| Haut an Haut | → Von Rändern → Songs | Da wo eng Haut an Haut ist, wo Druck sich Fleisch nimmt, Bach quer durch Feld geht, Tal Berg von Berg trennt, Licht fast wie Grau ist, Schwarz, Rand Punkt wird, schrumpft. Schmiegt es sich an. Der Strahl dem Kreis. Prall ist der, stark, bläht stolz sich auf, ist rund, ist eins. Den hat noch nie, fest, scharf und hart, etwas zerteilt. |  |
| #41 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 15.06.2010 12:25 © by SuMuze
| | Süßer Abend | → Sommer → Songs | 
Der Atem am Abend erreichte uns nicht. Klappe fiel. In den Lippen geboren verstarb rasch das Wort. Nicht ein Laut. Kaum das Rauschen der Brandung, der Stoff dieser Welt. Und ein Knall. Am Strand hin geschoben, ein langes, die Haut übertünchendes Sandkornkalkül. Prile kamen, es ging auch die Tide, der Pegel blieb hoch. Trockenheit. Habe Wind nicht gesehen, nur ein Wolkenband straff. Auf der Zunge zerging mir der Tag. Weil das Wasser nicht kochte, fiel selbst Sonne vorbei. Meine Seele war fern. Woher weiß ich die Zukunft? Sind wir zwei, wäre ganz,... [weiterlesen] | #42 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 14.06.2010 00:10 © by SuMuze
| | Sud | → Süden → Songs | Wir kamen nachts den flachen Weg entlang. Der Kies knirschte wie ein Kumpan mit seinem Lachen schmatzend unter jedem Schritt. Ich schwitzte, die Plastikbügel meiner Flip-Flops scheuerten auf frischem Sonnenbrand, ich warf stolz meine Haare oft zurück, ich spürte Sommer auf der Haut, und Leben. Es roch nach etwas Süßem aus der Dunkelheit. Von irgendwo kam her Musik, Motoren knurrten, Stimmen, Glück und Zögern, Gier und Tanz. In meiner linken Tasche stramm ein Taschentuch. Glanz in den Augen, Atem für die Nacht. Ich strich mit meiner Hand mir auf dem Bauch herum, als wäre der bereits geschwollen. Unter dem Hemd lag meine Brust. Ich war so wie das Holz des Gartentores brüchig, das Gras war feucht, im Haus noch Licht. Ich konnte deine Zähne sehen. Breit. Die Gummisohlen auf dem Marmor der Terrasse, Weinreben im Gesicht, die Zeit hielt an, und in der Schwärze über uns ein Mond, zu sehen oder nicht. Egal. Für uns war alles da, und alles hell und licht. Ich spürte immer deine Lippen wild nach meinen Fingerkuppen schnappen, die Härte jedes Knochens in dir drin. Warum die grauen Bäume meine Tränen eisig von sich wiesen, weiß ich nicht. Warum die Hitze zwischen Steinen meine Stimme stumpf hat werden lassen, blieb mir fremd. Ich atme nur den Dunst von morschen Ästen, Regen, der sich durch schmale Blätter erdwärts zwängt. Die Stille mittags, wenn der Gott selbst lüstern ruht. Ich habe mich nach deinen Blicken hin gesehnt, an deinen Rücken angelehnt, ich war nur wegen dir. Und doch, der Kater schlich zum Abend leise in das Haus. Und Kühle kam, verstohlen ohne Klopfen klamm herein. Ich bin allein. Ich bin erschöpft vom ewigen Vermissen. Ich möchte blauen Himmel küssen, Wolke sein. Und niemals wissen, wie es ist, das Dein zu töten für ein blasses, dürres Mein. | #43 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 10.06.2010 23:59 © by SuMuze
| | House & Acid | → Attraktionen → Songs | Der im Körperflammenfluß das Zeichen an der Wand gesehen hatte, stutzte, kratzte sich im Haar, und schaute sich geschwind im Raum nach bloßen Schultern um. Er hoffte heftig, zwischenzeitlich sei der Schweiß aus seinen Ängsten von der frischen Luft des Abends fortgeblasen worden. Dicht am Eingang stand er still, das Glas in seiner Rechten schwankte leicht, sein Fuß nahm sich des Taktes der Musik zart zitternd an. Sein Auge ruhte auf der Haut der Hand, sein Denken eingekreist davon, nicht zu genau zu wissen, was jene Kapseln, auf dem Gang vor dem WC geschluckt, mit seinen Körperzellen machen würden. Bisher war nur sein Puls rasch flink geworden, jedes Gesicht ihm bleiches Fähnchen schwach im Wind.
Die sich die Kehle frei nicht hatte tanzen können, ihre Fesseln schmerzten schon am frühen Abend, ihre Brust ein leeres Feld, stand lässig neben ihm dahin gelehnt, Entlastung für die Füße, deren Spitzen wippten, angespannte Muskeln, straffes Haar, zurück gesteckte Strähnen, glatte Stirn, dahinter Summen, Stunden, die sich aneinander reihten, Wachsein gegen Schlaf. Dort unter seinen Achseln roch sie ihn, zwischen den dünnen Lippen schmeckte sie, in seinen Augen spürte sie das Ungenügen, heimlich angestaut, das dennoch Druck erzeugte, Ungestüm, ein stummer Schrei nach Einklang mit der Glitzerwand aus Blitzen, Klängen, dumpf bewegter, fremder Masse, aufgezäumt mit Stoff und Leder, grell aus dem Moment geschöpfte Welt der Unersättlichkeit.
Sie rissen an dem Laken. Die Flasche fiel, CD auf endlos eingestellt, ein Blick nach einer Uhr, den eine Hand wie unter Wasser tauchte, in Linien blasses Sehnen, immer wieder Kraft mit Zug vermischt, der Eindruck träger Schwere, dicht der Weichheit angeschmiegt, die beinah Zerrung harter Waden und ein schlimmes Reißen tief im Leib. Sie lachte. Lachen tat auch er. Auf seinem Rücken rollten feuchte Tropfen. Zeitlos, nur die Augen schliefen, alles drehte sich um zwei, drei Finger in den Haaren, sanft ein Kuß, dann knochenhart ein Ellenbogen, Schlüsselbein, vorm Fenster tanzten Zweige durch das Licht, Geräusch, darüber Wolken, bleich und unerbittlich, Helligkeit, zum Tag geworden, auf der stillen Zunge noch ein Rest Erinnerung an Gier nach mehr und jäh dann Schluß. | #44 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 10.06.2010 23:12 © by SuMuze
| | Lorelei begrüßt den Sommer | → Sommer → Songs | Die Junikäfer schwirren aus. Golden ist die Sonne bäuchlings der Beinchen. Die Fühler sind beringt empört gegen Verläßlichkeit.
Der Bodensatz trägt matt Maische zwischen seinen Wellen. Meistens fast wie geliebte, wilde Gärung, des andern Tags verflucht.
Der Knüttel kalter Präzision. Gebündelte Verachtung. Der Lohn des fast sich niemals Biegens. Kaum wie Gehorsam riecht der Schweiß.
Man schwimmt. Man weiß. Auf jeden Dienstag folgt ein frei. Am Ufer Lorelei, die sitzt und putzt recht emsig ihre Felsen. | #45 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 09.06.2010 15:49 © by SuMuze
| | Soll ich | → Draußen → Songs | 


Soll ich folgen? Ich kann spüren, die Linien der Lippen verformen sich unter der Hand.



Ich kann Laute verstehen. Ein Nicken genügte als Zeichen, ich fügte mich ein.
So käme ein jedes dorthin, scheint es mir, wo es läge, gäbe es nur den Zufall und mich.


Soll ich stören? Vielleicht! Auch ich will, was ich soll, also Nein!

Doch, das reichte mir nicht. Ich will mehr. Ich senke die Lider. Meine Wimpern sind schwer.

| #46 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 03.06.2010 23:58 © by SuMuze
| | Ewigkeit #2 | → Verlorenheiten → Songs | 
Da wo Sturm uns duckte, gnadenlose Hand, vor die Retina rückte, was sich gut band.
Akkorde in der Wüste, ein Ton im Sand, wie gerne ich es wüßte, und doch nicht fand.
Licht unter grauen Massen, gequälte Helligkeit was Abertausend hassen, mich hat es fast gefreut.
Im Taumel meines Ego bin ich dem Ziel bereit, mißachte alles Wo, das Wie und welche Zeit.
Ich reibe meine Knie am Laut aus Einsamkeit, es klingt, ich weiß nicht wie, bin zu gescheit.
Es singt in meiner Kehle, aufmüpfig frech und laut. Ich geb' nie zu, was fehle, was erst in mir ganz stimmt.
Ich sagte, stiehl! du stahlst nicht, keiner nahm, nicht einer traute sich her zu holen. Ich streichelte das Licht zum Abend, es lebte in mir alle Zeit.
Der Schmerz unter den Sohlen. Wie schön es wäre, einmal nur ganz tief in dir zu wühlen nach unserer Ewigkeit.

| #47 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 01.06.2010 02:11 © by SuMuze
| | Dienstag Abend gegen Neun | → Alltag → Songs | this site is under deconstruction mein glas ist übrigens leer we strengthen our efforts on account of the truth würde es dir etwas ausmachen neither folks nor people, neither earth nor awe ich hatte gedacht, du würdest nicht mehr on behalf of the lord and in pursuit of the time da schwätzen sie wieder den tag in die nacht I have a dream Yes I have a dream meine augen sind einsame wanderer seitlich am meer it is me who shall conquer, it is you who will die il suo permesso di soggiorno è passato, signori, scusami bitte gehen sie weiter, es gibt nichts zu sehen | #48 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 25.05.2010 21:13 © by SuMuze
| | Speak Paragraphica #2 | → Tries → Algebra | | It is as I feared | | All is going bad | | Earth holds her breath | | I live in anger any day | | I shiver all night long |
Attention!
| #49 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 25.05.2010 14:50 © by SuMuze
| | Klara #1 | → Klara → Talks | Sie heißt Klara. Tut sie nicht, aber was macht das? Sie könnte auch anders heißen. Sie hat dünne, weiße Haare. Die einmal blond hätten sein können, oder brünett, sogar schwarz. Ihre Haut ist faltig und schlaff. Als ich das erste Mal ihre Brüste sah, sie hatte sich naß gemacht und niemand außer mir war da, sie zu waschen, war deren Anblick ein ungeheurer Schock für mich. Ich mußte heulen, während ich sie wusch. Den Lappen mit dem warmen Wasser mehr als reichlich anfeuchtete und ihn dann durch ihre so schrecklich schmale Scham zog und hoffte, nicht zu viel von ihr würde an meinen Fingern kleben bleiben. Sie machte sich starr und schaute über meine Schulter hinweg. Wohin, wußte ich nicht, aber ich hatte meine Vermutungen. Und sie kaum etwas, womit sie glaubte, mir danken... [weiterlesen] | #50 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 17.05.2010 22:28 © by SuMuze
| | Saldo revisited | → Stadt → Songs | Der Wald hat meine Zweifel aufgenommen, dem Laub hat sich mein Allgemeines eingepreßt, ich roch die Nadeln in der Sonne zum Zeitvertreib begrub ich mich.
Dem Strand sind meine Sehnsüchte willkommen, im Sand zeichnet sich aller Welt mein Ich, die Näße habe ich genossen, der trocknen Hitze wilden Stich.
Zwischen den Ritzen alter Steine war ich Mitte, sehr wohl gelitten wie ein sanfter Putz, ich schlief als weißer Staub zart bis zum Mittag, liederlich.
Das Fundament jedwedes Stolz' Gebäudes trug meinen Stempel wie ein Mal, ich trippelte als Ratte frech durch den Kotkanal.
Der, der nur nachäfft, täuscht sich selbst. Bescheidenheit ist schnell zu klein. Ich putze lieber oben scharfe Zinnen. Am Abend passend muß quere Summe immer sein. | #51 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 17.05.2010 21:35 © by SuMuze
| Geld Revision # 2 | → Politik → Songs | Still soll ich stehen, sagt die Stimme. Beweg' dich nicht! befiehlt sie mir.
Wir streiften jetzt die letzten Lasten ab. Die Hemmung vor der Leichtigkeit. Der tote Punkt sei überwunden. Wir hätten alles optimiert. Wir schöben uns die Wolken her, daß sie uns Schatten spendeten, ließen von Sonne Meer verdampfen, damit das Netz mehr Fische fänd'.
Ich solle meine Augenlider senken. Schau tief in dich, erkenne dich!
Aus Kleinstem bloß entstünde Großes, werde es mehrfach aufgetürmt, und hinter jedem Kleinsten käme ein Kleineres, ganz endlos klein. Wir bräuchten noch mehr Kathedralen, wenn Seele einsam schiene, Kanäle seien tiefer auszugraben, meidete Wasser flachen Grund.
Gefühle sollten mich aufwühlen. Lebe Moment, alles ist gut!
Und vor uns läge stets Unendlichkeit, ein Brunnen, unerschöpflich, die ungemünzte Münze Möglichkeit. Wir seien aller Zeiten Gipfel! Uns arbeite das längst Vergangene zu, wir nähmen Zukunft mit ins Boot, schauten uns um nach ersten Lauten, und malten letzte Bilder an die Wand.
Wir aßen Brot an einem kühlen Abend, und einer brach es, einer schrie. Das Tischtuch wurde nicht zerschnitten. Der Hund bekam, was ihm zufiel. Mit nackten Füßen auf der stumpfen Erde. Schon lange ging der Krug. Genug. Wer ist des Mittags fort geritten? Wer sagt dem Schläfer für die Nacht, daß es ihm wieder Morgen werde?
Still soll ich sitzen, sagt die Stimme. Ich sitze still. Es ist vollbracht. | #52 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 17.05.2010 11:19 © by SuMuze
| | Freitag Vormittag im Mai | → Frühling → Songs | Jetzt liegt Sonne in der Straße, Stein macht sich da unten hübsch, schmückt sich mit Menschen, brauner Haut, mit haufenweise weißen, bloßen Knien, Sprachen, in der Luft hängt Honigduft, die Fensterflügel schlagen, auf Dielen spielen schnelle Schritte, Finger tanzen Tastatur. Falls heute einer mit mir schnauzt, kann ich das einmal gut vertragen. Ich zucke mit den Zehen vorn im Schuh, auf kleiner Flamme langsam gar, richtet sich mir Leben fleißig auf. Ich habe Flügel für den Tag mit meinen Lippen aufgespannt, den küße ich, bin froh. | #53 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 14.05.2010 18:37 © by SuMuze
| | Arithmetik zur Landtagswahl NRW 2010 | → Politik → Algebra | Demokratie & Arithmetik zur Landtagswahl NRW 2010 (vorläufiges amtliches Wahlergebnis, Quelle: Innenministerium NRW - 10.05.10 )
| Wahlberechtigte | 13.270.933 | | Abgegebene Stimmen | 7.872.862 | 59,32 % | | | Nicht gewählt haben | 5.398.071 | 40,68 % | | Es haben gewählt: | | | | CDU | 2.681.736 | 20,21 % | | SPD | 2.675.536 | 20,16 % | | Die Grünen | 940.770 | 7,09 % | | FDP | 522.437 | 3,94 % | | Die Linke | 434.846 | 3,28 % | | Die Piraten | 119.581 | 0,90 % | | pro NRW | 106.932 | 0,81 % | | andere | 391.024 | 2,95 % | | | Ein paar Koalitionen: | | | | CDU + SPD | 5.357.272 | 40,37 % | | CDU + Grüne + FDP | 4.144.943 | 31,23 % | | SPD + Grüne + FDP | 4.138.743 | 31,19 % | | SPD + Grüne + Linke | 4.051.152 | 30,53 % |
Etwas moderner Qualitäts-Journalismus: "Mit einem Anteil von 68.57% der abgegebenen Stimmen haben damit 2010 die Nichtwähler in NRW den an den Landtagswahlen teilnehmenden Parteien eine klare Absage erteilt und die Hürde der Zweidrittel-Mehrheit deutlich genommen."
| #54 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 12.05.2010 15:41 © by SuMuze
| The Owl and the Pussycat Revision # 2 | → Edward Lear → Canzoni | 
The Owl and the Pussy-cat went to sea In a beautiful pea green boat, They took some honey, and plenty of money, Wrapped up in a five pound note. The Owl looked up to the stars above, And sang to a small guitar, 'O lovely Pussy! O Pussy my love, What a beautiful Pussy you are, You are, You are! What a beautiful Pussy you are!'
Pussy said to the Owl, 'You elegant fowl! How charmingly sweet you sing! O let us be married! too long we have tarried: But what shall we do for a ring?' They sailed away, for a year and a day, To the land where the Bong-tree grows And there in a wood a Piggy-wig stood With a ring at the end of his nose, His nose, His nose, With a ring at the end of his nose.
'Dear pig, are you willing to sell for one shilling Your ring?' Said the Piggy, 'I will.' So they took it away, and were married next day By the Turkey who lives on the hill. They dined on mince, and slices of quince, Which they ate with a runcible spoon; And hand in hand, on the edge of the sand, They danced by the light of the moon, The moon, The moon, They danced by the light of the moon. | Eule und Katze fuhren zusammen zur See in einem wunderbar erbsengrün Boot, nahmen Honig mit, leise, und Geld, haufenweise, eingeschlagen in einen Zwanziger gut. Die Eule schaute auf zum Sternengetriebe, und sang wie ein Gitarrist, 'Oh liebste Katze! Oh Katze, meine Liebe, was für ein wunderbar Kätzchen du bist, du bist, du bist! Was für ein wunderbar Kätzchen du bist!'
Katze zur Eule: 'Du naßforsche Geile! Wie berückend schön du doch singst! Komm, laß uns heiraten, nicht länger warten, bloß, wo nehmen wir her einen Ring?' Sie fuhren von da, über Tag, über Jahr, ins Land, wo es heißt, daß man Bäume aufblase. Sie trafen im Wald ein Schweinchen schon bald, das trug einen Ring in der Nase. der Nase, der Nase, das trug einen Ring in der Nase.
'Liebes Schwein, gibst du willig für einen Schilling den Ring?' Sagte Schwein: 'Ja, das will ich.' Sie zahlten ihn bar, wurden anderntags Paar, vom Truthahn getraut, hügelaufwärts und billig. Zum Diner Boulette und Schnitzel aus Quitte, aßen mit einem Löffel, das war ungewohnt; und Hand fest in Hand, am Rande vom Strand, tanzten sie dann im Lichtschein vom Mond, vom Mond, vom Mond, tanzten sie dann im Lichtschein vom Mond. |
| #55 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 09.05.2010 22:23 © by SuMuze
| Das kalte Herz #3 Revision # 2 | → Zorn → Songs | Der Eisenfadenflechter hat sich wieder eingestrickt. Er spuckt verrostet Stück für Stück von seinem Wollknäuel ab.
Man faltet ihm die Laken stramm. Er wird jetzt Pensionär.
Neu eingesetzt verwaltet einer Lager, der sieht Mängel nicht im Brunnen eisig kalt, die Kimm ein Strich quer durch sein Okular.
Sie spielen wieder Welt. Man rollt die Ärmel auf, die Schonzeit ist vorbei. Es gilt!
Der Mensch traut dem, der Gott im Schilde führt, der mit dem Mitleid rührt die Sterne an, der sich verschluckt, noch atmet unter Bärenfell, mit Fertigkeit, die Innung aber stiftet dem vollen Saal Musik.
Sorgt man sich nun für den, der in den Kriegen gräbt?
Sein Spaten ist ihm nahtlos aufgepackt, aus grauer Straße bricht sein Lied, nimmt Mauern, weiter geht’s, im Abendlicht wartet verfettet Mutter, still, legt einsam Hand in Hand.
Der Hahn hat nicht gekräht. Die Dohle stahl das Goldstück nicht. Das kalte Herz zerbrach. | #56 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 04.05.2010 08:27 © by SuMuze
| | Das kalte Herz #2 | → Zorn → Songs | Der Stein im Flußbett liegt sehr weich, sein Haupthaar spielt im Wind. Tief in den Boden eingegraben hat sich der, den Eis verließ, er friert. Als Mauerteil reibt einer sich an anderen und murmelt stolz: es hält. Einer rollt donnernd rasch zu Tal, von anderen verstoßen, hoher Mut. Fein säuberlich, die Kanten gut behauen, hat sich ein kleiner eingereiht. Ein großer lastet tonnenschwer auf seinesgleichen, daß er schwebt. Man sägt mit nassen Seilen glatte Blöcke aus Gebirge wie aus Fleisch. Und ohne Licht stirbt jeder, einsam schmilzt das kalte Herz. | #57 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 30.04.2010 23:03 © by SuMuze
| | Frühling allergisch | → Frühling → Songs | Ich atme nur durch Pollenfilter. Sie gaukeln dem Verstand, sie wiesen ab, was meine Zellen zum Bersten reizt. Gebannt sauge ich mir jeden Luftzug ein, die Bronchien angespannt, achte ich scharf auf Hitze, leise Wellen, die zum Bellen eines Husten würden, Brennen, Jucken, Tränen, Schleim, aus allen Winkeln quillt er, trotz aller teuren Pollenfilter. Vor jedem Sommer diese Hürde. Ich bete, daß es Eiszeit werde! | #58 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 30.04.2010 10:35 © by SuMuze
| | Frühling feierabendlich | → Frühling → Songs | Da an der Straße, ich, abends, weil es wird Abend bald, auf Asphalt, hier sind manche, sind viele sogar, denke ich, alle hier, neben Autos, und Sonne, man feiert sich, Kaffee in Pappe, mit Eis, laut wie Tag, von den Augen wird Licht fort gehalten, bis Nacht, dunkel nicht, laut und hell, knapp am Rand, schmale Straßen, ich, Plätze und Rasen, eine Hand auf dem Tisch, und ich hab' noch gesagt, sei so gut, bitte nicht, nicht schon wieder, ich kann das nicht hören, Wort an Wort, an der Kante, mein Glas, ruf den Kellner, die Luft ist so mild, Abend wird’s, keiner war's. | #59 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 28.04.2010 19:48 © by SuMuze
| | Ein Rollstuhl Movie | → Falten → Talks | Es ist ein schöner Tag und ich habe versprochen, meine Frau Geheimrat aus ihrer engen Wohnung abzuholen und ein wenig in die Stadt und auch ins Land hinaus zu kutschieren. Sie ist natürlich in Wirklichkeit weder meine noch jemand anderes noch überhaupt eine Frau Geheimrat, sondern sieht nur wie eine aus. Seit mir diese Worte für sie einmal heraus gerutscht sind, als ich dachte, sie wäre gerade nicht in der Nähe, es aber doch war, verwendet nun auch sie diese Bezeichnung mit einem heimlichen Vergnügen für sich. Die stünde ihr weiß Gott nicht ferner als der Name des Mannes, den sie seit fünfundsechzig Jahren trüge, erklärte sie mir dazu. Statt seiner, so drückte sie sich aus, denn ihn hätten ihr die Russen gleich wieder weggenommen, kaum daß er ihr seinen Namen vermacht... [weiterlesen] | #60 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 28.04.2010 19:21 © by SuMuze
| | Frühling unromantisch | → Frühling → Songs | 
Ich lobe mir das Land unter den Füßen. Ich steche meinen Absatz in sein Fleisch. Ich liege weinend schwach in seinem Staub. Ich gieße meine Säfte auf es aus. Es kreiselt mit mir, schwingt mich weit. Es trägt mir Hoffnung durchs Gebüsch. Es bebt unter der Haut der blassen Finger. Es atmet, wenn mein Atem fehlt. Darüber gleite ich ganz fröhlich hin. Darinnen berge ich mich, meinen Stolz. Dahinter ahne ich das Wunderbare. Deswegen schlafe ich gelassen ein. Der Wind wird meine Augen klären. Das Licht wird meine Adern waschen. Die Leere wird mich stets verführen. Die Dunkelheit ruft mich am Schluß. Wir liegen liebend umeinander. Wir laufen lachend vor uns hin. Wir stapeln Mittel aufeinander. Wir suchen unter Zweigen Schutz. Komm, sagt die Erde auch dem Wurm. Bleib, flüstert Fluß am Ufer sanft. Geh, schreit hoch von oben Wolke. Nimm, ruft jede Pflanze, jedes Blatt. Blau spannt sich auf, und Grau und Silber. Kalt streift die Ewigkeit das Jetzt. Wild schlängeln sich die Tageszeiten. Rasch fliegen Sporen in der Luft. Ich schließe meine Glieder zu. Ich knicke mein Genick. Ich falte meine Augen einwärts. Ich tanze, Motte nur, um Licht.
| #61 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 25.04.2010 15:25 © by SuMuze
| | Glück wegen starker Arme | → Alltag → Songs | Das ist der Bohrhammer, der bohrt sich tief ein in den Stein. Das ist der Arm, seine Sehnen, sie greifen fest zu. Das ist die Schulter, das Lachen der Kraft. Das ist das Gesicht mit den Augen für mich. Das ist der Schweiß auf der Haut, bin ich wild. Das ist der Moment, und ich lache zu laut. Das ist das Tablett, ich stelle es hin. Das ist weil ich weich bin, und gerne dazu. Das ist weil ich hier bin, ich weiß es genau. Das ist jetzt im Leben. Ich bin. Das ist der Moment. Und ich gücklich. Nur so. | #62 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 23.04.2010 18:20 © by SuMuze
| | Befestigen | → Alltag → Songs | Erhaben unterlegt sich meiner Hand die aufgeworfen runde Haut des Materials. Ich bilde. Um meine Stirn ist Ruh. Das Zucken meiner Finger wird ein Formen, Machen, Tun. Gestalt! Ich walte, hiererorts, darnieden. Just ermattet ist Metall, das Starke. Mein Dasein ist mir Trost. Es funktioniert. Ich lache. Bin. Die Schraube steckt im Dübel. Wand hält gut fest. | #63 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 23.04.2010 17:09 © by SuMuze
| | Im wilden Bach | → Attraktionen → Songs | Der Wildbach hat's mir angetan. Wie er aus seiner Quelle dringt. Um Steine sich nicht schert. Das Erdreich schiebt und formt. Er gurgelt, spricht, er fordert. Er bleibt, was er am Anfang ist. Streckt sich für eine Weile aus. Zieht sich zusammen, würgt. Er fesselt seine Kräfte wieder. Biegt sich als nasse Decke. Bohrt in der Tiefe, wühlt. Zupft an den Rändern, zerrt. Windet sich, weißer Schaum. Verflacht, gelassen gleitend. Empört sich, bäumt sich auf. Belächelt seine blanken Ufer. Zerteilt sich, eins trotz Trennung. Findet sich erneut. Stürmt fort. Glänzt eitel in der Sonne. Murmelt im Schatten, schweigt. Trägt alles mit sich, tapfer, stark. Besudelt, was sich ihm verweigert. Faßt nach den Rändern neu und frech. Stürzt sich als Welle über Kanten. Versammelt sich für den Moment. Kocht dann imTrog, ist Möglichkeit. Reißt mit sich und läßt plötzlich los. Ergießt sich zwischen weiche Linien. Bedroht geruhsam Wartendes. Rennt gegen Härte an, als Sieger. Tropft, wo er nicht gewinnt. Erhebt sich wieder, unbeschadet. Kostet laut lachend aus, was er sich nimmt. Schlägt Schneisen in das Weite. Schnöde rast er vor sich hin. Bewundert, wenn er zögert. Gefürchtet, wenn er ausbricht. Ich lasse meine Kiesel rollen, ich bin sein Bett, sein Lauf, sein Ziel. In seinen Wassern ist mir Nahrung, ich unterliege seinem Grund. Der Wildbach malt mir bunte Bilder. Ich wälze mich für ihn im Schlamm. Er hat mein Innerstes geflutet. Nichts in mir hält ihn auf. Der Wildbach hat mich überwältigt. Ich summe, daß er fließen kann. | #64 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 21.04.2010 19:56 © by SuMuze
| | Frühling romantisch | → Frühling → Songs | 
Ich will Romantik diesen Frühling, mit jedem Blatt will ich den Baum, die Äste sollen leise lachen, auf Blütenkelchen weißer Flaum, und alles soll mich fröhlich machen, wild und laut, auch launisch oft. Ich will, daß diese Zeit mich streichelt, das Ich in mir hat sich's erhofft.
Ich suche Weitsicht diesen Frühling, aus jedem Fenster dessen Blick, die Felder sollen offen stehen, nichts hält mein Auge noch zurück, wo warme Winde weit hin wehen, sind die Himmel grenzenlos. Ich will, daß diese Welt mich frei macht, nicht länger bin ich tatenlos.
Ich sehe Aufbruch diesen Frühling, auf jedem Weg und jedem Fluß kann ich in jede Richtung reisen, mein Tatendrang kennt keinen Schluß, laß mich von keinem Ort verweisen, biete keinem Stillstand Platz. Ich will, daß jeder Tag mir schmeichelt, als wäre ich sein schönster Schatz.
Ich will hinein in diesen Frühling, weit hinter die Notwendigkeit.
| #65 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 18.04.2010 16:24 © by SuMuze
| Departure 2am Revision # 5 | → Trennungen → Songs | 
Das Glas, das mich von dir trennt, ist unsichtbar und gut geputzt, ein chemisch physikalisch biologisch sauber konstruiertes Malheur. Aus dem Boden ragen silbern glänzende Streben und tragen zwischen sich die Fenster, hinter denen, weit von mir fort, gelbes Flutlicht ein weißes Vogelgerät erhellt, das dich mir entführt. Ich könnte schreien, was meine Lunge hergibt, mir die Haare raufen, nicht einmal das Telefon, mein Feind, besäße die Kraft, durch die Hochglanzschranke vor mir einzuwirken auf das, was auf dem Rollfeld sich von mir entfernt. Ich bin hilflos, wütend, einsam. Die Frau im blauen Kostüm leiht mir ihr Lächeln. Ich will es nicht, und dennoch sage ich zu ihr 'Danke', weil sie ihn verdient. Ich haße meine Angepaßtheit, aber ich kann niemals heraus. Nicht aus meiner Haut, wie du nicht aus dem Flugzeug. Es ist viel zu groß, es dürfte nie fliegen, keine Eleganz, ein plumper Riese, der die Luft nur stört, das Gemeine von der Erde in die Höhe trägt, dich mit! Gemein, daß du nicht bleibst, daß du die Kraft hast, zu gehen. So, als wäre Trennung nur ein Schritt, ein sich Umdrehen, aus dem Schatten rasch fliehen, wenn es spät wird am Tag. Ich drücke meine Hände gegen das heimliche Glas, das sauber geputzt wird, am Morgen und am Mittag und abends. Ein Irgend Jemand legt seinen Ehrgeiz darein, das Glas vor den Augen verschwinden zu machen. Ich bin so allein. Auch die Frau mit dem Lächeln aus Porzellan ist nicht bei mir, und du sitzt eingesperrt, so wie ich, hinter Glas, Aluminium. Die Motoren dröhnen, Triebwerke, Turbinen. Was hat dich nur von mir getrieben, warum dröhnt es auch in mir, was tun all die Menschen hier bloß für ihr Geld? Ich muß lachen. So schwach wie ich bin, kocht doch Wut in mir hoch. Jetzt grinse ich. Das Glas vor mir fängt alles von mir, nicht ein Bild, nicht ein Ton, dieses Fenster ist magisch, es sperrt mich stumm ein, eine Mumie aus ziellosem Zorn, eingewickelt in den ewigen Lauf dieser Welt. Doch zu laufen, das geht nicht, dieses Glas hält mich auf, während vor mir das Ding, das dich fort nimmt, beschleunigt. Dein Weg in die Nacht, dessen Spur mir entschwindet, meine Finger sind leer.
| #66 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 15.04.2010 19:43 © by SuMuze
| | Schwerfälligkeit | → Avantgarde → Songs | Warum watet'st du nicht auf dem Grunde der Meere, mit der Stirn vor den Wolken und dem Bauch im Gebüsch?
Warum fragtest du nicht, was hier anderes wäre, was dir blieb unbescholten und was jeden Tag frisch?
Warum trautest du nicht dem Versprechen der Leere, dem stets Neuen im Alten, und dem flimmernden Licht?
Warum standest du nicht dicht am Rande der Schwere, die Balance zu halten unter deinem Gewicht?
Warum antwortest du, ohne die Frage zu hören? Warum bist du geblieben, was niemand dir ist?
| #67 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 14.04.2010 19:13 © by SuMuze
| | Menuett für Taliban und Bär | → Politik → Songs | 
Im Ofenrohr saß doch Taliban verdrückte die Semmeln es wurden die Schirme gespannt Mohnblumenblüte bleich wächsern ich kenne die Hast auf Parkett das Zischen der Bronchien die künstliche Lunge holt Luft doch das ist sie nie mehr ein Kind hat sie in sich gesogen ein Spielzeug als Faustpfand rück ließ ich weinte am Morgen for nothing den Sonnenfleck wischte ich weg nur ein Winseln im Garten gab der Hund mir am Abend zuletzt.
Hab Achtung, steh bei mir, Versorgung. Es tanzt stumm wieder Bär ungehetzt.
| #68 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 13.04.2010 01:01 © by SuMuze
| | Ein alter Mann im zweiten Stock | → Falten → Talks | Der alte Mann trägt fast immer nur Braun. Sogar die Kragen seiner weißen Hemden haben mit der Zeit einen bräunlichen Schimmer angenommen. Seine Augen sind braun. Seine Haut ist gebräunt, weil er viel an die Sonne geht. Die Altersflecken auf seinen Handrücken sind braun. Seine Schuhe glänzen frisch gewienert und stets braun. Manchmal fürchte ich, auch sein Geist ist braun. Aber eigentlich glaube ich das doch nicht. Er ist so zart und behutsam. Das würde gar nicht dazu passen, hoffe ich. Er wohnt im zweiten Stock eines einfachen Mietshauses nahe am Stadtkern. Glatte Wände und simple Oberflächen, ein sauberer Verschlag für den Müll an der Seite, rundliche Griffe an den Türen, kleine, viereckige Klingelknöpfe und weiße Plastikbriefkästen im Flur.... [weiterlesen] | #69 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 11.04.2010 19:02 © by SuMuze
| | Der Schallselbstschreiber | → Avantgarde → Songs | Dermaßen still war die Welt. Der Schallselbstschreiber schwieg, dünne Linien auf Ruß. Ein Lied mit Mond und mit Summen.
Lärm stand dann auf der Schwelle. Die Bilder lernten zu rennen, zu lügen, zu wahr zu sein, mehr.
Vertreten Sie sich Ihre Meinung. Wir schreiben sie für Sie hinaus. Enttäuschen Sie nicht Ihre Zeit. Sie braucht Sie. Man rechnet sehr fest mit Gehorsam 2.0.
Schweigen legte sich dann schlafen. Im Klang ausgelöscht, dem hörigen Ohr kongenial angepaßt.
Man bittet das Licht anzulassen! Im Hellen sieht niemand den Stern.
Vor 150 Jahren gelang dem Erfinder Édouard-Léon Scott de Martinville die erste Tonaufnahme der Welt
| #70 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 11.04.2010 15:47 © by SuMuze
| Ich und der Blues Revision # 2 | → Lachen → Songs | ich trug mir den bluhs in der bluhse so bleiern belief sich mein tag seine schuld seine schiefe ich schliefe ihn fort
ich erinnere mühsam erarbeite schaffe erschöpft ist mein liebster der immer nur müde mir mann
ich habe das leere erobert das jenseits des hier seins das dann
ich torkele denke ich alles ich tanze den taumelnden schritt schritte einwärts und auswärts und immer ich habe die kraft ja ich nähme dich ungefragt mit
ich habe den blues in den blue jeans ein bleiern belastendes ding
ich bleibe erwarte ich bin wie die seile am ring
ich umdrehe die achse ich spinne den spin
im innersten in mir rotier' ich der drehung den sinn
ich habe den blues eingeschlungen ich will ihn nicht geben nicht her ich habe nur lässig mit mir drum gerungen der blues ist mir leben und mehr. | #71 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 11.04.2010 10:46 © by SuMuze
| | Steine miteinander | → Fluß → Songs | Ein alter Stein hat sich dem jüngeren erboten, ihm Lagerstatt zu sein. Dem jungen kam das seltsam vor, mit seinen frischen Pfoten hat er dem alten auf dem Rücken rum gepatscht. Dem alten war das angenehm. Der junge lag also bequem. Daß um die beiden Wasser floß, schön weich und ohne Unterlaß, macht diese Szene zur Idylle. Wie er sich bettet, ist dem Menschen Wille. | #72 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 09.04.2010 18:18 © by SuMuze
| | Zwei Brüder | → Attraktionen → Talks | Sieht gut aus, dein Feuer, sagte Kain neidisch zu Abel. Der schielte kurz zur Seite. Dein's ja nicht so. Scheiß Wind, maulte Kain. Abel lachte. Morgen scheint wieder die Sonne. Weiß man's, tat Kain kritisch. Nun bepiß dich nicht, nur weil dein Feuer nicht brennen will. Abel holte weit aus und klopfte Kain gönnerhaft auf die Schulter. Der tat, als gefiele ihm das. Er war ein hübscher Kerl, breite Schultern und ein offenes Lachen, das ihm jetzt allerdings ein wenig aus dem Gesicht gefallen war. Abel dagegen guckte immer leicht verschlagen. Und sein schwärzlicher Bart samt der tiefliegenden Augen machten ihn nicht gerade sympathisch. Wenn Gott zu Besuch kam, hatte er oft Mitleid mit Abel. Was diesen heimlich ärgerte. Viel lieber hätte er es gehabt, wenn die Blicke der... [weiterlesen] | #73 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 09.04.2010 15:25 © by SuMuze
| | The Germans to the Front! | → Avantgarde → Songs | 
Der Leopard übt wieder Panthersprung bis weit hinter die Grenzen der Türkei, wo zwar nicht wilde Völker aufeinander schlagen, doch vorne weg sind wir dabei! Und im Gespräch klingt's gut bekannt: the Germans to the front!
| #74 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 07.04.2010 22:58 © by SuMuze
| | Ein Reisebericht | → Stadt → Songs | Kästen mit Ecken, die Decken verwinkelt, beschränkte Geraden, Arkaden, Balkone, gekrängte Verblender, ist Hals über Kopf, ist das Unterste oberst, ist Nut fest um Feder, jede Kante gefäst.
Mauern gehäufelt, Zeugeisen bewehrt, zerrt an Seilen und Pfeilern, gespannt und armiert, firmiert und verklammert, ist aus Stahl und Beton, ist dem Boden erwachsen, auf Lücke gesetzt, jeder Stein liebt nur sich.
Gesichter geschnitten, inmitten der Lichter die Leiber verzettelt, vereinzelt im Fenster gezeigt, angestrahlt und beleuchtet, ist in Glas und in Sicht, ist dem Augen gefällig, Facetten aus Nichts, sind aus Ritzen gemacht.
Im Traum aufgestanden, verwunden von Nacht, kaum der Stille entkommen, benommen vom Tag, aufgezehrt und verloren, des Atems verlustig, ein Schreck wie ein Ton, ein Geschöpf der Momente, liebt Spalt, Illusion. | Rückkehr in Tangenten, auf dem Strahl, peripher, in den Zirkeln gefangen, ephemer und vibrierend, und frierend und stumm, ist ein Torus um Leere, ist ein Absturz ins All, die Sekunden des Limes, Berührung der Haut.
Kreiseln an Fäden, Schritte im Kreis, Felder aus Resten von Bergen, schneeweiß, ist nicht einsam, ist wellig, in die Helle gebeugt, die die Furchen geruhsam den Füßen anbieten, ist die Zeit ohne Ende, Horizont wird zur Welt.
Auf dem Rücken gelegen, die Zehen gestreckt, in Zentren und Wegen das Sehnen versteckt, ist die Ruhe im Licht, ist die Kraft in den Schatten, die ihr Rand weich verspricht, ist noch einmal erinnert, was sie hatten, was war, dann flimmert der Morgen durch das trockene Haar.
Ist der Blick aus dem Zimmer, nach Innen gewohnt, ist die Rückkehr ins Immer, die das Niemals entthront. Die Zeilen verlaufen wie Regen im Wind. Verschnaufen und Spielen wie ein ewiges Kind. |
| #75 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 07.04.2010 15:17 © by SuMuze
| | Clubbing | → Stadt → Talks | Er hat mich ganz einfach an der Hand dann nach draußen gezogen. Seine Hand war so weich, ihr Griff aber stark. Ich stolperte, zwei Stufen in den Hof steil herunter. Er hielt mich da fest. Das war schön. Er war irgendwann aufgetaucht. Groß und schnell und immer mehr um mich her. Ich hatte die Augen verschlossen, ich fühlte auch so. Manchmal war er direkt hinter mir. Einmal lag seine Hand seitlich auf mir, ich drückte hinein, er hielt gut dagegen. Einmal schob ihn die Menge flach vor mich, wir lächelten beide, sein Blick schien mir sanft. Jetzt trocknet die Nacht meinen Schweiß. Nur ein Körper, ein Ort wilder Muskeln, Gestalt aus dem Off. Ich blinzele, schaue, und warte. Runder Stein liegt nüchtern... [weiterlesen] | #76 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 05.04.2010 22:46 © by SuMuze
| | In einer Stadt | → Stadt → Songs | 
In einer maßlosen Stadt, alles treibt, keine Spitze, kein hinteres Feld. Glatt sich geben, schneller Glanz, Lebenssaft, Leib und Licht, jetzt und stark. Leih auf Absätzen mich, Glieder rund, im Lachen der Türstehermuskeln gesund, komme Händen entgegen, Blicken, Wunsch, Toleranz. Bin Begehren, Genie, bin modern, Dabeisein ist wabernd, ist wunderbar. Hitze, die schmilzt in der Nacht, hingestampft, pinch the dark.
In der Stadt ist die Furcht vor dem Tag, früh am Morgen, der Augenaufschlag, seine Wahl stets allein, seine Kruste gebürstet, Kleidercode. Der Mann wird Substanz in der Menge, sein Rhythmus Magie. Drehe mich. Flackern lebt unter Lidern, die Einsamkeit stört.
Stadt ist Macht. Keine Pause. Schweiß rinnt aus Natur. Ich wende mich um. Spüre Hände, Gewalt. In die Lücken der Masse zwängt Ferne sich ein. Auf rot senkrecht gerasterten Lippen suche ich stumm nach Halt. Wortlos wollen, der Takt preßt das Einzelne fort, mitgemacht.
Stadt. Will die Kälte des Morgens vertauschen. Da ist Strom hinter Glas. Zweifelhaft. Rote Spuren, Geruch. Keine Flucht scheint mir möglich. Hindernis.
Bin entkommen. Das Leder der Sitze liebkost mich zuletzt. Angst der Kehle, der Knöchel zu bleich. Und Sonne, vergeblicher Schluß.
| #77 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 05.04.2010 20:27 © by SuMuze
| | outside | → Fotografie → Canzoni |  | #78 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 03.04.2010 02:13 © by SuMuze
| | inside | → Fotografie → Canzoni |  | #79 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 03.04.2010 02:03 © by SuMuze
| | behind | → Fotografie → Canzoni |  | #80 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 01.04.2010 20:10 © by SuMuze
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