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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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Heimfahren→ Heimspiele  → Songs

Vom Lenkrad her
springt Traurigkeit
in meinen Blick
die Bremsen
singen Wehmut
die Kupplung
klagt lauthals
Vergeblichkeit
des Meineids an
im Spiegel
sinkt das Glück
verloren
hinter Horizonte
und das Getriebe
murmelt Rache
an der Welt.

#1121 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 24.09.2007 19:33 © by SuMuze
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Identitäten→ Initial  → Songs

Als ich jung war, wollte ich so alt sein wie meine Mutter.
Als ich jung war, wollte ich so alt sein wie meine Tochter.
Als ich jung war, wollte ich so jung sein wie meine Tochter.
Als ich jung war, wollte ich so jung sein wie meine Mutter.
Als ich alt war, wollte ich so jung sein wie meine Tochter.
Als ich alt war, wollte ich so jung sein wie meine Mutter.
Als ich alt war, wollte ich so alt sein wie meine Mutter.
Als ich alt war, wollte ich so alt sein wie meine Tochter.
Als ich alt war, wollte ich alt sein.
Als ich alt war, wollte ich jung sein.
Als ich jung war, wollte ich jung sein.
Als ich jung war. wolte ich alt sein.
Als ich jung war, wolle ich wie meine Mutter sein.
Als ich jung war, wolle ich wie meine Tochter sein.
Als ich alt war, wolle ich wie meine Tochter sein.
Als ich alt war, wolle ich wie meine Mutter sein.
Als ich alt war,
Als ich jung war.
Ich wollte jung sein.
Ich wollte alt sein.
Ich wollte wie meine Mutter sein.
Ich wollte wie meine Tochter sein.
Als ich wollte ich.
Als ich.
Wollte ich.
Eine Tochter.
Ich.

#1122 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 24.09.2007 17:20 © by SuMuze
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Sehnen schmerzt→ Sehnsucht  → Songs

Zu sehnen schmerzt,
zieht mir die Seele
in die Weite, den Sinn
verstreicht es dünn,
zu straff gedehnt,
das Innere wird hart
und trocken, Kehle
brennt, von überall
ist grelles Licht,
Sehnen das schmerzt
jetzt mich

#1123 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 24.09.2007 15:46 © by SuMuze
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Sonnenuntergang→ Love & Affection  → Songs

Wär' ich dir Kreuz
- bei Gott, ich will es sein -
wär's nie genug;
wäre ich dir Boden
- auch das, mein Herz -
wäre ich doch matt;
und deine Angst
mir Wut;
und wäre ich dir Alles:
du wolltest mehr;
ich knüpfe still
die Bänder
meiner Schuh.

#1124 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 23.09.2007 20:21 © by SuMuze
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Mitternachtsmädchen→ B01  → Talks

Ich warte. Ich warte gerne, ich habe schon immer gerne gewartet. Nicht, weil ich viel Geduld hätte, im Gegenteil. Aber ich freue mich ums Leben gerne auf etwas. Fast mehr, als es dann zu haben. Und jetzt sitze ich auf dieser eher unbequemen Bank, die sich die ganze Länge des Raumes an der Wand entlang zieht, und rauche und trinke und bringe ihm meine ganze Liebe entgegen. Nun, jedenfalls einen großen Teil davon. Er wird es nicht vor Mitternacht schaffen, sagte er am Telefon, und ich sagte, daß das nichts mache, und er lachte, weil er mich kennt, und ich lachte, weil es schön war, daß er mich kennt. Im Spiegel hinter der Bar kann ich mich betrachten, mich und die anderen Gestalten hier. Niemand wirklich aufregendes da, an der Bar sitzen zwei Türken, fein heraus...
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#1125 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 22.09.2007 17:49 © by SuMuze
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Poco Male→ T98  → Songs

Ich schaue mir die Wellen an
die wieder Steine schleifen
geduldig warten die
und manche haben Bärte
am Morgen lachen sie
das Licht da oben an
am Abend sind sie müd
wie ich
vom Steinegucken
und manchen nahm ich auf
fühlte die Rauheit mir
und warf ihn weit
weit weit hinaus
und hörte wie er planschte
ganz unverhofft und hell
das Wasser grinste frech
die anderen Steine murrten
nicht jeder Stein
kann leider auf die Schnelle
erwählt und auserkoren
wiedergeboren sein,
oh ja.
I am looking at the waves
they're grinding stones again
that patiently are waiting
and some have beards
and in the mornig they do laugh
up to the light so high above
and in the evening they are tired
just like me
from watching stones
some I picked up
felt for the roughness
and threw them far
far far away out in the sea
and listened how they splashed
unforeseen and fair at all
the water's grinning bold
the other stones did mutter
not every stone
could just as fast as those
be chosen and elected
and then reincarnated,
so sorry, yeah.

#1126 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 22.09.2007 16:33 © by SuMuze
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Als der Tod→ T98  → Songs

Als der Tod das Mädchen berührte,
einsam saß es am Strand
und warf Kiesel ins Wasser,
dachte er, gut täte er daran,
sie zu holen,
und lächelte sie an,
weil sie aufschaute
in seine leeren Augen
- und ihre waren nicht leer -
und für einen Moment
dachte der Tod,
er könne verstehen,
was die Menschen hielt,
da wo sie meinten zu sein,
und er schmunzelte sanft,
und seine Finger
schienen nicht mehr so kalt,
und seine Füße
nicht mehr so müde zu sein,
und er ahnte das Wort,
das er hörte
- wieder und wieder -
glaubte es fast
nun zu sehn
ganz - allein.

#1127 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 22.09.2007 00:26 © by SuMuze
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Irgend ein Abend im Spätsommer→ Spitzfindiges  → Talks

Eine männliche Person, 1.91m, 92kg, braune, kurze Haare, braune Augen, ovale Gesichtsform, schlank, kräftige Glieder und Hände.

Eine weibliche Person, 1.72m, 56 kg, blonde, halblange Haare, blaue Augen, ovale Gesichtsform, schlank, gerade Glieder, langgliedrige Hände.

Treppenaufgang aus Lärchenholz, Geländer mit gerade gefästen Stäben, runder Handlauf, großformatige Bilder an weiß verputzten Wänden.

Der Mann steht auf einer der unteren Stufen, die Frau über ihm auf einem Treppenabsatz.

Der Mann trägt dunkelbraune, breit gerippte Cordhosen, derbe Schuhe, hellgraues Hemd, darüber eine schwarze Cordweste. In der Brusttasche des Hemdes stecken zwei Stifte.

Die Frau trägt hellblaue Jean, eine maisgelbe Bluse, dunkelblaue Leinenturnschuhe, eine dünne Goldkette mit einem wässrig-blauen Anhänger um den Hals.

Durch ein Fenster ist ein weites, offenes Stoppelfeld zu sehen, Sonnenstrahlen liegen quer darüber, es ist später Nachmittag. Der Horizont scheint zu brennen, darüber kühles, gleichgültiges Blau.

Eine weiß-braun-schwarz gemusterte Katze läuft vorsichtig die Treppe hinab, hebt den Schwanz, beschleunigt, als sie um die Schuhe des Mannes herum sich windet, wird dann wieder ruhiger und hinterläßt einen mißbilligenden Blick, als sie die Hindernisse erfolgreich passiert hat.

Die Wangen des Mannes sind gerötet, seine Augen funkeln wütend. Auch die Wangen der Frau sind gerötet, Spuren von Tränen sind auf ihnen zu sehen. Ihre Augen blicken matt.

Von unten ist ein Poltern und Scheppern zu hören, gefolgt von einem beschwichtigenden Tierlaut und einer wütenden Stimme: "Hund!". Ein zaghaftes Bellen folgt, dann das Knallen einer Tür.

Mann und Frau bewegen sich kaum. Der Mann sieht die Frau an, die Frau sieht zu Boden. Der Mann fragt etwas. Die Frau antwortet nicht. Der Mann sagt etwas. Die Frau schaut auf. Der Mann lächelt dünn. Die Frau öffnet den Mund leicht. Der Mann streckt seine Hand aus und streicht der Frau über die Wange. Die Frau schließt die Augen. Der Mann läßt seine Hand wieder sinken. Die Frau öffnet ihre Augen. Der Mann sagt etwas. Die Frau antwortet. Der Mann zuckt die Schultern. Die Frau nickt. Der Mann sagte etwas. Die Frau schaut wieder zu Boden. Der Mann schweigt. Die Frau schweigt.

Ich kann den Staub in deinen Haaren fühlen, aus all den Jahren, die du den Staub darin gesammelt hast, als machte er dich schwer für jeden Boden. Ich rieche diesen Staub, kein Wasser kann ihn dir noch nehmen, auch meine Hand, die zärtlich deine Haare fand, wird ihn dir niemals nehmen. Ich höre auch den Wind, den deine Haare für dich fingen, sein immer sanftes Flüstern, wenn hoch dein Haupt einmal zum Himmel weist. Mit meiner leisen Stimme kann ich das Flüstern nicht ersetzen, wenn du in meinem Schoß zart weinst. Ich schmecke Salz von deinen Lippen, ich schmecke Salz in deinem Schoß, ich kann ihm meine Süße nicht vermählen, dein Salz reibt meine Haut und stellt mich beißend bloß.

Wenn Westwind ist, kommen die Wolken langsam heran, als rollten sie sich über unsichtbare Kämme träge hinüber. Sie fransen leicht aus oder ballen sich plötzlich zuammen. Aus kleinen, dunklen Flecken werden weite Felder, und aus massigen Gebirgen dünne Flocken, schnell verstreut wie wiederkäuende Kühe auf der Weide. Und immer wieder kleine Risse, durch die das nimmermüde Blau neugierig herunter schaut.

Wenn Ostwind ist, dann jagen dunkle Scharen oben hin, und unten biegen sich die Bäume, und selbst das Land scheint sanft zu weinen und gibt den Wolken leise Tribut. Die ihn nehmen und mit sich fort tragen. Unberührbar.

Ich sehe ihm dabei zu, wie er auf seinen Traktor klettert, noch einmal zu mir her schaut, sich vorbeugt, den Kopf schräg hält, um auf den Anlasser zu hören. Wie dann sein Körper sich zufrieden rasch versteift, wenn lautes Tuckern von den ersten gelungenen Zündungen kündet. Er kuppelt ein und löst die Bremsen, sanft beginnen die großen Räder sich zu drehen. Sein ganzer Stolz: den Traktor weich und zart und genau zu fahren. Ich sehe seinen Rücken, seine Arme sich bewegen und bin auch stolz. Ich weiß nicht, worauf.

Die Frau sitzt auf einer Küchenbank, Knie angezogen. Ein fast makellos schwarzer Kater liegt unter der engen Brücke ihrer Beine. Ein Becher dampfenden Kaffees steht vor ihr auf dem Tisch, daneben ein kleines, aufgeschlagenes Heft, ein Bleistift in einer Metallhülse, ein leerer Ascher, eine Schachtel Zigaretten und ein Streichholzbriefchen. Mitten auf dem Tisch stehen eine blaue gestreifte Kaffeekanne auf einem Holzbrett und ein Schälchen Zucker. Der Löffel dazu ist herausgefallen und hat Zucker auf der Tischplatte verstreut. Das Licht der tief stehenden Sonne schafft schwere Schatten in der Küche. Unter der Bank seufzt und fiept ein Hund sich durch einen erregenden Hundetraum.

Ein Traktor fährt schnell einen schmalen, unsauber asphaltierten Weg entlang, über ein Wehr, das einen Fluß überspannt. Große Steine liegen im Flußbett. Eine Batterie Schieber, um die Tores des Wehrs zu schließen, steht wie eine Reihe angetretener Soldaten da. Die Sonne ist hinter der Linie aus Bäumen und Büsche im Westen jetzt fast verschwunden. Der Fahrer wirft ihr einen kurzen Blick zu. Unten das Wasser ist dunkel.

Die Frau in der Küche hält ihre Augen geschlossen, summt ein Lied vor sich hin, wiederholt müde murmelnd eine Zeile, defector from the petty wars that shell shock love away mehrfach. Verstummt dann. Der Kater bewegt sich kurz, liegt dann wieder zufrieden und still. Die Spülmaschine braust leise. Irgendwo im Haus sind Schritte zu hören.

Die Sonne ist jetzt untergegangen. Am dunklen Himmel schreiben Flugzeuge mit Kondensstreifen in das tiefe Schwarz-Blau ausufernde Zeichen, die das letzte Licht der Sonne fangen und so golden glänzende Ränder bekommen.

Ein kühler Tag
das ist er immer
und leer
damit der Platz
auch reicht
für das
was nicht mehr ist.

#1128 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 21.09.2007 13:46 © by SuMuze
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Ausgelacht→ Lachen  → Songs

Es mischten sich
Ellbogen
in mein Lachen
und harte Knie
nichts konnte ich
dagegen machen
ungelogen
ich lachte freier
mehr voller Lust
mein Lebtag nie.

#1129 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 21.09.2007 13:43 © by SuMuze
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Ich werde getadelt und bewahre Contenance dank eines Gedichts→ Worte  → Songs

der möglichkeit nach halb sieben zwerge und schnee
fall ist ski und rodel gut ist mir der mann der besten freundin
werden wir niemals bewußt wie viel zu wenig wäre mehr
liebe braucht die aber zeit vergeht am neujahrstag und nacht

#1130 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 20.09.2007 15:58 © by SuMuze
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At Night→ Local Hero  → Soaps

Ich wache auf, weil es fremd riecht. Auch die Geräusche sind mir fremd, und die Art, wie sich ein verschwindend geringer Teil des verlorenen Lichts aus der Nacht draußen um mich herum und auf meiner Haut ausbreitet. Der Druck der Matratze unter mir ist anders, auch das Gefühl der Luft, die mir kühl über Stirn und Schultern und Hüften streicht. Und das schwere Gewicht seines Armes, der mich an ihn zieht, warm und mächtig, und dahinter sein ganzer massiger Leib, der sich sanft bewegt wie eine Düne, die Millimeter für Millimeter vor dem Wind davon kriecht.

Kriechen möchte ich jetzt auch, ich versuche ganz vorsichtig, mich aus seinem Arm zu befreien. Möglich, daß er nicht aufwachte, schrie ich laut, es kann aber auch sein, daß er schon auf eine...
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#1131 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 20.09.2007 13:41 © by SuMuze
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Am Hafen→ T98  → Songs

Am Hafen war ich oft
ging auf der Mole
weit hinaus
bis nur das Wasser
um mich war
es war oft kalt
selbst
wenn die Sonne
mit mir spielte
das Wasser
spielte nie
es lauert nur
auf jedermann
ich mochte dort
die Weite
das andre Ufer
hinter Dunst
dann aber auch
die Enge
als zwängte sich
der See
aus Bergen raus
die ihn nicht ließen
er tat mir Leid
verschwendet
aber gut
war mein Gefühl
wenn ich dort stand
und auch ein wenig
lauerte.

#1132 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 19.09.2007 19:52 © by SuMuze
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Vor Gericht→ Trennungen  → Songs

Ich glaube Erde hat gezittert.
Oder gebebt, so heißt es besser.
Ich sah den feinen Schweiß
auf mir voller Unruh
und alle hellen Härchen
auf meinem Arm die winkten
mir wie Getreide zu.
Ich glaube Zeit blieb stehn.
Oder pausierte, kurz.
Ich sah dir in die Augen
und du sahst wieder her
und meine Wimpern waren
wie Wolken in der Nacht
ertränkten mich im Meer.
Ich glaube Himmel weinte.
Oder fand Mitleid, dann.
Ich sah den Regen fallen
als gäbe es kein Dach
und meine Wangen brannten
und meine Kehle schrie
verzweifelt laut dir nach.
Ich glaube Liebe starb.
Oder suchte die Flucht.
Ich sah den harten Rücken
das Mahlen im Gesicht
und meine Worte alle
zu klein und viel zu blaß
so stand ich vor Gericht.

#1133 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 19.09.2007 14:12 © by SuMuze
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Phonecall→ Local Hero  → Soaps

Später am Abend rief er dann an. Nicht zu spät, aber beeilt hatte er sich auch nicht gerade. Ich hatte bereits ein wenig angefangen zu warten. Und mir allmählich überlegt, ob ich nicht ihn anrufen sollte. Vermutlich hätte es nicht mehr lange gedauert, und ich hätte das getan, aber so herum war es mir natürlich viel lieber. Er rief direkt zu mir durch, unser Telefon ist irgendeine vertrackte Anlage, bei der wir alle eine eigene Nummer haben und dann gibt es noch eine Nummer für die Telefone in der Küche und draußen in der Scheune. Ich war gerade dabei, mit diversen Farben etwas ausgesprochen Schreckliches auf einem großen Blatt festen, unschuldigen Papiers anzurichten, als mein Telefon piepte. Ich nahm schnell ab - Geduld ist in solchen Momenten nicht gerade meine...
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#1134 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.09.2007 16:50 © by SuMuze
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Zweisamkeit→ Liebe usw.  → Songs

Ich fühle will und fürchte hoffe sehne mache gebe nehme, werd endlich still
Der warme Dunst der frühen Nacht säuselt mir Zartes um die Ohren
Bein Hand Bauch Auge Haut im Nacken Schenkel Schweiß Stirn Lippen Haare
Zum Singen sanfte Stimme rolle ich nichts sehend nur nachgebend immer weiter fort
Am Fenster spielt der müde Abend Lineale Zirkel kleines Kind am Meeresstrand
Ich lache atme weine spreche stöhne rufe summe tröste seufze liebe, lob immer mehr
Ich bin nur Wehmut weiche Hülle die sich so matt im schwächsten Wind verdreht
Ein Zweig hüpft mir ein schwarzer Vogel auf den Zweig die Sonne schaut dem Vogel reglos zu
Ganz langsam pflückt mich Dunkelheit aus meinem Baum, in deiner Hand ein leiser Traum.

#1135 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.09.2007 16:13 © by SuMuze
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Angespannt→ Zorn  → Songs

Wir haben angespannt
kalt klatschen Riemen
weißer Atem, Klirren
rauhreifes Schnauben
dumpf langer Tritt nach vorn
und leise Welle
noch weicher Zügel
die sich nicht irren
nimmt mir den Zorn

#1136 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.09.2007 15:58 © by SuMuze
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Der Abend stiehlt→ Abend  → Songs

Der Abend stiehlt mein Glück
nimmt, was ich mag, mir aus der Hand
legt Starre wie ein Schreck
auf alles, Kälte allemal
und spielt mit meiner Angst
es käme, was die Nacht sich nahm
nur falsch und voller Dreck
und war's mir lieb, niemals
ins helle Licht der Früh zurück.

#1137 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.09.2007 08:47 © by SuMuze
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Wie du mir so ich dir→ Ich  → Songs

Wenn ich verlassen werde
fühle ich mich schuldig
wenn ich verlasse auch.
Wenn ich beleidigt werde
fühle ich mich schmutzig
wenn ich beleidige nicht so.
Wenn jemand mich sehr känkt
fühle ich mich sehr allein
wenn ich es bin die kränkt noch mehr.
Wenn ich betrogen werde
dann bin ich zornig wild
wenn ich betrüge ziemlich still.
Wenn ich ein Lob bekomme
dann bin ich strahlend froh
und wenn ich lobe sowieso.

#1138 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 17.09.2007 16:56 © by SuMuze
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Mut schöpfen→ Heimspiele  → Songs

Der von einem beliebten Meteorologen
im Morgenmagazin des westdeutschen Rundfunks
zweites Programm
für den Nachmittag angesagte kalte Regen aus Südwest
scheint mir warm und freundlich ins Gesicht
als ich mit dem vom Tragen eines Maulkorbes
oder einer geprüften beißhindernden Vorrichtung
wegen nachgewiesener Gutmütigkeit befreiten Hund
unklarer rassischer Herkunft
den asphaltierten Weg hinunter zum Fluß
mit meinen schon in die Jahre gekommenen Turnschuhen
deren Sohlen deutliche Abnutzungserscheinungen zeigen
gehe.
Als ich von der Brücke in das Wasser schaue
das schmutzig weißlich um die im Flußbett liegenden Findlinge schäumt
habe ich einen schmutzigen Gedanken
während über mir der Himmel ein milchiges Blau annimmt
das verspricht zu späterer Stunde
die Vorhersagen des Herrn aus dem Rundfunk
doch noch wahr zu machen
und der Hund sich nur notdürftig hinter Büschen versteckend
viel zu nahe am Feldweg der am Ufer entlang verläuft
seine Notdurft verrichtet.
Mit der Sonne in meinem Gesicht
und sauberen Gedanken in meinem Kopf
und einem Hund
mit einem leeren Darm in seinem Körper
kehre ich zurück
auf dem gleichen Weg auf dem ich gekommen bin
nur einmal kurz zur Seite gedrängt
von einem graubraunen Wagen, einem Astra, wie ich lesen kann
an dessen Steuer ein Mann saß der wie Saddam Hussein aussah
was ihn mir nicht sympathischer werden ließ
meine Hundeleine
hat ihm mein Autogramm hinterlassen
ich gehe daher schneller auf dem letzten Stück Weges
bis ich zu Hause
und in Sicherheit bin
es sei denn
er hätte doch Massenvernichtungswaffen, denke ich
aber dann fällt mir ein
als ich Wasser aufsetze für meinen Kaffee
daß sie ihn bereits gefunden und aufgeknüpft haben
es besteht also keine Gefahr mehr
und mein Mut kommt rasch zurück.

#1139 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 17.09.2007 16:42 © by SuMuze
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Matrixgedicht No. 6→ Matrix  → Algebra

derdassagtglaubtes
dassagtglaubtesder
sagtglaubtesderdas
glaubtesderdassagt
esderdassagtglaubt
 
dasdersagtglaubtes
dersagtglaubtesdas
sagtglaubtesdasder
glaubtesdasdersagt
esdasdersagtglaubt
 
dassagtderglaubtes
sagtderglaubtesdas
derglaubtesdassagt
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glaubtderesdassagt
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esdassagtglaubtder
 
dassagtglaubtesder
sagtglaubtesderdas
glaubtesderdassagt
esderdassagtglaubt
derdassagtglaubtes
 
dersagtdasglaubtes
sagtdasglaubtesder
dasglaubtesdersagt
glaubtesdersagtdas
esdersagtdasglaubt
 
dersagtglaubtdases
sagtglaubtdasesder
glaubtadesdersagt
dasesdersagtglaubt
esdersagtglaubtdas
 
dersagtglaubtesdas
sagtglaubtesdasder
glaubtesdasdersagt
esdasdersagtglaubt
dasdersagtglaubtes
 
derdasglaubtsagtes
dasglaubtsagtesder
glaubtsagtesderdas
sagtesderdasglaubt
esderdasglaubtsagt
 
derdasglaubtessagt
dasglaubtessagtder
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essagtderdasglaubt
sagtderdasglaubtes
 
derdassagtesglaubt
dassagtesglaubtder
sagtesglaubtderdas
esglaubtderdassagt
glaubtderdassagtes

#1140 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 17.09.2007 13:25 © by SuMuze
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Selbsthass→ Spitzfindiges  → Songs

Ich rief dir nach,
mein Rufen
hat dich nicht aufgehalten -
spricht nicht für
mein Rufen.

#1141 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 16.09.2007 19:10 © by SuMuze
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Vogel→ Traum  → Songs

Ach, kleiner Vogel, hüpf für mich
dein Hüpfen macht mich lachen
putz dich
streck aus den engen Schnabel
keck schaust du rasch zu mir
wie pickst du
unter meinen Augen
das Winzigste dir her
ich seh es kaum
ein Trippeln zarter Füße
ich wär' in deinen Federn
nur leichter Flügel
wilder Traum

#1142 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 16.09.2007 10:13 © by SuMuze
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Erde→ Heimspiele  → Songs

Die Erde trägt das Weite, das sich darüber spannt,
trägt Schritte, trägt den Wind, der zwischen Ästen
das Blau verteilt am Tage, nachts sammelt er es ein.
Die Erde trägt die Enge, die unter Blättern bangt,
trägt Büsche, trägt den Staub, der unter Halmen
das Grau her bringt dem Lande, der Himmel fegt es blank.
Die Erde trägt das Leere, das sich in ihr einfand,
trägt Summen, trägt den Klang, der in den Feldern
den Ton angibt den Gräsern, dein Ohr träumt noch davon.
Die Erde trägt Motoren, mit ihrem Stahlgesang,
trägt Räder, trägt den Stein, der wie mit Krallen
sich in die Tiefen schaufelt, dort wurzeln kann er nicht.
Die Erde trägt das Warten, das in ihr immer steckt,
trägt Altes, trägt das Jetzt, das seine Finger
auf Alles legt mit Klammern, die Gier gibt ihnen Recht.
Die Erde trägt die Worte, die wir darüber streuen,
trägt Sätze, trägt das Lied, das stets von Neuem
den Trost nach Hause holt, und Sehnsucht weiß ihn nicht.

#1143 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 16.09.2007 09:52 © by SuMuze
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Schneller Himmel→ Me  → Songs

Ein schneller Himmel war da oben
mein Herzschlag kam kaum mit
den Atem hat's mir aus dem Leib gezogen
Gallopp verliebter Ritt
Sand oder Lehm in meinen Augen
die Nase in der Luft
rieb wild mir dein Gesicht in meine Brauen
wie Stall dein warmer Duft
sog ihn mir ein, sog immer mehr
gab nicht mehr nach, und gebe her.

#1144 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 15.09.2007 14:36 © by SuMuze
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Nur Dir→ Me & You  → Songs

Du branntest mir
das bange Zittern
einer Stute
fest um den Leib
wir taumeln
siedend
in die Nacht

#1145 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 15.09.2007 03:26 © by SuMuze
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Blumenkind→ Kind  → Songs

laß mir laut leben lachen
lob mir lauthals den tag
in kunterbunten sachen
als blumenkind ich mag
wild fröhlich frech zu fliegen
flöge ich frei davon
laß kindertraumland siegen
wortloses wirbeln schon
laß licht an meinen wagen
lenk links wie rechts zugleich
kann unerhörtes tragen
hell macht mein dunkel reich
weiß malt mich lachend los
bricht meine zeilen um
leiht schwarzem stumm
am ende seinen trost

#1146 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 14.09.2007 17:15 © by SuMuze
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Halbschlaf→ Nacht  → Songs

Halb schlafend habe ich gesucht
sehnte mich matt nach dir
wach war die Sehnsucht mir
verloren unter glattem Tuch
hörte dein Atmen hier
dem Nacken heiße Gier
versprechen wie ein flinker Fluch
gab meine Glieder her
sehnsüchtig warmem Meer
entkommen einsam süßer Nacht

#1147 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 14.09.2007 16:36 © by SuMuze
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Traumdilemma→ Traum  → Songs

ich träume täuschend echt
träume ich mich auf davon
von echtem schlechtem allem
von meiner seele fallen
die tränen taumeln frech
tausche ich schlechtes fallen
für echtes taumeln weg.

#1148 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 14.09.2007 14:16 © by SuMuze
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Local Hero→ Local Hero  → Soaps

Ich war müde, verlangsamt, es war ein langer Tag gewesen, und der Einkauf gerade eben war alles andere als eine Erholung. Die Schlange an der Kasse wollte nicht kürzer werden, und der Wagen, den ich erwischt hatte, lief immer schräg zur Seite weg, was mir ganz fürchterlich am Rücken zerrte. Draußen war es recht schwül, zwar nicht heiß, aber eine schweißtreibende Luft hing über dem Parkplatz, und eine der Dosen, die ich im Regal angefaßt hatte, hinterließ auf meiner Hand ein schmieriges Gefühl. Ich war also in Hochform, als ich meinen Namen hörte, mich umdrehte, und in sein Gesicht sah. Freundlich lachte er mich an, selbst als ich nicht sofort antwortete. Ausgerechnet verschwitzt und müde mußte ich ihm über den Weg laufen! An sich macht das nichts, wir arbeiten oft im...
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#1149 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 14.09.2007 13:17 © by SuMuze
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Across The Universe→ Sternenstaub  → Songs

Auf deinem Weg durch meine Wünsche
bot ich dir stets Erfrischung an;
machtest du Rast an kühlen Weilern
lag ich dir weich zur Seite dann;
warst müde du vom weiten Wandern
gab ich dir Kraft von meiner zu;
ermatteten dich deine Wunden
gewährte ich dir jede Ruh.
Du warst der Wind, ich war die Bäume,
ich war der Preis und du das Geld,
ich war die Landschaft deiner Träume,
der Himmel deiner Lichterwelt;
noch jeder Muskel meiner Schwäche
lebt deinen Kuss der niemals geht,
die rauhen Lippen kalter Winter,
die Zartheit die in Kindern lebt.

#1150 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 14.09.2007 10:02 © by SuMuze
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Schlaflied→ Sie  → Songs

Wandernd
reibt sie mir Sanftmut in den Rücken
gießt Ruhe
über meine endlos weite Haut
und zupft
im Zittern meiner Glieder
verhalten
meine Viola
summt mir
die Melodien
für die Nacht

#1151 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 13.09.2007 18:34 © by SuMuze
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Kleines Warten→ Ich  → Songs

Still, leise,
nicht zu hören,
weil ich will.
Froh, munter,
fein zufrieden,
fühl mich so.
Klein, winzig,
kaum zu sehen
will ich sein.
Weich, biegsam,
gut zu beugen
bin ich gleich.
Hier, daheim,
nur zu stören
wegen dir.

#1152 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 13.09.2007 16:04 © by SuMuze
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Aus der Welt der Arbeit: Prolongation→ Alltag  → Talks
Manche säumigen Zahler entfalten eine Menge Phantasie. Auf jeden Fall aber nutzen sie geschickt (und manchmal ganz witzig) jede Lücke, die sich ihnen bietet, wie etwa dieser, als ich mich am Anfang des Gesprächs bei meiner Vorstellung am Kaffee verschluckte, den ich parallel gerade trank. Vielleicht ist was dran an der Theorie, das Komiker Menschen mit Schulden sind, bzw. daß der Mensch an sich Schulden hat.

Die üblichen einleitenden Worte, die ich am Telefon zu sagen habe, danach stelle ich mich dann immer mit meinem vollem Namen vor, diesmal aber geht's etwas daneben
Hier ist Susanne..Ach, guck an, die Susanne!
Entschuldigen Sie, ich meinte natürlich..Nein, nicht doch, wie geht's denn der kleinen Susanne?
Ganz wunderbar, aber verzeihen Sie..Das ist doch mal eine wunderschöne Nachricht
Ich rufe jedoch nicht deswegen anNein? Aber das ist doch jetzt nicht wichtig
Nein?Nein, viel wichtiger ist es, daß es Ihnen gut geht
Wow, das ist aber mal sehr nettJa, wir sollten solche Gelegenheiten nutzen
Im Prinzp ja, aber natürlich..Kein Aber Aber, wir reden jetzt nur über Schönes
Sehr gerne, ob aber..A - was war das! Hörte ich da ein verbotenes Aber?
Muß noch in der Leitung gesteckt habenDas will ich hoffen. Wir wollten doch nicht aber abern
NeinSondern nur über Schönes reden
JaReden wir lieber über die kleine Susanne
So klein ist sie auch wieder nichtWie klein ist denn die Susanne?
Sie geht schon zur SchuleAch wie schön
Ja, findet sie auchUnd arbeiten geht sie auch schon
Ja, also schon ziemlich groß, was?Geht sie denn auch ab und zu aus?
So groß ist sie wohl doch noch nichtAch wie schade
Nun ja, noch ein paar Jährchen..Ich habe Geduld
Geduld ist immer gutUnd zahlt sich oft aus
Wo Sie schon vom Auszahlen sprechen..Nein! Kein schönes Thema
Ja, leider aber der Grund meines AnrufsDas hatte ich befürchtet
O, das tut mir nun sehr LeidMir auch!
Die kleine Susanne muß nun leider ein wenig energisch werdenWie wird mir nur?
Ich würde vorschlagen: zahlungswillig?Zu gerne, wenn es die kleine Susanne doch nur beeindrucken könnte
Tut es bestimmt, wenn zum Willen auch die Tat hinzu träteJa der Wille ist da, aber nicht das Vermögen
Was können wir denn da machen?Stunden?
Das würde ich zu gerne..Aber?
Das hatten wir leider schon, mehrfachWie schrecklich! Wie stehe ich nun da?
Das möchte ich lieber nicht näher beschreibenWie weichherzig die kleine Susanne doch ist
Leider hat auch meine Weichherzigkeit ihre SchrankenWie hartherzig!
Mir blutet das Herz, aber..Und mir erst, meine liebe Susanne
Wir würden jetzt grob werdenDas hatte ich befürchtet.
LeiderUnd dazu noch von solch zarter Hand
Es gäbe ja einen AuswegDie zarte Susanne ginge doch mit mir aus?
Wovon sollte das denn wohl bezahlt werden?Richtig, ich bin ja nicht liquide
Leider, das dämpft die Chancen auf ein Rendezvous doch sehrWie materiell gedacht!
Ich schäme mich auch zu tiefstDas ist doch schon mal etwas
DennochDieses Wort hasse ich
Ja, das verstehe ichWir tröstlich, wenn einen eine schöne Frau versteht
Aber es zahlt natürlich nicht unsere RechnungIn der Tat
Wären denn nochmals 7 Tage Aufschub ein kleiner Trost?Ein klitzekleiner
Doch immerhinJa, ich darf nicht klagen
Gut, dann notiere ich den neuen TerminMit zarter Hand, da bin ich sicher
Und viel Glück für die nächsten TageAch, mein Glück entschwindet gerade
Glück findet sich oft unverhofftWie wahr
Auf WiederhörenEin Sehen wäre mir lieber
Sie können gerne direkt hier bezahlenUnd könnte mich dann an ihrem Anblick erfreuen?
Falls wegen all der offenen Rechnungen ich nicht zuvor entlassen wurdeWelch eine garstige Aussicht
Ja, das ist sie in der TatWir werden unser Bestes tun
WunderbarAuch wenn es vielleicht nicht ausreichen wird
Es wird, davon bin ich überzeugtDas baut mich auf
Schön, und einen schönen Tag nochAuch Ihnen, teuerste Susanne
Ich lege auf und kassiere später einen Rüffel, weil ich mich (mal wieder) habe breit schlagen lassen. Egal.
#1153 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 13.09.2007 11:57 © by SuMuze
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Auf dem Weg zur Arbeit #3→ Arbeiten  → Songs

Und dann wirble ich nach draußen
auf den bunten Bahnhofsplatz
zwischen all die vielen Menschen
finde Lachen und auch Eile
laufe selbst mit Lachen hin
schaue Augen und Gesichter
zähle Steine Fenster Türen
hüpfe neben Rändern her
sehe Hände Arme Beine
Hosen Röcke Hemden Schuh
höre selbst dem dreisten Klingeln
artig unter Kichern zu
weiche aus und drehe Kreise
werde schnell und bleibe stehn
atme Lärm und Luft und Licht
und möchte alles wie mich sehn

#1154 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 13.09.2007 11:53 © by SuMuze
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More Teasing→ Affäre Rosenlicht  → Soaps

Rosenlicht holte sein Glas vom Schreibtisch herüber und setzte sich bedächtig in einen der Sessel im Erker. Stellte das Glas vor sich auf den Tisch, griff nach einer Zigarette aus dem Spender, der immer gut gefüllt dort stand, zündete sie mit dem daneben wartenden Feuerzeug an und nahm die ersten Züge. Sie beobachtete ihn schweigend, bewegte sich kaum. Wie eine Eidechse, dachte Rosenlicht, als er sich wieder auf sie konzentrierte. Ihr Satz hing wie eine zum falschen Zeitpunkt aufgezogene Girlande immer noch quer im Raum. Ein dünner Schimmer in ihren Augen mochte irgend etwas zu bedeuten haben, oder auch nicht. Das Licht hatte sich vielleicht verändert, jetzt, wo er ihr gegenüber saß. Oder der Rauch seiner Zigarette war ihr in die Augen gedrungen. Warum hatte sie nicht...
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#1155 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 12.09.2007 12:29 © by SuMuze
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Sonnentag→ Sommer  → Songs

Wenn endlich wieder Sonne mir den Puckel wärmt
und draußen alles hell und freundlich mir erscheint
sogar die Einkaufsstraßenzeile fröhlich lärmt
auch wenn noch manches kleine Mädchen bitter weint
zieh ich mein lachend buntes Hemd mir über
und spiele Fangen mit den Fahrradfahrern
ich stürze mich erneut ins Lebensfieber
und höre grinsend auf mit mir zu hadern
kauf mir ein süßes Tortenstück aus Marzipan
und einen super dicken braunen Negerkuß
ich fange mit dem Jungs am Pult zu flirten an
bis einer von den kleinen Jungs nach hinten muß
ich lasse meine Füße Pflaster treten
schau emsig mir ein jedes Fenster an
ich rede laut mit Schwung ganz ungebeten
und glaube, daß ich heute einfach alles kann.

#1156 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 12.09.2007 10:52 © by SuMuze
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Grau ist der Regen→ Wetter  → Songs

Grau ist der Regen
verkrochen
rauscht jedes Leben
höhnisch kalt
an mir vorbei

#1157 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 11.09.2007 16:45 © by SuMuze
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In den Tag→ Morgen  → Songs

Tiefschlafphase Tagestraum
Haarentfernung Menstruation
Verkehrshinweise Telefon
Vorwäsche Socken Schleudergang
Katzendosen Katzenstreu
Leckstein Wurmkur Hafer Heu
Weichspülmittel Onanie
Flusensiebschraube Wutanfall
Klammerbeutel Überschallknall
Bodentüreisenkante Knie
Schimmel Obst Gemüse Korn
Abendlicht am Horizont

#1158 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 11.09.2007 13:01 © by SuMuze
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Decelerating→ Worte  → Songs

Hinein in das Hasten des Denkens
das rasende Fühlen und Wollen
und wieder Verwerfen
Ecken dahinter noch Ecken
im Dutzend im Bündel und mehr
will ich mir Worte legen
und mühsam weich und klein
dann wieder nach mir hören
will spüren wie die Zeit
in meiner Kehle leise atmet
und meine Seele einsam schiebt.

#1159 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 10.09.2007 11:29 © by SuMuze
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Fahrt zur Arbeit im Nebel an einem Montag→ Arbeiten  → Songs

Nebel - weiß wie Taubendreck - herrscht um mich um alles hier herum;
Stündliche Straßenzustandsberichte berichten Feuchtigkeit auf Land- und Bundesstraßen;
Das sanfte Surren unter mir - treue gute Reifen leiten meine Spur ins Weiter;
Nebel - immer noch, ein Ende ist nicht abzusehen;
In mir brennen Wünsche ohne Ziel aber in mir lauern Kraft und Biß;
Der Vordermann kriecht, wie nur Vordermänner vor dir kriechen:
- was täte eine Vorderfrau? wie ihre Heck Leuchten Klappen zu nennen? -
meine Ungeduld spreizt mich wild, ich murre;
Schmerzen hehre Alarmsignale meines Körpers,
dieser gilt als klüger - warum? - weiser und auch wahr
- weil er nicht spricht nur schweigt stumm signalisiert?
Ich tanzte gerne wie die Bienen: ewig heller blauer Frühlingstanz im Bienenkleid;
Zorn macht meine Glieder Stimme zittern, schadet dem Make-up, dem Teint,
verzaubert laufend Maschen in die Seidenrüstung;
nähm gerne mir Gelee von dir mich sanft zu reiben
- schon schön schon gut schon lieb schon fein;
Wie lieben alle meines Lächelns Lippen Zähne;
Vor mir die Straße niemals frei, blechern bleiern Überfüllung,
zu viele ratenvertragsangeschaffte Wagen verstopfen Straßen Geldkanäle
- der Konsum sprang nun an und alles wird wie früher besser noch;
ich sehne mich nach daß mich einer will;
ich fahre durch den Nebel auf die Arbeit;
- wie tapfer stützt mein Sitz die Lendenwirbel -
ich bin am Ende dankbar: Nebel kann nicht rein.

#1160 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 10.09.2007 09:11 © by SuMuze
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