| Fruchtbarkeit #2 | → Me → Songs |
Dem Abendlicht will ich die Arme flechten um jeden gelben Fleck die Wärme die nicht weichen will sollen mir die Finger reichen und in die Schatten tauchen mit den Augen tief hinein. Klein weil doch der Abend riesig will ich tanzen um das Licht in mich soll's wirken wortreich wie die Zärtlichkeit ferner Konturen hinter Dunst von müdem Himmel vor der Nacht. Vergossen alles Blut aus tausend Sprüngen stumm vergeblich jeder Schmerz. Zwischen den Haaren liegt die Haut von Jahren kalter Unberührbarkeit. Kein Schmuck kein Preis nur sanftes Nehmen und kaum ein Stück Unendlichkeit. Ich rolle Tränen wie den Fels an ihn geschmiedet immer Qual mein Trösten kehrt nicht mehr zu mir zurück. |
#601 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 29.08.2008 17:40 © by SuMuze
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| Dichtergedicht | → Zwischenräume → Songs |
Es ist der Raum der zwischen Zeilen diese auseinander hält. Es ist der Grund der hinter Worten diesen jedes Leben gibt. Es ist der Klang der nach den Lauten diese für mich Singen läßt. Es ist der Blick der über Augen trägt mich in die Welt. |
#602 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 28.08.2008 23:15 © by SuMuze
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| Fruchtbarkeit | → Lachen → Songs |
Ich bin nur eine und doch mehr kann mich unschwer vervielfachen ja finden bin dann wo? bei mir? Oder bin gar außer mir? Gieß Lachen meine Tränen für die Brut mein Blut kreiselt wie Leben fast umher. |
#603 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 28.08.2008 23:15 © by SuMuze
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| Von einem Mädchen | → Heimspiele → Talks |
Alle nennen sie Toyota, was ich als dumm und falsch empfinde und sie daher anfangs bei ihrem richtigen Namen nannte. Das machte sie wütend. Daher habe ich eines Tages resigniert und nenne sie nun auch so. Sie trägt ihre Haare kurz, vielleicht ist das ein Grund für den Namen, denn damit sieht sie von weitem ein klein wenig japanisch aus. Von nahem sieht sie aber aus wie alle Mädchen ihres Alters, nur eben mit kurzen, harten Haarstummeln statt der langen, weichen Haare voller Spangen und Glitzer. Der kleine Roller, mit dem sie herum fährt und den sie selbst repariert - was sie ausgesprochen häufig tun muß - ist hellblau, und sie trägt auch gerne Hellblau. Ihre Augen sollten eigentlich ebenfalls hellblau sein, hat sie mir einmal gesagt. Und daß sie Kontaktlinsen tragen... [weiterlesen] |
#604 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 27.08.2008 23:10 © by SuMuze
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| Von einem Jungen | → Heimspiele → Talks |
Der kleine Junge hat einen Namen, aber mit dem ruft ihn keiner. Ich nenne ihn Pym, verrate aber nicht, warum. Er hat dunkle Haare und dunkle Augen und einen kantigen Schädel und immer dreckige Ellbogen und Ohren. Seine Eltern sind vor Jahren aus Portugal hierher gekommen und sprechen nicht viel. Mag sein, miteinander, mit mir aber nicht. Ich darf in ihrer Wohnung sitzen und mit ihnen Wein trinken, der mir nicht schmeckt, was ich mich aber nicht traue zuzugeben. Ich darf in Papieren herum wühlen und dem Mann sagen, was er zu sagen hat, sollten sie ihn auf dem Amt etwas fragen. Und mit der Frau die defekte Mikrowelle zurückgeben, was das Arsch von Mitarbeiter bei einem geilen Elektrosupermarkt nicht hinnehmen wollte, bis ich mitkam und mich deswegen stolz und tapfer... [weiterlesen] |
#605 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 26.08.2008 19:18 © by SuMuze
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| Items Concerning Self | → Ich → Songs |
Ich weiß um jeden meiner Fehler ich hab mir alle nach und nach vor exerziert. Ich weiß um jede meiner Süchte ich habe sie alle nach und nach mir ausprobiert. Ich weiß um alle meine Schwächen ich hab mit allen nach und nach mich vorgeführt. Ich bin die Flut bin Fels bin Brandung ich hab jeden meiner Strände infiltriert. Ich weiß das Licht nicht hell am Tage ich sehe Schatten nur vermummt. Ich weiß das Singen nicht am Abend ich höre Murmeln nur verstummt. Ich weiß das Ruhen nicht bei Nacht ich spüre Hasten nur verkrümmt. Ich bin der Wind bin Sturm bin Wirbel ich renne alle meine Bahnen zu geschwind. Ich fühl die Hand nicht die mich hält ich kann kaum stehen schreibe nur. Ich fühl den Boden nicht der trägt ich kann kaum gehen bleibe nur. Ich fühl die Erde nicht die wartet ich kann kaum kriechen treibe nur. Ich bin der Lehm bin Dreck bin Brachland ich stampfe tiefe Wiesen leere Flur. Ich ahne um das wilde Schwanken kralle Finger ins Gebüsch spüre das Tanzen der Gedanken ich bin haltlos bin Irrwisch. Ich lasse alle meine Lippen lachen mache meine Augen glühn ich kann Unendlichkeiten machen nur kein Lachen nicht eines Weinen und auch kein Trösten kann ich sehn. |
#606 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 26.08.2008 18:08 © by SuMuze
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| Blassfamie | → Mäander → Songs |
Ich bin ein Gott, sprach Gott geworden aus dem Nichts nur Götter werden Nichts bliebe Nichts wäre nicht Atem eines Gottes ihm der Trieb. Ich bin ein Nichts, sagt' es geblieben was es war nur Nichts bleibt unverändert nichts regt sich das ewig Leere füllt sich nie. Ich bin der Anfang, sagt das Ende ich zähle wo die Zahl ausgeht ich zähle tief ich zähle weiter unzählig ist die Zahl die blieb. Ich bin nicht hier, sagte das Nirgends bin nie und nicht bin stets allein nur was nicht hier ist kann nicht dort sein im Nirgendwo kann Hier nur sein. Ich schweige, sagt die Sprache im Schweigen findet Sprechen statt nur Stille redet unaufhörlich der Lärm wird niemals Sprache sein. |
#607 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 25.08.2008 20:09 © by SuMuze
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| Schneidersitz | → Lügen → Songs |
Tritt ein herein setz dich hernieder auf die Stelle immer wieder meiden wir Vergehen die wir kleiden jedem Stillstand unter Schößen klagen schreibend Leib und Leben vor der Zeit. |
#608 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 25.08.2008 20:02 © by SuMuze
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| FiLiBusTer | → Worte → Songs |
Planiere meine Wege mit dem bleichen Licht des Tages über Land vermessen schaut mein Blick auf Mut hoch er die Fassaden klettert blinder Fenster Jealousy flinkes Auge auf den Simsen dringt hinein und ist privat. Hintergehe stille Höfe zu dem Summen von Maschinen hallt im Stein als Melodie aus leisen Dramen die sich spielen voller Eifer sucht nicht Ruhe sucht Verwaltung sucht Gewalt. Tönern formt sich Fußabdruck aus Staub der einsam in den Augenwinkeln überfälliger Geschichten weil nur der Sinn Geschenk ist den Momenten ewig ruht. Einbezogen seine Dornen oberhalb des unkartierten Untergrundes und nach Plan. Lobte mich nicht Nacht zur Zeit? Rede Widerkäuenden geduldig doch alles Reden ist nur Laab. Tröste dich, mit Macht ein jeder. Throne eitel daß die Mitte schmeichelt für den Fall vom Rand gesehen wären alle Perspektiven Invektiven außer Diensten weil die Leere ist und das Imperium hat Macht und hat die Zeit. Schachern hilft den Obdachlosen unter Brücken über Täler durch den Abend. Tief in allem schafft das Geld! Es kann nicht schlafen wären seine Bäche Nissenhütten seine Flüsse ein Palast Transportiert aus Jenseits hin ins Dieses immerwährenden Genuß für Treuepunkte aberkannte Regularien späte Regel später noch in diesem Jahr. Interpolierte Epsilone Tau und Zeta nach den Grenzen über alle Maßen über Ströme hin zum Delta einigt sich was endlos fließt. Ob es wohl möglich wär zu fragen schon am Morgen - oder nicht? Ratlos schaut der Magistrat in die Kapitel fremder Viertel Mietenspiegel stiegen köstlich als kaum erst der Brunch eröffnet wurde legte schon die Referenzen bei von Volksparteien einen Fehdehandschuh im Gepäck zur Einsichtnahme und als Veto dann im Hammelsprung der Schluß! Gestern starb ein Ungewitter war gewiß nur Wetterleuchten. Morgen putzen wir das Spielfeld, morgen wird es heil und alles wieder unverfänglich fein und schön! |
#609 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 25.08.2008 19:50 © by SuMuze
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| Ma n tell | → Zorn → Songs |
Der Mantel den du trägst sein Braun saugt blasse Sonne in große Taschen mein Finger schaut danach enttäuscht.
Fremd ist der Wind in wirrem Haar das Meer ist Ost und grau so kalt in glatter Wolle Knochenwerk und starr dein Arm ich trage nur Sandalen schmerzender Kindertrotz in der Kabine ist die Welt weit ausgestreckt ich nicht.
Er hängt jetzt heute hier im Schrank du sahst ihn trägst du ihn? wenn du mal wieder kommst dann ja!
Die Taschen sind noch leer. |
#610 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 24.08.2008 11:03 © by SuMuze
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| Dem Tänzer | → Tanz → Songs |
Tanz mich aus dem Abend kreisel mich ins Grau summ mich durch die Stille wisper mich zur Ruh.
Reiß mich aus dem Himmel zerre mich ins Nichts preß mich durch die Kälte stoße mich zur Nacht.
Hol mich aus den Sternen locke mich ins Sein trag mich durch das Abseits biete mir den Tod.
Hart will ich, bloß dich hassen, laß mich allein im Morgenrot. |
#611 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 24.08.2008 11:02 © by SuMuze
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| Supermarktballade | → Tries → Songs |
| Weil doch immer wieder ihre Töchter wie ein Kreisel sich um sie und ihren Einkaufswagen mit den Fingern an den Lippen maulend drehn, | | | schiebt sie diesen an die Seite und raunzt grollend ihren Kindern, aus den Augen blitzt ihr Wut, sie sollen sofort sich hinsetzen, mürrisch zu. | | Durch das Piepsen an den Kassen dringt das sanfte Sohlenklappern kleiner Füße, wenn sie unruhig auf den immer kalten Fliesen zögernd stehn. | | | Auf dem Parkplatz rufen Leute, fahren Autos, grillen Hähnchen, warten Hunde, bellen Hunde, erst in Stunden ist hier endlich wieder Ruh. |
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#612 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 22.08.2008 23:10 © by SuMuze
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| Gedankenzeit | → Me & You → Songs |
Zweiunddreißig Tausendstel Sekunden dauert es zumeist, wenn ich dich denke. Zuerst denke ich mir, wie du dann lachst, wenn Schritt für Schritt du zu mir kommst. Dann denke ich den Umriß deiner Schultern, wie die Arme sich bewegen, bei jedem Schritt. Dann denke ich die Augen, die mich sehen, und den Geruch nach deinem Hemd. Dann endet der Gedanke - ich bin mir selbst dann fremd.
Vierundsechzig Tausendstel Sekunden dauert es fast immer, wenn ich mich denke. Ich fange an mit meinen Augen, die mich sehen, und dem Geruch aus meiner bleichen Haut. Dann denke ich die Länge meiner Arme, die Hände, die die Finger spreizen. Zuletzt denke ich mir Füße und wie eilig sie oft sind. Dann denke ich an dich - noch mal so schnell geschwind. |
#613 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 22.08.2008 20:24 © by SuMuze
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| Alltag in der Stadt #17 | → Alltag → Talks |
Wir laufen mit unseren Papiertüten aus dem Supermarkt in den Armen zwischen dem Wagen und der Küche hin und her. Wie alle aufdringlich hypermodern aussehenden Häuser hat auch bei diesem niemand daran gedacht, solche Wege zu optimieren. Bei uns fahre ich auf den Hof und habe es kaum fünf Meter bis in die Küche hinein. Hier geht es um ein paar Ecken und eine Treppe hinauf und noch eine hinunter. Das wurde einmal richtig mit Verstand geplant. Katharina lacht mich jedes mal an, wenn wir uns begegnen. Ich lache zurück. Mein Herz springt ziemlich wild in meiner Brust herum. Meine Füße können gar nicht so viel hüpfen, wie ich müßte, um damit gleich zu ziehen. Die Sonne scheint immer noch, obwohl im Westen dunkle Wolkenmäuler mit ihren Zungen beginnen, an ihr herum zu... [weiterlesen] |
#614 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 21.08.2008 21:31 © by SuMuze
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| Fingerspitze | → Ich → Songs |
Mir wären wilde Triebe lieber, und fette Früchte hingen dran, an jedem Zweig, über und über, kaum einer der sie tragen kann.
Mit wären lange Schatten lieber, bedrohlich wie ein stolzer Mann, sie hielten alle Lichter nieder, mein Leib käm' gegen ihn nicht an.
Mir wären herbe Gerten lieber, gespannte Saiten einer Geige, ihr Boden schwänge wie im Fieber, tränk' alle Töne aus zur Neige.
Mir wären leise Laute lieber, meinen Lippen wie zu eigen, ich flüsterte sie immer wieder, dir, was ich fühle, herzuzeigen.
Mir ist die Welt nur Fingerspitze, mit der ich deine zärtlich ritze. |
#615 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 20.08.2008 17:02 © by SuMuze
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| Geometrie | → Tries → Songs |
I. Kreis
Der Zug gleitet sanft zwischen die beiden Hügelketten hinein, schneidet gelassen den Zirkel aus Häusern, Straßen und ein paar müde winkenden Bäumen, und beginnt den langen Bremsweg bis unter das schützende Dach der Plattformen. Mehr aus der Mitte nach den Seiten, wobei der Kreis wohl keine Seite hat. Dem einbeschriebenen Quadrat entgegen, also, bis dieses aufhört, sich zu regen? Oder das Umbeschriebene vielmehr? Mehr aus der Ferne in die Mitte, das Ziel vor Augen, jenen Punkt, um den sich alles dreht, bis fett der Kreis, er kann nicht weiter, im engen Kasten zitternd steht? Vielleicht doch besser das Quadrat, das er verletzt, der Kreis, wie es ihn auch? Was nützen dir Tangenten, wo nur Sekante hilft? Vergeblich ist der Radius! Du kommst, du gehst, egal! Am Ende Pi mal Daumen löst gütlich alle Qual.
II. Topologie
Nebeneinander quetschen wir uns auf den Bahnhofsvorplatz und die Fußgängerzone entlang. Distanzlos und aufgeregt und wortlos am Morgen. Die Menschen sind weniger häßlich je weiter fort sie sind. Manche lächeln, viele sehen auf die Linien des Pflasters herunter, als könnten sie immer noch nicht fassen, daß sie ihnen folgen. Um jeden Punkt noch mehr, um diese auch und stets noch weiter, und je zwei sind verschieden, denn keiner ist von sich 'was weiter fort als nichts. Und keine zwei, wo nicht dazwischen noch immer einer sei. Ist einer weit vom andern, ist dieser weit von ihm, und ist er nah, ist's dieser auch, ist aber niemals weiter fort, als beide noch vom Dritten dort zusammen jemals sind.
III. Abstand
Das Auge erfaßt im Vorbeigehen die Auslagen, registriert die Ankündigungen von Ausverkäufen und Geschäftsaufgaben, die groß auf die Scheiben gemalten Telefonnummern noch hoffnungsvoller Makler. Ein Hund sitzt neben einem jungen Mann auf einer schmutzigen Decke. Zu viel Kaugummi klebt auf den Steinen, der Hund mag sich nicht legen. Fällt etwas senkrecht auf ein Langes von einem Winzigen herab, und wär' das Lange auch viel länger, und fiel' das Winzige ein Stück, so winzig wie es weniger kaum vorzustellen wäre, und hört' das Lange niemals auf, stets mehr zu sein als lang, dann kann es sich so strecken, wie es sich immer strecken mag, das Winzige blieb' Sieger, weil's fern vom Langen lag.
IV. Rand
Hinter der großen, doppelflügeligen Tür, die mit einem schweren Donnern wieder ineinander fällt, herrschte eben noch die kühle Ruhe des Treppenhauses. Nun das arbeitswillige Klappern der Absätze beim Hinaufgehen. Der Geruch nach Holz und einem Steinpflegemittel für die Fliesen. Von oben kommt eine Ahnung von Stimmen, Lachen und dem hassenswerten Lärmen der Telefone. Etwas sei Rand von was, wenn es, so wenig weit auch weg, wie es dir nur beliebt, noch etwas gibt, das nicht zum was gehört vom dem das Etwas Rand dann ist. |
#616 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 20.08.2008 09:33 © by SuMuze
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| Alltag in der Stadt #16 | → Alltag → Talks |
Draußen nieselt es ein wenig. Das Wasser läuft in langen, krummen Schlieren an der riesigen Windschutzscheibe entlang, nervös vom Fahrtwind herum getrieben, obwohl sie eher langsam fährt. Sie sitzt am Steuer dieses mächtigen Autos, als könnte sie kaum das Lenkrad festhalten. Dennoch gleiten wir angenehm sanft und fehlerlos durch den frühen Nachmittag. Es ist kalt geworden und ich bin froh. daß ich die Strumpfhose angenommen habe, die sie mir vor der Abfahrt aufgedrängt hat. Zuerst hatte ich gezögert. Ich trage nicht gerne die Kleidung fremder Menschen, schon gar nicht solche, unter der ich fürchte, daß es mir zu schnell warm werden könnte. Aber dann war doch mein Gefühl, besser nicht mehr allzu offenherzig zwischen diesen Menschen herum zu laufen, stärker gewesen.... [weiterlesen] |
#617 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 19.08.2008 20:10 © by SuMuze
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| Zwischendurch | → Von Rändern → Songs |
Mir zischte ein Gedanke so zwischendurch ganz schnell gleich nach dem kurzen Regen es war nicht wieder hell nur ein paar Häuserwände schienen dem Licht entgegen und Wettergottgezanke klang noch in meinem Ohr - schon war der Blitzgedanke verschwunden wie zuvor. |
#618 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 19.08.2008 09:53 © by SuMuze
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| Kreisbau | → Humming → Songs |
Ich ließ so gern in Ruhe, was ich so gerne seh', auch wenn ich nicht so tue, tut es mir doch leise weh. Ich säß so gern dabei, wo andere sitzen können, tanz ungern aus der Reih', in der sie Land gewinnen. Ich stünde auf und ging, wenn alle mit mir gingen, auch wenn ich sitzend sing, als würd' es mir gelingen. Ich tanze vor mich hin; im Kreis nur ist mir Sinn. |
#619 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 18.08.2008 19:59 © by SuMuze
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| Satzbau | → Worte → Songs |
Ein Satz ist wie ein Haus die Steine arg durchlässig man geht da ein und aus das Licht ist eher mässig. Vom Dach sieht man sehr weit doch hoch zum Dach zu steigen hat kaum einer die Zeit vom Eifer ganz zu schweigen. Deswegen sitzt Parterre ein strenges Kommitte das ist der Weite Herre die man von oben säh'. Ich wohne Souterrain und gieße leise Blei; falls ich's nicht besser kann bleibe ich halt dabei. |
#620 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 18.08.2008 18:38 © by SuMuze
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| Montagsballade | → Arbeiten → Songs |
Bin Montag früh zu spät zur Bahn werf eilig meinen Wagen an die Straßen wieder vollgestopft wütend gegen die Stirn geklopft die Stadt voll Autos und voll Staus fast noch ein letzter Crash, Parkhaus dann Fahrstuhl hoch und kurz am Rock gezupft, auf Blicke keinen Bock die nur hämisch dich bestrafen hast wieder mal verschlafen.
Der PC-Boot beim dritten Mal das Warten auf die Post ist Qual lange Haare gegenüber müßten zum Friseur bald wieder der erste Mann am Telefon der müllt dich voll mit seinem Hohn der zweite Kerl ist ein Charmeur der dritte Trottel Pensionär das Kassenbuch hat Fehlbestand du ballst vor Wut im Schoß die Hand die Urlaubsliste fehlerhaft kaum hast du einen Brief geschafft kannst du den nächsten ahnen schon die Klaue, ja, reinster Hohn.
Aktenordners scharfe Kante Schwerkraft folgend dich berannte traf mittschiffs deinen Arm knallhart am Telefon ist ein Blockwart mit Hinz und Kunz ist er bekannt berufsmäßiger Denunziant im Nebenraum wird laut gelacht du hast die Listen nicht gemacht die Chefin dringend hat gewollt weswegen sie dir böse schmollt jemand ruft an der nett ist, schön das sollte immer nur so gehn es hat Kollegin, die fein schnurrt fort gefuttert dein Joghurt.
Mittagspause sieht dich kauend dir das Knie am Tisch anhauend Grinsen rundum der Kollegen kannst du zu den Akten legen der junge Mann am Nebentisch ist zwar ganz hübsch, jedoch zu frisch der Alte hinten im Bistro macht weder dich noch andre froh es zieht durchs Fenster und es riecht weil nebenan ein Grillstand liegt und deine Jacke hat nen Fleck der geht durch Rubbeln gar nicht weg und auch der Tag geht nicht voran müde denkst du: Mann o Mann. | Kerl der sich 'Professor' nannte hat Bedenken ob Erbtante welche sitzt ein im Altenheim die alle viel zu teuer sein diese nur das Geld ihr nähmen Reichtum, den doch die bekämen die von Tante erben würden würdest ihn zu gern erwürgen doch, ach, dein Chef durchkreuzt den Plan und nimmt ihn als Mandanten an ungeachtet der Grimassen kann er's wieder mal nicht lassen ist er so freundlich wie ein Schmock neuer Fleck schmückt deinen Rock.
Im Abendlicht fährst du nach Haus freust dich auf Essen, Saus und Braus auf den Tee und auf die Katzen die mit ihren weichen Tatzen dich betatschen, das ist gesund und auf das Wedeln von dem Hund. Du sitzt und wartest, ob die Welt für dich noch was in petto hält ein Wunderknabe, ein Kaffee auch etwas Lachen tät nicht weh du lachst für dich, der Hund schaut zu hoffst auf abendliche Ruh.
Wie nett, man hat Besuch im Haus und plant gemeinsam einen Schmaus es essen alle mit Genuß was schnell noch eingekauft sein muß man guckt sich an, man sieht nach dir du bist die Einkaufsliesel hier. Wehrst dich noch für zehn Minuten mußt dich ohnehin schon sputen der Supermarkt ist gnadenlos gibst seinem Umsatz einen Stoß der selbigen in Höhen treibt Ebbe deiner Börse bleibt.
Spät abends sind sie alle satt und du bist müde und schachmatt Hund muß noch den Darm entleeren in der Küche mußt du kehren zumindest das Geschirr ist fort du murmelst leise: Gott oh Gott. Die Katzen essen ungern Rest lieben nur Bestes von dem Fest der Wein war irgendwie verkehrt er wurde dennoch ausgeleert. Was sich rächt am nächsten Morgen mußt dir noch Tabletten borgen deswegen fährt sie weg, die Bahn, und alles fängt von vorne an! |
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#621 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 18.08.2008 18:15 © by SuMuze
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| Alltag in der Stadt #15 | → Alltag → Talks |
Sich in ein paar Minuten fix anzuziehen ist so eine Sache. Ich kann es, und oft muß ich es, wenn irgendein Gedanke oder eine heimliche Absicht mich morgens den Wecker hat ignorieren lassen. Aber dann ziehe ich mich natürlich nur für mich an, oder fürs Büro, wo sie mich alle kennen und wissen, daß ich so nicht aussehe, wie ich dann aussehe, wenn ich so aussehe. Dabei ist das alles nur großer Quatsch. Diejenigen, für die du dich aufwendig anziehst, würde es meistens nicht einmal stören, wenn du dich gar nicht anzögst - vielmehr wäre vermutlich das Gegenteil oft der Fall. Und wen interessieren schon die anderen? Dennoch stehe ich im Bad, hantiere halbherzig mit den üblichen Waffen herum und denke hektisch darüber nach, was ich anziehen soll. Im Grunde kann ich mich ganz... [weiterlesen] |
#622 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 17.08.2008 19:33 © by SuMuze
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| Leere | → Zwischenräume → Songs |
Leer zwischen Weiten und Randlosigkeit, ein immerwährend gleiches Gleiten, hinaus und in sich wieder weich zurück. Nichts stockt, nichts bleibt, nichts angehalten, Unendlichkeit und unverhohlen leises Glück, im Fernen liegt hier jede Nähe, winzig ist Großes im Detail. Das Eine Alles und das Alles reines Nichts. |
#623 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 17.08.2008 17:33 © by SuMuze
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| Nach(t)bar | → Kurze Gefühle → Songs |
Unter das Glas in dem mein Cocktail köchelt schiebe ich zart und leise Ränder meiner Strümpfe wohl denn seine Augen saugen wie den Ton aus wilder Nachtverheißung tief im Innern meiner Tasche wo das Handy abgeschaltet einsam schläft neben dem Doppelpack Kondom.
Ein Taxifahrer ruft. Sein Blick ist stetig doch unstetig meine Hoffnung, sein Verlangen nach Bezahlung unterläuft das Arrangierte zwischen Eins und Zwei Erschöpfte endlich unerreicht Verwehte meine Muskeln zittern heimlich aus den Ecken dringt es wieder jenes Zischen
dem Signale untermischt im falschen Denken nach den Augenwinkeln lenken seiner Seele unbemächtigt dringt mein lustbetontes Warten über angedachte Reisen tief ins Innere hinein.
Trost sei seinen Ängsten, bloß und untergeben läge ich doch unbeschadet meines Gierens weil im Saldo dieses Abends nur ein Stieren ihm geblieben. Morgen früh ein neues Leben wird mich stählen pünktlich zehn und eine ganze noch Minute denn mein Schlaf regiert
den Aderlaß der Rechnung kalter Hohn aus tausend Zähnen ungeschlachtes Kellnergähnen meine Einsamkeit verlöscht weil nach dem Abstand keiner fragt, die Nacht ist ewig und der Tag ist immer wieder schwarz. |
#624 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 15.08.2008 22:11 © by SuMuze
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| So nett ein Leben Lauf | → Teaser → Songs |
Weil ich auf die Erden kam bin ich gebranntes Kind ich scheue Mühen nicht dem Feuer koste ich worin geröstet und verstohlen aufgemästet Brunnen den in den geschüttet nicht gerüttelt Gift der langen Jahre Mitschuld nimmt für sich.
Als ich auf Erden war war ich die Dumme alldieweilen meiner Arbeit Plage war nicht Lust und meine Haare nicht zu grau dem Leid das Klagen nahm das Lernen koppsabolter ohne Spannung gelte ich mir selber nicht.
Gab Gehorsam weil wie anders wäre meines Lebens Born ein Guter? Fragte mich und fragte dich Doch als Antwort blies mir Windhauch meine Winzigkeit um selbe trotz mein Wollen wollte nicht. Deshalb groß und artig größer
gab ich Gaby meine Gabel, saß bescheiden zwischen beiden als mir Abel doch vergab. Endlich Schluß! |
#625 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 15.08.2008 21:04 © by SuMuze
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| Sehnsucht #4 | → Sehnsucht → Songs |
Nähm' er es ich gäbe Fragt' er es ich flehte Möcht' er es ich kröche Säh' er es ich bäte - mir gnädig nachzuseh'n!
Könnt' er es ich vergäß' Spürt' er es ich erließ' Hört' er es ich erböt' Nützt' er es ich gewährt' - ihm jegliches Gescheh'n!
Scham in mir versteckte Angst in mir ertrüge Zorn in mir verschwiege Wut in mir erwürgte - nichts ließe ich ihn sehn!
Sehnsucht macht weich und dumm zugleich. |
#626 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 15.08.2008 15:15 © by SuMuze
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| Stein | → Landschaft → Songs |
Nur Steine sind es aufgeschichtet und verputzt der Mörtel bindet sie kaum mehr ein jeder Anstrich blass und Gräser überall. So mancher Stein ist abgenutzt rund hat die Zeit beschliffen ihre Kanten von alt her hat neue in sie eingerissen wie Wissen aufgemalt damit ein Finger dann ungläubig oder stumm es einmal lesen kann. Das Licht, das Wasser spürten sie den Zug des Windes, schwach wie sanfte Hand des Kindes kein starker Arm, kaum Kraft doch lehnen nun die Wände als wär'n's doch Kinderhände die Mauern legten nach und nach bis dann ein Sturm es schafft der Erde sie zu geben dem Schlaf von Stein wenn nur sein Rücken scheint und jeder Stein ist schlafend still allein. Nur dunkle Räume nur Luft zwischen den Rändern und darin Leben oder kalte Träume und gleich daneben nichts als weiße Spinnenweben. Am Holz der letzten Fenster hängt noch der Staub vom letzten Winter im Keller klappt die Tür nur Schwarz ist kalt dahinter auf krummen Stufen Dreck und auf dem Boden Laub ein Warten ohne Zweck und ohne ein dafür. Nur Stein ein paar und noch mehr Tage und blauer Himmel obendrein. |
#627 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 15.08.2008 14:35 © by SuMuze
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| Tagesschau | → Politik → Songs |
Sie klingeln wieder, es ist Acht: da steht der Hunger vor der Tür, und draußen hält der Neid gut Wacht, im Erdgeschoß klopft laut die Gier, zum ersten Stock stapft Mißgunst auf, der Hass springt fast bis unters Dach, den Zorn bremst nichts in seinem Lauf, fast rüttelt Wut die Kindchen wach. Jetzt hat man Mitleid für die Welt, sieht mit Entsetzen hin zur Not, man rechnet mit dem letzten Geld, ob noch was bleibt nach täglich Brot.
Um viertel nach sind sie verschwunden, mit leichtem Schrecken überwunden. |
#628 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 14.08.2008 19:55 © by SuMuze
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| Mission Report Nike - Canis Major C (concerning reality) | → SciFi → Songs |
Am frühen Abend kamen wir nach Canis Major C
Second Squad Mission Assistant CO Almore öffnete das Außenschott von Section 4. Und Wunderkerzenschein ergoß sich schmerzend ins Module hinein.
First Squad Chief Supply Advisor Green kochte uns frischen Tee, wir tranken ihn. Und Reisigblätterbesen schoben ihre Akten kreischend vor uns her.
Die Schläuche mit dem Oxygen vibrierten. Und Sorgfalt ausgebrannte Kinder schraubten Trockentücher fest.
Kühl zwischen Armutsgrenzen kauften Keimlingssprossen Trost.
Ground Control to Mission Nike: Was sehen Sie, Nike? Mission Nike to Ground Control: Unter Feinstaubfilterschraubgewinden überwältigen die Meere. Ground Control to Mission Nike: Bitte wiederholen Sie, Nike! Mission Nike to Ground Control: Die Ganzheit zweifach umgenäht, Redensarten sanfter Sedimente. Ground Control to Mission Nike: Negativ, Nike - bitte wiederholen Sie, Nike! Mission Nike to Ground Control: Ein Blauwal kontert Läuferzüge tangential im Mondenschein. Ground Control to Mission Nike: Nike, können Sie bestätigen: Blauwal?
Im Wildganzviertel oberhalb Totalität ummantelt Freiheit liederlich das Nest wer schluckt verläßt schweres Gerät.
Unbekannter Kommentator (at KLXM-77): "I'm not quite sure whether they even had had a first lift-off!"
Ozzy Prize (NYPD, former LAPD): "Let'em come any way they like a'come: we're prepared to kick'em out any way they'll come!"
Aus dem Orbit schauten wir auf Canis Major C und schieden |
#629 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 13.08.2008 18:18 © by SuMuze
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| Alltag in der Stadt #14 | → Alltag → Talks |
Es ist noch keine Sechs, als ich wach werde. Vor den Fenstern leuchtet schon, wenn auch etwas zögernd und gräulich, der Morgen, aber Chris schläft noch neben mir, schwer und reglos wie ein Murmeltier. Eine seiner Hände liegt auf meiner Hüfte. Selbst im Schlaf möchte er mich nicht loslassen. Meine Brust schmerzt und sieht beleidigt aus, als ich nach ihr schaue. Ich winde mich vorsichtig unter seinem Griff hervor und krieche aus dem Bett heraus. Auf dem Weg ins Bad kommt mir die Idee, erst noch eine Runde im Schwimmbecken zu planschen. Wozu haben sie das tolle Ding schließlich hier unten im Keller? Ich ziehe mir schnell ein Hemd über und verfluche den Fleck auf meinem neuen Badeanzug und denke, um diese Zeit bin ich da unten sicher allein. Ich schwimme ohnehin lieber... [weiterlesen] |
#630 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 13.08.2008 17:20 © by SuMuze
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| A Shortcut To Life | → Initial → Songs |
Dem Bruder war sie Luder der Schwester Klassenbester dem Vater Alma Mater der Mutter Ungewitter dem Fremden weiche Lenden; niemals gelang's für sich zu sein: nur Ein, kein Ich - das ganze Sein exploitiert.
Kein Tanzen kann's abwenden wenn zweiter dritter schlanker Kater fesselt fester; prüdes Puder glänzt nie allein: nur Schein, kein Licht - der ganze Leib kontaminiert. |
#631 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 13.08.2008 17:08 © by SuMuze
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| Einsamkeit laut | → Humming → Songs |
Verschrieb mich als er schrie lief fort als er mich rief versteckte mich geschickt um meine Knie habe ich mir jeden Arm geschlungen. Mein Finger flicht mein Haar mich friert ich bin allein verlassen liege ich bewahrt zu eng ist meine Speiseröhre wenn ich schlucken soll. Mein Auge schaut auf ihn mir zittert. Bin wieder klein bin wieder jung bin munter purzelnd aufgezogen! Verschrieb mich als er schrie blieb da blieb ich blieb lieb in meinem Schoß mal ich sein Bild. Mein Finger flicht mein Haar Gestrüpp für Täuschung mit meiner Stirn steh ich für mich. Mein Auge schaut auf ihn mir friert. Bin einsam fern zu ihm. |
#632 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 12.08.2008 23:47 © by SuMuze
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| Gewitter am Nachmittag | → Tageszeiten → Songs |
Katzen schaun beleidigt, macht sie der Regen naß. Katzen essen gar nichts, gibst du ihnen Fraß.
Hunde wedeln freudig, nimmst du sie mit ins Feld. Hunde essen alles, was dir nicht gefällt.
Menschen lieben gerne, werden sie selbst geliebt. Menschen hassen jeden, der sich dazwischen schiebt.
Wasser steht in Pfützen, Gewitter platscht hinein. Sich vor Blitz zu schützen hilft Vorsicht nicht allein.
Lippen pressen hart aus Lauten harten Sinn. Augen blicken kalt zu kaltem Astwerk hin.
Im Hof biegt sich die Hasel, am Horizont ein Baum. Im Haus schweigt das Gefasel, am Himmel hängt ein Traum. |
#633 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 12.08.2008 16:19 © by SuMuze
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| Beschäftigung #16 | → Beschäftigung → Soaps |
Das Pflaster war so warm, daß ihre Haut daran zu kleben schien, wenn sie aus Versehen von der Decke herab rollte und in direkten Kontakt mit dem Boden kam. Immer noch leuchtete gelbes Sonnenlicht von den Fassaden der östlichen Häuserzeile zurück. Und durch den Straßenausschnitt nach Westen hin drang ein breiter, greller Lichtkorridor quer durch die Menschen und Bäume hindurch auf den Platz. Wie ein Keil einer anstürmenden Armee, dachte sie, der Hitze und Licht im Übermaß in die belagerte Festung herein brachte. Die meisten Fenster ringsum standen weit offen und in manchen lagen nahezu bewegungslose Zuschauer. Auf dem Platz aber gab es mehr als genug Bewegung. Kinder rannten herum, mit oder ohne Ball. Manche versuchten sich auf Einrädern, was nach den unvermeidlich... [weiterlesen] |
#634 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 11.08.2008 19:40 © by SuMuze
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| Weiche Wehmut nach harter Trennung | → Trennungen → Songs |
Bog über harten Rücken harter Hand wen immer zu verbiegen er verstand. Stieß über scharfen Rand mit scharfem Stoß wen immer zu verstoßen er beschloß.
Dankt über zarten Wangen zarten Hohn wem immer zu verdanken er gescheut. Gab über kalten Worten kalten Lohn wem immer zu vergeben er bereut.
Log über weichen Lippen weiche Gier wann immer zu belügen ihm war Zeit. Ließ über heißen Tränen heißes Leid wann immer zu verlassen ihm war Zier.
War grell und glatt, war spitz und schön, Wie Eis mir Pfahl in Leib und Sinn. |
#635 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 11.08.2008 12:26 © by SuMuze
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| Liebesspiele | → Liebe usw. → Songs |
Als sich mein Liebster schneuzte, mir beischlafenderweis, mir Übelstes schon deuchte, und zart andeutend leis, frug ich den Schweißgetränkten, ob meiner Hingab' Preis' wohl seine Lüste kränkten. O nein, sprach er. So sei's, daß, die ihm Schenkel schenkten, die trügen fremden Schoß, stets her zu mir ihn lenkten, wie eifrigstes Geschoß, das doch zur Erde fiele - so seien Liebesspiele. |
#636 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 11.08.2008 12:12 © by SuMuze
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| Hausatem | → Häuser → Songs |
Sein Atem klappert an den Fensterläden, zahm nur am Tag, mit Macht zur Nacht. Sein Hauch berührt mich, wenn ich liege, mürbt meinen Traum, zerrt meinen Schlaf. Am Morgen sind mir meine Finger klamm, und Male spüre ich am Hals. Stramm sind die Waden angespannt. Ich wiege mich entlang der Sonne müde in das Licht. Es duldet nicht, in seinen Mauern darf, in seinen Räumen sehen meine Augen nicht. |
#637 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 08.08.2008 23:17 © by SuMuze
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| Hard-Boiled Affair #4 | → wet → Talks |
Über uns ragte ein viereckiger Kirchturm mit ein paar an Schießscharten erinnernden Fensterhöhlen ziemlich wuchtig in den Himmel hinauf. Starke Scheinwerfer strahlten ihn - allen Sparerlassen der Kirchenverwaltung zum Trotz - großzügig und beinahe taghell an. Es wäre auch eine Schande gewesen, wenn nicht. Der weiche und im Lauf der Zeit reichlich krümelig gewordene Sandstein zeigte im elektrischen Licht einen auf mich äußerst fromm wirkenden Gelbton. Und der wiederum sah gegen den kalt wie die Sünde dahinter lauernden, tiefblauen Abendhimmel absolut fantastisch aus. Kirchen sollte man sich immer im Kontrast anschauen, wie alles, was mit Glauben zu tun hat, da es seinen Gehalt stets nur aus dem Gegenüber bezieht. Zur Kirche hinauf zog sich eine mit rundem Kopfstein... [weiterlesen] |
#638 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 08.08.2008 11:17 © by SuMuze
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| Wochenmarkt | → Alltag → Songs |
Der Mann mit der Nase wie seine Kartoffeln hat lustige Lippen und nutzt sie auch so. Seine Hände sind derb, so wie seine Witze, über die seine Kundinnen lachen, gerne und froh. In die alten Gesichter, unter hartmatte Haare, auf verkniffene Münder, in Müdigkeit auch, zwischen hastiges Atmen, Tribut der Jahre, auf schwielige Arme, auf Fett und auf Bauch, legen die Worte Spaß auf, wie früher, und er heißt junger Mann, allem Anschein zum Trotz, und sie junge Frau, auch sie war einst jünger, sie zahlt ihn fast passend, doch er gibt ihr heraus. Dann wechselt sein Blick, sie geht eilig weiter, für drei Meter und mehr denkt sie nur mehr für sich, oft ist es Regen, viel Wind, aber manchmal auch heiter, zwischen Ständen im Schatten findet sich Licht. |
#639 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 08.08.2008 11:16 © by SuMuze
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| Hard-Boiled Affair #3 | → wet → Talks |
Irgendwie schien mir mein Auto nicht in seine Einfahrt zu passen. Es sah neben all den prächtigen Häusern in der Straße und den ebenso prächtigen Wagen nicht gut aus. Aber ein anderer Platz war nicht frei, und das Garagentor blieb mir verschlossen. Meine Scheckkarte wollte einfach nicht ins Schloß passen. Von der Haustür aus wirkte das dann, als wäre die Putzfrau gekommen. Auch er mochte es so empfinden, denn sein Blick auf mich war unter einer dünnen Tünche des Willkommens unwillig und eigenartig glanzlos. Das konnte den leichten Unterton von Ärger erklären, mit dem ich seine Begrüßung erwiderte. Und den er sofort spürte. "Was ist dir?" fragte er. Seinerseits nun selbst ungehaltener darüber, daß ich ungehalten wirkte. Ich küßte mir meinen Ärger von der Seele und... [weiterlesen] |
#640 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 07.08.2008 22:22 © by SuMuze
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