben.
Keine Flucht, oder doch, rasch nur weg, einfach werden, stumm, hinter Wänden zu enden, Gedanken aus Stahl, gekrümmt, kaum ein Halt für die zitternden Finger.
Stakkato aus Glätte, ich hätte nicht eine Minute noch länger gekonnt, die Dunkelheit kommt, jeder sieht, wo er bleibt, alles flieht, weit wird Welt erst da hinten, nicht hier.
Blicke trügen, Atem lügt, Angst fliegt vor dir her die Gassen der Hast in Eile zurück, die Zeilen und Spuren, verlorenes Glück, vergossene Kraft, erlahmt, angewidert, verschlissen, verkauft.
Kalte Luftschichten hindern das Licht, der Tag stirbt noch nicht, die Rundung der Erde dehnt sich noch ein Stück und die Blätter der eisigen Zeit winken dir.
Auf Stein reiben Reifen ihre Stimmen zu Wind, geschwind wollen alle aus Vollem sich holen, die drohende Leere verleiht ihren Flügeln die kränkliche Schwere strauchelnder Schritte am Rand.
Meine Hand zielt vorwärts, mein Herz will mir helfen, meine Haut spielt verrückt, meine Augen gewöhnen sich nie an das Dämmern zur Nacht, ich gab
ihrer Schwärze laut lachend die Macht, mich zu schrecken, ich weckte mich auf, aus der Wärme des Inneren, zögernd mit Technik und Gliedern aus Blei.
Sie rasen nach Haus, sie schneiden den Weg, verlieren die Fassung, vergessen Gesetze, verzieren die Himmel mit Bahnen aus Nichts, die Fahnen und Wimpel
erobern sich Heime, ihres Gottes Gebot folgt der Strom der Partikel, dem Ende entgegen getrieben, dem Mal ihres Kains, gnadenlos wartet die Endlosigkeit.
Viel war es nicht, nicht wirklich etwas, doch gar nichts wohl kaum, ich schwebte als Flaum durch den Rauch einer Pfeife, dem Sieger ein Preis, als Flehende Lohn,
zwischenzeitlich geatmet, verlegt, zum Klang kalter Boxen im Bett sich gedreht.
Nichts war es nicht, wohl eher gering, ein Quentchen und mehr, ich kam stumm daher mit den bitteren Muskeln, fliehend noch heiß, zum gesprenkelten Thron
gehetzt und gehoben, erlegt, zum Drang vieler Worte das Ohr sich gewährt.
Alles nur ein Nichts, die Leere gefüllt, Schein fern im Rund, leicht geöffnet der Mund, ich lag auf der Kippe, Lügen umkreisten mit zornigem Hohn
einen Traum, fort geweht, empfangen, getan, besiegelter Pakt mit der schlafenden Hand.
Daß es eine Kunst sei, von Ruhe zu reden, mitten im Sturm, das Grelle zu werfen an die weißliche Wand, von Lust an den Leibern den Müden zu künden, von Geld just den Armen und von Brot noch im Tod.… → weiterlesen
Beim Erwachen schon war mir komisch. Die Ruhe schien schlimm. Ich hörte Staub auf den Feldern über Stoppeln und Gräser scheuern, Blätter an den Ästen sich aneinander reiben, die Luft darüber stehen. Ein Flattern von Flügeln und wilde Wasser, die sich selbst nur lieben.
Ein Reicher saß unten frech in der Küche, seine Schuhe blitzblank, die Krawatte gelockert, er zählte die Tassen und Gläser im Schrank, wie Leichen lag Besteck in grünlichem Samt vor ihm auf dem Tisch.
Ich machte ihn unruhig, sein Blick wanderte flackernd eilig umher, zwischen mir und der Tür und dem Fenster, vor dem draußen im Hof sein Wagen wartete, leise lief der Motor, groß, lang und schwer, die Fenster geschwärzt, das Blech wie ein schützender Panzer um die Räder geschwungen.
Keine Angst, sagte ich, und er nickte, ich setzte uns Wasser auf, tat unbefangen und lächelte ihn an, war nett, er wurde fast zutraulich, und ja, sagte ich, auch ich sei reich, er müsse vor mir keine Angst haben, und er atmete auf, man habe, gestand er mir, ihm glaubhaft versichert, es gäbe auf der Welt keine Armen mehr, die er zu fürchten habe.
Wie schön, sagte ich, das Universum sei demnach gerettet, aber ja, stimmte er eifrig mir zu, an der Zeit wäre es schon lange gewesen.
Wer ihn führe, wollte ich von ihm wissen, er zuckte die Schultern, sah mich an, stumm und fordernd, die wächserne Hand auf den Gabeln, wie Geld, wenn es schläft, ganz beruhigt, unter sich.
Ich schaute ihm nach, als er mich verließ.
Das Licht der einsamen Sonne schien fröhlich und klar. Ein Rabe verfolgte die Amseln am Ufer, in den Wiesen lag Nebel, und der Hund wühlte japsend im Dreck. Frischer Wind kam von Westen, die Stalltüren schlugen, und mir wurde kalt.
Im Gleichen verschieden gewesen, gedacht wie getan. Gestanden gelegen, gehört und geglaubt, geheißen, gut, ganz anders, alias, gelobt, fast gewollt. Gewesen, gewandelt, geworden, getreu und gewohnt. Geliebt, ging gleich gar nicht, gelogen, daher. Gemüt, gerne größer, gefühlt, gründlich sehr, getobt, getänzelt, gemocht, gar gehandelt, getrieben, und dann, dann nicht mehr.
Ich kaufte mir sprechende Füße, Sandalen dazu, das Fußbett aus Kautschuk und kalte Brandsohlen, gegerbt aus den Häuten fast haarlos gezogener Riesenfaultiere, gewiß fair gehandelt, versicherte mir der Verkäufer, dem Stimmbruch nicht fern.
Ich tanzte mit einem, der hatte es gern, wenn das Licht von der Bar mein Haar wie Versprechen nach mehr oder Seide durchdrang. Ich liebte das auch. Eine Frau am Klavier sang bis dreiviertel Vier. Ich schlief gleich im Taxi fest ein.
Am Fluß, auf der Brücke, steh stumm am Geländer, spring wieder nicht rein, hasse die Näße und klamme Klamotten, in den Ästen der Bäume am anderen Ufer hocken die Krähen, die spotten der Welt, wie dem Zaudern, die Schnäbel aus Glimmer und Kohle, das Wasser vermischt alle Schatten mit Licht.
Die Füße sprachen am Ende doch nicht!
Die Riemen beim Schlendern zerrissen. Das Leder am Rand schon nach Tagen verschlissen. Die Farbe gewöhnungsbedürftig. Das Profil unterwärts? Bloß ein Witz! Beim Treten schmerzt jeder Absatz, der erste war nach einer Woche schon schief.
Ich lief ein Stück weiter, meine Stimmung war keineswegs heiter, aber laut klang es doch, was ich statt meiner Füße, den Stummen, dem Himmel nach oben zu rief.
Der halberweltlich angemeldet preist im Chor das Andere, das ganz und gar, dagegen aber nimmer wahr gewesen sei, worüber seinerzeit gelacht, gespannt gemacht, Glück angehäuft, so läuft es mit den Leuten, immerzu dem Sack vorher, am Ende stände Trösten zu Programm, da kann der Mann sich weisen, gut, nicht eine Träne, Lust, am Hut die Feder wippt, kippt uns den Weltenlauf hinein, inmitten der Caldera fließt das Blut, aus jeder Wunde, schön. Wir müssen geh'n!
Unsere Heldin lernt während des Frühstücks eine Menge über die Beziehung Ansgars zu seinen Vater Moritz, zwischen denen nicht alles zum Besten zu stehen scheint, betätig sich als Köchin und Moderatorin und schaut sich anschließend in der Werkstatt ein wenig um, die ihr sehr gefällt. Danach trennt sie sich, obwohl beiderseits durchaus Interesse an einem erneuten Wiedersehen bestehen dürfte, eher unverbindlich von Ansgar und fährt heim.
Klack, macht es hinten im Saal, die gelbe Tür zum Flur springt auf, schlägt dort hart gegen die Wand, und herein fliegt Ansgar, eine Tüte Brötchen in der Hand und einen nicht allzu begeisterten Ausdruck im Gesicht, als er erkennt, mit wem ich vorne am Tisch sitze, und sicherlich noch weniger davon angetan, wie ich dabei angezogen oder genauer nicht angezogen bin. Auch mein Gegenüber wirkt nicht sonderlich erfreut über das plötzliche Eintreffen seines Sohnes, bewahrt aber erfolgreicher als dieser seine Haltung, nicht zuletzt, weil er im Gegensatz zu ihm damit hat rechnen können. Natürlich treten sie beide fast auf der Stelle gegeneinander an, aber sie tun es jeder auf seine eigene Weise, so daß ich mich zunächst keineswegs entscheiden kann, welche davon mir besser gefällt.… → weiterlesen
Am nächsten Morgen taucht überraschend Moritz, Ansgars Vater, auf, den unsere Heldin zunächst fälschlich für seinen Sohn hält und sich ihm daher auf eine ungewöhnlich freizügige Weise zeigt, was diesen zwar höchst erfreut, sie selbst aber, als sie ihren Irrtum schließlich bemerkt, recht heftig verwirrt. Sie findet jedoch bald einen gewissen Gefallen an Moritz und beginnt, mit diesem ein wenig zu flirten, was bei ihm auf wohlwollende Aufnahme stößt, so daß sie es trotz eines den eigenwilligen Umständen geschuldeten Handicaps betreffs flüssiger Konversation schafft, ihm während eines gemeinsamen Frühstücks in mancher Beziehung näher zu kommen, auch wenn sie das nicht für allzu klug erachtet.
Mir ist warm. Die Hitze des neuen Tages krabbelt wie mit winzigen Käferbeinen unschlüssig über mich hinweg und sticht in jede Falte meiner Haut und meines Gemüts. Seit Minuten verfolge ich dieses Tun gebannt und bilde mir fröhlich ein, es seien die eifrigen Finger eines Geliebten, der nur eines im Sinn hat, es mir rundum wohlergehen zu lassen. Doch in Wahrheit ist es bloß die Umarmung eines Lakens, in das ich mich fest eingerollt habe wie eine Mumie für die lange Reise durch die kalte Ewigkeit des Todes.… → weiterlesen
Nichts wird bleiben oder wieder werden warten oder sein genau wie jetzt Alles wird sich anders zeigen außerordentlich geändert und versetzt Ich ertrag' es nicht es macht mich kirre winzig klein und wild Ich will doch nur in Ruhe sein mitten drin im stillen Bild Ich bleibe stehen wie erstarrt und hasse meine eig'ne Art
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