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Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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Im Bett→ Süden  → Songs

Im Bett, mit dir, aus Gläsern rinnt es, Asche, warme, weiche Luft
Ich dehne schläfrig meine Arme, Beine, dir
An meiner Haut, so nah, dein Atem läßt mich lächeln, ein Traum
Ich lasse deine Hand auf meiner Leere ruhn
Ein Ton, wohin, ich lausche nach, in Ruhe, dein Wünschen hinter mir
Ich beuge meinen Nacken, will mich beugen
Von fern, weit her, und doch an meinem Ohr, fast stumm dein Summen
Weit liegen meine Arme fangen sanft dich auf
Ich lache, munter, hell, und Fröhlichkeit springt zwischen deine Augen
Ich tauche in dich ein, mein Mund darf wieder an dir sein
Im Bett, nur wir, und trinken aus zur Neige, und spüren in die wilde Luft
zart rollen deine Wellen heim an meinen weiten, weißen Strand.

#1641 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Im Süden→ Süden  → Songs

Wir fahren durch den Süden ausgekehrt
ich fühle wieder freier froh
wir hoffen leise unter Himmeln weiß
ich drehe Kreise nur für dich
wir stoßen uns die Köpfe über Kopf
ich warte schweigend satt
in deiner Weite immer nur allein
mein Hof verwaist du lachst
dein Pochen voller harter Niedertracht
mein Hoffen nur für mich und roh
im Süden unter weißen Wolken wohl
wir fanden was wir suchten hier
das Finden nimmt den Atem fort
und atemlos wild wächst nicht mehr
zu viel in meinem kalten Herz

#1642 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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In meinen Feldern→ Innereien  → Songs

In meinen Feldern,
Mondlicht nimmt die Furchen.
Sternenglanz im Staub.

In meinen Feldern,
noch die Nacht atmet erschöpft.
Sieh, vom Tau erfüllt.

In meinen Feldern,
nur mein Stolz umgürtet sie.
Ein weicher Schimmer.

In meinen Feldern,
schon im Morgen neu bestellt.
Wohlfeiler Reichtum.

In meinen Feldern,
dürsten und wieder dürsten:
dem Fuß der wandert.

In meinen Feldern,
Kreise unter den Wolken,
den Abend ersehnt.

In meinen Feldern,
Schlaf erlöst die Tanzenden,
malt die Liebe matt.

#1643 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Jähzorn→ Zorn  → Songs

Zorn stürmt durch deinen Kopf,
zerrt Wut und Haß herbei,
das Triumvirat deiner Launen,
die triefenden Ratgeber,
wie sie triumphieren,
die Unheilsweber,
wie deine Hände zittern,
deine Augen starren,
die Kopfhaut dir schrumpft,
deine Zähne ins Leere mahlen,
nach Grausamkeit suchst du,
dem Götzen der Schwäche,
Bankert der gerechten Rache,
der Mitleidslosesten von allen.

Zorn füllt deine Adern,
Wut in jedem Gedanken,
Haß in jedem Schlag
deines Herzen.

Bist du auf der Seite
der Schwachen
oder
doch nur in deinem Hinterhof?
Zählst du die Wunden
der Anderen
oder
erläuterst du dich selbst?
Ist es ein Fenster
oder
nur ein glänzendes Stück Metall,
verloren im Dreck?

Dein Hals wird frei,
deine Schultern lösen
den harten Sattel
der Attacke
die du nie reitest.
Deine Augen gewinnen
das Maß.
Dein Herz
die Melodie.
Dein Lachen
erklingt.

#1644 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Kaltes Fazit→ wet  → Songs

Nur müde warten auf das Tageslicht,
rauh ist mein Hals,
leih' dir noch einmal meine Lippen;
genügend, allenfalls.

#1645 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Kann deine Worte hören→ Me & You  → Songs

Kann deine Worte hören,
kann deine Augen sehn,
laß mich nicht stören,
bleib hier beharrlich steh'n.

Versteh den Sinn der Worte,
entziffer jeden Satz,
weiß um all die vielen Orte,
erkenne jeden leeren Platz.

Doch bald schon kriecht das Fremde,
das grell in deinen Gesten schwingt,
heran, läßt meine leeren Hände
erzittern, da es in mich dringt.

Und dein Geruch,
noch frisch an mir,
bleibt wie ein Fluch,
so trüb' noch hier.

#1646 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Katzenbesuch→ Katzencontent  → Songs

Heute kam die Katze mich besuchen,
und schnurrte mich dabei so freundlich an.
Ich saß allein und buk gerade Kuchen,
was ich alleine wohl am besten kann.
Ich strich der Katze sanft das weiche Fell,
sie stubste sanft mir gegen meine Hand,
ich blieb nicht faul und holte Futter schnell
das schneller noch in ihrem Bauch verschwand.
Ich hab ihr viel aus meiner Welt erzählt,
als sie versprach, daß sie das Mäulchen hält.
Wir waren uns, ich denke schon, sehr nah,
als auch der Kuchen endlich braun dann war.

#1647 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Katzenschlaf→ Katzen  → Songs

Wenn meine Katze schläft
bin ich sehr leis.
Ihr Öhrchen zittert flink
bei jedem Laut.
Stumm drohend winkt ihr Schwanz,
wenn ich mich reg;
voll Tadel zuckt ihr Maul,
und ich bin still.
Dann schau ich hin zu ihr
und summe mit.

#1648 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Käuzchens Pech→ Verlorenheiten  → Songs

Was ich mir groß gedacht,
was mir den Mut anhob,
mit seinem Eigenlob;
wie hat es mich verlacht!

Bin doch nur jetzt das Käuzchen,
geplustert wie ein Wattebausch,
so schnell vergeht der Rausch;
es brennt nur noch das Schnäuzchen!

Muß wieder Schritte zählen,
drei her, zwei längs, vier hin,
ich dividier perfekt im Sinn;
kann gar nichts anderes wählen!

Hielt meine Flügel weit gespreizt,
das Pech bloß hab ich ausgereizt!

#1649 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Kurzes Liebesgedicht→ Liebe usw.  → Songs

In meinen Atem atmest du
die Worte deiner Wut;
mein Herz vergißt sie nie.
In meine Schritte schneidest du
die Züge deines Zorns;
mein Leib lernt jeden Zoll.
In meine Stimme mischst du mir
die Gier, die ich dir gab.
Mein Auge schaut dich an.

#1650 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Kleine Sehnsucht→ Sehnsucht  → Songs

Ist nur ein Zittern deiner Zunge,
ein winzig kleiner Weg an mir,
wie strebt mein Leib dir schon entgegen,
und drängt sich vor, so voller Gier.

Ist nur ein Griff von deiner Hand,
kaum fest, kaum stark, nur frech,
schon hemmt mein Leib sich noch im Sprunge,
zieht sich zurück, bescheidet sich.

Ist nur ein Druck, der Schwere folgend,
den hart und mächtig du ausübst,
schon breitet sich mein Leib wie ein Gewand,
in dessen Schutz zu dich begibst.

Ist nur ein Wort, das du mir nennst,
das flüchtig meine Ohren streift,
ein Laut, ganz fremd und unbekannt,
der zärtlich meinen Sinn ergreift.

Ist nur die Leere, die du hinterläßt,
wenn meine Arme dich nicht halten,
sich rasch dein Leib dann von mir trennt,
und Kühle strömt durch alle Spalten.

Ist nur mein Herz, das aus mir springt,
und meinen Atem mit sich nimmt,
und meine Kraft versiegen läßt,
mein Sehnen, wie es von mir rinnt.

Ich spüre Leben unter deiner Haut,
eine feines Zittern, ein tiefer Brand,
dein Blick verweht, sein Ziel vergißt,
nicht mir vermählt, mir unbekannt.

#1651 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Klein sein→ Ich  → Songs

Laß mich klein sein,
ich will klein sein,
will tief hinein
und ganz umhüllt sein,
so wie ein ring
ein kleiner faden
ein winzig ding
unendlich klein sein
nimm mich hinein
ich werde dein sein
kann ich nur klein sein
nur eine spur
ein hauch dir nur
das will ich sein
auf dir und klein
so bin ich mein
so will ich sein
für immer klein
nur klein sein

#1652 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Korrekturen→ Zorn  → Songs

Verliebt – doch blind?
Sie mir so offensichtlich sind,
die, vor die Wahl gestellt,
ich striche alle aus dem Bild:

den Hochmut,
der klirrend kalt dein Herz gefriert;
den Zorn,
der immer wieder Widerstand gebiert;
den Stolz,
der zäh noch jede Brücke nieder reißt;
den Hohn,
der heimlich um die kleinste Schwäche weiß!

Wort streicht um Wort, Satz kämpft mit Satz!
Das reißt dich fort, kein fester Platz.

#1653 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Lachen→ Innereien  → Songs

Wenn du lachst,
lache ich auch,
wir lachen beide,
lachen und lachen,
wie gerne lache ich,
wenn du lachst,
wie gerne hätte ich,
daß du lachst,
wenn ich lachen will,
wie gerne lachte ich,
damit du lachst,
und ich lachen kann,
weil du lachst.
Wie gerne lachte ich.

#1654 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Liebe→ Liebe usw.  → Songs

Dein Mund sagt Liebe,
deine Augen leuchten Liebe,
deine Arme fassen Liebe,
dein Leib preßt Liebe,
deine Füße tragen Liebe,
deine Hand schlägt.

Meine Träume legen sich um dich,
sie ziehen an dir
wie die Schwere der kommenden Nacht,
wie das wartende Meer,
das den einsamen Schwimmer,
- er hofft er winkt er schreit er verflucht er greint -
ruft,
wie der Schlaf, dem wir niemals entrinnen,
mein böser sanfter Bruder.

Deine Finger tasten Gier,
deine Zunge leckt Gier,
deine Lippen pressen Gier,
dein Schwanz pumpt Gier,
deine Hand schlägt.

Meine Tränen ertränken dich,
mein Schreien erschreckt dich,
mein Bangen zerbricht dich,
mein Hoffen zermalmt dich,
meine Augen lieben dich.

Ich liege wach,
in der langen schlimmen Nacht
und ich träume
und weine
und dein Herz
ist kalt.

#1655 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Liebesfrost→ Liebe usw.  → Songs

Frost hockt in den Ästen,
leerer blanker Tod,
Licht flieht Westen,
von blau nach rot.
Vermummung viel,
schwer leise fort,
rasch zum Ziel,
kein Ende dort.
Der niemals sprechen kann,
zu lahm, zu laut,
was immer dann
zu regen traut;
kein Wunder hilft,
zerbricht sich auch,
den doch ergreift,
der schädlich euch!
Wehrt niemals ab!
Rennt blind!
Galopp, Galopp,
geschwind,
Terap, Terap,
ach allzu einsam,
ärmlich knapp,
verdrehter Arm,
ein Ende findet,
ein Anfang?
Nie mehr verwindet
der Liebe Gang
den Tod!

#1656 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Liebestipps am frühen Morgen→ Liebe usw.  → Songs

Laß mich auf deinem Laken liegen,
und tief in seine Falten schmiegen,
dem Tag noch etwas stille Zeit abtrotzen.

Laß mich zusehn, wie dann dein Leib erwacht,
voll Zögern seine neue Rüstung macht,
damit die Lichter ihn nicht gleich verletzen.

Laß mich mitfühlen, wie du dich verwandelst,
voll Kraft in deinem Reich jetzt handelst,
und deine Schönheit frech dir nimmst.

Laß mich ein Gast in deinem Leben sein,
ein Gast, geduldet nur, er schaut hinein,
vergnügt, verliebt, ein Taggespinst.

Ich werde bald schon wieder geh'n,
vielleicht ein wenig mit mir nehm',
von dem, was du dein Eigen nennen magst.

Auch meine Welt ist mir zu lieb,
auch ich ertrüge nicht den Dieb.
Ich sah's, als du noch ruhig hier bei mir lagst.

Wir teilen viel, viel mehr uns trennt,
wo jeder doch sich selbst nur kennt,
und nicht mal das gelingt zu gut.

Nimm von dem Kind die Freundlichkeit
die uns zu halten sucht in jener Zeit
von Lachen, Leichtigkeit und Übermut.

Und von der Frau, da nimm dir Stolz und Kraft,
die Stund' für Stund' das strenge Leben schafft,
die Tische deckt, das immer täglich neue Brot.

Und von der Greisin, kleiner schwacher Mann,
nimm dir, was niemand laut dir sagen kann,
und was dich einsam macht - und tot.

#1657 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Liebhaben-Dilemma→ Liebe usw.  → Songs

Einst, lange her,
hatte ich einen Freund,
nun, genauer,
wurde er dann mein Liebhaber,
obwohl,
mir wäre lieber gewesen,
er wäre nur Freund geblieben,
und hätte nicht mehr sein wollen,
denn als er mein Liebhaber wurde,
wurde er das nur,
weil ich ihn zu lieb hatte,
um seinem Wunsch nicht zu entsprechen,
und er nicht freundlich genug blieb, um nur Freund zu sein,
aber wiederum auch nicht lieb genug, daß er dann mein Freund blieb,
als er mein Liebhaber nicht mehr sein konnte.

#1658 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Lied am Abend→ Abend  → Songs

Härte werfe ich dir vor
doch klagen kann ich nicht
ich weiß die Gründe die du hast
ich sehe sie, verstehe sie
ich bin wie du, wir sind so nah
nur hauchdünn ist die Wand
die zwischen uns sich stellte
doch hart wie Diamant
nicht einen Kratzer sehe ich
nach all den Jahren

Liebe suche ich bei dir
und meine sie zu ahnen
hinter der Stirn, den Augen
in deinen kurzen harten Sätzen
zu unberührt dein klarer Blick
der immer in die Weite zielt
und mich ausläßt
als wäre ich zu klein
für deine Welt

Klugheit glaube ich in dir
genug für zwei von uns
und doch zu wenig
für die kurzen Stunden
wie hetzt du immer fort
kannst hier nicht bleiben
ich schweige
meine Worte stocken
taub in mir

Einsamkeit hab ich gesehen
die deinen harten Rücken
wie Nebel steigend nahm
leicht aber unnachgiebig
fast wollte ich ihn fangen
und niederstoßen, schnell
für dich
du aber gingst
ich blieb

Mut mußt du mir leihen
und Kraft, du hast so viel
du solltest teilen können
mit vielen, auch mit mir
es fehlt mir doch an allem
die Gier allein
kann Herzen nicht ersetzen
sie macht so klein

Sehnsucht? Kannst du sie fühlen?
Gehört auch sie zu dir?
Die sich so ewig zieht und dehnt
und deine Träume kantig schärft?
Ja wärst du einmal nur wie ich
und sehntest dich
ich weiß wir ruhten matt
still schauten wir uns an

Mein Abend bricht herein
mein Tag zieht sich zusammen
ich lege mich zur Katze hin
ich hör sie leise atmen
und bin ganz still
lausch in den Raum
den ich nicht fülle
nur im Traum

#1659 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Lied an eine Magd→ Sie  → Songs

Du warst mir Wohnung,
mich darin zu flüchten,
die Augen ohne Kraft.
Du warst mir Wald,
mich drin zu fürchten,
die Hände voller Gier.
Du zog'st zurück,
was ich mir nahm,
gab'st wieder her.

Noch jedes Wispern hast' vernommen!

Du war'st mir Zaun,
mich d'ran zu lehn',
die Beine starr.
Du war'st mir Weg,
darauf zu geh'n,
mit langem Schritt.
Du schob'st voran,
wo ich stehn' blieb,
beschleunig'st du.

Bist' weit mit mir gekommen!

Ich stahl mir Kraft,
und stahl mir Mut,
und Lachen, Hoffen,
Springen, Tanzen,
ein jeden Tag
stahl ich es mir von dir,
und du gab'st her,
und ich nahm's mir,
und nahm und nahm.

Ich hätt' noch mehr genommen!

#1660 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Lob der Inkommensurabilität→ Von Rändern  → Songs

Das Pergament der Haut,
so straff gespannt um deine Wangen,
als säße dort, versteckt,
dein ganzer Stolz auf alle Zeit gefangen.

Der Glanz der Iris,
rasch und scharf springt er vorbei,
ein Blitz am Himmel,
setzt nur zu gern die Wut des Feuers frei.

Die Linie deiner Lippen,
ein Schwung wie Berge in der Ferne,
und beugt sich doch
dem Klang der schwächsten Worte allzu gerne.

Der schmale Grat der Hüften,
kein Halt daran, nur jäher Fall,
mein Griff verfehlt,
verfehlt erneut, wo er doch halten soll...

#1661 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Lokalbahn→ Arbeiten  → Songs

Der Tag kriecht mühsam nur herbei,
so matt wie jeder Blick an diesem Morgen,
im Zug sind kaum noch Sitze frei,
der Mann am Fenster zählt wohl seine Sorgen.

Die Jungen auf der and'ren Bank,
mit ihren dicken, weichen Jacken,
ein alter Mann, vom Alter schlank,
ein Mädchen, rund die kleinen Backen.

Die Wagen schütteln heftig uns herum,
die Räder schrillen auf den Weichen,
mir ist vom Schlafen immer noch so dumm,
laß alles sinnlos fast vorüber streichen.

Wir treiben alle in den Tag, verdrossen oder wach,
und jeder schaut, für sich, dem trüben Morgen nach.

#1662 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Mittelstand-Affäre→ Kurze Gefühle  → Songs

Noch bevor Antworten den Raum füllen konnten,
ihre Erwartungen in aller Schnörkellosigkeit,
die nicht gewollt war, zu Tage traten, verstummten beide.
Schwere Leere wie unter den Zwischendecken des Parkhauses
vom Abend zuvor,
deren graue Last ihr den Verstand nahm, und mit ihm,
lachend und leise wimmernd, sein schwaches Wollen,
seine flüchtige Begierde nach roher Gewalt,
die sie herausgefordert hatte, auf dem saugenden Leder
der Polster im Fond,
zum Takt der Kinoreklame gegenüber,
und dem Stöhnen der Reifen in der Rampe.
Die Nacht machte jeden Vorsprung wieder wett.
Sie würde niemals weniger wollen. Er doch.
Keine Stille zu haben auf dem Asphalt, der ungerührt blieb.
Nur selten gestört ließen sie sich dennoch willig unterbrechen.
'Leben ist eine überdehnte Pause' hatte er gesagt.
Bedeutungslos, wie jedes seiner Worte. Zu brillant.
Sein Schneider hatte ihr imponiert, seine Sätze weniger.
Seidige Straffheit würde auch sie nicht mehr schützen,
war nicht mehr gefragt. Doch sie blieb es ihm schuldig,
nur ein paar mäßige Worte in abgegriffenen Zitaten,
Gefühl aus einer Kopie, Lust als dritter Aufguß.
Das leise Zittern des Schlüsselanhängers unter dem Lenkrad.
Tropfende Dunkelheit ohne Glanz. Reste von Chrom.
Wie höflich er war, als er ihr die Tür aufhielt. Den Schuh anzog.
Keine Gesten mehr. Nur Hilfestellungen
an einem überraschend warmen Tag,
unverhofft wie die Wehmut einer bei weitem zu echten Erinnerung,
die sie grausam vom Jetzt trennte. Abrupt. Endgültig.
Sie faltete ihre Zukunft und schob sie ins Handschufach.
Fand eine zerknautschte Notiz.
Las: 'nächst. Sonntag 5-8pm – GUTE Ausrede wg. Abd.essen: Überdruß?'

#1663 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Motel Room Lamento→ Liebe usw.  → Songs

Ein leerer Raum, Schwere, Stille.
Mit Barrieren unterlegte Freiheitsgrade,
Leerstellen für Ferne, Mögliches. Vage.
Rösser stampfen auf der Stelle.

Bewegung, Gleiten im Regellosen.
Der Rand deiner Welt, uferlos offen.
Unbeeindruckt, uralt, schroff.
Balance aus Pergament, durchstossen.

Das Immergleiche und sein Schmuck,
Neu als Falte nur im Alten,
Buchen, Zählen, Verwalten,
das würgt, stickt, ewig satter Druck.

Ein leerer Raum. Frei. Kalt deine Blöße.
Nur Gesten. Am Ende doch: Mätresse.

#1664 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Morgenkühle→ Tageszeiten  → Songs

Ich liebe diese kühlen Morgen.
Die müde mich am Fenster sehn;
kann Mut aus ihrer Kühle borgen,
laß Klarheit in mein Denken wehn.

Ich mag es wenn die Haut noch friert,
und zart ein sanfter Hauch von erstem Licht
der tändelnd sich noch sanft geniert,
vor meinen Augen paradiesisch bunt zerbricht.

Ich wiege mich in allen Nebelschwaden
die mühsam noch der Nacht entrinnen,
ich greife fröstelnd nach dem Fensterladen,
und hör' mich selbst ganz leise summen.

Der Tag kommt zögernd jetzt zu mir herein,
erfüllt mir Herz und Sinn, wird leise mein!

#1665 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Müde sein→ Schlaf  → Songs

Müde sein ist schön
Nur langsam sich bewegen
das Denken wandert matt dahin
und schwer steigt jedes Bild mir auf
legt breit sich über alles
schiebt träge dann das Alte fort
die Farben leuchten heller
Konturen werden klar
und wieder weich
wie Hügel tief verschneit
nur Spuren fern im Schnee
wenn Nebel sich erhebt
die Sonne kaum gewinnt
und Rundes sich
um alles schmiegt
versöhnt;
müde sein ist schön
mein Herz kann schlafen
für sich allein
kein Schmerz
nur wohlig sein
und fahles Licht
und Wärme -
ich

#1666 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Mut→ Innereien  → Songs

Mein Mut ist zart wie Gaze über Wunden,
ein weicher Flaum dem Schorf
in seinen noch verletzlich wehen Stunden;
birgt unter seinem stummen Schnee
das Harte schon
des schrillen Leichtsinns kalte Weh;
ist flüchtig nur -
doch schön

#1667 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Nachtragend→ Zorn  → Songs

Ein feiner Strich zieht sich
quer über meine Haut,
nicht rot, nur glatt,
ein Fehler auf dem Weiß,
kein Schmerz, nur Bild,
nur meinen Augen fremd.

Ein dunkler Korridor ist dort
in mir und führt hinab,
gibt Denken keinen Halt,
und mäßigt Fühlen nicht,
ist Falle für das Licht,
das schon geschwächt
nach Einhalt sucht.

Ein Brunnen muß dort sein,
und drinnen noch ein Summen,
als wäre ích tief Innen
mit meinem Zorn allein,
und würde gegen Wände
und gegen Schweigen trotzen,
und doch nicht siegen.

Ein Mangel breitet sich
dort in mir aus, so wüst,
läßt sich niemals beruhigen,
und niemals füllen,
will immer Mangel sein,
und ewig fordern,
unrettbar leer.

Als wären alle Mauern
nur roh aus Stein in mir,
und alle Pforten schwer
mit Eisen und mit Riegeln
aus blauem Stahl gemacht
und drohten mir
in ihrer widerlichen Macht.

Und wenn ich mich bewege
dann tanzen sie nicht mit
und sitzen wie die Krähen
die lauern schwärzlich wild!
und schauen voller Hohn
aus ihrer Spötterhöhe
verweigern mir den Lohn
wie ich den kleinsten Dank.

Ein feiner Strich nur,
doch weit weit mehr
als nur genügend,
so hart und fest und grell
zieh sich mein Blick
heran an ihn
und hält ihn fest,
sein Rot, auf immer.

#1668 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Nimmersatt→ Zweifel  → Songs

Dein Blick sucht immer mich!
Als wäre er verloren,
oder: noch nicht geboren,
zu seiner Kraft, so bitterlich
an meinen Schranken
zerrt er, bis sie wanken:
preis geben mein verstecktes Ich.

Kann deine Furcht denn lindern,
was niemals dein,
was immer mein
nur ist? Wie kann ich hindern,
daß du verbrennst,
dich wild verrennst,
in meinen bitterkalten Wintern?

Denn alle Weichheit, Freund, hab ich erspart
für kurze Rast. Hier drinnen – bin ich hart!

#1669 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Office Pony→ Arbeiten  → Songs

Im Takt das Licht blinkt immer zu,
zerteilt mir jeden Satz und jedes Wort;
ich schiebe mir die Aktenordner fort
und lasse meinen Mund in Ruh.

Ich tippe rasch den Namen ein:
sieh da, schau an, was haben wir denn da,
ein Brief, Notiz, ein Ortstermin, nun ja,
das wird wohl richtig teuer sein.

Mir gegenüber sitzt vergnügt
die Frau, die alles hier im Kopfe hat,
Mandant, Gericht, das Zeichen im Diktat
und jeden Fehler sofort rügt.

Lach' auch und werde wieder still
und nehme meine Brille in die Hand;
such nach dem nächsten Brief, prüf seinen Stand,
entziffer, was der Anwalt will.

Ich male Kaffee extra fein,
und spüle Tassen, Aschenbecher;
Servietten falten, kleine Fächer,
es soll hier schön und propper sein.

Ich bringe lächelnd das Tablett,
bin freundlich und fein anzusehn;
ich spüre Blicke, nun, na schön,
bin leise höflich flink adrett.

Und müde dann am Abend,
wenn ich im Zug fast schlaf;
ich fühl mich gut und brav;
ein Pony - langsam trabend.

#1670 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Okay→ Ich  → Songs

You say,
I'm tough,
locked up,
averted,
You talk so much,
too much for me.

I look at you,
missing
what I want to see,
and seeing
what I feared to,
yet hoping,
out into the emptiness,
out into the distance,
that has grown between us.

Too long I just walked ahead,
no sideways,
avoiding the thickets,
just straight forward,
so fast,
so unpreventible.

I depart,
no words now,
locked up.
averted.
You keep dead silent.
Me too.
A silent death,
at the end.
Du sagst,
ich sei hart,
verschlossen,
abgewandt.
Du sagst so viel,
zu viel für mich.

Ich schau dich an,
vermisse,
was ich sehen möchte,
und sehe,
was ich fürchte,
und hoffe doch,
ins Leere,
in den Raum,
der zwischen uns entstand.

Zu lange nur vorwärts gegangen,
keine Seitenpfade,
das Gestrüpp gemieden,
nur geradeaus,
so schnell,
so unvermeidlich.

Ich gehe,
wortlos jetzt,
verschlossen,
abgewandt.
Du schweigst.
Ich auch.
Ein stiller Tod,
am Schluß.

#1671 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Ordnungsmacht→ Spitzfindiges  → Songs

Na gut, ich fuhr zu schnell.
Und ohne Licht!
Warum auch nicht?
War doch noch hell!

Ach, und meine Fahrzeugpapiere?
Ja warten sie,
wo sind denn die,
daß ich die immer bloß verliere!

Mein Führerschein? Na ja,
ich habe einen,
so einen kleinen,
gestern doch war er noch da!

Und ja, ich seh's, die Reifen,
ich zähle vier,
sind alle hier,
kein Profil, ich kann's begreifen.

Nein, gehört nicht mir, der Wagen,
ihr kleiner Ticker
verrät es sicher,
kann ihnen den Besitzer sagen!

Oh, sie müssen dringend weg zum Einsatz?
Was für ein Glück,
das letzte Stück,
fahr ich auch langsam, sie sind ein Schatz!

Und morgen gleich in aller Herrgottsfrühe,
komm mit Papier
ich zum Revier,
ja, gerne mach ich mir doch diese Mühe.

Und fahren sie jetzt nicht zu schnell,
auch mit Lalülala
ist's ne Gefahr,
und hey, jetzt ist's auch nicht mehr hell.

Ja, könnt ich mir ganz klar ersparen,
die schlauen Witze!
O wie ich schwitze,
auch wenn sie diesmal freundlich waren.

#1672 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Panorama→ Initial  → Songs

Zu wirbeln wie ein Blatt im Wind,
zu folgen, wenn die Luft dich hebt!
Sanft schweben, dann geschwind.
Welch fremde Kraft, die in dir lebt!

Du läßt dich in den Abgrund fallen,
vertraust dich ganz dem Treiben an,
hörst in der Ferne Donner hallen,
ahnst, daß er dich nicht treffen kann.

Bist nur ein Punkt am Himmelszelt,
zu winzig, jedem Blick zu klein.
Du schaust herunter auf die Welt,
und könntest fast ihr Hüter sein.

Voll Staunen streift dein Auge über's offene Land;
daß dir's doch nur von Anbeginn so frei bekannt!

#1673 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Regen→ Wetter  → Songs

Du wäschst mich nebenbei, als wüßtest du den Dreck,
der widerwärtig fest, nur schwere Last auf mir,
sich meiner Seele hart bemächtigt hat,
und nichts hab ich davon getragen,
nur kalte Starre tief in mir,
bis endlich du mit deinen Tropfen trafst
und schmeichelst durch mein Kleid
und durch mein Hemd,
so feucht und auch so nah.

#1674 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Resquiat→ Family Days  → Songs

Zuckende Hand auf kalter Asche:
erinnert jene Glut – brennt.

Im Foyer, gedämpfte Musik, man lauscht zu ergriffen:
Schritte voller Hast und Rohheit - Wagnis.

Nicht ein Lachen!
Es hindert alles oder doch: Nichts.

Elektrischer Leiter, Grund:
unter Tapete über Tapete Putz.
Kein rechter Winkel,
Natur naht wieder: Rettung.

Sie finden das Heil nicht mehr;
suchen im Licht nach Dunkel -
Lächeln ohne Rätsel.

Kein Knochen verbunden,
so einsam, so hart, so zart.
Bewege die Hand!
Winke!
Streichle – sei aktuell: Zerre!

Stumme Worte:
schweigen die Wahrheit,
schweigen die Lüge,
schweigen Sinn,
verschweigen - scheiden:
resquiat in pacem!!!!!!!!!!

#1675 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Schiere Weisheit→ Worte  → Songs

Ich weiß mich
und weiß ich mich nicht gebe ich mich;
Du weißt mich
und weißt du mich nicht nimmst du mich;
Er weiß mich
und weiß er mich nicht will er mich nicht;
Sie weiß mich
und weiß sie mich nicht will sie mich doch;
Es weiß mich
und weiß es mich nicht hat es mich;
Wir wissen mich
und wissen wir mich nicht werden wir lachen;
Ihr wißt mich
und wißt ihr mich nicht sehe ich euch an;
Sie wissen mich
und wissen sie mich nicht ist mir wohler.

#1676 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Schlaf→ Schlaf  → Songs

Ich liebe die Lügen, die leichtfüssig lachen,
sie springen und hüpfen und perlen so hell;
flink übers Meer im silbernen Nachen,
das Ruder aus Glas, huschen wir schnell!

Ich liebe den Schein, sein eifriges Licht,
er flackert und deutet; und strahlt immerfort
wir zeigen einander das schönste Gesicht,
sind heute noch hier und morgen schon dort!

Ich liebe das Wunder, sein wildes Gemüt,
es greift nach der Seele und lindert den Schmerz;
Zerbricht jede Kruste, zerteilt meine Wut,
erschüttert und glättet und faßt nach dem Herz!

Ich liebe den Abend, sein wohliges Schwarz,
er legt seine Arme voll Wärme um mich;
ich lasse mich fallen, ich treibe abwärts,
ertrinke in Ruhe und denke an dich..

#1677 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Schneide→ Liebe usw.  → Songs

Verhüllt, sie wartet. Hat Zeit. Lauert.
Weich und gut gelagert, schlafend.
Noch nicht! Die Hand erschauert,
der flache Blick, kühl, eisig strafend.

Ein schmaler Grat, am Stein erzeugt,
Funken haben ihn geboren,
erprobt, geprüft, am Biss erfreut,
der Schärfe wild verschworen.

Ein leichter Zug, sie gleitet vor,
glänzt, wach, leicht, lüstern.
Noch nicht! Ein Ansitz nur,
die Furcht sich zu verschwistern.

Sie ist bereit, droht, noch im Hinterhalt,
sprüht vor Gefahr, und schon Gewalt.

#1678 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Schroff→ Sie  → Songs

Schließ meine Augen, seh zu dir,
fühl nun Distanz auf unseren Häuten,
und deine Ahnung nehm ich mir,
wovor wir beide leise scheuten.
Ich bin nicht wach, im Traum auch nicht,
lieg neben dir, wühl mich ans Licht,
stehl mir den Blick, weich wie auch hart,
und weiß mich wieder schon für dich!
So zögernd, lachend, wild ich deine war;
mein sanft sein sprach es aus für mich:
im Schroffen wird mein Atem wieder zart.

#1679 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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Schutzlos→ Von Rändern  → Songs

Wenn ich denn schutzlos wäre - wär sicher ich?

Gepanzert bin ich,
meine Rüstung
ist Empfindsamkeit,
meine Wehr
Zartheit,
mein Schild
Verlorenheit.

Gräben habe ich gezogen,
voller Blumen,
bunt mit der Blütenpracht
des frischen Grabes.

Ich schaue
durch enge Schlitze
dem Freund entgegen,
und übers Land.

Mein Schutz
ist dein Scheitern,
armer Mann,
meine Tränen
gelten mir.

#1680 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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