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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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supermarktflirt→ Flirts  → Songs

beim fleisch traf sein blick
mein fleisch voll geschick
neben getränken
wollten sich augen
in mich versenken
bei kasse die hand
mir schwand der verstand
neben der meinen
ich mußte meine
feste anleinen
am auto dann chance
ich folgte seinen
schritten elegance
mein schoß pure gier
vorm supermakt hier

#1081 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 18.10.2007 22:35 © by SuMuze
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Herbstmorgen 10-18-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Ich habe ihn gesehen,
sein dunkel bitteres Kleid,
er schlug es um die Dürre,
die ihm alleine bleibt,
wenn er im stolzen Gehen
führt jeden in die Irre.
Ich sah den süßen Kuß,
der Leben nimmt aus Lippen,
Reste noch dort von Fleisch,
im Triumph die Hacken wippen,
weil alles weichen muß,
und ihn nicht einer täuscht.
Ich sah die krumme Hand,
die nach der Wärme greift,
mit ihren scharfen Krallen
die Haut vom Körper schleift,
und die Organe bannt,
daß sie zu Klump sich ballen.
Ich sah in seine Augen,
ich sah in sein Gesicht,
für einmal will ich glauben:
heut holt er mich noch nicht.

#1082 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 18.10.2007 09:17 © by SuMuze
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Die Dame an der Käsetheke→ Alltag  → Songs

Die Dame an der Käsetheke
fällt manchmal fast in den Salat
wenn sie sich weit nach vorne beugt
und lächelt dann so ungeschickt
daß jeder ihr verzeihen würde
fiel eines Tages sie im Ernst hinein;
doch den Salat zu kaufen
der sie so magisch anzieht
läßt keiner ihrer Kunden sein.

#1083 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 18.10.2007 08:53 © by SuMuze
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Ein Edelstein→ Politik  → Songs

Dem Einen hat, was zuvor Vielen nicht gefiel, gefallen,
was diesen gut, schien jenem nicht das Beste wohl, trotz allem.
Er nahm sich, was bereits zurück gewiesen, stolz als Seines
und setzte sich, im Miteinander einzig eins, als Eines.
Gunst wurde ihm, weil er dem Trauten nicht getraut, gekündigt
als jemand der, trotz frommer Einsicht und Begleitung, sündigt.
Denn ach, das Heulen mit den Wölfen, kunstreich zelebriert,
hat immer schon, seit Jahr und Tag, als Edelstein fungiert.
Er aber kann, sich spiegelnd in dem Licht der Leere, meinen,
gekrönt zu sein als der, der auch bei Dunkelheit wird scheinen,
und lauthals lärmend sich als einzig feiern auf der Welt,
als der, der mehr für viel und viel mehr für am meisten hält.

#1084 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 17.10.2007 15:49 © by SuMuze
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Herbstmorgen 10-17-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Zu früh, das Denken nur dahingeschmiertes Tasten,
in meinen Armen noch die Plagen tiefer Nacht,
im Funktionieren aufgereihter Schalterrasten
mit Summen, Klicken, Rauschen aufgewacht.
Hab in die endlos ausgebreitet scharfen Sinne
das Licht, es schien mir heute wohlgesonnen,
damit das Salz auf meiner Zunge sich verdünne,
dem Ton des Tages leise fordernd eingesponnen.

#1085 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 17.10.2007 09:09 © by SuMuze
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Morgenspaziergang im Oktober→ Morgen  → Songs

Wie Zucker liegt der Tau verstreut
die Schritte knirschen süß
mich friert am Kopf am Hals
klamm sind mir beide Hände
die Augen tränen schon
da ist kein Rand
zu weit und viel zu offen
streckt sich das Land hier aus
das mit eiskalter Hand
faßt mir Verstand
faßt meinen Leib
voll Hohn
mein Atem wirbelt auf
als wäre er so froh
daß er die Lippen meiden kann
die ihn gerade küßten
mein Blick fällt in die Gräben
ins gläsern lauernde Unkraut
verliert darin das Leben.

#1086 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 16.10.2007 10:42 © by SuMuze
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Herbstmorgen 10-16-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Der Tag reißt erste Wunden in die Nacht
als Morgen scheint er sanft und gnädig
als Mittag aber schneidet er mit Macht
was dann der Abend schwer beschädigt
so daß es wieder Nacht nicht heilen kann

#1087 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 16.10.2007 08:53 © by SuMuze
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Herbstmorgen 10-15-2007→ Herbstmorgen 2007  → Songs



Und in die Eise deiner Himmel
stürmt auf mein erstes Wort
ein aufgebäumter Schimmel
zum strahlend blauen Ort
ich schärfe meine Klarheit
den Kopf weit im Genick
die Trensen meiner Freiheit
schleife ich deinem Blick.

#1088 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 15.10.2007 09:00 © by SuMuze
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fauler sonntagmorgen→ Love & Affection  → Songs

die weißen harten flächen auf die sonne scheint
darüber weit entfernt wie leerer hintergrund
ein blau das milch und erde kühl vereint
das rauhe rot der tausend kleinen ziegel
die auf den dächern hocken wie betäubt
zuckendes licht wenn glas es spiegelt
schaumlinien die ein fernes flugzeug schreibt
von wind und lärm verdecktes kinderrufen
ein langes summen auf den wegen irgendwo
im haus das knarren auf den treppenstufen
die wasserspülung schnaubend auf dem klo
die härte deiner schulter unter meinem kopf
dein feuchtes glied an meinem bloßen bein
ungeschickt flechten deine finger einen zopf
in meine haare du willst wieder in mir sein
ich lasse meine müden augenlider nieder
bis alles um mich doppelt dreifach scheint
wie endlos ferne sterne sind mir meine glieder
als wären tag und nacht in meinem schoß vereint
wenn wimmernd meine leise stimme dann
sprachlose worte ziellos für sich spricht
die niemand jemals ganz verstehen kann
auch mein geist - so wie deiner - weiß sie nicht
rolle ich brav unter den eifrig starken armen
und lache in die weiße haut aus schierer lust
jammere voll gier nach immer mehr erbarmen
am endlos langen weißen sonntagmorgen
mit meinem endlos frohen weichen mund.

#1089 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 14.10.2007 15:09 © by SuMuze
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Tagesbraut→ Frühling  → Songs

Mein Lachen wenn das Blau der Adern durch die Haut
den Himmel schimmernd grüßt und seine Wolken
weich mir in die Seele blicken voller Stolz
ich springe nur ein Ball aus Freude auf dem Gras
der duftend weichen warmen Erde wie ein Traum
noch will ich nichts als endlos weiter trudeln
Stöckchen auf dem Spiegel eines kalten Bachs
das heimlich nach den stillen Buchten schaut
trink von dem klaren Äther dieses Tages
seine tanzend wanderlustig hingetupfte Braut.

#1090 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 14.10.2007 13:19 © by SuMuze
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mädchen im spiegel→ Innereien  → Songs

das ist ein kleines mädchen
das seine arme kratzt
mit seinen beinen reibt
und seine weichen augen
geblendet von dem licht.

das ist ein kleiner junge
der seine nase kraust
mit seinen händen spielt
und seine weichen lippen
geborsten von dem lärm.

das ist ein wildes wollen
das an den häuten zerrt
mit seiner hitze sengt
und seine weichen wogen
verborgen in der nacht.

das ist ein schrei
aus weit gespannter kehle
der unter decken bricht
und seine weichen worte
verwaschen wie der tag.

das sind die kichertränen
die über poren springen
und trällern wie ein chor
und ihre weichen ränder
verrieben in die gier.

das ist ein vogel der
wenn seine krallen scheitern
mit seinen schwingen schlägt
im kühlen wind gebrochen
schon für den flug zu spät.

das ist ein alter spiegel
der noch am mittag lügt
und seine matten silber
mit einem weichen kuß
dem blick des mädchens fügt.

#1091 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 12.10.2007 08:54 © by SuMuze
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Friteuse→ Alltag  → Songs

Sie wirft die Fritten in das Öl
ein buntes Tuch schont ihre Haare
der Kittel zeigt von ihr nicht viel
nur nackte Arme und darunter
ein dünner kleiner flinker Leib
auf geraden Beinen wie auf Stangen
die Füße dick in Wolle eingepackt
so steht sie jeden Abend
und ihre Augen
schwarz wie zwei Raben
sehn durch das Fett
und durch den Dunst
vorbei an Trinkern
vor der Theke und auch
am Stein der Häuserzeile
gegenüber
wie schwarzer Samt
nach Edelsteinen in der Nacht.

#1092 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 12.10.2007 07:53 © by SuMuze
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im stammelbett→ wet  → Songs

versank im schlick
im schwarzen bett
schleim schlang mich ver
schmiert brüste schwer
schoß schmiegt sich wund
schlamm küßt den mund
sperrt lippen süß
spreizt schenkel bis
spießt auf ein nein
stöhnt in den schein
stiert starr genick
steißbein im blick
im stammelbett
im winselgriff.

#1093 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 11.10.2007 14:08 © by SuMuze
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wär'st du bei mir→ Liebhaber et al.  → Songs

wär'st du bei mir
wenn ich aus grauen bildern fliehe
wenn wie nach fliegendem galopp
mein atmen nach entlastung giert
hand fest in hand
den laken hingebogen
im schweiß der nacht
einsames winseln weht davon?

wär'st du bei mir
wenn übermut die augen packt
das lachen trägt ein karrusell
und arme schenkel wangen rufen
hell glühend alle haut
dem kühlen blick
weit öffnen sich
die lippen für mein lautes schrein?

wär'st du bei mir
wenn langsamkeit hier liegt
die trübnis träger stunden
die augen zählen dunkelheit
stumpf jeder finger
weich der hals
lautloser wunsch
nach namenlosen schönen worten?

wär'st du bei mir
wenn die kolonnen straff
und zielbewußt marschieren
wenn schlanke beine tanzen
ziel folgt auf ziel
die griffe rasch
die freude springt
in hundert allerkleinsten dingen?

wär'st du bei mir
wenn nur noch leere bleibt
nicht mal ein staunen blank
staubtrocken wird der mund
weit bliebe weit
kein schritt mehr
nicht ein ungewußtes stolpern
auf zarten flanken der verletzlichkeit?

wär'st du bei mir
- und blieb'st bei mir?

#1094 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 11.10.2007 12:05 © by SuMuze
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herbsttraum→ Herbst  → Songs

ins nebelgrau taucht tag hinab
mein kalter atem matt
im haar die nacht noch starr
stirn aufgerauhtes naß
hand nur ein ast
im zittern meiner lippen
am dünnen glas
ein vages blatt herbstbraun
kraftlos der lauf
aus altem kindertraum

#1095 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 10.10.2007 09:33 © by SuMuze
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bildnis→ Me & You  → Songs

die nacht hat wilde ränder
mein traum zäunt sie mir ein
in weidenharte bänder
faßt er mein bildnis ein
legt mich zu deinen füßen
senktest du nicht den blick
mein leib müßte es büßen
zerträte mich dein tritt
die immer kalten tränen
auf hilflos weicher haut
verloren zwischen zähnen
das bildnis nie geschaut

#1096 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 10.10.2007 00:57 © by SuMuze
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abendwiese→ Liebhaber et al.  → Songs

ich lag an deiner seite
die lippen tief in dich gesunken
die augen in dich eingekehrt
die hände dir gebunden
leib dir ein weiches liebchen
bauch dir ein froher kuß
arm dir ein sanftes streicheln
schoß dir ein weites schloß
ich lud herbei nachtkalte luft
auf meiner haut zu tanzen
lockte uns her den wehen schimmer
des langen nachmittags
auf meiner stirn uns froh zu winken
und meine stimme
klagend wimmernd wilde flöte
spielte uns auf mit festmusik
auf dunkler abendwiese
an langer abend zeit

#1097 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 09.10.2007 16:40 © by SuMuze
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verlangen→ Kurze Gefühle  → Songs

siehst du die finger
dort im laken
hörst du die stimme
unter mir
ahnst du den blick
der bricht
und wieder nicht
riechst du den schweiß
der trieft
aus aufgesperrten poren
wenn deine hitze
meine wird
und dein verlangen
meins
und gibt sich
dann
wie ich
verloren?

#1098 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 09.10.2007 16:28 © by SuMuze
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gründe→ Lügen  → Songs

wie die wellen
seinen leib
nachlässig wiegen
wenn das boot
im wasser treibt
wiegt mich dein leib
wie nebenbei
wenn mir mein geist
im nirgends treibt
und meine arme
weiß und schier
nach gründen suchen
hell im wasser
unter mir

#1099 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 09.10.2007 16:15 © by SuMuze
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Sehnsucht immer wieder→ Sehnsucht  → Songs

Ich schrieb mir Tränen fort aus dem Gesicht,
ließ mir den flinken Stift die Wangen röten,
eiskalte Tinten rannen meinen Leib,
Papier umhüllte seidenhart das Bein,
auf Bücherrücken wiegte sich mein Herz.

Ich flocht mir schlanke Worte in das Haar,
ließ mir mit Reimen scharf die Wunden reiben,
verhärmte Sätze schufen mir mit Striemen
die Lieder, die mir in der Kehle brannten,
Vers fiel für Vers hinab in meinen Schlund.

Ich sang mit leiser Stimme meine Angst,
rief stumm nach Licht inmitten lauter Nacht,
mein Murmeln rannte quer durch den Tumult
aus eingestürzten Zeilen auf den Linien
weißer Seiten voller leergefegter Qual.

Ich trank den Wein verlegter Strophen
und schmeckte sein vergorenes Holz,
ich aß vom Brot der hundert Schimmel,
die Hufe gegen mich erhoben
in meinem fest gestampften Hof.

Ich gäbe jede meiner wilden Tränen
für nur ein Lachen unter blauem Tuch,
und beugte fröhlich meinen weißen Nacken
streifte dein Atem leicht nur meinen Hals;
ich nähm's, und wäre mir für mich genug.

#1100 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 06.10.2007 20:46 © by SuMuze
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Freitag Abend→ Stadt  → Songs

Im grauen Niederschlag des Tages
kriecht schon die Nacht als Spur herum,
das Licht, verschmäht von Stein, Beton,
küßt einmal noch, schon ohne Kraft,
die müde ausgestreckten Blätter in den Bäumen
und zieht sich seinen blauen Mantel an,
im Himmelszelt allein zu träumen.
Und alle Linien führen heim, und leise jetzt,
von Stein zu Stein, kehrt alles langsam in sich ein.

#1101 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 05.10.2007 19:55 © by SuMuze
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Ein Gesicht→ Sie  → Songs

Vor ihren Augen blitzen Jahre
ziehen Gräben bleiche Zeit,
um ihren Mund kämpft Härte
mit dem Tonfall ihrer Worte.
In den Ritzen ihrer Lippen
dämpft Sprödigkeit den Mut
der Kanten ihrer Wangen,
und leere Hoffnung überall.
Nur das Licht, das die Pupillen
abends sich aus allem nehmen,
und als Zorn scharf widerspiegeln,
legt einen letzten Schimmer
alter Nacht streng lastend weit
auf jede Farbe ihres Angesichts.

#1102 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 05.10.2007 17:12 © by SuMuze
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Leben→ Me  → Songs

Die Stimme kann ich hören, die Laute auch, den Schall.
Ich kann die Lippen sehen, das Rot, das Weiß der Zähne.
Ich sehe Augen, ihren Blick, geradeaus und wild und starr.
Und die Gestalt, den Leib, die Glieder, immer diesen Kopf.
Ich rieche Staub und feuchte Erde, den Wind, den Kalk,
der aus den Mauern fällt, das Licht, den Tag, den Himmel.
Ich fühle Hitze auf der Haut, und feinen Schweiß auf mir,
die Müdigkeit der Glieder, das Steife dort im Nacken,
den Schmerz, das leise Zittern meiner Hände, der Finger.
Mein Herz spüre ich schlagen und meine Bronchien sich weit blähn,
und in den Adern drückt sich Blut wie Leben gierig durch mich hin.

#1103 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 05.10.2007 07:47 © by SuMuze
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Whodunnit→ Me & You  → Songs

Ich war voll Dreck
mein Arm tat weh
ich konnte mich kaum rühren.
Ich weinte.
Und deine Hand
nahm meine Hand
ich konnte dich nah spüren.
Ich lachte.
Und meine Hand
ließ deine Hand
mich deinen Arm verführen.

#1104 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 03.10.2007 22:39 © by SuMuze
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Lebenskreis→ Kind  → Songs

Das Knie kann sich nur beugen
viel Spiel hatte mein Knie wohl nie.
Der Fuß kann sich nur wölben
am Kreis ganz eng mein Fuß sein muß.
Das Herz kann nur pulsieren
das Leben pumpt mein Herz einwärts.
Die Hand aber kann greifen
und faßt nach meinem Herz,
hebt das gebeugte Knie
und stellt mich auf den Fuß.
Mein Leben nur ein Spiel
im Kreis. Mein Leben.

#1105 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 03.10.2007 22:18 © by SuMuze
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Bürgerbegehren→ Moderne Zeiten  → Songs

Ich gehe keine Brücken und schwimme keinen Fluß,
ich steige keine Berge und setze meinen Fuß
in keine finst're Höhle, es sei denn daß ich muß.
Ich lasse immer Lücken und bremse bis zum Schluß,
ich halte auch für Zwerge, schaff damit viel Verdruß,
ernte mir viel Gegröle aus Nachbars Denkernuß.
Ich kaufe in der Nähe und grüße jeden bald,
ich lache in der Sonne und mache auch nicht Halt
vor regenfrische Pfützen, es sei man braucht Gewalt.
Ich mag gern zarte Rehe, sind sie noch nicht zu alt
ich liebe auch mit Wonne, Wildschweine aus dem Wald
als Mahlzeit schnell zu nützen, wer mag schon Wild ganz kalt.
Ich hasse alte Pfründe und wünscht' sie wären mein,
ich fülle mir den Magen, und wär er noch so klein,
nicht nur mit neuen Worten, es dürfen alte sein.
Ich tauche keine Gründe und sinke keinen Stein,
ich werfe keine Klagen und breche keines Bein,
sitze vor allen Pforten, ich sitze gern allein.

#1106 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 03.10.2007 18:18 © by SuMuze
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Nebeltag→ Heimspiele  → Songs

Die Menschen haben Nebel in den Stimmen,
und grau und trist ist jeder Schritt
ich laße die Minuten zäh verrinnen
im endlos langsam müden Tritt.
Das Leben floh aus Augen und Gesichtern
als nähme Sonne Leben mit
als warte alles, daß mit ihren Lichtern
die Abendstadt uns bald umgibt.
Dann wälzen träge sich die Glitzerwürmer
auf beinah leuchtendem Asphalt
und mir wird langsam froh und endlich wärmer
geruhsam wird der Tag dann alt.
Mich trägt sanft gleitend leiser Diesel brummend heim
im Traum bin ich schon dort zu Haus und nicht allein.

#1107 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 02.10.2007 16:35 © by SuMuze
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Büroalltag (grau)→ Arbeiten  → Songs

Ich kann auf Sonnenschein verzichten,
der durch die Fenster zu mir käme,
das sanfte Wehen kühler Luft,
das mir den Schweiß fort nähme,
auf all die Worte der Kollegen,
die zwischen Tür und Angel reden,
ihr lautes Lästern zwischendurch
- irgendwann trifft es doch jeden.
Mir fehlt das Piepsen der Computer,
der Klingelton der Telefone,
das Keyboardklappern sicher nicht.
Dein Herz, in dem ich wohne,
vermisse ich - und dich.

#1108 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 01.10.2007 15:35 © by SuMuze
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Kleiner Liebestaumel→ Liebe usw.  → Songs

Ich halte meine Hand vor deine Stirn
damit die Welt sie nie verletzt
ich lege meinen Arm um deinen Kopf
damit dein Weinen ihn benetzt
ich biege meinen Leib in deinen Schoß
damit dein Sehnen ihn berührt
ich schmiege meinen Geist dem deinen an
damit dein Denken mich verführt
ich presse meine Lippen an dein Ohr
und atme deiner Augen Licht
leis summt dir meine Stimme vor
was du schon weißt: ich liebe dich.

#1109 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 01.10.2007 09:36 © by SuMuze
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An einem Sonntag Morgen→ Mäander  → Songs

An einem nassen Sonntag Morgen
in einem kalten trüben Jahr
früh schon die Stunden an den Tag verloren
bevor noch Licht am Himmel war.

Wir malten Einsamkeit in Bildern
mit Farbe in den Nebel schwach
blass dann als fahles Zeichen sie zu mildern
entlassen aus dem Schlafgemach.

Wir strömten Wärme aus den Stoffen
und luden unsere Hitze ein
schroff uns von allem Fremden abzustoßen
damit wir enger füreinander seien.

Wir hielten Hände zwischen Glieder
die Lippen saugten Zungen fest
voll Eifer murmelten wir Formeln wieder
damit in uns kein Zweifel wächst.

Wir rührten durch den Schlick mit Löffeln
als suchten wir nach einem Grund
süß legten wir in weichen Tiefen offen
kraftlose Worte für den Mund.

Wir tranken Schweiß statt fader Sorgen
so trüb auch unser Brunnen war
durstig an einem nassen Sonntag Morgen,
in einem kalten trüben Jahr.

#1110 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 30.09.2007 10:30 © by SuMuze
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Travelling→ Affäre Rosenlicht  → Soaps

Rosenlicht war nicht begeistert über ihre Idee gewesen, mit dem Wagen zu fahren. Gegen das Fahren an sich hatte er nichts, nicht, wenn er selbst am Steuer saß. Aber sie war ganz wild darauf, zu fahren, und das mißbehagte ihm deutlich. Er erinnerte sich nur ungern an die wenigen Male, die sie ihn mit einem Wagen aus der für ihn verwirrenden Auswahl an Fahrzeugen, derer sie sich bediente, chauffiert hatte. Sie fuhr zu schnell und zu rücksichtslos und seiner Meinung nach viel zu riskant. Andererseits kannte er das britische Eisenbahnwesen zu gut, um nicht von der Idee, mit einem bequemen Wagen zu reisen, mehr als verlockt zu werden. Und die Aussicht, ihre zornige Enttäuschung ausbaden zu müssen, sollte er ihr diesen Wunsch abschlagen, hatte schließlich den Ausschlag...
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#1111 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 29.09.2007 13:55 © by SuMuze
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Am Wasser→ Wasser  → Songs

Am Wasser läßt sie nach, die bange Hast,
kriecht weg, versteckt sich irgendwo,
sein Fließen, Treiben trägt die Last
leicht zwischen Ufern. Frei und froh
tauchte ich ein, die Arme ausgestreckt
schwebte ich fort wie Dreck und Schaum,
und bliebe, atmend, unentdeckt,
gewärmt, geborgen tief im Traum.
Am Morgen dann, wenn meine Sehnsucht fast,
mich endlich zu sich nehmen kann.

#1112 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 29.09.2007 09:26 © by SuMuze
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Nebelmorgen→ Tageszeiten  → Talks

Ich sehe aus dem Fenster und sehe Nebel. Er sieht aus wie Nebel und riecht vermutlich auch wie Nebel. Mit Wasser übersättigte Luft. Da sie über dem Feld in der Luft herum hängt, wird diese nasse Luft heute nach Erde und den letzten Resten der Gülle vom Frühjahr riechen. Und dem ganzen Dreck, der im Laufe des Sommers dazu gekommen ist. Auf dem Feld, und auch woanders. Ihn kann ich nicht sehen, wenn ich aus dem Fenster sehe, aber ich weiß um ihn. Wie um die kleinen Tiere, die in der Erde herum kriechen und sich jetzt langsam daran machen werden, ihre Verstecke aufzusuchen. Der Nebel verschwindet nämlich bald, und dann kommen andere Tiere, die den Nebel nicht mögen, um nach den Tieren zu schauen, die den Nebel mögen, oder die Nacht.

Ich mag beides...
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#1113 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 27.09.2007 12:49 © by SuMuze
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Ich weiß dich→ Me & You  → Songs

Ich weiß dich
von dem harten Tuckern
auf dem Hof
und weiß dich
vom dem Schlurfen
auf den Stufen.

Ich weiß dich
wenn dein Pfeifen
zu mir kommt
mit dem du deinen Hund
aus unserer Küche jagst.

Ich weiß dich
von dem harten Tritt
der Stiefel
wenn du
die Klumpen
aus den Sohlen schlägst
und weiß dich
von dem wilden Klopfen
da in mir
wenn meine Füße
auf der Treppe
Kindheit spielen.

Ich weiß dich
wenn ich neben dir
den warmen Becher in der Hand
an deiner Schulter lehne
und dann in Ruh
uns alle Stimmen
miteinander
ganz eng umkreisen
immerzu.

Ich weiß dich
wenn dein Arm
mich schiebt und hält
und meine Nase sich
an deiner reibt
und meine Hüfte auch.

Ich weiß dich
wenn dann deine Hand
um meine faßt
du läßt nicht los
und bist bei mir.

#1114 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 26.09.2007 14:17 © by SuMuze
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Tod liegt in meinem Bett→ B03  → Songs

Tod liegt in meinem Bett
sein Kopf ruht neben mir
das kalte Knie
spreizt meine Schenkel
die harten Hände
halten mir den Leib
sein Atmen schenkt
mir Melodie
und seine Gier
das Ende.

#1115 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 26.09.2007 13:16 © by SuMuze
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Wärst du ein Stein→ Wildes  → Songs

Wärst du ein Stein, dann wär' ich Moos,
und wüchse überall auf deinem Rücken.
Wärst du ein Bach, ich querte dich,
nie müde, mich nach deinem Grund zu bücken.
Wärst du ein Haus mit steilem Dach,
ich kletterte hinauf, hoch auf den Giebel,
ich wählte mir mein Traumgemach,
und meine Füße küssten jede Diele.
Wärst du ein Ross mit stolzem Schweif,
schmiegte ich eng als Sattel mich dir an,
ich tränkte deinen warmen Schweiß
in alle Leder meines Schoßes dann.
Wärst du ein Vogel, klein und zart,
der an den Stäben seines Käfigs noch
den Schnabel wetzt und leise zirpt,
ich ließ dich gehn, und liebte doch,
säh lang dir nach, und bliebe hier,
schickte nur meine Worte dir.

#1116 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 26.09.2007 09:50 © by SuMuze
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Kindertraum→ Traum  → Songs

Ich wollte meine Seele schreiben,
damit du endlich sie dann siehst,
ich wollte deine Blicke bannen,
damit du nie verloren gehst.
Ich wollte mir die Stärke leihen,
damit ich sie verwenden kann,
ich wollte allen dann verzeihen,
dir und der Welt und jedermann.
Wenn allen Recht geschehen ist,
und jeder Schwache bliebe heil,
wollte ich, daß auch du so bist,
darum bot ich mich feil.
Ich wollte Schönes in dir sehn,
und sehe jetzt: es wird nicht gehn.

#1117 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 25.09.2007 21:41 © by SuMuze
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Working→ Local Hero  → Soaps

Der Wind weht angenehm bei der Arbeit. Dennoch schwitze ich mächtig. Ich könnte natürlich ihn alle Löcher bohren lassen, denn Kraft hilft dabei. Du mußt den Erdbohrer irgendwo ansetzen, wo du denkst, daß nicht gleich nach zehn oder zwanzig Zentimetern eine Stein kommt - in der Regel kommt er nach vierzig Zentimetern - und dann drücken und drehen, damit das Ding sich wie ein Korkenzieher in den Boden schraubt. Und da ist Größe gut, und auch Kraft, obwohl die nicht ausreicht. Ein wenig Geschick und Glück gehören auch dazu - den Erdbohrer gibt es noch nicht, der durch einen Stein hindurch bohren würde, wieviel Kraft du auch immer aufbringst. Also bohre ich viele der anstehenden Löcher. Und damit ist es noch lange nicht getan. Danach kommen die Pfähle hinein, sie liegen...
[weiterlesen]

#1118 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 25.09.2007 17:14 © by SuMuze
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Mißliebige Annäherung→ Teaser  → Songs

Mein Knie streift unter meinem Rock
umher wie Fäuste in den Taschen
eingesteckte Wut mit Chorgesang
dankbarer Kehlen Sekt fließt Ströme
Schweiß rinnt heimlich hinterher
vorher hält meine Hand nachher
verbittert reiben Schenkel mir
einander Zorn nicht mehr genug

#1119 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 25.09.2007 15:46 © by SuMuze
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Zur Arbeit fahren→ Leben auf dem Lande  → Talks

Wenn ich die Abkürzung durch die Felder nehme - morgens früh, wieder einmal zu spät aufgestanden und den Kaffee zu hastig herunter geschüttet und im Spiegel sehe ich, wie meine Haare zustehen - wenn ich die schmale Straße runter zum Fluß nehme und darüber hinweg, scharf nach rechts, da, wo Väter so gerne mit ihren Söhnen Flugzeuge fliegen lassen - was lassen Mütter mit ihren Töchtern fliegen, Glühwürmchen? - und dann wieder nach links, und mitten drin dann bin, rundum nur Felder und Bäume und Zäune - dann halte ich manchmal an. Da gibt es eine kleine Ausbuchtung, wo der Wagen so gerade noch hinein paßt. Damit ich niemanden störe, das würde ich nicht wollen: jemanden zu stören, der rasch zur Arbeit fahren will, es eilig hat und jede Störung verfluchen würde. Ich sitze...
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#1120 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 25.09.2007 09:48 © by SuMuze
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af_newyork

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