| Wasser #2 | → Wasser → Talks |
Durch die Frontscheibe schimmerte düsteres Abendrot. Schlechtwetterzeichen? Oder das Gegenteil. Sie wußte es nicht. Es war ihr auch egal. Sie preßte ihren rechten Fuß mit aller Kraft auf das Gaspedal und schaute geradeaus. Sah nicht nach dem Tacho. Sah auch nicht in den Rückspiegel. Gab nur Gas und hielt sich am Lenkrad fest. Anfangs hatte sie Angst gehabt. Sie wußte schon, wie ein Wagen zu bedienen und zu fahren war. Aber auf die Autobahn hatte sie sich noch nie gewagt. Max neben ihr kicherte laut. Vor Erregung, da war sie sich sicher. Und vor Angst um sein Auto. Aber er mußte Mut zeigen, er würde heute eher das Auto kaputt fahren lassen als vor ihr kneifen. Millimeterweise zog sie den Wagen auf die linke Spur.... [weiterlesen] |
#1441 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 02.06.2007 15:23 © by SuMuze
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| Sprich nicht immer | → Stefan George → Canzoni |
Sprich nicht immer Von dem laub · Windes raub · Vom zerschellen Reifer quitten · Von den tritten Der vernichter spät im jahr. Von dem zittern Der libellen In gewittern Und der lichter Deren flimmer Wandelbar.
| | Cut in your talk Of all the leaf · Wind is the thief · Of smashing Mellow quince · Of all the kicks Annihilators give Late in the year. Of all the tremble of dragonflies At thunderstorms And of the lights Whose flicker's Changeable.
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#1442 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 02.06.2007 10:09 © by SuMuze
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| Trauervolle nacht! | → Stefan George → Canzoni |
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Trauervolle nacht! Schwarze sammetdecke dämpft Schritte im Gemach Worin die Liebe kämpft.
Den tod gab ihr dein Wunsch · Nun siehst du bleich und stumm Sie auf der Bahre ruhn · Es stecken lichter drum.
Die lichter brennen ab · Du eilest blind hinaus Nachdem die liebe starb - Und weinen schallt im haus. | | Night filled with moan! Black velvet blanket muffles All steps within the room Wherein love struggles.
Death gave to her your wish · Now you look pale and mute to where She's resting on her bier · Lights are attached all over her.
The lights are burning down · You're blindly rushing out When love has died, anon - And weep is twangling all about. |
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#1443 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 02.06.2007 09:44 © by SuMuze
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| Die Gefährten | → Lügen → Songs |
Silbermund sagt große Tat Unterwegs zur Zweisamzeit Mut liebt jeder Lippe Rat Wenn Nacht holt Tageinaus weit Kobaltblau der Thron Punktgenaue Wahl Heimat Zahl um Zahl ungerechter Lohn Ein Vogel schläft am Strand Stolz stumm im Herbstgefieder Ein Wirbel malt in Sand Besinnungsweise Lieder. |
#1444 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 01.06.2007 17:20 © by SuMuze
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| Wasser #1 | → Wasser → Talks |
Das erste Mal war an einem dieser kleinen Baggerteiche, die gerne von Jugendlichen aufgesucht wurden, von Gruppen, die dann herum lungerten, oder Paaren, die miteinander allein sein wollten und woanders nicht die rechte Örtlichkeit dafür fanden. Sie hatten daran keinen Mangel, aber irgend etwas reizte sie, hierher zu kommen, abends, wenn der Geruch des Flußes stark war und das Licht alles ein wenig weicher und zarter erscheinen ließ. An einem solchen Abend war es, sie hatten eine Weile im Auto gesessen und wortlos durch die Windschutzscheibe geschaut, Max Hand unter ihrem kurzen Kleid, aber eher teilnahmslos, obwohl sie bereitwillig die Beine geöffnet hatte und ihm sogar einen schnellen, aber warmen Kuß geschenkt hatte. Die Stimmung schien nicht danach. Er erzählte... [weiterlesen] |
#1445 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 01.06.2007 15:28 © by SuMuze
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| Ich bin der Eine und bin Beide | → Stefan George → Canzoni |
Ich bin der Eine und bin Beide Ich bin der zeuger bin der schooss Ich bin der degen und die scheide Ich bin das opfer bin der stoss Ich bin die sicht und bin der seher Ich bin der bogen bin der bolz Ich bin der altar und der fleher Ind bin das feuer und das holz Ich bin der reiche bin der bare Ich bin das zeichen bin der sinn Ich bin der schatten bin der wahre Ich bin ein end und ein beginn. | | I am the One and I am Both I am the maker I am the lap I am the epee and the seath I am the victim I am the slap I am the view and I'm the viewer I am the bow I am the spike I am the altar and the pleader I am the fire and the splint I am the rich I am the bare I am the sign and I am signing I am the shadow I am the glare I am an end and a beginning. |
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#1446 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 01.06.2007 09:17 © by SuMuze
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| Im windes-weben | → Stefan George → Canzoni |
Im windes-weben War meine frage Nur träumerei. Nur lächeln war Was du gegeben. Aus nasser nacht ein glanz entfacht - Nun drängt der mai. Nun muss ich gar Um dein aug und haar Alle tage in sehnen leben. | | In wind's wave My question's But a dream. A laughter there You merely gave. From splashy night Sparked fire bright - May's rushing keen. Now I must dare for your eye and hair forever on to live to crave. | | In wind's wave My question Was but a dream. A laughter there You hardly gave. In splashy night Sparked fire bright - May was rushing keen. Now I must dare for your eye and hair forever on to live to crave. |
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#1447 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 01.06.2007 08:49 © by SuMuze
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| Penisola 97 | → T97 → Songs |
Träge schwappt das Wasser gegen den Stein, heute, gestern, seit tausend Jahren, noch mehr. Ausgewaschen, ausgetreten, abgerundet zum kleinen Hafenbecken hin, weiche Pflanzenarme tanzen im Wasser, ein paar Boote schaukeln dort wie müde Enten. Uralte Wände, bewachsen, Efeu oder Wein, ich kann es nicht sagen, Wein wäre mir lieber, paßte besser.
Das Ufer auf der anderen Seite dunkel, schmale Lichterketten, lungo lago, Dunst steigt aus dem See herauf, die schwarzen Leiber der Berge wie liegende Riesen. Hier ist noch die Sonne, ein letzter Rest, warmes Licht, das nicht mehr heiß brennt, nur leise schmeichelt, Sonne de luxe.
Still eilen die jungen Frauen umher, emsige Beine in engen Röcken, unauffällig.
Gelassen sitzen die Menschen hier, schöne Menschen in schöner Kleidung, kein Ort für Tand oder Armut, es sei denn, sie wäre beflissen, dienstbereit.
Fremde Sprachen, viel Englisch, Schwedisch, Deutsch, fast exterritorial. Ein Ort der Reichen dieser Erde, die Bindung an den Ort nicht schätzen.
Mir ist, als möchte gleich ein Römer aus dem Durchgang treten, die Toga fest um sich geschlagen, das Neue still gelassen deklassierend.
Ich lache. Gedämpft. Alles hier geschieht gedämpft. Weit weg das Hupen, Rufen, Schreien in den Dörfern am Ufer, die bunten Auslagen, die Wimpel, Fahnen, die knatternden Motoren.
Nur auf dem Wasser, hin und wieder, ein Farbtupfer, ein Surfer, ein Segelboot, hierher verirrt, zu dezent der Hafen, zu verborgen das Gebäude, der Stein aus der Vergangenheit, gewichtig und unberührbar jetzt, nach all der Zeit.
Ein Ort des Friedens, wenn du dazugehörst, versteckter Luxus, sich still machende Pracht.
Auch hierher kam das Geld. Es ist nur nicht zu sehen, deswegen kommen sie doch schließlich her.
Wir gehen den langen Pfad zurück, nicht gepflastert, steinig, staubig. ein Paradies, das uns entläßt, eiserne Tore, dahinter unsere Welt, zurück ins Leben, heißer sofort, lauter am frühen Abend. |
#1448 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 31.05.2007 17:07 © by SuMuze
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| Schienenstrang | → Arbeiten → Songs |
Ich blicke gern den Schienen nach, mag sehr das Lange, Gerade, das meine Augen mit sich nimmt, und auch mein Wünschen trägt es fort, und hält mich doch von rechts und links, sein dunkelblauer Stahl wie Arme, Hände mir, in deren weithin aufgespanntem Griff ich Mut, Lust, Gier und Ferne finde, dem zuckend sich bereit mein Schoß voll Abenteuer öffnen will.
Der Zug läuft ein, man drängelt sich, ich warte, bin die Letzte, steh oder sitze ruhig für mich, verlegen, wenn ein Blick mich trifft: die Ferne der Geleise ist nicht in mir, nur sanftes Sehnen brennt jetzt noch und manchmal doch zwei weiche Augen wie ein Kuß in meine stumme Scham. |
#1449 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 31.05.2007 16:49 © by SuMuze
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| Rettender Arm | → Sie → Songs |
Mein Geldstück rollte auf den Boden und Blicke folgten ihm sehr lahm Bücken sollte folgen doch kam rasch heran ein Arm mein Blick den Arm sich nahm an dessen Ende ein Lächeln so behende ganz unerwartet wartete und noch nach Stunden in mir wohnte und meinem Tag auf half der lag so schwer am Boden ich wüßt' mir nicht zu helfen wär' da nicht dieses Lächeln am Ende eines Armes zwei Augen unter Schatten sie fingen alles wieder für mich ein - ich konnte wieder sein. |
#1450 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 30.05.2007 16:45 © by SuMuze
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| Abschied | → Trennungen → Songs |
Wenn es zu lange nicht geregnet hat und dann doch endlich Regen kommt und wenn dann deine Sohlen sich allzu heftig an den nassen Boden haben klammern wollen weil doch in Eile du viel zu hastig bist dann kann es dir passieren daß deine Sohlen nicht den Halt am Boden finden von dem du dir - so froh daß endlich Regen der lange nicht mehr war doch nun den Boden naß hat werden lassen ganz übermütig und ganz ausgelassen wild warst du - zu viel versprochen hast und dann hinfällst und Leid dir tust und auch dein Bein tut weh und jemand kommt und sagt das alles anders wird wenn erst der Regen der gerade erst doch war nicht mehr sein wird.
Und aus deinen müden Augen fällt Regen in die Nacht. |
#1451 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 30.05.2007 11:31 © by SuMuze
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| Das Leere | → Ich → Songs |
Ich kann das Leere in mir fühlen, das meine Seele einwärts zieht, ich sehe mich in Kissen wühlen, wenn Tages Scham mein Lager flieht. Ich höre meine Sehnsucht rufen, unhörbar nie in meiner Nacht, wild zitternd vor den steilen Stufen bin ich voll Angst, voll Gier erwacht. Ich kann nicht fort, kann nicht zurück, darf doch nicht bleiben wo ich bin, hab' Hand und Fuß in eins verstrickt, wälz' mich herum ganz ohne Sinn. Laut höre ich die Welt sich drehen, zu laut, daß sie mich hören kann. Sie wird auch ohne mich bestehen, und wäre doch nicht besser dann. Ich taste blind nach irgend etwas, ich rufe, spreche laut mit mir, ich kann die Schwärze um mich fühlen ganz pünktlich ist sie wieder hier. Ich lache, kann sie gut verschmerzen, schaltete das Licht ich ein - doch lass ich's nicht zum ersten und nicht zum letzten Male sein. |
#1452 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 29.05.2007 21:32 © by SuMuze
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| Zimmer mit Paar | → B01 → Talks |
Wind bauscht die halb zugezogenen Vorhänge am Fenster auf. Gleichmäßiger Straßenlärm liegt unter allen Geräuschen. Ein Geruch nach Diesel und Ruß ist deutlich zu spüren. Im Zimmer verteilt liegen Schuhe, Kleidungsstücke und Bücher. Dazwischen auch kleine Taschen oder Körbe und Kartons. Des Weiteren farbige Plastiktüten. Und braune Tüten aus Papier. An den Wänden deuten große, kahle Stellen auf abgerissene Plakate hin. Durch das Fenster lassen sich immer wieder Stimmen hören. Aus den Lautsprechern eines alten Ghettoblasters tropft leise Musik. Langsame Musik in zufälliger Auswahl. Die sich schnell wiederholt. In einem großen Bett liegt ein nacktes Paar. Der Mann liegt auf dem Rücken, er schaut unter die Decke. Die Frau liegt in seinen Arm hinein gerollt. Sie schaut auf seine Brust. Oder auf Nichts. Eine dünne Decke liegt quer über den Beinen des Paares. Der Mann läßt wie in Gedanken seine flache Hand oft auf den Rücken der Frau fallen. Das gibt ein unangenehm nasses Geräusch. Die Frau scheint das nicht zu stören. Sie nuckelt ohne großes Interesse hin und wieder an ihrem Daumen. Im Zimmer ist es sehr warm. Aus einem Aschenbecher quellen Kippen hervor. Neben dem Bett liegen zwei leere Weinflaschen. Ein Glas daneben ist umgestürzt. Auf einem Tisch liegt aufgeschlagen eine großformatige Zeitschrift. Das Bild eines katholischen Bischofs ist zu sehen, der freundlich die Hand hebt. Die Tür des Zimmers steht ein wenig offen. Vor ihr gehen unregelmäßig Schritte durch einen Flur. Vom Wind bewegt rollen Staubwolken über den Fußboden. Ein Zettel steckt an der Wand neben dem Bett. Er zeigt in drei Spalten zu je 12 Zeilen untereinander geschrieben das Wort 'Zikurat'. Ein Schreibtisch unter einem kleinen Fenster ist fast leer. Nur eine alte schwarze Schreibmaschine steht einsam auf der Arbeitsplatte. Auf einem großen Schrank neben der Tür verstauben verschiedene Hüte. Der Mann lacht in unregelmäßigen Abständen. In noch unregelmäßigeren Abständen hebt die Frau ihren Kopf und schaut den Mann an. Danach küssen sie sich dann kurz und fahren fort wie zuvor. Ein dunkelblauer Wollschal, der halb unter dem Bett liegt, entrollt sich langsam. Die Frau streckt einen Fuß über den Rand des Bettes hinweg. Ihre Zehennägel sind kurz und quadratisch und nachlässig rot bemalt. Die Zehen des Mannes sind dick und klobig. Seine Zähne sehen ungepflegt aus. Durch die Fenster scheint ein wenig Sonne herein. Das Licht verdunkelt sich dennoch zusehends. Der Mann streckt seine Hand aus und malt mit dem Zeigefinger auf der kahlen Wand. Die Frau schaut ihm zu. Jemand ruft unten auf der Straße laut einen Namen. Der Mann verzieht den Mund, als störte das ihn. An der Tür hängen an drei großen Haken verschiedene Mäntel und Jacken. Auf einer kleinen Kommode steht ein Teller mit einem fast aufgegessenen Stück Kuchen. Zwei Fliegen arbeiten daran, ihn ganz zu vertilgen. Der Mann schaut ihnen zu. Die Frau hebt ihren Kopf, wendet sich dem Rand des Bettes zu. Sie greift neben das Bett und tastet über den Boden entlang. Sie findet eine zerdrückte Schachtel Zigaretten. Sie hebt sie hoch, schaut sie lange an, wirft sie wieder auf den Boden. Der Mann lacht. Die Frau gibt ihm einen beleidigenden Namen. Der Mann nickt, als könnte er diese Namensgebung bestätigen. Die Frau nickt auch und legt ihren Kopf wieder auf seine Brust. Der Mann nimmt die Bewegung seiner Hand gegen ihren Rücken wieder auf. Das Geräusch ist nicht weniger unangenehm geworden. Die Frau schließt die Augen. Von der Decke über dem Bett läßt sich eine Spinne langsam herab. Der Mann beobachtet sie. Durchs Fenster kommt Hundegebell herein. Durch die Tür ist das Zuschlagen einer anderen Tür zu hören. Dann das wiederholte Schlagen eines Fensters. Der Mann schaut zur Tür hin. Das Geräusch ebbt langsam ab. Es wird weiterhin dunkler in dem Zimmer. Die Frau hat die Augen geschlossen und scheint zu schlafen. Der Mann sieht sie jetzt an. Seine Augen leuchten ein wenig. Die Spinne hat ihr Ziel fast erreicht. Die Fliegen haben den Rest des Rotweins im umgestürzten Glas entdeckt. Eine weitere Fliege ist hinzu gestoßen. Der Schal unter dem Bett hat sich zur Gänze entrollt. Vor der Tür sind keine Schritte mehr zu hören. Der Verkehrslärm ist nicht weniger geworden. Auch nicht der Dieselgeruch. Aber die Schatten im Zimmer sind mehr geworden. Niemand könnte jetzt noch lesen hier. Doch niemand scheint das zu wollen. Der Mann schließt nun auch die Augen. Seine Brust hebt und senkt sich gemächlich. Einmal wird die Frau wach und schaut den Mann an. Auch ihre Augen leuchten ein wenig. Der Wind spielt mit ihren halb langen Haaren. Während sie den Mann betrachtet. Als würde er ihr gefallen. |
#1453 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 29.05.2007 21:10 © by SuMuze
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| Ritorno 97 | → Lago → Talks |
Es ist noch früh am Abend. Aber schon dunkel. Im Licht der Scheinwerfer sehe ich deine Hosenbeine wie zwei miteinander spielende junge Hunde und lache. Obwohl mir nicht danach ist. Der aufgewirbelte Staub riecht zu sehr nach diesem Sommer und macht mich traurig. Als würde es den Staub dazu noch brauchen. Das Tor klemmt, du strengst dich an. Ich werde ungeduldig. Bin nahe daran, zu hupen. Was deinen Ärger hervor riefe. Was wiederum mich noch mehr reizte. Als Kompromiss schalte ich das Radio ein. Gegen das Blubbern des Motors kommt es kaum an. Ich bin müde und möchte auf der Stelle einschlafen. Es ist mir alles zu dunkel jetzt. Und kalt auch. Ich halte meinen Kopf aus den Fenster, rufe laut. Subito. Irgendein Fluch kommt zurück, den ich nicht kenne. Und das Tor geht... [weiterlesen] |
#1454 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 29.05.2007 14:59 © by SuMuze
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| oneWeno-oneWeno-oneWeno | → Avantgarde → Songs |
Sie lesen von links nach rechts? Ach. ?sknil hcan sthcer nov thcin eiS nesel muraW Das fällt Ihnen schwer? !lebixelf eiS neieS Das ist vielleicht die kommende Methode. Spart am Zeilenende enorm Zeit. !kcüruz elieZ netshcän red gnafnA muz neguA ned tim thcin nessüm eiS Nun, wenn Sie meinen, das fiele Ihnen schwer. Wir sind flexibel. !remmI Wir passen uns Ihnen an. Sie sind der Kunde.Ihr Wohl ist unser Auftrag. :eiS nethcaeb ettiB [* zu unseren günstigen Preisen für Sonderkonditionen [gnussaF nednetleg sliewej red ni etsilsierP etknilrev netnu eid ettib eiS nethcaeb Wir danken Ihnen für Ihren Besuch. Gerne stehen wir Ihnen jederzeit wieder zur Verfügung. negeilretnu [esiewbierhcS ehcilmmökreh eiw] nenoitknufrednoS sulp etieS reseid efurfuA unserert aktuellen Preisliste No. 56-56663-03, die sie unter mrc.ertkcurdeg-nielk-sad.www\:ptth jederzeit einsehen können] |
#1455 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 29.05.2007 12:40 © by SuMuze
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| Your World | → Firebird Landing → Canzoni |
how easily you fly
how easily you open doors in the night sky
of course these are your trails crossing this dark plain
and your hand brushing the trees with moonlight
and your body lifting me like a waterfall
and your world filled with nothing
that I would give everything for
zum Original/to original post | | Wie leicht fliegst du dahin
wie leicht erschließt du Türen am Himmel in der Nacht
natürlich dort sind deine Pfade in dieser dunklen Weite
wo deine Hände Bäume kämmen mit Licht vom Mond
und dein Leib mich nimmt wie Wasserfall
und deine Welt ist voll mit Nichts
für das ich Alles gäbe
Translation: Susanne Sarfatti
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#1456 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 28.05.2007 14:42 © by SuMuze
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| Frühe Anleihe | → Politik → Songs |
Damals, als sie einzogen, mit Lärm und Lachen, als jede Fläche ein Platz und jeder Winkel ein Raum und jedes Fenster offen war, standen einige beiseite, ja, andere ließen sich treiben im weichen Meer der Worte, die so weich nicht blieben, oder hielten kurz ein, selten, denn schnell drängt man nach, bepackt mit den wenigen Möbeln, die ausreichten, alle Leere zu füllen, eine frühe Anleihe, aber das wußten sie noch nicht, damals, als sie einzogen, eilig für immer. |
#1457 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 28.05.2007 12:56 © by SuMuze
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| Verführung #1 | → Verführung → Songs |
Was deine Hand mir, deine Zunge, dein schneller Blick, dein Atem nimmt - verloren mir. Um meine Lippen noch ein Zucken und tief in mir weht warmer Wind - ich treibe. |
#1458 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.05.2007 19:42 © by SuMuze
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| Irgendwann | → Erich Meier → Canzoni |
Irgendwann geht sie nicht mehr auf Eis. Auch nicht auf Watte, doch mit sicherem Tritt.
Irgendwann hat sie ihre Ängste auch satt. Lebt ihn, den Mut, den sie sich nur erträumt.
Irgendwann reicht es vielleicht auch nicht mehr. Davon nur zu träumen. Dann will sie auch sein.
Irgendwan ist es dann auch mal zu spät. Dann träumt sie davon, was sie gerne gelebt. | | Someday she won't walk on ice any more. Neither too soft. But steady like ore.
Someday she will be fed up with her fears. Will live out the courage she's dreaming with tears.
Someday it won't suffice any more. Not only to dream. To exist she'll long for.
Someday it is getting late at her dream. Then dreaming she'll be of what could have been.
Translated by Susanne Sarfatti |
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#1459 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.05.2007 11:23 © by SuMuze
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| Coeur | → Erich Meier → Canzoni |
All diese Wärme, gesprochenes Wort. Aus halbwachem Mund, Morgen noch grau.
Nie wirklich begriffen, ob Traum oder wahr. Nur manchmal alleine, zeigt es sich hell.
Hat dann Facetten, einsam und schwer. Füllt sich mit Sehnsucht, schwebt leise davon. | | All about heat, soft spoken words. Lips half asleep, morning still grey.
Never could tell dream from right. Sometimes on my own, it's showing up bright.
Then there are face(t)s, lonesome and stern. Filled up with desire, a hush lost in yearn.
Translated by Susanne Sarfatti |
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#1460 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.05.2007 11:18 © by SuMuze
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| Ablegen | → Erich Meier → Canzoni |
Der Morgen noch zart, wir stehen am Kai. Erwarten das Schiff und den Tag d'amoureux.
Fast kindliche Freude und dein Lachen im Blick. Ganz eng beieinander, früher Kühle zum Trotz.
Wie lange gewartet, auf Tage wie den. Mit Sorgen des Alltags am Grundes des Sees. | | Morning still frail, here at the quay. Abiding the ship and love's coming day.
Swift joy of a child your laugh I behold. So close together to stop early cold.
How long I awaited this day that I take. Every day's worries drowned in the lake.
Translated by Susanne Sarfatti |
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#1461 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.05.2007 11:12 © by SuMuze
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| Verführung #3 | → Verführung → Songs |
So sanft hat mir dein Wort geklungen so fröhlich und mit weichem Witz, schon warst du zu mir vorgedrungen nahmst all' mein Fühlen in Besitz.
Als wär ich dein und dir mein Schoß drang deine Hand zu meiner Scham, legt frech, was dort verdeckt war, bloß. Ein Bub, der dreist mich für sich nahm.
Ich ließ mich leise von dir treiben, folgt dir so folgsam wie ein Kind, wollt nicht die Unberührte bleiben, mein Atem atemlos für dich, geschwind.
Ich gab dir lachend meine Glieder, meinen Leib, ich gäb' sie immer wieder, ganz dir, für alle Zeit. |
#1462 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.05.2007 11:00 © by SuMuze
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| Postpartum Depression | → Schadenfrauleins → Canzoni |
after
un coit us
she crawls inside the well of his navel
nesting on soft lint and graying hair translucent in the absence of light
she sucks her thumb still at twenty-six a fixation he appreciates
just moments ago her toes flooded with hard satisfaction but now,
now
bony knees greet her chin to pray their discontent
that happy-feel-good "thang" gone lost in the cave of dark sheets
she mulls her rage like wine kicks her heels hard against the belly of sleep
a faint prick only felt, his thin eyes blind to her porcelain rot
not even knowing that his tangled kiss was her rescue
zum Original/to original post
| | danach
un coit us
kriecht sie hinein in die Kuhle seines Nabels
nistet auf weichem Flaum, schon bald grau, durchschimmernd, wenn das Licht fehlt.
sie nuckelt noch am Daumen, mit sechsundzwanzig eine Fixierung, die er sehr begrüßt.
gerade eben noch schoß ihr Zufriedenheit heiß bis in die Zehen aber jetzt,
jetzt
treffen sich Knie und ihr Kinn im knöchernen Betteln der Unzufriedenen
das zauber-es-dir-her „Ding“ ist weg verloren in den Falten der dunklen Laken
sie kaut ihren Zorn wie einen Wein lauert scharf wie ein Stilett gegen diesen Bauch voller Schlaf
ein winziger Stachel nur kaum zu spüren, schwach und blind für ihr stumpfes Porzellan
hat es nicht einmal gespürt: sein wirrer Kuß war ihre Rettung
Translation: Susanne Sarfatti © 2006 |
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#1463 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 25.05.2007 13:18 © by SuMuze
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| Das Glas | → Me → Songs |
Ein feines Glas, das ich dir bringe, aus feinstem Holz ist das Tablett. Ich meide Hast und wilde Sprünge, und zeige Stolz, ich bin perfekt.
Sieh diesen Glanz, den ich verbreite, wie dieser schmückt, wenn alles gut. Tanz meinen Tanz, an deiner Seite, für deinen Zweck borg' ich dir Mut.
Reich machte dich, was ich dir gab, trug meine Kraft mit List zu dir. Weich fühlte ich - das macht' dich stark, das glühte fast voll Lust in mir.
Im Rausch der Feigheit warst du flink geboren, im Tausch der Kleinheit ging ich mir verloren. |
#1464 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 25.05.2007 13:05 © by SuMuze
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| this is where | → Anna Dabosh → Canzoni |
This is where
in the tomb of bad religion and unsuitable alphabets sustainable lies become the truth you scratch into sores, borrow from lips cracking without sound.
Behind locked doors you are small enough for squeezing through the grain of a bird stained window and their lessons- which must wipe your dirty clean.
This is where you realize through cat eyes it is only you who lurks in the dark... the crumb pushed through the keyhole whose key wanders off getting lost.
And here, where you learn to love the whole world it exhales forever , never catching back it's breath.
Those who know do not come with letters of recommendation.
Copyright © Anna Dabosh 2007 Hier
im Grab der schlechten Glauben und falschen Alphabete wird Wahrheit mit der Zeit aus jeder Lüge, kratzt Wunden auf, stumm dann mit stummen Lippen.
Weggesperrt bist du so klein, du paßt durch jedes Fenster beschmiert mit Vogelmist, lernst dort - wie Dreck sich sauber wäschst.
Hier aber mit Katzenaugen siehst du dich seber lauern in der Nacht.. Krümel durchs Schlüsselloch gestoßen der Schlüssel ging verloren längst.
Und hier, du lernst die ganze Welt zu lieben, erschöpft für immer, hat ihren Atem nie gespart.
Wer etwas weiß bringt keine Schreiben, empfiehlt sich nicht.
Translation © Susanne Sarfatti 2007 |
#1465 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 24.05.2007 12:01 © by SuMuze
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| simple corrections | → Anna Dabosh → Canzoni |
simple corrections
All the far fields are frozen, full and black. Where shall I place your body, that the sun there will be warm to your eyes?
Who will decrease from madness, to give tribute to my lonely flower? There are too many gardens _ burnt now under the sky of machines.
anna dabosh © 2007
Einfache Korrekturen
Alle Felder sind kalt, alle, bis zum Horizont schwarz, wo sollte ich deinen Leib denn betten, so daß die Sonne in deine Augen scheinen könnte?
Wer kriecht heraus aus dem Wahnsinn, und zollt meiner einsamen Blume ihren Tribut? Zu viele Gärten gibt es, verbrannt unter einem Himmel voller dröhnender Maschinen.
anna dabosh © 2007 Translation: Susanne Sarfatti 2007 |
#1466 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 24.05.2007 11:54 © by SuMuze
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| Zipporah's letter to G-d | → Anna Dabosh → Canzoni |
Zipporah's letter to G-d Ravensbrück 1942
(Unsent, until found April 1945)
I am going to tell G-d how you treated me. How you were comfortable in your justifications to poke around in my womb taking His first fruits for experiments. So that nothing would grow out of me again.
So that Covenants were stripped down made to scream without sound or anaesthesia. I am going to tell G-d how you gathered me afterwards tossed me onto that heap to languish from things you did to me.. Without dying for days.
I am going to tell G-d He made a mistake about human beings.
anna dabosh © 2007
Zipporahs Brief an G-d Ravensbrück 1942
(Nicht abgeschickt, bis im April 1945 gefunden)
Ich werde G-d erzählen, wie ihr mich behandelt habt. Wie ihr es euch bequem gemacht habt mit euren Gründen, warum ihr in meinem Leib herumwühlen und Seine ersten Früchte stehlen durftet für eure Experimente. So daß nie wieder etwas wachsen wird in mir.
Um alle Vereinbarungen zu brechen habt ihr meine Schreie verstummen lassen, auch ohne Betäubung. Ich werde es G-d erzählen, wie ihr mich zusammen geflickt habt, hinterher, und auf diesen Haufen geworfen, damit ich mich wieder erhole von dem, was ihr mit mir gemacht habt. Ohne gleich zu sterben, in den ersten Tagen.
Ich werde es G-d erzählen Er hat etwas falsch gemacht beim Menschen.
anna dabosh © 2007 Translated: Susanne Sarfatti 2007 |
#1467 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 24.05.2007 11:52 © by SuMuze
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| Nikolina ..onward south from Borovo Selo | → Anna Dabosh → Canzoni |
Nikolina ..onward south from Borovo Selo Vukovarsko-srijemska 1991
{It must be that beautiful is drawn from the squalid anger of an otherwise tepid hand.. the way sunlight thinking only to give curdles milk skin.}
Eyes looked away, drew deep water looked anyway, meaning no offense no indifference but the eye unable to shutter, bear this evenly, outside of it's illusion of what men could sacrifice.
You lay there as they left you not yet twelve stuffed up with screams from muddy boots and gun powder finally undisturbed, spread out like water over thirsty dirt. (and there was no place they did not leave a grave)
Now withdrawn from blood which posed for photographs, you tenderly hang in museums with relics of the war machine which ate our hearts. And the attempt at humanity tries to get back from this on the wind of history's required allergies, this matter of acquiring the names for peace and truth prosperity. No execution of men or law will heal the beastly wound of what did not fit neatly back under their belts. Children will not play here For a hundred years But I swear! There were wildflowers blooming from your dark hair Matted in the earth like roots.
anna dabosh © 2006
Nikolina ..weiter südlich von Borovo Selo Vukovarsko-srijemska 1991 {Es muß wohl so sein, daß Schönheit erwächst aus dem schäbigen Ärger einer ansonsten lauwarmen Hand.. so wie von Sonnenlicht nur zu denken eine Haut wie geronnene Milch macht} Augen schauten weg, voller Tränen, schauten dennoch irgendwie, wollten keinen Ärger, nein Gleichgültigkeit, aber das Auge ist nicht zu schließen, mit Gleichmut muß es ertragen, jenseits seiner Illusion davon was Menschen noch opfern können. Du lagst da, wie sie dich zurückgelassen hatten, noch nicht einmal zwölf, vollgestopft mit Schreien von dreckigen Stiefeln und Schießpulver am Ende dann in Ruhe gelassen, verschüttet wie Wasser auf durstigem Lehm (und da war kein Ort, an dem sie keine Gräber hinterlassen hätten) Jetzt, so fern dem Blut, das doch nur da war für die Photographen, hängst du ganz friedlich in Museen, zusammen mit Reliquien der Kriegsmaschinerie die unsere Herzen aß. Und der Anschlag auf die Menschlichkeit versucht sich wieder davon zu stehlen mit dem Wind historisch geforderter Allergien, diese Angelegenheit: die Namen zu finden für Frieden und Wahrheit in Reichtum. Keine Tat, von Mensch oder Gesetz, wird die bestialischen Wunden heilen von dem, was nicht mehr fein wieder zu verstauen war unter ihren Gürteln. Kinder werden hier nicht mehr spielen hundert Jahre lang Aber ich schwöre! da waren wilde Blumen, die blühten aus deinem dunklen Haar wie Wurzeln verfilzt mit der Erde.
anna dabosh © 2006 Übersetzung: Susanne Sarfatti |
#1468 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 24.05.2007 11:49 © by SuMuze
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| Autunno 98 | → T98 → Songs |
Wir gehen, wir gehen, bergauf, wir gehen, die Nacht ist schon da wir gehen das Atmen ringsum und das Schlurren der Sohlen auf den warmen Steinen und der Geruch nach alter Erde am Ende eines Sommers der Pfad flackernd düster im Licht der Lampen Gesichter fremd hell schön Lippen Augen Hände Arme Schultern Stoffe reiben sich weiße Beine meine flatternden Flügel wir gehen zwischen Mauern hoch aus den rohen Steinen sie wärmen mich murmelnde Stimmen sie lullen mich ein sanfte Lippen mein Lächeln dem Dunkel wir gehen immer weiter und mir ist als schliefe ich auf all den Armen endlich und wieder nun ein |
#1469 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 23.05.2007 23:59 © by SuMuze
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| Inverno #2 | → T98 → Songs |
Das Wasser, winterkalt, klopft blechern an den Stein. Ich faß' nach deiner Hand. So sehr sind wir allein, daß Kälte ich durch's dünne Hemd nach deinen Rippen greifen spüre. Die kahlen Bäume sind mir fremd, mir ist, als wenn ich mich verliere, und alle Wärme die ich hab entflieht in diesen leeren Tag. |
#1470 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 23.05.2007 11:14 © by SuMuze
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| Reimchen | → Worte → Songs |
Ich feile fein wie mit der Feile, den feinen Reim mir in die Zeile, ich reime dreist, wie ich es will, und träume leis, zärtlich wie still, den immer gleichen süßen Traum, ihn zu erreichen. Wüßte kaum, viel Schöneres mir anzudichten, und Höheres will ich mitnichten. |
#1471 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 23.05.2007 10:48 © by SuMuze
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| Im Bus am Morgen | → Alltag → Songs |
Von da, wo ich einsteige, bis da, wo ich aussteige, hält unser Bus so zwischen zehn und achtzehn mal, je nachdem ob Leute draußen warten oder von drinnen jemand aussteigen will - letzteres ist in der Früh recht selten. Der Fahrer bremst, sehr sanft, und wartet stumm, fährt wieder an, auch sanft, und seine Hände greifen am Lenkrad über'nander sein Oberkörper wippt als beugte er sich mit den Rädern vor der Straße. Wer steht wippt mit. Wir schauen müde nach den Feldern der Fahrer nicht. Der Diesel pocht und hart erzittern alle Fenster du spürst's wenn du die Wangen an's kühle Glas ruhig hältst. Und mit den Fingern, ist es Winter, mal ich mir Sonnen drauf und hoffe auf den Tag im Bus am Morgen. |
#1472 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 23.05.2007 09:04 © by SuMuze
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| Inverno #1 | → T98 → Songs |
Unter meinen Sohlen tote Kiesel, so kalt, erforen, der Sommer hat auch sie geopfert, nichts blieb von Hitze, nur kurz hat Sonne sie geküßt mit ihrer Kraft, und schon vertan, geliehen nur, ihr Leben. Ich schau hinaus. Der See ist ruhig die Kälte macht ihn starr, wie mich und alles hier, kein Boot, das auf ihm liegt, ermattet von der schnellen wilden Liebe der Boote für den See. |
#1473 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 23.05.2007 00:00 © by SuMuze
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| Sieben kurze Gedichte | → Spots → Songs |
Die feinen Haare meines Arms will ich nicht spalten.
Ich spürte wohl, wohin ich führe - wenn ich nur fahren würde.
Die Nacht legt sich zu mir.
Ließ meine Hand in meinen Haaren einsam sein.
Ich schaue, esse, horche, trinke: das Leben wartet nicht.
Ein Lachen hat mein Mund gewollt, ich gab's.
Schlaf, ganz verstohlen, küßt mich frei. |
#1474 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.05.2007 21:19 © by SuMuze
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| Just Like A Cat - Wie eine Katze | → Katzen → Songs |
Ich bin bei mir bin ich allein. Wie eine Katze Bein um Bein roll wohlig weich ich die Gedanken ganz sanft um all mein Denken ein.
I stick by me when I am all alone. Just like a cat who's crossing bone with bone I'm wrapping all my thoughts around my thinking's sweet'n tender home. |
#1475 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.05.2007 20:16 © by SuMuze
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| Mätresse #2 | → Love & Affection → Songs |
Ich lege Seide um die Angst, kaschiere meine Furcht. Ich male Frohsinn auf die Not und täusche durch und durch,
Ich lache, weil ich lachen kann, und weine, wo ich soll. Ich schweige, wenn ich schreien will, schrill bin ich, ach so toll.
Mein Herz bricht nicht heraus, all meine Sehnsucht bleibt verborgen, ich störe sicher nicht, ich bin doch zahm, hab keine Sorgen.
Ich zähle meine Stunden und rechne meine Zeit, und sage unumwunden: es hat mich sehr gefreut. |
#1476 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.05.2007 19:16 © by SuMuze
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| Maitage | → Frühling → Songs |
Wort für Würde: er verstand nur den Bahnhof, auf den sie abfuhr, geliebt haben würde, auch wenn der Zug kein Schöner war, im Mai, als sie ihre Würde barfuß betrat; nur ein Kätzchen, das Schutz suchte auf dem Blechdach in der Hitze seiner Worte. |
#1477 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.05.2007 18:56 © by SuMuze
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| Estate 98 | → T98 → Songs |
| Favola #1 | | Favola #2 |
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Mittags heiß, ja heiß Ein leerer Platz wegen Hitze nicht mal ein Hund doch, einer dummer Hund Es riecht nach Blut wegen Fliegen + Hitze Blauer Himmel und die Sonne grell was sonst Meine Haut juckt Alles ist leer + langsam Jeder Gedanke wund wegen Blut + Hitze Schatten nur in den Häusern Draußen nicht daher Leere + Einsamkeit auf dem Platz Ich meide ihn Nach Möglichkeit | | Alle Farben sind blau oder gelb oder grau Kein Grün, nur am frühen Morgen wenn alles müde noch ist Auf der Suche, dann: auf der Flucht Grau wird Grün schon bis Mittag. Immer Und gelb sowieso Darüber blau und auch mehr Zum Abend wieder grau, und dann schwarz. Wenn das Grau gestorben ist und die Sterne schauen wo das Blau steckt Die Farben sind dann ermattet. Schlafen. |
| Favola #3 | | Favola #4 |
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Ich meide das Wasser Seltsam Ich schwamm so gern Doch es ist zu oft. Viel zu oft Wäre es seltener ich badete mich darin lachte, planschte, tauchte So aber nicht Zu viel Wasser und zu viel Gelegenheit Das Seltene fehlt Macht sicht rar das Seltene Noch seltsamer Ich sollte doch wieder baden Morgen im See, ganz früh niemand hindert mich ich muß es nicht meiden das Wasser Es wartet dort. | | Ich bin froh wenn du mir mein Hemd über den Rücken ziehst mir die Haare aus dem Gesicht streichst Kurz nach meiner Kette greifst hell blitzt das Metall deine Finger unter meinen Gürtel hakst, fest und ich die Kraft deiner Arme spüre und den Takt deiner Schritte lerne auf dem Staub der Wege der endlosen Wege Ich bin froh bist du da Und ich auch. |
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#1478 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.05.2007 16:43 © by SuMuze
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| Haus vieler Türen | → Innereien → Songs |
In meinem Haus sind viele Türen und manches Zimmer hat es hier, durch dessen Tür ich selten geh. Ich sitz zu gerne auf den Fluren, denk mir den Raum dahinter her, den hinter dieser Tür ich seh. Ich kann das Zimmer atmen spüren, die stille Luft darin so schwer, der kleinste Hauch tät ihm nur weh. Will daß die Zimmer alles zieren, daß ihre Zier das Grau verwehr, das droht, wenn ich den Schlüssel dreh. Ich will mir nicht den Raum verlieren, mag doch das Sehnen allzu sehr, bis müd vom Sehnen ich aufsteh. Dann lehn' ich manchmal an den Türen, und horche, frage: ist da wer? bevor es - endlich - heimwärts geht. |
#1479 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.05.2007 00:02 © by SuMuze
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| Früherabendverkehr | → wet → Talks |
Doch wieder nur sein Bett. Ich zögere kurz. Wozu bin ich mitgekommen? Jetzt zaudern wäre albern. Ich mache einen kleinen Umweg an seinem Bücherregal vorbei, alte Gewohnheit, und lasse mich dann nieder - dort, wo er mich haben will, und so, wie ich denke, daß er mich haben will. Er bleibt stehen, erfreut, wie ich spüre, mit eben dem Lächeln, das mich hierher zog. Betrachtet mich. Ich weiß jetzt schon, welche Wege sein Blick laufen wird. Schwach glimmt Enttäuschung in mir auf. Er bewegt sich endlich, kommt heran, steht über mir. Ich rolle herum, auf den Rücken, fasse mit den Händen das Kopfteil seines Bettes. Gebe an ihn ab. Er beginnt. Durchs Fenster sehe ich in die... [weiterlesen] |
#1480 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 21.05.2007 22:54 © by SuMuze
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