SuMuze

alice
Soaps Canzoni Algebra
Talks Songs
Achten Sie neben den → neuen Texten bitte auch auf die → Neuigkeiten!
Besuchen Sie die → Nachbarn oder hören Sie → Musik, die mir gefällt!
Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
→ Alice oder → Sarah Miles,
→ Light at Two Lights oder → New York
anklicken und Bilder anschauen!
→ Impressum
→ Labels
→ Volltextsuche

←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 → p9 of 44    total of 1729 texts

Kleinlust→ Spots  → Songs

Bin Rolle
unter Abendlust
entzweit
ich giere
eng umwirkt
den Biberbauch
bewärmt.

#321 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 13.04.2009 00:24 © by SuMuze
→ Navigation1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Horizont→ Liebhaber et al.  → Songs

Wenn ich unten auf die Straße ginge,
das heiße Pflaster,
wildes Atmen noch des Tags
und kaum der Nacht,
an meinen Beinen aufwärts leckte,
laut stünden meine Sohlen fest,
ja dann!
Wenn ich der Sonne trotzte,
ihrem sich um niemand scherend,
immer gleichen Scheinen,
ihrem Glanz,
der Einsamkeit des Lichts.
Wenn ich im Leben wäre,
wildes Wollen, Wünschbarkeit.
Dein wären Tränen, dieses Mal.
Ich linderte, ich milderte, ich strafte ab.
Wenn nur mein Lachen jeden träfe,
auch in den Schatten, rückwärts auch.
Ich drehte meinen Scheitel,
der Pivot jeder Existenz.
Ich räumte. Griffe, badete, und hielt.
Ich gäbe nach und gäbe gern.
Wenn ich an Frischluft käme,
zwischen den Mauern, freier Platz.
Ich liesse dich wie je ein Schiff
an mir zerschellen,
und sammelte dich sorgsam auf,
nur klein,
weil du nur Kleinheit kennst.
Schulterte dich.
Ich trüge deine Lasten durch alle Nacht.
Ein Körper deinen Ängsten.
Kanal für deine Lust.
Wär wortgetreu.
Behutsam.
Blauäugig Balsam deiner Angst.
Mein Kind, mein Lehnsmann,
mein Gebieter.
Ich ahnte, was die Hand,
mit der du schmerzt,
erduldet,
böte mich an,
und fasste dich.
Am Horizont
ist Einsamkeit
nichts, was noch stört.
Dort sind die Strecken
gut versöhnt.

#322 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 12.04.2009 19:12 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Mehr!→ Innereien  → Songs

Das dringt ein.
Rein, rein, nur herein.
Fein, fein, oh wie mein.
Mein wird es sein.
Nur mein.
Das ist.
Ist wirklich.
Endlich wirklich.
Es rüttelt mich.
Es macht mich.
Ist, was ich bin. Ist.
Kommt.
Kommt zu mir.
Hierher. In mich.
Hilft. Half denn bisher nichts? Nein!
Das pinnt mich auf den Erdenboden.
Ich bin. Bin jetzt. Und hier.
Das faßt mich.
Harte Klauen, Kiefer - Jaws!
Das kreist mich ein.
Aufwärts stößt es,
Nur Fahne ich, ein Wimpel.
Ich bin hier,
ich lache,
in die Sonne, Luft,
wedle herum.
das ist in mir, ist Achse,
Mittelpunkt, ist Scheitel.
Das krallt,
das kribbelt,
kratzt und schabt.
Ich steige.
Drachen an der Leine,
Fesselballon,
der Jenseits schmeckt.
Das schreit,
das schmerzt,
das schindet.
Taumelflagge,
abwärts hängt sie.
Schweiß und Zeit.
Ich atme.
Weiter, weiter,
immer nur!

#323 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 12.04.2009 18:42 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Die Pendlerin→ Ich  → Songs

Ich bin eine Pendlerin.
Ich kann mich nicht entscheiden.
Warm, wie die Sonne durch die Scheiben
meinen Weg begleitet,
hin, wieder fort,
kennt sie noch kein Erbarmen.

Ich fliege über Felder hin.
Tauche in Büsche ein und Bäume.
Ich lasse Höfe hinter mit,
wohin sich graue Formen flüchten,
die Marketenderwaren, Müll, die Reste,
trügerisch.

Ich traue festem Stahl.
Er schaukelt mich, er leitet mich.
Die Sehnsucht, unterwegs zu sein,
die Angst, ich käme an.
Für mich, fast stumm,
bewegungslos, geht es voran.
Zwischen Extremen finde ich
mich sicher wähnend an.

Ich bin eine Pendlerin.
Ich schwinge aufgehängt,
mit jedem Stoß flieg' ich davon,
kehr' immer schneller um.
Lehn' mich mit Lust
gegen den Halt,
der zittert und nicht weicht.
Laß meine blassen Fingerkuppen
als Mondlicht auf die Lichtung scheinen,
die meine Träume schlugen,
im Dieseltakt tief in mir drin.

Ich bin eine Pendlerin.
Mein Wesen will entgleiten.
Kein Mauerwerk, das mich einzwängt,
Bewegung drängt nach allen Seiten.
Fremde Polster streicheln mich,
die Gier, mich zu entfremden,
daß niemand sieht,
nur Möglichkeit,
nur Tasten statt Begreifen.

Ich bin eine Pendlerin.
Mein Auge wandert weiter.

#324 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 12.04.2009 18:42 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Als Kind→ Kind  → Songs

Wie innen in der Welt,
Geruch und Töne und das Licht,
hart unter uns
gespannt als graues Klumpenlaken
der warme Leib,
der uns verzeiht,
darüber glitzert Tod,
halbwegs gebannt,
wenn Finger sich um Finger klammern,
und Augenpaare suchen sich,
ein ich und du und wir,
ein er, ein sie, ein es,
zerreiben Blätter zwischen kleinen Kuppen,
im Dreierlei benannt,
wechselt das Wort,
bleibt gleich der Duft,
dann ducken wir uns unter Blättern,
und seine Hand duckt mich,
preßt meine Lippen in den Boden,
und plötzlich bin ich glücklich,
schlucke das Gras, den Dreck, das Jetzt,
jetzt mitten zwischen ihnen.

Wie wenn der Gott den Atem hält,
der blau regiert, der Wasser schickt,
der immer wieder quer am Himmel
seine Bahnen, Sterne, Wolken wirkt,
wir wissen ihn, wir schweigen ihn,
wir haben nicht ein Wort,
das ihn uns nennt,
und ahnen,
schweigsam ineinander,
daß wir für uns genügend sind.

Wie stillgestanden, aufgehört,
das leise Kitzeln eines Käfers,
der seinen Weg die Brust hinab,
den Arm entlang, das Bein,
fast störrisch findet,
das Streifen jener Hitze,
die das Sonnenlachen bringt,
den Blätterschwarm durchdringt es,
um uns der Staub, das Astwerk trinkt es,
und meine Haut sehnt sich danach.

Wie einsam in der Zeit,
kein Ticken und kein Rufen,
Planung nicht, fast nur ein Rollen
wie runde Kiesel einen flachen Berg hinab,
wie müde Wellen an den Strand am Morgen,
wie ein Gewitter, dessen Wut
es selbst fortweht,
nachdem sein Grollen endlos schien.

Wie richtig, wenn das Falsche winkt,
wenn Herz wie Spucke abwärts sinkt,
das Zittern unterm Kinn
beinahe Zähneklappern bringt,
du fürchtest dich,
doch du schaust hin,
nichts ändert sich,
gehst du hinaus,
du hörst Geräusche aus dem Haus,
und bleibst hier drin.

Wie Liebe,
weil das Wort es gibt,
und brav hast du es
buchstabiert,
streichst es als Creme
bei Sonnenbrand,
als Taschentuch bei Schnupfen,
als Duft, der deinen Duft ertränkt,
als Elixier, als Garantie.

Wie Leben,
weil sonst nichts so klingt
wie Leben,
das dich mit sich nimmt.

#325 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 10.04.2009 22:58 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Saldo→ Stadt  → Songs

Der Drogenhändler drückt die Augen zu.
Er war ein guter Mann.
In seinen Lippen sang oft Liebe,
sein warmer Blick wird fehlen,
wenn sein Atem nichts mehr heizt.
Zwei waren es,
mit kurzgeschoren blonden Haaren,
und einer hinten noch im Fond,
ein Mann, am Abend im Büro,
hoch oben,
wo die Stadt zu übersehen ist,
schloß er den dünnen Hefter und
das Mädchen denkt sich
weit, weit fort von hier.
Der Junge vor der Tür hört gar nicht hin,
wie jede Nacht,
der Kassensaldo stimmt nicht,
rote Ränder und ein brauner Schuh.
Ein Turbolader brennt,
auf Gummipneus mit Rennprofil,
der Bludruck sinkt,
Turmfalkenbilder, schmaler Rand,
ein Pissaro, ein Dimmertaster,
auf der Treppe Edelholz.
Im Nummernspeicher war sein Netz.
Methodisch,
wie sich Finger seiner Jacke,
seinen Hosen, seinen Socken widmen.
Am falschen Ort,
im falschen Kleid,
der Wink im halben Schatten,
sie sieht die Hand,
ein Vogel, dessen helle Federn
tragen,
die Faust, die spurt,
ein Stern fällt über sie,
erlischt mit ihr,
auch noch als Fleisch
nur schön und still.

Sie hat Metall geliebt,
das kalte Klimpern harten Stahls
auf bloßer Haut,
das Klirren und das Funkeln.
Wenn ihre Zunge Silber nahm,
und Gold sich an die Schleimhaut schmiegte.

Sein Arm verliert sich,
seine Gesten bleiben aus,
im Nebenzimmer Stimmen ohne Sinn.
Und ein Portrait,
Mantilla über Wespentaille,
Gemmen, gleißendes Gehänge,
ein weicher Flor,
der die Konturen zieht,
das Bild.

Der Dealer gibt jetzt ab.
Die Männer gehen.
Unter der Decke beiges Licht.
Dumpf drückt sich draußen
das schwere Blatt der Tür in seine Füllung.
Ein Schloß klickt leise.
Zeit vergeht.
In glatter Seide zucken Zehen.
Schweiß ist im Haar.
Als Flügelschlag
noch ein Moment Erinnerung.
Schmerz in der Nasenscheidewand,
und kaum ein Krampf
als Abschied in der Brust.

Saldiert,
am Schluß.

#326 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 09.04.2009 17:23 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Sturz des Kalkulators→ Avantgarde  → Songs

die Weißen Knochen einer Birke
Kreiden an im Grünen Kleid
Kalt ist der Morgen
Schroff der Tag
Fest Angekettet
Hand und Leib
an Alte Starre
Raummaß
Zeit
im Unterholz
Gehorcht Gelebt
die Neuen Lüfte
Fressen Lichter
das Ein Mal Eins
Rechnet Sich Nicht

#327 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 08.04.2009 13:46 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Langsamkeit→ Kurze Gefühle  → Songs

Ein schnelles Abend Werden,
Pfeil in die Nacht,
ein müdes auf den Erden
Ruh'n ohne Schlaf,
an Nichts gedacht,
und wartet morgen weiter.
Tag trennt dann scharf
vom Heute das,
was bleibt
der Langsamkeit.

#328 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 07.04.2009 23:23 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Abgebildet→ Algebra  → Songs

In Worten liegt etwas. In Lauten und
im Takt von Subjekt, Prädikat, Objekt.
Das summt und raschelt und das tönt.
Es rattert, knallt, es fließt und schwebt.
Das kleine Kind schraubt seine Puppe auf.
Der Blitz gleicht Ladung aus.
Der Strom trennt in Elektrolysen.
Dann mischt sich wieder, kunterbunt.
Dann wird erneut geschieden.
Harte Gammastrahlung spaltet auf.
Ich bin, ich sei, ich werde, und ich war.
Im Okular erkennbar als Gestalt.
Belichtet, abgebildet, projeziert.
Die Welt Laterna magica.
Schein, trägheitslos auf dünner Pappe.
Leuchten nur, und Klang.

#329 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 06.04.2009 21:08 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Später Nachmittag im Frühjahr→ Frühling  → Songs

Ich tanke Wärme, aus der Erde, aus der Luft.
Ich trinke Licht, vom Himmel und dem Tag.
Ich wühle zwischen Gräsern, unter Laub.
Ich streife meine Wünsche ab an Ästen über mir.
Die Farben flüstern in mein Ohr.
Die Formen streicheln meinen Blick.
Mit Fingern tief im Matsch fasse ich das Leben.
Meine Knie sind gebeugt, mein Rücken zerrt.
In meinen Haaren klemmen Halme wie ein
unverdientes Diadem. Auf meinen Lippen
spielt der Abendwind sein Abendlied.
Das schwebt jetzt in den Schatten, fliegt,
als gäbe es kein Halten, durch die Welt.
Ich rieche, wie sich alles frei macht, glänzt,
nur um mich schauen reicht mir schon.
Das summt und kichert, ruft und schwelgt.
Ich setze meine Füße auf den Boden,
spüre wie er schwingt und mich sanft trägt.
Ein Lächeln und ein Sinnen und ein Trost.
Alles wird langsam, weit und leicht.
Ich atme mich durch Stunden vorwärts,
höre mich und lege mich, ein Fötus,
dessen feuchte Haut ein Blütenblatt umfängt.
Alles so voll, so prall, so kräftig, neu.
In meine Stimme mischt sich Stolz,
Geschmeidigkeit und Wuchs, um meine
Stirn tanzt mattes Leuchten ringsumher.
Jede Berührung trifft mein Sein.
Das Handeln nimmt mich mit, es will -
und ich will auch.

#330 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 06.04.2009 20:25 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Werktag Herzleid Verdauung→ Arbeiten  → Songs

Jeden Morgen in den Wagen
mit Enge und Gedränge
müde sein in mir
rüde sein, verquer
Licht haben wollen
nichts fragen wollen
der Ausstieg auf den Bahnsteig
Füße voreinander setzen
Grüßen, miteinander schwätzen
Tränen stumm hinunter schlucken
Strähnen hinter Ohren stecken
Arbeitszeit im Alltagskleid
stets höflich bleiben
behilflich zeigen
beiseite gehen
zur Seite stehen
Fröhlichkeit trotz Fristenstreit
Knie beieinander halten
lieber zum Kollegen schalten
wütend auf den Kasten hauen
düster auf die Tasten schauen
Vormittag ist Trauertag
Behördenheftung
Terminverletzung
Gemüt erhitzen
Filter benutzen
Frühkaffee ist aufgebrüht
schon seit Tagen schmerzt der Magen

#331 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 02.04.2009 17:12 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Krieg→ Politik  → Songs

Wenn nichts mehr nützt.
Wenn Waschen sinnlos scheint.
Wenn Licht aufblitzt.
Wenn nichts uns mehr vereint.
Wenn die Gedanken auseinander fliegen.
Dann schreit es in mir stumm nach Kriegen.

Die Körper kreiseln
stimmlos
die Parabelbahn.
Staub wirbelt auf.
Der Glanz von Kraft
legt sich
auf Kind und Mann.

Wenn alles fehlt.
Wenn nichts mehr bleibt.
Wenn niemand steht.
Wenn alles nur noch treibt.
Wenn ich dem Schwächsten unterlieg.
Dann will ich nur noch eines – Krieg.

Das Bersten allem,
das mich
drückt und zwängt.
Wut rauscht dahin.
Wie eine Flut, die
rücksichtslos
sich vorwärts drängt.

Wenn Einsamkeit
wie Heimkehr schmeckt.
Wenn Stille redet.
Starrheit alle Schritte streckt.
Sich Leere füllt und alles stirbt.
Wenn Ruhe ist.
Wenn nachher nichts,
nichts vorher ist.

Dann ist der Krieg vorbei.

#332 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 31.03.2009 20:31 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Frühlingsabend 2009→ Frühling  → Songs

Wir haben jetzt den zweiten Tag die Sonne eingefangen.
Prognosen lauten gut auf weiter so. Die Luft erwärmt sich.
Die Steine auch. Die Menschen reden lauter miteinander.
Kinder schreien. Aus den kahlen Zweigen vieler Bäume sprießt
es grün. Senioren schieben Rollatoren in den Park, wo
die Jungs in Käppis und Turnschuhen goldgelbe Flaschen
kreisen lassen, ihr Lachen flach und zögerlich, als übten sie
noch für den Sommer. Motorräder tauchen auf und flitzen
munter durch die Straßen. Auf den Häuserwänden grelles Licht.
Am Himmel fliegen weiße Käfer lange Linien in das Blau.
Die Kleider werden heller, die Augen auch, die Reifen
rollen schneller auf Asphalt. Alles geht flotter von der Hand,
das Gehen und das Sehen und das Blinzeln, wenn Gesichter
sich nach oben drehen. Im Supermarkt sind keine Schlangen.
Der Parkplatz wirkt sehr leer. Und immer wieder in dem Brausen
rund herum auch Pausen in den Frühlingsabend eingestanzt.

#333 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 31.03.2009 19:52 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Am Fenster, nachts→ Me & You  → Talks

Warum ich schon wieder aus dem Fenster schaue, hat sie mich vorhin gefragt. Ich schaute nicht, ich stand nur am Fenster und kehrte ihr meinen Rücken zu, was sie als Schauen mißverstand. Wie so vieles, was ich tue. Ich sitze in einer Ecke und sie sieht mich tadelnd an und fragt, warum ich mich fürchte. Ich aber fürchte mich nicht, ich lehne nur gut rechts und links an und kann nicht kippen. Warum begreift sie das nicht? Ich habe nicht ihre Stärke, ich weiß nicht, auf was ich ruhe, stehe, gehe, lebe. Ich muß es spüren. Ihre Haare sind hart und kurz, sie schmerzen, wenn meine Fingerkuppen in ihnen wandern gehen. Ihr Blick ist schroff, so oft, ich meide ihn dann. Doch sie fragt. Als verlöre sie mich, fragte sie nicht. Ich liebe ihren Mund, er ist so viel mehr Mund denn...
[weiterlesen]

#334 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 30.03.2009 23:06 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Lied dem Fluß→ Fluß  → Songs

Ich kann dein Blut sehn, Fluß, wie Blei springt es in deinem Bett herum, und schäumt und schwillt und wellt sich, schiefergrauer Teig, der matt in seiner Molle schmatzt. Ich kann dein Herz sehn, Fluß, es pocht da unten, wütend tobt es, buckelt, tanzt und grollt und brummt, wem schlägt es und wer kümmert es? Ich ahne deine Tränenaugen, tausendfach nach oben ausgesandtes Sehnen, und sehen doch nur enge Ränder jeden Tag. Ich fühle deine vielen Finger, die um sich selbst sich winden, wässerig und wild, und geben nie und nichts mehr her. Ich kann den Trost sehn, Fluß, nach dem du trauernd suchst, das Glätten, Fließen, Streichen, Weiten, und das sanfte Dulden dann zuletzt. Ich kann das Meer sehn, Fluß, von dem du lang schon träumst. Sieh her! Ich zeig es dir, vielleicht.

#335 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 30.03.2009 22:17 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Lied von der Tatsache→ Worte  → Songs

Ich las dich, Wort, wohl schon
zum tausendeinundzehnten Male!

Meist lese ich dich schnell,
weil du so flüchtig hinzuweisen scheinst,
auf jenes, was du sagen willst,
und es mir meistens auch rasch sagst.
Doch heute eben nicht!

Ich stutze! Was für ein Wort!

Auf einmal schwer,
langsam und unverständlich,
so kommt es mir daher.

Ich drehe dich rasch um!
Das schmerzt,
piekst mich im Gaumen und
verkratzt mir meine Zunge,
wie Fisch mit Gräten,
wenn schon Verdacht
dir Ängste macht.

Du bist ja eigentlich gleich Zwei.
Und beides, nur für sich,
klingt ziemlich klar.
Ganz einfach und fein hell.
Doch wenn das Beides, das du bist,
sich trifft,
wird alles quer und düster.
Zusammen bist du mehr,
als ich gedacht, und,
ich geb's zu,
als ich jetzt grad versteh.

Noch einmal überlegt!

Ich lege meine Finger auf die Dinger
die ich anders haben will.
Ah ja!
Bin kurz mal still!

Das wird es sein -
ich greif ins außer mir hinein!
Ich tue was, ich wirke,
und was ich wirke bleibt,
selbst wenn ich ginge,
gelangweilt mich abwandte,
es blieben jene Dinge,
die niemand vor mir kannte,
bis ich dann endlich kam
- und tat.

Tat Sache ist,
und Sache Tat!

Na bitte, alles wieder
im rechten Lot,
zu etwas sind mir Lieder
doch immer wieder gut!

#336 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 28.03.2009 22:00 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Hoffnung #2→ Sternenstaub  → Songs

Der bleiche Engel breitet seine Schwingen über Land. Am Wegesrand die Reste der Armee, man friert. Es regnet Tränen statt der Brote, Milch und Honig fließen nicht, aus Schuld wird Geld, unter den Fenstern Glas, zu Diamantensaat zersplittert. Eine bleiche Hand, verwittert. Knochen gerben toten Venen ihren Mangel in die Haut. Kein warmer Leib im Zelt, die Tageszeit gebiert kein Leben, wund und starr verkrampfte Fingerspiele, hilflos, Flucht. Längst ist schon Nacht, die Vögel sind davon. Nur Wind ist, Sternenlicht und Staub.

#337 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 27.03.2009 22:32 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Nowhere #2→ Local Hero  → Soaps

Mein Zimmer ist nicht allzu groß, aber mir genügt es vollkommen. Ich hatte schon größere, und auch deutlich kleinere. Ich habe zu lange in einer riesigen Wohnung gewohnt, in der ich nie wirklich heimisch werden konnte. Dafür wiederum viel zu kurz in einem halb zerfallenen Haus, in dem ich vom ersten Tag meines Lebens an heimisch war. So kommt es mir zumindest jedes mal vor, wenn ich daran denke. Aus jenem Haus werden meine Gedanken nie ganz ausziehen. Jetzt aber gefällt mir dieses Zimmer hier sehr. Aus dem Fenster hat es einen ungehinderten Blick über ein paar langweilige Felder, auf denen im Sommer der Wind seine Figuren in das Getreide hinein malen kann. Und auf eine schmale, grau asphaltierte Straße, in der sich die Autos und Traktoren und Motorräder mit den...
[weiterlesen]

#338 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 27.03.2009 22:30 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Frühling werktags→ Frühling  → Songs

Bleichweiße Sonne grell auf Kalkputz,
naße Straße, früher Tagverkehr.
Von Westen eine Wetterfront,
die alles schluckt, ein Wassermeer.
Mein Blutkreislauf ,
mein Puls, die Atmung -
bin automatisch,
außer mir.

#339 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 26.03.2009 09:30 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Freude→ Innereien  → Songs

Mit breiten Händen trennt er,
Gewaltenteiler,
an seiner Stirn das Stethoskop.

Ich maniküre seine Daumen,
die Finger
spreizt er zum Verbot.

Leg deinen Kopf auf meine Felder!
Wie hell der Zopf der Kindheit fällt!
Auf diesem ungewissen Schoß

verschmelzen Tränen zu Medaillen,
wird triste Demut Stolz,
der täuschend sich zu tarnen weiß.

Mit großen Schritten geht er,
Weltzeitrichter,
an seinen Fersen Rittersporn,

den winden wir in Julikränze,
wunde Finger glänzen
in Erwartung wilder Tänze:

Bin ich das edelste Kleinod?
Heimliche Hoffnung
in der Nacht, ein letzter Trost?

Mit knappen Worten kalkuliert er,
Tropfenzähler,
an seinen Lippen leuchtet Licht

von Klarheit.
In ihr fliege,
Vögelchen, ich, fein geputzt,

mein Buntes ist mein Allerbestes,
jubeln und sich zeigen,
zieht ihn mit mir in den Bann.
Mit Schweigen stranguliert er,
Wortschatzkammermeister,
auf seinen Türschildern steht Tod,

ich buchstabiere heiser,
ich stanze, stammle und stabreime,
Lohn der eitlen Lieder ist das Lob,

Bescheidenheit verstummt kokett,
die feine Hand zu Diensten,
Empfindsamkeit sei stets adrett.

Mit seiner prallen Katze flieht er,
Kopfgeldsteuersammler,
Marschallstäbe im Gepäck,

ich säe in die tiefen Spuren,
Ernte geb ich nie verloren,
Bücken geht mir flink zur Hand.

Die im Dreck zu wühlen liebte,
stellt die Füße zueinander,
Mut richtet den Blick, und Zorn.

Von seiner Kanzel sieht er,
Spökenkieker,
erdnah ohne Lehm,

alle heimlich abgelegten Eide,
Hinterlist im reinen Herz.
Auf der Kante beider Zeiten,

tief im Dunst von Wehmut schwingt sich
Freude aus den Fängen frei.
Nur ein zartes Augenzucken

bleibt sie dir, zieht dann vorbei.

#340 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 25.03.2009 19:29 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Gutes Gerät→ Mannsbilder  → Songs

Dein Fleckenwasser wirkt patent,
selbst noch in schwacher Lösung
zaubert es Dreck aus jedem Hemd
und schont dabei die Kleidung.

Dein Frostschutzmittel hilft superb,
wie klirrend auch die Kälte,
geschmeidig geht das Öl zu Werk,
und glättet manche Falte.

Dein Hosenspanner strafft enorm,
auch festes Stoffgewebe
hält er mit seinem Druck in Form
als unsichtbare Strebe.

Gut ausgerüstet klappe alles wie am Schnürchen,
sagst du und nennst mich deine Süße,
ich sage „Gute Nacht!“ und schließe,
wenn ich gehe, sacht dein Isolierglastürchen.

#341 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 25.03.2009 19:29 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Findelkind→ Avantgarde  → Songs

Die Mittelstreifenmaler haben hier versagt.
Nichts weist dich in die Ferne ein.
Nur grauer Asphalt ist, die scharfen Kanten
aus hundert Flicken, tausend Rissen.
Dazwischen Schlaglöcher.
Ich habe Bauchschmerz.
Ich komme hier nicht wieder weg.
Taumele mein Leben nebensächlich
und vergeblich auf den Weg.
Die feinen Äderchen im Porzellan,
das zu oft abgewaschen wurde,
flinke Hände nehmen es sich vor,
scheuern den Dreck aus seinen Poren,
weiße Schwäche unter weißer Seide,
nachdem alle Kraft entwich.
Auch da oben ist ein Blau.
Und weiße Spuren queren das.
Mir im Gesicht bleibt leeres Blass.
Verheerend, wie mein Puls mir schlägt.
Kann nicht mal kriechen mehr.
Metallischer Gestank
von heiß verschmorter Isolierung
kämpft in meiner Nase um den Sieg.
Die Wangen sind verschrammt.
Nur wenn ich meine Brust
dicht an die hochgezerrten Schenkel presste,
meine Arme fest um beide Schienenbeine,
und wenn mein Kopf hart auf die Knochen
meiner flachen Kniescheiben sich bettete,
wenn niemand schaute, keiner lachte,
nicht einer sich da lustig machte.
Ich glaub es nicht.
Ihr Aasgelichter, sitzt am Straßenrand,
die Gläser in den faulen Fingern und
die Lippen straff, auf bloße Haut bedacht.
Ich schleife meine über Steine hin,
für das Vergnügen, für das Lügen,
für das Betrügen später in der Nacht.
Im Osten steigt ein Stern, sein heller Strahl
ist euer Todeslaser, Morgenrot,
sein Wagen Fiberglas, gehärtetes Titan.
Nur meine Stirne küßte eure Straße,
nichts erinnert noch an mich.
Hellebardenstoß und imperialer
Schlachtersamen haben nicht vergeblich
uns geschieden zwischen Dasein als
die Königin und Wicht.
Ich schließe mich, ganz Findelkind,
der Mehrheit an.

#342 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 21.03.2009 20:51 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Frühlingskitsch→ Frühling  → Songs

An einem Frühlingsnachmittag,
lag meine Hand in deiner,
den Kopf fest an der Schulter,
so wie ich das zu gerne mag,
spazierten wir hinunter
den Weg zur Stadt hinein,
ich fühlte mich viel kleiner,
wollte noch kleiner sein,
als ob ich nur ein Pflänzchen wär
in einem bunten Blumenmeer,
und du kämst grad' des Wegs daher
zu mir, die sich versteckt,
und hofft, sie wird entdeckt
von einem, der sie pflückt -
was sicher an der Sonne lag.

#343 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 20.03.2009 20:09 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Flight Fright→ Zwischenräume  → Songs

Ich sitze am Fenster, das ist gut, falls jemand im Gang
mit dem Getränkewagen stolpert, aber schlecht, falls die
Gummidichtungen rund um das Glas den sehr extremen
Anforderungen in großen Höhen nicht gewachsen
sein sollten, was ich nicht glaube, aber ich muß daran
denken, wie an den Blick, den der dunkelhaarige Mann
zwei Reihen vor mir mir schenkte, als ich an ihm vorbei
ging, an seine harten Augen, nervös war ich, wütend
wegen der dummen Stewardess, die mich behandelte
wie ein dummes Blondchen, vielleich ein Hijacker, dachte
ich, vielleicht bringt er sie um, nur eine Angestellte,
wir sind es, die zählen, die Passagiere, so wird doch
gezählt, in den Trümmern starben siebenundzwanzig der
Passagiere und acht Besatzungsmitglieder, und es
konnte ein Großteil der Passagiere evakuiert
werden, der Präsident der Gesellschaft ist darüber
beruhigt, aber ein Hijacker achtet nicht auf einen
Präsidenten einer Flugzeuggesellschaft, wohl eines
Landes, er achtet nicht auf Besatzungsmitglieder, er
achtet nicht auf sein Gepäck, ich nestele unruhig an
meiner Tasche herum, der Mann mit den harten Augen
schaut nicht nach seiner Tasche, er weiß, was darinnen ist,
er hat die Waffen gut versteckt, und durch die Kontrollen
gebracht, warum reist er nicht Touristenklasse, sind die
Hijacker so reich, wie alle sagen, so entschlossen,
so wild, was machen sie mit einer dummen Stewardess,
die mit dem Getränkewagen gegen die Lehnen stößt,
gut, daß ich am Fenster sitze, die Sicht ist nicht klar, das
Fenster nicht groß, aber ich kann hinaus schauen und sie
ignorieren, und denken, wie es wohl wäre, wenn wir
gemeinsam Opfer wären und der Mann mit den Waffen,
alle starrten ihn an, zeigte fordernd auf mich.

#344 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 20.03.2009 17:17 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Apokalypse an einem Freitag Morgen→ Arbeiten  → Songs
Zwischen mir unerklärlichen Abstürzen
ein Lob dafür, wie gut ich Gläser, Tassen,
Kekse, Wasser, Tee und den Kaffee
fast unbemerkt freundlichst servierte
(ich kann nur lachen, doch was soll's?).
Dann wieder seltsame Gespräche,
am Telefon scheint niemand
bei Verstand (intern rauscht nur
Gebrabbel durch mein Hirn).
Verwirrnis, dein zweiter Name ist:
Arbeitsanweisung, mündlich
(vor Gericht kaum einklagbar).
Dein dritter, noch viel schlimmer:
Urlaubsvertretung, wechselnd gar!
Der Kampf der zwei Kulturen
tobt auch ums Klopapier,
um das Verschwinden kleiner Stifte,
das schwarze Loch, das an sich reißt,
was nur herein kommt an Kuverts,
an Bleistiften und Ratzefummeln
(ich machte Punkte gut bei jener,
die das Wort einführte, demnächst
zeigt sie mir wohl das Stricken!)
Mein Blick nach draußen ist verstellt,
wuchtig thront ein grauer Aktenschrank,
wo noch zuvor ein Kleiderständer winkte.
Die Mürrische sieht kaum viel mehr,
als ich jetzt sehe (das freut sie sehr).
Und weiter rast der alte Zwist um Jenes,
was die Welt in tausend Teile reißt:
Ablage, systematisch und korrekt.
Dann wieder fehlt ein Titel, oder gleich
ein ganzer Text, und tief im Innern
der Computer mahlt ein Mahlstrom
Datenbus und Mikrochips, Ram,
Bytes und Bits (die Bildschirmschoner
kosten Nerven), und das Gestammel
auf dem Band macht meine Ohren krank.
Der Kaffee schmeckt nach Altöllager,
der Kuchen aus dem Backshop
(was für wunderschöne Augen dort
das Mädchen hatte, das kassierte)
schmeckt nach Nichts, was eher günstig ist,
der Kuchen aus der Einkaufszeile
(niemand schaut dort nach den Augen)
schmeckt nach Gift und Nagellack.
Auf meiner Tastatur klemmt Leerraum,
wenn ich gar zu heftig nach ihm greife,
und fehlt der Leeraum, fehlt der Sinn,
was nur beweist, was Sinn hier macht.
Obwohl, auch wenn der Vorgesetzte lacht,
sagst du wohl besser solches nicht zu oft
(weil dann das Arbeitsklima leiden könnte
und das große Ganze damit untergeht!)
Ich liebe aufgestellte Fenster
meine Kollegin liebt sie nicht!
Ich mag das Licht des frühen Tages,
meine Kollegen hassen es!
Ich morse mit dem Bleistift gerne
(wenn ich denke, was ich nicht soll),
den Anderen denk' ich damit
ein kleines Stückchen wohl zu laut!
Dann wieder kommt ein Tadel,
gut verpackt, das wirkt viel besser,
(danach viel Zorn im Damenklo),
wild patzig komme ich dem Ersten,
ungerecht, ich weiß, doch hilft's.
Ein Mann am Hörer nennt mich
Schätzchen (sehr überzeugend!),
ich könnte Kerben schnitzen
(wenn ich Holz zum schnitzen hätte)
für jedes Schätzchen, das ich war.
Und eine junge Frau wird grantig,
ich sei vollkommen inkompetent
(das, was man eine Zicke nennt),
ich solle meinen Geist anstrengen,
sie auf der Stelle rasch verbinden und
aus der Leitung schnell verschwinden.
Ich lege auf, sie ruft zurück, ich lege auf,
sie ruft nochmals, der Chef ist frei,
er grunzt nur und ich stelle durch.
Er legt schnell auf, ich habe Glück.
Ich finde Zettel aus der letzten Woche
unter dem satten Grün der Matte (welche
nur einen Daseinszweck zu kennen scheint,
just diese Zettel ewig und drei Tage
vor der Suchenden zu bergen),
auf diesen Zetteln, schwer zu lesen,
was dort stehen soll (auf einem 'Wichtig!'),
steht allerhand, mir fällt nicht ein,
was wichtig sei, ich werfe alle Zettel
in den Reißwolf (meinem Lieblingstier),
der wieder lustig brummt dabei,
und nehme mir erneut vor (ernsthaft),
nie wieder Zettel zu benutzen.
Mein Schreibtisch ist lebendig,
an seinen Ecken sitzen Drachen,
die mit ihren scharfen Krallen
nach meinen Beinen schnappen,
gehe ich zu nah daran vorbei.
Die Luft wird mir zu stickig,
ich reiße rasch das Fenster auf,
die Kollegin kriegt Keuchhusten,
mich trifft ein Blick fast aus dem Grab,
ein paar Papiere üben Loopings
(mein Schädel prüft den Beistelltisch),
in meinen Ohren gellt ein Anruf
(da sie ja hustet, kann sie nicht),
ich schließe mit der einen Hand
das Fenster, mit der anderen
taste ich mich vor zum Telefon, und
dank des blitzschnell ausgestreckten Fußes
erwische ich den Brief, den ich
heut morgen mühsam schrieb,
und mit den Augen, hell und fröhlich,
hab ich die Herzensallerbeste (sicherlich!)
dort auf der dunklen Seite des Büros,
wie alle Menschen auf der Welt,
aus allertiefstem Herzen herzlichst lieb.
Pausenend, weiter geht's!
#345 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 20.03.2009 09:20 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Die große Liebe→ Süden  → Songs

Die große Liebe
liegt dort in dem Garten
unter dem Wein.
Wer will mir raten,
klüger zu sein,
wenn im Gras,
ganz allein,
sie hell auf mich wartet?

Die große Liebe
durchstreift meine Haare
wie Wind.
Was sind Jahre
dem Kind,
das zum Himmel
schaut, sinnt,
sich alles zu wahren?

Die große Liebe
trägt Kleider und Schuh,
einen Ring,
gibt nicht Ruh.
Ich sing
immerzu
vom Kleinsten,
das klingt, so wie du.

Die große Liebe
liegt noch, wie sie lag.
Liegt dort,
weil sie dort liegen mag.
Geht nicht fort,
was immer ich gab
ihr an Liebe hinzu.

Die große Liebe
und ich,
und das schwindende Licht -
sehr viel mehr
ist es nicht.

#346 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 19.03.2009 17:59 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Im Bad→ Tod  → Songs

Ich bin im Bad.
Ich bin tot.
Ich wollte nicht tot sein,
aber niemand hat mich gefragt.
Ich bin nackt.
Ich war strikt dagegen,
doch man riß mir die Kleider vom Leib.
Ich bin still.
Ich habe geschrien,
doch keiner hat meine Stimme gehört.
Ich bin leer.
Ich versuchte zu atmen,
aber keine Luft drang zu meinen Lungen.
Ich bin offen.
Ich wollte mich schließen
doch etwas spreizte mich unendlich roh.
Ich bin starr.
Ich krallte die Hände,
doch meine Kraft war am Ende zu schwach.
Ich bin naß.
Das Wasser ist in mir.
Es steigt durch den Mund.
Es durchschwemmt meine Augen.
Es durchsetzt mir das Haar.
Kein Leben mehr in mir.
Wie wächsern die Haut.
Weiß leuchten die Sohlen der Füße.
Die Knie knien kalt auf dem Stein.
Eine Stimme im anderen Raum.
Meine Zunge leckt Fliesen nach Salz.
Ich bin hier.
Ich bin nur im Bad.

#347 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 18.03.2009 19:08 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Frühlingsmittwoch→ Frühling  → Songs

Jetzt scheint die Sonne wieder!
Jetzt lache ich und
streichel mich, als ob ich darf.
Jetzt gucken Kinder,
so wie Frauen gucken,
die wie Männer überwintert haben.
Jetzt badet alles rein!
Jetzt rennt das Spiegelbild davon.
Jetzt horch ich auf,
als wäre in mir was,
das abzuhören wäre.
Jetzt ist der Boden lang!
Jetzt sind die Steine nackt.
Jetzt hüpfen Oberstubenlehrer
die Karriereleitern wild hinab.
Jetzt hab ich Fuß!
Jetzt laß ich Leine.
Jetzt will ich,
will ich wieder,
und nochmal.
Jetzt probe ich!
Jetzt kippt die Welt.
Jetzt ist der Donnerstag
ganz still.
Jetzt ist es schön.

#348 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 18.03.2009 16:17 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Bürgerbräu→ Stadt  → Songs

In das Grau der Bauten auf den
Seiten eines weiten Platzes
tragen zwei Reklametafeln
an den Wänden einer weißen
Klinkermauer weiche Töne
mildernd ein.
Menschen geh'n an ihr vorbei.
Bleiben steh'n und seh'n sie an.
Ungewohnt im Straßenbild
sind ihre wilden Leitmotive,
Trübsal und ein Unterton,
mannigfaches Hingeschiebe,
Aufruhr, und dann doch halb Acht.

#349 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 16.03.2009 22:38 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Es→ Zorn  → Songs

Ich weiß nicht, wie du ausgesehen hättest.
Ich seh dich manchmal, fremd bist du.
Das feiste Grinsen tief im Wagen,
der Stolz, die Angst, das Kümmern und
die langen Blicke, kleiner Wicht.
Ich hatte nicht mal einen Namen.
Kein Laut für mich, keiner für dich.
Ich kreise langsam um dich her.
Sie prüfen mich, sie checken Daten,
notieren Werte, messen, testen,
als ob ich die Rakete wär,
mit der der Mars zum Broadway würde.
In meiner Haut zittert die Welt,
in meinen Adern Oxygen.
Ich rolle mich, schnell auf Kommando,
strecke mich, und schließe zu.
Ich beuge mich, bin weich, geschmeidig,
fließe, warte, hoffe, du!
Ich kaufe Tränen für dich ein,
und nie verschmutzte Windeln.
Ich lege meine Hände um das Nest.
Ich tanze deine Spuren, forsche,
und abends, wenn du bei mir bist,
dann lausche ich, ob du mich kennst.
Ich spucke auf die Totengräber,
das Packgesindel, das nur glänzt.
Ich will dein leises Wimmern hören,
und lachen können, wenn du rennst.
Ich weiß nicht, wie dein Auge blickte,
nicht, wie dein Stimmchen klänge,
wie du beißt. Ich kann den Schmerz
in meiner Brust nur ahnen, den da im Kopf,
den hab ich hier. Als Horizont,
als Perihel. Nimm mich nur mit,
ich folge, tanze, wenn du doch sängest,
Halt und Schritt! In deinen Zügen
stirbt sich einsam, in deinem Nichtsein
bist du mir.

#350 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 16.03.2009 21:28 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Reimchen #2→ Worte  → Songs

Kann nicht weg. Will nicht. Liege. Spreize.
Bin nur weich, bin Matsch, bin Korn.
Ein Mutterkorn.
Komm, sei Baby, nimm! Gefährlich!
Wir lachen, ja, wir sind. Was ein Gelichter!
Hab die Schublehre gelegt
an Deines, Maß und Grenze, Eichstrich, Norm.
Tänzer, tanz mich, träume auf!
Hab Leere, habe Achtung,
habe Schwärze, kalte Sonne, Wasserstoff,
und Primula und Nebula,
den Canis und den Major, und die Lens.
Gott, mein kleiner Krieger, oh Melasse,
du Mantisse, du Altschaffer, Impressario am Kap Horn.
Bin ein Eigen, bin mir eigen, bin in mir, bin was, bin, ja!
Taumel! Ah, wenn immer meine Lippe bricht.
Wenn das Flackern einer Kerze wie ein Dolch
vom blanken Arm des Ungeliebten meine Ewigkeit verkürzt -
sterbe, aber wütend bin ich nicht.
Hast du Rosmarin gebracht?
Hast du deine Fahrigkeit gewollt?
Bete, Sünder, keine Allmacht gibt sich hin.
Ostern, Marsch, Geschreibsel, guter Bettelmönch, das Schwein.
Toxisch ist der Outburst, infaust, klinisch dekontaminiert das Amalgam.
Bring mir Brötchen. Kleine Brote. Sei ein Schatz!
Tollpatsch. Dummer.
Wie ich deine zarte Zunge in den Lippen meines Stolzes immer mag.
Schau hinauf, Balkon ist Thron, oben ist die Position.
Nie hast du mir Tränen nah geholt. Ich kotze.
Bleibe treu, dem Moos, auf Gras und Rettich, im Gemüse,
Hahnenfuß, du Greller.
Tadel und Armee und immer graue Nacht!
Erbsen, Ärmster, reimt sich,
Tripel, Treiber, leider nicht.

#351 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 16.03.2009 11:23 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Leichte Depression→ Tod  → Songs

Wenn es regnet, bin ich tot.
Ich liege auf der Straße
und der Dreck der Reifen
von den Wagen
die neben mir fahren
macht mich schmutzig.
Wenn die Sonne brennt, bin ich tot.
Ich liege im Sand
und die Hitze kriecht durch
meine Adern, die Zellen
und jeden Gedanken wie Glas.
Wenn ich in meinem Bett liege, bin ich tot.
Es ist weich, ich hege weiche Gedanken,
weich ist Tapete, das Kissen,
meine Glieder gebettet,
mein Atmen ist einsam und flach.
Wenn du meine Hände fesselst, bin ich tot.
Ich rühre mich nicht, ich schreibe nicht,
meine Lippen versiegelt,
meine Haut ausgeliefert, das Weiße
des Ich-Seins ist dein.
Wenn ich beim Bäcker Brot kaufe, bin ich tot.
Neben mir Menschen, ich will sie ausstechen,
die Erste sein, siegen, das Brot wie ein Kind
in den Armen wiegen, ich laure,
ich renne wie blöde dahin.
Wenn ich weine, bin ich tot.
Ich gehöre niemals nicht her.
Wenn ich warte auf Gesten und Augen, bin ich tot.
Ich zähle die Lücken, die Delta-Umgebung,
das Lemma, die Topoi, die Einsamkeit,
Breitwand und paramount stereo, Dolby,
ich stampfe in Technicolor, kreiße,
mein Kindchen ein Meteor.
Wenn ich schlafe, bin ich tot.
Mein Atem geht langsam. Mein Auge
gebrochen, mein Leib eine Wüste,
mein Furzen ist heimlich,
Sekrete idiosynkratisch,
ein Einsiedler kaufendes
Oligopol.
Wenn ich bin, bin ich tot.
Und schweige.

#352 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 15.03.2009 18:56 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Alltag in der Stadt #24→ Alltag  → Talks

Wenn ich sie ansehe, frißt mich ein kleiner und dummer Neid fast auf. Sie schläft, und eine Sanftheit umgibt ihren Körper, durch die nichts Hartes eindringen zu können scheint. Unschuld liegt wie weißes Licht, aber ohne Leuchtkraft auf ihrer Haut. Hängt als Glanz in ihren Haaren, der an ihr alle Verlogenheit abgestreift hat und direkt einem Werbespot über die neueste Pflegespülung mit Wunderwirkung entnommen sein könnte. Und ruht als Bewegungslosigkeit um die Finger ihrer Hand, die flach neben mir das Kissen gegen die Matratze preßt. Das sieht kraftvoll aus, und Kraft umgibt auch das Bein, das unter der Bettdecke hervor ragt und ihren Körper stabilisiert. Unverletzlichkeit thront über ihrer gesamten Gestalt. Ich dagegen hocke wie eine fluchtbereite Dohle am Bettrand,...
[weiterlesen]

#353 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 15.03.2009 17:42 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Zwischenfall neben der Straße→ Stadt  → Songs

Vom Dach gefallen
alles steht herum
auf Pflaster hin geknallt
ein Ikarus
aus grauem Silikon
taleinwärts geht schon
alles weiter
sucht nach Anschluß
für das Mobilephone
Gesicht weit vor
gestreckt Erwartung
bassbetonte Stimmen
breite Leiber Blick
nervös und Ruf nach
Staat der silbergrünmetallic
quer am Bordstein parkt
absperrt
Funkstrecken zieht
Jungmädchen
schrill betroffen
klammern sich und
weinen ineinander
eng wer sind sie?
hier auf glattem Stein
Absturz wie Heil
sanft war der Flug
zuletzt jedoch
fehlt es an Lob.

#354 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 15.03.2009 10:44 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Alltag in der Stadt #23→ Alltag  → Talks

Das Taschentuch zwischen ihren krummen Fingern tut mir Leid. Mehr als sie, obwohl die paar winzigen Tränen sicherlich echt waren, mit denen sie es getränkt hat, bevor sie ihm nun mit der etwas handfesteren Gewalt ihrer Finger zu Leibe rückt. Eine Strähne dünnen Haares hat sich um die harte Ecke ihrer Stirn herum gestohlen und weht nun vor ihren Augen dahin. Die so tapfer glänzen, als könnten sie es glatt schaffen, alles zurück zu holen, was sie mit ihren Worten mir nur andeutet, was aber in ihrem Kopf so lebendig sein müßte, wie ich hier gerade vor ihr sitze. Obwohl ich mich nicht einmal sehr lebendig fühle. Erinnerungen alter Frauen sind oft gefährlich. Sie zeigen dir, indem sie deren Jugend herauf beschwören, wie dünnhäutig die deine ist. Und sie haben Kraft. Sie...
[weiterlesen]

#355 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 11.03.2009 15:49 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Spaziergang #2→ Stadt  → Songs

Im Kalk der Wand,
der Schein der frühen Sonne trifft
den kalten Wind,
ein klammes Schweigen in der Welt
der Atem, den ich weiß,
konzentriert auf meinen Lippen,
Gehen auf Asphalt,
es rüttelt Kuß der Stiefel mir
das Kinn,
im Warten wieder – Leben!

#356 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 10.03.2009 03:31 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Spaziergang→ Family Days  → Songs

Ich hätte Väter um mich her
die krallten meine Lippen
Erbarmen wollt' ich
wie waren ihre Augen leer
ins Morgengrau hinausgeritten
ich löste ihren Sattelgurt
heissa
kreisten da die Väter wild um mich
im Unterholz zur Ruh'
bis hin zur Rast
ich hätte ausgeteilt das Brot
wir waren Vierzehn mit dem Pferd
im Mondlicht Lächeln
weißer Rahm und Last
Ertrinken fast
wir würden warten auf das Morgenrot
im Kreis der Greise Schoß
ich hätte Anmut
lernte sie
den Vielen hingegeben
schwach
bleich hart und bloß
ich hätte Nachsicht mir verdient
das Ross tanzt im Lindell
wird niemals lahm
ist Eures Ihres Andernleuts
ich hätte Väter wie die Welt
in Müttern mündet Morgengeld
in mir und Meinem niemals mehr.

#357 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 10.03.2009 02:21 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Spaziergang #3→ Heimspiele  → Songs

Der dumme Hund hat sich schon wieder
mit den Vorderpfoten in der Leine
festgerannt. Mit Absicht, wie ich weiß.
Das macht er immer, wenn ich nicht genug
drauf achte, daß er schnüffeln oder
pinkeln oder kacken kann, so viel er will.
Die Sohle meines Schuhs hat einen Knick,
genau unter dem Ballen, wo es weh tut,
und durch den linken Ärmel meines Mantels
zieht es frisch herein und ich bin einsam,
mein Blick reicht heute nicht sehr weit,
und mir ist kalt, ich will nach Haus.

#358 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 09.03.2009 22:51 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Rezept #1→ Nur so  → Songs

Nur in der Ferne bist du nah,
als Möglichkeit real,
dein Schatten hellt mir meinen Tag,
ich lausche, wenn du schweigst.

Nur ohne Zwang bist du hier frei,
als Wandernder im Haus,
dein Weigern gibt mir festen Halt,
ich folge, wenn du weichst.

Nur in der Ohnmacht bist du stark,
als Brechender, der heilt,
dein Trennen bringt mich dir zurück,
ich sinke, wenn du steigst.

Gleitender, beweis Geduld,
ein braches Feld durchzieht kein Pfad,
auf jedem Blatt glänzt Tau,
nur stetig malt der Wiese Mahd
Erinnerung zu Zeit. Schau!
Gründe nur, niemals ist Schuld.

#359 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 09.03.2009 16:49 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Trennung im Regen→ Mäander  → Talks

Mit einem Mal war aus dem sanften Nieselregen ein richtiger, klatschnasser Niederschlag geworden, und sie rannten mit fliegenden Beinen quer über den leeren Parkplatz, um sich neben einem Automaten unter ein kleines Dach zu flüchten, das diesen gegen eben solches Wetter schützen sollte. Ob es viel half, schien zweifelhaft, ihnen jedenfalls bot es ein wenig Trockenheit. Sie schmiegte sich fest an ihn, und er legte sofort bereitwillig seinen Arm um sie. Fast kroch sie unter die kurze Jacke und roch den Duft seines Körpers. Schweiß und nasse Wolle und Reste des Deos, das sie nicht wirklich leiden mochte. Und sie spürte seine Wärme. Der Oberkörper pumpte von der Anstrengung des Laufens heftig auf und ab. Vorsichtig schob sie eine flache Hand unter seinen Pullover und...
[weiterlesen]

#360 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 07.03.2009 18:37 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 
→ Labels

Volltextsuche

Kategorie
Sprache
Label
Titel
Text
Groß/Kleinschreibung
beachten
ignorieren


Labels

Algebra
Avantgarde
Matrix
Permutation
Politik
Reihen
Tries
Canzoni
Anna Dabosh [Englisch+Deutsch]
E.E. Cummings [Englisch+Deutsch]
Edward Lear [Englisch+Deutsch]
Emily Dickinson [Englisch+Deutsch]
Erich Meier [Englisch+Deutsch]
Firebird Landing [Englisch+Deutsch]
Jenny Allen [Englisch+Deutsch]
Schadenfrauleins [Englisch+Deutsch]
Stefan George [Englisch+Deutsch]
Stefan List [Englisch+Deutsch]
William Butler Yeats [Englisch+Deutsch]
William Shakespeare [Englisch+Deutsch]
Fotografie
Ignazio Buttita
Projects
Soaps
Affäre Rosenlicht
Beschäftigung
Blaupause
Fontane
Liebe usw.
Local Hero
Steilküste
Südlicher Regen
Songs
Flowers [Englisch+Deutsch]
Fluß [Englisch+Deutsch]
Herbst [Englisch+Deutsch]
Ich [Englisch+Deutsch]
Initial [Englisch+Deutsch]
Innereien [Englisch+Deutsch]
Katzen [Englisch+Deutsch]
Lago [Englisch+Deutsch]
Love & Affection [Englisch+Deutsch]
Me [Englisch+Deutsch]
Politik [Englisch+Deutsch]
Secrets [Englisch+Deutsch]
Sie [Englisch+Deutsch]
Spitzfindiges [Englisch+Deutsch]
T98 [Englisch+Deutsch]
Tries [Englisch+Deutsch]
Humming [English]
Me [English]
Me & You [English]
Sir [English]
Worte [English]
Abend
Algebra
Alltag
Alltag auf dem Lande
Angst
Arbeiten
Attraktionen
Avantgarde
B02
B03
B07
Bahnhof
Bitten
Dialoge
Draußen
Dunkelheit
Falten
Family Days
Flirts
Fluß
Frühling
Gier
Großstadt
H95
Haiku
Heimspiele
Herbst
Herbstmorgen 2007
Humming
Häuser
Ich
Initial
Innereien
Katzen
Katzencontent
Kind
Kirchen
Kompression
Kurze Gefühle
Küche
Lachen
Lago
Landschaft
Leute
Liebe usw.
Liebhaber et al.
Love & Affection
Lügen
Mannsbilder
Maschineninduziert
Matrix
Me
Me & You
Meer
Minipoem
Moderne Zeiten
Morgen
Mäander
Nacht
Norden
Nur so
Outskirts
paese
Politik
Schlaf
Schuhe
Schuld
Schönheit
SciFi
Secrets
Sehnsucht
Sie
Sommer
Spitzfindiges
Spots
Stadt
Sternenstaub
Süden
T92
T97
T98
Tageszeiten
Tanz
Teaser
Teiche
Tod
Traum
Trennungen
Tries
Ungewisses
Verführung
Verlorenheiten
Versöhnungen
Von Rändern
Wasser
wet
Wetter
Wildes
Winde
Winter
Wolken
Worte
Zorn
Zweifel
Zwischenräume
Talks
Me [Englisch+Deutsch]
Sie [Englisch+Deutsch]
T98 [Englisch+Deutsch]
Initial [English]
Alltag
Alltag auf dem Lande
Attraktionen
B00
B01
B02
B03
Die Wärterin
Falten
Family Days
Flirts
Fluß
G96
Großstadt
H95
Heimspiele
Herbstmorgen 2007
Humming
Katzencontent
Kettle
Kirchen
Klara
Lago
Leben auf dem Lande
Leute
Mannsbilder
Me
Me & You
Meer
Moderne Zeiten
Mäander
Outskirts
Schach
Spitzfindiges
Stadt
Straßen
T97
T98
Tageszeiten
Talltales
Tolchok
Ungewisses
Unterwegs
Wachsende Texte
Wasser
wet
Winter
Worte


songs

Nachbarn
Änderblog (zusammen mit Dirk Schröder)
Jenny Allen - Intermittent Voices
AmarettazuBlaue - Augenblick
Gabriele Brunsch - LadyArts Geschichten
Gabriele Brunsch - Haiku and non-Haiku
Miroslav Dušanić - Miro Leone: Lyrik
Susanne Englmayer - Over the Bones
Frau Musika
Alban Nikolai Herbst - Die Dschungel
Claudia Kilian - Sammelmappe
Claudia Klinger - Digital Diary
Stefan List- Kollaps der Wellenfunktion
Erich Meier - Verdichtetes
Mock Turtle
Alexander Nicolai - chronochrom
Diether Petter - Schreibman's Kultbuch
Anna Rinn-Schad - Schmollfisch
Dirk Schröder - hor.de
Franziska Schröder - Thoitsch
Helmut Schulze - parallalie
Paul Spinger - Lyrik und Germanistik
Zakkinen's Blog
Bjoern Ziegert - Wortgebrauch


Musik
The Corrs - Summerwine
Ani DiFranco - 32 Flavors
Ani DiFranco - Swan Dive
Ani DiFranco - Half Assed
Nancy Griffith - Boots of Spanish Leather
Mazzy Star - Fade Into You
Montana Skies - House of the Rising Sun / Devil went down to GA
Joanna Newsom - Sawdust and Diamonds
Joanna Newsom - Peach, Plum, Pear
Maura O'Connell - Blue Train
Maura O'Connell - Trouble In The Fields
Maura O'Connell - Down By The Salley Gardens
Joan Osborne - Sara Smile
Joan Osborne - Midnight Train To Georgia
Joan Osborne - To Make You Feel My Love
Portishead - Hummiung
Cat Power - Crying, Waiting, Hoping
Cat Power - Love & Communication
Cat Power - Remenber Me
Cat Power - House Of The Rising Sun
REM - Eberybody hurts
Sea Wolf - The Garden That You Planted
Smog - I Feel Like The Mother Of The World
Smog - Rock Bottom Riser
Smog - Dress Sexy At My Funeral


af_newyork

Labels

Rechts werden alle vorkommmenden Labels aufgelistet. Durch Anklicken eines Labels werden nur die ihm zugeordneten Texte angezeigt.

Anzeigemodus

Standard ist nunmehr der Blogmodus, d.h. es werden die neuesten Texten untereinander angezeigt (ggf. in gekürzter Fassung). Mit dem Schalter Anzeigemodus kann zwischen Blog- und Archivmodus umgeschaltet werden.

Compilations

Sind eine Erweiterung des Booklet-Konzeptes. Registrierte Benutzer können beliebig viele Zusammenstellungen von Texten unter beliebigen Titeln anlegen. Diese können auch öffentlich gemacht werden.

Bookmarks

Registrierte Benutzer können sich privaten Lesezeichen einrichten. Diese werden auf der Startseite und den Textseiten angezeigt.

Booklet

Eine der erweiterten Möglichkeiten für registrierte Benutzer ist das Booklet. Dieses ist eine private Auswahl von Texten, die zusammen unter einer von Ihnen bestimmten Überschrift ausgedruckt werden können.
Um einen Text in Ihr Booklet aufzunehmen, klicken Sie beim Betrachten des Textes auf den entsprechenden Schaltknopf.

Registrierung

Um erweiterte Möglichkeiten dieser Website (z.B. das Booklet) zu nutzen, können Sie sich als Benutzer registrieren lassen. Falls Sie das möchten, senden Sie mir eine entsprechende E-Mail mit dem gewünschten Benutzernamen. Das für den Login benötigte Passwort erhalten Sie via E-Mail, sobald ich unter diesem Namen einen Benutzer angelegt habe.

PIN für Kommentare

Um vor den lästigen Spam-Kommentaren zu schützen, erhalten Sie beim Eintreffen auf dieser Seite eine PIN (eine 4-stellige Zahl), die Sie, falls Sie einen Kommentar hinterlassen wollen, eingeben müssen. Die PIN steht rechts oben auf der Startseite.

Volltextsuche

Sie können anhand bestimmter Kriterien nach Einträgen suchen. In Überschriften und Texten kann dabei auf die Groß/Kleinschreibung wahlweise geachtet oder nicht geachtet werden.
Ihre Kriterien werden zusätzlich oberhalb und unterhalb der Texte in lesbarer Form angezeigt.

Kommentieren

Sie können alle Einträge kommentieren. HTML-Code wird zwar gespeichert, jedoch werden die Tag-Klammern in eckige Klammern umgewandelt.
Sie müssen Ihre Kommentare namentlich kennzeichnen, damit diese gespeichert werden. Eine Überprüfung der Namen findet nicht statt.
Was mir nicht gefällt, lösche ich nach Gutdünken!

af_newyork

←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 → p9 of 44    total of 1729 texts

Impressum:

Susanne Sarfatti, Postfach 21 90 35, 33697 Bielefeld Site Release 2.40 © 2007-2010 S.Sarfatti

Hinweis:


Mit Urteil vom 12. Mai 1998 (Az 312 O 85/98) hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines 'Links' die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann, so das Landgericht in seiner Urteilsbegründung, nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Von dieser Seite sind 'Links' zu anderen Seiten im Internet gelegt.

Für all diese 'Links' gilt:

Ich weise darauf hin, dass ich keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der verbundenen Seiten habe. Deshalb distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller verbundenen Seiten. Diese Erklärung gilt für alle auf meinen Webseiten ausgebrachten 'Links' und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die 'Links' führen.