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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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Fremde Küche→ Me & You  → Talks

Du sagst, du liebst ihn nicht mehr, doch jede deiner Gesten spricht zu mir, und jeder deiner Blicke, mit denen du ihn streifst, brennt in mir fort. Ich krieche auf dem unbequemen Stuhl in deiner Küche in mich hinein und sehne mich nach meiner Ecke in einer anderen Küche, nicht weit weg, ich könnte in den Wagen steigen und wäre schnell wieder zu Hause. Das Wort drehe ich in mir um, während du ihm Kaffee eingießt, während deine Hüfte seine Schulter berührt und diese sich dagegen lehnt, gegen die Schwere dort, an der ich doch eben noch lehnte, ich, nicht er, nicht lang ist's her. Ich schaue aus dem Fenster, auf die Front der Häuser gegenüber, das bin ich nicht mehr gewohnt: andere Fenster zu sehen, wenn ich aus dem Fenster blicke. Es ist schön, es gefällt mir, ich fühle...
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#1041 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 04.11.2007 14:14 © by SuMuze
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grautagsgebet→ Bitten  → Songs

nimm deine hand
nicht mehr von mir
am horizont wird schautag sein
gleiß mir den tag
färb mir den mund
im wald wird aufgezäumt
mein rotfuchs strauchelte allein
zeig gnadenfrist
zahl hinterfeld
zerwühltes land
nimm deine hand
bitte nie fort
von mir

#1042 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 04.11.2007 13:50 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-04-2007→ Herbstmorgen 2007  → Talks



Du suchst den Weg zu meinem Herzen, hast du gesagt, ich hab' gelacht, es tat mir weh, und dich gefragt, warum du dir so sicher seist, daß in mein Herz du willst, du konntest keine Gründe nennen, du wurdest stumm, ein Riß durch meinen Leib, als könnten deine schlanken Hände, wenn du den Blick nur heben würdest, mein Herz mir stehlen und ich wäre, ganz offen und noch atmend, nur noch ein einsam zuckendes Stück Fleisch. Du suchst das Innerste von mir, hast du gesagt, du batest mich mit Augen und mit Händen, mein Blut stand still, mein Herz kroch in den letzten Winkel, mein Hals spannte sich...
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#1043 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 04.11.2007 10:14 © by SuMuze
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Der Vorhang→ Innereien  → Songs

Da war der Vorhang wieder
hat mir den Blick verschlossen
er wartet immer
daß meine Augen deine suchen
daß meine Zunge deine freit
Hast ist ihm fremd
wie weich ich schau
wie sanft ich sprech
sein stickig schwerer Mousselin
raubt alles Licht
nichts mehr in mir kann atmen
nichts mehr in mir bleibt froh
ich trete dann
mit einem Knicks
von meiner Bühne ab
und ziehe ziehe ziehe
voll Zorn in den Kulissen.

#1044 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 04.11.2007 10:13 © by SuMuze
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Nichts für ungut→ Me & You  → Songs

Ich schenk dir meine Tränen
und fünfzig Cent dazu,
das Essen und das Trinken,
und Nachts auch meine Ruh.
Ich gönne dir das Leben
und alles Glück gleich mit,
ich hoff', es wird dich heben,
beflügeln deinen Schritt.
So schnell stürmst du voran,
für mich kaum noch ein Blick,
auch wenn ich sehen kann,
du spürst, ich bleib zurück.
Ich kann dein Ziel nicht sehen,
doch laß ich dir dein Recht,
gut deinen Weg zu gehen,
geh' meinen eher schlecht.
Du nahmst zu lang zu gerne
mich kindlich an die Hand,
jetzt sucht die deine Sterne,
die sie bei mir nicht fand.
Ich schaue stumm auf mein
so einsam leeres Wünschen
- ich dacht ich wäre dein,
in mir und bei den Menschen.

#1045 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 03.11.2007 16:25 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-03-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Das Wasser hat sich grau gemacht
und schwebt jetzt unerkannt,
wie ein Verlorener aus der Nacht,
auf immer in den Tag gebannt,
doch noch nicht ohne Macht.
Die Finger greifen nach der Haut,
gierig sie zu benetzen,
ganz fremd und dennoch wie vertraut,
nur zaghaft tastendes Verletzen,
da Helligkeit zuschaut.
Und hinter klammer Feuchtigkeit
kommt ein Geruch daher
aus Ferne und aus Sterblichkeit,
der hängt sich an die Stirne dir,
viel schwerer als die Dunkelheit,
und zieht dich dennoch wieder an
mit seiner tiefen Erde,
wo Kälte Wärme werden kann,
zu bleichem Licht aus schwarzer Leere,
und du dich einsam findest - dann.

#1046 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 03.11.2007 10:28 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-02-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Hatte ich im Sinn was ich mir dachte?
Ich weiß nicht mehr, es scheint,
als wäre alles leer an diesem Morgen,
und schwer, der kleinste Handgriff,
fast als weinte ich in Watte,
will alle Kraft mir rauben,
als finge, bevor ich es fangen kann,
das Denken schnell zu faulen an,
und jeder Eindruck ist sich gleich,
an diesem dummen schalen Tag,
der immer stärker geizig dann mein Ich
in seinem weichen Kerker einsam machte.

#1047 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 02.11.2007 08:55 © by SuMuze
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so lange nicht gesehen→ Me & You  → Songs

- so lange nicht gesehen;
dein Lachen ist mir fremd
und viel zu lauthals
emsig mir geworden
ich schrecke fast zurück
als deine Zähne makelfrei
Dentisten weiß
mich ganz verlegen machen
- so lange nicht gesehen;
ich bin nicht traurig
sag es aber dir
du lachst
ich will nicht
in dein Lachen schaun
Abgrund aus Zeit
die ich nicht weiß
nicht wissen mag
nicht mehr
und doch
- so lange nicht gesehen;
dein Haar war anders
und der Blick
der abschätzt warum
ich meine Brust
nicht aufgewertet hab
der mich einteilt
und dich entfernt
von mir
und allem
- so lange nicht gesehen;
ich bin nicht mehr
dir untertan
weine nicht mehr
die Nacht hindurch
verstecke mein Gesicht
mein Ich
nicht mehr
vor deinem Zorn
- so lange nicht gesehen;
auch wenn
für einen Augenblick
ich sehe
ahne
was mir Liebe schien
da hinterm Blau im matten Weiß
und Müdigkeit
selbst meine kleine Brust genug
sich matt daran zu lehnen
einmal
nicht nur einmal
und dann
nicht mehr
- so lange nicht gesehen;
und ahne noch
die Sehnsucht da
ich weiß nicht
hier in meinem Nacken
nach dem
was du in deiner Haut
noch mit dir trägst
noch tragen mußt
und was ich
wenn ich leise bin
noch hören, riechen
schmecken kann
und was
wenn du her siehst
mich weich
vielleicht
mich einsam
und
mich für dich
machen kann
- so lange nicht gesehen;
ich will nicht
daß du jetzt so
wie ich
nur vage mich
als Fremde siehst
ich will es doch
und will es nicht
will es wieder doch
und du fragst
stumm
mit heißen Krallen
tief in meinem Hals
ob ich nicht doch
mit dir
nur auf ein Stück
schon immer
fing es so an
stets Stück um Stück
und wieder
ziehst du mich
wie stets
- so lange nicht gesehen;
ich wünschte daß
ich dich
nie wieder
sehen muß
ich sage nichts
und nehme mir
noch einen
Kuß
und spüre schon
mein Ja
und sage ciao.

#1048 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 01.11.2007 22:00 © by SuMuze
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Allereinfachste Liebe→ Liebe usw.  → Songs

Du hast mir dutzendweise Lieben angedichtet,
und jede schien mir wunderbar.
In hundert Nächten hast du mir berichtet,
was dein Verlangen dir doch war.
In tausend Weisen hat du mich verwöhnt,
in jeder fand ich neue Lust.
Millionenfaches Sternenlicht hast du entlehnt,
das meine Schönheit heller putzt.
Ich liebte dich auf eine Weise,
ich tat es stets von früh bis spät,
ich liebte dich fast immer leise,
weil für mich lieben nur so geht.

#1049 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 01.11.2007 16:30 © by SuMuze
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Kartoffelschmerz→ Heimspiele  → Songs

Ich habe mir mit einem scharfen Messer
tief in die Daumenkuppe eingeschnitten
als ich die Haut von einer kleinen gelben
sehr appetitlich riechenden Kartoffel
mit eben diesem Messer schälen wollte
und habe aufgeschrien vor Schmerz
weil hell das Blut aus meinem Daumen
sich mit dem Wasser auf der gelben Haut
der kleinen unschuldig seienden Kartoffel
so schnell vermischte, daß ich schon dachte,
mein ganzes Blut rinnt hin, was Unsinn war,
so schnell wird Blut aus mir nicht rinnen,
doch hast du dich mit einem scharfen Messer
verletzt, bist du sehr leicht von Sinnen.

#1050 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 01.11.2007 13:19 © by SuMuze
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Herbstmorgen 11-01-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Laß mich in meinem Schlaf,
störe mich nicht, ich träume.
Kein Laut des Tages darf
mich stören, sonst versäume
ich wunderbare Weiten
auf einem wilden Meer,
das Heben der Gezeiten,
zart Rufen von weit her,
den Anblick ferner Länder,
von Küsten weiß wie Schnee,
kostbarster Prunkgewänder,
die fremde Pracht der See.
Laß mich noch etwas schlafen,
küß mich erst später wach,
das Heer graublasser Strafen
folgt mir bestimmt noch nach
in diesen tristen Nebeltag,
den ich zu gern verschlafen mag.

#1051 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 01.11.2007 10:32 © by SuMuze
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Schwer zu lesende Sehnsucht→ Sehnsucht  → Songs

Es tut nicht gut, des Nachts zu sitzen, sich
nach Worten zu sehnen.
Es ist besser, auf Kissen untröstlich
wild im Schlaf zu träumen.
Noch besser, wenn dann unter Lachen, als
hätte er sich versteckt,
heraus springt, was dein banges Sehnen als
Ziel hatte sich gesetzt.
Es würde dann, inmitten tiefster Nacht,
dein Herz zerspringen, weil
du siehst, er hat wohl doch an dich gedacht,
nicht alles wäre heil.

#1052 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 31.10.2007 23:56 © by SuMuze
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Herbstmorgen 10-31-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Ich mag den Rauch nicht
der um deine Worte kreist
das schwache Glimmen
wenn die Laute sterben
tief unten drin' in deinem Hals.
Ich mag das Licht nicht
das in deinen Augen brennt
das ferne Leuchten
mit dem dein Blick
mein Innerstes betritt.
Ich mag die Kälte nicht
die du mit deinen Fingern gibst
das eisige Berühren
als wäre all dein Blut
wie Quellwasser aus Bergen.
Ich suchte Hoffnung
und auch Trost
ich fand wohl deine Kraft
doch weit vorm Ziel
ließt du mich los
so hab' ich's nicht geschafft.

#1053 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 31.10.2007 08:33 © by SuMuze
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Über die Gleichheit→ Zwischenräume  → Songs

Ich stellte eine Butterdose
in die Mitte auf den großen Tisch,
die Anordnung war sicher lose,
das schien mir sehr verführerisch.
Ich schaute drunter, war sie voll?
Sah gelbe Butter in ihr quellen,
so wie es frische Butter soll,
wenn wir sie uns zum Frühstück stellen.
Mein Blick fiel häufig auf das Porzellan,
weil es die Butter drinnen gut verbarg,
dann schaute ich die Nachbarschüssel an,
darin lag deutlich sichtbar frischer Quark.
Nun kann ich zweifeln und scharf denken,
ich hab's ja selbst so hingestellt,
soll ich auch Quark den Deckel schenken
daß Gleichheit sei in meiner Welt?
Oder soll beide ich verschieden lassen,
das eine frei, das andere bedeckt?
Ich grübele und spiele mit den Tassen,
und denke immer noch: es ist perfekt.

#1054 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 30.10.2007 11:31 © by SuMuze
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mittlerer liebestaumel→ Liebe usw.  → Songs

wenn du mir zeigst wie schwach du bist
kann ich noch schwächer für dich sein
und wenn du düster und verbissen blickst
zieh ich dich tief in meine schwärze ein
wenn du mir sagst daß du nicht weißt
kann ich dir meine zweifel schenken
und wenn dein grübeln immer weiter reist
schieb ich noch nach mit meinem Denken
wenn du mir zeigst was du dir gierig nimmst
kann ich dir schenken was ich geben will
und wenn du mehr und mehr noch willst
gebe ich her was du am ende doch gewinnst
wenn du mir zeigst worauf du sicher stehst
finde ich gut mit meinen füßen ruh
und wenn du läufst in panik aufgedreht
laufe ich tausend male rascher hin als du -
doch wenn du mir die hand zum träumen gibst
träume ich uns her noch jede feine lust
und wenn du lächelnd nach mir siehst
nimm sie dir schnell mit einem kuß.

#1055 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 30.10.2007 10:35 © by SuMuze
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Herbstmorgen 10-30-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Blau lohnen meine Augen deine Mühen
mein Wolkenwellenreiter auf dem Nichts
sanft halten meine Arme fest dein Beben
mein Starkstromzaubermeister mit dem Blitz
weich fängt mein Leib dein wildes Zittern ein
mein Nebelkammerherr aus tausend einer Nacht
zerteilt sich Dunkelheit und trüber Schein
wenn funkelnd meine Freude endlich wieder lacht.

#1056 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 30.10.2007 09:08 © by SuMuze
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pazifik→ Meer  → Songs

am strand ist ozean nur blau
und sand nur weiß
mein auge schmerzt
die wellen bringen krieg statt frieden
das holz der stege
morsch und schwach
unter der hand
ich schaudere
mein rücken kalt im wind
der keine rücksicht kennt
nur gier

#1057 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 29.10.2007 22:17 © by SuMuze
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treibsand→ Liebhaber et al.  → Songs

ich strich dir einsicht unter falten
verschlissen und in sich gekehrt
im frühen tag, und noch im alten
du hast die einsicht doch verschmäht
als meine streichelei verhallte
hab ich dich leise wimmern sehn
als deine faust sich endlich ballte
- im treibsand rieben wir uns weh.

#1058 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 29.10.2007 21:30 © by SuMuze
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lumpensammler→ Kurze Gefühle  → Songs

bin lumpensammler
tandverbunden
untereinander
meist geschunden
fühl mich den schätzen
fast verloren
den weltenplätzen
abgeschworen
bin tagesdieb
sei auf der hut!
tu dir kein lieb
das lump nicht tut
bin schwarzmalmeister
nacht angetraut
kein lumpenfieber
dem heil vertraut
bin kinderschreck
lauf besser weg!

#1059 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 29.10.2007 18:47 © by SuMuze
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Herbstmorgen 10-29-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Ich möchte deine ausgewaschenen Knie schauen
und dir das Hemd ganz sanft aus deiner Hose ziehen
ich möchte deine Stimme leise summen hören
mit Fingern jeden Stoppel deines Bartes zählen
den Zeh unter den Bund um deine Taille schieben
und mit den Knöpfen spielen da auf deiner Brust
möchte erzählen, daß mein Tag zu lang mir ist
daß Nebel nicht vor meinen Launen inne hält
ich möchte traurig tun, auch wenn ich traurig gar nicht bin
mit spitzem Mund dir Laute pusten dicht an deiner Haut
ich möchte zwei drei dicke Decken mollig auf mich zerren
drin nur mein Atem, vielleicht auch einiger von dir
ich möchte, daß der Schmerz in meinem Kopf versiegt
will jede Müdigkeit in meinem Leib geniessen
will deine Hand mich fester an dich drücken fühlen
mit Augen wie ein heller Weg bei Dunkelheit
ich möchte bei dir sein, nicht einsam und verloren
als drängte sich der nasse Tag wie Unheil zwischen uns
ich wollt' ich wäre in dir und noch nicht geboren
und lebte ohne jeden Zweifel tief in nebelfester Gunst

#1060 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 29.10.2007 16:23 © by SuMuze
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in der küche→ Heimspiele  → Songs

ein runder lichtkreis mitten auf dem tisch
darunter steigt aus töpfen dampf herauf
spielt lächelnd in dem gelben licht mit sich
mein blick hindurch ist unscharf, müde
ich spiele auch, mit meinem becher hier
und meine augenlider flackern schnell
wenn ich konturen schärfer stellen will
als wollten sie mir jetzt die welt verbergen
mein rücken schmerzt wie meine beine
vom vielen laufen und vom sattel
mein körper übt sich in protest, sehr hart
und meine stimme klingt nur schwach
wenn ich doch einmal antwort gebe
ich höre auf die worte um mich her
verstehe kaum, was man jetzt sagt
nur leises summen ist es mir, das mich
bald mehr als diese bank nun trägt
fast flüstert auch die wand lebendig
durchs dicke kissen hinter mir
an das mein kopf erschöpft sich lehnt
ich schiebe mir ein messer auf den teller
und spiele kinderuhr mit einer gabel
ich habe hunger, leere tief im magen
der manchmal schmerzhaft knurrt und knarzt
als müßte er die leere in mir sägen
den unverstand, das träge nur da sein
mit dem mein geist sich jetzt betäubt
zum ärger wohl von hals und mund
die auf die speisen warten wie ein kind
das sich mit warten übersatt gewartet hat
und einschläft, wenn bescherung ist.
ein heller kreis aus licht und wärme
und drum herum ein kreis aus nichts
und ich am rand fast in der ferne
ich saug mich voll mit diesem licht.

#1061 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 28.10.2007 20:11 © by SuMuze
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am strand→ Meer  → Songs

am strand
dem meere rand
und auch dem land
am strand also
nur kaltes meer
nichts schaute her
wir waren froh
hatten einander
hand an po
auge in aug
lippengesaug
am unbekannten
rand genannten
so begann der
rand des lauen
miteinanders
dort nur gestrandet
wie auch anders

#1062 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 28.10.2007 11:04 © by SuMuze
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Herbstmorgen 10-28-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Und wieder kommt der nächste Tag,
nur eine Form aus Formbarkeit,
die ich kaum richtig formen mag,
zu sehr sind sie mir aufgereiht,
die immer gleichen Tage,
als daß ich ihnen trauen kann,
als Reihe endlos langer Plage.
Wünschte mir Pausen dann und wann,
das Atemlose zu besiegen,
die Angst vor trister Taggleichheit.
Will mich in Schwingen wiegen,
die mich auffangen alle Zeit,
mal hell, mal dunkel, und mal grau,
im Wechsel möcht ich leben,
wäre zu gerne dumm und schlau,
möcht schauern, zittern, beben,
möcht wem gehören, Freie sein,
Prinzessin sein und simple Magd,
möcht Stimmen hören, einsam sein;
Am Morgen bin ich nackt,
daß Perlen fein aus Schweiß
mir für den Tag die Haut geschönt,
damit ich wie ein Traumkind weiß,
wonach ich mich die Nacht gesehnt.

#1063 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 28.10.2007 09:11 © by SuMuze
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Bistro Teasing→ Teaser  → Songs

Ich seh das dunkle Auge blitzen
knapp an dem Hinterkopf vorbei
so wie wir hier in Reihe sitzen
scheint mir zum Blitzen alles frei.
Ich seh die weichen Lippen sprechen
mit einem Lächeln auch zu mir
laß mir in meine Augen stechen
damit sein Lächeln mich verführ.
Ich folge seinen flinken Fingern
auf ihrem Weg durch Luft und Rauch
als könnte ich den Weg verringen
der Finger her zu meinem Bauch.
Mein Blick lehnt schon an seiner Kehle
die sich bei seiner Rede spannt
vielleicht daß noch mein Finger fehle
der seiner Kehle Bogen bannt.
Mein Knie schiebt sich schon in die Höhe
und meinen Rock gleich mit dazu
daß er mein Knie auch richtig sehe
und auch das Bein bis hin zum Schuh.
Die Schultern ziehen sich nach hinten
und meine Arme werden schwach
als könnten sie Kraft nicht mehr finden
und gäben ihm zu gerne nach.
Mein Lächeln scheint ihn zu erfreuen
nicht das seiner Begleiterin
doch scheint er mir jetzt mehr zu scheuen
als nur ein Lächeln zu mir hin.
Ich zahle, sehe sein Bedauern
und strecke meinen Leib für ihn
laß ihm zurück ein vages Trauern
und mir im Leib ein leises Ziehn.

#1064 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 27.10.2007 12:33 © by SuMuze
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Politisches Gedicht #4→ Politik  → Songs

Bin ganz gespannt
was aus der Welt
noch werden wird
daß ungebannt
das große Geld
stets mehr gebirt.

#1065 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 27.10.2007 09:50 © by SuMuze
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einfache liebe→ Liebe usw.  → Songs

ich will nicht in deine stirne sehen
schon hinter meiner ist mir bang
auch nicht in deinen schuhen stehen
wo ich es kaum in meinen kann
ich will nicht mit deinen augen sehen
was ich erblicke reicht mit grad
nicht stets auf deiner seite stehen
um meine wär's mir doch zu schad
ich will nicht auf deinen pfaden laufen
ich suche mir wohin ich will
nicht alle worte dir abkaufen
du würdest mir sonst viel zu still
ich lobe nicht, was schlecht gelaufen
zu vieles geht daneben
nichts habe ich dir zu verkaufen
ich schenkte dir mein leben

#1066 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 27.10.2007 09:37 © by SuMuze
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Politisches Gedicht #3→ Politik  → Songs

ich kotze auf die welt -
hab sie, wie sie so ist,
mir sicher nicht bestellt

#1067 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 26.10.2007 23:02 © by SuMuze
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nebelbahn→ Mannsbilder  → Songs

mit der bahn durch nebel fahren
ist einsam und matt schön
ganz gibt der körper sich
den wogen zweier eisenschienen
dem dumpfen laut des diesels
dem sanften schweiß -
er kleidet ihn mit leinen -
und seinem schwachen sehnen
wie einem alt geliebten hin.

#1068 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 26.10.2007 15:29 © by SuMuze
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Alltagsgedicht #1→ Alltag  → Songs

Mein Schreibtisch ist zwei Meter lang,
mein Bildschirm siebzehn Zoll in quer,
mein Stuhl so, daß ich sitzen kann,
die Brille bringt mir Sätze her.
Die Tastatur und Leuchtspurmaus,
sie fesseln meine Hände fast,
der Drucker spuckt die Texte aus,
ich lege ab, was mir nicht paßt.
Ich horte vom Radiergummi
bis hin zur weißen Klammer,
vom Bleistiftstummeletui
bis hin zum Stempelhammer,
die Schätze hier aus dem Büro
in meiner Schreibtischlade,
selbst Handtuchhalter aus dem Klo
sind mir als Müll zu schade.
Am Telefon rede ich freundlich,
es sei denn, dran wär' ein Spinner,
dann bin ich nur noch höflich,
das hilft zumeist, nicht immer.
Zum Fenster schau ich gern hinaus,
Männchen auf Unterlage,
kauf' manchmal einen Blumenstrauß,
Glas dient als Blumenvase.
Ich schimpfe die Kaffeemaschine,
die Personal vergiftet,
und wünsche mir 'ne Guillotine,
die manchen Tag vernichtet.
Ich tippe manchmal Briefe,
da möcht' ich nur noch weinen,
und spür' das ewig Schiefe
zu Lasten nur der Einen.
Gerate dann in Zorn,
renn' einmal um den Block,
den Blick ganz stur nach vorn,
im Rücken einen Stock.
Dann find' ich mich wie alle,
wieder ins Leben drein,
das heißt in diesem Falle:
ich laß das Wüten sein.
Wenn ich zum Bahnhof gehe,
vorbei an hellen Fensterscheiben,
in denen ich mich sehe,
kann ich's mir in die Nase reiben:
wie wild ich mich aufrege,
hier draußen bin ich still und scheu,
naja, was soll's, ich lebe,
und morgen ist der Tag dann neu.

#1069 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 26.10.2007 12:45 © by SuMuze
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Chess In The Afternoon→ Lago  → Talks

Er sitzt immer steif aufgerichtet in dem schäbigen Sessel neben dem einzigen Fenster seiner Kammer, als wollte er die Risse des verschlissenen Polsters mit seinem schmächtigen Körper verdecken. Eine fest gebundene Krawatte scheint ihm kaum Luft zum Atmen zu lassen, für ihn wohl die Erklärung des seinen dünnen Lippen entweichenden Pfeifens, die er leichter akzeptieren kann als die andere, genauere. Immer trägt er ein sauberes Hemd, mit großem Kragen, dessen Spitzen so steif und scharf auf seine Brust herunter stechen, daß mir Angst und Bange wird, wenn ich nur hinschaue. Und einen dunklen Anzug, der sich sicher einmal straff um seine Schultern spannte.

Seine Augen sind schlecht geworden, deswegen sieht er nicht das Wasser in meinen, wenn ich...
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#1070 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 25.10.2007 22:39 © by SuMuze
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nun denn→ Mannsbilder  → Songs

schon wieder streckt sich deine hand
weit in mein zartes leben
ich spür das bauschen vom gewand
als angstvoll kaltes beben
niemals gibst du mir ruh
du schaust mir ewig zu
mit deinem blick, dem harten
als könntest du gut warten
nur ich, ich kann das nicht
lösch's endlich aus, das licht
und ziehe an den schnüren
ich kann es immer spüren
dein arm strafft sich bereits
die gier in dir wird heftig
genug des blöden leids
sei endlich endlich mächtig

#1071 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 25.10.2007 21:32 © by SuMuze
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kleine vergeblichkeit→ Kurze Gefühle  → Songs

ich preßte an die weißen hüften
die kalte hand im abendlicht
das leere in mir zu vernichten
das leere blieb
die wärme nicht

#1072 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 25.10.2007 21:17 © by SuMuze
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Abend auf der Weide→ Abend  → Songs

Wasser steigt jetzt aus der Erde mit grauer weicher kalter Schwere
das müde Sehen läßt sich folgsam voller Trauer darin gehen
als wollte es nie wieder schauen sondern der Erinnerung trauen
die ihm der Tag am hellen Mittag gab.
Die Formen aller Bäume dort am Rand verwischen wie von sanfter Hand
mit einem alten Pinsel zaghaft in die Welt hinein getupft
und Kühle kriecht durch alle Ritzen meiner Jacke, nimmt mein Schwitzen
wie das der stummen Tiere in sich auf.
Lebendig scheinen nur die Schatten die auf die Nacht gewartet hatten
sie raunen sich mit Murmeln zu daß Stille wird und klamme Ruh
daß Licht am Himmel schlafen geht und matter Wind darüber weht
der alles mächtig auseinander treibt.
Ich spüre noch in meinem Rücken den Rest des Tages auf mich drücken
und lasse heimlich noch der Sonne Lachen ein wenig in mir weiter machen
das mir die Freude in das Leben gab bevor sie mit dem Abend starb
der wieder heimkommt jetzt vom Horizont.
Ich höre auf das trockne Schnauben und schaue nach den großen Augen
die schwärzlich glänzend vor mir blinken und gönne ihnen noch ein Winken
ich weiß, es kümmert sie wohl nicht, mein Handeln ist zu klein im Licht
das uns verläßt wie Mut, wie Frohsinn und wie Kraft.
Ich warte daß mich einer nimmt, mich heimwärts trägt, ein Findelkind
das sich nach Wärme sehnt und Schutz, nur keiner kommt, nicht einer tut's
ich müßte mich wohl selbst bemühen und durch die Dunkelheit hin ziehen
die jeden Schritt mir mühsam werden läßt.
Ich spüre Nässe frisch auf meiner Haut, rede mit mir, mehr leis als laut
erinnere mich an jede Mahnung, such mein Gedächtnis ab nach Ahnung
von Heimkehr, herzlichem Willkommen, als wär mir alles weggenommen
und niemals mehr fänd ich zurück.
Ich tauche trübe in die Schwärze ein und wäre gerne nicht allein
sehne mich bitter nach den Menschen, will mir voll Hoffnung wünschen
daß alles um mich tapfer sei, und wünsche mir das Haus herbei
das viel zu fern liegt jetzt im Nebel.
Ich bin ein Geist im Niemandsland der niemals aus der Leere fand
ein winzig kleines Sternenkind, wo Sterne ungern nur gesehen sind
ich fühl mich überall verloren, als wäre ich ein Nichts geboren
das rastlos durch das Grau zu wandern hat
und bin doch über alle Maßen kläglich matt.

#1073 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 25.10.2007 19:13 © by SuMuze
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belanglosigkeit→ Humming  → Songs

belanglos lang lag arm
ganz lose nur gelegt
als winzigkeiten
langsam ihn entlang
geglitten kamen
winzig belassen mir gelassen
in leisen zeiten losen leidens
lag lange bloß an seinen seiten
belanglos lässigkeiten
in meine langsamkeit
versenkt zum streit
belangter losigkeit

#1074 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 25.10.2007 09:36 © by SuMuze
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Tischgespräch→ Worte  → Songs

Sie trug ihm Fischbein statt Vergebung
in Alabasterwut gleich her
zerstach ihm Tischtuch auf Bestellung
Schmerzensbett halber schwer.

Er stieß ihr auf in erster Näh'rung
Prokrustes coram publicum
verlieh ihr Kleinmut in Vollendung
Tischdeckleindeckchen stumm.

Gemeinsam kanabanalierten
vereinsamt Seelen sich im Nu
Glühwein straff unter Glühstrumpfseide
Verreißverschluss stimmt zu.

Zerwühlten As und Falt und Sumpf
im Drittelstündchen Vierteleins.
Sie schrie aus Anstand bis zum Anschlag
Tropenbehelmten Seins.

#1075 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 24.10.2007 22:04 © by SuMuze
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Einsamkeit→ Love & Affection  → Songs

Ich würde in den Kissen schmelzen,
mich zwischen Decken schadlos halten,
ich tanzte hart auf bleichen Beinen,
und rief herbei die Nacht am Tag.
Ich könnte um den Handlauf liegen,
stieg stufenweis dem Himmel zu,
ich rollte unter Puderwolken,
und schlug dich in mein Wünschen ein.
Ich spannte mich wie Schiffstauwerk,
hielt Mast und Segel wie nur eins,
ich teilte Wogen blank als Messer,
und atmete die pure Gischt.
Ich läge einsam kalt am Strand,
mein Leib ein Spiel des müden Meer's,
gäb'st du mir nicht von deiner Wärme,
und nähmst nicht an was du mir wär'st.

#1076 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 24.10.2007 16:02 © by SuMuze
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mittagspause→ Kurze Gefühle  → Songs

wie milch die kleine
träne wasser
die zögernd deinen
rücken quert
entlang der striche
meine nägel
rissen dir lust
in weiße haut
mit brennen gab
dein lachen
tränen mir dafür
und stolz zurück

#1077 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 24.10.2007 14:15 © by SuMuze
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Frühe Wanderung→ Innereien  → Songs

Sanft wie ein weich begrünter Hang,
in dessen Linien sich das Auge windet,
schwer wie ein langer Hügelkamm,
auf dessen Schwüngen meine Blicke ruhen,
fest wie der blanke Stein weit oben,
an dessen Schärfe sich der Wind versucht;
mir wie ein Tal, in dessen Dunkelheit
ich meine Stirne nieder halten kann,
dann wieder weit wie flaches Land,
auf das ich meine Läufe eilig werfe;
ich atme weich hinein geschmiegt,
spüre in jedem Grat und jedem Fluß,
was tief in meiner Seele durstig liegt,
voll Gier aus jeder Quelle trinken muß.

#1078 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 24.10.2007 10:29 © by SuMuze
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jetleck→ Schlaf  → Songs

ich bin müde, müde bin ich,
müde roll ich mich im bett
und müde sinken mir die lider
wie scham so schwer in meinen blick
nur winzig klein
ich spür es schwach
zuckt mir der mund
im winkel zuckt's
wie lachen fast
ein käferleichtes lächeln
von müden lippen
liebessatt den deinen abgeleckt.

#1079 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 23.10.2007 13:41 © by SuMuze
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Spaziergang→ Heimspiele  → Songs

Im Gehen schwingt mein Blick
als Kreisel um mich her,
kein Schatten drängt mich jetzt
zum Laufen oder mehr.
Ins Schauen leg' ich Kraft,
dring immer weiter vor,
mit Hören schließ' ich auf,
was fest verschlossen war.
Die Beine sind nicht lahm
die Arme tanzen mit
die Augen bleiben flink
bei diesem schnellen Ritt.
Mein Rücken trägt mich gut
mein Bauch schwebt sanft und weich,
ein jeder Schritt führt weit
nicht Zweie sind sich gleich.
Auf Stein, auf Lehm, auf Holz
singt sanft ein jeder Fuß
und meine Lippe summt
den Weg bis hin zum Fluß;
und weiter noch hinaus,
als fände ich kein Ziel,
ich lauf der Sonne nach,
die schräg durch Wimpern schielt.
Ringsum atmet Gebüsch
das Gras winkt trocken mir,
grau wirbelt Dreck um Dreck,
kriecht irgendwo Getier,
das leise wispernd lebt,
im Unterholz versteckt,
wie ich nach Schutz sich sehnt.
Ich atme klare Luft
ich rieche meinen Schweiß,
im Gehen ahnt mein Blick,
wie wenig ich doch weiß -
grad' dann kehr ich zurück.

#1080 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 23.10.2007 13:18 © by SuMuze
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