| Angst #2 | → Angst → Songs | Sie schlägt aus Wasser Funken, gießt Stein in jeden Krug, macht Vektorräume trunken, verdunkelt Licht zu Trug.
Sie säuselt nachts in Schößen, sie funkelt aus dem Dort, bekleidet alle Blößen, fließt breit aus engem Ort.
Sie trägt im Untergang, lacht, wo die Trauer schweigt, sie zweifelt lebenslang, verteufelt, was sich neigt.
Kann ohne sie nicht sein und bin mit ihr allein. | #561 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 23.09.2008 23:57 © by SuMuze
| | Me And Myself | → Me & You → Songs | Das leichte Krümmen deiner Finger hat mich leicht verbogen fast als wäre ich nicht mehr als deine Finger biegen wenn sie biegen was sie biegen können, ich zum Beispiel biege mich für deine Finger schrecklich gern.
Das flinke Blinzeln deiner Augen hat mich fröhlich werden lassen fast als wären alle Sorgen rasch verflogen wenn nur deine Augen blinzeln wie sie blinzeln, meinen Augen suchen Deine nach dem bunten Sternenmeer.
Das starke Fassen deiner Arme hat mein Straucheln rasch behoben fast als wären meine Beine nur mir Beine wenn ich deine Arme um mich hätte mich zu fassen, meine Arme greifen nach dir Tag für Tag.
Bin ich falsch weil ich nicht wahr bin ohne dich? Ich muß hecheln ist dein Atem nicht bei mir.
Stell mir auf vor meinen Blicken an den Grenzen meiner Blicke was ich sehen will und fühlen wenn das Blicken meinem Fühlen Grenzen setzt als reines Fühlen das sich nicht begrenzen läßt und doch muß es als Fühlen endlich enden ganz zuletzt.
Ich bin nicht falsch, ich bin nur quer. Auch wenn ich greine bin ich wer! | #562 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 23.09.2008 09:47 © by SuMuze
| | Zärtlichkeit #2 | → Love & Affection → Songs | Es legt sich jeder Tag wie eine neue Haut auf mich, und manchmal kratze ich sie auf, die letzte Haut, und die vorletzte, und die davor dann auch. Ich grabe immer tiefer und ich lache, finde ich mich immer wieder, ich werde Kind und dann, am Ende, finde ich mich nicht und schweige. Kein Platz ist mehr in mir, als wäre jedes Ich in mir geschmolzen, nur ein dicker Brei aus Damals und aus einem vagen Eigentlich. Dann schließe ich die Häute, sorgsam Tag um Tag, damit ich wieder werde, was ich bin, geworden und doch nicht gewollt, nur wie aus Zufall, fast. Ich bin in mir, ich weiß mich dort, auch wenn ich mich nicht finde, und spüre, wie dort Beine, Arme, Hände sind, die graben sich hervor und nehmen alles Heute von mir fort. Ich bin zu Viele, ich fürchte mich, als wäre eine feste Burg vonnöten, die mich birgt, entlehne mir die Härte, die es braucht, sich in sich selbst zu fassen, gierig, von der harten Hand auf mir, die Liebe heißt und zärtlich, zärtlich sei. | #563 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 22.09.2008 20:03 © by SuMuze
| | Gegen Regen | → Zweifel → Songs | Du kannst nicht gegen Regen reden oder den Sonnenschein wegweinen. Nicht durch die Dunkelheit gut gucken, Stille schrill mit Widerwillen füllen.
Du kannst nicht Hartes hehrer hoffen oder das Weiche weg dir wünschen. Nicht Gegensätze zu sich schwätzen oder Ferne nehmen aus den Sternen.
Du kannst nicht Trost statt Trauer tragen oder Triumph mit Trübsinn täuschen. Nicht Eitelkeit mit Leiden lindern oder blöden Stolz mit Blässe bleichen.
Du bist im Kleinen kleiner, es ist nicht einer deiner Zweifel einfach falsch. | #564 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 22.09.2008 18:03 © by SuMuze
| | Rückkehr | → Heimspiele → Songs | Ich stand im Hof und schaute nach dem Himmel, fror, unten war es dunkel, oben trüb, niedrige Wolken ruhten wie ein Schild auf mir. Im Haus war Licht hinter den meisten Fenstern, und aus dem Schornstein stieg ein weißer Dampf, murmelnde Stimmen drangen aus dem Haus zu mir. Ich ging ein paar schnelle Schritte durch die Nacht, ich ließ den Kies unter den Sohlen scharren, das klamme Schwarz unter den Büschen schwieg mit mir. Von meinem Wagen strömte noch Wärme aus, Metall entspannte sich, es roch nach Öl, ich legte meine Hände auf das Blech vor mir. Ich fühlte kalte Luft in meinen Lungen, ich schloß die Augen, atmete nur still, ich wußte sehr genau, wie alles stand zu mir. Dann kehrte ich zurück ins warme Haus, setzte mich nieder, trank noch ein Glas, ich sagte nichts, schlief leise ein, in mir. | #565 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 22.09.2008 11:05 © by SuMuze
| | Freitag | → Arbeiten → Songs | Reset Freitag für den Hype Mann und Weib was angesagt das Kind geholt Spaß gehabt mitgelacht gesund gekocht Hand war am Puls zum Tango eng am Po Kratzen im Hals den Film gesehn Nacht erlebt wild gebebt sich gut verstehn. | Dann Überdruss und Tristesse ein Exzess ohne Genuss Philosophie Epidermis im Bad grau und fad Schmerzen im Knie ganz sich gewillt wertvolles Ich fein fern östlich relaxed gechillt endlich bequem man faßt den Mut Sysop lud Betriebsystem. |
| #566 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 19.09.2008 14:49 © by SuMuze
| | Wochenends | → Zwischenräume → Songs | Der Freitag ist der jeder Tag, viel mehr als alle andren.
Hell die Gesichter dann, als ob ihn jeder mag, und alles kann sich wandeln.
Das ist ganz leise da, wird wahr, wühlt sich heran, zum Greifen nah, bleibt dennoch beinah ungreifbar.
Das sind Freitagesstunden, die in den Abend wollen als sanftes Freitagslicht, das alle Wochenwunden zu heilen fast verspricht. | #567 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 18.09.2008 20:37 © by SuMuze
| | Heimkehr | → Family Days → Songs | Spann auf den Schirm des Vaters! Klapp deines Liebsten Liege aus! Summ Melodie der Mutter, das Kindchen kommet nun nach Haus!
Trete Pfade kleiner Engen! Klettere hoch den steilen Steig! Schwimm dem Strom entgegen, Kind, gib keine Widerworte, schweig!
Preis sei dem Lächerlichen ewig! Lob dem Hölzernen sogar! Wundertätig tut das Heile immerwährend allem wahr!
Kerosin entflammt den Dachstuhl! Platinsilbern brennt das Wort! Traumaltar in Echt und Leder, hingegossen in das Dort!
Rost am Leib, und zerebrales Denkgestolper, heidnisch hehr, Winterwärts ins Kalt gefangen, hitzemäßig schlau und mehr!
Trost fand Eines, das ihn suchte unter Stoff und unter Garn. Floh das Einsam, fand das Warme, wie gemeinsam wir doch warn!
Ekel sei im Mensch und Schutt, fast am Ende ist doch alles immer bestens, immer gut. Lieblich ist was lieblich, soll es!
Rinnstein ist der Zukunft Wut. | #568 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 18.09.2008 20:05 © by SuMuze
| | Trennungsschmerz | → Trennungen → Songs | Erst trennt sich sanft mein Herz, und mein Verstand schreit: Scheisse! Bekämpft mit Trennungsschmerz, wie ich dich aus mir schmeisse.
Dann macht sich frei mein Schoß, und meine Gier kreischt: Niemals! Als wär'st du einzig, bloß, du stehst mir bis zum Hals.
Danach löst sich mein Blick, die Sehnsucht greint: Wieso? Das Denken schaut zurück, die Augen blinzeln froh.
Am Ende siegt mein Lachen, auch wenn es manchmal weint, und ich kann neu mich machen, so herrlich unvereint. | #569 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 18.09.2008 19:44 © by SuMuze
| | Zwiegespräche | → Schönheit → Songs | Ich sah dich fett im Milchkaffee nur vage mehr im Rauch aus meiner Zigarette ich hörte deine Stimme laut sie schallte abends über'n Hof nur nachzuschaun hab ich mich nicht getraut als ich dann endlich ging warst du schon weg ich spüre deine Hand wenn ich die Brust fest in mein Laken presse und wünsche sie wär mutig unterwegs ich ahne was du denkst wenn grell die freche Mittagssonne alles dunkel macht um mich und manchmal reden wir zusammen du und ich kann sein du hörst mir zu ich würde gerne wär ich du doch du, das bin ich nicht. | #570 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 18.09.2008 13:23 © by SuMuze
| | Teich (Unterart Baggerteich) | → Teiche → Songs | Der halbe Teich erstickt im Schlamm, da wo vor Jahren Weiden waren ist jetzt der Boden glatt geworden, Aushub liegt wie ein grauer Damm, darauf aus tausend Gänseärschen weißlich schimmelnd harter Kot. Und hinter mit sich rangelndem, im Abendlicht sanft raschelndem Geäst, das hier am Ufer alles überbot, ragt rostig noch ein Förderband, an dessen Pfeilern kleine Kegel lehnen, aufgehäuft von nassem Sand. Im Wasser kannst du Fische ahnen, und Enten schlafen unterm Mond, der kostenlos am Himmel thront. Darauf zieh'n Wolken ihre Bahnen, fast nur ein Schatten ist die Welt. | #571 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 17.09.2008 09:29 © by SuMuze
| | Gedicht nach oben hin | → Mannsbilder → Songs | Und laß dein Licht doch auf mich scheinen, wenn meines fahl und einsam ist, nichts sollte dir das Tun verleiden, mit dem du einzig, groß, barmherzig bist
Und schaue nach, was wir hier machen, wir brauchen dich fast jeden Tag, kann sein, daß manche lachen, nicht jeder weiß genau, was jeder mag.
Und schieb' ein wenig, wenn ich warte, mir fehlt oft Kraft wie Licht, auch wenn ich beides hatte, wenn du nicht hilfst, hab ich sie nicht.
Ansonsten bleib, wo ich dich wähne, bis ich mich wieder nach dir sehne. | #572 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 16.09.2008 19:50 © by SuMuze
| | Strictly Barroom | → Großstadt → Songs | Fahre ich mit ihm oder bleibe ich hier? Manche lassen dir kaum eine Wahl, andere scheinen fast nicht dran zu glauben, du kämst am Ende doch mit ihnen mit. Mir ist's egal, hab' ich mich entschieden, will ich keinen Halt. Nur Action und Tempo, das Leben ist hart und die Zeit lächelt nicht. In der Kühle der Nacht, wenn das Licht kaum mehr zeichnet, stellt die Hoffnung die Zeichen heimlich auf Grün! | #573 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 16.09.2008 00:26 © by SuMuze
| | Lebenslust | → Falten → Talks | Sie sitzt vor dem großen Fenster und schaut hinaus in den kleinen Garten. Das tut sie schon seit vielen Jahren, hat sie mir gesagt. Weil sie nicht gerne in den Fernseher hinein schaut, weil das Lesen sie anstrengt und sie auch nicht recht weiß, welche Bücher sie lesen sollte. Deswegen also schaut sie auf Blätter und Rasen und ein paar Blüten und erinnert sich. Das aber, sagt sie, machte sie gerne. In den letzten Wochen habe ich ihr dabei manchmal zugeschaut. Reden strengt sie an, deswegen klappt das nur, wenn ich das meiste von dem, was sie mir sagen will, rate. Doch sehr gut bin ich darin nicht. Einmal, weil ich so wenig von ihr weiß, und dann, weil so vieles mir so fremd ist, fast mich abstößt. Sie ist alt, böse und bitter. Da ist nichts von der Filmromantik des... [weiterlesen] | #574 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 15.09.2008 23:28 © by SuMuze
| | Bachforelle | → Fluß → Songs | Das Fließen hat mich mitgenommen, wie es das Gras im Fluß mit nahm, Als wäre ich gleich mitgeschwommen, die Hände matt, die Füße lahm. Es trieb mich fort von dort am Rande, wo ich still ins Nasse sah, Darin war Himmel wie die Bäume am andern Ufer dicht und nah. Ich schwamm im Wasser zu den Fischen, sie nahmen mich als ihre auf, Und gaben mir von ihrer Frische mit auf meinen Wasserlauf. Ich rolle mich jetzt in den Fluten, eine kleine Bachforelle, Die schlängelt sich vorbei an Wehren, überwindet jede Schnelle, Die paddelt schnell den Fluß hinunter, will sich sputen bis zum Meer. Vielleicht geschieht ihr dort das Wunder und sie kehrt heim zu mir hierher. | #575 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 15.09.2008 19:47 © by SuMuze
| | Septemberabend | → Von Rändern → Songs | den tag die stun de die mi nu te das da tum län ge brei te ra di us ge nau prä zi se an ge ge ben ist nur ein punkt in die ser welt | #576 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 11.09.2008 21:56 © by SuMuze
| | Septembertag | → Politik → Songs | Das flinke Schwingen bunter Tücher hat die Augen abgehalten, was hinter lauten Gesten sich versteckt an Absicht klar zu sehen. Nun suchen sie nach harten Zeichen für das Wunder, das sie wollten, sich ihren Boden neu zu zimmern, auf dem die Bilder sicher steh'n.
Unter jeder Schwebenummer will man Eisen, das die Jungfrau trägt. Hinter jedem lippenlosen Reden wird der Bauch, der spricht, gesucht. Auf alle Kartenbilder fällt der Verdacht, daß jemand sie gefälscht. Zwischen alle Worte sät Mißtrauen immmer wieder nichts als Furcht.
Aus Angst, den Trick nicht zu erkennen, wächst die Hast, ihn zu benennen. Aus Furcht, man führe an der Nase es herum, murrt das Publikum. Sehnsucht nach der alten Sicherheit als Ruf nach Taten lauthals schreit, Zweifel schwäche, wie das Denken, wenn alle eifrig Fahnen schwenken.
In aller Ruhe steht der Spieler auf der menschenleeren Bühne. Er zählt die Reihen im Parkett und rechnet nach, wieviel es waren. Sortiert schon für das nächste Mal die Karten, Tücher, Tische, Stühle, und lächelt, weil er weiß, sie kommen wieder, wie sie immer kamen. Dann tritt er ab, nimmt Lohn und Hut, und alles ist ihm leise gut. | #577 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 11.09.2008 13:28 © by SuMuze
| | Gedichten | → Worte → Songs | Mit Worten Endlichkeit ist schwer zu finden zu oft will eines gleich die Tausend gründen da schaukelt sich der kleine Klang zum Liede als böte Geist was Geist im Allgemeinen miede wenn er nur zaghaft und mit Als Wie käme sich statt des bangen Sei das Würde nähme doch bietet Geist nie mehr als Geisterstunde betreten schaut der warme Leib blass in die Runde. | #578 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 11.09.2008 01:34 © by SuMuze
| | Die Brücke | → Worte → Songs | Ich würde von der Brücke fallen, die über kaltes Wasser brav gelegt, und kopfüber auf jenes prallen, das eben diese tapfer hegt zum Zweck, daß niemand je ertrüge das oben bereits angemahnte, wobei sich zart Verdacht erhebt in dem, mit dem ich prallen würde, läge das anfangs schon genannte nicht über dem, was drunter liegt. | #579 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 10.09.2008 19:54 © by SuMuze
| | Sommertag revisited | → Sommer → Songs | Ich trage die Kleider der Liebe am Leibe, die Deine zu sein, verschließe mein Herz dir nicht, Schmerz setzt mich frei nie, mein Leben ein Schein. Ich wünschte die Tage aus Sonne und Wärme wär'n wieder um mich, im Schatten der Blätter soll leuchten dein Antlitz im südlichen Licht. So leicht ist dein Haar, nie mir Last deine Hand, die mich wiegend umsorgt, so sanft deine Worte, der Blick aus den Augen, den ich mir geborgt. Hab ihn mit mir getragen, den Tag mir zu schönen, Jahre um Jahr, verloren das Helle, unter Blässe begraben, gegangen, was war. Ich öffne die Türe und gehe die Gänge für mich noch einmal, laß Wind in das Innen, er nimmt mit dem Staub auch die Qual. Ich will lachen, wie mit dir, will meine Stirn froh herzeigen, erneut, und dein Bild in mir wissen, wie etwas, das kindlich mich immer gefreut. | #580 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 10.09.2008 12:52 © by SuMuze
| | Paso Doble | → Großstadt → Songs | Der argumentative Tiefpunkt des Abends bildete zugleich sein erotisches Maximum als der Flachbrust-Langarm-Tattoo-Bewehrte von hinter der immer noch glänzenden Theke 'gentlemen last orders please' in den Raum und zwischen die absterbenden Gespräche murmelte. Sie sammelte die Folgen des einen zu vielen Glases ein und wischte mit dem Ärmel des unverschämt teuren und dennoch am Ende des Abends verschämt zerknitterten Kostüms über den Ort ihrer Niederlage und die Spuren sinnlos versprühter Aufregung dahin. Sie hatte ihn Alkibiades genannt, in der dann doch vergeblichen Hoffnung, das Bauhaus verkehren zu können. Es funktionierte nicht. Doch seine Form war gewahrt. Seine Schläfen standen korinthisch, das letztlich einzig Säulengleiche seiner Façon. Mit dem Lächeln das alt ist wie Theben beobachtete sie das ushering-out das am Ausgang Gedränge erzeugte aus Eile und tapsiger Volltrunkenheit Symphonie hastiger Unfreiwilligkeit und dennoch ein letztes Aufbäumen der Gier. Sie streifte den Oberarmmuskel des waiters Kraft pur jetzt aus Ungeduld kalter Präsenz, Sehnsucht nach Dunkelheit, raschelndes Stroh vieler Scheine, sie deckten weich zu, was Finger aufschabten ein blutarmes Rot tanzt Paso Doble allein. | #581 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 09.09.2008 20:01 © by SuMuze
| | Vorwärts | → Politik → Songs | Wir ließen die Sonne noch einmal uns scheinen. Ein kleines Stück oben vom Rand der Berge. Ein paar Wolken schienen darüber zu weinen, daß Tag verging, daß es Abend werde.
Wir machten uns Wärme mit Blicken und Worten. Im Zwischenraum, der voneinander uns trennt. Erinnerungen wanderten zu den Orten, die jeder sich träumend nachts gerne nennt.
Wir holten uns Nähe aus Gesten und Augen. Auf dem Spielfeld aus Fühlen und Denken. Versuchten bald jedes Detail auszusaugen, und jeden Moment uns nochmals zu schenken.
Wir saßen zusammen, Rücken an Rücken, um gemeinsam getrennt nach vorne zu gucken. | #582 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 09.09.2008 19:24 © by SuMuze
| | Inventar | → Avantgarde → Songs | Rotverschiebung des Spektrums folgt einer Amplitudenhäufung innerhalb der Brownschen Bewegung mit abschwächender Intensität.
Spitzfindigkeit auf Paraffinbasis.
Ich solle beschreiben warum ich unterlasse Ziele aufzählen in den Pausen Histamine.
Über kleiner Flamme köchelt Glück.
Betrachten wir RR und Hg-Wert buchstabieren korrekt und atmen der Maschine den Rhythmus hintenan Planstellenfreie Diagnostik.
Das Ich Platzhalter inmitten wiederverwendbarer Sätze Du Er Wir Niemand die kleinsten Quadrate schätzen das Meer weniger.
Schiefwinklig rotierendes Bezugssystem folgt seiner Destabilisierung mit parallel evozierten Reflexen sich rapide vermindernder Dauer.
Rot Grün Blau liest aus dem Stegreif den Farben Leviten der Wunsch noch zu wünschen wünscht allen die Nacht.
Penetrant: das ist die Frage nach Durchmesser oder Durchschlagskraft.
Das Anziehen der Stiefel ist niemals sehr leicht eine Frage der Mode und der Absicht dabei unter Sohlen zerbricht der Erde Gesicht.
Unentscheidbar ist Zustand das Urteil Prozeß aus Zeugen gesogene Wahrheit Verlaß.
Wiederholt nervös an den Haaren genestelt. Augen schauen nicht auf. Der Rücken hält sich gebeugt. Die Füße verwurzeln. Die Beine verwachsen. Die Wangen schamröten.
Zuneigung ist Vivisektion Hass rettet das Licht Lob spendet Tadel der Vorwurf legt vor.
Im multifaktoriellen Bedingtheitsraum (unter strenger Drittvariablenkontrolle) ist Rückwirkung immer erlaubt (simuliert Wechselwirkung) wenn auch nicht gerne gesehen (wg. Einschränkung der Reliabilität) Zweideutiges triumphiert Zwei besiegt die Eins der italienische Läufer berennt meine Burg. (besser doch Königsgambit?)
Der Begriff einer Masse impliziere das Teil (ich kratze mich) die Idee eines Einsam reduziere das Viel (ich blinzele) das Ziel eines Ganzen kontrolliere das Ich (es kichert) der Zustandsbericht kam heute per Fax morgen dann als Mail oder - wenn kurz - Sms.
Sie sprechen von einer Matrix? Was wissen Sie schon! Sie arrangieren nicht nur, Sie bilden ab! Sie invertieren, und dann sind Sie Opfer - sie war singulär!
Endlos krochen die Füße dahin, auf der stetigen Linie der natürlichen Bahn auf der Suche Unstetigkeitsstellen (mit leuchtenden Kinderaugen) abgelitten zum ersten zum zweiten der Puls dieser Zeit ist beliebig.
Beobachten wird jetzt teuer sie graben in Erde sie sammeln Ampere Stunde um Stunde lichten sie Nebel nicht mehr.
Haut, schien es, sei Grenze Türen und Fenster und Zaun die Peers und die Bürger der Leviathan.
Der Globus faßt nicht das Globale das Mehr genügt nicht dem Inkrement die Tiefe findet niemals den Boden das Innere kehrt sich nicht heim, niemals mehr.
Gemächlich geleerte Ampulle.
Ich bin kein Land, nicht in die Meere münden meine Flüße nicht in den Himmel heben sich meine Berge nicht unter Wind liegt meine Haut.
Puls und Atmung streng kontrolliert.
Am Tropenstrand am Gipfelkreuz am Wüstenpanorama spanking and spinning der Grenzerfahrung beugt sich Verstand.
Man hat das Erdreich mit dem Bagger ausgehoben und sorglos auf das Feld gekippt. Kleine Würmer meiden das Licht der Sonne. Brackiges Wasser sammelt sich in der frisch entstandenen Rinne. Blumen welken, weil ihre Wurzeln abstarben. Ein Hund hat ein Loch gegraben. Eine leere Schachtel Zigaretten klemmt unter einem Stock, der schwarz und pelzig aus dem Lehm ragt. Oben am Rand des Erdwalls winken die Gräser dem Wind zu. Da ist viel Mutterboden, in den du deine weißen Hände stecken kannst. Wühlen, kneten, formen, zerstören, verteilen, dahin streichen. Der Himmel scheint grau, hellt sich auf nach der Nacht. Kälte hinterließ weiße Spuren im Schlamm. Der Abdruck eines Stiefels. Ein Leben allein.
Die Atmung beschleunigt sich leicht. Der Puls ist erhöht. Die Pupillenreflexe sind irritiert. Die rektal abgegriffene Temperatur um zwei Strich erhöht. Die Darmtätigkeit verringert sich. Sekretabscheidungen im Rachenbereich sind erschwert. Der kleine Blutkreislauf kollabiert.
Sie müssen es nicht verstehen, hat er gesagt. Es genügt, wenn sie es fühlen. Ich fühle nichts. Richtig, fand er sich bestätigt.
Alle Organe sind auf das eine konzentriert: den Erhalt ihrer Mitte. Periphere Gefäße sind unterversorgt. Der große Herzmuskel hat Priorität.
Jemand läßt die Rolläden herab. Schließt behutsam die Tür. Im Raum bleibt die Andacht zurück.
Am Ende ist's dann nur ein Kissen, und die Decke, sie rollt weich sich um dich. Die Hände sind schwer, und der Kopf will nichts wissen. Das Laken hat Kanten und Grate wie Fels. Vor den Augen kein Vorhang, wie Spiegel im Spiegel stets gleißendes Licht. Und die Brust tut dir weh, du preßt beide Knie dicht an gegen Schmerz. Alle Töne sind gleich. Stumm hörst du hin auf dein schlagendes Herz.
Puls (72) Atmung erhöht (leichte Tachypnoe) Temperatur (37,1°) RR (80/110)
Greenwich Mean Time Between Failure 5:38pm i.e. 346.896.000 secs (est.) | #583 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 08.09.2008 17:52 © by SuMuze
| | Un Gewitter | → Wetter → Songs | Verfolge wie die tiefe Sonne unterhalb der dunklen Wolken First und Dach erklimmt. Seh' doch nicht hin. Lausche wie der frische Wind in großen Bäumen mächtig rauschend näher kommt. Hör' doch nicht drauf. Ahne wie das Ungewitter seine ersten kalten Tropfen auf die Autodächer schickt. Fühl's doch noch nicht. Bin nicht mehr interessiert, ist's einer, soll er's tun. | #584 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 07.09.2008 18:16 © by SuMuze
| | Dose | → Von Rändern → Songs | Da ist eine Dose alt und verbeult mehrfach geheilt ein wenig dunkel beschriftet (Halotan? Schwarzes Pulver? Silberbromid?) in Regalen in Kellern weit ins Abseits gedriftet von der nahm ich an wie auch sonst jedermann sie wär' nicht Pandorens sondern mittelbar lieblich gewöhnlich alltäglich wie andere Dosen wohl auch nur mit schmerzendem Bauch und ein wenig mit Freude würde ich sie je öffnen mag sein, ich bereute das Leeren der Dose nicht umsonst säß' ihr Deckel nie lose (nicht nur für den Reim) trotz Gegenteils Schein und häufigen Bohrens.
Jetzt sitze ich breit auf der löchrigen Dose ich fülle sie mir mit den Resten der Zeit mit Wettervorsage und dem, was drin bleibt. | #585 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 07.09.2008 17:56 © by SuMuze
| | Schlangenei | → Politik → Songs | Das Band im Haar als dreschten Korn noch Stock und Holz die weiße Haut als schiene Sonne nur auf Sand ins Kleid gehüllt als hockten Garben auf dem Feld der klare Blick als striche Wind durchs Land.
Kann sein es käme wieder da liegt noch vieles brach das kennt nicht nur die Lieder das ahnt bei Nacht doch Tag.
Die Hand am Schirm als paradierten sie erneut die Faust geballt als schlügen sie jetzt wieder zu der Arm gestreckt als grüßten sie einander froh und Stiefelklang als kämen sie marschiert.
Kann sein es wird so wieder da wartet manches wohl zu vieles scheint nur bieder weil es so scheinen soll.
Die Grenzen dicht damit nichts kommt zu uns hinein die Dämme stark damit die Flut nicht überschwappt die Haut wie Stahl damit das Fleisch nicht weichen kann der Panzer fest damit kein Schlamm entflieht.
Kann sein wir sehn es wieder als wäre es ganz neu schnell tritt das alles nieder verliert das erst die Scheu.
Die Augen zu man sieht nur was man sehen will die Ohren taub man hört nicht viel wenn Lärmen naht die Nase voll man riecht jetzt nur noch nach Rezept die Lippen dicht das Wort schrie nach der Tat.
Kann sein es ist schon da und keiner kann es sehen Gesamtsicht sieht nicht nah zu dicht es zu verstehen. | #586 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 06.09.2008 18:23 © by SuMuze
| | The Apprentice Was Bound To Learn | → Jenny Allen → Canzoni | Der Lehrling stieß mit der Nase darauf
der Seelenklempner, der seine Nase überall hinein steckte (und einen Dialekt sprach, der nach Mottenkugeln roch) schrieb vor, daß, ceteris paribus, Blinzeln käme und ginge, eine Fallstudie von unbezweifelbarer Vielfalt der Anspielung
zur gerinfügigen Erleichterung benutzte er eine Randgruppe, mit einer Batterie fadenscheiniger Theorien, um aus allen Schaukelpferden Freilaufleistung heraus zu kitzeln, was sich dann als Version von Hü versus Hott erwies
aber während er noch unerschrocken Party machte, kamen Nachrichten über ein Spiel, dem er nicht widerstehen konnte
sagen wir, es war ein Rätsel ohne Zweifel
unser Psychoheini also schickte seinen Lehrling, mit Brille in Ultramarin, um auf den Hanswurst zu setzen
bei seiner Rückkehr hustete er sich dann einen Wolf, und schaffte es nicht mehr, seine gleichmacherischen Qualitäten bei sich zu halten | #587 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 05.09.2008 19:27 © by SuMuze
| | Beton | → Stadt → Songs | Unter der Ampel : Stillstand in zweiter Reihe : Ungeduld ich möchte keinen Meter weiter gelb glüht der Dampf aus Natrium vor mir : Licht emittierende Dioden um mich : Geräusch aus Hochfrequenz ich kann nicht weinen lachen atmen mir ist die Haut wie Netz dem Fisch Zweifel : nichts mehr kann mich halten Angst : das Licht um mich zerbirst Leere auf dem glatten Asphalt der weiße Streifen Stückwerk Grün : um mich Motoren ich stehe reglos wie Beton | #588 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 03.09.2008 23:11 © by SuMuze
| | Gemäßigt feine Zuneigung | → Love & Affection → Songs | Ich will dein Leuchten sehen, dein Strahlen für den Weg an dem wir stehen. Ich will den Schweiß von deiner Haut die Hitze deiner Muskeln die mir so vertraut. Ich will dein Atmen wissen das Pochen deines Lebens will es nie vergessen. Ich will ins Dunkle tauchen zwischen dir und mir und jedes Licht verbrauchen nur dann bin ich mir hier. Ich will dir Immer schenken daß du mir immer bist mir und in meinem Denken wie hab ich dich vermißt. Ich will nicht mehr von lassen was ich mir nehmen kann bis es wir enden dann - und dann dich ewig hassen. | #589 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 03.09.2008 19:46 © by SuMuze
| | Orion | → wet → Songs | Dein Blick zog mich doch an da zog ich selbst dir vorzugreifen an den Leinen meines Falls aufrecht statt hingebeugt an deinem Gürtel nestelte die Hand, gab auf, lahm wie dein Mund im Spiegel lange spielerisch kamst du mir vor dem Ziel das Ende nehmend. | #590 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 03.09.2008 18:02 © by SuMuze
| | Beschäftigung #17 | → Beschäftigung → Soaps | Diesen Samstag schlief sie aus. Ließ sich von dem Widerschein der langsam den Himmel hinauf kletternden Sonne in den Häuser gegenüber wecken, der zusammen mit Stimmen und Motorenlärm sie immer beharrlicher besuchen kam. Und streckte sich lange und ausgiebig, in das dünne Laken gerollt, als fröre sie trotz der Wärme des neuen Tages. Sie schaute zur Zimmerdecke hinauf, die unter ihrem Blick rasch ihre anfängliche Konturlosigkeit verlor. Es zeigten sich Linien, Grate, Scharten und Hügel. Kleine, picklige Erhebungen, Verfärbungen, und selbst das diffuse Licht warf ein paar spannende Schatten hinauf in das Weiß da oben. Wie die Landkarte ihrer Träume sah das aus. Dazu die Geräusche. Das Klappern von Fahrrädern und das Kindergeschrei draußen klangen nach den langen Morgen... [weiterlesen] | #591 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 02.09.2008 19:44 © by SuMuze
| | Von einem Kind | → Kind → Songs | Sie ist ein Kind, daß es gelernt hat, zu gefallen. Des Erfolges sich aber niemals sicher ist. Die beste Triebfeder, es immer wieder neu zu versuchen. Ihre Haut ist klar und rein, eine schöne Ergänzung der hellblonden Haare und der blauen Augen. Darauf wird viel Wert gelegt. Wie auf Haltung und den gemäßigten Aufbau der Muskeln. Die Köchin hat präzise Vorgaben für die Ernährung. Und der Tagesablauf ist gut organisiert. Bewegung, Ruhe, Schlaf, Entspannung. Körperpflege nimmt einen großen Raum ein, bis sie habitualisiert ist. Wie die gymnastischen Übungen und die Gestik.
Sie ist behütet, umgeben von Sicherheit und Solidität. Protz und Prunk sind ihr fern, ihr Geschmack wird gebildet. Man pflegt kulturelles Leben, nicht rückwärts gewandt, aber mit dem feinen, ironischen Gestus der nicht mehr hinterfragbaren Überlegenheit. Man verwendet Gesellschaft, weil man sie ist. Ihre Bahn liegt vor ihr, klar, eindeutig, einsichtig.
Erfolg ist nicht im Erreichen, sondern liegt im Sein. Dasein ist das gelassene Ruhen in der Selbstverständlichkeit. Dennoch ist die Konformität immer eine gebrochene. Der Spleen, das Individuelle hat Raum, ja, wird gefördert. Die bunten Blüten des einen Strauches, die glänzenden Früchte des einen Baumes.
Sie lernt, in Gegenteilen zu denken und zu fühlen. Sich zu fügen und doch zu benutzen. Zu gefallen und doch zu verabscheuen. Zu bejahen und doch auf Distanz zu sein. Sich zu entziehen und doch hinzugeben. Wärme und Kälte. Sie ist einsam. Sie ist fröhlich. Sie lacht. Sie urteilt. Sie soll urteilen. Sie soll gehorchen. Sie übt sich in Höflichkeit und Anstand.
Sie sieht ein Kornfeld. Nähe, sagt man ihr, ist wie der Teppich der zarten Ähren. Sie sind einander nah, und doch erheben sie sich weit über ihre Wurzeln, und nur diese haben sie gemeinsam. Sie sieht im Traum die Wellen, die der Wind in das Feld warf.
Sie soll Sorgfalt üben. In allem. Bedachtsamkeit und Präzision. Wenn sie die kleinen Füße zu Boden setzt, soll jeder Schritt genau gesetzt sein. Wenn die sie Hände auf die Beine legt, soll deren Platz bewußt gewählt sein. Wenn sie die Augen aufschlägt, soll sie wissen, wann sie sie wieder niederschlagen wird.
Sie lernt. Sie lernt, daß die Ausnahme nur eine Gestalt der Regel ist. Sie lernt, daß das Spontane nur ein Moment des Geplanten ist. Sie lernt, das Gefahr nur dank Beruhigung existiert. Daß Lärm nur das Extrem der Ruhe ist. Ekstase nur das zu sich gekommene Bewußtsein.
Sie beginnt sich zu kapseln. Das ist gewollt. Sie bildet ein Inneres aus. Auch das ist gewollt. Je perfekter das Äußere, desto freier das Innere. Sie perfektioniert sich. Ihre Schritte sind Schreiten, ihr Sprechen ist Rede, ihr Fühlen Gefühl, ihre Sehnen Wille.
Sie unterscheidet. Sie lernt zu unterscheiden. Sie lernt, Respekt und Urteil zu verbinden, zu trennen, Grenzen von beiden Seiten zu sehen, Bereiche von allen Seiten. Sich selbst ebenso.
Sie lernt einzuordnen. Dinge, Menschen, Gedanken, Gefühle, das Ich. Sie lernt ihr Ich. Sie lernt die Unberührbarkeit des Ichs. Sie lernt die Leere zu füllen, das Volle zu meiden, die Gleichförmigkeit zu unterbrechen und das Chaos zu planieren.
Sie lernt zu lieben. Zart und leise und laut und fordernd und schrill und schroff. Sie lernt zu hassen. Langsam und schwer und treffend und genau. Sie lernt zu warten. Beständig und aufmerksam, umsichtig und gezielt. Sie lernt zu nehmen. Offen und direkt. Und zu geben. Freizügig, großzügig, treffsicher. Sie lernt zu sein.
Sie übt Mißtrauen, Vorsicht, Vorsorge und Zurückhaltung. Sie übt Verzicht und Aufschub, Verlust und Trennung. Sie übt Ferne, Geduld, Tristesse. Sie übt Verzweiflung und Trostlosigkeit, Trauer und Leid. Melancholie und Empfindsamkeit. Sie übt Fassung.
Ich möchte mit meinen Händen in dir wühlen, hört sie eines Tages. Sie lächelt.
Sie ist ein Kind, das sich nicht fassen läßt. Sie hält zurück. Sie bleibt, sie ist nicht greifbar. Sie trägt ihre Haut, ihre Haare, ihre Kleidung, ihr Gesicht. Sie ist hart.
Sie lernt zu nehmen. Zu empfangen, zu begrüßen, zu loben und zu benoten. Sie neigt den Kopf, sie reicht die Hand, sie beugt den Körper, sie kreuzt die Füße.
Sie lernt zu geben. Sie gewährt, sie reicht dar, sie offeriert und deutet an. Sie läßt ihre Augen erstrahlen und die Sonne ihrer Haut aufleuchten. Sie fängt den Wind in ihren Haaren und den Geruch der Erde in ihren Armen. Sie teilt.
Sie lernt Nein und Ja, Vielleicht und Irgendwann. Sie lernt Zustimmung und Wohlwollen, Freundlichkeit. Die endlosen Wege des Anstands. Die Verliese der Ablehnung. Die Wüstenei der Gleichgültigkeit.
Sie ist ein Kind, das gelernt hat zu lernen. Sie lernt. | #592 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 02.09.2008 12:00 © by SuMuze
| | Fast Herbst | → Herbst → Songs | Du machst, ich stammle. Preßt auf mir. Du willst, ich schreie. Bist auf mir. Mein Rattern ist zu bunt. Dir wird mein Grau zu bunt. Faß nicht mir an den Hosenbund! Haut wäre Grenze, oder Schweigen. Gemeinsam trinken wir den Tee. Mir fröstelt, Sommer endet. Mir schwant, noch mehr. Was alles sich in Blicken wendet! Die bald ist, Trauer, tut mir weh. | #593 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 31.08.2008 21:28 © by SuMuze
| | Zu Hause | → Heimspiele → Talks | Zu Hause wissen sie, wenn ich nichts sage. Wenn meine Wangen müde hängen, meine Haare stumpf, ich kann die Gummis fühlen. Zu Hause loben sie, wenn ich zum Fenster schaue. Wenn meine Finger Tassen zählen und den Rand vom Teller, das Besteck. Zu Hause lächeln sie, wenn ich nicht höre. Wenn meine Füße glatt den Boden nicht mehr halten. Zu Hause geben sie bald Ruh. Zu Hause ist es leer, damit ich Leere fülle. Das Tapsen meiner Sohlen auf der Treppe, ein Geräusch. Zu Hause ist es still, weil ich dann lausche. Dasein fester Wände und die Dielen und der Staub. Zu Hause ist es dunkel, die Sonne macht's mir nach. Zu Hause drehe ich Gedanken, wälze Atmen, rolle Katzen, schiebe Hunde. Ins sanfte Abendlicht knipse ich mich still... [weiterlesen] | #594 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 31.08.2008 21:00 © by SuMuze
| | Heimkehr Sonntag Abend | → Tries → Songs | Stahlgitter (blau oder leicht bläulich) tragen sicher meinen Zug (nicht meinen, auch den Anderen hier ist er der Ihre) über den Fluß (Wasser, bläulich wie der Stahl) es brummt (Motor macht Resonanzen) niemand sieht sich in die Augen (nicht nur bläulich) in der Mitte eine Gruppe mit Sporträdern stehen Räder dicht im Gang Schweiß unter dem engem Sportdess (gelb, orange, und auch blau) muntere Reden, müde Außenseiter drei junge Mädchen und ein matter alter Mann Kleinkinder hängen schlaff so gut wie tot an Väterschultern nackte Arme, Beine (bläulich die Adern unter blasser Haut) die Kraft des Zuges treibt (Ungeduld bei jedem Halt) ich zähle die Sekunden bis zur Abfahrt der Zug anfährt lese oder gebe vor zu lesen (jemand setzte sich zu mir) wieder Stahl der uns fest trägt (grau dieses Mal, warum?) dann das sanfte weite Land (der Heimat?) Sehnsucht wie Vergessen oder Leid Verzögerung (wieder die Kraft, nur diesmal anders) auf der Plattform aufgeregt (ich kontrolliere meine Tasche) ich schaue einsam in mich rein nach mir selbst (Hunger?) endlich im Wagen auf der Heimfahrt kenne jeden Meter vom im Asphalt (bläulich, tiefe Sonne) angekommen (im Bad die sind Augen bläulich) Müdigkeit und Trost und heiß gebrühter Kaffee ich will zu Hause sein oder, wenn anders, tot. | #595 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 31.08.2008 20:35 © by SuMuze
| | Liebhaber | → Mannsbilder → Songs | Er ist ein rechter Möchtegern, gern möchte er das Rechte tun, vermag es aber kaum.
Er ist ein flotter Luftikus, hat Luft nur für den kurzen Kuss enteilt flink durch den Raum.
Er ist ein Tagtraumtänzer, tanzt Pirouetten aufs Parkett und nennt dich seine Süße.
Er ist ein Muttersöhnchen, liegt leicht in deinem warmen Bett und streichelt deine Füße.
Er ist ein Springinsfeld, hüpft lachend deine Felder als wäre nichts ihm Hürde.
Er ist ein Schwerenöter, der in der Not zu leicht meist wird, als daß er zählen würde.
Er ist dir Liebhaber, und hat dich doch nicht lieb, schenkt dir sein Leben, weil sonst er fremd dir blieb. | #596 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 31.08.2008 20:34 © by SuMuze
| | Burgmauer | → Mäander → Talks | Er ist auf die Steinmauer geklettert und schaut in den Himmel. Vor ihm geht es fast senkrecht hinunter, zwanzig, dreißig Meter, ich kann das nicht abschätzen, weil ich nicht herunter schauen kann. Nur aus den Augenwinkeln. Er sieht auch nicht hin. Ein junger Mann in billiger Kleidung und unrasiert. Sehr dünn ist sein Körper, als würde er nicht richtig essen. Seine Augen schimmern matt. In der rechten Hand hält er einen langen Stock, der aussieht, als hätte er ihn sich eben irgendwo aus den Büschen heraus gebrochen. Das Ende ist weiß und faserig, es anzugucken tut beinahe weh. Ich sollte ihn ansprechen. Es ist etwas Schlimmes um ihn herum, das ich fühlen, aber nicht begreifen kann. Warum klettert jemand auf die Mauer? Niemand ist da, den er... [weiterlesen] | #597 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 30.08.2008 14:05 © by SuMuze
| | Homotop | → Zwischenräume → Songs | Ich starb du darbtest meiner ich gab du labtest dich ich lag du lehntest dich kein wir nur mir und dir im zwischen zeitlich schön und noch. | #598 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 29.08.2008 21:17 © by SuMuze
| | Alltag in der Stadt #19 | → Alltag → Talks | Ich weiß nicht, warum ich ihn treffe. Ich weiß nicht, warum ich mich fein gemacht habe. Und nicht, warum ich den Wagen kaum habe starten können, das Lenkradschloß fast nicht lösen konnte, beim Einbiegen auf die Straße um ein Haar mit dem Traktor zusammengestoßen wäre. Ich weiß nur, daß ich ihn will. Und er mich. Warum sonst hätte er mich angerufen? Warum hätte ich seine Stimme sofort erkannt, sofort zugestimmt, zu Zeit und Ort und, ja, zur Absicht? Jetzt stehe ich vor seinem Tisch und lasse ihn seine Augen über mich hinweg eilen, während er aufsteht und mich anlächelt und mir den Platz zuweist, den er für mich gedacht hat. Meine Kleidung wird ihm nicht gefallen, oder gerade doch. Alte, etwas locker sitzende Jeans und ein lappiger Pulli. Da ist... [weiterlesen] | #599 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 29.08.2008 20:42 © by SuMuze
| | Alltag in der Stadt #18 | → Alltag → Talks | "Ich gehe jetzt kochen," sage ich energisch zu Chris, der immer noch träge wie ein Sack Wäsche auf seinem Bett herum liegt. Er verzieht den Mund, als würde ich etwas Ekeliges vor haben. Dabei hat er wirklich noch nicht oft essen müssen, was ich koche. Außerdem ist heute seine Mutter mit von der Partie. Ich bezweifele, daß er in seinem Leben allzu häufig in den Genuß ihrer Kochkünste gekommen ist. Mindestens ab und zu aber sollte das der Fall gewesen sein. Und ich wette, es hat ihm jedes Mal geschmeckt. "Kommst du mit?" - "Laß Mama doch kochen," wendet er maulig ein. Ich mag das, wie er Mama sagt. So etwas höre ich gerne. "Nee," lehne ich ab und krabbele wie ein Käfer unter seinen Armen aus dem Bett heraus. Sein Widerstand ist nicht sehr groß. Was mich ärgert. Ich... [weiterlesen] | #600 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 29.08.2008 20:27 © by SuMuze
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