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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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Fruchtbarkeit #2→ Me  → Songs

Dem Abendlicht will ich die Arme flechten
um jeden gelben Fleck
die Wärme die nicht weichen will
sollen mir die Finger reichen
und in die Schatten tauchen
mit den Augen
tief hinein.
Klein
weil doch der Abend riesig
will ich tanzen
um das Licht
in mich soll's wirken
wortreich wie die Zärtlichkeit
ferner Konturen hinter Dunst
von müdem Himmel vor der Nacht.
Vergossen alles Blut
aus tausend Sprüngen
stumm vergeblich jeder Schmerz.
Zwischen den Haaren liegt die Haut
von Jahren kalter Unberührbarkeit.
Kein Schmuck kein Preis
nur sanftes Nehmen
und kaum ein Stück Unendlichkeit.
Ich rolle Tränen wie den Fels
an ihn geschmiedet
immer Qual
mein Trösten kehrt nicht mehr zu mir zurück.

#601 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 29.08.2008 17:40 © by SuMuze
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Dichtergedicht→ Zwischenräume  → Songs

Es ist der Raum
der zwischen Zeilen
diese auseinander hält.
Es ist der Grund
der hinter Worten
diesen jedes Leben gibt.
Es ist der Klang
der nach den Lauten
diese für mich Singen läßt.
Es ist der Blick
der über Augen
trägt mich in die Welt.

#602 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 28.08.2008 23:15 © by SuMuze
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Fruchtbarkeit→ Lachen  → Songs

Ich bin nur eine
und doch mehr
kann mich
unschwer
vervielfachen
ja finden
bin dann
wo? bei mir?
Oder bin gar
außer mir?
Gieß Lachen
meine Tränen
für die Brut
mein Blut
kreiselt wie Leben
fast
umher.

#603 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 28.08.2008 23:15 © by SuMuze
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Von einem Mädchen→ Heimspiele  → Talks

Alle nennen sie Toyota, was ich als dumm und falsch empfinde und sie daher anfangs bei ihrem richtigen Namen nannte. Das machte sie wütend. Daher habe ich eines Tages resigniert und nenne sie nun auch so. Sie trägt ihre Haare kurz, vielleicht ist das ein Grund für den Namen, denn damit sieht sie von weitem ein klein wenig japanisch aus. Von nahem sieht sie aber aus wie alle Mädchen ihres Alters, nur eben mit kurzen, harten Haarstummeln statt der langen, weichen Haare voller Spangen und Glitzer. Der kleine Roller, mit dem sie herum fährt und den sie selbst repariert - was sie ausgesprochen häufig tun muß - ist hellblau, und sie trägt auch gerne Hellblau. Ihre Augen sollten eigentlich ebenfalls hellblau sein, hat sie mir einmal gesagt. Und daß sie Kontaktlinsen tragen...
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#604 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 27.08.2008 23:10 © by SuMuze
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Von einem Jungen→ Heimspiele  → Talks

Der kleine Junge hat einen Namen, aber mit dem ruft ihn keiner. Ich nenne ihn Pym, verrate aber nicht, warum. Er hat dunkle Haare und dunkle Augen und einen kantigen Schädel und immer dreckige Ellbogen und Ohren. Seine Eltern sind vor Jahren aus Portugal hierher gekommen und sprechen nicht viel. Mag sein, miteinander, mit mir aber nicht. Ich darf in ihrer Wohnung sitzen und mit ihnen Wein trinken, der mir nicht schmeckt, was ich mich aber nicht traue zuzugeben. Ich darf in Papieren herum wühlen und dem Mann sagen, was er zu sagen hat, sollten sie ihn auf dem Amt etwas fragen. Und mit der Frau die defekte Mikrowelle zurückgeben, was das Arsch von Mitarbeiter bei einem geilen Elektrosupermarkt nicht hinnehmen wollte, bis ich mitkam und mich deswegen stolz und tapfer...
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#605 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 26.08.2008 19:18 © by SuMuze
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Items Concerning Self→ Ich  → Songs

Ich weiß um jeden meiner Fehler
ich hab mir alle nach und nach
vor exerziert.
Ich weiß um jede meiner Süchte
ich habe sie alle nach und nach
mir ausprobiert.
Ich weiß um alle meine Schwächen
ich hab mit allen nach und nach
mich vorgeführt.
Ich bin die Flut bin Fels bin Brandung
ich hab jeden meiner Strände
infiltriert.
Ich weiß das Licht nicht hell am Tage
ich sehe Schatten nur
vermummt.
Ich weiß das Singen nicht am Abend
ich höre Murmeln nur
verstummt.
Ich weiß das Ruhen nicht bei Nacht
ich spüre Hasten nur
verkrümmt.
Ich bin der Wind bin Sturm bin Wirbel
ich renne alle meine Bahnen
zu geschwind.
Ich fühl die Hand nicht die mich hält
ich kann kaum stehen
schreibe nur.
Ich fühl den Boden nicht der trägt
ich kann kaum gehen
bleibe nur.
Ich fühl die Erde nicht die wartet
ich kann kaum kriechen
treibe nur.
Ich bin der Lehm bin Dreck bin Brachland
ich stampfe tiefe Wiesen
leere Flur.
Ich ahne um das wilde Schwanken
kralle Finger ins Gebüsch
spüre das Tanzen der Gedanken
ich bin haltlos bin Irrwisch.
Ich lasse alle meine Lippen lachen
mache meine Augen glühn
ich kann Unendlichkeiten machen
nur kein Lachen
nicht eines Weinen
und auch kein Trösten
kann ich sehn.

#606 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 26.08.2008 18:08 © by SuMuze
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Blassfamie→ Mäander  → Songs

Ich bin ein Gott, sprach Gott
geworden aus dem Nichts
nur Götter werden
Nichts bliebe Nichts
wäre nicht Atem
eines Gottes
ihm der Trieb.
Ich bin ein Nichts, sagt' es
geblieben was es war
nur Nichts bleibt
unverändert
nichts regt sich
das ewig Leere
füllt sich nie.
Ich bin der Anfang, sagt das Ende
ich zähle wo die Zahl ausgeht
ich zähle tief
ich zähle weiter
unzählig ist
die Zahl die blieb.
Ich bin nicht hier, sagte das Nirgends
bin nie und nicht
bin stets allein
nur was nicht hier ist
kann nicht dort sein
im Nirgendwo
kann Hier nur sein.
Ich schweige, sagt die Sprache
im Schweigen findet
Sprechen statt
nur Stille redet
unaufhörlich
der Lärm
wird niemals Sprache sein.

#607 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 25.08.2008 20:09 © by SuMuze
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Schneidersitz→ Lügen  → Songs

Tritt ein herein
setz dich hernieder
auf die Stelle
immer wieder
meiden wir
Vergehen die
wir kleiden
jedem Stillstand
unter Schößen
klagen schreibend
Leib und Leben
vor der Zeit.

#608 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 25.08.2008 20:02 © by SuMuze
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FiLiBusTer→ Worte  → Songs

Planiere meine Wege mit dem bleichen Licht des Tages
über Land vermessen schaut mein Blick auf Mut
hoch er die Fassaden klettert blinder Fenster Jealousy
flinkes Auge auf den Simsen dringt hinein und ist privat.
Hintergehe stille Höfe zu dem Summen von Maschinen
hallt im Stein als Melodie aus leisen Dramen die sich spielen
voller Eifer sucht nicht Ruhe sucht Verwaltung sucht Gewalt.
Tönern formt sich Fußabdruck aus Staub der einsam
in den Augenwinkeln überfälliger Geschichten
weil nur der Sinn Geschenk ist den Momenten ewig ruht.
Einbezogen seine Dornen oberhalb des unkartierten Untergrundes und nach Plan.
Lobte mich nicht Nacht zur Zeit?
Rede Widerkäuenden geduldig doch alles Reden ist nur Laab.
Tröste dich, mit Macht ein jeder. Throne eitel daß die Mitte schmeichelt
für den Fall vom Rand gesehen wären alle Perspektiven
Invektiven außer Diensten weil die Leere ist und das Imperium
hat Macht und hat die Zeit.
Schachern hilft den Obdachlosen unter Brücken
über Täler durch den Abend. Tief in allem schafft das Geld!
Es kann nicht schlafen wären seine Bäche Nissenhütten seine Flüsse ein Palast
Transportiert aus Jenseits hin ins Dieses immerwährenden Genuß
für Treuepunkte aberkannte Regularien späte Regel später noch in diesem Jahr.
Interpolierte Epsilone Tau und Zeta nach den Grenzen über alle Maßen
über Ströme hin zum Delta einigt sich was endlos fließt.
Ob es wohl möglich wär zu fragen schon am Morgen - oder nicht?
Ratlos schaut der Magistrat in die Kapitel fremder Viertel
Mietenspiegel stiegen köstlich als kaum erst der Brunch eröffnet wurde
legte schon die Referenzen bei von Volksparteien einen Fehdehandschuh
im Gepäck zur Einsichtnahme und als Veto dann im Hammelsprung der Schluß!
Gestern starb ein Ungewitter war gewiß nur Wetterleuchten.
Morgen putzen wir das Spielfeld, morgen wird es heil und alles wieder
unverfänglich fein und schön!

#609 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 25.08.2008 19:50 © by SuMuze
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Ma n tell→ Zorn  → Songs

Der Mantel den du trägst
sein Braun saugt blasse Sonne
in große Taschen
mein Finger schaut danach
enttäuscht.

Fremd ist der Wind
in wirrem Haar
das Meer ist Ost und grau
so kalt in glatter Wolle
Knochenwerk und starr
dein Arm
ich trage nur Sandalen
schmerzender Kindertrotz
in der Kabine ist
die Welt weit ausgestreckt
ich nicht.

Er hängt jetzt heute
hier im Schrank
du sahst ihn
trägst du ihn?
wenn du mal wieder kommst
dann ja!

Die Taschen sind noch leer.

#610 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 24.08.2008 11:03 © by SuMuze
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Dem Tänzer→ Tanz  → Songs

Tanz mich aus dem Abend
kreisel mich ins Grau
summ mich durch die Stille
wisper mich zur Ruh.

Reiß mich aus dem Himmel
zerre mich ins Nichts
preß mich durch die Kälte
stoße mich zur Nacht.

Hol mich aus den Sternen
locke mich ins Sein
trag mich durch das Abseits
biete mir den Tod.

Hart will ich, bloß dich hassen,
laß mich allein im Morgenrot.

#611 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 24.08.2008 11:02 © by SuMuze
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Supermarktballade→ Tries  → Songs
Weil doch immer wieder ihre Töchter wie ein Kreisel sich um sie und ihren Einkaufswagen mit den Fingern an den Lippen maulend drehn,
schiebt sie diesen an die Seite und raunzt grollend ihren Kindern, aus den Augen blitzt ihr Wut, sie sollen sofort sich hinsetzen, mürrisch zu.
Durch das Piepsen an den Kassen dringt das sanfte Sohlenklappern kleiner Füße, wenn sie unruhig auf den immer kalten Fliesen zögernd stehn.
Auf dem Parkplatz rufen Leute, fahren Autos, grillen Hähnchen, warten Hunde, bellen Hunde, erst in Stunden ist hier endlich wieder Ruh.
#612 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 22.08.2008 23:10 © by SuMuze
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Gedankenzeit→ Me & You  → Songs

Zweiunddreißig Tausendstel Sekunden
dauert es zumeist, wenn ich dich denke.
Zuerst denke ich mir, wie du dann lachst,
wenn Schritt für Schritt du zu mir kommst.
Dann denke ich den Umriß deiner Schultern,
wie die Arme sich bewegen, bei jedem Schritt.
Dann denke ich die Augen, die mich sehen,
und den Geruch nach deinem Hemd.
Dann endet der Gedanke -
ich bin mir selbst dann fremd.

Vierundsechzig Tausendstel Sekunden
dauert es fast immer, wenn ich mich denke.
Ich fange an mit meinen Augen, die mich sehen,
und dem Geruch aus meiner bleichen Haut.
Dann denke ich die Länge meiner Arme,
die Hände, die die Finger spreizen.
Zuletzt denke ich mir Füße
und wie eilig sie oft sind.
Dann denke ich an dich -
noch mal so schnell geschwind.

#613 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 22.08.2008 20:24 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #17→ Alltag  → Talks

Wir laufen mit unseren Papiertüten aus dem Supermarkt in den Armen zwischen dem Wagen und der Küche hin und her. Wie alle aufdringlich hypermodern aussehenden Häuser hat auch bei diesem niemand daran gedacht, solche Wege zu optimieren. Bei uns fahre ich auf den Hof und habe es kaum fünf Meter bis in die Küche hinein. Hier geht es um ein paar Ecken und eine Treppe hinauf und noch eine hinunter. Das wurde einmal richtig mit Verstand geplant. Katharina lacht mich jedes mal an, wenn wir uns begegnen. Ich lache zurück. Mein Herz springt ziemlich wild in meiner Brust herum. Meine Füße können gar nicht so viel hüpfen, wie ich müßte, um damit gleich zu ziehen. Die Sonne scheint immer noch, obwohl im Westen dunkle Wolkenmäuler mit ihren Zungen beginnen, an ihr herum zu...
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#614 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 21.08.2008 21:31 © by SuMuze
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Fingerspitze→ Ich  → Songs

Mir wären wilde Triebe lieber,
und fette Früchte hingen dran,
an jedem Zweig, über und über,
kaum einer der sie tragen kann.

Mit wären lange Schatten lieber,
bedrohlich wie ein stolzer Mann,
sie hielten alle Lichter nieder,
mein Leib käm' gegen ihn nicht an.

Mir wären herbe Gerten lieber,
gespannte Saiten einer Geige,
ihr Boden schwänge wie im Fieber,
tränk' alle Töne aus zur Neige.

Mir wären leise Laute lieber,
meinen Lippen wie zu eigen,
ich flüsterte sie immer wieder,
dir, was ich fühle, herzuzeigen.

Mir ist die Welt nur Fingerspitze,
mit der ich deine zärtlich ritze.

#615 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 20.08.2008 17:02 © by SuMuze
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Geometrie→ Tries  → Songs

I. Kreis

Der Zug gleitet sanft zwischen die beiden Hügelketten hinein,
schneidet gelassen den Zirkel aus Häusern, Straßen
und ein paar müde winkenden Bäumen,
und beginnt den langen Bremsweg
bis unter das schützende Dach der Plattformen.

Mehr aus der Mitte nach den Seiten, wobei
der Kreis wohl keine Seite hat.
Dem einbeschriebenen Quadrat entgegen,
also, bis dieses aufhört, sich zu regen?
Oder das Umbeschriebene vielmehr?
Mehr aus der Ferne in die Mitte,
das Ziel vor Augen, jenen Punkt,
um den sich alles dreht,
bis fett der Kreis, er kann nicht weiter,
im engen Kasten zitternd steht?
Vielleicht doch besser das Quadrat,
das er verletzt, der Kreis, wie es ihn auch?
Was nützen dir Tangenten, wo nur Sekante hilft?
Vergeblich ist der Radius!
Du kommst, du gehst, egal!
Am Ende Pi mal Daumen
löst gütlich alle Qual.

II. Topologie
Nebeneinander quetschen wir uns auf den Bahnhofsvorplatz
und die Fußgängerzone entlang.
Distanzlos und aufgeregt und wortlos am Morgen.
Die Menschen sind weniger häßlich je weiter fort sie sind.
Manche lächeln, viele sehen auf die Linien des Pflasters herunter,
als könnten sie immer noch nicht fassen, daß sie ihnen folgen.

Um jeden Punkt noch mehr,
um diese auch und stets noch weiter,
und je zwei sind verschieden,
denn keiner ist von sich
'was weiter fort als nichts.
Und keine zwei, wo nicht dazwischen
noch immer einer sei.
Ist einer weit vom andern,
ist dieser weit von ihm,
und ist er nah, ist's dieser auch,
ist aber niemals weiter fort,
als beide noch vom Dritten dort
zusammen jemals sind.

III. Abstand
Das Auge erfaßt im Vorbeigehen die Auslagen,
registriert die Ankündigungen
von Ausverkäufen und Geschäftsaufgaben,
die groß auf die Scheiben gemalten Telefonnummern
noch hoffnungsvoller Makler.
Ein Hund sitzt neben einem jungen Mann
auf einer schmutzigen Decke.
Zu viel Kaugummi klebt auf den Steinen,
der Hund mag sich nicht legen.

Fällt etwas senkrecht auf ein Langes
von einem Winzigen herab,
und wär' das Lange auch viel länger,
und fiel' das Winzige ein Stück,
so winzig wie es weniger
kaum vorzustellen wäre,
und hört' das Lange niemals auf,
stets mehr zu sein als lang,
dann kann es sich so strecken,
wie es sich immer strecken mag,
das Winzige blieb' Sieger,
weil's fern vom Langen lag.

IV. Rand
Hinter der großen, doppelflügeligen Tür,
die mit einem schweren Donnern wieder ineinander fällt,
herrschte eben noch die kühle Ruhe des Treppenhauses.
Nun das arbeitswillige Klappern der Absätze beim Hinaufgehen.
Der Geruch nach Holz und einem Steinpflegemittel für die Fliesen.
Von oben kommt eine Ahnung von Stimmen, Lachen
und dem hassenswerten Lärmen der Telefone.

Etwas sei Rand von was,
wenn es, so wenig weit auch weg,
wie es dir nur beliebt,
noch etwas gibt, das nicht
zum was gehört vom dem
das Etwas Rand dann ist.

#616 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 20.08.2008 09:33 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #16→ Alltag  → Talks

Draußen nieselt es ein wenig. Das Wasser läuft in langen, krummen Schlieren an der riesigen Windschutzscheibe entlang, nervös vom Fahrtwind herum getrieben, obwohl sie eher langsam fährt. Sie sitzt am Steuer dieses mächtigen Autos, als könnte sie kaum das Lenkrad festhalten. Dennoch gleiten wir angenehm sanft und fehlerlos durch den frühen Nachmittag. Es ist kalt geworden und ich bin froh. daß ich die Strumpfhose angenommen habe, die sie mir vor der Abfahrt aufgedrängt hat. Zuerst hatte ich gezögert. Ich trage nicht gerne die Kleidung fremder Menschen, schon gar nicht solche, unter der ich fürchte, daß es mir zu schnell warm werden könnte. Aber dann war doch mein Gefühl, besser nicht mehr allzu offenherzig zwischen diesen Menschen herum zu laufen, stärker gewesen....
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#617 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 19.08.2008 20:10 © by SuMuze
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Zwischendurch→ Von Rändern  → Songs

Mir zischte ein Gedanke
so zwischendurch ganz schnell
gleich nach dem kurzen Regen
es war nicht wieder hell
nur ein paar Häuserwände
schienen dem Licht entgegen
und Wettergottgezanke
klang noch in meinem Ohr -
schon war der Blitzgedanke
verschwunden wie zuvor.

#618 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 19.08.2008 09:53 © by SuMuze
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Kreisbau→ Humming  → Songs

Ich ließ so gern in Ruhe,
was ich so gerne seh',
auch wenn ich nicht so tue,
tut es mir doch leise weh.
Ich säß so gern dabei,
wo andere sitzen können,
tanz ungern aus der Reih',
in der sie Land gewinnen.
Ich stünde auf und ging,
wenn alle mit mir gingen,
auch wenn ich sitzend sing,
als würd' es mir gelingen.
Ich tanze vor mich hin;
im Kreis nur ist mir Sinn.

#619 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 18.08.2008 19:59 © by SuMuze
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Satzbau→ Worte  → Songs

Ein Satz ist wie ein Haus
die Steine arg durchlässig
man geht da ein und aus
das Licht ist eher mässig.
Vom Dach sieht man sehr weit
doch hoch zum Dach zu steigen
hat kaum einer die Zeit
vom Eifer ganz zu schweigen.
Deswegen sitzt Parterre
ein strenges Kommitte
das ist der Weite Herre
die man von oben säh'.
Ich wohne Souterrain
und gieße leise Blei;
falls ich's nicht besser kann
bleibe ich halt dabei.

#620 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 18.08.2008 18:38 © by SuMuze
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Montagsballade→ Arbeiten  → Songs

Bin Montag früh zu spät zur Bahn
werf eilig meinen Wagen an
die Straßen wieder vollgestopft
wütend gegen die Stirn geklopft
die Stadt voll Autos und voll Staus
fast noch ein letzter Crash, Parkhaus
dann Fahrstuhl hoch und kurz am Rock
gezupft, auf Blicke keinen Bock
die nur hämisch dich bestrafen
hast wieder mal verschlafen.

Der PC-Boot beim dritten Mal
das Warten auf die Post ist Qual
lange Haare gegenüber
müßten zum Friseur bald wieder
der erste Mann am Telefon
der müllt dich voll mit seinem Hohn
der zweite Kerl ist ein Charmeur
der dritte Trottel Pensionär
das Kassenbuch hat Fehlbestand
du ballst vor Wut im Schoß die Hand
die Urlaubsliste fehlerhaft
kaum hast du einen Brief geschafft
kannst du den nächsten ahnen schon
die Klaue, ja, reinster Hohn.

Aktenordners scharfe Kante
Schwerkraft folgend dich berannte
traf mittschiffs deinen Arm knallhart
am Telefon ist ein Blockwart
mit Hinz und Kunz ist er bekannt
berufsmäßiger Denunziant
im Nebenraum wird laut gelacht
du hast die Listen nicht gemacht
die Chefin dringend hat gewollt
weswegen sie dir böse schmollt
jemand ruft an der nett ist, schön
das sollte immer nur so gehn
es hat Kollegin, die fein schnurrt
fort gefuttert dein Joghurt.

Mittagspause sieht dich kauend
dir das Knie am Tisch anhauend
Grinsen rundum der Kollegen
kannst du zu den Akten legen
der junge Mann am Nebentisch
ist zwar ganz hübsch, jedoch zu frisch
der Alte hinten im Bistro
macht weder dich noch andre froh
es zieht durchs Fenster und es riecht
weil nebenan ein Grillstand liegt
und deine Jacke hat nen Fleck
der geht durch Rubbeln gar nicht weg
und auch der Tag geht nicht voran
müde denkst du: Mann o Mann.
Kerl der sich 'Professor' nannte
hat Bedenken ob Erbtante
welche sitzt ein im Altenheim
die alle viel zu teuer sein
diese nur das Geld ihr nähmen
Reichtum, den doch die bekämen
die von Tante erben würden
würdest ihn zu gern erwürgen
doch, ach, dein Chef durchkreuzt den Plan
und nimmt ihn als Mandanten an
ungeachtet der Grimassen
kann er's wieder mal nicht lassen
ist er so freundlich wie ein Schmock
neuer Fleck schmückt deinen Rock.

Im Abendlicht fährst du nach Haus
freust dich auf Essen, Saus und Braus
auf den Tee und auf die Katzen
die mit ihren weichen Tatzen
dich betatschen, das ist gesund
und auf das Wedeln von dem Hund.
Du sitzt und wartest, ob die Welt
für dich noch was in petto hält
ein Wunderknabe, ein Kaffee
auch etwas Lachen tät nicht weh
du lachst für dich, der Hund schaut zu
hoffst auf abendliche Ruh.

Wie nett, man hat Besuch im Haus
und plant gemeinsam einen Schmaus
es essen alle mit Genuß
was schnell noch eingekauft sein muß
man guckt sich an, man sieht nach dir
du bist die Einkaufsliesel hier.
Wehrst dich noch für zehn Minuten
mußt dich ohnehin schon sputen
der Supermarkt ist gnadenlos
gibst seinem Umsatz einen Stoß
der selbigen in Höhen treibt
Ebbe deiner Börse bleibt.

Spät abends sind sie alle satt
und du bist müde und schachmatt
Hund muß noch den Darm entleeren
in der Küche mußt du kehren
zumindest das Geschirr ist fort
du murmelst leise: Gott oh Gott.
Die Katzen essen ungern Rest
lieben nur Bestes von dem Fest
der Wein war irgendwie verkehrt
er wurde dennoch ausgeleert.
Was sich rächt am nächsten Morgen
mußt dir noch Tabletten borgen
deswegen fährt sie weg, die Bahn,
und alles fängt von vorne an!

#621 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 18.08.2008 18:15 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #15→ Alltag  → Talks

Sich in ein paar Minuten fix anzuziehen ist so eine Sache. Ich kann es, und oft muß ich es, wenn irgendein Gedanke oder eine heimliche Absicht mich morgens den Wecker hat ignorieren lassen. Aber dann ziehe ich mich natürlich nur für mich an, oder fürs Büro, wo sie mich alle kennen und wissen, daß ich so nicht aussehe, wie ich dann aussehe, wenn ich so aussehe. Dabei ist das alles nur großer Quatsch. Diejenigen, für die du dich aufwendig anziehst, würde es meistens nicht einmal stören, wenn du dich gar nicht anzögst - vielmehr wäre vermutlich das Gegenteil oft der Fall. Und wen interessieren schon die anderen? Dennoch stehe ich im Bad, hantiere halbherzig mit den üblichen Waffen herum und denke hektisch darüber nach, was ich anziehen soll. Im Grunde kann ich mich ganz...
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#622 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 17.08.2008 19:33 © by SuMuze
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Leere→ Zwischenräume  → Songs

Leer zwischen Weiten und Randlosigkeit,
ein immerwährend gleiches Gleiten,
hinaus und in sich wieder weich zurück.
Nichts stockt,
nichts bleibt, nichts angehalten,
Unendlichkeit und unverhohlen leises Glück,
im Fernen liegt hier jede Nähe,
winzig ist Großes im Detail.
Das Eine Alles und das Alles reines Nichts.

#623 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 17.08.2008 17:33 © by SuMuze
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Nach(t)bar→ Kurze Gefühle  → Songs

Unter das Glas in dem mein Cocktail köchelt
schiebe ich zart und leise Ränder meiner Strümpfe
wohl denn seine Augen saugen wie den Ton
aus wilder Nachtverheißung tief im Innern
meiner Tasche wo das Handy abgeschaltet
einsam schläft neben dem Doppelpack Kondom.

Ein Taxifahrer ruft. Sein Blick ist stetig doch
unstetig meine Hoffnung, sein Verlangen nach
Bezahlung unterläuft das Arrangierte zwischen
Eins und Zwei Erschöpfte endlich unerreicht
Verwehte meine Muskeln zittern heimlich
aus den Ecken dringt es wieder jenes Zischen

dem Signale untermischt im falschen Denken
nach den Augenwinkeln lenken seiner Seele
unbemächtigt dringt mein lustbetontes Warten
über angedachte Reisen tief ins Innere hinein.

Trost sei seinen Ängsten, bloß und untergeben
läge ich doch unbeschadet meines Gierens weil
im Saldo dieses Abends nur ein Stieren ihm
geblieben. Morgen früh ein neues Leben
wird mich stählen pünktlich zehn und eine
ganze noch Minute denn mein Schlaf regiert

den Aderlaß der Rechnung kalter Hohn aus tausend
Zähnen ungeschlachtes Kellnergähnen
meine Einsamkeit verlöscht weil nach dem
Abstand keiner fragt, die Nacht ist ewig
und der Tag ist immer wieder schwarz.

#624 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 15.08.2008 22:11 © by SuMuze
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So nett ein Leben Lauf→ Teaser  → Songs

Weil ich auf die Erden kam bin ich gebranntes Kind
ich scheue Mühen nicht dem Feuer koste ich
worin geröstet und verstohlen aufgemästet
Brunnen den in den geschüttet nicht gerüttelt
Gift der langen Jahre Mitschuld nimmt für sich.

Als ich auf Erden war war ich die Dumme
alldieweilen meiner Arbeit Plage war nicht Lust
und meine Haare nicht zu grau dem Leid
das Klagen nahm das Lernen koppsabolter
ohne Spannung gelte ich mir selber nicht.

Gab Gehorsam weil wie anders wäre meines Lebens
Born ein Guter? Fragte mich und fragte dich
Doch als Antwort blies mir Windhauch
meine Winzigkeit um selbe trotz mein Wollen
wollte nicht. Deshalb groß und artig größer

gab ich Gaby meine Gabel, saß bescheiden zwischen
beiden als mir Abel doch vergab. Endlich Schluß!

#625 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 15.08.2008 21:04 © by SuMuze
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Sehnsucht #4→ Sehnsucht  → Songs

Nähm' er es ich gäbe
Fragt' er es ich flehte
Möcht' er es ich kröche
Säh' er es ich bäte
- mir gnädig nachzuseh'n!

Könnt' er es ich vergäß'
Spürt' er es ich erließ'
Hört' er es ich erböt'
Nützt' er es ich gewährt'
- ihm jegliches Gescheh'n!

Scham in mir versteckte
Angst in mir ertrüge
Zorn in mir verschwiege
Wut in mir erwürgte
- nichts ließe ich ihn sehn!

Sehnsucht macht weich
und dumm zugleich.

#626 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 15.08.2008 15:15 © by SuMuze
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Stein→ Landschaft  → Songs

Nur Steine sind es
aufgeschichtet und verputzt
der Mörtel bindet sie kaum mehr
ein jeder Anstrich blass
und Gräser überall.
So mancher Stein ist abgenutzt
rund hat die Zeit beschliffen
ihre Kanten von alt her
hat neue in sie eingerissen
wie Wissen aufgemalt
damit ein Finger dann
ungläubig oder stumm
es einmal lesen kann.
Das Licht, das Wasser spürten sie
den Zug des Windes, schwach
wie sanfte Hand des Kindes
kein starker Arm, kaum Kraft
doch lehnen nun die Wände
als wär'n's doch Kinderhände
die Mauern legten nach und nach
bis dann ein Sturm es schafft
der Erde sie zu geben
dem Schlaf von Stein
wenn nur sein Rücken scheint
und jeder Stein
ist schlafend still allein.
Nur dunkle Räume
nur Luft zwischen den Rändern
und darin Leben
oder kalte Träume
und gleich daneben nichts
als weiße Spinnenweben.
Am Holz der letzten Fenster
hängt noch der Staub
vom letzten Winter
im Keller klappt die Tür
nur Schwarz ist kalt dahinter
auf krummen Stufen Dreck
und auf dem Boden Laub
ein Warten ohne Zweck
und ohne ein dafür.
Nur Stein
ein paar und noch mehr Tage
und blauer Himmel obendrein.

#627 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 15.08.2008 14:35 © by SuMuze
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Tagesschau→ Politik  → Songs

Sie klingeln wieder, es ist Acht:
da steht der Hunger vor der Tür,
und draußen hält der Neid gut Wacht,
im Erdgeschoß klopft laut die Gier,
zum ersten Stock stapft Mißgunst auf,
der Hass springt fast bis unters Dach,
den Zorn bremst nichts in seinem Lauf,
fast rüttelt Wut die Kindchen wach.
Jetzt hat man Mitleid für die Welt,
sieht mit Entsetzen hin zur Not,
man rechnet mit dem letzten Geld,
ob noch was bleibt nach täglich Brot.

Um viertel nach sind sie verschwunden,
mit leichtem Schrecken überwunden.

#628 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 14.08.2008 19:55 © by SuMuze
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Mission Report Nike - Canis Major C (concerning reality)→ SciFi  → Songs

Am frühen Abend kamen wir nach Canis Major C

Second Squad Mission Assistant CO Almore
öffnete das Außenschott von Section 4.
Und Wunderkerzenschein ergoß sich schmerzend ins Module hinein.

First Squad Chief Supply Advisor Green
kochte uns frischen Tee, wir tranken ihn.
Und Reisigblätterbesen schoben ihre Akten kreischend vor uns her.

Die Schläuche mit dem Oxygen vibrierten.
Und Sorgfalt ausgebrannte Kinder schraubten Trockentücher fest.

Kühl zwischen Armutsgrenzen kauften Keimlingssprossen Trost.


Ground Control to Mission Nike:
Was sehen Sie, Nike?
Mission Nike to Ground Control:
Unter Feinstaubfilterschraubgewinden überwältigen die Meere.
Ground Control to Mission Nike:
Bitte wiederholen Sie, Nike!
Mission Nike to Ground Control:
Die Ganzheit zweifach umgenäht, Redensarten sanfter Sedimente.
Ground Control to Mission Nike:
Negativ, Nike - bitte wiederholen Sie, Nike!
Mission Nike to Ground Control:
Ein Blauwal kontert Läuferzüge tangential im Mondenschein.
Ground Control to Mission Nike:
Nike, können Sie bestätigen: Blauwal?

Im Wildganzviertel oberhalb Totalität
ummantelt Freiheit liederlich das Nest
wer schluckt verläßt schweres Gerät.


Unbekannter Kommentator (at KLXM-77):
"I'm not quite sure whether they even had had a first lift-off!"

Ozzy Prize (NYPD, former LAPD):
"Let'em come any way they like a'come:
we're prepared to kick'em out any way they'll come!"


Aus dem Orbit schauten wir auf Canis Major C
und schieden

#629 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 13.08.2008 18:18 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #14→ Alltag  → Talks

Es ist noch keine Sechs, als ich wach werde. Vor den Fenstern leuchtet schon, wenn auch etwas zögernd und gräulich, der Morgen, aber Chris schläft noch neben mir, schwer und reglos wie ein Murmeltier. Eine seiner Hände liegt auf meiner Hüfte. Selbst im Schlaf möchte er mich nicht loslassen. Meine Brust schmerzt und sieht beleidigt aus, als ich nach ihr schaue. Ich winde mich vorsichtig unter seinem Griff hervor und krieche aus dem Bett heraus. Auf dem Weg ins Bad kommt mir die Idee, erst noch eine Runde im Schwimmbecken zu planschen. Wozu haben sie das tolle Ding schließlich hier unten im Keller? Ich ziehe mir schnell ein Hemd über und verfluche den Fleck auf meinem neuen Badeanzug und denke, um diese Zeit bin ich da unten sicher allein. Ich schwimme ohnehin lieber...
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#630 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 13.08.2008 17:20 © by SuMuze
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A Shortcut To Life→ Initial  → Songs

Dem Bruder war sie Luder
der Schwester Klassenbester
dem Vater Alma Mater
der Mutter Ungewitter
dem Fremden weiche Lenden;
niemals gelang's
für sich zu sein:
nur Ein, kein Ich -
das ganze Sein exploitiert.

Kein Tanzen kann's
abwenden wenn
zweiter dritter
schlanker Kater
fesselt fester;
prüdes Puder
glänzt nie allein:
nur Schein, kein Licht -
der ganze Leib kontaminiert.

#631 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 13.08.2008 17:08 © by SuMuze
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Einsamkeit laut→ Humming  → Songs

Verschrieb mich als er schrie
lief fort als er mich rief
versteckte mich geschickt
um meine Knie habe ich mir jeden Arm geschlungen.
Mein Finger flicht mein Haar
mich friert ich bin allein
verlassen liege ich bewahrt
zu eng ist meine Speiseröhre wenn ich schlucken soll.
Mein Auge schaut auf ihn
mir zittert.
Bin wieder klein bin wieder jung
bin munter purzelnd aufgezogen!
Verschrieb mich als er schrie
blieb da blieb ich blieb lieb
in meinem Schoß mal ich sein Bild.
Mein Finger flicht mein Haar
Gestrüpp für Täuschung
mit meiner Stirn steh ich für mich.
Mein Auge schaut auf ihn
mir friert.
Bin einsam fern zu ihm.

#632 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 12.08.2008 23:47 © by SuMuze
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Gewitter am Nachmittag→ Tageszeiten  → Songs

Katzen schaun beleidigt,
macht sie der Regen naß.
Katzen essen gar nichts,
gibst du ihnen Fraß.

Hunde wedeln freudig,
nimmst du sie mit ins Feld.
Hunde essen alles,
was dir nicht gefällt.

Menschen lieben gerne,
werden sie selbst geliebt.
Menschen hassen jeden,
der sich dazwischen schiebt.

Wasser steht in Pfützen,
Gewitter platscht hinein.
Sich vor Blitz zu schützen
hilft Vorsicht nicht allein.

Lippen pressen hart
aus Lauten harten Sinn.
Augen blicken kalt
zu kaltem Astwerk hin.

Im Hof biegt sich die Hasel,
am Horizont ein Baum.
Im Haus schweigt das Gefasel,
am Himmel hängt ein Traum.

#633 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 12.08.2008 16:19 © by SuMuze
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Beschäftigung #16→ Beschäftigung  → Soaps

Das Pflaster war so warm, daß ihre Haut daran zu kleben schien, wenn sie aus Versehen von der Decke herab rollte und in direkten Kontakt mit dem Boden kam. Immer noch leuchtete gelbes Sonnenlicht von den Fassaden der östlichen Häuserzeile zurück. Und durch den Straßenausschnitt nach Westen hin drang ein breiter, greller Lichtkorridor quer durch die Menschen und Bäume hindurch auf den Platz. Wie ein Keil einer anstürmenden Armee, dachte sie, der Hitze und Licht im Übermaß in die belagerte Festung herein brachte. Die meisten Fenster ringsum standen weit offen und in manchen lagen nahezu bewegungslose Zuschauer. Auf dem Platz aber gab es mehr als genug Bewegung. Kinder rannten herum, mit oder ohne Ball. Manche versuchten sich auf Einrädern, was nach den unvermeidlich...
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#634 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 11.08.2008 19:40 © by SuMuze
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Weiche Wehmut nach harter Trennung→ Trennungen  → Songs

Bog über harten Rücken harter Hand
wen immer zu verbiegen er verstand.
Stieß über scharfen Rand mit scharfem Stoß
wen immer zu verstoßen er beschloß.

Dankt über zarten Wangen zarten Hohn
wem immer zu verdanken er gescheut.
Gab über kalten Worten kalten Lohn
wem immer zu vergeben er bereut.

Log über weichen Lippen weiche Gier
wann immer zu belügen ihm war Zeit.
Ließ über heißen Tränen heißes Leid
wann immer zu verlassen ihm war Zier.

War grell und glatt, war spitz und schön,
Wie Eis mir Pfahl in Leib und Sinn.

#635 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 11.08.2008 12:26 © by SuMuze
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Liebesspiele→ Liebe usw.  → Songs

Als sich mein Liebster schneuzte,
mir beischlafenderweis,
mir Übelstes schon deuchte,
und zart andeutend leis,
frug ich den Schweißgetränkten,
ob meiner Hingab' Preis'
wohl seine Lüste kränkten.
O nein, sprach er. So sei's,
daß, die ihm Schenkel schenkten,
die trügen fremden Schoß,
stets her zu mir ihn lenkten,
wie eifrigstes Geschoß,
das doch zur Erde fiele -
so seien Liebesspiele.

#636 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 11.08.2008 12:12 © by SuMuze
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Hausatem→ Häuser  → Songs

Sein Atem klappert an den Fensterläden,
zahm nur am Tag, mit Macht zur Nacht.
Sein Hauch berührt mich, wenn ich liege,
mürbt meinen Traum, zerrt meinen Schlaf.
Am Morgen sind mir meine Finger klamm,
und Male spüre ich am Hals. Stramm
sind die Waden angespannt. Ich wiege
mich entlang der Sonne müde in das Licht.
Es duldet nicht, in seinen Mauern darf,
in seinen Räumen sehen meine Augen nicht.

#637 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 08.08.2008 23:17 © by SuMuze
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Hard-Boiled Affair #4→ wet  → Talks

Über uns ragte ein viereckiger Kirchturm mit ein paar an Schießscharten erinnernden Fensterhöhlen ziemlich wuchtig in den Himmel hinauf. Starke Scheinwerfer strahlten ihn - allen Sparerlassen der Kirchenverwaltung zum Trotz - großzügig und beinahe taghell an. Es wäre auch eine Schande gewesen, wenn nicht. Der weiche und im Lauf der Zeit reichlich krümelig gewordene Sandstein zeigte im elektrischen Licht einen auf mich äußerst fromm wirkenden Gelbton. Und der wiederum sah gegen den kalt wie die Sünde dahinter lauernden, tiefblauen Abendhimmel absolut fantastisch aus. Kirchen sollte man sich immer im Kontrast anschauen, wie alles, was mit Glauben zu tun hat, da es seinen Gehalt stets nur aus dem Gegenüber bezieht. Zur Kirche hinauf zog sich eine mit rundem Kopfstein...
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#638 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 08.08.2008 11:17 © by SuMuze
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Wochenmarkt→ Alltag  → Songs

Der Mann mit der Nase wie seine Kartoffeln
hat lustige Lippen und nutzt sie auch so.
Seine Hände sind derb, so wie seine Witze,
über die seine Kundinnen lachen, gerne und froh.
In die alten Gesichter, unter hartmatte Haare,
auf verkniffene Münder, in Müdigkeit auch,
zwischen hastiges Atmen, Tribut der Jahre,
auf schwielige Arme, auf Fett und auf Bauch,
legen die Worte Spaß auf, wie früher,
und er heißt junger Mann, allem Anschein zum Trotz,
und sie junge Frau, auch sie war einst jünger,
sie zahlt ihn fast passend, doch er gibt ihr heraus.
Dann wechselt sein Blick, sie geht eilig weiter,
für drei Meter und mehr denkt sie nur mehr für sich,
oft ist es Regen, viel Wind, aber manchmal auch heiter,
zwischen Ständen im Schatten findet sich Licht.

#639 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 08.08.2008 11:16 © by SuMuze
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Hard-Boiled Affair #3→ wet  → Talks

Irgendwie schien mir mein Auto nicht in seine Einfahrt zu passen. Es sah neben all den prächtigen Häusern in der Straße und den ebenso prächtigen Wagen nicht gut aus. Aber ein anderer Platz war nicht frei, und das Garagentor blieb mir verschlossen. Meine Scheckkarte wollte einfach nicht ins Schloß passen. Von der Haustür aus wirkte das dann, als wäre die Putzfrau gekommen. Auch er mochte es so empfinden, denn sein Blick auf mich war unter einer dünnen Tünche des Willkommens unwillig und eigenartig glanzlos. Das konnte den leichten Unterton von Ärger erklären, mit dem ich seine Begrüßung erwiderte. Und den er sofort spürte. "Was ist dir?" fragte er. Seinerseits nun selbst ungehaltener darüber, daß ich ungehalten wirkte. Ich küßte mir meinen Ärger von der Seele und...
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#640 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 07.08.2008 22:22 © by SuMuze
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