| Beschäftigung #19 | → Beschäftigung → Soaps |
Der Tag schien mit jeder Minute heißer zu werden. Das Licht kam von allen Seiten, wie die fast glühende Luft, gegen die jeder Schritt nur mit heftiger Anstrengung zu gelingen schien. Sie hatte hinten eines der breiten Fenster angekippt und ließ die Tür zum Hof offen stehen, damit die beiden Ventilatoren, die im Café Florian die einzige Belüftung darstellten, etwas mehr Chancen bekamen, ihre Arbeit zu verrichten. Sie selbst tat die ihre mehr automatisch. Unter dem schwarzen Kleidchen fühlte sich ihre Haut an wie hartes Schmirgelpapier. Bei jedem Schritt rieben die Innenseiten ihrer Beine aneinander, als würden sie unter der Hitze aufgedunsen sein wie die dicken Brotlaibe, die vorne im Verkaufsraum nebeneinander in den Regalen auf ihre Käufer warteten. Den paar Alten,... [weiterlesen] |
#441 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 21.12.2008 19:39 © by SuMuze
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| Klanggedicht #4 | → Humming → Songs |
Das Knack-Geräusch in gar nicht geradeaus gefällt mir nicht. Das Krachen in Krawall Krawatte macht mich klein. Das Schlummern in sanft Schlafen Liebes liebe ich. |
#442 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 21.12.2008 14:03 © by SuMuze
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| b dim n rst | → Tries → Songs |
bin dir bist mir bin mir bist dir dir bist dir mir mir bin mir dir dir bist mir dir mir bin dir mir |
#443 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 19.12.2008 21:07 © by SuMuze
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| d ein r s w | → Tries → Songs |
Wir sind nie wie
Nie sind wir wie wir nie sind
Wie sind wir sind wir wie wir nie sind
Sind nie sind wir wie wir sind nie |
#444 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 19.12.2008 20:56 © by SuMuze
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| Wasser #5 | → Wasser → Talks |
Der alte Citroen ragte mit seiner mächtigen Schnauze über zwei andere, weniger imposante Wracks hinweg. Und hatte die Sitzbank vorne noch komplett. Tania brachte eine Decke aus dem Haus mit, um unsere Kleider zu schonen. Oder auch nicht, dann saßen wir in Unterwäsche da und schauten nach Westen. Zwischen zwei hohen Bergen gab es eine breite Lücke, in der um diese Jahreszeit die Sonne unterging. Oft sah das aus, als hätte das letzte Stündlein der Welt geschlagen. Und wenn nicht gerade das der Welt, dann doch zumindest unseres. An Tania war fast alles dunkel, die Haare, die Augen, ihre wilden Klamotten, sogar die Fingernägel und Fußnägel. Nur die Zähne schimmerten unverwüstlich weiß, sehr zu ihrem heimlichen Ärger, wie ich wußte. Aber auch diese noch zu schwärzen traute... [weiterlesen] |
#445 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 19.12.2008 17:50 © by SuMuze
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| Süden wieder | → Süden → Songs |
Hall deiner Schritte mitten wegs hart schrappt dir Sohle Stein Eidechsen huschen in der Sonne Zikaden Grillen unterm Mond Hitze immer wieder Hitze über dir sind Sterne bunt und frech sie warten lauern rufen locken aus jedem Meter Erde zieht es dich nach dir nach was da in dir sei du weißt es nicht du möchtest doch nur Zittern ist dein Sein zu klein kalt dann am Morgen eisig auch wenn grell die erste Sonne erstes Wehen um dich ist immer noch für immer und ein Tag wenn aus dem Schwarz dem Loch dem Nichts du dennoch bist klein weich verloren irgendwie den Hang hinauf lebt wieder Licht und unten so als wäre es für dich für immer ewig wie das Blau das Leuchten Trockenheit die trunken macht und Schweben in den Ästen wie fernes Leben wie es lacht wie jedes deiner Sehnsucht Sehnsucht wie sie will und kann doch nicht die leisen Schritte auf dem Kies das ruhige sich Hinlegen das Plätschern Wasser weiß was immer wird für seine Wellen immer Raum Platz das riecht herb ist Ewigkeit Geruch von Moder Staub und Licht grob auf der nassen Haut auf Sehnen Muskeln Haare die sich kräuseln im Norden lärmt ein Schiff die Flügel tragen Wasser schwillt in dir Verlangen länger unendlich länger mehr viel mehr als du je kannst. |
#446 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 19.12.2008 01:06 © by SuMuze
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| Nebenher | → Outskirts → Songs |
Als Ausgräberdenken angesagt war, dunkle Höhlen heimzusuchen hilfreich, unter Geröll zu wühlen wirksam, hinter die Wand zu blicken vielversprechend.
Als nochmals zu fragen Art der Wahl war, den zweiten Blick zu werfen zählte, genaues Hinsehen hochgehalten wurde, das Nachschaun als das Schlaue galt.
Als das Gehör sehr förderlich war, der Finger unter jede Zeile fühlte, die Nase sich in alles steckte, der Augenschein allein nichts zeigte.
Als zwei Punkte mehr als nur die Strecke band, als mehr als Nebenher das war: Hand in Hand. |
#447 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 18.12.2008 16:20 © by SuMuze
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| Ob sich reimt | → Humming → Songs |
Ob sich wohl aus der knappen Frage, ob sich auf 'ob sich' etwas reimt, etwas, das man gewöhnlich sage, das nicht zu unwahrscheinlich scheint, wenn man ihr nur mit Macht nach ginge, viel mehr als nur ein Reim ergibt, weil Reimen heute nicht viel bringe, es ist nicht mehr so sehr beliebt. Vielmehr gilt's, Form zu sprengen, mit einem Knall, mit dem Florett, weil Formen uns beengen, das Wort will frei sein und nicht nett. Obacht gegeben also jetzt, ob zwar, wenn ich genauer mich besinne, mir jetzt so ist, als wär mir nicht mehr klar die Absicht, die mein Reimen eint, und ob sie nicht verloren ginge, als ob sich 'ob sich' doch schlecht reimt. |
#448 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 17.12.2008 21:51 © by SuMuze
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| Kleines Lob | → Lügen → Songs |
Kaltmond du Seelenquäler Trügerlicht verschaffst dir Arg zerschellst mein Selbst.
Tollhand du Himmelsreißer.
Grob faßt du nach beim Fingerfall im Taumelbett.
Du Klinge wie du mich erregst umkehrst verdrehst schon innen mir im Nacken.
Sturzmund fall in dich ein umgarnt ein Opfer bloß.
Du Lügensand.
Hast unter Daunen Knochen wartest schwillst.
Im Tränenlicht glänzt du mit mir. |
#449 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 17.12.2008 10:38 © by SuMuze
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| Unhumble | → Me & You → Songs |
A plain conclusion strange seduction a simple twist of fate a mere intrusion strong reduction a triggered sight something to be aroused be taken care of get it straight involved and just to die for supposed you can would be what I will want you to donate me and myself but all in all alone |
#450 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 15.12.2008 23:38 © by SuMuze
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| Gebet in C2H5OH | → Teaser → Songs |
Ich bin dem Kater keine Frau, der Katze weder Herr, noch Weib dem Hund, und meiner Stute nicht der Hengst. Sie dulden mich, wie Welt, wie Macht, bin nur ein Sandkorn, keine Düne, nur Tropfen und nicht Gischt. Ich bin dem Nachbarn nicht der Staat, dem Amt nicht die Gemeinde, den Autofahrern nur die Last, Verkäufern nur ein Übel. Der Mond sieht meine Tränen nicht, die Sonne nicht mein Lachen, die Sterne leuchten ohne mich, die Erde dreht sich, wenn ich steh, ich bin nicht einsam, nicht verloren, der Zweifel plagt mich, wie auch dich. Ich bin ins Irgendwo hinein geboren, am Ende habe ich doch mich. |
#451 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 15.12.2008 22:17 © by SuMuze
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| In der Kirche #2 | → Kirchen → Talks |
Er wäre hier der Pastor, sagte der Mann in dem etwas schmuddeligen und nicht allzu gut sitzenden Anzug, und was ich da machte. Es klang, als würde er es selbst kaum glauben, daß er hier der Pastor wäre. Ich setzte mich wieder auf die Stufen, die zu der kleinen Kanzel hoch führten. Er schien mir nicht gefährlich, und auch nicht bibelfest genug, um mich fortzujagen. Dazu bräuchte es an diesem Abend schon einen starken Glauben. Er solle sich doch zu mir hersetzen, sagte ich leise. Er zögerte, zuckte dann die Schultern und setzte sich her. Auch Pastoren haben so ihre Neigungen. Darauf, murmelte er, als er sich neben mich setzte, käme es jetzt wohl auch nicht mehr an. Was denn wäre, fragte ich. Er schüttelte den Kopf. Das würde mich sicherlich nicht interessieren. Also... [weiterlesen] |
#452 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 15.12.2008 20:14 © by SuMuze
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| Fühlen: Rachsucht | → Innereien → Songs |
Das ist nicht Laune Ärger oder Wut kein Zorn nicht nicht Erregung die in meiner Stimme darin wie die Augen blicken wie die Lippen aufeinander stoßen wie die Stirn hart wird und weiß wie meine Finger in den Haaren meine Hand auf meinen Beinen herum fahren wie bei jedem Atemzug mir stark wird Haut mir straff wie sich das Kinn anhebt wie auf den Wangen Feuer glimmt und meine Nase sich zum Schluß scharf rümpft. Mein Blut bleibt dabei kalt. In meiner Kehle stockt kein Laut. In meinem Bauch bewegt sich nichts. Und meine Zunge steht nur wie mein Herz für eine kleine leise Weile einfach still. |
#453 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 15.12.2008 20:13 © by SuMuze
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| Ein Dezembermorgen | → Morgen → Songs |
Das träge Grau aus dem Dezembermorgen läßt deine Augen Diamanten werden, malt deine Lippen wie zwei schlanke Bögen einer Pforte hin zu fernen Bergen, es schimmert auf der Haut wie Sonnenlicht, versteckt in deinen Haaren viel, um das ich ahne, wissen kann ich's nicht, erst wenn ich dir so ganz verfiel, mit meiner Sehnsucht, meiner Angst, damit, zu zart zu sein und doch zu hart. Du kannst nicht stets für mich allein mit deinen Händen meine Glieder halten, ich weiß es, und ich wollte doch, du könntest immer für mich walten, und zögest mich sanft zu dir hoch. | | Die Glätte auf den Straßen wandelt dich in Fracht, die ich mit Umsicht an ihr Ziel begleite, bis mir dein Herz am Ende wieder fröhlich lacht, dann zeig' ich dir, wie sehr mich freute, daß du in mir und um mich warst, heut Nacht, wenn ich kurz halte auf der falschen Seite, mit meinen Finger rasch in deinen Haaren, wenn meine Lippen leicht auf deinen sind, nur noch ein Echo, wie sie vorher waren, zu flüchtig jetzt und zu geschwind. | | Der kalte Morgen macht dein Herz mir warm, legt meine Wange fest auf deine Brust, beschützt mich sicher unter deinem Arm, und rührt erneut an meine Lust, ich spüre, wie ich in dich krieche, als wärst du eine Bettstatt mir, in der ich weich geborgen liege und träume, du wärst immer hier. Der neue Tag macht dich zum Abenteuer und meinen Schweiß zu seinem Ozean, macht meine Gier zu unserm Lagerfeuer, das noch ein wenig weiter glimmt, wenn uns das Licht nun endlich nimmt, was uns die Nacht nicht nahm. | | Du steigst hinein in diese frühe Kühle, vor einem fremden Haus, ich fühle heimlich, was ich in mir fühle, und lasse dich hinaus, ich schau' dir nach, du tauchst in das Gewühle, ich halte es kaum aus, für einen Augenblick, mag sein, guckst du zurück, doch dann bin ich schon losgefahren, nur noch ein Blinzeln für die Zeit, die wir uns nah und einzig waren, als täte nichts davon mir Leid. |
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#454 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 15.12.2008 15:22 © by SuMuze
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| Aus dem Arbeitsleben #1 | → Arbeiten → Songs |
Der Büroleiter rügte seine Untergebene, die dem morgendlichen Anrufer, der sich am späten Vormittag über sie beim Büroleiter beschwerte, nicht freundlich Auskunft darüber gegeben hatte, welche Form der Erziehung sie genossen habe und welche körperlichen und geistigen Eigenschaften aus derselben resultiert hätten, sondern dem Anrufer den wohlmeinenden Ratschlag angedeihen gelassen hatte, seine Äußerungen sich in eine Region seines Körpers hinein zu schieben, deren genauere Nennung für ein berufliches Telefonat ihr nicht opportun erschienen war, was ihr später aber, nach der durch den Büroleiter erfolgten Ermahnung, dann doch als durchaus angebracht gewesen zu sein erschien, was wiederum ihr einen heftigen emotionalen Anstoß gab, in dessen Folge sie der Rüge des Büroleiters lautstark und in seiner nach der Rüge noch andauernden Anwesenheit sowie in Gegenwart verschiedener Mitarbeiter eine ähnliche Endlagerung wünschte.
Das tut ihr jetzt sehr Leid. |
#455 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 12.12.2008 14:55 © by SuMuze
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| Spa then | → Spots → Songs |
Im Blut einer Stadt rollt sich Trost erst am Abend kein Mut brannte mehr |
#456 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 12.12.2008 00:57 © by SuMuze
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| Dem kindlichen Meer | → Meer → Songs |
Sie zahlen Sternentaler für mein Kleid aus Daunen, die ich fing als Kind, das fegte Wasser durch die Werkstatt, tief gebückt, ob niemand sah, wenn seine Tränen Reisig zünden, barfuß viel bequemer als in Glas. Sie wollen wölfisch sein, ihr Flunkern sei ein Grollen, dem ich weiche, Seide ist mir lieber, Wolle nahm den grausen Dreck vom Bischof, nur der springt zur Seite weg und dennoch munter vor. Sie gießen Öl in meine Wunden, daß ich sanfter brenne, tief im Wald und hintendrein. Sie sprechen, Fische schweigen, unter der Schürze ist ein Meer. |
#457 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 11.12.2008 22:32 © by SuMuze
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| Alltag auf dem Lande #5 | → Alltag auf dem Lande → Talks |
Was die Einrichtung des neuen Diners an der Hauptstraße am Rande unseres kleinen Städtchens angeht, so haben die dafür Verantwortlichen sich offenbar nicht recht entscheiden können, ob sie nun einem klassischen Diner an der Route 66 aus den 50ern nacheifern wollten oder einem Hamburger Stand aus den späten 90ern. Oder ob nicht doch auch ein wenig Bistro-Atmosphäre aus den 80ern hinein gemischt werden müsste, zusammen mit einigen Accessoires, die einer Fischerkneipe auf Key Largo während der Prohibition oder dem Tearoom eines Flugfeldes der Royal Air Force während des Blitz gut angestanden hätten. Am Ende überwog dann jedoch die Ästhetik eines Drive-in des frühen 21.Jahrhunderts, nur daß du aus dem Auto klettern und in den Gastraum gehen mußt, wenn du hier etwas... [weiterlesen] |
#458 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 11.12.2008 22:28 © by SuMuze
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| Leere Linie | → Sie → Songs |
Mit der Hand über den Tasten dem Papier es schwebt dir davon flüchtig nur Leere leise zarte lange kalte Leere.
Warum hörst du nicht?
Ich spüre deine Finger deine Wut das Zittern weil Innen etwas ist es soll heraus und hinein in das Blau des Tages laut und...
Warm war es und Licht aber die Linien leer. |
#459 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 10.12.2008 19:01 © by SuMuze
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| Übernacht | → Leute → Songs |
Übernacht und müde weich ein perlengrauer Fingernagel matt das Lispeln auf den Lippen zart in sich zu sehen Sanftmut Licht.
Zu Butterdosen, Brotaufstrich kaum Wind, nicht Sonne, Wolkendecke fremdes Knarren ferner Türen kalt das dunkel ausgekachelt hohe Bad ein Zögern schnelle Reue hinterm Spiegel, Trotz und stumm ein Blick auf Leben an der Straße frage mich und finde nichts in rundem Fleisch an langen Knochen Schönheit unter Halogen.
Zwei weiße Füße Lachen glatt und auch die Augen: wissen langsam ich muß gehen. |
#460 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 10.12.2008 13:53 © by SuMuze
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| Klanggedicht #3 | → Humming → Songs |
fragt - sagt trägt - fällt hört - schwört sieht - steht geht - kommt ist - wird hat - soll kann - muß träumt - wartet schweigt: nur Laut und Klang - einander. |
#461 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 08.12.2008 22:18 © by SuMuze
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| Schönheit | → Mannsbilder → Talks |
Er sieht gut aus und weiß das. Und er zeigt, daß er es weiß, und daß er nicht verstecken muß, es zu wissen. Wenn er lacht, lachst du mit, du hast keine Wahl. Wenn er ernst wird, räusperst du dich in Gedanken und beugst dich vor und ziehst dir den Rock gerade. Und dann lacht er dich plötzlich an und du fühlst dich veralbert und wirst für eine winzige Sekunde ärgerlich, aber die Sekunden verschwinden, als hätte es sie nie gegeben, und dann beugt er sich zu dir vor und läßt seine Augen über deinen Rocksaum huschen und du wünscht dir, daß der für ein Mal gerade wäre. Aber schon im gleichen Moment denkst du, daß es darauf doch wohl absolut nicht ankäme, und sein Blick ist genau dann wieder an dir hoch gekommen und trifft deinen und sagt dir das, was du auch denkst. Daß du... [weiterlesen] |
#462 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 07.12.2008 23:36 © by SuMuze
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| Wenn ich will | → Ich → Songs |
Lärm ohne Pausen ist Stille, Tag ohne Nacht Ewigkeit, ohne Gehorsam kein Wille, ohne die Enge nichts weit.
Form ohne Rand fehlte Mitte, Berg ohne Gipfel der Fuß, Kein Fordern ohne die Bitte, Kein Dürfen ohne das Muß.
Im Fehlen erst zeigt sich die Kunst, Weiß ohne Schwarz wäre Grau, der Hass ohne Liebe nur Gunst, kalt ohne warm wäre lau.
Gehst du, bist du mir näher, kommst du, dann bin ich allein. Ich bin, bin nicht, bin doch schon wieder, war, werde, war nie, werde sein.
Im eiligen Trab steh ich still, bin atemlos starr, mir ist wunderbar, wenn ich will, wenn ich will, wenn ich will! |
#463 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 07.12.2008 16:30 © by SuMuze
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| Fremd | → Trennungen → Songs |
Ich fragte, ob ich bleiben dürfe. Du mußt jetzt gehen, sagte er. Ich sagte, daß ich gehen würde. Du sollst noch bleiben, bat er mich. Ich blieb, er schwieg mit mir. Du bist so still, bemerkte er. Ich schwieg, er hat mich gehen lassen. Du kommst nicht wieder, wußte er. Ich sah ihn jüngst, er war mir fremd. |
#464 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 07.12.2008 16:29 © by SuMuze
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| Vorstadtblues | → Stadt → Songs |
Ich fahre die Straßen der Vorstädte, biege in Wege und Sackgassen ein. Ich zähle, was keiner gezählt hätte, sollte das Ununterscheidbare, wie das alleine nur Greifbare, zählbar nur als sich Vereinzeltes sein.
Ich suche die Schatten der Hauswände, lege die Augen auf Pflaster und Stein. Ich verfolge das Licht bis zum Ende, bis mir alles Erleuchtete scheint, wie zu fest mit dem Schatten vereint, hell nur als Helles im Hellen allein.
Früh morgens ist alles noch flau, das Licht ist wie Zufall nur da, am Horizont immer noch Grau, Tag macht die Nacht endlich wahr. |
#465 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 06.12.2008 16:52 © by SuMuze
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| Beschäftigung #18 | → Beschäftigung → Soaps |
Die blauen Augen, die ihr dabei zuschauten, wie sie die Folgen des Regengusses auf ihrem Kopf hektisch zu beseitigen versuchte, guckten nicht nur sorgenvoll. Im Moment aber war ihr das gleichgültig. Ihre Haare sahen aus wie das Fell eines Straßenköters, der drei Tage lang im Wasser gelegen hatte, und rund um ihre Augen schien der Inhalt eines ganzen Tuschkastens ausgelaufen zu sein. Auch ihre Nasenspitze glänzte natürlich wieder einmal, vor Zorn oder einfach nur so. Zum Glück hatte sie ihr Kleid und die Schuhe in eine Plastiktüte gestopft, bevor sie los geradelt war, und sich nur den kurzen Anorak über die Jeans gezogen. Beide hingen jetzt wie eine ausgepumpte Wasserleiche über einer Stuhllehne am Fenster. Bruno, der nervös in der kleinen Werkstatt seiner Galerie... [weiterlesen] |
#466 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 06.12.2008 16:36 © by SuMuze
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| Gedicht #21 | → Worte → Songs |
zwei einsamkeit zweifel gemach katastrophen vereinfacht das alltags nur weiter nur leben bemüßigt barfüßig voran sich zu schleppen trotz aufrecht doch stolz weil schon bald aufgegeben genügend gewandert vorbei unter blick nach den seiten am ende gib auf |
#467 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 05.12.2008 19:57 © by SuMuze
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| Mittelklasse | → Großstadt → Songs |
Der kleine Junge lehnt am Auto, wo sein Rad den Lack verkratzte, jeder kann es deutlich sehen, wie er schuldig nur mit Spucke seine Untat hat versucht weg zu polieren. Neben ihm steht still ein Kind, ein Mädchen, schaut ihm zu, die großen Augen, kleiner Mund, die Haare fliegen lang und wild. Und ein paar Meter weiter warten Jungs mit ihren Rädern, Schadenfreude, Angst in aufgeregten Gesten, in den Worten, die sie rufen, zu dem Jungen, dessen Schmieren nur den Makel vor ihm mehrt. | Zwei Mütter schieben Babies, aufgebahrt in Technikwunder, durch die Sonne, Luft, vorbei an Junge, Mädchen, Fahrzeug, tasten flink mit hellen Augen dunkle Haut, die weißen Hälse drehen sich den Babies und einander emsig redend wieder zu. Ein Mann bleibt stehen, lacht, geht weiter, und der Junge faßt sich Mut, er nimmt sein Rad, das Mädchen folgt ihm, rasch zusammen fliehen, und ich schaue, nur ein winzig kleiner Kratzer auf dem Blech der Mittelklasse blieb als Zeichen noch zurück. |
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#468 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 05.12.2008 19:53 © by SuMuze
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| Advent im 2.Stock | → Politik → Songs |
Welt schlurft weiter, nichts wird gerächt. Wetter bleibt heiter, Luftwerte schlecht, Erwartungshorizont verhangen. Bangen Herzens grüßten sich, die nächst dir wohnen. Wüßten, sagen aber nicht. Nicht dir und deinem Angesicht. |
#469 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 04.12.2008 22:49 © by SuMuze
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| Frühabendliche Unbill | → Abend → Songs |
An einem eisig kalten Nachmittag, vom Tag noch etwas Licht weit hinten hinter Bäumen lag, war mir, als käme mir zu dicht, was mich betrübt. Was ich nicht mag. Wär' lieber froh, trauerte nicht, weil Trauer mir den Tag verdarb, von dem noch Rest von Tageslicht, wie schon gesagt, da hinten in den Bäumen lag, schwach und verzagt, was ebenfalls ich gar nicht mag. |
#470 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 03.12.2008 19:56 © by SuMuze
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| He Wishes For The Clothes Of Heaven | → William Butler Yeats → Canzoni |
Had I the heavens' embroidered cloths, Enwrought with golden and silver light, The blue and the dim and the dark cloths Of night and light and the half-light, I would spread the cloths under your feet: But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet; Tread softly because you tread on my dreams. | Hätte ich des Himmels besticktes Tuch, hineingewebt golden silbernes Licht, das blaue, das graue und das dunkle Tuch aus Nacht und Licht und schwindendem Licht, ich legte das Tuch dir unter den Fuß: doch ich, da arm, habe nur meinen Traum; Ich legte den Traum dir unter den Fuß; Tritt zart, denn schau, du betrittst meinen Traum. |
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#471 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 03.12.2008 19:25 © by SuMuze
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| Früher Morgen | → Mannsbilder → Talks |
Er nannte sich Janni. Oder Jannis, genau hatte sie das nicht mitbekommen und es spielte auch nicht eine solch große Rolle, daß sie geglaubt hätte, nochmals nachfragen zu müssen. Auf Janni reagierte er, und das reichte ihr. Er war klein, beim Tanzen hatte sie fast über seinen Scheitel hinweg schauen und die Stellen ahnen können, wo seine Haare das Wachstum in letzter Zeit eingestellt hatten. Aber er tanzte weich und gut, so daß sie an anderes als an seinen Haarverfall hatte denken können, ohne sich allzu sehr dabei anzustrengen. Jetzt war er wieder so weich wie auf der Tanzfläche, lag neben ihr und schaute auf das Licht, das irgendeine Reklametafel ins Zimmer hinein warf. Gegen das glatte Holz der Schränke an der Innenwand des Zimmers, dessen Maserung dabei immer neue... [weiterlesen] |
#472 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 02.12.2008 16:45 © by SuMuze
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| Zero Testified | → Avantgarde → Songs |
| Tagesschuld ist Tränenspur aus Minze ist Turbulenz am Firmament ist Sündenfall im Traubenmost ein Brosam Ungemach ist Fehlerfall für Automaten Reifegrad geprüft bis Null. | |
| In der mimischen Vorwegnahme äußersten Mitleids entfaltet sich einseitig und damit seine sinnhafte Reflexion vorbereitend die Hinwendung zum Anderen als Rücknahme spezialsierter Aufmerksamkeit in sich selbst.
Dezemberfreund kommt lobesam getrollt im Leasingcar aus Buntmetall das Tor zu weiten hoch damit es regnet. | | Die Geste selbst ist ihrer sich gewiß nur, findet sie ein Gleiches vor.
Bleib, sanfter Freund, mit deiner Bängnis still ein Atmen ohne Worte, mein Warten sei dir Kleid, ein Echo in der Weite, die dich will, du zögerst noch für eine kleine Weile. |
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#473 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 02.12.2008 10:27 © by SuMuze
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| Im Zimmer abends | → Heimspiele → Songs |
Im Osten sammelt sich ein Schwarz Reste vom Tag übrig geblieben ein schwacher Schimmer Silber Gold dazwischen bleibt etwas Gewaltiges schiebt sich heran ich friere meine Hände zittern unter mir rotiert die Erde unberührt kaum daß die rechten Winkel rechte bleiben und die Geraden küssen sich am Horizont ein Tropfen Wein auf meiner Haut und Striche auf Papier die niemand kennt mit Schritten so als wären sie ein Trost von Tür zu Bett zum Fenster und zurück Staub rieselt Licht läßt ihn mich sehen unter den Sohlen knarrt das Holz die Fingernägel kratzen Putz der Bauch drückt die Matratze wie nur den, den fest zu drücken er sich sehnt mein Bleistift spielt Stakkato und der lächelt Weiß wartet geduldig, nur ich nicht die Zehen tasten wie die Augen wie das Hirn der Abend kommt die Nacht und wieder Wochenanfang wie zuvor ich tanze in der Sicherheit von Wänden ich drehe mich und lache keiner siehts da hinten da wo alle meine Blicke enden das ist da hin wo meine Sehnsucht mich jetzt zieht nur Rollen ist hier hilflos Treiben ist Warten ist wie Dasein ohne Sinn inmitten aller Zirkel zeigen Linien ich weiß nicht wo doch sicher zeigen sie wohin. |
#474 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 30.11.2008 21:19 © by SuMuze
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| Schwache Wechselwirkung | → Me & You → Songs |
Ich gab dir Rechte auf mein Geben, du nahmst mir Gaben mit dem Recht. Ich nahm dir Rechte mit den Gaben, du gabst mir Gaben auf mein Recht.
Ich sehe nicht mehr, was du bist.
Ich stand den Rücken stur zum Fenster, du schautest aus dem Fenster stumm. Ich schaute deinen sturen Rücken, du rücktest stumm zum Fenster hin.
Ich hab vergessen, wann es war.
Ich wisperte im Dunklen Worte, du hörtest auf den Morgen hin. Du wispertest mir dunkle Worte, ich hörte wie der Morgen kam.
Ich will nicht fühlen, wie es war. | Ich gab dir Raum und nahm mir Nähe, du räumtest mir die Nähe ein. Ich räumte aus mir deine Nähe, du gabst mir Nähe ohne Raum.
Ich spüre, wie du kleiner wirst.
Ich bin ein Dieb und du ein Mörder, ich morde, was du mir geraubt. Du mordest, daß ich Diebin werde, die ihren Mörder noch beraubt.
Ich kann dich nennen jederzeit.
Ich trinke deinen Namen wieder, du leckst ihn mir quer auf den Mund. Ich lecke deiner Lippen Klänge, du trinkst aus meinem Lippenrund.
Ich schmecke immer noch das Du. |
Ich wache auf und kann dich ahnen, ich falte das Papier für dich. Ich setze neben deinen Namen meinen eng und leserlich. |
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#475 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 30.11.2008 11:25 © by SuMuze
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| Inzwischen | → Zwischenräume → Songs |
Inzwischen bin ich eingenickt, habe mich verträumt als eines, das zu mir her blickt, das meinen Anblick nicht versäumt; inzwischen bin ich aufgewacht, habe mich erschreckt, die Augen wieder zu gemacht, zu schaun, was sich in mir erstreckt; inzwischen ging der Tag vorbei, Himmel liegt nieder, die Stunden sind mir einerlei, sie bringt kein Kirchspiel wieder. Inzwischen ist die Haut mir hart auf meiner Spur geworden. |
#476 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 30.11.2008 10:14 © by SuMuze
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| Der Die Das | → Worte → Songs |
Die der das nahm die das der gab der das damit das dieses war das selbe wie das dieser nicht der anderen gab das diese nahm die war im Recht! |
#477 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 30.11.2008 09:58 © by SuMuze
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| Damit | → Humming → Songs |
Blind unter Hand und Auge weich in der Decke Wolle eingerollt in alles leise froh damit wenn offen liegend grundlos nicht der Boden ist. |
#478 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 29.11.2008 16:23 © by SuMuze
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| Dafür | → Humming → Songs |
Sollst nicht kannst nicht darfst nicht zu lang treiben saugt dich voll du sinkst ein Stein ein Holz bist glitschig dann geworden faulig dümpelnd trostlos grau das rottet schon im Mark am Leben wälzt dich träge breit im Fluß das stockt nicht kreuzt nimmt Kurs nicht quer dafür die Sonnenlippen lecken bleich lindernd lachen hell |
#479 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 29.11.2008 16:22 © by SuMuze
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| Dagegen | → Winter → Songs |
Daß in den Winter sich die Kälte zieht. Daß in die Nacht das Licht sich flieht. Daß in das Schweigen Worte. Daß in die Leere Blick. Daß Innen auch. Dagegen nur Danach. Und dauert noch. |
#480 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 29.11.2008 16:21 © by SuMuze
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