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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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Kleines Gedicht für mich→ Me  → Songs

Ich schrieb mir ein Gedicht,
es tat ja niemand sonst,
beim Gucken aus dem Fenster,
bis hinten hin zum Fluß,
ein Auto fuhr hinunter,
und Leute kamen hoch,
und Wolken flogen weiter,
ich käme gerne mit,
die Felder strahlten
jetzt weich am frühen Abend,
und warm war's hier im Zimmer,
und leise kam Musik
auch bis an meine Ohren,
ich guckte immer weiter
und fühlte mich verloren,
da hilft so ein Gedicht,
nur manchmal eben nicht.

#1481 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 21.05.2007 22:08 © by SuMuze
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The Kitchen→ Ich  → Songs

The kitchen is waiting downstairs
for my strength to be spend
is touching my mind
on daily terms
slow rotating axis of my life
I'll do the dishes
smiling
I'll enter your room
disguised
while the kitchen is waiting
patient lover
Unten harrt die Küche
meiner Kräfte
streichelt mir die Seele
jeden Tag neu
träge Achse im Leben
Ich wasche ab
lächelnd
Ich komme zu dir
vermummt
still wartet die Küche
zarte Geliebte

#1482 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 21.05.2007 11:09 © by SuMuze
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Traum #2→ Traum  → Songs

Von oben auf        
der Galerie
schaut ein Gesicht,
im Schatten tief
die Augen, Mund,
Mondeslicht lügt
die Treppe steil,
haarfeiner Staub,
ein Tritt auf Holz,
aus leerer Kammer
altes Brot,
und Kälte kriecht,
und Nacht,
zu mir.

#1483 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 20.05.2007 22:46 © by SuMuze
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Traum #1→ Traum  → Songs

Sie sind jetzt alle da,
ich kann sie spüren, hören, sehen,
lass meine Augen laufen,
fass alles an, dreh alles um, so schnell,
dass mir der Atem fliegt,
hör auf das Summen aus der Küche,
das Lachen vor der Türe,
im Spiegel dort, ich sehe mich, mal mir
den roten Redemund,
werd müde von den vielen Stimmen,
les dort in meinen Augen,
mit matter Hand an meinen Lippen:
der Schlaf betrog mich nur.

#1484 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 20.05.2007 20:01 © by SuMuze
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Wounds - Wunden→ Sie  → Talks

Zur deutschen Version

She watched him. Not hiding at all, but not showing neither. Whether her glances would be apparent didn't seem to bother her – these glances just belonged to him. Locked out each and every one. It was only him that would count, maybe except for the view down to the water and the shadows of the bushes besides the terrace. Her lips rubbed against one another, keen, red lips, the colour neatly correcting each mistake there was. No soft lips, nor soft face. Biding, cool, out of the distance approaching, although. He seemed to feel it, borrowed security from her glance. But his eyes remained hasty. The swift eyes of unsecurity. Very much at her anger.

Slowly...
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#1485 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 20.05.2007 13:57 © by SuMuze
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Sonnet No. 70→ William Shakespeare  → Canzoni

That thou art blam'd shall no be thy defect,
For slander's mark was ever yet the fair;
The ornament of beauty is suspect,
A crow that flies in heaven's sweetest air.

So thou be good, slander doth but approve
Thy worth the greater, beeing woo'd of time;
For canker vice the sweetest buds doth love,
And thou present'st a pure unstained prime.

Thou hast pass'd by the ambush of young days,
Either not assail'd, or victor beeing charg'd;
Yet this thy praise cannot be so thy praise,
To tie up envy evermore enlarg'd.

If some suspect of ill mask'd not thy show,
Then thou alone kingdoms of hearts shouldst owe.
Nicht dein Vergehen ist's, wenn deine Künste stören,
schon immer wurde Edlem nur zu gern mißtraut;
Verdacht blitzt auf, wo Schönheit will betören,
wie eine schwarze Krähe, die gen Himmel schaut.

So sei denn gut, Mißtrauen stärke noch dein Herz,
dein Wert nur wächst mit jeder Wunde in der Zeit;
Die Süßesten der Blüten rufen oft den Schmerz,
und du zeigst nur die reinste makellose Lieblichkeit.

Die Hinterhalte deiner Jugend kommen dir zu Angesicht,
vermiedest sie; wo nicht, hast du sie stolz besiegt;
Doch dies Verdienst verdient dir Eines nicht:
daß Neides Macht dir endlich doch versiegt.

Wär nicht Verdacht von Bösem Makel deines Scheins,
welch unbeflecktes Königreich der Herzen wäre deins!

#1486 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 19.05.2007 19:49 © by SuMuze
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Sonnet No. 18→ William Shakespeare  → Canzoni

Shall I compare thee to a summer’s day?
Thou art more lovely and more temperate:
Rough winds do shake the darling buds of May,
And summer’s lease hath all too short a date:

Sometime too hot the eye of heaven shines,
And often is his gold complexion dimmed:
And every fair from fair sometime declines
By chance, or nature’s changing course untrimmed;

But thy eternal summer shall not fade,
Nor lose possession of that fair thou ow’st,
Nor shall death brag thou wander’st in his shade,
When in eternal lines to time thou grow’st;

So long as men can breathe, or eyes can see,
So long lives this, and this gives life to thee.
Soll einem Sommertag ich dich vergleichen?
Viel schöner bist du und viel weicher auch:
Der zarte Mai und seine Knospen weichen
der Sommer stirbt mit kaltem hartem Hauch:

Zu heiß glüht oft des Himmels grelles Auge,
dann wieder trübt sich ein sein goldener Schein:
und Schönes geht, wie alles, auch zur Neige,
der Zufall wills, so soll es hier für immer sein;

Dein Sommer aber sollte niemals enden,
verlieren, was an Schönheit du ihm bist,
Tod niemals dich in seinem Schatten binden,
wenn eine Seele noch in deinen Zeilen liest;

So lange Menschen atmen können oder Augen sehen,
so lange lebst auch du, das Wort gibt dir's zum Lehen.

#1487 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 19.05.2007 19:35 © by SuMuze
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Tagesgedicht grau #1→ Tageszeiten  → Songs

Der Tag ist grau und das ist gut,
die Sonne, all die weißen Wolken,
das Blau, das Strahlen, all der Tand,
kann meinetwegen auch mal schlafen;
man putzt es, pflegt es, schraubt es auf
und schaut mal nach den Mechanismen,
die gute Laune sichtbar machen
und Frohsinn in die Sinne stäuben
und Lachen auf Gesichter
und Trockenheit ins Feld.

Der Tag ist grau und das ist schön,
denn nunmehr zeigt sich,
was hier unten,
von all den Dingen,
die sonst pranzen,
im hellen Licht
der netten Sonne,
auch ohne Sonne
schön uns kommt.

Der Tag ist grau und das ist herrlich,
denn leise regt sich auf der Erde
ein Wind ein Sturm
und dann ein Regen,
und Kühle breitet sich,
mit sanften Schritten
mit zarten Händen,
so lang erwartet,
um uns aus.

Der Tag ist grau
und hilft beim Fühlen
und macht das Denken
wieder schwer.

#1488 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 19.05.2007 08:46 © by SuMuze
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Gleittext #1→ Spitzfindiges  → Talks

Im Hinausgehen warf sie ihm einen Blick zu, der SIE IHM war sie zunächst nicht aufgefallen, erst im Laufe des Tages wurde ihre Gegenwart ihm bewußt und daß ER SIE ging zum Wagen, der eingeparkt zwischen zwei schwarzen Transportern stand, so daß SIE IHM kam diese Gelegenheit zugute, hatte er doch bereits Pläne gemacht, wie ER SIE strich ihr Kleid glatt, das durch die Ereignisse des Tage doch arg gelitten hatte, wie SIE IHM gefiel die lockere Art, mit der sie sich am Steuer niederließ, als ob ER SIE schaute kurz in den Rückspiegel. Ja, ihr Gesicht war noch in Ordnung, der Tag hatte ihm nicht viel anhaben können, obwohl SIE ES legte sich ein scharfer Wind auf den Parkplatz, der die Hitze des Tages aus den Vorbergen herunter fegte, wo ES IHM fehlten ihre warmen Augen...
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#1489 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 19.05.2007 08:31 © by SuMuze
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Klanggedicht #1→ Humming  → Songs

Im Licht der Nacht
den Satz geahnt
aufgefunden
neu verpackt.
Am schwarzen Tag
das Wort gehört
eingeordnet
registriert.
Kein Klang im Ohr
das eben noch
dir zugehört
nun vertaubt
schon wieder horcht
verstummt dann doch,
nicht unerhört -
geht schlafen.

#1490 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 19.05.2007 00:47 © by SuMuze
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Fluß nachts→ Fluß  → Songs

Ein Fluß in der Nacht        
scheint gewaltig zu sein,
er hat sich wild
doch verborgen gemacht,
und alles um ihn
wirkt hilflos und klein.

Du hörst ihn rauschen        ,
so kalt greift er dich an,
und der Fluß scheint
dein Herz zu belauschen,
wie leicht er alles
dir vorgaukeln kann.

Ein Fluß in der Nacht        
ist mächtig und kalt,
er nimmt dich gern
du finst're Gestalt.

#1491 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 18.05.2007 08:17 © by SuMuze
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Glück→ Blaupause  → Soaps

Es ist Augusthitze. Ich sitze auf der Bank, träume in die warme Luft unter den Bäumen hinein und bin glücklich. Ja, glücklich. Das ist der einzige Gedanke, den ich fassen kann aus all den raschen Fetzen, die mir wie Fledermäuse am Abend durch den Kopf huschen. Hinten auf der Wiese rasen Peter und Tobias herum. Ich schaue immer wieder hin, und jedesmal ist mir nach lautem Lachen. Seit etwas mehr als zwei Wochen wohnt Peter nun bei mir, und dieses Wochenende ist das zweite, das wir zusammen haben. Gaby hat uns beim Ersten noch verschont, aber seit Freitag ist nun Tobias bei uns. Und hat sich, nach kurzem Zögern, mit Peter zusammengetan. Dicke. Jetzt spielen sie miteinander. Auf eine Weise, die mich an sich neidisch machen sollte. Mich aber nur freut. Wie mich alles...
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#1492 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 21:47 © by SuMuze
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Abendgedicht #2→ Abend  → Songs

Im Hof schlägt eine Tür.
Es bellt. Motoren sterben.
Wind reibt sich an Steinen, Ton.
Das Licht tastet sich blind herbei.
Kleines Getier lockert die Welt. Heimlich.
Dieses wilde Geräusch,
wenn die Fingernägel
über deine Zähne kratzen.
Eine Böe sich irgendein Brett nimmt.
Wenn Luft umher kriecht,
schweigt, schnaubt, winselt.
Auf den Büchern Sonne.
Und hinten,
auf den Bäumen am Fluß,
auch. Sieht gut aus.
Abends.

#1493 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 18:53 © by SuMuze
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Morgengedicht #2→ Morgen  → Songs

Zu früh am Morgen,
das flache Licht bleibt still,
am Himmel nur ein stumpfer Bogen
aus Schwarz,
das noch nicht weichen will.
Dräng mir die Ungeduld zurück ins Atmen,
kühl fühlt noch meine Haut,
kalt faßt die Hand das Glas,
auf dessen makellosem Raum
die Schatten Hochzeit hielten.

Mein Traum verfliegt,
leis geht das Lachen,
das mir den Tag hat wärmen wollen.

#1494 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 14:00 © by SuMuze
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Exorbitantes Gedicht→ Worte  → Songs

Mit einem Hammer in deiner Hand
lassen Worte sich fester betonen.
Es wachsen Melodie und Verstand,
auch in den Hämmern können sie wohnen.
Benutzt du das schwere Gerät,
wird Zuhören immer sich lohnen,
und das Samenkorn wird gesät,
den Leichtsinn endlich zu entthronen.
Mit einem Kochlöffel zu rezitieren,
kann die Hände beim Kochen gut schonen.
Deine Haut wird ihren Glanz nicht verlieren;
ach wie gut schmecken poetische Bohnen.
Jeder Schweißbrenner hilft dir beim Dichten,
beim Kopieren, beim Pausen, beim Klonen.
Acetylen stört die Lyrik mitnichten:
kann Exorbitantes lässig verkronen.

#1495 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:59 © by SuMuze
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Furor Agricoloae→ Heimspiele  → Songs

Dem Gras immer Feind,
Verheerer der Lüfte,
mit Ölen gesalbt,
benzinische Düfte.
Sein Rad bohrt sich fest,
die Sensen wild schwingen.
Der Lärm stößt hinaus:
die Welt soll erklingen!
Dem Rand meiner Kraft
treibt hart er mich näher,
erschöpft halt ich ein.
Schweig jetzt, Rasenmäher!

Zum Spaten ich greif,
dunkler Meister des Rückens,
stoß hart durch den Tag
dank der Mühe des Bückens.
Schneide und kürze,        
hack Erde und Boden,
wende und gieße,
versuch mich im Roden.
Vernichte Brennesseln,
verfluche Brombeeren,
Kampf dem Holunder,
Nichts kann sich mehr wehren.

Mit der Wut grüner Daumen
beherrsche ich Äpfel,
Kirschen, Birnen und Pflaumen.
Präventiv wird vernichtet,        
gejätet, entwurzelt.
Der Bestand wird gelichtet,
guter Humus verbessert,
faules Astwerk gerichtet.
Fast wirkt's wie ein Wunder,
daß sich's immer noch dichtet!

#1496 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:59 © by SuMuze
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Möbelgedicht→ Me  → Songs

In meinem Zimmer stehen Möbel.
Ein Schrank, ich packe Kleidung rein.
Ein Stuhl, auf dem ich sitzen kann.
Schubladen für die Wäsche sind
in der Kommode.
Drei Holzregale fassen Bücher.
Und Schuhe schlafen sanft
inmitten einer Truhe.
Ein Sessel für Besucher
mit einem Tisch daneben
worauf die Gläser der Besucher
gut stehen könnten.
Ein Sekretär steht auch herum
und wartet meiner.
Ein Stuhl davor.
Der Arbeit wohl gewidmet.
Und auch ein Bett.
Für mich und mehr.

#1497 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Paardynamik→ Tries  → Songs

Sicher,
an sich war
sie ihm schon
zugeneigt
doch
es wäre ihr
wesentlich besser
erschienen
wenn er
sich ihr
vorsichtiger
und gelassener
und doch dabei
auch zärtlicher
angenähert
hätte
und
sie
auf
diese
Weise
mehr
als
die Frau
gesehen hätte
die sie sein wollte
Nun ja,
ihm kam
es vor allem
darauf an
daß
er den
starken
Eindruck
beibehielt
den er auf
sie gemacht
hatte und
den er nicht
wieder zurücknehmen
oder schmälern
lassen wollte
nur weil
er nun
nicht
mehr
ganz
fest
und
haltbar
sich gezeigt
hatte am Schluß

#1498 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Romantik revisited→ B01  → Talks
Wir hatten einen wunderbaren Abend
Ich habe gekocht und du hast den Wein geöffnet. Wir haben getanzt und du warst zärtlich zu mir
Der Reis ist mir leider angebrannt, aber die Pilze sind gut gewesen.Ich habe sie in Wein gegart, vielleicht habe ich etwas zu viel Wein genommen.Du tanzt einfach himmlisch. Wie du mich herumschwenkst, das gefällt mir.Nur daß du immer deine Hände auf meinen Hintern legen muß, mag ich nicht so.
Ich habe noch nie gerne gekocht, die Haare stinken und meine Hände sehen entstetzlich aus.Dazu schmeckt es mir einfach besser, wenn jemand anderes kocht, und ich werde gerne überrascht.Und deine Art zu essen gefällt mir auch nicht. Du schlingst alles in dich hinein, als wollte dir jemand etwas wegnehmen.Und du schmatzt und ziehst mit der Zunge die Essensreste zwischen den Zähen heraus. Igitt.Mit der Musikauswahl hättest du dir auch ein wenig mehr Mühe geben können, für meinen Geschmack.Viel zu viele schnelle Stücke, du weißt, daß mir leicht schwindlig wird davon und ich dann grantig.Und auf diesen hochhackigen Schuhen, die du so gerne an mir siehst, kann ich mich nicht richtig bewegen.Wenn du mir dann noch mit deinen Fingernägeln die Strümpfe aufreißt, werde ich richtig sauer.
Nett aber fand ich, daß du mein Essen wieder gelobt hast und alles aufgegessen hast, als schmeckte es dir.Und der Wein war gut, den suchst du stets exquisit aus. Ich habe einige Gläser getrunken, ach ja.Am Ende hattest du dann doch noch an meine Lieblingsmusik gedacht, das war wirklich schön von dir.Und das mit den Strümpfen, ach Gott, es war so zärtlich, daß du meine Haut als viel seidiger bezeichnet hast.
Die letzte Flasche, die du dann mit ans Bett genommen hast, war der Höhepunkt, wow, sehr gut. Und wie du mir das komische Kleid langsam ausgezogen hast, ach, das hat mich dahin schmelzen lassen.
Ich träume jetzt noch von unserem Abend.
#1499 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Matrix Talk→ Matrix  → Songs

IchsageSieliestDich
sagesagt
DusagstIchleseSieDuliestSie sageIch
liestlesesagtsagstliest
SieliestDichDusagstSieliestmich
liestliest
michmich

#1500 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Ragazzi→ Süden  → Songs

In einem Dorf hoch am Berg,
verlassen, nur brüchige Steine, leere Räume,
wilder Wein, Reste,
wieder erorbert von den Eidechsen: lucertole, nennst du sie für mich.
lucertolino, mache ich draus, du lachst.

Eine Welt für ein Kind,
aus Gerüchen, Staub, Stufen, Verstecken,
aus endlosen Gängen,
Dickichten, Mauern, Erkern,
drohende Fenster hoch unter zerfallenen Dächern,
Zerstörung,
Angst und Neugierde und,
sehr zaghaft,
eine Ahnung von Zorn: irato, übersetzt du.

Deine Sprache, schmeichelnd und schön,
hell,
dein sicherer Tritt,
die Verwegenheit eines Jungen,
kaum älter, aber stärker,
sehnig, munter, lachend.
Ich fasse deine Hand, stolz und froh.
Lieto, nennst du das später einmal für mich.

Es ist dunkel und heiß hier drin,
wir ducken uns,
meine Hand immer in deiner,
staubige Haare,
mein Hemd dreckig,
du klopfst es ab.
zwei Finger in meinem Haar,
caro, flüsterte ich gerne,
deine Lippen kommen mir zuvor,
ein Kuss,
ich verstumme vor Scham und Glück.

Sie rufen uns.
vieni qui.
mein Kopf an deiner Schulter.
stiehlt ein Lächeln,
einen Blick,
Fröhlichkeit und Mut.
Subito.
Wir hüpfen hinaus,
ins grelle Licht zwischen den stummen Wänden,
rufen, lachen.
Ragazzi.

#1501 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Temporale→ T98  → Talks

Die Kiesel sind hart. Hart und kalt. Vom Norden kommen die düsteren Wolken, kriechen an den Bergen entlang, ihr Reiben ist zu hören, ein dumpfes, böses, grollendes Reiben. Ich starre aufs Wasser. Kleine Flächen, glatter Schiefer, rauher Dolomit, zackiger Granit, zum Zerreißen gespannt vor Erwartung, nichts jetzt mehr, das noch fliehen wird. Ich höre deine Schritte, ich kann sehr gut hören jetzt. Das nasse Scharren der Sohlen auf dem Kies, die Empörung des Steins. Deine Hand will mich berühren, meine Schulter zuckt schon, vor Gier, vor Gewohnheit, vor Abscheu, es wäre einerlei. Ich bleibe starr.

Deine Stimme ist leise, du hast Angst, und ich genieße deine Angst. Dies ist mein Strand, jetzt so viel mehr als deiner. Er war es immer. Immer nur für...
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#1502 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Estate #3→ T97  → Songs

Rinde, grau, weich, verletzlich,
meine Finger tasten.
Schatten, nicht dunkel, fließend,
meine Augen lachen.
Gras, stechend, hart, überall,
mein Rücken sich beugt.
Ich strecke die Arme,
die Beine, mich, weit,
ins Helle ich sehe
die Wärme ich atme,
vom Tag, fremder Haut.
Haare, schwarz, glänzend und fest,
meine Hand wühlt.
Muskeln, flink, stark, unentwegt,
mein Widersinn weicht.

#1503 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Mutlos→ Innereien  → Songs
Ich habe nach Mut gesucht.
Bei den Augen angefangen,
wo schaust du auch zuerst hin.
Keinen gefunden, nichts.
Sie sahen zu hillfos aus.
Hätten selbst gerne etwas Mut.
Mit den Lippen weiter gemacht.
Die können lachen oder spotten,
oder küssen, oder schmollen.
Braucht alles keinen Mut.
Dann kam ich zum Kinn.
Hart, ja, aber Mut?
Und die Backen, zu weich,
woher soll der Mut da kommen?
Die Stirn, viel zu groß,
schon eher ein Ort für Mut.
Ich fand aber keinen.
Nur einen Mitesser.
Er starb schnell.
In den Haaren auch kein Mut,
nicht in den Ohren,
und, ach, die Nase!
Ich sah mir die Kehle an.
Das wäre ein Ort für Mut!
Da wo die Worte herkommen,
freche, harte, scharfe Worte,
die zerschneiden und töten
und mißachten und würgen.
So eine Kehle würde glänzen!
Bewundert werden, geliebt,
sie würde strahlen in der Nacht
und den Tag blass scheinen lassen.
Diese hier nicht.
Zu viele Hände besaßen sie.
Zu viele Worte entschlüpften ihr.
Zu viele schwache Worte.
Sinnlose Worte, heraus gefallen
in langen, trüben Morgenstunden
oder dem kalten Druck der Nacht.
Der Körper? Was soll er können,
das der Kopf nicht kann?
Haben wir das jemals gehört:
Mut in den Schienenbeinen,
dem Rücken, den Hüften?
Der Körper ist Nichts,
nur da, muß schlucken,
was der Kopf zuläßt.
Muß sehen,
wie er damit fertig wird.
Kein Mut steigt herauf,
nur Blut und Luft
und der Wunsch nach Schlaf.
Endlos.

Ich habe nach Mut geschaut
und keinen gefunden.
Did look for courage
started with the eyes
where else do you look first
didn't find any, nothing in it
they looked too helpless
in need of courage by themselves
went on with the lips
they can laugh or mock
kiss or sulk
none needs courage
came to the chin
keen, yes, but courage?
and the cheek, too soft
where from should courage emerge?
the forehead, much to wide,
could be a good place of courage
but I didn't find any
only one pimple
he died fast
no courage in the hair, too
none in the ears
and, argh, the nose!
examined the throat
that would suit courage well!
where the words come from
bold, hard, sharp words
that can slice and kill
And disregard and choke.
Such a throat would glare
would be admired, loved
would gleam in the night
and make the day look pale
this one didn't.
too much hands got grip of her.
too many words escaped her.
too many weak words.
witless words, bounced out
in the long dim hours of the morning
or the cold pressure of the night
the body? what should it be able to
the head can't accomplish?
did we ever hear about:
courage in the shinbones,
the back, the hips?
the body is nothing
plain present, must swallow
what the head has allowed.
has to see to
coping with it all
no courage will ascend
only blood and oxygen
and the desire for sleep
endlessly.

Did look for courage
didn't find it.
#1504 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Near By The River - Ganz nah am Fluß→ Fluß  → Songs

Near by the river
even the dog hesitates
rain's drenching water
wind's playing with me.
My hands are cold
my eyes weary and dull.
From the fields coolness
and the smell of the soil
and low whining do come.
The water keeps floating
day after day
and beneath this my skin
out of wool and of yarn
on my own I will stay.
Ganz nah dran am Fluß
auch der Hund zögert jetzt
Regen tränkt Wasser
und Wind spielt mit mir.
Meine Hände sind kalt
Augen müde und trüb.
Von den Feldern kommt Kühle
und der Geruch von Boden
und leises Winseln herbei.
Das Wasser fließt weiter
tagaus und tagein
und unter der Haut
aus Wolle und Garn
will ich einsam sein.

#1505 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Changing Of The Guards→ Blaupause  → Soaps

Ich schließe die Tür und lehne mich dagegen. Höre durchs Holz hindurch die Schritte auf der Treppe, Tobias quengelnde Stimme. Dann kommt die Ruhe zurück zu mir. Bei jedem meiner Schritte knarrt das Parkett hart. Vor der Tür zum Bad ist eine Stelle, die sich nach tiefen alten Geheimnissen darunter anhört. Ich habe aber noch nicht nachgeguckt. Durch die Fenster im Bad und im kleinen Zimmer daneben kommt immer noch neugierig die Sonne herein. Deckt alle Versäumnisse des Haushalts auf. Ich schließe einfach die Türen und gehe in die Küche. Räume ein wenig herum, packe dreckiges Geschirr zusammen und denke darüber nach, ob ich es jetzt gleich abwaschen soll. Ein wenig Hausarbeit könnte mir nicht schaden. Ich lasse Wasser ein, was langsam geht, denn die Leitungen hier im...
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#1506 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Bulletin #1→ Ich  → Songs

Sometimes
my skin feels
like absent
and my eyes
miss
not unexcused
left alone
my heart is pumping brave
my dear
and my feet
don't want to
I hardly feel
in here
An manchen Tagen
ist meine Haut
als wär sie nicht
und meine Augen
fehlen
nicht unentschuldigt
allein
mein Herz pumpt tapfer
das Gute
und meine Füße
wollen nicht
mir ist dann kaum
zumute.

#1507 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Alone On A Hill→ Love & Affection  → Songs

Alone on a hill,
feeding the naught,
with your mind standing still,
your voice dead silent
your eyes blindfolded
and a laughter such pregnant
you did steal it from
some one on the road
can't recall the name
some passing stranger
just happened to be there
while you were thirsty
of love and all.
Auf einem Hügel allein,
du fütterst das Nichts,
stellst das Denken ein,
deine Stimme spricht nicht,
deine Augen geblendet
und ein Lachen voll Licht
du hast es gestohlen
irgendwo auf der Straße
weißt nicht seinen Namen
irgend ein Fremder
er war gerade da
und du hattest Durst
nach Liebe und so.

#1508 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Estate #1→ T97  → Songs

Lag dir im Gras
hart lag Sommer
trocken auf Staub
klein deine Hand
du warst das Blau
Auge geschaut
wieder und noch
Kind ich und du
flirrendes Blatt
silbern und grau
Rücken gezählt
jeden Halm dir
verwehrt.

#1509 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Estate #2→ T97  → Songs

Träume deine Wange
in die Kissen
und deine Worte
in die Luft.
Drehe meine Blicke
nach dem Gestern
und meine Glieder
aus dem Jetzt.
Summe mein Lied
in den Abend
und meine Lippen
in den Tag.
Setze den Fuß
in das Dort
und die Hand
in mein Hier.
Und atme.

#1510 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 13:55 © by SuMuze
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Zwerchfellation→ Ich  → Songs

Ich war nicht ich
Licht war nicht dunkel
Stille stach nicht
Wort tat nicht klingen
Nicht war nicht
Halt tat nicht tragen
in Seide gefercht
in Wärme geschäumt
Ich war alsdann
bin niemals ich.

#1511 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Technifikation→ Moderne Zeiten  → Songs

Ich fand mich ein Zufall
Fiel mir zu am Abend
Kühl war die Nacht
Traumhaft der Schlaf
Der Morgen kichert weise
Am Tag in Grau die Katz
Leckt sich das Maul
belastet frech
mit Drehmoment
Fehlerschutzschalter
wieselflink
helfen dem Überleben

#1512 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Mit der Katze→ Katzencontent  → Songs

Sie streckt die Pfote langsam in den Staub
und saugt sich Wärme aus dem heißen Sand.
Sie schließt die Augen, hier ist sie vertraut,
sie weiß mein Atmen, weiß auch meine Hand.
Ein Ohr zuckt leise, kurz streckt sich der Hals,
das Schwänzchen zittert, lässig sieht sie hoch.
Prüft Unterholz, vergißt auch keinesfalls
den Blick zum Zaun, beruhigt sich, blinzelt noch;
und wie um sich vor mir nicht zu blamieren
putzt sie in Ruhe nun ihr sonnenweiches Kleid,
spreizt Krallen, dehnt sich weit auf allen Vieren
und ist mir gut und schenkt mir ihre leise Zeit.

#1513 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Kaffeehauspause→ Sie  → Songs

Sie trägt Eis
quer durchs Zischen
kichernder Telefone
Blicke ihrer Schönheit
Muster und Sehnsucht
weich ist ihr Gang
durch Wald voller Muskeln
vertane Jugend
im billigen Hemd
dennoch.

Sie raucht
neben der Kasse
die Hast der Not
ein Moment Stille
wilder Flieder
unter Antennen
ihre Lippen schmal
sie atmet leicht
wippt geht kommt
ist wieder wach.

Ihr Haar
nur eine Spur
Weizen und Wind
ihre Augen
nur eine Fährte
Sonne und Morgen
ihr Leib
nur eine Fläche
Land in der Ferne
ihr kleines Lächeln
erhält Besuch.

In den Armen der Männer
und den Lippen der Frauen
schwebt sie so frei
als wir gehen.
She's carrying ice
across the hissing
of chuckling phones
glances at her beauty
paradigm and longing
soft she is walking
through a forest of muscles
forlorn youth
in cheap shirt
although.

She's smoking
next to the cash
swiftness of distress
one second of silence
wild lilac
beneath antennas
her slender lips
she's breathing light
teetering going coming
returning awake.

Her hair
nothing but a hint
wheat and wind
her eyes
nothing but a track
sun and morning
her body
nothing but a layer
landcsape in the distance
her little smile
gets visited.

In the arms of the men
and the lips of the women
she's freely floating
when we depart.

#1514 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Galadinner→ Blaupause  → Soaps

Ich habe mich fein gemacht. Richtig fein. Pa wird es freuen. Und auf diesem Umweg auch mich. Ich habe den ganzen Nachmittag damit zugebracht. Das Resultat ist wohl das, was er mag. So wollte er mich immer sehen, so sollte ich sein und auftreten. Tue ich ihm also den Gefallen. Ganz die gehorsame Tochter. Wer weiß, wozu es gut ist. Schade, daß er mich nicht selbst abholen kommt, aber das wäre wohl zu viel verlangt. Um acht wird der Fahrer klingeln, pünktlich, so daß ich die Uhr danach stellen könnte. Kurz vor acht bin ich dann auch so weit.

Im Flur stehe ich vor dem großen Spiegel und schaue mich an. Erkenne mich kaum wieder. Die kurzen Haare sehen fast, aber eben nur fast struppig aus. Teure Handarbeit, ich habe mich heute Vormittag tatsächlich...
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#1515 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Nest→ Blaupause  → Soaps

Es geht bergauf mit meiner Wohnung. Ich habe nach und nach alle meine Zimmer belebt.

Das Erste ist mein Arbeitszimmer. Das bedeutet, es steht ein Sekretär und ein Bücherregal darin und eine kleine Couch mit einem Tischchen davor, zum Rauchen, wenn mein Kopf vom Arbeiten rauchen sollte. Oder wenn mir nach einer Zigarette ist. Das kommt häufiger vor. Und eine Truhe, ein Geschenk von Ma. Groß genug, daß meine Leiche hinein paßte, sollte jemand auf die Idee kommen, mich umzubringen und in meiner Wohnung verstecken zu wollen. Passend habe ich sie leer gelassen. Nur der Zettel des Antiquariats liegt darin, mit ihrer Unterschrift. Als wäre es ein Brief von ihr. Und meine Aktentasche liegt neben der Tür, ein Geschenk meines Bruders. Ohne Zettel, dafür...
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#1516 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Besuch→ Blaupause  → Soaps

Ich erwarte Besuch. Seit Tagen bereite ich schon vor. Ich habe eingekauft, mehrmals die Möbel in Gedanken herumgeschoben, die möglichen Wege in der Wohnung mir vorgestellt. Peinlichkeiten und Bequemlichkeiten gegeneinander abgewogen. Dabei ist mir klar – alles wird ganz anders kommen. Was immer ich auch plane. Letztlich ergebe ich mich in mein Schicksal und denke nur an das Nächstliegende.

Wenn das Flugzeug keine Verspätung hat, könntet ihr gegen 7pm bei mir eintreffen. Rechne ich einmal eine halbe Stunde fürs Begrüßen, Auspacken und die Eroberung des Bades durch euch, und dann nochmals eine halbe Stunde für allgemeines Herumirren, sollte ich gegen 8pm das Essen auf dem Tisch haben, den Wein gelüftet, die Teller und Bestecke arrangiert, die...
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#1517 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Samstags→ Blaupause  → Soaps

Seit Dienstag habe ich die Wohnung wieder für mich, aber erst heute bin ich zurück in mein Schlafzimmer gezogen, habe dort aufgeräumt und gründlich sauber gemacht und überhaupt herum geputzt, als wollte ich die Spuren einer Heimsuchung perfekt beseitigen. Dabei war es doch keineswegs eine Solche. Zumindest fühle ich mich nicht so. Nur ein wenig müde, was aber vollkommen durch die ungewohnte Einquartierung erklärt werden kann.

Ich liege in der Wanne und spiele mit dem U-Boot, das Tobias hier hat liegen lassen. Es sieht gefährlich und verwegen aus, und wenn es durch die weichen Buchten steuert, die ich ihm in der Wanne mit meinen Gliedern lasse, fallen mir noch ein paar andere Adjektive ein. Ich habe einen großen Lappen mir über den Kopf gelegt,...
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#1518 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Dienstag→ Blaupause  → Soaps

Der Fahrstuhl schnauft und wackelt, Holz quietscht und Metall und irgend eine schwere Masse schleift nass neben mir an der Schachtwand entlang, als würde ich im Austausch für etwas sehr Widerwärtiges nach oben transportiert. Ich ärgere mich jetzt schon, dieser Einladung Folge geleistet zu haben. Pa bombardiert mich immerzu mit solchen Dingen. Sein - wie immer überdimensionierter – Beitrag zu meiner Glückseligkeit. Aber als ich den Namen dann las, habe ich die Karte nicht gleich weggeworfen. Sondern auf das Tischchen im Flur gelegt. Was soviel bedeutet wie: hm. Oder: naja. Präziser: Na gut.

Nun bin ich also hier, viel zu spät, und erwarte, daß dieser uralte Fahrstuhl zusammen mit mir gleich in die Tiefe rauscht. Tut er aber nicht, er kämpft...
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#1519 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Erste Hilfe→ Blaupause  → Soaps

Daß etwas mit der alten Dame nicht stimmt, war mir schon unten an der Treppe aufgefallen. Schweren Schrittes nur schafft sie es zum ersten Absatz, die beiden Taschen rechts und links scheinen sie in den Stein der Stufen hinab zu saugen. Ich hole schnell auf, aber nicht schnell genug, um zur Stelle zu sein, als ihre Hände die Taschen freigeben. Beide plumpsen wie reifes Obst zu Boden. Einen Moment halte ich inne vor Schreck. Sie streckt den rechten Arm aus, will sich an der Wand festhalten, doch die Wand ist zu weit weg, ich auch. Nichts und niemand hält ihren Fall auf, der so leicht wie ihre Gestalt zu sein scheint. Dennoch höre ich das Geräusch, mit dem ihr Kopf gegen den Stein schlägt, als wäre es das lauteste Geräusch weit und breit. Lauter als der Lärm der...
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#1520 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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