| Mehl | → Heimspiele → Songs | Mehl ist wie weiches Fell, das deine Finger fliehen will, schlemmst Hefe ein, winzigste Hänge rollt es sich hinab ins Tal, versinkt, warm wie die Hand, die, Teig an ihrem Arm, dich nimmt. | #521 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 26.10.2008 11:52 © by SuMuze
| | Im Nachhinein | → Me & You → Songs | Bemerkten wir Bewegungslosigkeit? Blies meinen Atem an das kalte Glas, ließ seinen Hauch erstarren, warten, vergeblich auszuharren schien, statt auszubrechen, besser. Ach, daß Grau sich setzt in jeder Farbe, daß Stille jeden Ton beschwert, als hinter allem Grund und Ferne wie ein mir Unbekanntes, dem ich nicht entgegen kann.
Verschwiegen wir Verschiedenheit? Stand weg gedreht, dir abgewendet, nur im Trennen nah, im Leugnen wahr, in engen Zäunen fand ich Weide, auf jedem Weg nicht fort von dort, wo Ungenügen lebte, Lügen, die sich aneinander lehnten, bis sie Hoffnung hießen, Sehnen oder Trost.
Verstanden wir Beständigkeit? Zog mir die Wolle um den Hals, um Brust und Bauch, ich fror und schaute, hielt und wollte halten, was, wenn es mir bliebe, doch mir unterblieben wär'.
Vermißten wir den Mißerfolg? Streif meine Haut mit jeder Angst aus deinen Augen, sie ziert sich matt mit Zeichen statt mit Schweiß.
Wir waren, und wir werden immer, mein Jetzt ist dein und deines Meines, ein jeder Weg läuft von uns fort, wie uns doch alles endlos bleibt. | #522 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 26.10.2008 10:26 © by SuMuze
| | bitte | → Worte → Songs | bitte
ich bitte ich frage ich möchte ich hätte gerne ich wäre glücklich ich wage zu hoffen ich traue mich kaum ich sehnte mich ich flehe mit jeder Faser darf ich es wagen ich bitte
bitte
es machte mich zur nichts lieber mir nichts schöneres ich wäre die ich wäre
wäre
bitte
gewähre die bitte die gunst mir die güte
güte
bitte
ich bitte ich wäre die güte die gunst das sehnen das flehen ich wage ich bitte
bitte | #523 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 24.10.2008 00:45 © by SuMuze
| | City Lights | → Local Hero → Soaps | Ich hocke mit angezogenen Knien in der Ecke meines Bettes. Das soll verstimmt aussehen, schafft es aber vermutlich nur zu einer Art alberner Verstocktheit. Mein Rücken drückt allmählich schmerzhaft hart gegen die glatte Wand, und mein Kopf kann sich nicht entscheiden, ob er sich nun hinten anlehnen oder vorne frei herum pendeln will. Aber meine Augen wissen genau, wo sie hinschauen wollen. Er steht groß und ruhig am Fenster und bewundert die Aussicht. Ich kenne sie auswendig, dennoch sehe auch ich sie jeden Tag wieder gerne. Ich liebe das Bekannte. Er lernt es immer noch kennen. Perfekt sind wir beide darin nicht, dazu ist dort zu viel zu sehen, auch wenn manche den Blick aus meinem Fenster als eher spärlich bezeichnen würden. Ich empfinde das nicht so. Auch ein... [weiterlesen] | #524 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 23.10.2008 17:14 © by SuMuze
| | Peripherie | → Von Rändern → Songs | Bin wieder mitten in mir drin. Weit weg vom Rand, die Haut Verwaist, Peripherie. Vertraut, bereist seit eh und je, wie fremdes Land, nur, wenn ich wohlgelitten bin. | #525 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 22.10.2008 14:00 © by SuMuze
| | Danach #2 | → Ich → Songs | Wortlos in der weiten Stille wilden Wartens, nicht ein Laut, jede Bewegung ausgesetzt. Im Traum war ich schon hier, nur Gast, die jetzt hier wohnen will, in Ruhe, als ob Lärm ablenkte von dem Ziel, das ihr Erwachen stumm diktiert. Schlaflos in der langen Tour der Nacht, die wir gemeinsam fuhren, ungewiß, wohin wir wollten, nur ein daß, das uns zusammen hielt, für kurz. Trostlos, weil ein Trost sich nicht einfindet, eingeboren in ein Nichts, verschüttet unter zu viel Zweifel, übermächtig ist, was über dir zusammen bricht, zuletzt. Blasse Rosen stechen nicht. Kalte Erde trinkt kein Licht. In meinen Händen Staub auf meinen Lippen - ich. | #526 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 19.10.2008 21:20 © by SuMuze
| | Hochfahrt | → Attraktionen → Songs | Im Aufwind hast du, flinker Gast, geschwind die Stufen dir erklommen, hast wie ein Licht hinauf gewittert, wo nichts bleibt, was ängstlich zittert. Du aber zittertest, schneller Fuß, der eben darum stürzen muß. Noch ist dein Schatten dort Erinnerung. Noch würzen deine Dünste, frisch und wild und jung, den alten Ort. Doch schon verwischt dein vages Sein, nur Hohn und Spott sind endlich dein, kein Gott erbarmt sich deiner Künste. | #527 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 17.10.2008 22:57 © by SuMuze
| | Aufwärts | → Family Days → Talks | Natürlich hatte sie den Pleonasmus mit dem Oxymoron verwechselt. Sie war sich sicher, auch ihm erschloß sich der Unterschied nur mühsam. Dennoch lachte er und sie war rot angelaufen. Was er liebte. Ihre Unsicherheit, geboren aus Zorn und Scham, konnte er aufnehmen, auf die flache Hand, und fort blasen. Als bedeutete sie nichts - ihm! Ihr bedeutete sie schon etwas. Sie hätte nur nicht sagen können, was. Vor allem, daß sie fast immer nackt war, in diesen Momenten. Gut, sie lagen meistens im Bett. Wo sollst du auch schon großartig sein in einem öden Hotelzimmer. Und sie liebte es, sich frei bewegen zu können. Doch daß ihre Nacktheit sich auch auf anderes erstreckte als ihre Haut, liebte sie weniger. Einmal kniff sie ihm in die Eier. Keine Zärtlichkeit, keine Aufforderung... [weiterlesen] | #528 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 17.10.2008 22:08 © by SuMuze
| | Rückwärts | → Family Days → Talks | Der alte Mann zeigte ihr das Haus mit Begeisterung. Er hatte erst den Kopf schräg gehalten, als sie ihn danach fragte. Seine Augen funkelten, oft wurde er vermutlich nicht mehr angesprochen. Seine Antwort hatte sie dann kaum verstanden. Irgend ein Dialekt, der nach Kohle und Rauch klang. Aus jedem O ein U machte und alles miteinander verband. Es klang lustig, fand sie und hätte beinahe darüber gelächelt. Aber Lächeln fiel ihr schwer dieser Tage. Also nickte sie ihm nur freundlich zu. Oben vor der Haustür überlegte er dann eine Weile. Kramte unsicher nach dem Schlüssel. Seine Lippen rieben sich aufeinander, so sehr strengte ihn die Suche an. Es tat ihr beinahe weh, es mit ansehen zu müssen. "Here'tis," machte er schließlich, als er den Schlüssel... [weiterlesen] | #529 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 15.10.2008 20:03 © by SuMuze
| | Blickwinkel | → Lago → Songs | Die Wirbel mitten im Gewässer siehst du, stehst du da oben, besser, den Grund, der alles gut versteckt, hab ich am Ufer erst entdeckt. | #530 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 15.10.2008 19:58 © by SuMuze
| | Liebe leicht theatralisch | → Liebe usw. → Songs | Der streitet nicht der um dich weiß der zweifelt nicht dem du nichts heißt der wundert nicht der dich nicht ahnt der zittert nicht dem du nichts nahmst der wankt davon der mit dir ging der schwindet dir dem du gern bliebst der war der dich gewollt der ist dem du nichts bist. | #531 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 15.10.2008 00:44 © by SuMuze
| | Abend in der Woche | → Alltag → Songs | Beim Discounter herrscht Enge, die Waren versperren die Gänge, der Stoff alter Mäntel riecht muffig, die Frau an der Kasse ist schön. Das Ventil an der Tanke ist störrisch, man wird langsam mürrisch, mein Rücken ist hart, ich bin zu schwach, ich kriege das Ding nicht hinein. Im Dunst sinkt die Sonne, sie blendet, ich halte dicht neben der Tonne, schmeiß' Glas in den Stutzen, der Rand reißt den Daumen mir ein. Auf dem Hof rennt die Katze mir zwischen die Beine, ich kratze am Fenster und klopf', keiner hört mich, bis ich anfange zu schrein. Im Haus brennen Lichter, der Tee dampft, seh' um mich Gesichter, lehn gegen die Wand, hör Summen vom Kühlschrank, den Hund, ich bin heim. Ich lutsche am Daumen und lache, das tausend und noch Mal, Toaster frißt Toastbrot, vorm Fenster wird Welt rot, wir schauen kaum hin, leise atmen, die Kehle entspannt sich, ich zähle die Haare auf meinen Armen und wünsche, ich zählte im Kreis. | #532 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 14.10.2008 23:56 © by SuMuze
| | Gedicht ohne Sinn | → Humming → Songs | Ring-a-rang-a-ring-a-rooh vom Eis ist Müller's Kuh. Ping-i-ping-i-ping-i-pang narrow escape ist immer eng. Dong-o-dong-o-dong-o-dah es kommt der Tod wohl über's Jahr. Mambo-mambo-mambo-click schreib deinen Lebenslauf fertig! Scusa-caro-ohimè ein rechter Schmerz im linken Zeh. Scusate-cari-tutti-quanti never will be what I don't want to. Klapper-klipper-klapper-bauz shutup, amante, halt die Schnauz! | #533 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 13.10.2008 12:01 © by SuMuze
| | Fremde | → Stadt → Talks | In die Nische hinein geklemmt wirkte er nicht mehr ganz so kompakt. Blonde, kurze Haare, struppig, aber noch nicht struppig genug. Sie würde später ihre Fingernägel hinein stecken und schauen, ob das Ochsenblutrot sich darin verlöre. Jetzt war er noch zu kantig. Seine Augen wie ein wässriger Meerblick, betrachtet mit einem irrwitzigen Kater. Seine Hände hatten feine Härchen. Strandgras, das ihren Rücken kitzelte. Sie vermied, auf die Fingerspitzen zu sehen, und preßte die Knie aneinander. Hatten sie nicht eben noch getanzt? Der kurze Gang auf die Toilette und das eilige Auftanken hatten wieder alles verwischt. Sie haßte, was sie später erneut lieben würde. Jetzt vibrierten alle ihre Gefäße. Feiner Schweißgeruch unter den Achseln, wie eine... [weiterlesen] | #534 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 13.10.2008 11:21 © by SuMuze
| | Montags früh | → Morgen → Songs | Erst wenn du gehst, dein Blick streift ungehindert weit nach allen Seiten, dein Rücken so viel schmäler als die Brust, seh' ich die Spuren uns'rer Schritte, der Sand, feucht unter meinen Füßen, zeigt sie mir. Kalte Augenblicke, so flüchtig fast wie uns're Lust. | #535 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 13.10.2008 09:30 © by SuMuze
| | Aussprache | → Innereien → Songs | Ich lege mir den Mantel auf den Schoß, damit ich von der Kühle früh am Morgen, mein Atem kratzt noch von den Zigaretten, kaum was spüre, fühle viel zu stark das, was mir deine Worte in die Kehle schrieben, du schienst nicht zu wissen, doch du weißt es, nur du zeigst es nicht, du zeigst mir nie, wieso, warum. Ich spüre jeden Nagel dieser Bank in diesem Park, dick liegt der Nebel aus dem Wasser unter hart erstarrten Büschen und das Licht der Peitschenlampen kommt vom Freeway, wie ein Stachel mir im Rücken, deiner aber ist zu stark, ich kann das nicht mehr tragen, nur den Schmerz der klammen Kälte und die Angst, jemand käm zu mir, einer der nicht wäre, wie du warst, für mich, einmal, kriecht mir wie Fieber innen wendig, daß ich wimmern will, sofort. Schaue immer nach der Seite, und dann nieder hier zu Boden, lange Risse, der Asphalt ist alt und schadhaft, dicht am Rand wachsen schon Gräser und das Moos färbt alles grün, als würde irgendwann die Welt und jeder Stein, den Menschen schufen, ihre Farben ganz verlieren und nur Grün bliebe erhalten, wo die Pflanzen sich erwürgen und die Erde wäre brach, nur Holz und Brand nach Blitz und Donner, und die Asche gäbe Leben, klein und dennoch tüchtig, solche Welt will ich nicht sehn. Höre noch in deiner Stimme meine Leere, mein Versagen, weiß fast jeden Laut, ganz fern fuhr spät ein Zug und oben auf dem Weg lachte ein Pärchen voller Gier, ich giere auch, rolle mich matt durch meine Hoffnung, deine Worte schnitten in sie ein, ganz ohne Gnade, bin ich nur dir eine No-Go, ist dein Lachen dir zu schade, daß es meines niemals trifft? Licht wirft keine Schatten, ist es deines, Schreien tönt nicht, schreist du auch. Angst läßt keine Spuren, ist sie immer, Sehnsucht bläht nicht deinen Bauch! | #536 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 10.10.2008 00:10 © by SuMuze
| | Anhalt | → Verlorenheiten → Songs | Ich streue Sand in deine Augen daß deine Füße meine Eise sicher stehn | #537 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 09.10.2008 23:59 © by SuMuze
| | bettstatt | → Spitzfindiges → Songs | du fliehst nicht seinem messer deine lippen eng gepreßt dein blut verborgen tausend sensen bergen dich auf ihrem grat | #538 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 09.10.2008 00:20 © by SuMuze
| | Alltag in der Stadt #21 | → Alltag → Talks | Ich sehe nur Helligkeit, als ich aufwache. Sonnenlicht scheint mir direkt in die Augen, was bedeutet, ich habe nicht in meinem Bett geschlafen. Leichte Panik kratzt hinten in meinem Hals. Ich blinzele und versuche vergeblich, das grelle Licht mit den Fingern wegzuscheuchen. Es riecht nach frischer Farbe. Und nach Sauberkeit und geöltem Parkett, und dahinter nach noch etwas Anderem. Ich schnüffele, erst in die Luft, dann an meinen Händen und Armen. Ein schwacher Hauch von toter Ratte und verbranntem Kümmel und schmorendem Gummi – Terpentin, aha! Jetzt weiß ich wieder, wo ich bin. Das beruhigt und erschreckt zugleich. Ich rolle mich hastig herum und entdecke Joachim, der schwer atmend wie ein erschöpfter Bär nach der Spätschicht neben mir liegt. Fest in die große, aber... [weiterlesen] | #539 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 09.10.2008 00:00 © by SuMuze
| | Am Teich #5 | → Teiche → Songs | Aus deinem Tränenauge schaut Schlamm mich an, Schaum, Eisen, Rost, Gerümpel. Die Enge tut dir weh, wär'st lieber See. Da zeigte dann sich bleiche Haut, weit hingetupft im ewig weißen Schnee. Sei nicht verschnupft, weil ich dich wieder sauge, bleib, eisig grauer Tümpel, wenn ich dich starr anseh'. | #540 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 07.10.2008 20:48 © by SuMuze
| | Frühstück im Frühherbst '08 | → Ich → Songs | Ich schaue wieder morgens in den Spiegel auf den Tag, will meine Lippen nicht mehr hindern, meine Brauen blinken hell, ein schnelles Blintzeln und ich trinke meine Fröhlichkeit mit dir.
Ich tanze wieder abends auf den Dielen in die Nacht, will meine Augen nicht mehr blenden, meine Finger schnalzen laut, ein rasches Rufen und ich bringe meinen Übermut zu dir.
Ich lebe wieder täglich unter Menschen wie ich auch, will meine Füße nicht mehr binden, meine Hände greifen fest, ein freies Lachen und ich springe in die Sonne hin zu dir.
Ich schlafe wieder nächtens hier im Bett für mich allein, will meine Glieder für mich haben, meine Haut bleibt unberührt, nur sanft Weinen wenn ich singe, was ich singe nur mit mir. | #541 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 07.10.2008 20:37 © by SuMuze
| | Am Teich #4 | → Teiche → Songs | Ich dachte deine Finger lägen, schmeichele mir, Geliebter, leicht auf meiner Haut. Nur Äste dort, wie unbeteiligt, starr und taub.
Ich dachte Duft aus deinen Haaren, wärme mich, mein Liebster, wäre mir noch anvertraut. Nur Wasser roch, und feuchte Erde, kaltes Laub.
Ich dachte Atem sanft zu hören, der mir leise lockend wispert, flüstert, schnaubt. Nur Plätschern matt, an leeren Ufern nichts als Staub.
Ich dachte dich bei mir, doch nein, auf totem Wasser toter Schein. | #542 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 07.10.2008 20:32 © by SuMuze
| | Am Teich #3 | → Teiche → Songs | Zum Teich, Flasche Bier in der Hand und die brennende Fluppe im Mund, getorkelt, mit zitternden Lippen, das Auge schaut leer in das Rund, ein Mann, seine Kleider verstunken, sein Atem geht pfeifend ihm ab, klettert zum Wasser, Dornen wie Draht verfehlen den Schädel nur knapp.
Bückt sich, verliert die Balance, wild staksen klapprige Beine umher, kann doch sich nicht halten, sein schwammiger Körper wird schnell ihm zu schwer. Er rülpst mit den Enten, sein Mund zuckt, das Schnattern erfreut ihn, er schreit und wirft kleine Steine, sein Lachen folgt einsam, der Alkohol bleibt.
Er reißt aus den Büschen sich Äste und stochert im Wasser wie blind, die Jacke zerfetzt, in der Tasche ein Schlüssel, der paßte zum Spind. Am Ufer, der Lärm von der Straße verliert sich, hockt einer und greint. Im Wasser, sanft schaukelnd die Enten, der Schlaf hat sie alle vereint. | #543 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 06.10.2008 15:52 © by SuMuze
| | Am Teich #2 | → Teiche → Songs | Schotter, ein Fall, Schlamm überall. Busch wölbt sich, trinkt bang, Schnattergetier. Lärm ist da oben, hier aber wir, wo Staub riecht entlang stiller Mikroben. Licht auf der Stirn, Sterne und Friern. | #544 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 05.10.2008 18:49 © by SuMuze
| | Am Teich | → Teiche → Songs | Schrill morgens am Teich meine Hose ist klamm und die Jacke der Schuh spitz wie er sagt ist mein Unter und ich sehne mich hin flache Scheibe aus Stahl kaum ein Wind der sie bügelt und dennoch so glatt früh am Morgen am Teich meine Glieder die üben mein Herz zuckt zu weich | #545 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 05.10.2008 12:41 © by SuMuze
| | Abendkleid | → Abend → Songs | Bin Kraftlosigkeit leid verachte das Schwache will keine allein sein ersehne das Schöne des Traumtanzes Glanz blendet nicht mehr. Hab Überdruß über suche Versuchung will eine dabei sein trau keiner Trauer die selbst nicht mehr weint. Trag Weiß in der Sonne grell leuchtendes Grau werf Karten zum Abend matt schimmernde Hand. Will inwendig bleiben mir selbst meine Freude in jedem Gewand. | #546 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 03.10.2008 21:41 © by SuMuze
| | Einsamkeit kompliziert | → Family Days → Songs | Herbst kalt Tag abwärts naß Schwarz grau Kontrast hart Licht gelb grell Blatt fällt Wind frisch weiß blau hinauf Blick weit Schritt Rand Stein Gras Traum Hast schreit schnell bleibt was? | #547 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 03.10.2008 19:36 © by SuMuze
| | herbst 15pm | → Herbst → Songs | es geherbst gelb haargeruch hängt wasser verperlt jackeneinwärts blond ist müde graugriffig farbig hastig geläufig stunden nach mittag dunkel ist licht verspätet im jahr | #548 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 01.10.2008 15:27 © by SuMuze
| | Alltag in der Stadt #20 | → Alltag → Talks | Mit viel Terpentin und mit noch mehr Zorn habe ich es tatsächlich geschafft, den breiten Streifen weißer Binderfarbe von meinem Bein wegzuwischen, den dieser Idiot mir vorhin darauf gemalt hat. Vermutlich hielt er das für einen gelungen Scherz, oder es war als Annäherungsversuch gedacht. Beides kam absolut nicht an. Jetzt stehe ich zusammen mit Carla im Bad und schaue wütend in den Spiegel. Versuche nicht zu kritisch zu sein, denn der ist neu und wirkt unangenehm objektiv. Wie die ganze Wohnung, die Carla's Joachim heute bezieht - mit ein wenig Hilfestellung durch seine Freunde. Und von mir, obwohl ich wenig Indizien dafür habe, ob er mich tatsächlich zu seinen Freunden zählt. Ich weiß nicht einmal, ob ich das möchte. Oder klar, ich möchte es, er gefällt mir, ich... [weiterlesen] | #549 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 29.09.2008 23:05 © by SuMuze
| | Du nicht | → Kind → Songs | Du darfst nicht dunkel den Daumen dir her nehmen darfst deine Dreistigkeit nicht dumm her geben du darfst nicht munkeln da ist nicht Unschuld unter Drängen nur Schuld und deren Drohung wird dir immer dicht anhängen.
Du darfst nicht träumen träge denken das Drinnen fahrlässig schwach dem Draußen schenken.
Du darfst nicht. Nein. Du darfst das nie! | #550 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 29.09.2008 21:27 © by SuMuze
| | Kinderhort | → Kind → Songs | Bub ist heute Asbestkönig, er schleift sein Haar entlang der Wand, quengelt unter kalten Augen und zitternd sanfter Kochsalzhand.
Mädel spielt die Wuttrompete, im Dreck sucht sie nach ihrem Schuh, schreit in taub gestellte Ohren das Zornterzett zur Abendruh.
Der Große hat den Müll getrennt, sein Stolz ist edelweiß und schier. Heute gibt's zum Satansbraten das Fladenbrot erst ab halb Vier.
Eingeklemmt im Kindersitz küßt auch die Süße Nikotin, lernt Fahrerflucht und Ghettorap, und Brüderchen am Haarschopf ziehn. | #551 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 29.09.2008 16:46 © by SuMuze
| | Reinkarnation Release 1 | → Spitzfindiges → Songs | Ich verkomplizierte das Vibrieren des Abends damit Kräfteparallelogramme keine Inkommensurabilitäten hervor rufen konnten. Ich verlor. Dulden ist Schicksal weiblicher List. Wir trinken auf das Wohl. Anti! Im Schließfach verhungerte einsam der Christ.
I complicated the vibrations of the evening not that parallelograms of forces would cause any incommensurability. I lost. Suffering is the destiny of female cunning. We drink to the welfare. Anti! In the locker starving there was that lonesome Christ. | #552 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 28.09.2008 02:07 © by SuMuze
| | Gagagedicht | → Teaser → Songs | Komm, kriech an meine Seite, Herodes, zarter Freund, ich sehne mich seit immer nach deiner Herrscherhand. Verschleppe meine Wünsche, weil sie, du warst mir fern, mich niedrig werden ließen, du weißt, nicht allzu gern wälz ich mich mit den Völkern, stehe doch einsam nur, ein allzu strenger Richter, stolz, fest, und immer hehr. Nun also sprich, mein Säusler, in deinem weichen Ton, von Zins und harter Arbeit, von Lasten und von Fron. Vergiß nicht, was das Schicksal uns aufgebürdet hat, dein Dienst und meine Mühsal, und meines Leibes Tat. Umhülle meine Glieder, die Nacht ist arg und kalt, verkürze dunkle Stunden, versprich den Morgen bald. Oh, wärst du nie gegangen, mein stets bereiter Gast, ein Kleinod meinem Bangen, das du gelindert hast. Verzeih mir jede Träne, verzaubere mein Herz, daß ich im Glück mich wähne, inmitten jenes März, als deine Hand mich faßte, ich gab mich, was ich war, nach deinem Griff versessen, bot ich mich feil und dar. Komm zu mir, Zeus und Ares, Hektor, Äneas, Io, leg nieder jede Waffe, sprich zu mir blank und froh. Oh Liebster, kalter Krieger, mein Hohn wird mir ein Pfahl, mein Lachen wird mir wieder einmal zur Lebensqual! Laß mich zum Ende kichern, ich kichere antik, ich rede matt und blechern, ich rede, nur ein Geek! | #553 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 28.09.2008 01:35 © by SuMuze
| | Sprachmacht | → Worte → Songs | Ich lag im Bett mit tausend Worten, ich stöhnte nach dem Alphabet, trank mich hinaus aus allen Orten, wo Laut mir klang als Menuett.
Ich wälzte mich in Konstruktionen, verbarg und zeigte im Korsett des Redens schnöde Satzfunktionen, und jeder Nebensatz schien nett.
Ich spießte Nomen, schoß Adverben, ich duldete den Genitiv, ich simulierte selbst das Sterben wollüstig tief im Konjunktiv.
Ich war die Hure jeder Wendung, willfährig offen dekliniert, ich leckte gierig jede Endung, frei indiziert und ungeniert.
Ich stand am Hafen, Öl und Tang, hörte die Worte, und - ich sprang. | #554 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 28.09.2008 00:45 © by SuMuze
| | Frohsinn | → Worte → Songs | froh roh hosianna sinn in fröhlich sinnen froher sein fromm froren horen firnis hirn hinter hintersinnig frischer früher sinn freitag frei fronleichnam frönen fahren friemeln friern ro-psi psi-sigma sinus rondo rot sinnlos sinnfrei sinnfroh vorher vorhut von sinnen vormals trübsinn trostlos tot trott fort farbsinn fahl folgsam freisinn frost fristlos fristen fragen fraglos fasten friedlich freilich freiheit frieder friedel fridolin | #555 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 27.09.2008 13:31 © by SuMuze
| | Hausmusik | → Heimspiele → Songs | Ich kaufe keine Scheuerlappen, ich kaufe Schwämme gleich im Sechserpack. Ich kaufe keine Tüte Soda, ich kaufe Spüli aus der Tube. Ich stelle nicht das Fenster auf, ich sprühe Duft frisch aus der Dose. Ich schaue nicht nach draußen, ich warte auf den Wetterfrosch. Ich singe, wenn ich bei mir bin, die Luft ist weich, im Herd ist Licht, und vor der Tür, im Kellergang, ist jemand, der hört hin. | #556 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 27.09.2008 13:15 © by SuMuze
| | After Work Incident | → Kurze Gefühle → Songs | ...und seine pantherstimme klang ich wäre nicht entwichen krallen hielten mich ein singen wind in wipfeln meine eingeweide waren sein denn zahn für zahn roh wie die sehnsucht tiefe schatten an der wand uns gegenüber buch stand dort an buch floß weich mein leben sinnlos vor sich hin... | #557 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 26.09.2008 22:21 © by SuMuze
| | Brise | → Lago → Songs | Das Boot nimmt Fahrt auf Schläge hart auf Stoff ziehn es dahin zitternder Kiel weiß zischt die Gischt an uns vorbei und meine Hand taucht träge in die See reibt sich am Naß bewegungslos sind wir. | #558 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 26.09.2008 17:16 © by SuMuze
| | Morgenkühle #2 | → Innereien → Songs | Ich lehne mich der Morgenkühle an die kalte Schulter, daß die Nacht ich endlich weichen fühle unter meinem Kleid. Blaß sehnt sich mein Leib zu Farben hin als Tünche seiner Narben. Nach dem Nebel schwindet Zeit. | #559 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 25.09.2008 14:38 © by SuMuze
| | Zyklus | → Zwischenräume → Songs | Ich bin niemals, bin nicht da, bin vielmals mehr als wahr, keinesfalls nur, wie ich war, war ich mir einmal nah.
Ich bin um mich, inmitten, bin mitten in mir drin, zum zweiten und zum dritten, bin her und wieder hin.
Ich möchte und ich will, und kann und soll und muß, inwendig laut und still, am Ende und am Schluß.
Ich darf nicht aber werde, ich war und werde Erde. | #560 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 24.09.2008 21:08 © by SuMuze
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