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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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stark starr wild weich→ Family Days  → Songs

stark wer:
kinn markant
klatscht laken
hiebt haut
schmiert


starr wer:
stirn tief
weint atem
flicht finger
spreizt


wild was:
kotzmuster der nacht
blick der bannt wie mann in bütt
zahnfäule an zahnbürste
der scheue griff nach knoten


weich was:
ich streiche durch haar
nicht dicht nicht mehr
ein gesicht an meiner brust
nicht kind nicht mehr
ein blick für rücklicht
nicht glüht nicht mehr


für mich:

nicht

#1001 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 19.11.2007 21:25 © by SuMuze
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Vormittags zur Vorweihnachtszeit→ Mannsbilder  → Talks

Sein Vorteil ist: er kommt wenn ich ihn brauche. Er fragt nicht, er kommt. Wortlos, schwer, seine Augen müde, zu viel Arbeit, zu viele Termine und Hetze, die Haut unter seinem Kinn schon schlaff, die Lippen grau. Mir ist's gleich. Er kommt, wenn ich am Telefon ein wenig weine, er kommt, wenn ich nach Worten suche und irgendwann meine komischen Geräusche heraus krame. Er sagt nur 'Ja' und kommt. Was will ich mehr?

Sicher will ich mehr. Und kriege auch mehr. Oft viel viel mehr als mir lieb ist. Das gehört dazu. Immer aber ist er schnell da, steigt aus seinem protzigen Auto und legt mir seine protzigen Arme um die Schulter und läßt mich meinen Lippenstift auf sein Hemd schmieren. Dann tue ich zerknischt und er tut großzügig und ich kann weinen...
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#1002 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 19.11.2007 15:19 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-19-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs




Ich möchte Ferne sein,
sanft grauer Pudermantel für die Welt
der Nahem seine Kanten nimmt
und Linien aus den Kreisen zieht.

Ich möchte Wärme sein
im Innern wie die Hoffung keimen
die mit ihren weichen Händen
Schmutz von den Straßen trägt.

Ich möchte Ähre sein
gelb wie mein Haar von Wind gebogen
wiegend einander angelehnt
neigt fügsam sich ein jeder Kopf.

Ich möchte Weise sein
die abends zwischen Schatten klingt
Liebkosung voller Stolz
aus Sehnen und aus Tag.

Ich möchte Stille sein
aus Pausen aufgeregten Schreiens
Erwartung zittert
wild in jedem Takt.
Ich möchte Klinge sein
scharf glänzend wir nur frischer Mut
auf meinem Grat leis scheiden
auf meiner Spitze ruhn.

Ich möchte Schlaf sein
das Pflaster unter meinen Schritten
ich wär mir selbst
mein liebster Gast.

Ich möchte Hülle sein
die winzig kleinen Füßen Grenze ist
und alle Angst mir zeigt
mein Schweiß an kaltem Bein.

Ich möchte Hände sein
von Muskeln schlanker Arme angetrieben
die über Töpfe, Tische fassen
kraftvoll in meine Seiten eingestemmt.

Ich möchte aus der Türe treten
mein Kleid flattert wie Lachen in der Sonne
und schlage mir das Tuch
um meine helle Stirn.

#1003 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 19.11.2007 09:21 © by SuMuze
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iLove→ wet  → Songs

öffnete den mund
weit
daß mir das wort ein paßte
öffnete die augen
groß
daß mir das licht ein schien
öffnete den schoß
feucht
daß mir die lust ein kam

öffnete den ordner
mit der süßen mail
daß meine zunge
dich hinter plasma
            schmeckte

weit offen
war mein
            lebenstraum

#1004 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 18.11.2007 19:38 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-18-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs

Tag haßt mich, Abend auch,
Dämm'rung zuckt kalt die Schulter
der tastend leisen Hand.
Nacht meine Freundin ist,
weich ihre schwarzen Arme,
sanft ihre Lockung aus
Vergessen und Moment.
Fühl' mich im Licht verdunkelt
Kreide bleiches Firmament.

#1005 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 18.11.2007 09:09 © by SuMuze
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Sehnsucht frühmorgens→ Sehnsucht  → Songs

Träumtest du mich, Geliebter,
in einer sternenklaren Nacht
mein Atem tanzte weiß
auf meinen wunden Lippen
mein Zittern dicht verborgen
im Mantel und im Kleid
flach meine raschen Schritte
die Muskeln spannten sich
die Augen glänzten freudig
ich rannte wohl nach Haus.
Träumtest du mich, Geliebter,
in Schnee und Eis der Welt
die müde Augen schauten
und hab' ich dir gefehlt?

#1006 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 17.11.2007 09:43 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-17-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Ich traue meinen Füßen, Sohlen, ihrem Sinn
für Boden, Grund, Solides, das unter ihnen sie
an jedem Morgen auf sich duldet, leise trägt.
Ich spüre harten Stoff vom Teppich,
die Fransen, die der Hund zerkaut,
das sanfte Holz der Dielen, ihren Wachs,
wie Lungen atmen sie durch Furchen, Ritzen,
die sind mal eng, dann wieder weit.
Ich tapse auf dem glatten Brett der Treppe,
und komme Schritt für Schritt ins Leben so,
schaudere schnell, wenn kalt die Fliesen unten
fast schmerzhaft meine Knöchel stauchen,
die frische Luft im Flur mich schwerer macht.
Die Zehen krallen heftig nach den Läufern,
auf denen ich im Bad ins Rutschen komme,
wenn mein Gesicht mich kritisch sieht
und alle Fehler um mich sind.
Ich setze meine Füße auf die Bank,
wenn ich den Morgenkaffee trinke
und ich den Kopf auf meine Knie
als wollte ich noch einmal Schlaf
für ein paar Traumminuten lege
und bin ich einmal nicht allein,
dann stubse ich den müden Nachbarn an
damit er lacht und nach mir schaut
und manchmal mir die Füße krault.

#1007 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 17.11.2007 09:18 © by SuMuze
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Ich handle→ Ich  → Songs

Ich sage meine Seele
ich laufe meinen Leib
ich schreie meine Sinne
ich wimmere die Angst
ich sehe meine Leere
ich winsele die Gier
ich schweige meine Hoffnung
ich zähle meinen Tag
ich lache meine Lust
ich höre meine Wut
ich lausche meinen Zorn
ich trinke meinen Durst
ich heile mir das Leben
ich esse meinen Hunger
ich singe mir die Welt

#1008 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 17.11.2007 00:46 © by SuMuze
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pferdetanz→ Tanz  → Songs

mir strich haut die melodie
nach der mein sehnen sollte
am abend in die nacht
in die ich tanzen wollte
zu meines herzens takt
ich ahnte nur das klingen
schmiegte mich ihm enger an
ließ meine lippen singen
wie zügel im gespann
bis stampfende piaffe
aus meiner schlaffheit schrie

#1009 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 16.11.2007 22:24 © by SuMuze
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Weird→ wet  → Songs

Ich hing an deinen Lippen
und leckte jedes Wort
flink deinen Winkeln fort.
Ich kroch in deine Augen
wie Himmel waren sie
eiskalter mir doch nie.
Ich preßte deine Hände
auf meine stumme Qual
unziemlich Mal zu Mal.
Ich folgte deinen Füßen
wand mich um deine Spur
regloser Staub dann nur.
Ich aß noch deine Asche
geschwärzt stirbt alle Gier
leblos als Pfahl in mir.

#1010 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 16.11.2007 10:20 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-16-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Wenn du mich schlägst, häute ich mich,
ich streife meine Wunden ab
und gleite feucht ins junge Gras
kalt lacht mein Blick
der deine Wut
zu steifem Tau zerrinnen läßt
nur seichte Spur zieht altes Eis
auf meiner wunderbaren Haut

#1011 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 16.11.2007 09:18 © by SuMuze
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Nachmittag am Fenster→ Heimspiele  → Songs

Ich steh' am Fenster, schaue auf den Hof
das freie Feld dahinter und nochmals dahinter
dann die Straße, die zum Fluß hinunter führt
und die ich oftmals mit dem Hund
und auch mit meinem Fahrrad fahre
auf ihr laufen Kinder Skater Roller
weichen, wenn ein Wagen kommt
darüber ist der Himmel grau
doch hat er kleine Flecken helles Blau
das macht uns Mut, mir und den Kindern
es ist sehr kalt da draußen, drinnen nicht
ich presse meine Schenkel gegen Wärme
die aus dem Keller kommt zu mir
ich liebe das und warmes Wasser
und die kleine emsige Maschine
die uns Bestecke Gläser Tassen Teller spült
ich warte, ob noch Sonne kurz erscheint
dann ginge ich vielleicht hinaus
den Hund tät's freuen, die Lungen auch
doch ich bin müde und zu faul
hier werden die Gedanken friedlich
ich schau' dem Licht in meinem Zimmer
beim schwächer Werden lächelnd zu
und stehle mir mein Stückchen Ruh
wenn draußen alles golden wird
weil fern am Horizont die Wolken wichen
und sich noch ein paar letzte Sonnenstrahlen
mir sanft wie liebste Finger tief einschlichen.

#1012 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 15.11.2007 16:08 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-15-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Du denkst, wenn meine Seele flieht,
dann flieht sie eilig nur zu dir,
weil deine Schau stets deine Seele sieht,
und die bleibt immer nur bei dir.

Du denkst, wenn meine Stimme bricht,
dann bricht sie, weil ich reden will,
denn deine Stimme scheitert sicher nicht
und deine Zunge steht nie still.

Du denkst, wenn mir das Auge tränt,
dann tränt es mir aus Traurigkeit,
oft hast du Trauer dir von mir entlehnt,
ich hab' genug für zwei bereit.

Du denkst, wenn meine Sinne ruhn,
ruht auch mein stiller Geist im Schlaf,
als wäre Schlaf des langen Tages Lohn.
den noch die Kleinste nehmen darf.

Du denkst, wenn meine Hand nur weich
auf deinen Arm sich legt zur Nacht,
wanderte auch mein Leib im Himmelreich,
und wiegte sich auf Armen zart.

Du denkst, soll't ich dann selig lachen,
lachte mir Seele, Geist und Sinn,
mein Glück kann dich dann glücklich machen,
und oft, Geliebter, haut das hin.

#1013 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 15.11.2007 10:31 © by SuMuze
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Herz-Schmerz-Gedicht (Quotenversion)→ Spitzfindiges  → Songs

Schmerz
zog mein
Herz
stark einwärts
Leid
reut mich
heut
und allzeit
Zorn
schob nach
vorn
ganz enorm
Wut
nahm sich
Mut
ach wie gut
Haß
zeigte
daß
bleibt von Spaß
nichts für mich
nichts für dich
tralala

#1014 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 14.11.2007 17:32 © by SuMuze
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am wegesrand→ Süden  → Songs

siehst du! siehst du! schreit der junge
leise plärrt die kleine
zuckerglanz in braunen augen
sein stimmchen aber schrill empört
schon angst des mannes
die den zarten leib
erzittern macht
das mädchen
ahnt
die macht der tränen

#1015 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 14.11.2007 13:57 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-14-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Aus Leere
kaum spärlich angereichert
mit Einsamkeit und Wut
flocht ich mir fein mein Haar
das mir das Herz erwärmte
im kalten Drachenjahr
kein Drachen war
daß dessen Glut
den Frost erleichtert'
der in mir lärmte
und Schwere
aß mir Mut

#1016 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 14.11.2007 09:01 © by SuMuze
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büroalltag (braun)→ Arbeiten  → Songs

mit beton
belegter stahl
bleibt unsichtbar
bis korrosion
beton bezwingt
dreck
steht am ende
setzt sich durch
dreck siegt
dem dreck die krone
eindringlinge
dringen ein
zu dritt
dinglich gelungen
dann
sanft seine hand
sucht meine haut
mein sinn
sieht seine hand
sehr gerne
löblich
lob bekam
ich fröhlich
weil höflich war
am telefon
ich doch womöglich
immer schon
mir steht
der sinn nach sex
und cola, nikotin
vielleicht
nach sechs
haut's hin

#1017 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 13.11.2007 16:19 © by SuMuze
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Frühstückspause→ Arbeiten  → Songs

Regengrauer Frühkaffee
tränkt träge mir
die schwarzen Zeilen meiner Zeitung
in matten braunen Meeren
Ränder die sanft zitternd Sinn zerfasern
der leblos mir doch längst entging.

#1018 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 13.11.2007 11:15 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-13-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Ich war jung und mir gefiel dein Alter
ich war leer und du gabst mir Gesicht
ich war flink und mochte deine Ruhe
ich war leicht und du gabst mir Gewicht.
Du schautest in den Morgen über Dächer
und sprachst von Tag und Arbeit mir
du lachtest über meine kleinen Fehler
schwiegst, schienen sie doch größer dir.
Ich lag auf deinem Bauch fast wie ein Käfer
und krabbelte vergnügt auf ihm herum
ich zählte Haar für Haar an deinen Backen
kniff oft hinein und du bliebst dennoch stumm.
Du sahst es gerne wenn ich fröhlich lachte
und sahst mir zu wenn ich ganz leise schlief
wenn ich mich für dich älter, schöner malte
und meine Eitelkeit stolz nach dir rief.
Ich war allein und hab auf dich gewartet
ich war betrübt und brauchte deine Hand
ich fror und wollte deine ganze Wärme
ich träumte, bin im Traum dir fort gerannt.
Du hast geschwiegen auch wenn ich dich fragte
und nur gelacht, wenn meine Finger zart
neugierig sich nach deinem Denken streckten
als wären Schädel Fingern nicht zu hart.
Ich sehe oft noch deiner Augen Glanz
und wie dein Mund nach Worten sucht
die nicht verletzen und nicht sprechen
tausendemal hab ich mein Herz verflucht;
fühl deine Hand mit allen Fingern
hätte sie gerne noch für mich
saugte mir Leben aus den Gliedern
hatte sie doch - dich aber nicht.

#1019 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 13.11.2007 09:16 © by SuMuze
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Herbstlaub→ Herbst  → Songs

Im Blätterhimmel stirbt zuletzt
mit leisem Kratzen
doch das Jahr
malt seine Wärme
trotzig noch
den schwarzen Bäumen auf
kalt sticht die Hand
des Winters zu
verbrennt das Herz
verletzt
im wilden Laubgetümmel.

#1020 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 12.11.2007 23:30 © by SuMuze
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Rollende Liebe→ Liebe usw.  → Songs

Ich lag sehr gut in deiner Liebe
in Liebe liegt sich immer gut,
rollte mich wohlig drin herum,
wollte dort niemals wieder fort,
rollte dir jeden roten Teppich aus,
daß du dich wie ich rollen solltest,
so immer wohlig rund um mich,
als bräuchten wir nie mehr hinaus
aus unserem ineinander Rollen,
das unserer beider Liebe Wollen
sich wohl ersehnte - oder nicht?

#1021 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 12.11.2007 22:54 © by SuMuze
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Am Telefon→ Arbeiten  → Songs

"Wie meinen, Frau..?"
kommt seine fette Stimme
mir viel zu nah ans Ohr
ich halt' den Hörer weiter weg
und flöte meinen Namen
zum dritten Male rein.
Wie dumm muß einer sein
daß er auf diesem Weg
den Herren spielen will?
"Hören Sie.." weist er mich an
ich zücke brav den Bleistift
und denke Mannomann
und schreibe auf
was er zusammen stottert.
"Haben Sie?!" knapp und präzis
ist er jetzt doch geworden
die Sache macht ihn stark
ich nicke aber schweige.
"Haben Sie mich jetzt verstanden?"
ich sage "Ja," er fragt "Bestimmt?"
ich sage "Sicher"
er sagt "Das will ich hoffen"
ich denke fick dich selbst
da dröhnt er an mein Ohr
"Kann ich mich darauf verlassen?"
ich wiederhole
folgsam und akkurat
und werde fast gestreichelt
"Ja gut" kommt das Bonbon
ich sage artig "Danke"
und lache als ich sehe
am Rand des Monitors
wann er die letzte Rechnung zahlte
die lange offen stand.
"Und, Frau..?" muß er noch sagen
ich kenne meinen Namen
inzwischen wirklich gut.

#1022 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 12.11.2007 11:23 © by SuMuze
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Auf dem Weg zur Arbeit #4→ Arbeiten  → Songs

Ich sah auf seine Schuhe
Dreckklumpen an den Sohlen
er hat sie scheu versteckt
unter den Sitz gezogen
als er mein Schauen sah.

Ich sah auf seine Knie
Verwaschenes aus Nimes
sie hielten fest zusammen
sie schützten beide ihn
und schauten weiß zurück.

Ich zählte alle Knöpfe
auf seiner dicken Jacke
sie glänzten richtig mutig
wie frisch poliert und stolz
als wären sie auf Wache
die kleinen Zinnsoldaten.

Ich kreiste um sein Kinn
nach Spuren unter Haut
das sanfte zarte Beben
wenn stumme Worte leis
dem Lärm der Bahn vertraut
kaum ausgesprochen sind.
Ich kletterte nicht höher
wir sehen jeden Tag
den anderen da sitzen
im selben Zug, demselben Ziel
so schnell ist, was ich mag
beim Klettern überwunden.

Ich schaute auf den Rücken
der straff vor mir her ging
und rechts und links Auslagen
bis über Seidenwäsche
er meinen Blick auffing
als zöge er mich aus
an diesem kalten Morgen
- doch kalt wäre mir nicht.

#1023 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 12.11.2007 10:44 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-12-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Ich spinne Seide unter den Kamelhaarmantel
und gerbe Leder auf das Mädchenfell,
damit dein Lachen bleibt, wie ich dein Lachen kannte,
das eines Jungen, den als Mann ich will.
Ich ziehe Rosen in den engen Frühlingstälern
und färbe Sommer mit der Blumensaat,
damit dein schneller Schritt, wenn du die Schritte schmälerst,
nicht strauchelt, grob in meinen Knospen zart.
Ich webe Tränen aus dem festem Winterleinen
und flechte Träume mir aus dichtem Garn,
damit dein Licht mir scheint, wie mir dein Licht soll scheinen,
hell wie am Tag, an dem wir für uns warn.
Ich liege unter feinen Decken und fließe in den Morgen ein
als wenn ich dich noch immer hätte, und wäre leis für immer dein.

#1024 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 12.11.2007 08:53 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-11-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



ich wage parameter im kalkül
indikatorenfest
ein kardinal im weißgestühl
gerohrschachtestet
zephalographenschnell
- mein heiland wird nicht deiner;
vermute rotation
mit schiefem winkel
nur lokal
lacht fröhlich uns dein maximum
- mein heiland neigt sich nicht;
im tiefsten
von sonne noch beweihten
vertraualtar
gab ich mein wort
dem priester mit dem pickel hin
- mein heiland ist nur meiner;
riß mir die hand
beim scheuern auf
die knie kalt
auf altem holz
dach preßte fest und nieder
im traum zu frei
und aufgeschnallt
- mein heiland straft mich wieder;
taktvoll im takt
tickt die unruh
teilt ein
teilt zu
die bleiche haut
verliert
die zeit
- mein heiland läßt mich zählen;
und alle kapitelle
tragen nicht die last
der vielen streben
sie stürzen
stürzen stürzen
- mein heiland schweigt.

#1025 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 11.11.2007 11:15 © by SuMuze
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Ölbaum→ Süden  → Songs

Ich habe deinen Schatten
oft mittags aufgesucht
durch deine Blätter
deine Zweige
an deinem Stamm entlang
nach Himmeln hoch geschaut.
Ich roch an deiner fahlen Borke
am frühen Abend
zum Grillenchor
wenn sie wie Kork
mit Wein getränkt
mir ihren Duft ganz sacht verriet.
Ich kletterte als Kind in dir
riß mir die Haut
stieß mir den Kopf
und weinte still
doch auch zufrieden
geborgen unter deiner Krone.
Ich lachte, wenn ich dich so sah
ein alter, müder Mann
gebeugt und grau
neben den Jungen
sprach atemlos zu dir
mit Lippen, Leib und Ohr dir dicht am Holz.
Als dann die Jungen fielen
da fielst du auch
am Ende dann
ich schaute weg
weil ich kein Ende sehen kann
und nur als silbergraue Sehnsucht bliebst du mir.

#1026 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 10.11.2007 17:31 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-09-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs


Ich stand am Meer
das unberührt
mich übersah
nur lustlos
an den Felsen nagte
wie ich
an meiner Angst.

Ich warf beharrlich
nacheinander
Blicke auf das Wasser
sah Wellen Formen Farben
vergaß sie rasch
weil wieder neue
sich da zeigten
und nochmals neue
hinterher.

Ich fror
weil es am Meer
dazu gehört
am Strand zu frieren
wie von der Größe
platt zu sein
die Meer oft hat.
Ich schaute lange
auf die Wellen
bis sie
statt herzukommen
schnell von mir gingen
und malte heimlich
Diagramme
ob das geht.

Ich kroch in den Pullover
zog mir den Rock herab
ich schaute nach dem Leuchtturm
und zählte Stunden ab
bis alles wieder richtig
an seinem Platz mir schien.

Ich stand am Meer
wir mochten uns nicht sehr
ich ließ daß Meer
und es ließ mich
es ist nicht allzu schwer
warum
und oft steh ich da nicht herum
ich nahm's dem Meer
darum
nicht ernsthaft krumm.

#1027 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 09.11.2007 09:34 © by SuMuze
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Diverses Wünschen→ Humming  → Talks

Ich möchte tausend Arme haben, und jeder Arm wär' stark genug, dich gut zu tragen, weich und voller Kraft. Und jede Hand wär' wie ein Bett, in das du deine Schwäche legen kannst, am Abend, oder wenn die Sonne hoch am Himmel ist, oder inmitten jeder Nacht aus Zweifel und aus Einsamkeit. Ich möchte tausend Münder haben, die tausend sanfte Worte finden, ein jedes froh genug, um alle Dunkelheit aus deinem Sinn zu treiben, daß sie nie wieder sich dort rührt. Ich möchte tausend Schöße haben, die jeder Zuckung deiner Lust entgegen lachen, wild und laut wie nur ein Kind. Ich möchte tausend Weisen dir anstimmen können, nicht eine sei dir unbekannt. Ich möchte tausend Gärten hegen, mit Pflanzen die ich nennen kann, das blüht und wächst und nur zum Winter duckt sich alles...
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#1028 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 08.11.2007 21:15 © by SuMuze
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schuld→ Innereien  → Songs

hab dich gehabt
hab dich verspielt
hab deine zeiten
ausgesaugt
und meine gier
wie sonnenhitze
eisig kalt
kühl ausgelaugt
mit engelszungen
scharfer spitze

#1029 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 08.11.2007 20:31 © by SuMuze
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unbedeutend→ Winter  → Songs

bin doch nur zweig am baum
lässliches holz
das seinen hölzern harten traum
verbirgt
wenn wind die äste schüttelt
vergeht
wenn winter seine bande rüttelt
verloren
wenn die blüten sterben
und weint
wenn bleich verderben
weitverzweigte triebe
starr eng am stamm
gebrochen
kalt und klamm.

#1030 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 08.11.2007 20:21 © by SuMuze
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divergierende→ Liebe usw.  → Songs

du warst weit weg
ich dachte
weiter weg könntest du nicht sein
du warst mir fremd
ich glaubte
fremder könntest du mir niemals werden
dein lachen galt nicht mir
dein atmen wärmte meinen nacken nicht
und deine hand rieb sich nicht mehr an meiner haut
nur eine stimme aus elektrisch
schriftzeichen die ein stummer drucker schrieb
und dann dein steifer harter rücken
in den viel zu kurzen stunden
wenn mir mein herz das kleid zerriß
und tausend worte stumm durch meine kehle stürmten
doch du kannst weiter weg noch rücken
noch fremder werden kannst du auch
und riß ich mir auch jedes kleid vom leibe
ließ jedes wort aus mir hinaus
vor allem eines: bleibe! bleibe!
nichts kann ich tun
wenn du nicht bleibst
ist alles aus.

#1031 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 08.11.2007 12:36 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-08-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



an manchen tagen spring' ich aus dem haus
als könnten meine sprünge
aus jedem haus mich tragen
und lache wenn der wagen
die schmale straße rasch befährt
und fühle mich ganz unverkehrt
wie ein beschwingter floh hüpfe ich aufgeregt
den bahnsteig auf und ab
als machte mich schon froh
daß alle warten und ich so
am ende jeden angelächelt haben werd'
wenn irgendwann die erste bahn einfährt
und in der bahn schau ich die felder an
als wären alle felder neu
die ich auswendig kann
so oft sah ich sie alle an
und schau wieder hin wenn sonne jetzt
die weiten flächen glitzernd leuchten läßt
vom bahnhof lauf ich flink durch einkaufsstrassen
als wären es die strassen meiner welt
und nähmen mich am morgen auf
auch wenn ich selten hier doch kauf'
ich folg' den vielen menschen eilig hinterher
und tu' als wär' das leben heut' nicht schwer

#1032 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 08.11.2007 10:09 © by SuMuze
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Überherbsten→ Herbst  → Songs

An diesen kurzen Tagen,
wenn Bäume schwer an ihren Blättern tragen,
zu schwer, sie halten sie nie fest,
verkriech ich mich im Nest.
Geh nicht hinaus
aus Licht und Wärme hier im Haus,
sicher beschützt, es könnte mein
zweites Reserveleben sein,
oder - sogar - das Dritte.
So wohl ist mir in seiner Mitte,
daß ich dem Wetter eine lange Nase dreh
und lachend aus dem Fenster seh.

#1033 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 07.11.2007 23:16 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-07-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs




Du hast mir Gräser mit der bloßen Hand
aus hartem Boden ausgegraben
und meine Arme fest umschlungen,
wenn ich nur zitternd über Mauern stieg.
Du hast die bunten Disteln weggerupft,
wenn wir uns nieder legen wollten,
und in den Himmel hast du hochgeblickt,
als wäre jeder Tag ganz neu für uns.
Du hast gekichert und gegickelt,
als wäre jedes Wort von mir so froh,
und düster schien dein Blick,
wenn Wolken über meinen zogen,
dein langer dünner Arm kam dann
und gab das Blau mir schnell zurück.
Du hast die Zweige fortgebogen,
wenn ich dir folgte hoch hinauf,
den Dreck sanft weggewischt
von allen Schrammen, die ich oft
mit leisem Wimmern mir da holte,
ein leichtes Pusten reichte mir
und ich war immer wieder heil.
Du hattest Gänge unter Büschen
und in den aufgehängten Reihen
so manchen kleinen Platz für uns,
und lagst dann neben mir und ich
hab kaum gewagt zu atmen,
zu lachen nicht, erst Recht.
Du warst mir Licht, das listig
den Weg durch tausend Blätter findet
zu meinem Arm, der es begrüßt,
du warst die Sterne mir,
die hinter dunklen Wällen warten
und nur ein ferner Schein
hat mir genügt, um dort zu sein.
Du warst Geruch aus Blatt und Blüte,
wild juckend nahm dich meine Nase auf,
du warst die Hitze eines hellen Tages,
die kochend über Asphalt liegt,
die Schwüle, die kaum auszuhalten,
in Haar und Haut und Augen klebt.
Der Staub und Dreck aus Mauerwerk,
der Lärm der von der Ferne singt,
die Stimmen hinter grauen Toren,
der dumpfe Klang von Fuß auf Gras,
das Knarren alter Fensterläden,
die kalte Schwärze eines Flurs,
der kühle Marmor unter nackten Sohlen,
das weiche Holz von krummen Dielen,
das Kratzen vielgewaschener Decken,
die Worte, die ich kaum verstand.
Du warst mir Kissen für den Schlummer,
und Wächter sanfter Einsamkeit,
die Hand, die mein Kinn hat geduldet,
der Mund, den meine Lippen spürten,
der Blick, in dem sich meiner fand.
Du hast in in jeder meiner Gesten
und jedem Atemzug gehaust,
ich las dich leicht auf jeder Seite
und sah dich klar im Fensterglas.
Ich hör dein Lachen oft noch heute
und lausche mit gesenktem Kopf,
ob nicht das Tapsen deiner Füße
gleich um die Ecke zu mir kommt.
Ich schau ins Grau hinauf da oben
und male mir dein Angesicht
mitten hinein in Wind und Regen
weil's hilft, manchmal,
und manchmal nicht.

#1034 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 07.11.2007 09:38 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-06-2007→ Herbstmorgen 2007  → Talks



Eine Morgen, der immer klarer wird. Kälter und präziser, der dir deinen Körper vorführt, Gelenk für Gelenk, Muskel für Muskel. Eine plötzliche Steifheit in den Nacken legt wie einen schweren Shawl, die Augenlider mit Staub bestreut, die Beine hart und hölzern macht. Deine Augen werden geblendet, wohin du auch schaust, Hauswände, die das Licht der stürmischen Sonne mit Eifer zurück werfen, Glas in Fenster und Autos, das dich anblitzt, höhnisch fast. Auf den Felder noch der feuchte Kehraus der dreckigen Nacht, der Asphalt glänzt trügerisch, glitschig. Du hast dich verleiten lassen, mit dem Rad...
[weiterlesen]
#1035 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 06.11.2007 09:19 © by SuMuze
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How I'd Like To Be Liked→ Me  → Songs

Ich möchte daß du meine Worte meidest
weil ich dann leichter deine hören kann,
sie scheinen mir viel unverstellter
und reiner an mein Ohr zu fliegen
wie Worte es doch können sollten.
Und laß die weiten Gesten sein
mit denen du mich nur erschreckst
als wollten deine Arme mich
wie lästiges Geäst
aus deinem Weg wegwischen.
Vermeide das Gelächter wenn
ich mich gestoßen habe irgendwo
ich weiß es sieht sehr komisch aus
und lachte gerne selbst
wenn ich mich sähe
mich sehen aber
geht wohl kaum
drum lach' ich nicht.
Laß auch das Grübeln wenn ich weine
ich mag nicht viel erklären
und Gründe habe ich genug
oder zu wenig
ich weiß es selten ganz genau
warum soll ich nicht weinen
zum Lachen
fehlt doch oft der Grund
ich halt es halt
auch mit dem Weinen so.
Vermeide dann nicht da zu sein
wenn meine Hände nach dir tasten
ich fühlte mich dann so allein
als gäb' es dich
in meinem Leben nicht
und das denk' ich
wär nicht in deinem Sinne.
Laß Licht und Luft und Stimme
hinein in deinen Sinn
und laß sie wieder 'raus
ich höre gerne hin
wie es dann klingt
und ausschaut
und wie es riecht
wenn ich in deiner Nähe
mich niederlassen mag.
Ich möchte daß du traurig bist
wenn ich dich mal mißachte
denn ich bin es
wenn du das tust
bestimmt.
Ich möchte daß du schwitzt
wenn ich es tue
eng an dir
und ich den heißen Atem
aus deinem Innersten
wie Wind auf meinem Nacken
mit Schaudern fühl'.
Ich möchte daß du zitterst
ganz dicht in meinem Arm
und ich das Pochen spüre
unter der Haut
an der mein Mund dann liegt
und ihr unhörbar flüstert
was ich nicht sagen kann.
Ich möchte daß du schläfst
und deine Lippen lächeln
wenn sanft wie eine Feder
die Neugier dich berührt
die immer in mir ist
nach jedem deiner Blicke
die mir dein Schlaf verbirgt.
Ich möchte daß du schweigst
wenn dir die Worte fehlen
kann sein ich leih dir welche
oder gar
wenn ich an deine Augen denke
kann es schon sein
daß ich dir meine Worte schenke.
Ich möchte daß du lachst
wenn du mich siehst und hörst
und mich von weitem schon
an irgendwas erkennst.
Ich möchte daß du immer
für immer und für immer
mit etwas Wehmut
und auch mit leichtem Sehnen
und Schönheit
an mich denkst.

#1036 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 05.11.2007 21:50 © by SuMuze
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Überfall→ Heimspiele  → Songs

Ich saß in meinem Bett,
das Laptop fauchte eifrig,
und reimte gar so nett,
es ging wohl eher leidlich,
da flog die Tür weit auf,
ein wilder Kerl kam rein,
und stieß mir seinen Lauf
vom Sturmgewehr hinein
in meinen leeren Magen
und schrie mich lauthals an,
er könnt's nicht mehr ertragen,
wie ich nur reimen kann,
wenn draußen vor den Toren
nur Unrecht toben würd,
Meineide frech geschworen,
Intrigen dreist geschürt.
Ich war sehr eingeschüchtert
und hörte auf zu reimen
und äugte ängstlich nach
dem kalten Schießgewehr.
Er schaute auf mein Zittern,
es schien ihm gut zu tun,
und sagte fast besänftigt,
wie brav ich ihm doch folge,
nahm fort sein Mordgerät,
ließ mich nicht so allein,
(dacht nicht, daß er das tät)
und Fünfe gerade sein.

#1037 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 05.11.2007 16:55 © by SuMuze
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Nach dem Aufstehen→ Traum  → Songs

Den Kampf der Einkaufswagen
verliere ich sehr oft,
im Sog der Kassenschlangen
vertaumelt sich mein Kopf,
den Tanz um die Parkplätze
beherrsche ich sehr gut,
zum Drängeln auf der Straße
fehlt mir wohl nie der Mut,
Stakkato auf den Tasten
schlage ich nur zu gern,
Kaffee aus Automaten
liegt mir erheblich fern,
zum Wispern in den Hörer
fehlt mir noch stets der Sinn,
dem Rausch der Spülmaschine
geb ich mich gerne hin.
Mir sind moderne Zeiten
noch immer keine Freud,
ich renne nicht so eifrig
dem Hasen nach als Meut',
tauche nicht ein in Strudel
aus Vorhut up-to-date,
lieb Dünkel mehr als Rudel
und bin sehr gerne spät.
Ich schaue aus dem Fenster,
was will ich mehr, es reicht,
keins der Zeitgeistgespenster
hat je mein Herz erweicht.
Ich will am Abend weinen,
und lachen in der Nacht,
am Morgen müde scheinen,
als hätt' ich viel gedacht,
ich lieb das immer Gleiche
viel mehr als Sensation,
und hier in meinem Reiche
lohnt sich das Leben schon.
Die Sonne mag verschwinden,
Sterne verstecken sich,
ich kann's ganz gut verwinden
auch Nebel streichelt mich.
Ich rühr' in meiner Tasse
und lehne mich sacht an,
wenn ich mich träumen lasse,
damit ich leben kann.

#1038 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 05.11.2007 11:01 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-05-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Die Zeit wälzt sich mit Staub und Dunst
und schmirgelt immer glätter
im Kreis um jede Welt herum
und wird dabei kaum älter.
Ich lernte gern vom Land die Kunst
und würde sie verwenden,
sich unter Wolken wegzuducken
auf Knien und auf Händen,
damit mir meine Wurzeln blieben,
fest in Sand und Erde,
und ich den Kopf dann heben kann,
wenn's Tag erst wieder werde.

#1039 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 05.11.2007 09:24 © by SuMuze
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brautgesang→ Me  → Songs

im augenlicht warfst du mir schatten
aus weicher seide auf die haut
zur dämmerung getragen
wie auf händen - deine braut
als larve regungslos
bis abendrot mich freite
daß in den glanz der nacht
mein wispern zärtlich dir
- ein stummer gast
dein abendmahl bereite
- und keine stunde blieb
die nicht das züngeln meiner zunge
mein bett aus sätzen
weich dir schrieb.

#1040 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 05.11.2007 01:14 © by SuMuze
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