SuMuze

alice
Soaps Canzoni Algebra
Talks Songs
Achten Sie neben den → neuen Texten bitte auch auf die → Neuigkeiten!
Besuchen Sie die → Nachbarn oder hören Sie → Musik, die mir gefällt!
Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
→ Alice oder → Sarah Miles,
→ Light at Two Lights oder → New York
anklicken und Bilder anschauen!
→ Impressum
→ Labels
→ Volltextsuche

←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 → p10 of 44    total of 1729 texts

Gartenlust→ Heimspiele  → Songs

Die Eine pflanzt sich Rosenhecken
und zählt die Stacheln mit Verdruß,
der Andere liebt Rhododendren
und wirft mit Torf nach ihrem Fuß.
Es gibt auch welche, die zieh'n Fuchsien,
die schneiden Flieder, bis er paßt,
tragen die Staudenknollen raus und rein,
und machen Bäumchen winterfest.
Es gibt dieWasserkannenschlepper,
im Schaukelgang ertrinken sie,
damit es blüht bei jedem Wetter,
dem Rasenlängenfetischist
ist nur Gemähtes wohlgeraten,
der schlaue Treibhaustäter schützt
mit Glas das Wachstum der Tomaten,
Es wird gehexelt, kompostiert,
gehackt, gebuddelt, streng verzogen,
geschreddert und kupiert, verziert,
veredelt, aufgepropft, verbogen,
in tiefe Löcher senkt man stumm,
was dann ums Jahr sie zart verläßt, jung
himmelwärts den Sprößling reckt, um
morsche Pfähle eng geschlungen,
damit das schlanke Aufwärts stimmt.
Es gibt die kleinen Steingewächse,
von bunten Hügeln blüht das süß,
es gibt das Unkraut, zäh und tüchtig,
das nie vergeht und höhnisch sprießt.
Es gibt die Reihen mit Kartoffeln,
das Hochbeet, das die Schnecken freut,
die Büsche voll mit süßen Beeren,
die, Schweiß und Arbeit nicht gescheut,
den Weg zur Marmelade finden.
Es gibt das Obst, das hängt am Baum
und wartet auf den Flug der Bienen,
es gibt die Bank, den Gartenzaun,
an dem sich Büsche eng hinziehen,
den freien Platz für einen Grill,
die Lauben für die Sonnentage,
für Reden oder nur für still,
und es gibt kiesbestreute Pfade,
die sich das Gras stets wieder nimmt,
die Pausen und den frühen Abend,
wenn das Genießen erst beginnt.
Es gibt die Kälte und die Hitze
den Frost, den Regen und den Frust,
den Splitter tief im Fleisch, und itzo
gibt's noch die schiere Gartenlust.

#361 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 06.03.2009 15:07 © by SuMuze
→ Navigation1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Sehnsucht im März→ Sehnsucht  → Songs

Ich möchte wieder
warme Sonnenstrahlen
Haut unter Kleidung
glühen
spüren
wie der Frost aus meiner Brust
weicht
keine Träne weine ich ihm
Schoß summt sich dem Sommer
hinterher

#362 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 05.03.2009 13:01 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
So wie es alte Männer machen→ Mannsbilder  → Songs

So wie es alte Männer machen,
mit ihrer Ruhe und Gelassenheit,
(ein junger zeigt dir schnell die Zähne)
die trösten, wenn du weinst, grundlos,
und lügen lieber, als am falschen Ort zu lachen,
(ein junger stellt dich achtlos bloß)
die schauen langsam in den Abend,
(ein junger kämmt sich rasch durchs Haar)
die warten und die schau'n dich an,
(ein junger hat dein Buch verblättert)
die richten wortlos deinen Kragen,
(ein junger fummelt mit den Fingern)
die suchen nach dem Licht, das matt
auf deinen glatten Schenkeln zittert,
(ein junger guckt zum Nebentisch)
die zahlen und die reden und die schweigen,
die stehen auf, wenn du aufstehst,
(ein junger sticht mit seiner Gabel in die Luft)
die fahren große, dunkle, leise Wagen,
die sie dann in die Nacht fort tragen,
(ein junger läßt dich morgens erst allein)
so wie es alte Männer können,
die stumm den Tag in Angriff nehmen,
(nicht wie ein junger, wenn er geht,
noch deinen süßen Namen auf den Lippen)
so wie der Rest im Glas, gleich neben deinem Bett,
wo es am Boden zwischen Hemd und Schuhen steht,
der Rand verklebt, du sahst es dann im Licht,
als deine Fingerkuppen sich an seinen Spuren rieben
(ein junger, der tut anders weh).
So wie es alte Männer machen,
die mischen Tod in alles, was sie lieben.

#363 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 03.03.2009 12:42 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Waldwerden→ Heimspiele  → Songs

Raubwald, im Schwarz erkaltetes
Dickicht, der Blick, verästelt, läßt
sich in die Irre leiten, zweigt
wirr nebensächlich ab.
Taubwald, Lähmung, die als Decke
weichen Schnees wie Winterzeit auf
jeder Form liegt, neigt reglos hin
sich dem Milliardengrab.
Tadelwald, mit Schuldzuschreibung,
frech verfolgt der Dieb sein Opfer,
lästert lauthals, wer noch verschont
sich glaubt, hat schamhaft Furcht.
Radelwald, greift zur Selbsthilfe,
malt sich Speisen in den Boden,
atmet reine Luft zurück, nimmt
Erde Wärme, gibt Notdurft.
Schutzwald, will bleiben, fällt, verbrennt,
weicht, unter seinem Dach versiegt
das Treiben, hungert Höhlenmensch,
den jeder ahnt, nicht kennt.
Trutzwald, starrer Stamm am Ende,
Krachen, Bersten, Dröhnen, Dämme
brechen, Faser stöhnt, Schlamm kriecht in
nasse Fundamente.
Lichtwald, wenn die Bäume liegen,
wenn das Freie Platz sich schuf, Wind
kann wehen, Sonne sengen, Staub
wirbelt als Käferflug.
Nichtwald, Brache, Stoppelanger,
weites Land, Blick quer Feld ein, ist
Einsamkeit in leeren Wüsten,
sinnlos Horizont gedehnt, ist
Unmaß endlich, und - genug.

#364 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 02.03.2009 14:31 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Der Buchstabe→ Worte  → Songs

Der Buchstabe
als er ins Buch kam
erstarrte
Weil er Furcht habe
sagte der Buchstabe
es würde zu eng
in den Zeilen
und zwischen den Seiten
Keine Angst
sagten leise die Deckel
er passe sehr gut
noch hinein
und legten sich
sanft um ihn her
Jemand legte das Buch
in eine Schublade
Der Buchstabe
er war nicht allein
schlief sorgenfrei ein
und das Buch
zur Hand oft genommen
fühlte im Dunkeln
sich auch nicht beklommen.

#365 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 01.03.2009 11:45 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Der Liebhabende→ Liebhaber et al.  → Songs

Der, der dich lieb hat, -
die Lippen sind sein Panzer,
die Brust Geschütz,
sein Bug zeigt sich -
der stellt zur Rede, -
nervöses Trippeln schmaler Finger,
Brüstung engt den Zeugenstand,
Bänke bersten vor Neugier -
der plant die Welt, -
im Spiegel liegt die Pforte,
blutrote Nägel hinter Glas,
Tapetenmuster's Mimikry -
der dir verzeiht,
der seine Stirn dir opfert, -
im Zorn gespreizte Hand,
wie Butzenscheiben groß,
wehrloser Rücken -
der weiß dein Lob,
der dich entwirft, -
Rascheln, Zug ist bei jedem Schritt,
die Dehnung vorn am Schienenbein,
der niemals weiche Knick -
der weiß den Leib, -
aus jedem Auge lächelnd,
um jedes Haar gewunden,
zweifach überall -
der, der dich liebt.
Der hat.

#366 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 28.02.2009 10:23 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Büro #4→ Arbeiten  → Songs

Mein Umstand, ihre Wohlheit,
zur Untat spricht beizeiten
der Amtsbezirk Lebwohl.
Ermittlung gab sich Hände,
rechnet bescheidlos an.
Das sagt: Zurschaustellungsurkunde.
Steh besser still bei Tisch!
Brotlos das Postwertzeichen,
das Kandidaten ißt.
Der Mohrenkopf: geschlachtet,
- der Taliban verliert.

#367 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 26.02.2009 23:45 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Büro #3→ Arbeiten  → Songs

Wir haben jetzt ein silbern schimmerndes Gerät
hier in der kleinen Pausenküche, das macht Kaffee,
das wärmt den Tee, das schäumt die Milch, das läßt die Wangen
weiblich-junger Angestellter glühen, und auch
wie nebenbei das Reden in den Räumen blühen.
Der Tassomat ist sehr patent, er leuchtet hell
mit Reihen roter Lampen, es sei denn, hinten
ist der Stecker nicht hinein gesteckt, dann leuchtet nichts,
der Kaffee schmeckt nicht mehr, der Tee bleibt eisig kalt,
die Milch schäumt nicht, die männlichen Bediensteten sind
sehr bemüht, die Seele der Maschine wieder
zu beleben. Der Lehrling steckt den Stecker rein.
Die Lampen blinken lustig. Man schultert den Verdienst
gemeinsam und mit Stolz. Der Lehrling schweigt.
Der Apparat brummt friedlich vor sich hin.

#368 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 26.02.2009 17:07 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Schlafflucht→ Heimspiele  → Songs

Die Mauersteine dicht am Fenster scheinen heute
dünner, fadenscheinig, eigenartig schwach.
Das Glas der Scheiben biegt sich, wenn die Luft als Wind
dagegen drückt, als gäbe es bald nach.
Die Deckenbalken oben hängen deutlich durch,
wenn ich, auf dem Rücken liegend, an der Wand hoch sehe.
Den Boden zieren Furchen, wie auch den Teppich,
ich spüre es, wenn ich barfuß hinüber gehe.

Das Licht ist matt, mein Schritt klingt dumpf,
das Atmen fällt mir schwer, das Denken auch.
Ich lauf im Kreis herum, ich setz mich hin,
steh auf und liege wieder reglos auf dem Bauch.
Inmitten stummer Bücher tickt meine Uhr voll Hast,
ihr Ziffernblatt aus Porzellan, die Zeiger golden.
Vier schmale Füße spreizen sich, um sie zu tragen,
ich schaue hin und kann darin die Zeit verfolgen.

Auf dem Weg zum Fluß hinunter spielt noch Winter
mit Erde und den Stoppeln und dem Gras.
Im Hof steht jeder Wagen achtlos hingestellt,
das Dach der Scheune schimmert silbrig naß,
fern bleibt mir draußen dieser Abend und das Land,
die Haut auf meinen Armen leuchtet blaß.

Ich streife mit den Fingern über meine Augenlider,
herab zum Kinn und über Lippen hin, zur Stirn dann wieder,
als schliefe ich erst ein, wenn ich sie oft genug berührte.
Mir ist, als wenn der erste Kuß der Nacht mich dann fort führte.

#369 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 24.02.2009 00:04 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Mittagspause ontologisch→ Alltag  → Talks

Im Sinn, sagte er und stieß mir beim Herüberlangen nach dem Zuckerstreuer fast das Glas Orangensaft in den Schoß, im Sinn habe er die kontextfreie Bedeutung. Ich kaute gerade, was mein Säumen beim intelligenten Antworten entschuldigte, und beließ es beim Spielen mit den Augen. Die allerdings immer noch mißtrauisch auf seine Hände schielten. Jetzt schüttete er gerade Massen von Zucker in seinen Cappuccino, als wollte er den Boden der Tasse damit betonieren. Am Nebentisch telefonierte eine junge Dame mit ihrem vermutlich nach dem Telefonat Ex-Lover und ließ nur wenige pikante Details ihrer Gründe für die jähe Trennungsabsicht aus. Was es mir, eingestandenermaßen, sehr schwer machte, mich auf bedeutungsfreie Kontexte oder was er auch immer mit mir bereden wollte,...
[weiterlesen]

#370 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 23.02.2009 17:43 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Regionalzug→ Arbeiten  → Songs

Nimmt mich, birgt mich,
und entführt mich.
Brummend schaukelt er,
schläft, wacht dann wieder auf.
Rollt Welt an mir vorbei.
Sein Halt trägt meine Schenkel,
Anstrengung streichelt mich,
den Rücken und mein Haar.
Hat Wärme für den Leib,
und Vibration genug
wenn ich die Stirn
an seine kalte Grenze lege.
Kennt meinen Traum,
spürt Sehnsucht in mir,
dieselt wissend laut
zu meiner still erweckten Gier.
Ist reine Kraft, Maschine,
Mechanismus und Gestell.
Kriecht träge zwischen Häusern,
rennt schnell auf freiem Feld,
lärmt dunkel unter Brücken,
dröhnt in den Tag hinein,
fährt mich geduldig fort,
fragt mich, wie alle, nie,
ob mir sein Arm gefällt.
Ich kann inmitten müder Gäste
sein starkes Lachen fühlen,
und leise vor mich hin
auch eines sein.

#371 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 23.02.2009 12:38 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
A Stone Only Breaks Once→ Firebird Landing  → Canzoni
a stone
only breaks once

but a heart
is born

to crack
like ice in springtime
under the
slow unflinching sun

heaving its crystal skin
into islands
and continents

splitting apart
in dark veins
of glass

melting, melting
until
the night's steel fingers
glide over the torn edges

smoothing the scars away
solid again
unbroken

until morning
Ein Stein
bricht nur einmal

ein Herz
kommt zur Welt

und zerbricht
wie Eis das im Frühling
wenn
Sonne nicht weicht

kristallene Segel aus Haut
setzt wie Inseln
wie ein Kontinent

das zerfällt
zu dunklen Adern
aus Glas

schmilzt, schmilzt
bis
die stählernen Finger der Nacht
die Fetzen bestreichen am Rand

und die Narben erweichen
fest wieder dann
ganz

bis zum Tag.
#372 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 22.02.2009 23:25 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Muschelspiel→ Mäander  → Songs

Und wieder muß ich warten, spiele mit
den Fingern Abzählreim, Halb Eins,
und Stehn, Halb Zwei, und Setzen, Stehn,
Halb Drei und Schlag, ein Riß, erstarrt, die Kälte
faßt nach Blöße, an der Wand ist Grau,
ein Echo küßt mein Ohr todsanft, statt Wärme
matter Laut, die Spitze einer strengen Nadel
mißt mir knappe Haut penibel, gegen Druck
aus Ewigkeiten wird Moment zum Trost.
Und wieder treibt Beschleunigung den Spieß
der Richtung vorwärts, alle Fehlerspuren
aufgefüllt, das aufgebäumte Seelchen, Muskelspiel,
ein Zittern faßt nach Leib, ist grober Sand
auf einer Rüttelplatte, jedes aufgeregte Korn
springt los, tanzt Zorn zu Folgsamkeit, zur
Widmung ausgestreckter weißer Pracht.
Und wieder schabt das tolle, pralle Tier
die Wolken gegen Horizont, als Sturm
inmitten nackter Äste fegt es kratzend
Töne endlos wunden Schlund hinab,
sein Hunger stöhnt, ein nasses Klammern,
Griff, der Niedergang und trockenes Verzeihn.
Und endlich löst sich Licht in Klang,
die Schwärze kommt als schwerer Mantel,
atemlos, wo Stolpern Schweben wird,
ein Silberstern aus straff gespannter
Klöppelware, löcherig und bleich und zart,
mein Singen, müde Muschel, meint jetzt
mich, ich liege wieder seitlich, einwärts,
Pfade aus Mäandern nach daheim.

#373 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 22.02.2009 22:38 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Vermittlerin→ Liebhaber et al.  → Songs

Laß mich weich sein
weich ist hart
manchmal.

Laß mich flink sein
flink ist lahm
oftmals.

Laß mich stark sein
stark ist schwach
vielleicht.

Laß mich ich sein
ich ist nichts
zumeist.

Ich krieche unter
deine Last.
Ich atme deine
Ungeduld.

Zerteilt
kitte ich uns.
Zertrennt
klebe ich heil.

Dringend,
Notbehelf,
wie rettend
rennt mein Wohltun
gegen deines
an.

#374 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 21.02.2009 23:22 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Mordslürik→ Worte  → Songs

Mörder uns unter
Mangel uns Stand
Breitband voll Gummi
Bargold die Brust
Neine mich niedlich
Nachen zu Lust
Christlich geboren
Chronisch gelobt
Spreizend vergnüglich
Spielend verkannt
Löblich ergötzlich
Liebend ernannt
Einsam gewählt
Endlich gemalt
Oben und Unten
Oftmals vermählt
Allmacht aus Ahnung
Alternd gedacht
Großes Gebündelt
Gutes Dazwischen
Dichtend gelegt.

#375 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 21.02.2009 22:53 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Büroalltag radlerisch→ Arbeiten  → Songs

An jedem Freitag kommt ein blonder junger Mann
mit einer bunten Tasche zu uns seine Radlerschuhe
klappern wie die Hufe eines Pferdes auf den frisch
gewischten Stufen draußen laut im Treppenhaus
was macht daß seine dürre Brust sich hastig hebt-senkt
seine Beine wie ein Käfer schwarz und klamm verhüllt
die nassen Haare stecken matschig unter seinem Helm
er stürzt herein und schwingt uns seine bunte Tasche
seine Finger fahrig schon am Reißverschluß entgegen
kommt mit stets dem gleichen Gruß nicht klopfend
in den Raum den wir zu zweit mit Tischen über Eck
als Zimmer teilen eine junge Flinke und ein wenig lahmer
ich die Flinke macht sich gerade beide lächeln wir
ihm fröhlich zu das hat er gerne meistens lächelt er
zurück nur wenn es Regen hat und Schnee oder er Zoff
mit seiner Freundin deren Bild er uns weil er wohl damals
Liebeskummer hatte mit sich kämpfte schüchtern zeigte
nicht sehr hübsch das täusche meinte er als er sofort
beleidigt spürte daß wir beide seiner Freundin nicht
entgegen lächeln würden käme sie an jedem Freitag
wie ihr Freund auf ihrem Weg quer durch die Stadt zu uns
schon sein Kollege etwas jünger der sein dummes Witzeln
wie das Gestänge eines Protzangebergroßgeländewagens
vor sich her trägt stößt bei mir und der Kollegin nicht auf
große Gegenliebe durch und durch echter Kretin kaum daß er
uns das kleinste Kompliment je machte oder einmal winkte
wie dieser Junge mit der gar nicht hübschen Freundin
der aus seiner bunten Tasche unter launigem Gerede
eine Menge Briefe und auch Päckchen zaubert und dazu
mit leiser Stimme äußert daß ihm auffällt meine Bluse
Klotten Anton Ausverkauf für neunzehn Euro neundunsiebzig
passe wirklich wunderbar genau zu meiner Hose etwas teurer
und dem Haar ich fasse schnell hinein und daß das Lächeln
der Kollegin als er gehen will er schaut von unter unserer Tür
noch kurz zurück und winkt recht leise in die Ferne gehe
warum fragt er fast schon im Flur weil er will es gar nicht wissen
aber schön ist daß er fragt.

#376 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 20.02.2009 16:44 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Verweigerung→ Lago  → Songs

Primo [Vorzeigeversion]

Hand, deine Finger sind zu nah.
Krümel, Mohn, abgstandener Wein, Baguette.
Ich sauge deinen Schweiß aus meinen Träumen.
Weg mit dem Lachen, her mit Stille. Psst!
Vor dem Grab des Echnaton, Amante,
klopften Meißel Steine, Lilien halb im Fluß
versunken. Und der Dogon zweiter Sirius.
Geh Bleibe Bleibe Geh Geh nicht Bleib Komm!
Ich sah zwei graue Augen hinter Glas.
Von ihrem Balkon steif herunter grinste Juliet,
begrub den Stolz der Scaglieris. Gesten.
Brosamen. Gesten nur. Dein Blick schnitt.
Beide Hände um die Knie geschlungen,
doch du willst mehr, willst mehr, und mehr.
Trompeten, Tulpen, Alpenhorn.
Fingernägel tief im Schlamm.
Der alte Pförtner kannte mich,
las nicht weiter, fleckig, braun wie Kot,
gebunden war das Buch, das gute Buch,
er, ein Gott am Tor, betätigte den Schalter,
der den Riegel, der den Weg entblößte, löste,
knurrte, Himmelspforte, Höllenhund,
er nickte und er sah mir nach, er sah mir nach,
sieh mir nach, daß ich her kam, ich höre Schritte nebenan,
Mohn und Baguette, und Wein, stinkender Wein,
stank zum Himmel, der nicht half, kein Flehen,
siehst du meine Hände, meine Knie, kein Flehen
barmt den Himmel. Kalter Wolkenfriedhof. Über mir
digitaler Sendersuchlauf, Handschuhfach, Telepilot,
die Einspritzpumpe hatte Zoff mit Rudolf Diesel, starb.
Verplompte Reiselust. Und Tropenwärme im Bistro-
wagen, einsam saß ein Laptopdiener und Tabellenkalkulator,
um seinen Hals ein weißes Dienerhemd mit Schmutzrand,
widerlich, dennoch weiß, weiß reichte nicht. Nein!
Nicht schwarz, nicht aufgeschoben, hochgeschoben, weggeschoben,
reichte nicht, nicht dir, bahninterne Gründe, und ein
kleiner Junge, Knopf im Ohr, Silos fett im Abendlicht der
Untergang der Doria, der Stolz, das Mobile,
Andrea saß im Luftschiff, Giannozzo hieß er nicht,
nicht sagst du, nicht, Nicht. Nie.
Dich versteh' ich nicht.


Secondo [sieh es von der guten Seite]

Ankunft, Abholen, Lächeln, Umarmung (verlegen), Koffer abgenommen bekommen, Fahrt, Reden (neutral), Schweigen, Hand berührt, Hoffen, Flur, Lächeln, Reden (vorwurfsvoll), Sex (leidlich), Trinken, Essen, Zimmer gezeigt bekommen, Restaurant, Reden (ausschweigend), Trinken (ausschweifend), Taxi, Umarmung (wild), Wohnzimmer, Schweigen, Schlafzimer, Sex (heftig, unklare Erinnerung), zu wenig Schlaf bekommen, Cafè, Espresso (mies), Reden (vorwurfsvoll), Tränen (nutzlos), Stadbummel (unklare Erinnerung), Fahrt, Schweigen, Warten, Reden (neutral), Umarmung (neutral), Kuss (oh), Zug noch bekommen, Ankunft, Taxi, Depression (leicht), Küche (leer), Zimmer (leer), Bett (leer), Aufwachen, Küche (voll), Kaffee, Bier (igitt, dann gut), Blick aus Fenster, Mut bekommen.


Terzo [coming home]

Es ist gutes Wetter. Sonne scheint manchmal. Ruhe herrscht draußen.
Die Gedanken sind frei. Bin entlassen worden.
Habe nicht genügt. Habe nicht gewonnen. Habe verloren. Habe genug. Genug.
Setze den Öffner am Rand der Dose an und schneide langsam kreisend ihren Deckel auf.
Der Hund hechelt. Die Katzen streichen um die Beine.
Es ist ordentliches Wetter. Sonne scheint nicht mehr. Kein Regen. Ruhe ist geblieben.
Rolle mich in eine weiche Decke, schließe die Augen, liege wach.
Denke nicht. Höre nicht. Spreche nicht. Atme kaum.
Das graue Licht des Nachmittags zeichnet ein Muster unter meine Zimmerdecke.
Es sagt mir nichts.


Appendice [sostenuto]

Im Anderen verstehen wir nichts als uns selbst.
Das Stumme macht das Reden stumm.
Bewegungslosigkeit gewinnt auf lange Sicht.

#377 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 18.02.2009 22:04 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Konsumption→ Alltag  → Songs

Verkäuferaugen mustern Käuferseele.
Anbieterfinger bieten eifrig an.
Ich kaufe. Ich bin dumm. Er lacht
sich eins ins Fäustchen. Bonuspunkte,
spricht er lockend. Leistungsprämie.
In seiner schicken Brille, die ihm
nicht steht. Er weiß es nicht.
Kundenfüsse trippeln auf der Strasse.
Menschenmassen laufen. Leben.
Kontostände kollabieren.
Ich packe aus. Ich lache, weil
ich gerne mir was kaufe. Freude.
Regenwald steht an der Tür.

#378 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 18.02.2009 12:57 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Mittagspausenblues→ Alltag  → Talks

Du bist bescheuert, sagt sie, und ihr Tonfall läßt keinerlei Widerspruch zu. Sie liebt es, sich drastisch auszudrücken, vor allem, wenn du mit ihr in einem Bistro sitzt und alle Welt zuhören kann. Zurückhaltend, so glaube ich, hat ihre Stimme noch niemand zu nennen gewagt. Warum rennst du, fragt sie mit eindringlichem Augenaufschlag und gegen mich hin ausgestrecktem Zeigefinger, ihm immer noch hinterher. Fast noch mehr als deutliche Worte liebt sie das anklagende, rhetorische Fragen. Und den Zustand des permanenten Unglücklichseins. Bei anderen, natürlich. Zum Beispiel bei mir. Du läßt dich nur ausnutzen, behauptet sie. Mich als schwaches Opfer zu sehen - das liebt sie von allem am meisten. Ihre Art der Fürsorge, den diversen Unterschieden von Alter und...
[weiterlesen]

#379 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 18.02.2009 12:55 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Vom Briefeschreiben→ Worte  → Songs

Die Wände eines Zimmers sind Papier
aus alter Haut in Sehnsucht neu gebleicht
mit abertausend Krakeln eng beschrieben
zwischen denen Zwietracht herrscht bis hin
zum Zeilenende und dem langen Halt danach.
Die Schritte auf den Dielen sind die Flucht
vor zu viel Worten die aus hellen Lippen
abwärts rieseln wie der Schnee am Morgen
nach einer leise durchgewachten Nacht.
Der Blick hinauf zur Decke fordert
zur erneuten Einkehr in Gedanken
um ein Ahnen aber Wissen sieht er nicht.
Das Lauschen auf die Stimmen ist ein Fluch
im weichen Fließen in den Tag.
Tief im Herzen summt es noch.
Abend ist, und bleibt.

#380 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 17.02.2009 21:29 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Miststück→ Sie  → Songs

Im Januar des Jahres Neunzehnhundert Irgendwas bei Neun
Winterliche Kaltfront über den Azoren.
Sie noch immer nicht geboren, nicht geboren.
lag ein Schimmer in zwei blassen, blauen Augen, fast wie ein Freun,
Das Barometer sprach Pascal und Millibar.
Von Mickey-Mouse geklaute Spangen fest im Haar.
sie übte Laufen in den roten Schuhen ihrer Schwester,
Im kurzen Kleid der Mutter sah sie nur das Kind.
Der Flügel vor der Tür zum Garten klang verstimmt.
schwor in sich Rache für die Schmach der Ohnmacht an Sylvester,
Frühjahrsfluten schwemmten abwärts fette Schlämme.
Starke Sehnsucht, daß der Sommer zu ihr käme.
weiße, dürre Glieder, wie die Scheite für das Feuer quer gekreuzt,
Abends in der Diele vor der Tür zum Arbeitszimmer.
Brav im Takt der Ruhe stummes Greinen statt Gewimmer.
Regenschirme halfen nicht, die Luft war kühl, sie hatte sich geschneuzt.
Der dunkle Fleck wie Wasser, kalter Rücken und auch Zorn.
Aus immer nassen Fenstern fiel ihr Blick halbtags nach vorn.

#381 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 17.02.2009 10:46 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Evolution→ Alltag  → Songs

Zwei Füße treten schwer auf weich nachgebenden Holzuntergrund.
Wind kommt herein durch das nur angelehnte Fenster und den Vorhang.
Auf einem Bord tickt eine Uhr sekundenweise aufgeregt schnell vor sich hin.
Von dunklen Bohlen an der Decke sinkt ihre Schwere langsam nieder.
Die Wände trinken roh verputzt den kalten Rauch von Kerzendochten.
Der Staub der alten Bücher in den Böden der Regale riecht nach Grab.
Die Finger einer Hand reiben mit Vorsicht an der Kante harten Rupfens.
Die matte Lampe in der Ecke neben der Kommode summt Metall.
Das Silber einer langen, dünnen Kette scheuert weich auf Wolle.
Fester Flanell schabt wie ein träger Sommeregen über Strumpf und Haut.
In kurzen Haaren fängt sich die kühle Luft des späten Abends.
Zwei Gläser stehen beieinander, ihre leeren Bäuche klingen hell.
Frisch zerknüllt am Boden breitet Papier sich raschelnd wieder aus.
Stimmen sind im Haus, und Schritte vor den Fenstern und ein Ruf.
Die Federkerne der Matratze stöhnen stark gedämpft unter Gewicht.
Ein Hund hechelt im Schlaf und seine Tatzen scharren hart auf Stein.
Ein Kinn bohrt sich gemächlich in ein aufgebauschtes Kissen.
Der Sauerstoff im Tafelwasser kämpft sich frei.

#382 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 15.02.2009 23:21 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Lupinenfeld→ Heimspiele  → Songs

Ein lichtes Blau
Lupinenfeld
stechende Stengel
Wind aus Nordost
bleischwerer Leib
Geruch nach Erde
Staub und Schimmel
Trockenheit in
Mund und Rachen
Brausen im Ohr
ein Schimmer
Licht in Iris
Schließreflex
ein Nachmittag
dunkel mit Wolken
Worte
Worte und die Hand
Viertakterlärm
und Diesel
aufgespannte Welt
und Gram
ein Sommerhauch
Verlorenheit
und Lob
bin trunken
immer noch
und gern

#383 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 14.02.2009 19:46 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Pale Pacer→ Sie  → Songs

Weißkind, bleiche Wilde,
zärtlich ist dein Zorn.
Scharrst mit den Hacken.
Vorwärts auf der Stirn.
Blick aus der Box des
Seidenglatten, das du haßt.

Ein Spiegel dem Parkett.
Die Glieder blasse Scheite
auf dem Haufen deiner Angst.
Blut kommt als Tod,
die Sichel hoch erhoben,
dumpf, mit weichen Backen,
um die Augen Rot.
Von überall. Kalt ist die Gier
in dir, der Schmutz.
Die Schelle wartet, droht.

Im Sand schon Spuren,
parallaxenfrei zu sehen.
Füße folgsam, Finger,
die nach Zweigen greifen.
Einbalsamierte Niedlichkeit.

Lahmst. Zögerst. Spurst.
Ein Zittern zwischen Haut
geschmiert. Verborgen
ungestillter Durst.
Im grauen Himmel webt
sich Faden dicht an dicht.
Für immer unvertrauter
Käfig deiner Brust.

Und Striemen an den Seiten,
auf dem Rücken.
Gräben zwischen Dickicht
und Beschleunigung.
Ins Vakuum gegossen,
roh herabgerissen, einsam
wartend auf den Takt.
Fremd, fern und unermeßlich
weit die Leere auf der Bahn.
Lackiertes Holz, Fassaden.
Keuchen hell am Nachmittag.

Im Turm kam seine Macht zu dir,
am Ende aller Treppen,
Kohlenfäden in Papier.
Im straffen Gummi
zog sein Kordon beherzte Lücken.
Nur langsam schmerzt nicht mehr
der Winkel, Schenkel
hochgereckt in Luft.

Renn, Läuferin, nun renn!
Laß deinen Atem fliegen!
Hast strafft den Nacken, Strom
aus Muskeln, Sehnen, Horn.
Sei Meute, Rudel, Masse!
Blas auf zur Jagd,
verbeuge dich. Auf Zehn,
auf Eins, auf Knien.
Winzling, nun werde groß!

Im schwarzen Kleid
Preis für den Champion.
Schweiß einer matten Stute
zum Druck der Sattelgurte,
gewöhnt an Trense und Gebiß.
Verschonung ist der Lohn
für jedes Quentchen Zeit.
Die Miniatur hier unten,
Abbild der Proportion,
und Leid.

Start, Kind, Start, Lauf und Ziel!
Kein Stolpern, Stöhnen,
fließend, geschmeidig und grazil,
und in der Sonne sterben,
Beifall für die Lust.
Das Klatschen nasser Hände.
Aufschrei von der Tribüne.
Ein masseloser Stern,
der wimmernd auf die Erde fiel -
bereit.

Streich deine Fingerkuppen
seinen Lippen hin.
Das Daunenlager träumt
sich Punkte für die Flucht.
Halt in der Taillengruft
dem kühlen Horizont die Stirn.

#384 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 13.02.2009 11:38 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Dir und Mir→ Me & You  → Songs

Mittag. Sah dich
unter Leuten
ein paar bei dir
ein paar bei mir
nur so. Ich war
dir einmal nah
es war bei dir
es war bei mir
egal. Ich dacht'
an alles was
mich hin zu dir
dich her zu mir
zog mal. Ich wollt'
daß etwas noch
von mir in dir
von dir in mir
blieb, als ich ging,
bliebst du noch da.

#385 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 09.02.2009 20:40 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
In einem Dorf in den Bergen→ Lago  → Talks

Die Häuser trugen immer noch dieses Stirnrunzeln auf ihren grauen Gesichtern. Das von dem kleinen Zwischengeschoß herrührte, das sich über dem obersten Stockwerk unter das Dach hinein quetschte und dessen nur angedeutete Fenster bloße Luftschlitze waren, die trotz ihrer Kleinheit eben diese heftige Wirkung auf ihre äußere Erscheinung hatten. Auf den Dächern lagen große Steinplatten, was sie stabil, aber auch ein wenig beängstigend aussehen ließ. Zum Glück zeigte der kleine Alimentari viele Farben im einzigen Fenster und vor der Tür, und es gab sogar ein paar neumodische Wagen hier. Nicht viele, bei weitem nicht genug, daß ihr eigener Wagen nicht aufgefallen wäre, als sie gestern Abend eingetroffen war. Was sie mehr als unangenehm berührt hatte. Bruno war aus der Tür...
[weiterlesen]

#386 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 08.02.2009 20:15 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Dear Heart→ Firebird Landing  → Canzoni
dear heart,
were you waiting

for a perfect angle
of sunrise
to melt the snow

was there a bluebird
expected

perhaps a lava flow

or, to be more gentle
a thinning
of the earth's skin
just so

were you hoping for warmth
are you willing
to settle

let's talk
Mein Herz,
hast du gewartet

auf den perfekten Winkel
des Sonnenlichts
den Schnee zu schmelzen

hast du ein Rotkehlchen
erwartet

oder einen Lavastrom

oder, großzügiger noch,
ein sich Dünnen
der Erde Haut
nur so

hofftest du auf Wärme
bist du gewillt
zur Tat

laß uns reden.
#387 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 08.02.2009 12:30 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Unter der Kuppel→ Wildes  → Songs

Das ist wie Eis, das überkocht,
treibt dich voran, heiß, hoch hinauf,
die Schenkel straff,
den Hals gereckt,
der Leib flieht, doch er kann es nicht.

Das ist wie Staub, der dich erstickt,
reißt jede Pore deiner Haut
kristallen scharf
wie Scherben auf,
dein Schrei, dein Wimmern lindert nicht.

Das ist wie Kraft, die dich erdrückt,
eisern um deine Glieder liegt,
als dürres Stroh
auf Holz dich drischt,
du spreizt dich weit, es nützt dir nicht.

Das ist wie Stahl, der dich entzweit,
durch Muskeln, Sehnen, Bänder greift,
Rippen zerteilt
und Lippen spleißt,
du leckst ihn, doch er küßt dich nicht.

Das ist wie Flut, die dich ertränkt,
die naß aus ihrer Quelle springt,
als Wellenkamm
schäumt sie beengt,
und sprengt doch deine Ufer nicht.

Das ist wie Gier, die sich nicht löst,
ein Nichts, das keine Sehnsucht füllt,
Trug nur und Schein,
Grund, der nichts hält,
du willst, willst nicht, sollst doch und wirst.

Das ist wie Leere nach der Welt,
ein ewig bodenloser Blick,
hoch am Trapez,
gedehnter Strick,
von dem du strahlend aus der Wärme fällst.

#388 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 07.02.2009 19:33 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
B-Poem→ Tries  → Songs

Barke
die trägt
Borke
die birgt
Birke
die sprießt
Brache
die liegt
Bleiche
die scheint
Bilge
die fault
Bersten
das dröhnt
Barmen
das lechzt
Bergen
das schützt
Boot
das schwimmt
Brot
das bricht
Brust
die nährt
Blei
das fließt
Blatt
das welkt
Blut
das trinkt
Bund
der gibt
Band
das eint
Brand
der verheert



bedrohlich
begeht sich die Zeit.

#389 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 07.02.2009 19:16 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Fusslob→ Initial  → Songs

Fest ist der Fuß
verankert,
flach
mit seinen Zehen
in der Welt.
Findet den Weg,
im Laufschritt,
steht,
trägt, hält,
ist Fundament.
Flink rennt er
weit,
wie nur
so weit
er kann.

#390 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 07.02.2009 09:51 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Die junge Lyrikerin→ Leute  → Talks

Zu Hugo Raimchen, einem gewitzten alten Lyriker, kam eines Tages ein junges Mädchen. "Herr Raimchen," fragte sie aufgeregt noch unter der Tür, "wie werde ich Lyrikerin?" Hugo bat sie mit einer knappen Geste herein, setzte Teewasser auf und hieß sie schon einmal das Schachbrett bestücken. Er spiele Weiß, belehrte er sie. Sein Königsbauer preschte bereits im Doppelschritt los, bevor er sich richtig niedergelassen hatte. Ihre Hand zögerte noch. "Sie wollen mir damit andeuten, eine Lyrikern müsse Schachspielen können?" fragte sie ihn mit der tastenden Neugier einer Amsel, die einen feinen Zweig aus den Ritzen zwischen alten Mauersteinen heraus fischen möchte. Ihre Lippen glänzten, wie ihre Wangen auch. Die Haare waren etwas strohig und hätten sicherlich schöner...
[weiterlesen]

#391 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 06.02.2009 18:17 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Traum von der Hand→ Traum  → Songs

Ich wäre klein,
kaum größer als
die Fläche einer Hand.
Läge darin,
trüg um den Hals
ein Fingerband,
der Ballen wärmt' den Schoß.
Schwebte,
gehalten falls
mir schwindelte,
und sähe tief hinunter.
Ich wäre eins,
kein Zweifel mehr,
könnt' träge sein, bewegungslos.
Ihr Kitzeln
macht' mich munter.

#392 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 06.02.2009 16:07 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Remis→ Worte  → Songs

Siehst du es Worten an, wer sie ausspricht?
Hörst du's am Klang der Stimme schon,
ob's der, der redet, meint oder auch nicht?
Entzifferst du Bedeutung wie ein Ding?
Baust dir aus Zeichen auf Papier,
das, was dich ganz umschließt, den Weltenring?
Treibst du die Bahn der Laute immer fort?
Bildest dir Wagen für sie ein,
die dich wegfahren, weit von jedem Ort?
Da oben stöbert keiner, da wohnst und werkelst du.
Wirfst Staub auf, doch der legt sich bald wieder hin zur Ruh.

#393 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 05.02.2009 18:45 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Beschäftigung #23→ Beschäftigung  → Soaps

Die kleine Stadt gefiel ihr. Es gab eine Kirche mit einem hohen und eine mit einem weniger hohen Turm. Um die mit dem hohem Turm herum lag ein Platz, den früher sicher große, alte Bäume gesäumt hatten. Diese waren vor kurzem gefällt und durch neue ersetzt worden, die sich hier offenbar erst noch eingewöhnen mußten. Zwischen ihnen parkten jetzt Autos. In einer langen Reihe krummer, niedriger Fachwerkhäuser gab es ein paar kleine Geschäfte, und den Marktplatz ein Stück vor der Kirche umstanden schöne, viel reichhaltiger verzierte Häuser mit gleich zwei Etagen mehr bis hin zu den steilen Dächern. Ein paar hatten noch die alten Fassaden, nur in den Erdgeschossen waren die ehemaligen Wände rücksichtslos heraus gebrochen worden, um modernen Schaufenstern Platz zu schaffen....
[weiterlesen]

#394 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 04.02.2009 20:51 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Ballade für Knöchel, Pumps und Parkhaustreppe→ Arbeiten  → Songs

Schmerz, ach, der wär' nicht schlimm,
wenn er so schlimm nicht wäre!
S'wär nur 'ne leichte Störung, irgend eine
Unpäßlichkeit, ein Reißen
unterhalb der Knie.
Und's geht vorbei, kaum angefangen,
ist alles wieder gut, ja Pustekuchen,
nichts von dem!
S'tut so weh!
S'tut aasig weh! Du wimmerst,
bist gar nicht Mensch, bist ganz
vergessen, ja,
und ganz allein.
Und alle gucken dämlich!
Und keiner kommt herbei!
Oh Schmerz,
du Schwein!

#395 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 04.02.2009 19:58 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Extinction Sanguine→ Spitzfindiges  → Songs

Das ist Musik für Mehrbeinkäfer,
die Poesie der Pseudopodien.
Das klickt, das raschelt und das kratzt.
Das ist das Geld der Schleimhautfüßler,
Liquidität auf Körperringen.
Das schlurft, das windet sich und kriecht.
Das ist die Gnosis der Gehörnten,
Spitzfindigkeit als Form.
Das spießt, das trifft und das durchbohrt.
Das ist Kultur in Krakenhänden,
Vielfalt wird ihr zur Norm.
Das faßt, das streichelt und das wringt.
Das ist der Gott der Schwarmmyriaden,
Logik entspringt ihm im Detail.
Das wuselt, webt und wandert weiter.
Das ist was bleibt,
sind Weichfleischwesen
erst extinct.

#396 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 04.02.2009 14:08 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Dunst #3→ Wolken  → Songs

Dunst. Dunst ist immer gut.
Liegt weich auf kargen Bergen
und hobelt rund die Stadt.
Die vielen Kanten nimmt er,
Linien wie vom Lineal.
Dunst macht sie weich,
das paßt mir jetzt.
Dunst um Gedanken, das ist
besser als zu trennen,
abzugrenzen und zu scheiden,
das lindert, webt, verzeiht,
rollt sich dazwischen, schmiert,
und koppelt alles an sich an.
Dunst, das ist immer gut.
Die Schärfe kostet Kraft.

#397 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 03.02.2009 17:06 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Phosphor→ Family Days  → Songs

Wir liefen durch die Trümmer,
aus dem Himmel kam das Licht,
Staub gab es viel, und Steine,
Eisenstangen staken aus Beton,
ein Wind wehte uns Dreck
direkt in unsere Augen, fror,
man gab uns Mützen für die Haare,
jemand schrie laut am Telefon,
auf allen Scheiben saß der Sand,
der Wagen kam nicht vorwärts,
Durst und Schlaf, am Straßenrand
die ausgebrannten Wracks der Vans,
das GPS log, wie die Kinder,
wie die Karte, wie der Mann dort
im Büro, sein Weinen klang noch
mir im Ohr, ich wollte fort,
wir fuhren dann zum Meer,
es rollte wie vor hundert Jahren
an den Strand, darüber Blau, und
frischer Wind war in den Haaren,
ich spürte Hitze unter mir,
als wollte mich das Land nicht mehr,
es rollten Karren auf den Wegen,
junge Männer und nie Regen,
im Flugzeug war der Schweiß
auf meiner Haut geblieben und
die Angst, weiß nicht wovor,
neben mir glänzten die Flügel,
weiß und silbern wie Phosphor.

#398 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 02.02.2009 21:36 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Beschäftigung #22→ Beschäftigung  → Soaps

Die Wasserfläche sah fast aus wie ein richtiger See. Eine Menge Kiefern standen am Rand herum, manche lehnten sich aufs Wasser hinaus, und darunter gab es weite, blanke Flächen weißen Sandes mit Flecken braungrüner Pflanzen an den Seiten. Von der etwas erhöhten Veranda herab sah das wunderbar aus, nach Einsamkeit und Ruhe und dem wohltuenden Gefühl, nicht mehr zurück zu müssen dahin, wo sie hergekommen war. Sie hielt das runde Geländer mit beiden Händen fest umklammert, als würde ihr das ein ewiges Verweilen hier garantieren können. Unter ihren nackten Fußsohlen ertastete sie jede Unregelmäßigkeit im Holz. Lange, kitzelnde Rillen, die harten Knubbel von Ästen und scharfe Kanten, an denen sie sich vielleicht die Haut aufritzen würde, wenn sie zu hastig darüber hinweg...
[weiterlesen]

#399 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 02.02.2009 01:17 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 → 
→ Labels
Hasenherzen→ Wildes  → Songs

Als Kinder im Granatenwald
hatten wir Gold verloren,
vom Waldrand kam zu uns alsbald
der Kampftrupp der Juroren.

Sein Kriegsgeschrei so lauthals blind
damit wir Flucht ergriffen,
wie Hasenherzen immer sind,
mit Klopfen schnell verpfiffen.

Unter den Eicheln Munition,
unter dem Himmel Schatten,
wir sprangen eilig auf davon,
wovor wir Schrecken hatten.

Weil keine Schuld in uns gelebt,
nahmen wir sie, zur Welt bestrebt.

#400 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 01.02.2009 23:45 © by SuMuze
→ Navigation←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 
→ Labels

Volltextsuche

Kategorie
Sprache
Label
Titel
Text
Groß/Kleinschreibung
beachten
ignorieren


Labels

Algebra
Avantgarde
Matrix
Permutation
Politik
Reihen
Tries
Canzoni
Anna Dabosh [Englisch+Deutsch]
E.E. Cummings [Englisch+Deutsch]
Edward Lear [Englisch+Deutsch]
Emily Dickinson [Englisch+Deutsch]
Erich Meier [Englisch+Deutsch]
Firebird Landing [Englisch+Deutsch]
Jenny Allen [Englisch+Deutsch]
Schadenfrauleins [Englisch+Deutsch]
Stefan George [Englisch+Deutsch]
Stefan List [Englisch+Deutsch]
William Butler Yeats [Englisch+Deutsch]
William Shakespeare [Englisch+Deutsch]
Fotografie
Ignazio Buttita
Projects
Soaps
Affäre Rosenlicht
Beschäftigung
Blaupause
Fontane
Liebe usw.
Local Hero
Steilküste
Südlicher Regen
Songs
Flowers [Englisch+Deutsch]
Fluß [Englisch+Deutsch]
Herbst [Englisch+Deutsch]
Ich [Englisch+Deutsch]
Initial [Englisch+Deutsch]
Innereien [Englisch+Deutsch]
Katzen [Englisch+Deutsch]
Lago [Englisch+Deutsch]
Love & Affection [Englisch+Deutsch]
Me [Englisch+Deutsch]
Politik [Englisch+Deutsch]
Secrets [Englisch+Deutsch]
Sie [Englisch+Deutsch]
Spitzfindiges [Englisch+Deutsch]
T98 [Englisch+Deutsch]
Tries [Englisch+Deutsch]
Humming [English]
Me [English]
Me & You [English]
Sir [English]
Worte [English]
Abend
Algebra
Alltag
Alltag auf dem Lande
Angst
Arbeiten
Attraktionen
Avantgarde
B02
B03
B07
Bahnhof
Bitten
Dialoge
Draußen
Dunkelheit
Falten
Family Days
Flirts
Fluß
Frühling
Gier
Großstadt
H95
Haiku
Heimspiele
Herbst
Herbstmorgen 2007
Humming
Häuser
Ich
Initial
Innereien
Katzen
Katzencontent
Kind
Kirchen
Kompression
Kurze Gefühle
Küche
Lachen
Lago
Landschaft
Leute
Liebe usw.
Liebhaber et al.
Love & Affection
Lügen
Mannsbilder
Maschineninduziert
Matrix
Me
Me & You
Meer
Minipoem
Moderne Zeiten
Morgen
Mäander
Nacht
Norden
Nur so
Outskirts
paese
Politik
Schlaf
Schuhe
Schuld
Schönheit
SciFi
Secrets
Sehnsucht
Sie
Sommer
Spitzfindiges
Spots
Stadt
Sternenstaub
Süden
T92
T97
T98
Tageszeiten
Tanz
Teaser
Teiche
Tod
Traum
Trennungen
Tries
Ungewisses
Verführung
Verlorenheiten
Versöhnungen
Von Rändern
Wasser
wet
Wetter
Wildes
Winde
Winter
Wolken
Worte
Zorn
Zweifel
Zwischenräume
Talks
Me [Englisch+Deutsch]
Sie [Englisch+Deutsch]
T98 [Englisch+Deutsch]
Initial [English]
Alltag
Alltag auf dem Lande
Attraktionen
B00
B01
B02
B03
Die Wärterin
Falten
Family Days
Flirts
Fluß
G96
Großstadt
H95
Heimspiele
Herbstmorgen 2007
Humming
Katzencontent
Kettle
Kirchen
Klara
Lago
Leben auf dem Lande
Leute
Mannsbilder
Me
Me & You
Meer
Moderne Zeiten
Mäander
Outskirts
Schach
Spitzfindiges
Stadt
Straßen
T97
T98
Tageszeiten
Talltales
Tolchok
Ungewisses
Unterwegs
Wachsende Texte
Wasser
wet
Winter
Worte


songs

Nachbarn
Änderblog (zusammen mit Dirk Schröder)
Jenny Allen - Intermittent Voices
AmarettazuBlaue - Augenblick
Gabriele Brunsch - LadyArts Geschichten
Gabriele Brunsch - Haiku and non-Haiku
Miroslav Dušanić - Miro Leone: Lyrik
Susanne Englmayer - Over the Bones
Frau Musika
Alban Nikolai Herbst - Die Dschungel
Claudia Kilian - Sammelmappe
Claudia Klinger - Digital Diary
Stefan List- Kollaps der Wellenfunktion
Erich Meier - Verdichtetes
Mock Turtle
Alexander Nicolai - chronochrom
Diether Petter - Schreibman's Kultbuch
Anna Rinn-Schad - Schmollfisch
Dirk Schröder - hor.de
Franziska Schröder - Thoitsch
Helmut Schulze - parallalie
Paul Spinger - Lyrik und Germanistik
Zakkinen's Blog
Bjoern Ziegert - Wortgebrauch


Musik
The Corrs - Summerwine
Ani DiFranco - 32 Flavors
Ani DiFranco - Swan Dive
Ani DiFranco - Half Assed
Nancy Griffith - Boots of Spanish Leather
Mazzy Star - Fade Into You
Montana Skies - House of the Rising Sun / Devil went down to GA
Joanna Newsom - Sawdust and Diamonds
Joanna Newsom - Peach, Plum, Pear
Maura O'Connell - Blue Train
Maura O'Connell - Trouble In The Fields
Maura O'Connell - Down By The Salley Gardens
Joan Osborne - Sara Smile
Joan Osborne - Midnight Train To Georgia
Joan Osborne - To Make You Feel My Love
Portishead - Hummiung
Cat Power - Crying, Waiting, Hoping
Cat Power - Love & Communication
Cat Power - Remenber Me
Cat Power - House Of The Rising Sun
REM - Eberybody hurts
Sea Wolf - The Garden That You Planted
Smog - I Feel Like The Mother Of The World
Smog - Rock Bottom Riser
Smog - Dress Sexy At My Funeral


af_newyork

Labels

Rechts werden alle vorkommmenden Labels aufgelistet. Durch Anklicken eines Labels werden nur die ihm zugeordneten Texte angezeigt.

Anzeigemodus

Standard ist nunmehr der Blogmodus, d.h. es werden die neuesten Texten untereinander angezeigt (ggf. in gekürzter Fassung). Mit dem Schalter Anzeigemodus kann zwischen Blog- und Archivmodus umgeschaltet werden.

Compilations

Sind eine Erweiterung des Booklet-Konzeptes. Registrierte Benutzer können beliebig viele Zusammenstellungen von Texten unter beliebigen Titeln anlegen. Diese können auch öffentlich gemacht werden.

Bookmarks

Registrierte Benutzer können sich privaten Lesezeichen einrichten. Diese werden auf der Startseite und den Textseiten angezeigt.

Booklet

Eine der erweiterten Möglichkeiten für registrierte Benutzer ist das Booklet. Dieses ist eine private Auswahl von Texten, die zusammen unter einer von Ihnen bestimmten Überschrift ausgedruckt werden können.
Um einen Text in Ihr Booklet aufzunehmen, klicken Sie beim Betrachten des Textes auf den entsprechenden Schaltknopf.

Registrierung

Um erweiterte Möglichkeiten dieser Website (z.B. das Booklet) zu nutzen, können Sie sich als Benutzer registrieren lassen. Falls Sie das möchten, senden Sie mir eine entsprechende E-Mail mit dem gewünschten Benutzernamen. Das für den Login benötigte Passwort erhalten Sie via E-Mail, sobald ich unter diesem Namen einen Benutzer angelegt habe.

PIN für Kommentare

Um vor den lästigen Spam-Kommentaren zu schützen, erhalten Sie beim Eintreffen auf dieser Seite eine PIN (eine 4-stellige Zahl), die Sie, falls Sie einen Kommentar hinterlassen wollen, eingeben müssen. Die PIN steht rechts oben auf der Startseite.

Volltextsuche

Sie können anhand bestimmter Kriterien nach Einträgen suchen. In Überschriften und Texten kann dabei auf die Groß/Kleinschreibung wahlweise geachtet oder nicht geachtet werden.
Ihre Kriterien werden zusätzlich oberhalb und unterhalb der Texte in lesbarer Form angezeigt.

Kommentieren

Sie können alle Einträge kommentieren. HTML-Code wird zwar gespeichert, jedoch werden die Tag-Klammern in eckige Klammern umgewandelt.
Sie müssen Ihre Kommentare namentlich kennzeichnen, damit diese gespeichert werden. Eine Überprüfung der Namen findet nicht statt.
Was mir nicht gefällt, lösche ich nach Gutdünken!

af_newyork

←  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 → p10 of 44    total of 1729 texts

Impressum:

Susanne Sarfatti, Postfach 21 90 35, 33697 Bielefeld Site Release 2.40 © 2007-2010 S.Sarfatti

Hinweis:


Mit Urteil vom 12. Mai 1998 (Az 312 O 85/98) hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines 'Links' die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann, so das Landgericht in seiner Urteilsbegründung, nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Von dieser Seite sind 'Links' zu anderen Seiten im Internet gelegt.

Für all diese 'Links' gilt:

Ich weise darauf hin, dass ich keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der verbundenen Seiten habe. Deshalb distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller verbundenen Seiten. Diese Erklärung gilt für alle auf meinen Webseiten ausgebrachten 'Links' und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die 'Links' führen.