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Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
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Vatermörder→ Zorn  → Songs

Nimmer reite ich diesen Schimmel
Wie er wiehert dieser Wicht
Heiß immer treibe ich die Leiber
Rappen, die prallen gegen Rippen
Füchse fallen unter mich.

Goldmarie hat Milch gegeben
Blass bemäntelt Bargeld Welt.

Toll wie Traumeleins Trompeten
Strophen unter meinen Melodien sind
Spielst du spitz meine Spaltenoper
Hohl wie nur Sonate klingt?

Im Becher bricht sich Brandung
Das Eismeer leistet jeden Eid
Der Gläubiger glaubt Größe
Der Däumeling ist dumm und dräut.

Ich kann die Kleinheit nicht ertragen
Die ihre Finger filigran verflicht.

Warum kann mir kein Wort es sagen
Ob ich wohl lebe oder nicht?

Ich tanze mit dem, der mich tadelt
Ich liege dem, der lügt, gespreizt
Ich adele, wer alt mir scheinen kann
Ich weine, eiskalt ausgereizt.

Und alle Hoffnung hat sich eingeschworen
Auf jede Pracht rund um den Mummenschanz
Ich rechnete mit den Piloten
Wie grausam gar ihr Aufprall war.

Nun schlaf, mein Kind, es schläft sich bestens
Zwischen den Schenkeln lauert Tod
Da sind die Kissen, Gold des Westens
Und auch ein Vater in der Not.

#1 of 1634      [Backlink]      Posted at Monday  08.03.2010 22:28      © by SuMuze
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Die Früchte der Lüste→ Gier  → Songs

Da hat er mir den Mann gemacht : das fand ich : wunder schön
Zog kurz an mir, ich gab ihm nach : ich wollte ganz : nur sein
Riß an der Tür, die Tür ging sacht : er stand auf : mich zu sehn
Dann haben wir uns angelacht : komm laß uns gehn : gleich heim

Dort hab ich ihm Kaffee gemacht : früh um sechs : er im Bad
Hab am Gerät herumgemacht : habe geträumt : wie's war
Ich hab ihn noch in mir gehabt : tief und leis : zart und hart
Der Dampf hat meine Hand gefaßt : ich seinen Mund : er's Haar

Dann haben wir Frühstück gemacht : er hielt mich : ich's Croissant
Hab über ihn still nachgedacht : er war es mir : und doch
Gab gar nicht auf die Stimme Acht : die machte : falschen Ton
Fand Gründe für und aus der Nacht : ob ich ihn gern : gemocht

Da habe ich mich umgebracht : wollte nicht : weiter sein
Hab in das Tageslicht gelacht : das machte mich : so schwer
Kreiste hinab in einen Sog : sind Tränen : immer klein
Niemand der mir das sagte und : ich fragte nicht : nach mehr

Da habe ich es gut gewußt : ich bin : in mir
Das hat mir Trost gebracht : ich war es : und nicht er

#2 of 1634      [Backlink]      Posted at Monday  08.03.2010 22:03      © by SuMuze
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Tage im Vormärz→ Alltag  → Songs

Ich habe jetzt der Welt entsagt.
An einem Dienstag,
ich glaube, es geschah so gegen Neun.
Den Morgen
hat mich der Zahnarzt malträtiert,
ein wahrer Sadomeister,
wie er die Spritzen setzt,
den Bohrer führt,
sein Knie fest gegen meinen Schenkel,
o großer Herr, ich dein,
mein Zahnfleisch beugt sich
willig deinem Daumen,
wisch mir die Tränen vom Gesicht,
ich wehre mich
und weiche nicht,
ich zahle gleich am Ausgang.
Am Nachmittag bin ich sehr süß.
Die Winterhaare
wehen hell im Wind,
die roten Wangen rosig,
die Augen immer noch getrübt,
ein Zittern rund um meinen Mund,
Schmerz und Ergebung,
Kind.
Im Fleischerfachgeschäft
bin ich als Erste dran,
das Mannsvolk
in der Schlange murrt nicht sehr,
die Frau mit ihren dicken Oberarmen,
die tote Tiere an die Kundschaft gibt,
schenkt mir ihr schönstes Lächeln,
ein warmes, schweres,
voll Verzicht.
Niemand schenkt ihr ein Schöneres,
unter dem langen Kittel
spannt sich ein arbeitsloser Bauch.
Der Abend hat der Lust gehört,
zwei Hundert Zeilen
weiter in dem Buch,
das mir
buchstäblich
auf dem Magen liegt,
mein Rücken lag derweilen
rücklings das Laken platt,
und meine Lippen küssten kalten Saft.
Nachts floh dann meine Macht von dannen,
ist mir im Schlaf
zum Fensterspalt hinaus entwichen,
ich habe mich um Mitternacht,
so schlecht war mir,
des Saftes wegen
und wegen meines Schlechtgewissens,
wie eine arme Sünderin
die Treppe hoch geschlichen,
und klopfte bei den Nachbarn an.
Die Tür zu meinen Nächsten
blieb verschlossen.
Nun bin ich ganz allein.
Ich schreibe auf,
wer in der Einbahnstraße,
die unten vorm Café,
in dem ich unauffällig
wütend Kuchen esse,
der mir nach Kunstaroma schmeckt,
oh weh, was wird mein Magen rebellieren,
die falsche Brille trägt.
Ein Islamist mit Frau und Kind,
am Handgelenk ein braunes Täschchen,
zeigt sich da keck im Tageslicht.
Zwei Hunde liegen neben einem Jungen,
und dessen niedliches Gesicht
ist arg mit Dreck verschmiert,
zwei Mädchen schauen hin
und wieder weg.
Ein Rechnungsprüfer
mißt Abstände von Tür zu Tür.
Ich möchte gern in Bari sein,
das ist das Meer in Ewigkeit.
Da säße ich und läse Zeitung,
ich kann gut rückwärts lesen,
auch schwimmen kann ich gut.
Ich habe feine Härchen auf den Armen.
Der Kellnerin steht, wie sie geht,
doch was sie anzieht, nicht.
Die Erde bebt jetzt überall,
und Währungen geraten in ein Wanken,
daß unsereins ganz bange wird.
Mein Geld läg sicher bei der Bank,
hat mir die Frau gesagt,
in deren dunkelblauem Wollkostüm
ich keine Worte fände,
weil Mobbing droht,
Kollegenschelte
oder ein Boss,
der drunter greift.
Ich muß mein Auto
in die Werkstatt bringen,
und diesmal
gehe ich zur Wahl,
ich will's jetzt endlich wissen.
Zwei Tische weiter sitzt ein Mann,
der hätte gerne Sex mit mir,
oder der Kellnerin.
Er schaut uns beide
aus sanften Augen unentschlossen an.
Die aber steht auf einen,
der hat gleich zwei verschönte Damen
an seinem vollgepackten Tisch,
und kaut auf seinen Lippen.
Die Eine trägt sich rot,
die Andere in Grau, er aber blau.
Ich traue keinem Kettenkarussel,
ich reise gern auf Flugzeugträgern.
Mein Stern geht auf,
ich bin im Safe die Katze,
nur weiß ich's nicht.
Niemand hat mir gesagt,
woher der Strahl mich trifft.
Ich rufe nach Bedienung.
Die Rechnung kommt zu spät.

#3 of 1634      [Backlink]      Posted at Saturday  06.03.2010 18:25      © by SuMuze
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Die Regentänzerin→ Großstadt  → Songs
Rinnt Wasser durch die Regenrinne
vom Dach herab durch dünnes Blech,
fängt sich als wächsern harte Finne
in einem reglos staunenden Gesicht.
Ein Fischkopf, runde Löcher gucken,
die nassen Haaren sind wie Schuppen,
die Fingernägel spitz wie Stein,
so schwemmt es sich zu mir herein.
Der Mantel wird zur steifen Rüstung,
die Ledertasche blanker Schild,
die Knie reiben Strümpfe wund,
aus deren Schlauch ihr Schenkel quillt.
Ich kannte sie, da war sie Tanz,
Musik, Entzücken, wild und schön,
jetzt kränkelt leicht ihr Sonnenkranz,
im Blick ist Müdigkeit zu sehen.
Die bist die Kleine mit dem Beutel,
den krummen Beinen und dem Zeh,
der niemals ganz verheilen wollte.
Sie lacht. Mir tut der Fuß fast weh.
Jetzt bin ich groß, mein Zeh gesund,
und niemand redet meine Waden
aus Neid auf meine Ecken rund.
Sie lacht und schaut sich um im Wagen.
Und jetzt steht dir die Welt weit offen?
Der Mund zeigt spöttisch Zähne,
doch deren Ton ist schlecht getroffen,
zu kraftlos klingt die Häme.
Jetzt lebe ich in meinem Kreis,
und rümpfe meine Nase nur,
wenn ich nichts Besseres mir weiß.
Sie lächelt, ja, du bist gern stur,
Regentin ohne Land und Lehen.
Sie freut sich, wenn sie beißen kann,
an ihren Knöcheln kann ich's sehen.
Und gibt es jetzt da einen Mann,
der in sein Schatzkästlein hinein
die Gemme senkt, die stets blass scheint?
Sie ist noch immer gern gemein,
ich bin es nicht, um die sie weint.
Auch sie war jung, auch sie ein Kind,
mit Blitz und Donner unter Kissen.
Seltsam, daß wir aus einer Lehre sind,
die gleiche Gier, und kein Gewissen.
Der gleiche Silberschmuck als Haut,
aus einem Guß, geschmeidig,
sie war für den Moment gebaut,
nur wenn sie strahlte, bei sich.
Dann schlug sie aus dem Stand Gewinn,
gab jedem Schritt Geschwindigkeit,
lieh jeder halben Drehung Glanz,
war ein Komet für kurze Zeit.
Mich packt im Hals die Stolperangst,
bin hier im Stehen eingenickt,
die Gossen längs der Straße sind
mit kalten Träumen eingedickt.
#4 of 1634      [Backlink]      Posted at Wednesday  03.03.2010 00:06      © by SuMuze
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Kritischer Rationalismus→ Lügen  → Songs

Ich glaube nicht, daß Wind das ist, was wild gepeitschte Bäume mir quer über leere Felder ins Gesicht her fächeln.
Ich glaube, daß du lügst, als wäre ich ein Kind, das sich ein Himmelsreich erbaut auf jedes dumme Glücksversprechen.

Ich glaube nicht, daß Wahrheit liegt in dem, was bunte Punkte mir aus Spannungspotentialen farbig schimmernd zeigen.
Ich glaube, deine Hand streift mit Bedacht mein Haar, weil meine Kräfte, werde ich liebkost, zum sanfter Werden neigen.

Ich glaube nicht, daß Schmerz mich heilt, den mir Erinnerung als Trost vom Scheitel zu den Zehen durch die Adern schickt.
Ich glaube, daß dein Bild sich eingebrannt hat, tief in die zarte Haut rund um mein Herz, damit es sieht, warum es weiter tickt.

Ich glaube nicht, daß Morgenlicht die Wunden aus der Nacht so schnell vergessen läßt.
Ich glaube an die hellen Tagesstunden. Dann sehe ich, wohin dein Schatten fällt.
Und wo du bist.

Ich glaube nicht, das drei mal vier nur zwölf ergibt.
Ich glaube an das Bäcker's Dutzend.Wie immer gibt es einen zu.
Und einen, der den Hunger schiebt.

Ich glaube nicht an ganze Sätze.
Ich höre nur auf's Wort.

#5 of 1634      [Backlink]      Posted at Monday  01.03.2010 10:43      © by SuMuze
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Mütterlich→ Family Days  → Songs

Als ich einst minderjährig war,
oh ja, da habe ich mich oft verführt,
und, Gott, ein jeder Zoll auf meiner Haut
war makellos und bleich.
Ich tanzte spät den Bruderkuß,
wenn kühl der Wind vom Tal hoch kam,
dem Schwesterfreund war ich,
was seine blassen Lippen murmelten,
und mehr.
Ich glaubte mich, ich war.
Ich habe auf dem Rasen vor dem Haus
dem Hund ins Ohr geschrieen,
was mir kein Mensch
gestattet hätte, es zu schreien.
Die Treppe hoch zu mir war schön.
Der Mond bemalte sie mit Glück.
Und manchmal, spät,
da saßen wir zusammen.
An das denke ich gern zurück.
In mir lebt niemand heut.
Ich lebe ganz allein.
Ich pflanze jetzt den Rasen,
auf dem ein Hund einmal
ein Mädchen weinen machen kann,
ich komme nicht dagegen an.
Ich plane jetzt die Treppe, die
von nackten Füßen sanft,
die neuen Schuhe in der Hand,
liebkost die Liebenden beschützt.
Ich stelle Gläser ins Regal.
Die Sonne scheint herein,
am Morgen und am Nachmittag,
und in der Nacht ist niemand nicht allein.
Ich habe Steine mir gesammelt,
die häufe ich als Wohnstatt auf.
Ich schaue südwärts,
blaue Wolken,
Dunst, Rauch zu Hauf.
Ich liebe Perfektion.
Ich kann die Kanten meiner
Unterschenkel gegen das Holz
der Beine unter diesem Tisch
fest reiben. Ja, es tut mir weh.
Ich lege meine Hand
rund um das Porzellan.
Bin immer minderjährig.
Und dennoch geht’s voran.

#6 of 1634      [Backlink]      Posted at Saturday  27.02.2010 16:54      © by SuMuze
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Golgatha→ Dunkelheit  → Songs

Es geht die Straße hoch am Hang,
sanft schwingt das Band sich auf,
in weiße Streifen eingezäunt,
von trocknen Steinen untermauert,
Staub unter dürren Büschen, Schmutz,
das Sonnenlicht wirft Pfützen
auf die schimmernd helle Windschutzscheibe,
die müden Augen meiden ihre Flächen wie die schwarze Pest.

Dahinter Kraft, die scheußlich riecht,
von Hitze aufgeweicht schmatzt
Asphalt naß an Reifendecken,
im Schädel zittert jedes Bild,
das haltlos an den Fenstern hängt,
der dünne Stoff des Kleides wirft
scharfe Falten in den Schweiß der Schenkel,
die stechen wie ein Dorngestrüpp im heißen Ledersitz.

Die Sünder werden nicht gekreuzigt.
Kein Publikum, das applaudiert.
Ein alter Mann, das Kainsmal auf der Stirn,
steht atemlos beiseite, schaut,
ein Trupp von Sportlern stürmt vorbei,
nach oben, dort, wo es nicht weiter geht.
Der Blick wird weit da und ergreift das Herz.
Man scheut nicht starke Worte für den wunderschönen Berg.

Das Weglose lockt die mit Mut,
Erfrischung den, der bleibt,
hier sind die Bäume ausgezählt,
Natur wird karg, die Menschen frei,
der Fels zeigt sich, der Herr der Welt,
auf dessen Schultern alles ruht,
fürstlich, wie jede Scharte seiner Klamm sich
wie der Schatten einer armen Seele aus der Tiefe aufwärts stemmt.

Ein wenig Ferne auf dem Gipfel,
die Luft kommt von weit her,
ein Meer aus lauten Ausschauhaltern,
aus grellem Blech, ein buntes Allerlei.
Man hat ein Kreuz aus Eisen
mit einem schmalen Dach errichtet,
auf einem runden Haufen aus Geröll,
damit der Stahlheiland nicht immer in den Himmel schaut.

Wir fahren auf nach Golgatha.
Kein Falsch liegt in den Tälern.

#7 of 1634      [Backlink]      Posted at Saturday  27.02.2010 16:52      © by SuMuze
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Verlorene Verliebte→ Love & Affection  → Songs

Zu Liegen, weich und dicht an dir,
ist mir Geometrie, ist Lieben,
wenn die Wirbel deines Haars,
im Spaß, im wilden Kinderjubel,
buntem Trubel meiner Lippen doch
sich noch an mich erinnern, kraus
war immer schon dein Haar, die Stirn,
wie gern sah ich den Schimmer,
fein am Abend, den vom Tag die Haut
noch barg, vertraut und hell, auf ewig schön.

Zu Weinen, nur aus Glück, ich gab
dir jedes Stück aus Meinem, nahm
von deinem Atem, rannte dir davon,
als Lohn für jede deiner Missetaten,
griff nach dir, schier unermüdlich,
stündlich segelt irgendwo ein Schiff,
verläßt ein Zug die graue Plattform,
voll von Hoffnung für den Rest
der Strecke auf den blanken Schienen,
denen jede Reisende ihr Schicksal anvertraut.

Zu Wimmern, weil nichts da wäre,
das die Leere nähme aus dem Zimmer,
mit den Fingern tasten nach den Kissen,
wissen, nichts wird dich mir wieder bringen,
Straßen nicht, nicht offener Himmel,
kein Gewimmel schneller Jets im blassen
Blau vereister Hoffnungslosigkeit,
der Schnitt der Zeit, das laute Klopfen
in der Burst, es sprengt sie fast,
voll Hast vergeß ich alles, was ich je gewußt.

Zu Suchen, gegen besser wissen,
das Vermissen ist ein Fluch,
der Schlaf ein weiser Segen,
der mich gegen alles schützen darf,
sein dünnes Leinentuch auf mir,
bin ich im hier nur kümmerlich,
doch oben, über allen Gärten
härten sich die Wurzelproben
meines Daseins unten, purpurn
fest dem Ansturm tief verhasster Einsamkeit.

Zu Bitten, sanft den Kopf zu beugen,
zu bezeugen, vor dem Dritten,
dessen Skepsis beißt wie Tod,
sein kaltes Wort beweisen, seine Thesis,
bis ans Ende aller Not, dem Regen,
der mich tränkt, den Händen, weich,
an denen doch mein Leben hängt,
der Wärme meiner Scham, dem Sehnen,
wenn er kam, ein sanfter Mörder,
seine Lippen hob mein Kuß aus dieser Welt.

Zu Liegen, wie ein Ja-Wort sich
dem Fordern anzuschmiegen,
Staub auf leeren Tischen,
zwischen Dreck und nassem Laub
kann ich sie hören, flinke Füße,
die so süße Träume beibeschwören,
von dem Wind, der Zweige schüttelt,
der mich rüttelt, wiegt, und blind
sind in dem Licht aus fremden Fenstern
die Gespenster meiner Ängste, beinah lächerlich.

Hier zu Liegen, endlos, immer, ohne Ziel,
ich fiel, verlor, du nicht, du Liebster,
liebst das Siegen, vor den Preis,
den deine Siege dir zutragen,
legte vieles, so wie ich, sich dir
vergeblich in den Weg. Ich singe,
leise, sorge, daß du nicht
zu früh in einen trüben Morgen
grausam
aus dem Schlaf erwachst.

#8 of 1634      [Backlink]      Posted at Wednesday  24.02.2010 00:22      © by SuMuze
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Die Straße der Copykrieger→ Moderne Zeiten  → Songs

Das Alter findet Jugend satt in Tanzlokalen,
die Jugend findet sich gefunden geil.
Die Armut sucht die Ehre sich in Goldmedaillen,
die Ehre sucht in Sucht das wahre Heil.

Das Wort spricht Münze für das nächste Erntedankfest,
die Münze spricht sich glatt im Zahlungsfluß.
Der Klang schafft sich die Nähe zu dem Ungesagten,
im Nächsten schafft sich Innerstes Verdruß.

Das Lob wird Peitsche für den ewig Ungelobten,
die Peitsche beißt sich liebend in den Schwanz.
Der Tod gibt letzte Zuflucht dem niemals Gelebten,
die Flucht der Strafen flicht den Dornenkranz.

Man munkelt Buchstaben statt Stäbe stramm vereint.
Der Tanz der Krüppel krönt die glänzendste Neuzeit.

#9 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  21.02.2010 20:40      © by SuMuze
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Liebe 2.0→ Avantgarde  → Songs

Liebe in Zeiten reglementierten Zugangs zum Kontextmenu.
Ah, Item 1, Datei editieren, ein Schatten liegt über dem Tal.
Die Rückstellungstaste wurde klug umbenannt.
Ah Ja! Break. Reset.
Jeder Packung Kondome liegen Handschellen bei.
Ein Querdenkregal bedeckt vor mir die Wand.
Nicht ein Buch wie das andere, nicht ein Satz, der um fällt.
Missionarischer Eifer im Doggie-Style. Hart.
Die Kehle der Lerche im Busch klingt nach Arnikaschmalz.
In der Küche die Frau mit Drittmittelanstellung.
Leises Surren, Motoren, eine neue CD.
Feststelltaste, der Penis so groß wie die Revolution.
Cranberrysaft, natives Olivenöl, kalt ausgepreßt, Akonit.
Auf Haut und auf Seide glänzt Abendlicht hold.
Im Wagen sprach er mir von Eucharistie.
Meine Lippen empfand er als göttlich.
Meine Ohrmuschel faßte sein Wort.
Verloren, Nußschale in brodelnder See.
Er sagte nicht Titten, nicht Ficken, er meinte es nur.
Aus Gold sind die Kabel zwischen Quelle und Laut.
Meine Einsamkeit quillt in sein Bett.
Autofeed. Impulsives und Raster. Und Zwischeneiszeit.
Der Taumel des Neuen war das Zittern zuvor.
Als sein Ich sich verlor auf der Suche nach Kissen.
Kalte Luft aus dem Outback, das Risiko pur.
Capablanca spielt Schach nur im türkischen Bad.
Ich zähle die Zeit, die das Glück ihm erläßt.
Die Zukunft ein Vater mit gütigen Händen.
Er aber greint in die Leere hinaus.
Item 2. Guided Undo. Das Backup bereit.
Die Angst vor dem Bit-Überlauf. Left Shift zwei!
Adressen Register für immer gelöscht.
Was tust du, wenn Adam beim Dammriß versagt?
Vor dem Herd ist Gutwilligkeit gerne gesehen.
Blaues Leinen, graue Wolle.
Der Wein aus mit Händen geformter Natur.
Das Geld macht dezent.
Das Flaggschiff der Jugend imponiert ganz enorm.
Gott schuf die Welt, der Profit zahlt ihn aus.
Die Liebe in Zeiten der Schnelligkeit rennt.

#10 of 1634      [Backlink]      Posted at Wednesday  17.02.2010 12:56      © by SuMuze
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Das kalte Herz→ Zorn  → Songs

Der wilde Lakenschweiß blüht auch im Winter,
sein Fruchtstand glänzt in Eis auch gut.
Die schroffen Kanten schmerzen auch im Schnee,
ihr Schnitt beißt auch ins Leben, ist es kalt.
Das reißt an dir wie Tau und Stricke,
darüber schwimmt im Grau dein Blut.
Krümm' dich nur hart, und streck' dich,
die nassen Zapfen stechen doch.

Und Summen tust du, wie ein Ofen, die Glut
in seinem Bauch erkennst du voller Lust.
Das Feuer, das dich in den Abend leitet,
prasselt in dir wie endlos angestaute Wut.
Ein wirres, quälendes Mäander deiner Taten,
Freske aus Gips hoch unter deiner Decke,
Kompendium aus Gier, ganz deine Brut.

Wenn endlich Sanftheit um die Glieder schwillt,
rollt sich in deinem Innersten bald zitternd aus,
was immer gleich in klirrend kaltem Frost
wie unter sengend heißer Sonne gilt.
Bist angeschirrt, bist aufgezäumt,
dem Geiferstand wohlfeil verraten.
Hast dich vergebens aufgebäumt,
im Nirgendwo ist dir geringster Trost.

Nichts kühlt die Hitze innerwärts.
Nichts, das es hält, das kalte Herz.

#11 of 1634      [Backlink]      Posted at Monday  15.02.2010 21:30      © by SuMuze
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Abendkind→ Avantgarde  → Songs

Ich kaufe mir Glück in den dampfenden Hallen,
wo lachendes Volk seine Waren ausbreitet,
jedes Teil voller Sorgfalt geformt.
Ich feilsche voll Lust mit den blitzenden Augen,
deren Blick wie die Seide der Kleider
die Mäntel der Börsen durchbricht.
Ich bin Konsumentin, mein Gefühl ist unendlich,
aus den Feldern der Welt steigt mir Trost.

Ich genieße den Reichtum der strahlenden Sonne,
die fließende Wärme der taumelnden Wolken
begleitet mein Leben mit Licht.
Ich atme die Blüten des Morgens, den Honig,
das flüsternde Wasser der Berge benetzt mir
die Zunge, kühl rinnt es zu Tal.
Ich bin Kind der Freude, mein Wort schmeichelt allen,
die Klarheit des Schattens spendet mir Lob.

Ich zähle die Stellen weit vorn vor dem Komma,
mein Kontostand führt für die Halme, die Blätter,
die Zweige, die Stämme genauestens Buch.
Ich gieße das Erz in die glühenden Meiler, ich häufe
Metalle, das lauernde Gold aus den Adern der Welt,
ihren Boden betrete ich ehrfürchtig sanft.
Ich bin in die Falten der Zukunft geboren, die Reinheit
in mir trägt mein ewiges Herz ihrem Ablauf treu ein.

Ich gehe von Kreuzung zu Kreuzung spazieren,
Laternen und Pflaster und steinerne Grenzen
behindern mein Fortkommen nicht.
Ich tanze auf Wiesen und auf schroffer Asche,
mein Fuß weiß den Weg, mein Auge, mein Ohr,
jeder Sinn ist stets bei mir und wach.
Ich bin auf den Gipfeln, meine Bahn ist der Kammweg,
mein Etmal ein Kreis aus Tangenten im All.

Zwischen Dornen liegt Brachland, verfaulendes Holz.
Mein Lächeln schwebt lindernd umher.

#12 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  14.02.2010 11:33      © by SuMuze
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Vom Zweifel→ Zweifel  → Songs

Wo sie nur bleibt – denkt er,
sie denkt nicht an ihn.
Was sie nur tut – fragt er,
sie fragt nicht nach ihm.

Er hält ihre Hand,
seine Finger sind fest.
Von den Lippen klingt
jedes Wort weich.

Wohin sie nur schaut – will er
wissen, sie zeigt es ihm nicht.
Warum sie nur schweigt – mahnt er
leise, sie sagt es ihm nicht.

Er dreht seine Stirn
nach dem Tageslicht hin.
Auf den Dächern liegt
immer noch Nacht.

Weshalb sie nur zweifelt,
er weiß es, er tut es, sie nicht.

Er wartet. Der Morgen tanzt
auf seinem Scheitel.
Der Staub in den Dielen
riecht kalt.

#13 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  14.02.2010 11:31      © by SuMuze
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Gäste im Haus→ Politik  → Songs

Die Teller hat der Koch nicht eigenhändig seinen Bratenschnitten unterlegen müssen.
Mariechens weiße Strümpfe starrten voller Flecke von der Rettichsahne am Buffet.
Im Keller kramte nicht der Hausherr nach der letzten Flasche Rotwein Languedoc.
Das neue Licht vorn an der Treppe half, daß nicht ein Gast sich seine Füße brach.
Zwischen die leisen Töne aus der Klarinette fiel nicht das Becken laut und schrill.
Zu Tisch aß man sich konzentriert durch jeden Gang, doch trank nicht allzu viel dabei.
Der unverhoffte Wind trieb dennoch nicht die letzten Enthusiasten in den Saal zurück.
Das Blaulicht in den Seitenstraßen ließ Tränen auf den Wangen nicht erkennen.
In seiner Rede ging der Ehrengast des Abends nicht auf die Ängste seiner Hörer ein.
Das Paar mit Fliege auf perlweißer Seide hat die Tür des Kinderzimmers nicht verschlossen.
Zum Abend lagen bleiche Sonnenstrahlen auf dem nicht ganz vollbelegten Tanzparkett.
In seinem Arbeitszimmer fand sich der Staatsanwalt nicht richtig von den Medien zitiert.
Die Mädchen mit den schlanken Gläsern und den schlanken Fesseln lachten nicht von selbst.
Vorm Hintereingang parkte ein Lieferwagen, dessen Fahrer nicht den Aschenbecher nahm.
Neben dem Flügel las ein nervöser Mann im Cut heut nicht zum ersten Mal in seinem Text.
Die Augen unten an der Straße sahen nicht beim Tanz den Schweiß auf bloßen Schultern.
Unter der Zimmerdecke kroch die Dunkelheit noch ein paar letzte Zentimeter weiter vor.

#14 of 1634      [Backlink]      Posted at Thursday  11.02.2010 18:22      © by SuMuze
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Der Bär ist in der Stadt→ Wildes  → Songs

Ein Bär ist durch die Stadt gegangen.
In seinem Fell hat frisches Blut geklebt.
Das Blut in bleichen Häuten hat gebebt.
An seinen Pranken haben Blicke sich
und vieles mehr wild angehangen.
Hinter den Fenstern hat man überlebt.
Ein Mann hat ihn zu Fuß verfolgt,
allein, sein Gang schien krumm.
Der brachte dann den Bären um.
Im ausgedünnten Abendlicht
verschwand der Mann mit seiner Schuld.
Die Menschen standen auf der Straße
und sprachen leise von dem Tage,
von Muskelkraft, von List und Jagd.
Und daß der Bär die Menschen hasse.
Und wie das Blut gerochen habe,
ganz ohne weiße Haut um sich.

#15 of 1634      [Backlink]      Posted at Tuesday  09.02.2010 13:59      © by SuMuze
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Hinter der Schlangenhaut→ Von Rändern  → Songs

Ich dämpfe meine Ohren, ganz vergeblich!
Vom Nebenraum her trifft mich jedes Wort.
Zu müde hinzusehen, fang ich den kleinsten Laut,
kann noch das kleinste Flüstern gut verstehen.
Und wie erst das Gebrüll, das mich kaum meint.
Ein Opfer in der Falle falschen Stolz'.

Ich stähle meine Muskeln, auch ein Flopp!
Was nützt mir alles Rennen, Treten der Pedale,
selbst wenn ich flink ins Wasser spränge,
ins Unterholz eintauchte, einem Wiesel gleich,
blieb ich verortet, angesiedelt, mein Weg verfolgt,
wie eine angeleimte Fliege auf Papier.

Ich schärfe meine Zweifel, welch ein Trug!
Kaum ist der eine ausgebildet, lähmt schon der nächste,
dem bald ein dritter höhnisch lachend folgt.
So hoch kann kein Gedanke klettern, so tief
dringt keine Einsicht vor, am Ende sich
zum Anfang nicht zurück zu sehnen.

Ich färbe meine Lippen, eitle List!
Schon hat sich meine Zunge frei gezeigt,
ich summe matte Farben in das Grau,
Schattierung, Dämmerung und fremdes Licht,
der Glanz auf meinen Fingernägeln
stammt nicht von mir, er ist geborgt.

Ich wärme meinen Leib, unstetes Feuer!
Er dient nur dem, der eigene Hitze hat,
und stiehlt sie mehr, als daß er gäbe,
zischelnde Esse, die das Eisen kühlt,
das gierig sich in ihre Flammen warf,
weil sie so hell und fröhlich lodern.

Ich neige meinen Kopf, die Geste trügt!
Ich strecke mich, ich wende meinen Hals,
ich kreise mit den gut geölten Hüften.
Ich atme flach und schweige auch,
zähle genauestens rundum die Blicke,
nicht ungeliebt zu sein, nicht ungewollt.

Ich träume für den Anderen, das Kind!
Verschiebe seine Murmeln heimlich,
glätte still die Schründe seiner Statt,
reinige das Laken seiner Nacht,
die Spuren seines Tages, Rast,
damit er ahnt, was ich ihm bin.

Ich falte Welten ineinander, Zeit!
Die eilt in schnellen Wagen vor mir her,
füllt Dunkelheit mit Überholtem, Beleuchtung
spendet bleichen Schein, verdoppelt und verdächtig.
Ein Wort, vor dem die lauten Worte innehalten,
ein Ruf, der seine Kraft dem Flüstern stahl.

Ich stricke mir ein Kleid, ein leichter Panzer!
Hinter dem Schild setz ich den Pfeil ins Ziel,
mit blanken Füßen Dreck zu spüren, Staub,
den auch ein Regen nicht mehr tränkt.
Das sind nur Fäden, die voller Mut beginnen,
lenkt meine Hand sie um den festen Stab.

Ich tänzele auf rohen Dielen, weißes Mädchen!
Unter den Zehen krümmt sich rot mein erstes Glück.
Das Rascheln unbekannter Schritte, Hast,
die in sich eingekehrte Sucht nach Mehr.
Lang fliegen meine Arme von mir fort, still
schaben meine Sohlen auf dem weichen Holz!

Ich wecke Kraft, die ich nicht selbst besitze!
Entrolle, was sich warm geborgen weiß.
Das sprudelt los, welch eine Freude,
im Lachen jubelt jeder Blitz
aus müden Augen wie ein Morgen,
der jede Nacht vergessen macht.

Ich welle mich, ein See aus Klarheit!
Unter den Lippen rührt sich Mut,
zwischen den Zähnen teilen sich
die ungegessen bitteren Früchte,
das Korn, das seine Stärke büßt,
wenn in der Hitze sich die Schale teilt.

Ich gieße Langsamkeiten aus, zum Urteil!
Zähle die Steine auf dem Weg,
und liege selbst auf Daunenkissen
gut zugedeckt, mein Schmunzeln singt
von tief versteckten Hindernissen,
vor denen meinen Beinen graut.

Ich liebte einen Mann, der seine Schätze zählte,
als streichelte er im Schlaf sanft seine Braut.
Weil sich mein Trachten seiner Lust vermählte,
hat er mir seine Silberlinge behutsam anvertraut.
Die legte ich auf reine Leinendecken, und zeigte
seinen Zwecken folgsam meine Schlangenhaut.

Im Ozean verschwinden Flüsse, der Himmel weint!
Zwischen den Gräbern alt gewordener Genüsse
verlieren endlos stumme Sätze ihren Lauf.
Nur Widerhall von Wasserstoff und Druck
in eisig kalten Gasplaneten. Und alle Laute
um mich her sind friedlich auf den Punkt vereint.

#16 of 1634      [Backlink]      Posted at Monday  08.02.2010 16:18      © by SuMuze
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Schneeschmelze in der Stadt→ Winter  → Songs

Jetzt in der Straße der Plejaden
Singen die Reifen von der Nacht
Die Kehrmaschinen schleifen
Grellbunte Lieferwagen
Frührentnerblues, Verliebtenstreit
Reste von Winter, schmutzig grau
Naßkalter Atem, kurzer Halt
Ein Ausverkauf im Himmelbett
Der kleine Mann glaubt gar zu gerne
Scheut wider Wissen, was er weiß
Viel mehr als sieben Plagen
Kennt jedes Land seit Alters her
Stahlbleche gaukeln Zukunft vor
Pilotenscheine schwingen mächtig
Expertenwissen läutert gut
Die Bäckersfrau aus Kasachstan
Hat ihren Laden ausgerollt
Einträglich haßt ein jeder Nachbar jede Regung
Und flüstert Beitragsformeln unterm Kreuz
Der Priester hat die Hand erhoben
Blassrosa Striemen für die Zeit
Wenn Lots Weib wild zum Tanz auftritt
Die Lockung ihrer Satanshüften
Legt sich als Wohltat auf die Welt
Der Knall des Leders auf der Haut
Designergürtel, exklusiv
Türsteher für das Paradies
Der Wall aus Geld vorm Fernen Osten
birgt banges Staunen unterm Kleid
Die gute Seele kocht den Eintopf
Pleione zwinkert, Asterope schwänzt
Zur Seide tritt der Latexorden
Der Schwesternkranz im Stummgebet
Du, der Kalfaktor! schreit das Lied
Und alle machen glücklich mit
Alkione steht leuchtend auf den langen Fahnen
Auf Wiederkehr! lautet der Ruf
Getreu durch alle Zeit bewahrt
Jetzt in der Straße der Plejaden
Sind Sonnenbrillen sehr begehrt.

#17 of 1634      [Backlink]      Posted at Monday  08.02.2010 16:14      © by SuMuze
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Lippenwandler→ Love & Affection  → Songs

Du gabst dich Lippen,
zitternde Last auf deiner Scham,
am Rand der Schlucht
tatest du wippen,
es kam, es kam, es nahm,
du gabst so folgsam,
immer wieder,
endlos und wild.
Das Viele wurde Eins,
Zerteiltes Heil,
ein jeder Riß gekittet,
Getrenntes zueinander,
die Pause prahlt im Strom.
Das nennt sich Zweifel,
das wie, als würde es dich wissen,
in deinen Kissen herrscht.
Ein weißer Sturm
durch graue Welt.
Du gabst, als gäbe Geben etwas.
Die Gabe deiner Gier gewann.
Der Augenblick ist die Geburt,
das Eigentliche fremd.
Bleib, Lippenwandler, stumm!
In deinen Lügen liegt die Zeit.

#18 of 1634      [Backlink]      Posted at Saturday  30.01.2010 19:49      © by SuMuze
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Winterkind→ Winter  → Songs

An Lob sei Mangel!
Not bei denen,
die im Finstern stehen.
Trost kommt unpünktlich.
Trank, Speise, Labung,
der Würger brächte Ablaß,
dann Nachtmahl auch,
Umschluß, dann Ruhe sei.
Der Leichenschmaus ist Bittgebet.
Es wird dem Vater hinterbracht.
Die Sünde aber bleibt bestehen.

Hast du gebeichtet, abendwärts?
Dem Innersten stark abgeschworen?

In Eingeweiden widmet sich
Verlust dem Reichtum,
Stolz der Pracht.
Ein Gummi reicht, ein Flitzebogen.
Tief in der Nacht
erglüht dein Stern.

Die werfen Steine in das Wasser,
die fest auf ihrem Boden sind.
Du glimmst, die Kleingestalt,
in deinem Glück verschwindet Hast,
Zeit ist dir ein Pivot der Macht.
Verbleibe, blende aus, und glätte!

Nichts steht geschrieben, alles fällt.
In sich bloß edel, reine Gier.
Nach tausend Tagen träumt der Geist,
und Feuer reinigt nicht.

Die Lupe des Verstandes zählt für dich,
zersetzt das Mannigfaltige geschickt.
Entleibt rinnt Gegenwart ins Neue ein,
kein Schrecken, der dich unterwirft.

Zweifel stand auf, ein guter Gast.
In seinen Zähnen blitzt der Morgen,
um seine Backen bläht sich Lust.
Aus seinen Resten kannst du borgen,
weil du stets seine Tochter bist.

Ein Resultat der Ewigkeit!
Aus deinem Lachen speist sich alles,
du Winterkind, in deiner heißen Haut.

#19 of 1634      [Backlink]      Posted at Saturday  30.01.2010 19:17      © by SuMuze
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Nachtschicht→ wet  → Talks

Du mußt keine Angst haben, sagte er. Ich habe keine Angst, antwortete sie. Um so besser. Er griff nach der Flasche und schenkte sich ein. Sein Kinn schien konzentriert, als bräuchte er das. Sie verlagerte sanft ihr Gewicht. Wie läßt du dich nennen, fragte er. Wie willst du mich nennen, fragte sie ihn zurück. Er nickte, lächelte, trank und setzte das Glas sanft auf den Tisch. Ich weiß nicht, gab er zu. Sie atmete aus, entspannte sich. Drusilla? bot sie an. Nein, entschied er, du weißt was das heißt? Sie schaute zu Boden. Tanja, murmelte sie. Ach komm, entfuhr es ihm, was soll das? Sie zuckte mit den Schultern. Werde nicht albern, tadelte er. Sie schwieg.

Die Tür auf die Terrasse hinaus stand weit auf, ein beständiger Strom kühler Luft strich herein. Weit entfernt war Verkehr, eine Autobahn oder eine wichtige Straße. Er schaute nicht hin, auch sie vermied, nach draußen zu sehen. Das weiße Leder, auf dem er saß, war kalt. Auch das Metall des Sofas und die Glätte der Wände. Glas gab es, Chrom, und lackierte Flächen. Nur seine Haare unterbrachen das scharf. Ihre fügten sich ein, wie sie auch, so wie immer.

#20 of 1634      [Backlink]      Posted at Wednesday  27.01.2010 23:25      © by SuMuze
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Montagskind→ Sie  → Songs

Sie ist das Montagskind,
Konfetti um die Zehen!
Ein Alabasterlaken,
tausend glatt,
und fromme Wünsche
von weit her!

Sie tänzelt, wenn sie weiß.
Verkürzt die Lebensspanne.
Ein mykron feiner Docht.
Im Nachtwind grell.
Glut, Teufel, Unglück,
Macht. Sie ist.
Sie weiß.

Sie kam nicht früh genug,
verpaßte Möglichkeiten,
sie stand fest wie ein Ast,
den keiner krümmt.
In ihr sind Tundren,
Alm und Feld,
und schneebelegte Weiten.

Sie ist das Niemandskind,
das jeder will. Wer fragt,
was ihre Augen wollen?
In ihrem Wimpernschlag
zerrinnt der Blick
aus allzu engen Scharten.
Gelacht. Und dann?

Sie ist der Übelstand,
des Schmalhans bange Tochter.
Ein Augapfel, das Dottergelb,
der Wimpel jeder Gier,
in ihren Lippen liegt die Welt,
auf ihren Häuten Glück.
Ein tumber Schuh,
ein Flickwerk, Rost,
das Blatterngold der schwarzen Pest,
ersehnt, doch nie gewollt!

Sie dauert nicht die Woche,
nicht dem, der sah.
Sie hat die Tage abgezählt.
Es fehlte einer. Unverstand,
die Trauer war ihm nah.
Sie kürzte aller Teiler Rest,
unstetig bis zuletzt.

Sie ist das Montagskind,
die Armut. Not.
Sie hat Gewissen,
wenn sie ißt.

Sie träumt den Willen,
der ihr fehlt, Verzicht,
am Ende reglos,
tariert Gewichte
mittendrein,
sie blinzelt, scheitert,
trostlos, und schöpft.
Sie streift die Hülle ab,
das Muster.

Sie ist das Findelkind,
sie reitet Trab.
Auf ihren Wimpern
Heil. Und Stille.
Sie überwintert, ruht.
Schlafende Kraft,
ein Tod, die Schnelle.

Sie ist das Montagskind,
dem Zyklus eingeboren.
In ihren Schläfen sind
die Sterne jung, fast schön.
Und Winter ist,
wo sie sich legt.
Dem Jahr zerzaust
entkommen.

#21 of 1634      [Backlink]      Posted at Wednesday  27.01.2010 22:35      © by SuMuze
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Sehnsucht #5→ Sehnsucht  → Songs

Erst greift da nur ein Wort nach mir,
dann schon ein ganzer Satz.
Gedanken folgen, sehr komplex,
zitternde Finger, Böen gleich,
aus einer Brise wird ein Wind,
aus sanftem Wehen Sturm.
Um meine zarten Häute sind
die Wirbel, Soge, zerren wild,
ich folge g'rad darum.

Am Anfang ist nur Sehnsucht,
der Wunsch, die Leere, Nichts,
es kriecht in mir,
es kitzelt.
Am Ende bin ich aufgezehrt.
In allem schwach.

Erst nur ein Schein, ein kurzer Blitz.
Dann Helligkeit und Klang.

Für immer suche ich den Ort.
Und immer bin ich bang.

#22 of 1634      [Backlink]      Posted at Tuesday  26.01.2010 19:44      © by SuMuze
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Wintervormittag→ Winter  → Songs

Jetzt, als du sagst, du sagst nicht mehr, was ich gern höre,
da höre ich in deinem Sagen wieder Schweigen.
Noch, als du frugst, war mir dein Fragen kaum ein Sagen,
ich frage nicht mehr. Stumm, seit du verschweigst.
Gleich nebenan streiten zwei Kinder um ein Spielzeug,
der kleine Junge weint ganz jämmerlich nach mehr,
die Schwester hat es ihm streng weggenommen.
Ein schwerer Wagen rutscht im Schnee, Passanten schauen zu,
aus einem schiefen Schornstein steigt makellos gerade
weißblauer Rauch auf in die klare Luft.
Nun weiß ich, was ich wissen wollte, und wollte doch,
ich wüßte nicht.
Zuvor war nicht zu wissen übel, danach zu wissen schlimm.
Und doch.
Drei Schulkinder zerstapfen eine schmale Fläche Schnee.
Ein Mädchen steht am Rande und paßt auf.
Das Licht darüber lächelt. Die Kälte streichelt Welt.
Den langen Stahlleib einer Bahn. Die Spur der Reifen,
die mit dem Eis in ihren Rillen glänzen. Das Mauerwerk,
das in sich lautlos Wärme hält.
Es geht sich anders, liegt der Winter auf den Wegen.
Es lebt sich so, als wäre Leben eng.

#23 of 1634      [Backlink]      Posted at Tuesday  26.01.2010 10:08      © by SuMuze
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Verführt→ Love & Affection  → Songs

Handrücken verführte.
Das seidige Spiel winzigster Härchen.
Darin sich zu verlieren schien gut.
Mit der Ahnung der Knochen darunter.
Ein geschwungener Bogen ins Nichts.

Das Licht verführte.
Die Weichheit des Abends.
Hinein zu gleiten, wie in den Schlaf.
Eine Spur zarter Angst tief im Hals.
Hinab ging die Fahrt nach dem Dunkel.

Der Pfad aus den Worten verführte.
Der tänzelnde Griff nach dem Sinn.
In den Tälern die Ferne zu spüren.
Wenn der Wind weiter oben schon weht.
Laut lachend ergoß sich die Quelle.

Der Rand verführte.
Der panische Blick in das Nichts.
Wenn die Augen geblendet sind.
Hitze. Und überall Weite und Klang.
Ins Endlose beugten sich Körper.

Verführt.
In Traurigkeit löst sich die Welt.
Auch die Sonne gab nach.
Dunst vor dem kommenden Morgen.

Ein Flügelschlag wispert mit Stimmen nach mir.

#24 of 1634      [Backlink]      Posted at Thursday  21.01.2010 17:31      © by SuMuze
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Der Derwisch→ Mannsbilder  → Songs

Der Wisch, der Derwisch, der,
der Wischerblätter tauscht.
Der täuscht. Enttäuschend,
wie er wischt, weg wischt,
Blatt wischt er fort für Blatt,
kein Mensch mag ihm zusehen.
Das Wischen ist, an sich,
nicht gänzlich unerträglich.
Doch Täuschen ist es meist.
Das Tänzeln um die Wahrheit.
Das Heulen, wenn du weißt:
der wischt nur wie ein Wirbelwind daher.
Ein Gernegroß. Ein Glänzer,
der Glut nur glimmen läßt, nicht heizt.
Der brennt nicht, der bruzzelt, bürstet,
lügt, der gibt nur an, der geizt,
der wedelt wilden Unsinn,
der wünschelt, wispert, wuselt,
scharwänzelt, würgt und wringt.
Der nimmt dir Luft zu atmen,
der raubt dir Sinn zu sein.
Der Derwisch heult sein Leid hinaus,
du wimmerst ganz allein.
Nimm dir kein Blatt vor deinen Mund.
Wisch deine Tränen nicht rasch weg.
Der dir die Blätter legte,
der legt dir auch das Wort.
Dein Wünschen laß ihn nicht
zu leicht dich bar entblättern,
weil es in deinen Blättern stand.
Der wischt nur deine Gärten.
Darin aber bist du.

#25 of 1634      [Backlink]      Posted at Tuesday  19.01.2010 23:25      © by SuMuze
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Bezogen→ Avantgarde  → Songs

Er
Zählt Welt.
Grenzt ab. Wirft.
Ist. Wird. Wäre. War.
Inzwischen zwei Häuser weiter..
Stockwerke aufeinander.
Flächen. Felder.
Raum.
Ich
Ein Tanz
und Fortsetzung..


#26 of 1634      [Backlink]      Posted at Friday  15.01.2010 23:24      © by SuMuze
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Herbstmorgen 2007→ Fotografie  → Canzoni

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#27 of 1634      [Backlink]      Posted at Tuesday  12.01.2010 11:17      © by SuMuze
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Bruder, zur Sonne, Parteibuch→ Politik  → Songs

Wir sind die Perlen für die Säue,
angeschirrt und fein gemacht.
Wie oben Penthouse dem Gebäude,
aufgezurrt und schön gelegen.

Da unten kriechen die, die atmen
frei die Luft gelungen ein.

Der gibt sein Glied, die nimmt es sich,
der glüht bereits, die will es erst.
Der hat sein Geld, die zählt es nach,
der ist daheim, die Regen naß.

Es tut so gut, das Schlechte lobt
stets flink die Anderen mit sich.

Das überklug um sich Erdachte
machte seine letzten Fugen dicht.
Schwebte als Baldachin aus Laub
für tauber Zungen Wohlgenügen.

So wurde Greifen endlos fern, als
Nähe enge Pelle schien.

Ins Helle zeigte arge Nacht. Zum Wort
das widerspenstige Verstummen.
Hat uns ererbte Sünde blind gemacht?
Trifft alle Engel volle Schuld?

Der Herr verließ erzürnt am dritten Tag
den Bau. Den Rest gab es für lau.

Dann wurde prozessiert. An Eingaben
die Weiterungen aufgehängt. In Jahren
hat Vollendung sich nach vorn gedrängt,
ward Mittelmaß herauf beschworen.

Ein Gummiball sprang auf der Treppe
lustig los. Geschmeidige Bewegung.

Warum sie ihre Haare kürzte, fragte er
mit tadelfestem Blick. Sie würzte
ihre Worte beißend scharf. Nicht darf
es heißen, gäbe es je ein Zurück.

Entspanne dich, sei adaptiv, bedenke und
sei niemals klein. Und gern genau.

#28 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  10.01.2010 23:07      © by SuMuze
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#29 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  10.01.2010 15:30      © by SuMuze
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#30 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  10.01.2010 14:14      © by SuMuze
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Seien→ Me  → Songs

Ich lausche auf den nackten Fuß, der auf die blanken Dielen tritt. Naß klingt das, fern.
Luft wird verdrängt, und Raum zwängt sich in Zwischenräume. Scharf schwingt es.
Da reibt sich Haut an Molekülen, Konzepte aneinander, und dennoch höre ich.
Licht von der Sonne, um zwei, drei Ecken mir gebrochen, blendet trotzdem.
Kalt ist die Schleimhaut, immer weiter zuckt der Darm, die Kehle schwillt.
In mir sind Gase, Fäulnis, Tod. Ich straffe meine Häute gegen an.
Träume, daß du mir kehrst, zurück und ein und niemals ver!
Ich schweige. Inmitten meiner Stimme bin ich still. Es ruft.
Nicht laut. Ich bin nur zärtlich, Opferlamm.
Horche dem Tapsen weißen Fleisches.
Auf Holz gespannt. Hinaus.
Ich bin das Licht
und bin es nicht.
Ich sei es.
Bin!

#31 of 1634      [Backlink]      Posted at Wednesday  06.01.2010 21:18      © by SuMuze
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Verliebt→ Love & Affection  → Songs

Ich ende nicht mit meiner Haut.
Ich reiche weiter,
zwei Millimeter, mehr.
Darauf habe ich stets vertraut.

Ich ende nicht mit meinem Atem.
Ich rieche Gas und Gras
und Stein und Lüfte.
Das gehörte stets zu meinen Gaben.

Ich ende nicht, wenn ich laut schrei.
Ich zucke mit den Armen,
strecke wild die Beine.
Ich zeige stets, was ich dir sei.

Ich ende nicht am Abend in der Kälte.
Ich wärme den, der friert,
und tröste den, der weint.
Ich bin stets bei dir in der Weite.

Ich tanze Wildheit für die Welt.
Ich leide, will sie mich,
statt deiner, leiden sehen.
Ich halte fest, wo du nicht hältst

Inmitten meiner ist das Universum.
Du bist nur Schmuck,
den mag ich gern.
Ich aber klug, und du bist dumm.

Ich geb Vergeblichkeit den Inhalt.
Du staunst und grinst,
ich schütze dich.
Ich bin das Hier, und fast das Bald.

Ein Tropfen quält sich fort vom Rand.
Wir fallen, wie gemeinsam
füreinander uns entbrannt.

#32 of 1634      [Backlink]      Posted at Monday  04.01.2010 21:20      © by SuMuze
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Winterabend→ Winter  → Songs

winterabend_001
An einem dunklen, langen Abend, um's Fest für Christus' Leben so herum
Wir saßen hier in unserer warmen Küche, die duftete nach Majoran und Zimt
Eng beieinander hockten wir, und dachten, lachten auch und sprachen
An meiner Seite, da war einer, der mich glücklich machte, weil er da war
Vor den Fenstern lag viel Schnee, es schneite weiter, ich freute mich daran
Ich hatte meine Füße fest ins Fell des Hundes eingegraben, der grunzte sanft
Der Wein war viel zu süß, ganz allgemein erhob sich grummelnder Protest
Die üblichen Verdächtigen zerstörten wieder jeden Schleier um die Welt
Ich habe mich bei meinem Nachbarn müde angelehnt, ich fühlte mich danach
Jemand erzählte, wie er als kleiner Junge in der Kirche einmal dringend mußte
Die Katzen husteten, vielleicht weil beide später nicht ins Kalte wollten
Im Ofen leuchtete im gelben Licht der Ofenraumbeleuchtung helles Fleisch
Ich hatte mitten auf den Tisch die Schüssel mit den Zweigen hin gestellt
Die Kinder oben lärmten, eine Mutter ging hinauf und schimpfte lachend
Andauernd meldete sich das Telefon, wir machten Witze über uns, zahnlos
Ich wollte, daß er seine Hand nie wieder von mir nähme, ich träumte still davon
Wenn draußen ein Motor erklang, dann schauten alle nach den Fenstern
Ich dachte nach, ob ich mir meine Haare kürzen sollte, ich war gewillt, jedoch
Die Tischplatte war übersät mit Schalen von den Nüssen, Asche und Papier
Jemand sang leise vor sich hin, ein anderer fiel ein, ich nicht, der Text zu fremd
Ich schaute kurz vor Mitternacht rasch aus dem Fenster, keine Sterne waren da
Ich habe Angst, allein zu sein, ich fürchte mich, sind Menschen mir zu nah
Wir lasen uns dann noch Geschichten vor, und alle lehnten irgendwie am Nachbarn
Die Müdigkeit gewann am Ende, wie stets, der Hund schaute mich träge an
Ich werde traurig, wenn ich froh bin, ich freue mich, wenn ich nicht weiß, warum
Die Nacht schien gar keine Ende mehr zu nehmen, die Stunden endlos sanft
Ich kann nicht immer haben, daß ein warmer Leib sich meinen nimmt
Der Schnee ist nicht davon gegangen, er liegt wie unbeirrbar auf dem Land
An einem dunklen, weichen Abend bin ich dem Winter nicht davon gerannt
Frost holt uns ein, die Stille, wenn kein Wind mehr ist, unlesbar sind die Spuren
Spät im Schnee, und Schlaf ist dann willkommen, der eine Trost der Nacht
winterabend_002

#33 of 1634      [Backlink]      Posted at Monday  04.01.2010 09:28      © by SuMuze
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Outskirts #1→ Outskirts  → Songs

Sie dreht sich nach dem Raum, den sie verläßt, nicht um.
Sie sehnt sich nach dem Traum, den sie gehaßt, nicht mehr.

Sie weiß um die Bedenken, die Mut und Hoffnung schenken.
Sie läuft mit ihrer letzten Kraft geradeaus zur Tür hinaus.

Sie hält die Arme wie versteinert, stumm sind Lippen und der Mund.
Noch geht ihr Atem nicht erleichtert, noch fällt der Schritt ihr schwer.

Sie ist ein brennender Komet auf seinem wilden Sturz zur Sonne.
Die schlägt aus ihrer rennenden Gestalt Fahnen aus Feuer hinter ihr.

Sie taumelt noch und polt sich doch schon ein auf ihre Bahn.
Tief in den Schluchten ihres Zögerns bricht das Vermögen an.

Sie schaut nicht nach den Resten eines Lebens, das sie zwang.
Sie kreiselt an den besten Melodien ihres Bebens hell entlang.

Sie ist Planet, ein sich Genügen. Rotiert nach eigenem Gesetz.
Sie sucht nach dem Vergnügen fern des Alls. Verletzt.

Aus ihren Seiten plätschert Schwäche wie ein Guß.
Sie äschert ein, was sie verzeiht, für einen Kuß.

Sie prägt sich fest in ihre Welt, ewiges Mal.
Begräbt sich, Stein um Staub, in ihrem Tal.

Sie schaut nicht mehr zurück, verzweifelt nicht.
Ist Unheils Braut und Glückes Licht.

Sie taucht in jede Dunkelheit und leuchtet dort.
Hier ist kein Bleiben, hier nicht, wie an keinem Ort.

Und Wind wiegt ihre zarten Glieder zwischen Gier
nach Einsamkeit und Trubel, Hast und Neid im Hier.

Sie ist, in dem Moment, in jeder Zeit.
Sie tanzt für sich, für Nichts bereit.

Sie wandelt, weil ihr Wandeln wohlig scheint.
In sich verwandelt, und mit sich vereint.

#34 of 1634      [Backlink]      Posted at Wednesday  30.12.2009 20:00      © by SuMuze
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Zuneigung→ Lago  → Songs

Horchen. Sich ins Ferne beugen.
Weich. Anschmiegsam. Bereit.
Nach meinen Tasten tasten lassen.
Zahm. Zart. Erfreut.
Dem will ich meine Pforten öffnen, der daran zupft.
Sich ihm zu öffnen!
Wozu denn anderes wären sie gemacht?
Das schließt die Kreise meiner Welt.
Dem Abgrund noch einmal
nur knapp entkommen.
Perfekt!
Wie bist du blöde!
Wie leicht gestrickt!
Und daran hängst du, was du bist?
Komm nur, es kann so sein, ich trage dich
durch jeden Regen, jeden Schnee.
Ich bin, die dauert, du, der greint.
Hab keine Angst,
immer ist etwas, das uns eint.
In meinen Träumen
herrschst du stark.
Ich liebe das,
ich mag,
wenn du der Fels bist,
ich das Wasser,
ich Brandung,
und du Strand.
Wie ungehalten ich erbebe,
wäre da nicht deine Hand.
Horchen, sich Stille schenken,
ins Nirgendwo gezeigt.
Ich gebe Haut,
als Opfer Muskeln,
was kümmert's dich,
hätt' ich's bereut.
Ich bin der Leib,
der Lohn der deiner Ängste.
Die immer Blutende,
die bleibt.

#35 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  27.12.2009 21:02      © by SuMuze
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Braut→ Lago  → Songs

Dort ist die Spur, die selbst der beste Köder durch das Wasser zieht.
Ein Strich, unwillig auf Papier gemalter Laut, entborgt der Glätte Rührung,
wie eine fremde Hand der Haut Gefühl.

Im Dunkel spielt der Blinker, sein Lächeln zeigt, die Zähne halb verdeckt,
ein schwaches Licht, nach dem der Grund sich sehnt. Dort liegen matt
Steine, die lange Zeit der Stille hat sie beschenkt mit einem weichen Pelz
formloser Glitschigkeit.

Ein fetter Fisch reibt seinen Bauch daran. In seinen Augen flimmert Gier
mit Vorsicht um die Wette. Er bläht wild seine Kiemen, stülpt das Maul
zum Kuß und schlägt mit seinen Flossen in die Nacht.

Der schlanke Kiel des Bootes streicht lässig geradeaus. Ein leichter Wind
kühlt, Sonne schaut ihm dabei zu. Das Warten auf das Zucken an der Leine.
Dunst von den Bergen klettert feucht entlang der Ufer. Und manchmal auch
ein Feld aus Wolkenfetzen, wie Packeis flink auf blauem Meer.

Dann hat es stumme Furcht in diesen Fingern, die in die Wellen fassen,
und wollen nicht, und tauchen doch hinein. Wenn alles wartet,
keine Stunde, die beginnt, nicht eine endlos noch hinaus gezögerte Minute.

In engen Kehlen dreht sich das Schweigen um sich selbst. Ast trocken.
Bis atemlos die Jagd beginnt.

#36 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  27.12.2009 19:44      © by SuMuze
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Being A Good Girl→ Love & Affection  → Songs

Being a good girl - always tried – and never was.
There ain't no sunshine when he's gone.
Having the sun right in my eyes.
Clues are when clashes strictly are right by my side.

Ich spüre noch den Sand vom Spielplatz
zwischen meinen Zähnen, wie den Zorn,
der in mir war, als alles weit, weit weg mir schien.

Imposed eternity below your feet.
I meant to be it all.

Halbseiden soll ich für dich sein,
du Wicht, vollseiden wäre giftig.

They hold those truths to be self-evident:
that all girls are subdued by equal means;
that it's the right of every eager man
to punish her und institute
a government of good and bad.

Ich sitze Weihnachten nicht unter deinem Baum.
Mein Puls ist nicht die Folge deiner Macht.
Ich krieche nicht durch Schnee,
den du nicht hast versäumt, davon zu fegen.
Ich tanze stets für meine Pracht.

We all are true, we all are stoned.
I am the one that you don't own.
I may be beggar, lame and tame.
I am the one who gets the fame.

Ich kann die Adern zucken sehen,
das Leben in dir sehe ich.
Doch kann ich deine Wege niemals gehen.
Nur angenähert atme ich.

Those will be bad who counts the score.
Those may be good,
who knows for sure.
Just gaining rubbish, not a sign of ore.

Und manchmal, wenn der Tag sich schließt,
dann ist mir so, als kröche Glück herbei.

I want a lover, not a priest!
Doch was auch immer, stets, ja, stest, das sei!

#37 of 1634      [Backlink]      Posted at Tuesday  22.12.2009 20:49      © by SuMuze
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Kraft→ Innereien  → Songs

Es fragt sich, ob die Kraft,
mit der die Hand, die fest
auf deiner Haut aufprallt,
was immer ein Geräusch ergibt,
als fielen Gänse in die Brühe,
gewandelt werden könnte,
sagen wir: in Reue, oder auch,
zur Weihnachtszeit zumal,
in feierliches Angedenken,
Andacht und Schweigsamkeit,
und eine stille Ruhe, die beinah
Besinnlichkeit erklingen ließe.
Fragt sich. Jedoch:
gefragt ist nicht gesagt!
Und bis mir irgend jemand
zweifelsfrei das Gegenteil
benannte, bekannte ich mich
eineindeutig zu dem Theorem,
daß diese Kraft, auf meinen Leib,
und sei es auch nur exemplarisch,
angewendet, Schmerz mir machte.
Zugegeben.
Nur ein Beispiel, nur ein Fall.
Das dürre Huhn
gibt wenig Suppe,
der Knochen sättigt
niemand nicht.
Kraft ist stets fern,
und ist sie bei dir,
erleidest du sie bloß,
niemals Triumph,
kein Staat zu machen
ist mit ihr! Ergo -
der Schluß:
Kraft schadet meist.
Und in der Tat,
sie ist verzweifelt
nur zum Lachen,
die Kraft, die gerne
Stärke heißt,
von der du aber
immer schon
das Gegenteil
ganz sicher weißt.
Stärke, ach, das wäre
etwas ganz unerhört
sehr anderes. Nur Kraft,
das ist das sicher nicht.
Das ist zu wenig,
nur ein Zaudern,
ein zahmes Zurren
an den Zaumzeug,
das den Zossen
handweich macht.
Einmal da wäre
mehr gefordert,
mehr verlangt,
etwas, das zählt,
wo and're flüstern,
ein Ton der aushält,
Nacht für Nacht.
Ich wünschte mir
die Kraft aus tausend
solcher Kehlen,
und den Verstand,
der alle zähmt,
gleich mit dazu.
Das wäre Kraft,
das wäre Klang,
und ein Gesang,
und noch viel mehr.
Und wär's das nicht,
dann bräucht' es mehr,
als was es wär,
denn was es ist,
wär' nur der Ton,
der jenen Klang
erahnen ließe so,
als wäre er
gleich um mich schon,
und ist doch nicht,
ist nicht um mich,
ist abgeschlafft,
ist schwach und dünn,
ist matt und fahl,
ist ohne Sinn.
Auf keinen Fall
wäre das Kraft!

#38 of 1634      [Backlink]      Posted at Sunday  20.12.2009 19:37      © by SuMuze
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Schneerendezvous→ Love & Affection  → Songs

Ich bin den langen Weg gegangen,
der hat an deinen Augen,
deinen weichen Lippen
angefangen, sie waren beide mir
ein Licht an einer schwarzen Küste,
arg zerklüftet, steinig, ausgedehnt
und schön.
Ich fühlte deine Haut, ich wiegte mich
als sanfte Dünung
gegen leeren Strand,
in jedem Augenblick der Sehnsucht
brach sich unser Wünschen
an den Grenzen unseres Seins.
Ich bin zu dir gekommen,
mit der Zunge habe ich,
mit meinen Fingerspitzen
wahrgenommen,
wie du seist und wie du,
brächte ich Geduld nur auf,
mir werden könntest.
Ich hab' aus deinen Fenstern
in den Tag geschaut.
Ich habe dir den Rücken
zuzudrehen mich getraut,
auch wenn die Angst
ihn leise zittern ließ.
Ich kann dich spüren,
rund herum,
und dein Verführen
ist wie meins,
wir sind einander
eingeschrieben, angeschmiegt,
ich schmeckte,
wie du meiner wurdest,
tropfenweise, zahm.

#39 of 1634      [Backlink]      Posted at Friday  18.12.2009 18:23      © by SuMuze
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Ich bin das→ Me  → Songs

Ich bin nicht, was du siehst in mir,
bin nicht, was du dir weißt.
Ich bin nicht, was du willst von mir,
was du zu schnell nach mir hin schmeißt.
Ich bin nicht Wand für deine Schreie,
nicht Pfad für deinen Gang.
Ich bin nicht Glied in deiner Reihe,
nicht Limes deinem langen Drang.
Ich bin nicht gut, nicht weiss, nicht edel.
Ich bin nicht besser, nicht befreit.
Ich bin für deine Songs nicht jener Pegel,
der alle Peaks in sich vereint.
Ich bin weit fort, im Eis das Klirren.
Ich bin das Ferne und die Schuld.
Ich bin dein Bangen und dein Wirren,
ich bin der Grenzwert der Geduld.
Ich, sage ich, und sag' es wieder,
ich bin die Summe meiner Glieder,
ich bin das, was nie eine And're ist.
Ich bin die Eine, immer wieder,
ich bin nur das, was du mir bist.

#40 of 1634      [Backlink]      Posted at Wednesday  16.12.2009 20:38      © by SuMuze
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