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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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Mehl→ Heimspiele  → Songs

Mehl ist wie weiches Fell,
das deine Finger fliehen will,
schlemmst Hefe ein,
winzigste Hänge
rollt es sich hinab ins Tal,
versinkt,
warm wie die Hand, die,
Teig an ihrem Arm,
dich nimmt.

#521 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 26.10.2008 11:52 © by SuMuze
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Im Nachhinein→ Me & You  → Songs

Bemerkten wir Bewegungslosigkeit?
Blies meinen Atem an das kalte Glas,
ließ seinen Hauch erstarren, warten,
vergeblich auszuharren schien, statt
auszubrechen, besser. Ach,
daß Grau sich setzt in jeder Farbe,
daß Stille jeden Ton beschwert,
als hinter allem Grund und Ferne
wie ein mir Unbekanntes, dem ich
nicht entgegen kann.

Verschwiegen wir Verschiedenheit?
Stand weg gedreht, dir abgewendet,
nur im Trennen nah, im Leugnen wahr,
in engen Zäunen fand ich Weide,
auf jedem Weg nicht fort
von dort, wo Ungenügen lebte,
Lügen, die sich aneinander lehnten,
bis sie Hoffnung hießen, Sehnen
oder Trost.

Verstanden wir Beständigkeit?
Zog mir die Wolle um den Hals,
um Brust und Bauch, ich fror und schaute,
hielt und wollte halten, was, wenn es
mir bliebe, doch mir unterblieben wär'.

Vermißten wir den Mißerfolg?
Streif meine Haut mit jeder Angst
aus deinen Augen, sie ziert sich matt
mit Zeichen statt mit Schweiß.

Wir waren, und wir werden immer,
mein Jetzt ist dein und deines Meines,
ein jeder Weg läuft von uns fort,
wie uns doch alles endlos bleibt.

#522 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 26.10.2008 10:26 © by SuMuze
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bitte→ Worte  → Songs

bitte

ich bitte
ich frage
ich möchte
ich hätte gerne
ich wäre glücklich
ich wage zu hoffen
ich traue mich kaum
ich sehnte mich
ich flehe
mit jeder Faser
darf ich es wagen
ich bitte

bitte

es machte mich zur
nichts lieber mir
nichts schöneres
ich wäre die
ich wäre

wäre

bitte

gewähre die bitte
die gunst mir
die güte

güte

bitte

ich bitte
ich wäre
die güte
die gunst
das sehnen
das flehen
ich wage
ich bitte

bitte

#523 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 24.10.2008 00:45 © by SuMuze
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City Lights→ Local Hero  → Soaps

Ich hocke mit angezogenen Knien in der Ecke meines Bettes. Das soll verstimmt aussehen, schafft es aber vermutlich nur zu einer Art alberner Verstocktheit. Mein Rücken drückt allmählich schmerzhaft hart gegen die glatte Wand, und mein Kopf kann sich nicht entscheiden, ob er sich nun hinten anlehnen oder vorne frei herum pendeln will. Aber meine Augen wissen genau, wo sie hinschauen wollen. Er steht groß und ruhig am Fenster und bewundert die Aussicht. Ich kenne sie auswendig, dennoch sehe auch ich sie jeden Tag wieder gerne. Ich liebe das Bekannte. Er lernt es immer noch kennen. Perfekt sind wir beide darin nicht, dazu ist dort zu viel zu sehen, auch wenn manche den Blick aus meinem Fenster als eher spärlich bezeichnen würden. Ich empfinde das nicht so. Auch ein...
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#524 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 23.10.2008 17:14 © by SuMuze
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Peripherie→ Von Rändern  → Songs

Bin wieder mitten in mir drin.
Weit weg vom Rand,
die Haut Verwaist,
Peripherie.
Vertraut, bereist
seit eh und je,
wie fremdes Land,
nur, wenn ich wohlgelitten bin.

#525 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 22.10.2008 14:00 © by SuMuze
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Danach #2→ Ich  → Songs

Wortlos in der weiten Stille wilden Wartens,
nicht ein Laut, jede Bewegung ausgesetzt.
Im Traum war ich schon hier, nur Gast,
die jetzt hier wohnen will, in Ruhe,
als ob Lärm ablenkte von dem Ziel,
das ihr Erwachen stumm diktiert.
Schlaflos in der langen Tour der Nacht,
die wir gemeinsam fuhren, ungewiß,
wohin wir wollten, nur ein daß,
das uns zusammen hielt, für kurz.
Trostlos, weil ein Trost sich nicht einfindet,
eingeboren in ein Nichts, verschüttet
unter zu viel Zweifel, übermächtig ist,
was über dir zusammen bricht, zuletzt.
Blasse Rosen stechen nicht.
Kalte Erde trinkt kein Licht.
In meinen Händen Staub
auf meinen Lippen - ich.

#526 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 19.10.2008 21:20 © by SuMuze
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Hochfahrt→ Attraktionen  → Songs

Im Aufwind hast du, flinker Gast,
geschwind die Stufen dir erklommen,
hast wie ein Licht hinauf gewittert,
wo nichts bleibt, was ängstlich zittert.
Du aber zittertest, schneller Fuß,
der eben darum stürzen muß.
Noch ist dein Schatten dort
Erinnerung. Noch würzen deine Dünste,
frisch und wild und jung, den alten Ort.
Doch schon verwischt dein vages Sein,
nur Hohn und Spott sind endlich dein,
kein Gott erbarmt sich deiner Künste.

#527 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 17.10.2008 22:57 © by SuMuze
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Aufwärts→ Family Days  → Talks

Natürlich hatte sie den Pleonasmus mit dem Oxymoron verwechselt. Sie war sich sicher, auch ihm erschloß sich der Unterschied nur mühsam. Dennoch lachte er und sie war rot angelaufen. Was er liebte. Ihre Unsicherheit, geboren aus Zorn und Scham, konnte er aufnehmen, auf die flache Hand, und fort blasen. Als bedeutete sie nichts - ihm! Ihr bedeutete sie schon etwas. Sie hätte nur nicht sagen können, was. Vor allem, daß sie fast immer nackt war, in diesen Momenten. Gut, sie lagen meistens im Bett. Wo sollst du auch schon großartig sein in einem öden Hotelzimmer. Und sie liebte es, sich frei bewegen zu können. Doch daß ihre Nacktheit sich auch auf anderes erstreckte als ihre Haut, liebte sie weniger. Einmal kniff sie ihm in die Eier. Keine Zärtlichkeit, keine Aufforderung...
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#528 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 17.10.2008 22:08 © by SuMuze
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Rückwärts→ Family Days  → Talks

Der alte Mann zeigte ihr das Haus mit Begeisterung. Er hatte erst den Kopf schräg gehalten, als sie ihn danach fragte. Seine Augen funkelten, oft wurde er vermutlich nicht mehr angesprochen. Seine Antwort hatte sie dann kaum verstanden. Irgend ein Dialekt, der nach Kohle und Rauch klang. Aus jedem O ein U machte und alles miteinander verband. Es klang lustig, fand sie und hätte beinahe darüber gelächelt. Aber Lächeln fiel ihr schwer dieser Tage. Also nickte sie ihm nur freundlich zu. Oben vor der Haustür überlegte er dann eine Weile. Kramte unsicher nach dem Schlüssel. Seine Lippen rieben sich aufeinander, so sehr strengte ihn die Suche an. Es tat ihr beinahe weh, es mit ansehen zu müssen.

"Here'tis," machte er schließlich, als er den Schlüssel...
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#529 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 15.10.2008 20:03 © by SuMuze
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Blickwinkel→ Lago  → Songs

Die Wirbel mitten im Gewässer
siehst du, stehst du da oben, besser,
den Grund, der alles gut versteckt,
hab ich am Ufer erst entdeckt.

#530 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 15.10.2008 19:58 © by SuMuze
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Liebe leicht theatralisch→ Liebe usw.  → Songs

Der streitet nicht
der um dich weiß
der zweifelt nicht
dem du nichts heißt
der wundert nicht
der dich nicht ahnt
der zittert nicht
dem du nichts nahmst
der wankt davon
der mit dir ging
der schwindet dir
dem du gern bliebst
der war
der dich gewollt
der ist
dem du nichts bist.

#531 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 15.10.2008 00:44 © by SuMuze
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Abend in der Woche→ Alltag  → Songs

Beim Discounter herrscht Enge, die Waren
versperren die Gänge, der Stoff alter
Mäntel riecht muffig, die Frau an der Kasse
ist schön.
Das Ventil an der Tanke ist störrisch,
man wird langsam mürrisch, mein Rücken ist
hart, ich bin zu schwach, ich kriege das Ding nicht
hinein.
Im Dunst sinkt die Sonne, sie blendet, ich
halte dicht neben der Tonne, schmeiß' Glas
in den Stutzen, der Rand reißt den Daumen
mir ein.
Auf dem Hof rennt die Katze mir zwischen
die Beine, ich kratze am Fenster und
klopf', keiner hört mich, bis ich anfange
zu schrein.
Im Haus brennen Lichter, der Tee dampft, seh'
um mich Gesichter, lehn gegen die Wand,
hör Summen vom Kühlschrank, den Hund, ich
bin heim.
Ich lutsche am Daumen und lache, das
tausend und noch Mal, Toaster frißt Toastbrot,
vorm Fenster wird Welt rot, wir schauen
kaum hin,
leise atmen,
die Kehle entspannt sich,
ich zähle die Haare auf meinen Armen
und wünsche, ich zählte im Kreis.

#532 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 14.10.2008 23:56 © by SuMuze
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Gedicht ohne Sinn→ Humming  → Songs

Ring-a-rang-a-ring-a-rooh
vom Eis ist Müller's Kuh.
Ping-i-ping-i-ping-i-pang
narrow escape ist immer eng.
Dong-o-dong-o-dong-o-dah
es kommt der Tod wohl über's Jahr.
Mambo-mambo-mambo-click
schreib deinen Lebenslauf fertig!
Scusa-caro-ohimè
ein rechter Schmerz im linken Zeh.
Scusate-cari-tutti-quanti
never will be what I don't want to.
Klapper-klipper-klapper-bauz
shutup, amante, halt die Schnauz!

#533 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 13.10.2008 12:01 © by SuMuze
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Fremde→ Stadt  → Talks

In die Nische hinein geklemmt wirkte er nicht mehr ganz so kompakt. Blonde, kurze Haare, struppig, aber noch nicht struppig genug. Sie würde später ihre Fingernägel hinein stecken und schauen, ob das Ochsenblutrot sich darin verlöre. Jetzt war er noch zu kantig. Seine Augen wie ein wässriger Meerblick, betrachtet mit einem irrwitzigen Kater. Seine Hände hatten feine Härchen. Strandgras, das ihren Rücken kitzelte. Sie vermied, auf die Fingerspitzen zu sehen, und preßte die Knie aneinander.

Hatten sie nicht eben noch getanzt? Der kurze Gang auf die Toilette und das eilige Auftanken hatten wieder alles verwischt. Sie haßte, was sie später erneut lieben würde. Jetzt vibrierten alle ihre Gefäße. Feiner Schweißgeruch unter den Achseln, wie eine...
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#534 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 13.10.2008 11:21 © by SuMuze
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Montags früh→ Morgen  → Songs

Erst wenn du gehst, dein Blick streift
ungehindert weit nach allen Seiten,
dein Rücken so viel schmäler als die Brust,
seh' ich die Spuren uns'rer Schritte,
der Sand, feucht unter meinen Füßen,
zeigt sie mir. Kalte Augenblicke,
so flüchtig fast wie uns're Lust.

#535 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 13.10.2008 09:30 © by SuMuze
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Aussprache→ Innereien  → Songs

Ich lege mir den Mantel auf den Schoß, damit
ich von der Kühle früh am Morgen,
mein Atem kratzt noch von den Zigaretten,
kaum was spüre, fühle viel zu stark
das, was mir deine Worte in die Kehle
schrieben, du schienst nicht zu wissen,
doch du weißt es, nur du zeigst es nicht,
du zeigst mir nie, wieso, warum.
Ich spüre jeden Nagel dieser Bank in diesem Park,
dick liegt der Nebel aus dem Wasser unter
hart erstarrten Büschen und das Licht
der Peitschenlampen kommt vom Freeway,
wie ein Stachel mir im Rücken, deiner
aber ist zu stark, ich kann das nicht mehr
tragen, nur den Schmerz der klammen Kälte
und die Angst, jemand käm zu mir, einer
der nicht wäre, wie du warst, für mich,
einmal, kriecht mir wie Fieber innen wendig,
daß ich wimmern will, sofort.
Schaue immer nach der Seite, und dann nieder
hier zu Boden, lange Risse, der Asphalt
ist alt und schadhaft, dicht am Rand wachsen
schon Gräser und das Moos färbt alles grün,
als würde irgendwann die Welt und jeder
Stein, den Menschen schufen, ihre Farben
ganz verlieren und nur Grün bliebe erhalten,
wo die Pflanzen sich erwürgen und
die Erde wäre brach, nur Holz und Brand
nach Blitz und Donner, und die Asche
gäbe Leben, klein und dennoch tüchtig,
solche Welt will ich nicht sehn.
Höre noch in deiner Stimme meine Leere,
mein Versagen, weiß fast jeden Laut,
ganz fern fuhr spät ein Zug und oben
auf dem Weg lachte ein Pärchen
voller Gier, ich giere auch, rolle mich matt
durch meine Hoffnung, deine Worte
schnitten in sie ein, ganz ohne Gnade,
bin ich nur dir eine No-Go, ist dein Lachen
dir zu schade, daß es meines niemals trifft?
Licht wirft keine Schatten, ist es deines,
Schreien tönt nicht, schreist du auch.
Angst läßt keine Spuren, ist sie immer,
Sehnsucht bläht nicht deinen Bauch!

#536 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 10.10.2008 00:10 © by SuMuze
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Anhalt→ Verlorenheiten  → Songs

Ich streue Sand in deine Augen
daß deine Füße meine Eise
sicher stehn

#537 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 09.10.2008 23:59 © by SuMuze
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bettstatt→ Spitzfindiges  → Songs

du fliehst nicht seinem messer
deine lippen eng gepreßt
dein blut verborgen
tausend sensen bergen dich
auf ihrem grat

#538 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 09.10.2008 00:20 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #21→ Alltag  → Talks

Ich sehe nur Helligkeit, als ich aufwache. Sonnenlicht scheint mir direkt in die Augen, was bedeutet, ich habe nicht in meinem Bett geschlafen. Leichte Panik kratzt hinten in meinem Hals. Ich blinzele und versuche vergeblich, das grelle Licht mit den Fingern wegzuscheuchen. Es riecht nach frischer Farbe. Und nach Sauberkeit und geöltem Parkett, und dahinter nach noch etwas Anderem. Ich schnüffele, erst in die Luft, dann an meinen Händen und Armen. Ein schwacher Hauch von toter Ratte und verbranntem Kümmel und schmorendem Gummi – Terpentin, aha! Jetzt weiß ich wieder, wo ich bin. Das beruhigt und erschreckt zugleich. Ich rolle mich hastig herum und entdecke Joachim, der schwer atmend wie ein erschöpfter Bär nach der Spätschicht neben mir liegt. Fest in die große, aber...
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#539 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 09.10.2008 00:00 © by SuMuze
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Am Teich #5→ Teiche  → Songs

Aus deinem Tränenauge
schaut Schlamm mich an,
Schaum, Eisen, Rost, Gerümpel.
Die Enge tut dir weh,
wär'st lieber See.
Da zeigte dann
sich bleiche Haut,
weit hingetupft
im ewig weißen Schnee.
Sei nicht verschnupft,
weil ich dich wieder sauge,
bleib, eisig grauer Tümpel,
wenn ich dich starr anseh'.

#540 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 07.10.2008 20:48 © by SuMuze
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Frühstück im Frühherbst '08→ Ich  → Songs

Ich schaue wieder morgens
in den Spiegel auf den Tag,
will meine Lippen nicht mehr hindern,
meine Brauen blinken hell,
ein schnelles Blintzeln und ich trinke
meine Fröhlichkeit mit dir.

Ich tanze wieder abends
auf den Dielen in die Nacht,
will meine Augen nicht mehr blenden,
meine Finger schnalzen laut,
ein rasches Rufen und ich bringe
meinen Übermut zu dir.

Ich lebe wieder täglich
unter Menschen wie ich auch,
will meine Füße nicht mehr binden,
meine Hände greifen fest,
ein freies Lachen und ich springe
in die Sonne hin zu dir.

Ich schlafe wieder nächtens
hier im Bett für mich allein,
will meine Glieder für mich haben,
meine Haut bleibt unberührt,
nur sanft Weinen wenn ich singe,
was ich singe nur mit mir.

#541 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 07.10.2008 20:37 © by SuMuze
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Am Teich #4→ Teiche  → Songs

Ich dachte deine Finger lägen,
schmeichele mir, Geliebter,
leicht auf meiner Haut.
Nur Äste dort,
wie unbeteiligt,
starr und taub.

Ich dachte Duft aus deinen Haaren,
wärme mich, mein Liebster,
wäre mir noch anvertraut.
Nur Wasser roch,
und feuchte Erde,
kaltes Laub.

Ich dachte Atem sanft zu hören,
der mir leise lockend wispert,
flüstert, schnaubt.
Nur Plätschern matt,
an leeren Ufern
nichts als Staub.

Ich dachte dich bei mir, doch nein,
auf totem Wasser toter Schein.

#542 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 07.10.2008 20:32 © by SuMuze
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Am Teich #3→ Teiche  → Songs

Zum Teich, Flasche Bier in der Hand und die brennende Fluppe im Mund,
getorkelt, mit zitternden Lippen, das Auge schaut leer in das Rund,
ein Mann, seine Kleider verstunken, sein Atem geht pfeifend ihm ab,
klettert zum Wasser, Dornen wie Draht verfehlen den Schädel nur knapp.

Bückt sich, verliert die Balance, wild staksen klapprige Beine umher,
kann doch sich nicht halten, sein schwammiger Körper wird schnell ihm zu schwer.
Er rülpst mit den Enten, sein Mund zuckt, das Schnattern erfreut ihn, er schreit
und wirft kleine Steine, sein Lachen folgt einsam, der Alkohol bleibt.

Er reißt aus den Büschen sich Äste und stochert im Wasser wie blind,
die Jacke zerfetzt, in der Tasche ein Schlüssel, der paßte zum Spind.
Am Ufer, der Lärm von der Straße verliert sich, hockt einer und greint.
Im Wasser, sanft schaukelnd die Enten, der Schlaf hat sie alle vereint.

#543 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 06.10.2008 15:52 © by SuMuze
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Am Teich #2→ Teiche  → Songs

Schotter, ein Fall,
Schlamm überall.
Busch wölbt sich,
trinkt bang,
Schnattergetier.
Lärm ist da oben,
hier aber wir,
wo Staub riecht
entlang
stiller Mikroben.
Licht auf der Stirn,
Sterne und Friern.

#544 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 05.10.2008 18:49 © by SuMuze
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Am Teich→ Teiche  → Songs

Schrill morgens am Teich
meine Hose ist klamm
und die Jacke der Schuh
spitz wie er sagt
ist mein Unter
und ich sehne mich hin
flache Scheibe aus Stahl
kaum ein Wind
der sie bügelt
und dennoch so glatt
früh am Morgen am Teich
meine Glieder die üben
mein Herz zuckt zu weich

#545 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 05.10.2008 12:41 © by SuMuze
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Abendkleid→ Abend  → Songs

Bin Kraftlosigkeit leid
verachte das Schwache
will keine allein sein
ersehne das Schöne
des Traumtanzes Glanz
blendet nicht mehr.
Hab Überdruß über
suche Versuchung
will eine dabei sein
trau keiner Trauer
die selbst nicht mehr weint.
Trag Weiß in der Sonne
grell leuchtendes Grau
werf Karten zum Abend
matt schimmernde Hand.
Will inwendig bleiben
mir selbst meine Freude
in jedem Gewand.

#546 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 03.10.2008 21:41 © by SuMuze
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Einsamkeit kompliziert→ Family Days  → Songs

Herbst kalt Tag abwärts naß
Schwarz grau Kontrast
hart Licht gelb grell
Blatt fällt
Wind frisch weiß blau
hinauf Blick weit
Schritt Rand Stein Gras
Traum Hast schreit schnell
bleibt was?

#547 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 03.10.2008 19:36 © by SuMuze
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herbst 15pm→ Herbst  → Songs

es geherbst gelb
haargeruch hängt
wasser verperlt
jackeneinwärts
blond ist müde
graugriffig farbig
hastig geläufig
stunden nach mittag
dunkel ist licht
verspätet im jahr

#548 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 01.10.2008 15:27 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #20→ Alltag  → Talks

Mit viel Terpentin und mit noch mehr Zorn habe ich es tatsächlich geschafft, den breiten Streifen weißer Binderfarbe von meinem Bein wegzuwischen, den dieser Idiot mir vorhin darauf gemalt hat. Vermutlich hielt er das für einen gelungen Scherz, oder es war als Annäherungsversuch gedacht. Beides kam absolut nicht an. Jetzt stehe ich zusammen mit Carla im Bad und schaue wütend in den Spiegel. Versuche nicht zu kritisch zu sein, denn der ist neu und wirkt unangenehm objektiv. Wie die ganze Wohnung, die Carla's Joachim heute bezieht - mit ein wenig Hilfestellung durch seine Freunde. Und von mir, obwohl ich wenig Indizien dafür habe, ob er mich tatsächlich zu seinen Freunden zählt. Ich weiß nicht einmal, ob ich das möchte. Oder klar, ich möchte es, er gefällt mir, ich...
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#549 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 29.09.2008 23:05 © by SuMuze
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Du nicht→ Kind  → Songs

Du darfst nicht dunkel
den Daumen dir her nehmen
darfst deine Dreistigkeit
nicht dumm her geben
du darfst nicht munkeln
da ist nicht Unschuld
unter Drängen
nur Schuld
und deren Drohung wird
dir immer dicht anhängen.

Du darfst nicht träumen
träge denken
das Drinnen fahrlässig schwach
dem Draußen schenken.

Du darfst nicht.
Nein.
Du darfst das nie!

#550 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 29.09.2008 21:27 © by SuMuze
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Kinderhort→ Kind  → Songs

Bub ist heute Asbestkönig,
er schleift sein Haar entlang der Wand,
quengelt unter kalten Augen
und zitternd sanfter Kochsalzhand.

Mädel spielt die Wuttrompete,
im Dreck sucht sie nach ihrem Schuh,
schreit in taub gestellte Ohren
das Zornterzett zur Abendruh.

Der Große hat den Müll getrennt,
sein Stolz ist edelweiß und schier.
Heute gibt's zum Satansbraten
das Fladenbrot erst ab halb Vier.

Eingeklemmt im Kindersitz küßt
auch die Süße Nikotin,
lernt Fahrerflucht und Ghettorap,
und Brüderchen am Haarschopf ziehn.

#551 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 29.09.2008 16:46 © by SuMuze
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Reinkarnation Release 1→ Spitzfindiges  → Songs

Ich verkomplizierte das Vibrieren des Abends
damit Kräfteparallelogramme
keine Inkommensurabilitäten
hervor rufen konnten.
Ich verlor.
Dulden ist Schicksal
weiblicher List.
Wir trinken auf das Wohl. Anti!
Im Schließfach
verhungerte
einsam der Christ.


I complicated the vibrations of the evening
not that parallelograms of forces
would cause any incommensurability.
I lost.
Suffering is the destiny
of female cunning.
We drink to the welfare. Anti!
In the locker starving
there was
that lonesome Christ.

#552 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 28.09.2008 02:07 © by SuMuze
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Gagagedicht→ Teaser  → Songs

Komm, kriech an meine Seite, Herodes, zarter Freund,
ich sehne mich seit immer nach deiner Herrscherhand.
Verschleppe meine Wünsche, weil sie, du warst mir fern,
mich niedrig werden ließen, du weißt, nicht allzu gern
wälz ich mich mit den Völkern, stehe doch einsam nur,
ein allzu strenger Richter, stolz, fest, und immer hehr.
Nun also sprich, mein Säusler, in deinem weichen Ton,
von Zins und harter Arbeit, von Lasten und von Fron.
Vergiß nicht, was das Schicksal uns aufgebürdet hat,
dein Dienst und meine Mühsal, und meines Leibes Tat.
Umhülle meine Glieder, die Nacht ist arg und kalt,
verkürze dunkle Stunden, versprich den Morgen bald.
Oh, wärst du nie gegangen, mein stets bereiter Gast,
ein Kleinod meinem Bangen, das du gelindert hast.
Verzeih mir jede Träne, verzaubere mein Herz,
daß ich im Glück mich wähne, inmitten jenes März,
als deine Hand mich faßte, ich gab mich, was ich war,
nach deinem Griff versessen, bot ich mich feil und dar.
Komm zu mir, Zeus und Ares, Hektor, Äneas, Io,
leg nieder jede Waffe, sprich zu mir blank und froh.
Oh Liebster, kalter Krieger, mein Hohn wird mir ein Pfahl,
mein Lachen wird mir wieder einmal zur Lebensqual!
Laß mich zum Ende kichern, ich kichere antik,
ich rede matt und blechern, ich rede, nur ein Geek!

#553 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 28.09.2008 01:35 © by SuMuze
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Sprachmacht→ Worte  → Songs

Ich lag im Bett mit tausend Worten,
ich stöhnte nach dem Alphabet,
trank mich hinaus aus allen Orten,
wo Laut mir klang als Menuett.

Ich wälzte mich in Konstruktionen,
verbarg und zeigte im Korsett
des Redens schnöde Satzfunktionen,
und jeder Nebensatz schien nett.

Ich spießte Nomen, schoß Adverben,
ich duldete den Genitiv,
ich simulierte selbst das Sterben
wollüstig tief im Konjunktiv.

Ich war die Hure jeder Wendung,
willfährig offen dekliniert,
ich leckte gierig jede Endung,
frei indiziert und ungeniert.

Ich stand am Hafen, Öl und Tang,
hörte die Worte, und - ich sprang.

#554 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 28.09.2008 00:45 © by SuMuze
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Frohsinn→ Worte  → Songs

froh roh hosianna sinn in
fröhlich sinnen froher sein
fromm froren horen firnis hirn
hinter hintersinnig frischer früher sinn
freitag frei fronleichnam frönen
fahren friemeln friern
ro-psi psi-sigma sinus rondo rot
sinnlos sinnfrei sinnfroh
vorher vorhut von sinnen vormals
trübsinn trostlos tot trott fort
farbsinn fahl folgsam freisinn frost
fristlos fristen fragen fraglos fasten
friedlich freilich freiheit
frieder friedel fridolin

#555 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 27.09.2008 13:31 © by SuMuze
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Hausmusik→ Heimspiele  → Songs

Ich kaufe keine Scheuerlappen,
ich kaufe Schwämme
gleich im Sechserpack.
Ich kaufe keine Tüte Soda,
ich kaufe Spüli
aus der Tube.
Ich stelle nicht das Fenster auf,
ich sprühe Duft
frisch aus der Dose.
Ich schaue nicht nach draußen,
ich warte auf den
Wetterfrosch.
Ich singe, wenn ich bei mir bin,
die Luft ist weich,
im Herd ist Licht,
und vor der Tür,
im Kellergang,
ist jemand, der hört hin.

#556 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 27.09.2008 13:15 © by SuMuze
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After Work Incident→ Kurze Gefühle  → Songs

...und seine pantherstimme klang ich wäre nicht entwichen krallen hielten mich ein singen wind in wipfeln meine eingeweide waren sein denn zahn für zahn roh wie die sehnsucht tiefe schatten an der wand uns gegenüber buch stand dort an buch floß weich mein leben sinnlos vor sich hin...

#557 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 26.09.2008 22:21 © by SuMuze
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Brise→ Lago  → Songs

Das Boot nimmt Fahrt auf
Schläge hart auf Stoff
ziehn es dahin
zitternder Kiel
weiß zischt die Gischt
an uns vorbei
und meine Hand
taucht träge in die See
reibt sich am Naß
bewegungslos
sind wir.

#558 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 26.09.2008 17:16 © by SuMuze
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Morgenkühle #2→ Innereien  → Songs

Ich lehne mich der Morgenkühle
an die kalte Schulter, daß
die Nacht ich endlich weichen fühle
unter meinem Kleid. Blaß
sehnt sich mein Leib zu Farben
hin als Tünche seiner Narben.
Nach dem Nebel schwindet Zeit.

#559 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 25.09.2008 14:38 © by SuMuze
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Zyklus→ Zwischenräume  → Songs

Ich bin niemals, bin nicht da,
bin vielmals mehr als wahr,
keinesfalls nur, wie ich war,
war ich mir einmal nah.

Ich bin um mich, inmitten,
bin mitten in mir drin,
zum zweiten und zum dritten,
bin her und wieder hin.

Ich möchte und ich will,
und kann und soll und muß,
inwendig laut und still,
am Ende und am Schluß.

Ich darf nicht aber werde,
ich war und werde Erde.

#560 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 24.09.2008 21:08 © by SuMuze
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