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Smart phones für das Volk, white lies from the media, clash culture on screen, cash unter der Hand. Peformance und Stolz, in case cute guys will lead ya. Ein Wind weht über dem Land.
Im Palast trennt der Staub das Kristall von Emaille, die Vergangenheit Gründe von Stolz. Edelstahl. Zwitschernde Lichter verdampfen wie Wachs. Jeder Schritt auf den Dielen erfolgt als Dublette, jeder Laut hallt als Echo der Zeit aus dem Stuck. Viel Vertrauen dem Schlagen der Uhr, auf den Treppen, in den Nischen, auf den Bänken vor Fenstern, bleich durchscheinend wie Hohn, china bone, Damast für den Tee.
Im Paradies geht der Griff direkt an die Hüfte, der schlängelnde Blick nach der Schwere der Lider. Wo Füße auftreten, flinke Hände sich recken nach rasender Lust im klatschnassen Gras. Keine Frage dazu. Beim Drehen von Steinen, beim Stochern mit Ästen, Graben im Sand, zum harmlosen Plätschern der See, fährt von weit übers Wasser ein Mond in den Hafen, am Kai geht er schlafen, betäubt.
In der Werkstatt jedoch wird eifrig gezählt. Toleranz, paßgenau, nur nach Plan, lotrecht und in Waage. Von der Drehbank steht niemand mehr auf.
Im Gestühl, unterm Lied, verhallt jedes Wort folgenlos für das Ohr.
Leisewasser. Schwillt zum Schluß. Setzt seine Schaumkronen heimlich sich auf. Spielt hide and seek mit den Gezeiten. Mondkind. Amazone. Leckt kichernd, Zunge aus Scham, an den Fingern der Gier.
Leisewasser. Droht frech dem Tageslicht. Smaragdgrüner Spiegel. Tanzt. Läßt die Stille der Nacht für sich flüstern. Kokett. Hübsch. Schön. Sammelt ersterbend sich Stärke erst recht.
Leisewasser. Im Traum, meine Zehen, gefangen darin.
Jeden Tag ein neuer Jesus, der alte gammelt schon am Kreuz, das neue ist aus Tannenholz, finnisch – lakonisch – Urgestein. Der Nächste zeugt von seiner Pein mit gänzlich neuem Minenspiel, der dann danach zeigt gar nicht viel, und wieder einer schweigt gleich stumm. Aller Tag ist Auferstehung, ein wildes Fest vor dem Altar, ein Vortrag in ganz neuer Sprache, ein frisches Evangelium, ein tönernes Kompendium sich überschlagender Musik zum Karneval auf Golgatha. Jeden Tag ein neues Opfer, ein neuer Tod, ein neuer Schrei. So viele Söhne müssen sterben, damit der Vater ewig sei.
Jeden Tag ein neuer Jesus. Maria trägt ihr neues Kleid, des Thomas Rolle neu besetzt, des Judas Lohn stieg steil im Wert, der Scherge, der den Heiland hetzt, zeigt Mitgefühl, der Henker weint, der Chor der Hinterbliebenen verschiebt den vierten Fels zur Nacht. Im Glauben an das Licht des Morgens und die Erlösung eng vereint greifen die Petri keck zur Macht. Die eben noch vom Zweifel Umgetriebenen beruhigt des Christus Prachtgewand.
Jeden Tag ein neuer Jesus: oh du Lamm Gottes, Weltensohn, heuer erst wieder jung geboren hängst du als Herrgott über uns. Die neue Botschaft, neue Kunst, mehr als nur Wort in seinen Ohren, des blöden Schicksals karge Gunst, mehr als die Wut des Scheiterhaufens, die Glut der Folter im Verlies, mehr noch als Heil und ewig Leben - allein das täglich neue Streben eröffnet uns das Paradies.
Ich weiß um eure toten Seelen, Mütter, ich kenne eure knappe Kälte, Väter, verspüre noch das Zittern eures Eifers, Brüder, die grundlos vage Trauer, Schwestern, die schlimme Nähe der Kometen ihrem gnadenlosen Stern.
Mein Fuß fühlt hartes Pflaster unter sich, die Zehen Sand und blanke Erde, meine Haut atmet die neue Luft, mit jedem Duft der Sehnsucht ihrer Poren tanz ich den Lobgesang des Morgens, vertilge alles Klagen aus der Nacht in meinen bodenlosen Ohren, mein Auge wandert fern von jedem Horizont.
Ich lese in den Gesten der Bewacher, lerne den Klang der Einigkeit, die Mimikry der endlos strengen Reihe, die quälend ungerührte Macht der Einfachheit. Ich werde Teil des Ungeliebten, das in mir lebt, als wäre ich der wahre Grund, nicht ich zu sein. Ich werde selbst zur Anderen, zum Niemand, das nach Rache schreit. Ich bin der Rand, der nichts umgürtelt, der Babbelturm der Einzigkeit.
Ich weiß um eure tote Seele, Väter, die in der Kälte eurer Mütter starb, ich kenne eure Gier, ihr Schwestern, der Trauer eurer Brüder Stoff zu sein. Bin ein Komet, stolz strahlend auf infauster Bahn.
Das Zauberwort wird nicht in aller Munde sein. Es wird nicht auf dem Markt gehandelt werden. Sein Klang wird nicht zur Melodie des hellen Tages werden. Die Zahl der Synonyme wird schier unendlich sein.
Das Zauberwort wird zwischen Sätzen sich verstecken. Es wird sich mit der Flinkheit neuer Wendungen verkleiden. Sein Sinn wird sich in jedem Thema unerkannt verbergen. Die Masse seiner Pfade wird seinen Weg geschickt verdecken.
Das Zauberwort wird sich am Horizont nur zeigen. Es wird des Nachts zum Summen der Maschinen schweigen. Sein Wert wird mit der Stille seiner Diener steigen. Die Kraft seiner Bedeutung bleibt dennoch ihm beständig eigen.
Das Zauberwort wird bei sich bleiben trotz Metamorphosen. Es wird sein Wirken nicht einer einzig neuen Endung opfern. Sein Konjunktiv wird nie zu seinem Gegenteil anwachsen. Das Urteil seiner Silbenfolgen steht stets bereits im Voraus fest.
Das Zauberwort wird seine dienstbereiten Zungen überleben. Es wird noch sein, wenn niemand mehr es stockend buchstabiert. Sein Schicksal wird das seiner Götzen lachend karikieren. Das Omen seines Nomen lebt endlos in der Ewigkeit.
Das Zauberwort ist leicht zu raten, aber schwer zu sagen. Es wird zu einem Knebel tief im Mund. Sein Zungenschlag streckt jeden Gegner sofort nieder. Der Perimeter seiner Macht ist grenzenlos.
Das Zauberwort spricht jedem Einspruch Hohn, wird nicht gefällt auf eisig kalten Rampen, wird nicht gespuckt ins Mikrofon, schallt nicht von gut wattierten Kanzeln.
Es hört sich harmlos an, sagt man es gänzlich unbedarft, und flüstert seinen schillernd bunten Mantel hinter der vorgehaltenen Hand, doch niemand druckt den Abkömmling, noch seinen Schatten selbst ganz ungestraft.
Das Zauberwort geht sparsam um mit seinem Lohn, ihm reicht, wenn seine Folgen wortlos drohen. Das Zauberwort stürzt hier und setzt dort auf den Thron, läßt hie die Schönheit blühen und da das Land verglühen.
Das Zauberwort hat nicht ein Mensch erfunden, und kein Tyrann hat ihm je das geringste Leid getan, kein Staat hat ihm Substanz genommen, kein Würdenträger, der ihm nicht heimlich untertan.
Das Zauberwort ist das, was einzig allen gut gefällt. Wer selektiert, nur der schafft sich die wahre Welt.
Wir malen dem strahlenden Himmel die Farbe der Furcht - helle Angst, Panik, Trost, Langeweile – aufs Dach. Gebogene Spanten, auf Zug oder Druck, eine Kehle, im Schatten versteckt sich die Last großer Freiheit, rumpeln Schritte auf welligem Holz. Kalter Staub, am Tag frisch gemahlen, rieselt zu Boden, aus Ritzen, von Füßen in Hast für ein Geld gut verteilt.
Felsen schweben über dem Wasser. Gasometer im Wald - Licht unter der Decke, Geruch nach Seife und Haut - versperren die Sicht auf die Klamm in den Bergen, wo das Bächlein zur Rettung der Seele sich eilt. Traumata. Abnorme Bewegung, von der Masse zum Ich, Zwist, wenn das alberne Totem im Wind lustig winkt.
Rosenstöcke. Zwischen Kieseln Koreander. Männertreu. Liebliche Blüten mit Dreck in den Zähnen der Frucht. Ein Gott hockt am Wegrand, die Schaufel mit Dung in der helfenden Hand. Mittags dann: Geläut. Markttag ist, die Kinder verkriechen sich bang, zum Sterben tritt auf der dreimalig verfluchte, der jüngere Vogt. Zieht den Hut. Lacht. Vor dem Schloßtor ein Galgen, aus Fischbein gemacht.
Andere Leut. Oder Gesindel. Blick nach vorn. Augen auf. Noch mit Blattern bedeckt, dennoch froh. Taugenichts. Kennst' den Kerl nicht, der sich einst gebar? Ein Nebel ist feucht eingefangen, die Predigt stegreift kanzelwärts: 'Lob und Schall', 'Preis und Rauch', und der Mutter, der immer, ihrem neidischen Füttern wohl auch.
Mußt jetzt schlafen, mein Kind, auf Kufen erwartet man dich. Stolperstein, Bergkristall, Rosenkranz, Tintenfaß. In die Liebe der Menschen schlich sich Leidenschaft ein. Darfst nicht rennen bei Nacht. Gründerlohn, Finderlohn. Trotz der maßlosen Weite: zu kurz.
Upward, cheeping, on huddling wings, these small brown mynas have gained a keener height than their kind ever sustained but whichever of them fails first falls to the hawk circling under who drove them up. Nothing's free when it is explained.
Aufwärts, piepsend, auf ängstlichen Schwingen haben die kleinen, braunen Mynahs kühner Höhe erlangt, als ihre Art je besaß, aber wer immer von ihnen zuerst fehlt, verfällt dem kreisenden Falken da unten, der sie aufgescheucht hat. Nichts ist noch frei, um das man erst weiß.
Wir machen ein Spiel. Sie wählen ein Wort, ich einen Satz. Sie ziehen Gesichter, ich Konsequenzen. Sie suchen sich aus, ich finde das geil. Sie kaufen für Geld, ich schenke glatt so. Sie machen Theater, ich spiele den Clown.
Das gefällt Ihnen nicht? Mich fragt keine Seele. Das ärgert Sie wild? Mir macht es nichts aus.
Wir tauschen den Platz. Sie stoßen was an. Ich sinke in Schlaf. Sie beißen sich durch. Ich trinke zu viel. Sie achten auf Kinder. Ich brat' mir 'nen Storch. Sie hegen Bedenken. Ich kann nit verstan.
Das reicht Ihnen nicht? Ich schränke mich ein. Das rüttelt Sie auf? Ich tröste mich selbst.
Wir lassen es bleiben. Sie stürmen die Charts. Ich tanz' in den Mai. Sie streben ans Licht. Ich zündele gern. Sie tragen die Fackel. Ich döse bei Nacht. Sie greifen gern an. Ich fasse mich kurz.
Wir machen ein Spiel. Gewinn garantiert, das Spielfeld bereit. Sie sind am Zug. Ich wandere aus.
Es geht sehr leicht, das Wort zu hassen, noch leichter, gleich den ganzen Satz, um weiter nach dem Mund zu fassen: schon jagt sie los, die Hatz, die nie an Lippen stehen bleibt, den Rachen im Galopp durchquert, mit Krallen an den Adern reibt, und krachend in die Ganglien fährt. Er ist ein Kinderspiel, der Tod, der mit dem Punkt ins Leben tritt, mit dem das Komma droht, das dich kaum Atem holen läßt. Wer steigt schon ab beim raschen Ritt? Die Finger halten ja die Zügel fest, die Füße beide Bügel. Wind weht durch jedes mutig aufgewölbte Verb. Unendlich leicht klingt, wie sie sind. Viel schwerer wiegt, was noch im Nebensatz verborgen liegt, auf Seite Zwei, zwischen den hin gekritzelt flinken Zeilen, Verlockung, ihre Räume zu verpassen, den Augen, die zu hastig eilen. Schnell geht es, mit dem Wort zu hassen, kaum eine Schwierigkeit dabei.
Ich gehe nicht auf leisen Sohlen in die Berge, stehe niemals unverhohlen, nicht einmal des Nachts, unter der hellsten Sonne ebenfalls, wie wenn es regnet, nie, auf Hall und Echo zwischen Almen, dem matten Glühen von Gestein, dem Klang der Glocken, die von Hälsen todgeweihter Kälber hängen, deren Mägen Edelweiß und Enzian mit Gras zu üblen Gasen mischen, stierer Blick, das Schaukeln runder Schädel samt des Wedelns stolzer Schwänze, darüber stumm die Drahtseilbahn.
Ich gehe nicht mit meinen Meilenstiefeln unter Menschen, die fußlahm Parkett zerstampfen statt der Zäune, die präzis die Herdengrenze definieren, jenseits derer kaum ihr Ticket gilt.
Ich trete nicht auf saure Mienen in Gesichtern aus Beton, das unzerbrechlich schrille Lachen falscher Zähne zu zerstören, die ein Ton aus Einerlei zum Brei der Ewigkeit gerührt.
Ich sitze lieber hinterm Herd, wenn draußen die Orkane röhren, Blitz und Donner und Event, und höre auf den Kupferkessel, welcher, falls der Preis des Goldes tiefer fällt, als die Posaune vor der Mauer einer übersatten Stadt aufspielt.
Die sich aus fremder Brust Herz, Lunge, Milz und beide Nieren reißen, die auf den spiegelglatten Flächen ihrer Küche die weiß geschäumten Träume aller Welt Gerüche in die Glasgefäße der Designerleere füllen, die mit gefletschten Zähnen Mürbeteig und Obst zerbeißen, die Wild tranchieren, Saft abschmecken, von straffen Fingern einander sich die Gier ablecken, die zwischen Zeilen nach Verstecktem suchen, mit Widerspruch ihr Unbehagen klug zu stillen, die an den Treppen ihrer Häuser kein Geländer dulden, und auf Terrassen sommerabends kleine Gruppen bilden, die dem Gedanken morgens in der Eiseskälte ihres Schlafes lauschen -
Früh am Morgen bereitet unsere Heldin ihrem Moritz das Frühstück. Ihr gefällt das, und ihm ist es nützlich, weil er am Vormittag einen Termin wahrnehmen muß. Nachdem sie ihn pünktlich auf den Weg gebracht hat, fallen ihr beim Ankleiden einige weniger angenehme Dinge über ihr Verhältnis zu ihm und seinem Sohn ein, in deren Folge sie eine kleine Panikattacke daran hindert, ihre Wohnung zu verlassen. Der Anblick einer sich in ihrem Büro für den Tag einrichtenden Dame auf der anderen Straßenseite hilft ihr darüber hinweg, und munter sowie beinahe fröhlich bricht sie auf in ihren eigenen Arbeitstag.
Am Donnerstag, dem 7.März 2013, um 22:15h schaute ich TV. Eine Dokumentation auf ARTE mit dem Titel "Fukushima – Chronik eines Desasters", gemäß meiner Vorliebe für Katastrophenängste.…→ weiterlesen
Der Tagelöhner zückte seine Taschenuhr als Antwort auf den Sonnenaufgang morgens um halb Sechs. Lob hob seine Augenbrauen, Glück lag auf dem Lid. Die Linien seiner Lippen zeigten die Zufriedenheit des Teils, das für das Ganze steht. Den Lauf der Sterne hielt er nicht einen Augenblick lang an, kein Schimmer drang aus schweren Stahltresoren in die Werkstatt, Abrieb von Maschinen hing als Frühtau an den Kanten leergefegter Tische, Fräsen bohrten sich durch helles Blech, bewacht vom Grün der Monitore schmatzten weiche Sohlen lauter auf der Treppe. Tag schwoll an. Ventilatoren begannen in den Wänden hinter Gittern zu rotieren, schneller als der Takt der Nacht.
Der Tagelöhner steckte seine Taschenuhr zurück in seine Jacke. Die neuen Zahlen auf der Parkuhr stimmten nicht.
Nachdem sie Moritz zu einer nur wenig erquicklichen Feierlichkeit der nach eigener Einschätzung besseren Gesellschaft begleitet hat, welche sie zwang, eine sie eher langweilende Musikdarbietung und das unvermeidliche Schaulaufen vor Menschen, die für ihn vielleicht eine wirtschaftliche und damit persönliche Bedeutung besitzen mochten, ihr aber herzlich gleichgültig bis fast unangenehm waren, zu erdulden, läßt unsere Heldin sich direkt in sein Bett ent- und dort zu einem erotischen Intermezzo verführen, dessen kommunikative Begleitung überraschend an einem Thema zu rühren beginnt, das zwischen ihnen absolut nicht ohne Fallstricke sein dürfte.
Unsere Heldin ordnet auf Anweisung ihrer Chefin die Papiere einer älteren Dame, was ihr zunächst gar nicht gefällt, sie dann aber aufgrund der Persönlichkeit der Frau und auch einiger der dokumentierten Sachverhalte zunehmend interessiert. Leider entsteht kein allzu intensiver Kontakt zwischen beiden, so daß die unfreiwillige Sekretärin nach getaner Arbeit leicht enttäuscht nach Hause fährt, um dort die Ruhe der eigenen Stadtwohnung zu genießen. Das gelingt ihr ebenfalls nicht komplett, doch bevor eine schwer zu kontrollierende Niedergeschlagenheit von ihr Besitz ergreifen kann, taucht Moritz auf und rettet den Tag.
Wenn ein Volk nicht wollen will, wie Investoren wollen, daß es wollen soll, dann muß ihm vorgehalten werden, Völker sollten stets nur wollen, was Investoren wollen, daß sie sollen, damit im Allgemeinen gut versöhnt des Volkes Wille zu den Kassen Urnen strömt.
Am Morgen im Bett und beim Frühstücken ergeben sich verschiedene Aussichten für unsere Heldin, die diese erste Nacht in ihrer neuen Wohnung auf eine ihr den Umständen nach nicht ganz genehme, am Ende aber doch sehr gefallende Weise zusammen mit Ansgar verbracht hat. Teilweise sind das eher problematische, teilweise aber auch sehr gute Aussichten, und auf jeden Fall gipfelt der gemeinsame Morgen in einem Ausbruch unverfälschter Begeisterung füreinander, der die meisten Probleme, die sie sich miteinander einhandeln werden, locker aufwiegen dürfte.
Der gute Hirte sitzt auf einer Anhöhe unweit der Herde, sein wachsames Auge umfaßt alle Gefahren bereits im Voraus. Unermüdlich eilen bellende Hunde rund um die Tiere, deren Blöken erfüllt satt die Luft. Es wird Abend. Rauch von Feuer steigt auf. Sterne am Himmel, ein Kranz kleiner Lichter. Das Brüllen der Löwen ist kaum mehr zu hören. Nur Hufe, die scharren, und ein Klang von weit her. Als ob die Stimmen der Nacht der Stille den Schrecken fast nähmen und Lachen regierte die Welt.
Wo Eis unter Wasser schmilzt, zögerlich taumelt, nur fast noch fest scheint, heimlich das hilflose Opfer der Flut, ihrem Zerren erlegen. Gurgelnd, im Triumph einer zischenden Wut, bricht ein Stück weg, eine Lücke entsteht, Verlust macht Sieg erst perfekt. Nur Strömen bleibt, Spiel vieler Strudel, Kälte, in Nässe versteckt.
Weg von der starrenden Kälte weißlichen Tuchs, hinaus aus dem lähmenden Sog des Pulvers, über blendende Dächer behende dahin, immer weiter, helles Blau, und dann in das Licht.
An Winkeln und Scharten, an Kanten Halt finden, fest krallen in Blechen und Stein, tief im Holz, dann Tempo aufnehmen auf endlosen Schrägen, von der Schanze abstoßen, hinauf, vogelfrei.
Ganz im Äther, Antennen gespreizt, Zucken von Spannung, Entladung. Der Stillstand der Achse, für einen Moment.
Im Schauinsland, einer der trendigeren Bars der Stadt, fühlt sich unsere Heldin auf eine eher gebrochene Weise wohl, amüsiert sich aber dennoch, zumal sie an der Seite von Ansgar sich sozusagen zum Stammpersonal rechnen kann. Sie stößt auf Max, einen der Gäste von Frederikes Geburtstagsfeier, führt ein kurzes, durch Alkohol befeuertes Gespräch mit einem Unbekannten, der sich für unwiderstehlich hält, es aber nicht ist, und läßt sich anschließend von Ansgar um ein Haar dazu verleiten, begleitet von einem romantischen Blick auf die nächtliche Stadt ihm ihre Gedanken über ihn, die Welt und andere Nichtigkeiten zu verraten. Und ist glücklich, sich noch einmal mit einer Banalität um eine solche Dunmmheit herum stehlen zu können.
Was der Zweck der Welt sei, hatte der Junge den Pfarrer gefragt, nachdem dieser ihm den Zweck unserer Bastelei versucht hatte zu erklären. Wir standen unten auf dem Hof, klebten bunte Papiere auf schwarze Pappen und froren uns dabei die Finger ab. Der Junge half uns. Nicht direkt unwillig, doch so, als wüßte er für den Samstag Nachmittag keine angenehmere Beschäftigung, wirkte er auf mich nun auch wieder nicht. Ich selbst hätte mir ebenfalls etwas Kurzweiligeres vorstellen können, sogar mit meinem behäbigen Pfarrer zusammen, den ich zwar wie einen älteren Vetter mochte, vielleicht noch ein klein wenig mehr als das, aber keinesfalls für einen Ausbund an sprühender Unterhaltsamkeit hielt.…→ weiterlesen
Auf dem Pass, über dem smaragdgrünen See verstecken Schneeflocken das Gras, behindern die Sicht wie Nebel am Hang, lange Schlangen aus Fels kriechen müde zu Tal.
Auf der Stirn, über dem entschlossenen Blick verstopfen Schweißtropfen die Haut, fällt ein Grinsen von trockenen Lippen, glatte Perlen aus Knochen verbleiben im Mund.
Auf dem Blatt, über verschlungenen Zeichen, geboren zum Betteln auf Zetteln, Vorläufigkeit im fragenden Ausdruck schützt mit Mühe das tapfer noch tänzelnde Wort.
Auf der Passhöhe, oben, lehnt bleierne Nacht sich herab.
Im Hof hat ein Sattler seine Werkstatt entrümpelt, lauter Liebesgedichte liegen leblos herum, aus den Fenstern Parterre schauen Kinder ihm zu, auf der Straße vorm Haus steht reglos ein Rentner und schnauft.
Im Keller üben die Mörder vom dritten Geschoß, bis das Treppenhaus hallt von dem schaurigen Schreien, Schilder kündigen für die kommende Woche das Ablesen der Wasser- und Heizungsuhr an, Müll steht im Weg.
Im Vorderhaus, erster Stock, feiern frische Mieter, im zweiten brennt Licht und ein Mann läuft im Schein einer Lampe auf und ab, in seiner Wohnung gefangen, der Wind hat Vorhangbahnen aus den Fenstern ins Freie gesaugt.
Im Telefonladen unten kichern zwei Mädchen den Jungen an, der ihnen gern Geräte erklärt. Neben der Haustür lehnt ein vergessenes Rad, jemand trat roh in die Speichen, keiner fährt es noch einmal davon.
Der Fuchs hat die Federn im Bett aufgewirbelt, sein Rachen streut Geifer in die Mitte des Raums. Im Aktenschrank wühlt eine Spitzmaus nach Geld, ihr Trippelschritt zeigt den Kontostand an.
Das Leopardenfell wird in zwei Stücke zerteilt, Hufeisen donnern die Stufen zur Kanzel hinauf. Im Keller hausen die Ameisen, Termiten errichten ein zweites, ein besseres Rom.
Das Licht auf der Leinwand, Streifen getaucht in Spuren und Strichen von Pinselgestalt, helles Blau über Feldern mit Schatten voll Form, eine Ahnung von Sonne auf winkliger Welt.
Die Einfahrt blockiert ein Kombi in Rot, der Besuch trifft ein, um Stunden zu spät, laut klappen Türen, Gedränge, ein Lob gilt der Hausfrau, dem rundum erleuchteten Haus.
Mittwochstermine, nach hinten vertagt, der Hund nagt am Knochen, wie stets.
In ihrem neuen Bad kommt es zu einigen angenehm anregenden Handlungen zwischen unserer Heldin und Ansgar, trotz der anfänglichen Bedenken des letzteren ob der räumlichen Nähe ihrer Wohnung zu der seines Vaters. Begleitet von einer lockeren und nicht allzu stringenten Unterhaltung über das Thema Familie nutzen sie die günstigen Eigenschaften der großen Badewanne für ihr beiderseitiges Vergnügen und beschließen danach, den Abend mit einer gemeinsamen Nahrungsaufnahme fortzusetzen.
Zwei Tage vor Heiligabend hatte mich der Pfarrer jener Gemeinde, zu der ich mich seit einiger Zeit ausreichend zugehörig fühle, um ihre Kirche nicht nur zu gelegentlichen Sonntagsbesuchen zu betreten, angerufen und mich auf einen Kaffee zu sich eingeladen. Letzteren servierte er mir in seinem Arbeitszimmer, einem dank eines kleinen Erkers im ansonsten eher düsteren Pfarrhaus hell und freundlich wirkenden Raum, welcher sehr im Gegensatz zu seinen Gedanken stand, die im Laufe unserer Bekanntschaft ziemlich an Dunkelheit zugenommen hatten, was, wie ich sehr hoffte, nicht an mir liegen konnte.…→ weiterlesen
Herr, vergib mir meine Schuld, und meinen Nachbarn ihre auch, und jedermann den Schuldenbauch, den er der Nachwelt auferlegt. Erlöse mich vom Übel, das mein Nächster für mich tragen muß, damit mein Leben schöner glänzt mit jedem Tag, den Du mir schenkst. Ich will ein frommes Schaf Dir sein, das Du durch Dornen, Stock und Stein zu immergrünen Auen führst, belohnt für seine Folgsamkeit. Nie käme ich ins Himmelreich als auf den Spuren Deiner Kraft, die stets für mich das Gute will, und damit Dir das Beste schafft. Und fiele ich in Finsternis, nur meinem Fleische untertan, dann zeigte mir Dein Dasein an, wohin ich strebsam wandern muß. Mich abzukehren von dem Licht, das Deine Botschaft mir verspricht, an der ich niemals zweifeln will, vor der Versuchung schone mich. Herr, sei mein Hüter und mein Trost, mein Umkreis und mein Leben, nur Dir gefallen will ich bloß, auf ewig nach Dir streben.
In ihrer neuen Wohnung will unsere Heldin am Tag nach ihrem offiziellen Einzug und im Anschluß an eines der gewohnt langatmigen Frühstücke auf dem Lande die noch fehlenden Vorhänge an den Fenstern ihrer Wohnung anbringen. Bevor ihre durch ein dummes Mißgeschick ausgelöste Mißlaunigkeit sie ganz hinab ziehen kann, erscheint unerwartet, aber nicht unbestellt Ansgar mit einem Geschenk in der Hand vor ihrer Tür. Das sich entwickelnde Gespräch über die Beziehung zwischen ihr, seinem Vater und ihm wird zusätzlich befeuert durch ein schrittweises Entkleiden, dessen vorgebliches Ziel es ist, das unverhoffte Geschenk, ein großes Seidentuch, zum beiderseitigen Vergnügen am Ende anzuprobieren.
Das Zeitalter der Träumer ist endlich gekommen, wie kratzen die Finger auf Plastik und Glas, wenn zuckende Augäpfel buntes Geschehen aus sämtlichen Ecken der Erde einfangen, wo Glanz der Pupillen die Tränen erzeugt.
Das Zeitalter der Mörder ist endlich gekommen, wie stechen Schneiden von Messern und Säbeln in weichende Haut und zwischen die Muskeln, das Zischen von Stahl, das Splittern der Fenster, Mörser, Schrapnells, die unlöschbaren Feuer.
Das Zeitalter der Lüste ist endlich gekommen, wie wälzen sich Greise auf weißlichen Kindern, das Lachen der Gier aus den Kelchen der Kunst, geborgtes Begehren nach Jugend und Kraft, das Prickeln der Pillen, das verderbende Mehl.
Das Zeitalter der Rückschau ist endlich gekommen, der herrische Blick auf die Wurzeln im Dreck, wie überlegen gestalten sich Kopfwunder neu, dekonstruieren, vernetzen, extrapolieren, ein Schwarm unbegreifbarer Lebensvielfalt.
Das Zeitalter der Maschinen ist endlich gekommen, rastloses Stampfen in Vakuumräumen, staubfrei, die Glätte der Isolation ist das Licht der noch werdenden Strahlen, der Preis einer Zukunft aus lebenden Fasern im Nanobereich.
Das Zeitalter des Denkens ist endlich gekommen, die Muße des Nutzlosen, die Ruhe der Leere, das Kriechen der Gestrauchelten, die Blicke in das Detail sich verliebender Augen, Lippen den Ohren der Ohnmacht, des ewigen Leids.
Das Zeitalter der Inversion ist endlich gekommen, Gebete dem Torus, der mehrfach gewendet das Innen dem Außen als Zwischenraum schenkt, Lieder dem, was die Trennung der Dinge als dinghaften Raum der Entfernung zwanghaft erzeugt.
Das Zeitalter des Winzigen ist endlich gekommen, hohnlachend dem Großen die Schulter gezeigt, das Viele erwirbt den Triumph aus sich selbst, stürzt Eine und Letzte mit Hilfe der Macht des Verdoppelns, dauerhaft Augenblick Seins.
Das Zeitalter der Worte ist endlich gekommen, Spiegel des Trugs und ein Karren der Schmach. Ein Plätschern von Blättern im Wald der Bekenner, ein trauriger Rest und ein mutiger Zwerg.
In einer Fensternische oben im Lager gönnen sich unsere Heldin und Ansgar ein paar spannende Minuten ganz für sich, in deren Verlauf es neben einer erotischen Annäherung auch fast so etwas wie eine Diskussion ihres verworrenen Dreiecks-Verhältnisses gibt. Was am Ende statt im Bett in einer Einladung an Ansgar mündet, ihr zwar nicht beim Einzug, dafür aber beim Aufhängen der Vorhänge in ihrer neuen Wohnug zu helfen, wobei eine mögliche Begegnung zwischen ihm und seinem Vater zumindest unwahrscheinlich ist.
Die Neider im Garten zerschnitten das Gras, auf der Strecke hat keiner gelahmt. Vor der Dachgaube schimmelte glänzend der Tag, als Zukunft logistisch verplant.
Die Bande der Nachbarn zertrat unsren Steg, in der Schule betrog man die Welt. Auf das Dutzend zu wetten, rentierte sich spät, der Ärger gebar bloß sich selbst.
Der Fährmann verschenkte den Nachen aus Stolz, bevor der Konkurs ihn verschlang. Um den Teich wuchs verkrüppeltes Birkengehölz, ein Selbstmörder brach durch und sprang.
Verwaist ist das Haus, die Flur wüst und leer, der Himmel zeigt Spuren von Staub. Rote Beete und Salz, ansteigendes Meer, der Klärschlamm im Fluß aufgestaut.
Wir loben gemeinsam den einzigen Herrn, der gewaltsame Werke erschuf. Wir bitten um Brot und den Blick auf den Stern, kein Auge trifft Schwanz oder Huf.
Unsere Heldin und Murat helfen Ansgar im Hof beim Entladen seines Lieferwagens und oben im Lager beim korrekten Verstauen von Styroporblöcken, die er für seine Basteleien braucht. Aysun kommt hinzu, um den Neuzugang am Lager zu verbuchen, und es ergibt sich sehr günstig, daß sie Murat in Details seiner Mitarbeit in Ansgars Firma verwickelt und anschließend entführt, so daß unser auf diese Weise endlich glücklich allein gelassenes Traumpaar sich intensiv miteinander und ihren verschiedenen Problemen beschäftigen kann.
Mit Urteil vom 12. Mai 1998 (Az 312 O 85/98) hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines 'Links' die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann, so das Landgericht in seiner Urteilsbegründung, nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Von dieser Seite sind 'Links' zu anderen Seiten im Internet gelegt.
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