| Im Bett | → Süden → Songs | Im Bett, mit dir, aus Gläsern rinnt es, Asche, warme, weiche Luft Ich dehne schläfrig meine Arme, Beine, dir An meiner Haut, so nah, dein Atem läßt mich lächeln, ein Traum Ich lasse deine Hand auf meiner Leere ruhn Ein Ton, wohin, ich lausche nach, in Ruhe, dein Wünschen hinter mir Ich beuge meinen Nacken, will mich beugen Von fern, weit her, und doch an meinem Ohr, fast stumm dein Summen Weit liegen meine Arme fangen sanft dich auf Ich lache, munter, hell, und Fröhlichkeit springt zwischen deine Augen Ich tauche in dich ein, mein Mund darf wieder an dir sein Im Bett, nur wir, und trinken aus zur Neige, und spüren in die wilde Luft zart rollen deine Wellen heim an meinen weiten, weißen Strand. | #1641 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Im Süden | → Süden → Songs | Wir fahren durch den Süden ausgekehrt ich fühle wieder freier froh wir hoffen leise unter Himmeln weiß ich drehe Kreise nur für dich wir stoßen uns die Köpfe über Kopf ich warte schweigend satt in deiner Weite immer nur allein mein Hof verwaist du lachst dein Pochen voller harter Niedertracht mein Hoffen nur für mich und roh im Süden unter weißen Wolken wohl wir fanden was wir suchten hier das Finden nimmt den Atem fort und atemlos wild wächst nicht mehr zu viel in meinem kalten Herz | #1642 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | In meinen Feldern | → Innereien → Songs | In meinen Feldern, Mondlicht nimmt die Furchen. Sternenglanz im Staub.
In meinen Feldern, noch die Nacht atmet erschöpft. Sieh, vom Tau erfüllt.
In meinen Feldern, nur mein Stolz umgürtet sie. Ein weicher Schimmer.
In meinen Feldern, schon im Morgen neu bestellt. Wohlfeiler Reichtum.
In meinen Feldern, dürsten und wieder dürsten: dem Fuß der wandert.
In meinen Feldern, Kreise unter den Wolken, den Abend ersehnt.
In meinen Feldern, Schlaf erlöst die Tanzenden, malt die Liebe matt. | #1643 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Jähzorn | → Zorn → Songs | Zorn stürmt durch deinen Kopf, zerrt Wut und Haß herbei, das Triumvirat deiner Launen, die triefenden Ratgeber, wie sie triumphieren, die Unheilsweber, wie deine Hände zittern, deine Augen starren, die Kopfhaut dir schrumpft, deine Zähne ins Leere mahlen, nach Grausamkeit suchst du, dem Götzen der Schwäche, Bankert der gerechten Rache, der Mitleidslosesten von allen.
Zorn füllt deine Adern, Wut in jedem Gedanken, Haß in jedem Schlag deines Herzen.
Bist du auf der Seite der Schwachen oder doch nur in deinem Hinterhof? Zählst du die Wunden der Anderen oder erläuterst du dich selbst? Ist es ein Fenster oder nur ein glänzendes Stück Metall, verloren im Dreck?
Dein Hals wird frei, deine Schultern lösen den harten Sattel der Attacke die du nie reitest. Deine Augen gewinnen das Maß. Dein Herz die Melodie. Dein Lachen erklingt. | #1644 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Kaltes Fazit | → wet → Songs | Nur müde warten auf das Tageslicht, rauh ist mein Hals, leih' dir noch einmal meine Lippen; genügend, allenfalls. | #1645 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Kann deine Worte hören | → Me & You → Songs | Kann deine Worte hören, kann deine Augen sehn, laß mich nicht stören, bleib hier beharrlich steh'n.
Versteh den Sinn der Worte, entziffer jeden Satz, weiß um all die vielen Orte, erkenne jeden leeren Platz.
Doch bald schon kriecht das Fremde, das grell in deinen Gesten schwingt, heran, läßt meine leeren Hände erzittern, da es in mich dringt.
Und dein Geruch, noch frisch an mir, bleibt wie ein Fluch, so trüb' noch hier. | #1646 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Katzenbesuch | → Katzencontent → Songs | Heute kam die Katze mich besuchen, und schnurrte mich dabei so freundlich an. Ich saß allein und buk gerade Kuchen, was ich alleine wohl am besten kann. Ich strich der Katze sanft das weiche Fell, sie stubste sanft mir gegen meine Hand, ich blieb nicht faul und holte Futter schnell das schneller noch in ihrem Bauch verschwand. Ich hab ihr viel aus meiner Welt erzählt, als sie versprach, daß sie das Mäulchen hält. Wir waren uns, ich denke schon, sehr nah, als auch der Kuchen endlich braun dann war. | #1647 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Katzenschlaf | → Katzen → Songs | Wenn meine Katze schläft bin ich sehr leis. Ihr Öhrchen zittert flink bei jedem Laut. Stumm drohend winkt ihr Schwanz, wenn ich mich reg; voll Tadel zuckt ihr Maul, und ich bin still. Dann schau ich hin zu ihr und summe mit. | #1648 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Käuzchens Pech | → Verlorenheiten → Songs | Was ich mir groß gedacht, was mir den Mut anhob, mit seinem Eigenlob; wie hat es mich verlacht!
Bin doch nur jetzt das Käuzchen, geplustert wie ein Wattebausch, so schnell vergeht der Rausch; es brennt nur noch das Schnäuzchen!
Muß wieder Schritte zählen, drei her, zwei längs, vier hin, ich dividier perfekt im Sinn; kann gar nichts anderes wählen!
Hielt meine Flügel weit gespreizt, das Pech bloß hab ich ausgereizt! | #1649 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Kurzes Liebesgedicht | → Liebe usw. → Songs | In meinen Atem atmest du die Worte deiner Wut; mein Herz vergißt sie nie. In meine Schritte schneidest du die Züge deines Zorns; mein Leib lernt jeden Zoll. In meine Stimme mischst du mir die Gier, die ich dir gab. Mein Auge schaut dich an. | #1650 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Kleine Sehnsucht | → Sehnsucht → Songs | Ist nur ein Zittern deiner Zunge, ein winzig kleiner Weg an mir, wie strebt mein Leib dir schon entgegen, und drängt sich vor, so voller Gier.
Ist nur ein Griff von deiner Hand, kaum fest, kaum stark, nur frech, schon hemmt mein Leib sich noch im Sprunge, zieht sich zurück, bescheidet sich.
Ist nur ein Druck, der Schwere folgend, den hart und mächtig du ausübst, schon breitet sich mein Leib wie ein Gewand, in dessen Schutz zu dich begibst.
Ist nur ein Wort, das du mir nennst, das flüchtig meine Ohren streift, ein Laut, ganz fremd und unbekannt, der zärtlich meinen Sinn ergreift.
Ist nur die Leere, die du hinterläßt, wenn meine Arme dich nicht halten, sich rasch dein Leib dann von mir trennt, und Kühle strömt durch alle Spalten.
Ist nur mein Herz, das aus mir springt, und meinen Atem mit sich nimmt, und meine Kraft versiegen läßt, mein Sehnen, wie es von mir rinnt.
Ich spüre Leben unter deiner Haut, eine feines Zittern, ein tiefer Brand, dein Blick verweht, sein Ziel vergißt, nicht mir vermählt, mir unbekannt. | #1651 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Klein sein | → Ich → Songs | Laß mich klein sein, ich will klein sein, will tief hinein und ganz umhüllt sein, so wie ein ring ein kleiner faden ein winzig ding unendlich klein sein nimm mich hinein ich werde dein sein kann ich nur klein sein nur eine spur ein hauch dir nur das will ich sein auf dir und klein so bin ich mein so will ich sein für immer klein nur klein sein | #1652 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Korrekturen | → Zorn → Songs | Verliebt – doch blind? Sie mir so offensichtlich sind, die, vor die Wahl gestellt, ich striche alle aus dem Bild:
den Hochmut, der klirrend kalt dein Herz gefriert; den Zorn, der immer wieder Widerstand gebiert; den Stolz, der zäh noch jede Brücke nieder reißt; den Hohn, der heimlich um die kleinste Schwäche weiß!
Wort streicht um Wort, Satz kämpft mit Satz! Das reißt dich fort, kein fester Platz. | #1653 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Lachen | → Innereien → Songs | Wenn du lachst, lache ich auch, wir lachen beide, lachen und lachen, wie gerne lache ich, wenn du lachst, wie gerne hätte ich, daß du lachst, wenn ich lachen will, wie gerne lachte ich, damit du lachst, und ich lachen kann, weil du lachst. Wie gerne lachte ich. | #1654 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Liebe | → Liebe usw. → Songs | Dein Mund sagt Liebe, deine Augen leuchten Liebe, deine Arme fassen Liebe, dein Leib preßt Liebe, deine Füße tragen Liebe, deine Hand schlägt.
Meine Träume legen sich um dich, sie ziehen an dir wie die Schwere der kommenden Nacht, wie das wartende Meer, das den einsamen Schwimmer, - er hofft er winkt er schreit er verflucht er greint - ruft, wie der Schlaf, dem wir niemals entrinnen, mein böser sanfter Bruder.
Deine Finger tasten Gier, deine Zunge leckt Gier, deine Lippen pressen Gier, dein Schwanz pumpt Gier, deine Hand schlägt.
Meine Tränen ertränken dich, mein Schreien erschreckt dich, mein Bangen zerbricht dich, mein Hoffen zermalmt dich, meine Augen lieben dich.
Ich liege wach, in der langen schlimmen Nacht und ich träume und weine und dein Herz ist kalt. | #1655 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Liebesfrost | → Liebe usw. → Songs | Frost hockt in den Ästen, leerer blanker Tod, Licht flieht Westen, von blau nach rot. Vermummung viel, schwer leise fort, rasch zum Ziel, kein Ende dort. Der niemals sprechen kann, zu lahm, zu laut, was immer dann zu regen traut; kein Wunder hilft, zerbricht sich auch, den doch ergreift, der schädlich euch! Wehrt niemals ab! Rennt blind! Galopp, Galopp, geschwind, Terap, Terap, ach allzu einsam, ärmlich knapp, verdrehter Arm, ein Ende findet, ein Anfang? Nie mehr verwindet der Liebe Gang den Tod! | #1656 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Liebestipps am frühen Morgen | → Liebe usw. → Songs | Laß mich auf deinem Laken liegen, und tief in seine Falten schmiegen, dem Tag noch etwas stille Zeit abtrotzen.
Laß mich zusehn, wie dann dein Leib erwacht, voll Zögern seine neue Rüstung macht, damit die Lichter ihn nicht gleich verletzen.
Laß mich mitfühlen, wie du dich verwandelst, voll Kraft in deinem Reich jetzt handelst, und deine Schönheit frech dir nimmst.
Laß mich ein Gast in deinem Leben sein, ein Gast, geduldet nur, er schaut hinein, vergnügt, verliebt, ein Taggespinst.
Ich werde bald schon wieder geh'n, vielleicht ein wenig mit mir nehm', von dem, was du dein Eigen nennen magst.
Auch meine Welt ist mir zu lieb, auch ich ertrüge nicht den Dieb. Ich sah's, als du noch ruhig hier bei mir lagst.
Wir teilen viel, viel mehr uns trennt, wo jeder doch sich selbst nur kennt, und nicht mal das gelingt zu gut.
Nimm von dem Kind die Freundlichkeit die uns zu halten sucht in jener Zeit von Lachen, Leichtigkeit und Übermut.
Und von der Frau, da nimm dir Stolz und Kraft, die Stund' für Stund' das strenge Leben schafft, die Tische deckt, das immer täglich neue Brot.
Und von der Greisin, kleiner schwacher Mann, nimm dir, was niemand laut dir sagen kann, und was dich einsam macht - und tot. | #1657 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Liebhaben-Dilemma | → Liebe usw. → Songs | Einst, lange her, hatte ich einen Freund, nun, genauer, wurde er dann mein Liebhaber, obwohl, mir wäre lieber gewesen, er wäre nur Freund geblieben, und hätte nicht mehr sein wollen, denn als er mein Liebhaber wurde, wurde er das nur, weil ich ihn zu lieb hatte, um seinem Wunsch nicht zu entsprechen, und er nicht freundlich genug blieb, um nur Freund zu sein, aber wiederum auch nicht lieb genug, daß er dann mein Freund blieb, als er mein Liebhaber nicht mehr sein konnte. | #1658 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Lied am Abend | → Abend → Songs | Härte werfe ich dir vor doch klagen kann ich nicht ich weiß die Gründe die du hast ich sehe sie, verstehe sie ich bin wie du, wir sind so nah nur hauchdünn ist die Wand die zwischen uns sich stellte doch hart wie Diamant nicht einen Kratzer sehe ich nach all den Jahren
Liebe suche ich bei dir und meine sie zu ahnen hinter der Stirn, den Augen in deinen kurzen harten Sätzen zu unberührt dein klarer Blick der immer in die Weite zielt und mich ausläßt als wäre ich zu klein für deine Welt
Klugheit glaube ich in dir genug für zwei von uns und doch zu wenig für die kurzen Stunden wie hetzt du immer fort kannst hier nicht bleiben ich schweige meine Worte stocken taub in mir
Einsamkeit hab ich gesehen die deinen harten Rücken wie Nebel steigend nahm leicht aber unnachgiebig fast wollte ich ihn fangen und niederstoßen, schnell für dich du aber gingst ich blieb
Mut mußt du mir leihen und Kraft, du hast so viel du solltest teilen können mit vielen, auch mit mir es fehlt mir doch an allem die Gier allein kann Herzen nicht ersetzen sie macht so klein
Sehnsucht? Kannst du sie fühlen? Gehört auch sie zu dir? Die sich so ewig zieht und dehnt und deine Träume kantig schärft? Ja wärst du einmal nur wie ich und sehntest dich ich weiß wir ruhten matt still schauten wir uns an
Mein Abend bricht herein mein Tag zieht sich zusammen ich lege mich zur Katze hin ich hör sie leise atmen und bin ganz still lausch in den Raum den ich nicht fülle nur im Traum | #1659 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Lied an eine Magd | → Sie → Songs | Du warst mir Wohnung, mich darin zu flüchten, die Augen ohne Kraft. Du warst mir Wald, mich drin zu fürchten, die Hände voller Gier. Du zog'st zurück, was ich mir nahm, gab'st wieder her.
Noch jedes Wispern hast' vernommen!
Du war'st mir Zaun, mich d'ran zu lehn', die Beine starr. Du war'st mir Weg, darauf zu geh'n, mit langem Schritt. Du schob'st voran, wo ich stehn' blieb, beschleunig'st du.
Bist' weit mit mir gekommen!
Ich stahl mir Kraft, und stahl mir Mut, und Lachen, Hoffen, Springen, Tanzen, ein jeden Tag stahl ich es mir von dir, und du gab'st her, und ich nahm's mir, und nahm und nahm.
Ich hätt' noch mehr genommen! | #1660 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Lob der Inkommensurabilität | → Von Rändern → Songs | Das Pergament der Haut, so straff gespannt um deine Wangen, als säße dort, versteckt, dein ganzer Stolz auf alle Zeit gefangen.
Der Glanz der Iris, rasch und scharf springt er vorbei, ein Blitz am Himmel, setzt nur zu gern die Wut des Feuers frei.
Die Linie deiner Lippen, ein Schwung wie Berge in der Ferne, und beugt sich doch dem Klang der schwächsten Worte allzu gerne.
Der schmale Grat der Hüften, kein Halt daran, nur jäher Fall, mein Griff verfehlt, verfehlt erneut, wo er doch halten soll... | #1661 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Lokalbahn | → Arbeiten → Songs | Der Tag kriecht mühsam nur herbei, so matt wie jeder Blick an diesem Morgen, im Zug sind kaum noch Sitze frei, der Mann am Fenster zählt wohl seine Sorgen.
Die Jungen auf der and'ren Bank, mit ihren dicken, weichen Jacken, ein alter Mann, vom Alter schlank, ein Mädchen, rund die kleinen Backen.
Die Wagen schütteln heftig uns herum, die Räder schrillen auf den Weichen, mir ist vom Schlafen immer noch so dumm, laß alles sinnlos fast vorüber streichen.
Wir treiben alle in den Tag, verdrossen oder wach, und jeder schaut, für sich, dem trüben Morgen nach. | #1662 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Mittelstand-Affäre | → Kurze Gefühle → Songs | Noch bevor Antworten den Raum füllen konnten, ihre Erwartungen in aller Schnörkellosigkeit, die nicht gewollt war, zu Tage traten, verstummten beide. Schwere Leere wie unter den Zwischendecken des Parkhauses vom Abend zuvor, deren graue Last ihr den Verstand nahm, und mit ihm, lachend und leise wimmernd, sein schwaches Wollen, seine flüchtige Begierde nach roher Gewalt, die sie herausgefordert hatte, auf dem saugenden Leder der Polster im Fond, zum Takt der Kinoreklame gegenüber, und dem Stöhnen der Reifen in der Rampe. Die Nacht machte jeden Vorsprung wieder wett. Sie würde niemals weniger wollen. Er doch. Keine Stille zu haben auf dem Asphalt, der ungerührt blieb. Nur selten gestört ließen sie sich dennoch willig unterbrechen. 'Leben ist eine überdehnte Pause' hatte er gesagt. Bedeutungslos, wie jedes seiner Worte. Zu brillant. Sein Schneider hatte ihr imponiert, seine Sätze weniger. Seidige Straffheit würde auch sie nicht mehr schützen, war nicht mehr gefragt. Doch sie blieb es ihm schuldig, nur ein paar mäßige Worte in abgegriffenen Zitaten, Gefühl aus einer Kopie, Lust als dritter Aufguß. Das leise Zittern des Schlüsselanhängers unter dem Lenkrad. Tropfende Dunkelheit ohne Glanz. Reste von Chrom. Wie höflich er war, als er ihr die Tür aufhielt. Den Schuh anzog. Keine Gesten mehr. Nur Hilfestellungen an einem überraschend warmen Tag, unverhofft wie die Wehmut einer bei weitem zu echten Erinnerung, die sie grausam vom Jetzt trennte. Abrupt. Endgültig. Sie faltete ihre Zukunft und schob sie ins Handschufach. Fand eine zerknautschte Notiz. Las: 'nächst. Sonntag 5-8pm – GUTE Ausrede wg. Abd.essen: Überdruß?' | #1663 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Motel Room Lamento | → Liebe usw. → Songs | Ein leerer Raum, Schwere, Stille. Mit Barrieren unterlegte Freiheitsgrade, Leerstellen für Ferne, Mögliches. Vage. Rösser stampfen auf der Stelle.
Bewegung, Gleiten im Regellosen. Der Rand deiner Welt, uferlos offen. Unbeeindruckt, uralt, schroff. Balance aus Pergament, durchstossen.
Das Immergleiche und sein Schmuck, Neu als Falte nur im Alten, Buchen, Zählen, Verwalten, das würgt, stickt, ewig satter Druck.
Ein leerer Raum. Frei. Kalt deine Blöße. Nur Gesten. Am Ende doch: Mätresse. | #1664 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Morgenkühle | → Tageszeiten → Songs | Ich liebe diese kühlen Morgen. Die müde mich am Fenster sehn; kann Mut aus ihrer Kühle borgen, laß Klarheit in mein Denken wehn.
Ich mag es wenn die Haut noch friert, und zart ein sanfter Hauch von erstem Licht der tändelnd sich noch sanft geniert, vor meinen Augen paradiesisch bunt zerbricht.
Ich wiege mich in allen Nebelschwaden die mühsam noch der Nacht entrinnen, ich greife fröstelnd nach dem Fensterladen, und hör' mich selbst ganz leise summen.
Der Tag kommt zögernd jetzt zu mir herein, erfüllt mir Herz und Sinn, wird leise mein! | #1665 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Müde sein | → Schlaf → Songs | Müde sein ist schön Nur langsam sich bewegen das Denken wandert matt dahin und schwer steigt jedes Bild mir auf legt breit sich über alles schiebt träge dann das Alte fort die Farben leuchten heller Konturen werden klar und wieder weich wie Hügel tief verschneit nur Spuren fern im Schnee wenn Nebel sich erhebt die Sonne kaum gewinnt und Rundes sich um alles schmiegt versöhnt; müde sein ist schön mein Herz kann schlafen für sich allein kein Schmerz nur wohlig sein und fahles Licht und Wärme - ich | #1666 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Mut | → Innereien → Songs | Mein Mut ist zart wie Gaze über Wunden, ein weicher Flaum dem Schorf in seinen noch verletzlich wehen Stunden; birgt unter seinem stummen Schnee das Harte schon des schrillen Leichtsinns kalte Weh; ist flüchtig nur - doch schön | #1667 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Nachtragend | → Zorn → Songs | Ein feiner Strich zieht sich quer über meine Haut, nicht rot, nur glatt, ein Fehler auf dem Weiß, kein Schmerz, nur Bild, nur meinen Augen fremd.
Ein dunkler Korridor ist dort in mir und führt hinab, gibt Denken keinen Halt, und mäßigt Fühlen nicht, ist Falle für das Licht, das schon geschwächt nach Einhalt sucht.
Ein Brunnen muß dort sein, und drinnen noch ein Summen, als wäre ích tief Innen mit meinem Zorn allein, und würde gegen Wände und gegen Schweigen trotzen, und doch nicht siegen.
Ein Mangel breitet sich dort in mir aus, so wüst, läßt sich niemals beruhigen, und niemals füllen, will immer Mangel sein, und ewig fordern, unrettbar leer.
Als wären alle Mauern nur roh aus Stein in mir, und alle Pforten schwer mit Eisen und mit Riegeln aus blauem Stahl gemacht und drohten mir in ihrer widerlichen Macht.
Und wenn ich mich bewege dann tanzen sie nicht mit und sitzen wie die Krähen die lauern schwärzlich wild! und schauen voller Hohn aus ihrer Spötterhöhe verweigern mir den Lohn wie ich den kleinsten Dank.
Ein feiner Strich nur, doch weit weit mehr als nur genügend, so hart und fest und grell zieh sich mein Blick heran an ihn und hält ihn fest, sein Rot, auf immer. | #1668 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Nimmersatt | → Zweifel → Songs | Dein Blick sucht immer mich! Als wäre er verloren, oder: noch nicht geboren, zu seiner Kraft, so bitterlich an meinen Schranken zerrt er, bis sie wanken: preis geben mein verstecktes Ich.
Kann deine Furcht denn lindern, was niemals dein, was immer mein nur ist? Wie kann ich hindern, daß du verbrennst, dich wild verrennst, in meinen bitterkalten Wintern?
Denn alle Weichheit, Freund, hab ich erspart für kurze Rast. Hier drinnen – bin ich hart! | #1669 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Office Pony | → Arbeiten → Songs | Im Takt das Licht blinkt immer zu, zerteilt mir jeden Satz und jedes Wort; ich schiebe mir die Aktenordner fort und lasse meinen Mund in Ruh.
Ich tippe rasch den Namen ein: sieh da, schau an, was haben wir denn da, ein Brief, Notiz, ein Ortstermin, nun ja, das wird wohl richtig teuer sein.
Mir gegenüber sitzt vergnügt die Frau, die alles hier im Kopfe hat, Mandant, Gericht, das Zeichen im Diktat und jeden Fehler sofort rügt.
Lach' auch und werde wieder still und nehme meine Brille in die Hand; such nach dem nächsten Brief, prüf seinen Stand, entziffer, was der Anwalt will.
Ich male Kaffee extra fein, und spüle Tassen, Aschenbecher; Servietten falten, kleine Fächer, es soll hier schön und propper sein.
Ich bringe lächelnd das Tablett, bin freundlich und fein anzusehn; ich spüre Blicke, nun, na schön, bin leise höflich flink adrett.
Und müde dann am Abend, wenn ich im Zug fast schlaf; ich fühl mich gut und brav; ein Pony - langsam trabend. | #1670 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Okay | → Ich → Songs | You say, I'm tough, locked up, averted, You talk so much, too much for me.
I look at you, missing what I want to see, and seeing what I feared to, yet hoping, out into the emptiness, out into the distance, that has grown between us.
Too long I just walked ahead, no sideways, avoiding the thickets, just straight forward, so fast, so unpreventible.
I depart, no words now, locked up. averted. You keep dead silent. Me too. A silent death, at the end. | Du sagst, ich sei hart, verschlossen, abgewandt. Du sagst so viel, zu viel für mich.
Ich schau dich an, vermisse, was ich sehen möchte, und sehe, was ich fürchte, und hoffe doch, ins Leere, in den Raum, der zwischen uns entstand.
Zu lange nur vorwärts gegangen, keine Seitenpfade, das Gestrüpp gemieden, nur geradeaus, so schnell, so unvermeidlich.
Ich gehe, wortlos jetzt, verschlossen, abgewandt. Du schweigst. Ich auch. Ein stiller Tod, am Schluß. |
| #1671 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Ordnungsmacht | → Spitzfindiges → Songs | Na gut, ich fuhr zu schnell. Und ohne Licht! Warum auch nicht? War doch noch hell!
Ach, und meine Fahrzeugpapiere? Ja warten sie, wo sind denn die, daß ich die immer bloß verliere!
Mein Führerschein? Na ja, ich habe einen, so einen kleinen, gestern doch war er noch da!
Und ja, ich seh's, die Reifen, ich zähle vier, sind alle hier, kein Profil, ich kann's begreifen.
Nein, gehört nicht mir, der Wagen, ihr kleiner Ticker verrät es sicher, kann ihnen den Besitzer sagen!
Oh, sie müssen dringend weg zum Einsatz? Was für ein Glück, das letzte Stück, fahr ich auch langsam, sie sind ein Schatz!
Und morgen gleich in aller Herrgottsfrühe, komm mit Papier ich zum Revier, ja, gerne mach ich mir doch diese Mühe.
Und fahren sie jetzt nicht zu schnell, auch mit Lalülala ist's ne Gefahr, und hey, jetzt ist's auch nicht mehr hell.
Ja, könnt ich mir ganz klar ersparen, die schlauen Witze! O wie ich schwitze, auch wenn sie diesmal freundlich waren. | #1672 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Panorama | → Initial → Songs | Zu wirbeln wie ein Blatt im Wind, zu folgen, wenn die Luft dich hebt! Sanft schweben, dann geschwind. Welch fremde Kraft, die in dir lebt!
Du läßt dich in den Abgrund fallen, vertraust dich ganz dem Treiben an, hörst in der Ferne Donner hallen, ahnst, daß er dich nicht treffen kann.
Bist nur ein Punkt am Himmelszelt, zu winzig, jedem Blick zu klein. Du schaust herunter auf die Welt, und könntest fast ihr Hüter sein.
Voll Staunen streift dein Auge über's offene Land; daß dir's doch nur von Anbeginn so frei bekannt! | #1673 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Regen | → Wetter → Songs | Du wäschst mich nebenbei, als wüßtest du den Dreck, der widerwärtig fest, nur schwere Last auf mir, sich meiner Seele hart bemächtigt hat, und nichts hab ich davon getragen, nur kalte Starre tief in mir, bis endlich du mit deinen Tropfen trafst und schmeichelst durch mein Kleid und durch mein Hemd, so feucht und auch so nah. | #1674 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Resquiat | → Family Days → Songs | Zuckende Hand auf kalter Asche: erinnert jene Glut – brennt.
Im Foyer, gedämpfte Musik, man lauscht zu ergriffen: Schritte voller Hast und Rohheit - Wagnis.
Nicht ein Lachen! Es hindert alles oder doch: Nichts.
Elektrischer Leiter, Grund: unter Tapete über Tapete Putz. Kein rechter Winkel, Natur naht wieder: Rettung.
Sie finden das Heil nicht mehr; suchen im Licht nach Dunkel - Lächeln ohne Rätsel.
Kein Knochen verbunden, so einsam, so hart, so zart. Bewege die Hand! Winke! Streichle – sei aktuell: Zerre!
Stumme Worte: schweigen die Wahrheit, schweigen die Lüge, schweigen Sinn, verschweigen - scheiden: resquiat in pacem!!!!!!!!!! | #1675 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Schiere Weisheit | → Worte → Songs | Ich weiß mich und weiß ich mich nicht gebe ich mich; Du weißt mich und weißt du mich nicht nimmst du mich; Er weiß mich und weiß er mich nicht will er mich nicht; Sie weiß mich und weiß sie mich nicht will sie mich doch; Es weiß mich und weiß es mich nicht hat es mich; Wir wissen mich und wissen wir mich nicht werden wir lachen; Ihr wißt mich und wißt ihr mich nicht sehe ich euch an; Sie wissen mich und wissen sie mich nicht ist mir wohler. | #1676 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Schlaf | → Schlaf → Songs | Ich liebe die Lügen, die leichtfüssig lachen, sie springen und hüpfen und perlen so hell; flink übers Meer im silbernen Nachen, das Ruder aus Glas, huschen wir schnell!
Ich liebe den Schein, sein eifriges Licht, er flackert und deutet; und strahlt immerfort wir zeigen einander das schönste Gesicht, sind heute noch hier und morgen schon dort!
Ich liebe das Wunder, sein wildes Gemüt, es greift nach der Seele und lindert den Schmerz; Zerbricht jede Kruste, zerteilt meine Wut, erschüttert und glättet und faßt nach dem Herz!
Ich liebe den Abend, sein wohliges Schwarz, er legt seine Arme voll Wärme um mich; ich lasse mich fallen, ich treibe abwärts, ertrinke in Ruhe und denke an dich.. | #1677 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Schneide | → Liebe usw. → Songs | Verhüllt, sie wartet. Hat Zeit. Lauert. Weich und gut gelagert, schlafend. Noch nicht! Die Hand erschauert, der flache Blick, kühl, eisig strafend.
Ein schmaler Grat, am Stein erzeugt, Funken haben ihn geboren, erprobt, geprüft, am Biss erfreut, der Schärfe wild verschworen.
Ein leichter Zug, sie gleitet vor, glänzt, wach, leicht, lüstern. Noch nicht! Ein Ansitz nur, die Furcht sich zu verschwistern.
Sie ist bereit, droht, noch im Hinterhalt, sprüht vor Gefahr, und schon Gewalt. | #1678 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Schroff | → Sie → Songs | Schließ meine Augen, seh zu dir, fühl nun Distanz auf unseren Häuten, und deine Ahnung nehm ich mir, wovor wir beide leise scheuten. Ich bin nicht wach, im Traum auch nicht, lieg neben dir, wühl mich ans Licht, stehl mir den Blick, weich wie auch hart, und weiß mich wieder schon für dich! So zögernd, lachend, wild ich deine war; mein sanft sein sprach es aus für mich: im Schroffen wird mein Atem wieder zart. | #1679 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
| | Schutzlos | → Von Rändern → Songs | Wenn ich denn schutzlos wäre - wär sicher ich?
Gepanzert bin ich, meine Rüstung ist Empfindsamkeit, meine Wehr Zartheit, mein Schild Verlorenheit.
Gräben habe ich gezogen, voller Blumen, bunt mit der Blütenpracht des frischen Grabes.
Ich schaue durch enge Schlitze dem Freund entgegen, und übers Land.
Mein Schutz ist dein Scheitern, armer Mann, meine Tränen gelten mir. | #1680 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.05.2007 12:55 © by SuMuze
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