| Verschiedenheit | → Trennungen → Songs | Was ich an Leidenschaft nicht aufgebracht, hab' ich an Fröhlichkeit versucht zu geben. Was ich an Dämonie dir niemals gab, gab ich an guten Tipps am Morgen.
Was zwischen uns am Tag nicht ausgesprochen, flüsterte ich deinen Ohren nachts. Was ich verschwieg und in mir ließ, will ich auch jetzt verschweigen.
Was ich gehofft, wenn leise meine Augen dich von Kopf bis Fuß vermaßen, bleibt immer mein. So viel, das wir vergaßen. | #641 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 07.08.2008 20:18 © by SuMuze
| | Der Ungeschickte | → Mannsbilder → Songs | Ich darf an Ihrem Dreizack kratzen? Mich kratzt er auch, also ich ihn! Sie schaudern unter meinen Tatzen? Mir schaudert oft, wo schaun sie hin?
Ich darf mich ihrem Rücken nähern? Mir wird er nah, ihnen stets fern! Sie zittern, das kann ich verstehen. Der Rücken zittert immer gern!
Ich darf in ihren Blick mich legen? Mir tut es gut, sehn sie mich an! Sie schmeicheln mir, mehr herzugeben? Ich gebe gern, was ich nur kann!
Ich will gefragt sein, kleiner Mistkerl, bevor als Schatz ich für dich aufperl, und wie ein Geysir dann im Dunkel aus gar gekochter Gier grell funkel. | #642 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 07.08.2008 20:06 © by SuMuze
| | Hard-Boiled Affair #2 | → wet → Talks | Mit ihm das Bett zu teilen war wie das Versinken in Treibsand. Wonach immer ich griff, er zog mich weiter hinab. Umgab mich wie heißer, sich gierig an mir reibender Sand, und mein Körper wand sich hinein, ohne jede Aussicht, je wieder sich aus diesem Strudel befreien zu können. Er war weder zärtlich noch roh. Solche Begriffe schienen keine Bedeutung zu haben. Irgendwann hatte er mir den Slip zerrissen, ich hatte es kaum gespürt, nur, als er ihn fast wie nebensächlich mir zwischen die Lippen gedrückt hatte. Ich hatte den glatten, warmen Stoff gespürt, und die leichte Ahnung meines Schoßes. Dann verschwand alles wieder. Er tangierte mich stets nur, streifte meine Wünsche und überließ sie mir wieder. So hatte er mich auch hierher gebracht. Beinahe... [weiterlesen] | #643 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 06.08.2008 18:46 © by SuMuze
| | Lob des Vorgesetzten | → Arbeiten → Songs | Weise ist der Vorgesetzte, weswegen er dir vorsitzt, nicht? Sehr klug ist, was er sagt und tut, weswegen er im Recht ist, nicht?
Er kennt den Ratschluß und den Rat, was seiner Stimme Macht verleiht. Er mißt die Absicht und die Tat, was ihn erhebt aus Ort und Zeit.
Sein Sinnen tut dem Ganzen gut geht schnödem Jetzt nicht auf den Leim. Sein Sinnen gibt den Kleinen Mut, läßt blankem Hier nicht Macht noch Raum.
Wie leicht wär'st du, ein Blatt im Wind, wenn er nicht vor dir wäre, dein Vorgesetzter, liebes Kind, gibt deinem Leben Schwere. | #644 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 06.08.2008 09:26 © by SuMuze
| | Hard-Boiled Affair #1 | → wet → Talks | Die Einrichtung gefiel mir nicht für einen Heller. Zu viel Metall, zu viele schwarze, matte Flächen, und zu kalkuliert das Blitzen von Edelstahl und Glas dazwischen. Die Kellner waren durch die Bank muskulös und zu betont hochnäsig, und die zwei Frauen hinter der langen Theke sahen aus, als wären sie nur die Hälfte von dem wert, was sie verlangen würden. Dazu eine Beschallung wie ein Brei aus bekannten Sequenzen, überladen mit Zitaten und ohne irgendein Schwingen, das dir beim Zuhören die Zeit angenehmer würde verstreichen lassen. Ich wollte sofort wieder gehen, aber zuvor mußte ich das große Kuvert loswerden, wegen dem ich hergekommen war. Sein Inhalt lag mir zu sehr auf der Seele. Er saß allein an einem Tisch für vier Personen und sah zu gut... [weiterlesen] | #645 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 05.08.2008 21:32 © by SuMuze
| | Hierarchie | → Wolken → Songs | Der Wolkenkaiser dem Wetterkönig über und drüber noch Gewittergott der zwingt sie alle und nicht mal der hat keinen Ober den Obergott den Allerhöchsten und über dem dann wieder einer noch viel viel mehr! Versteht das wer? | #646 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 05.08.2008 15:06 © by SuMuze
| | Alltag in der Stadt #13 | → Alltag → Talks | Vielleicht haben die Schienen im Lauf der Jahre und unter dem Gewicht der vielen Züge sich allmählich in die Erde hinein gegraben. Um ihnen dort unten zu entgehen, doch das gelang natürlich nicht ganz. Oder sie haben sich an anderen Stellen ein wenig aufgeworfen. Als ob sie sich wenigstens ab und an hatten empören wollen gegen das immer gleiche Dahinrattern der schweren Waggons, der vollbeladenen Loren, der Triebwagen und Lokomotiven, dem Dampf, einst, dem Geruch nach Diesel jetzt. Auch das gelang nicht. Mich schwingen sie nun sanft durch den Morgen, und ich bin so müde und dankbar für ihren Dienst, daß ich mich anstrengen muß, damit mir keine Tränen aus den Augen heraus kullern und meine Gefühle verraten. Denn das will ich auf keinen Fall. Nicht, weil sich jemand... [weiterlesen] | #647 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 05.08.2008 14:05 © by SuMuze
| | unschärfe | → Von Rändern → Songs | ich sagte doch schwarz steht mir nicht ich wandte ein bei tageslicht leicht blass zu sein wenn daß ich trauer trage gut aussähe dann nur von fern nie aus der nähe von ganz nah will ich gleich fort bin ungern nur am gleichen ort | #648 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 04.08.2008 20:03 © by SuMuze
| | Familien String | → Matrix → Algebra | Johann sah dem Eingzug seiner alten Freundin Maria mit gemischten Gefühlen entgegen. Er freute sich, sicher, aber die empfindliche Beziehung zu Marias Sohn Gunther, seinem Patenkind, könnte das Zusammenleben erschweren. Und auch dessen Schwester Regina, an der er seit ihrer Geburt hing, schien nicht ganz mit dieser neunen Entwicklung einverstanden zu sein, auch wenn sie wieder einmal allen Seiten gerecht zu werden versuchte.
Maria bedauerte, ihrer Tochter Regina so viele Probleme damit aufzuhalsen, daß sie ihren Ehemann Arnold nach einer langen, aner inzwischen doch für sie zunehmend fruchtlosen Ehe verlassen und zu ihrem alten Freund Johann ziehen wollte. Ihr sehr an ihr hängender Sohn Gunther hatte sicherlich auch seine Probleme mit diesem Entschluß. Fast zum Glück war der Dissens zu ihrer Tochter Sophia so heftig und endgültig, daß dieser fast alles egal zu sein schien, was ihre Mutter unternehmen würde.
Arnold verstand die Welt nicht mehr. Genauer: seine Frau Maria. Nachdem sie schon aus ihm nicht erfindlichen Gründen mit seiner Lieblingstochter Sophia gebrochen hatte, setzte sie nun durch ihre Umzugspläne - die seiner Meinung nach um gute 20 Jahre zu spät kamen - auch ihre Tochter Regina unter Druck, die nunmehr zwischen allen Stühlen sitzen würde.
Gunther war unbehaglich zumute. Auch seine Schester Regina konnte ihm nicht helfen, deren Tochter Anna sich bei ihm sogar über ihre Mutter beschwerte und heftig die Tatsache kritiserte , daß dieses sich gegen ihren Großvater stellte, indem sie das Wechselspiel der Großmutter unterstützte oder doch nicht energisch unterband. Seine Mutter Maria und seinen Patenonkel Johann als ein Paar zu sehen, fiel ihm unendlich schwer. Und seine Versuche, mit seinem Schwager Lars darüber zu reden, scheiterten wie immer an dessen Abneigung ihm gegenüber, die er sich noch nie hatte erklären können.
Regina würde ihrer Mutter Maria niemals verwehren, mit ihrem Vater Arnold zu brechen und mit ihrem alten Freund Johann zusamen zu leben. Sie fand, im Grunde tat ihre Mutter gut daran. Solange sie ihren Bruder Gunther nicht benachteiligte, würde sie mitspielen. Ihre Schwester Sophia kümmerte sich wieder einam um gar nichts, was ihre gemeinsame Mutter anging. Ihrem Mann Lars war das Thema eher gleichgültig, oder er tat nur so. Das war stets recht schwer zu entscheiden. Mit ihrer Tochter Anna sprach sie manchmal darüber, mit ihrem Sohn Jens selten. Der hatte andere Sorgen.
Für Sophia war klar, daß ihre Mutter Maria nun endgültig verrückt wurde, weil sie ihren Vater Arnold verlassen wollte. Selbst ihre Schwester Regina schien das nicht verhindern zu wollen. Nur deren Mann Lars hatte so etwas wie Kritik an den Plänen seiner Schwiegermutter geäußert. Doch sein Sohn Jens, mit dem sie sich gerne beschäftigte, weil er der am wenigsten Egoistische der ganzne Familie zu sein schien, meinte, das wäre nur Gerede. Entschieden wäre im Grunde schon alles. Ihr war es egal. Mit ihrr Mutter verband sie nichts mehr. Basta!
Anna fühlte sich seltsam. Ihr Patenonkel Gunther war derart aufgebracht über seine Schwester, ihre Mutter Regina, die wiederum ebenso auf ihn ärgerlich war, daß sie selbst sich nur dadurch zu helfen wußte, daß sie beiden nach dem Mund redete. Wenigstens ihr Vater Lars war noch ein wenig zu vernünftigen Worten zu bewegen. Verrückte Familie, dachte sie oft.
Lars tat seine Frau Regina Leid. Sie versuchte ihrem verwöhnten Bruder Gunther seine Hahn-im-Korb Stellung zu erhalten, die durch die neuen Pläne seiner auf die alten Tage rebellisch gwordenen Schwiegermutter sehr in Gefahr geraten war. Und ihre Tochter Anna, die sehr an Gunther hing, dabei noch einzuspannen. Was ebenso wenig Erfolg hatte wie ihre Versuche, ihren gleichgültigen Sohn Jens zu einer Parteinahme zu bewegen. Mit seiner Schwägerin Sophia hatte er ein paar halbwegs erfreuliche Gespräche zu diesem Thema, die sie beide einander ein wenig näher gebracht hatten, was auf beiden Seiten anscheinend durchaus gefiel.
Jens lachte heimlich über seine gesamte Familie. Die aufgeregten Ausgleichsversuche seiner Mutter Regina, die scheinbare Kühle seiner Patentante Sophia, und sogar über die zur Schau gestellte Neutralität seiner Vaters Lars. Naja, ihn ging das alles nichts an. Er kümmerte sich um seine eigenen Angelegenheiten, das war mehr als kompliziert. Stress pur! | #649 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 01.08.2008 19:14 © by SuMuze
| | Familien Matrix | → Matrix → Algebra | | Johann sah dem Eingzug seiner alten Freundin Maria mit gemischten Gefühlen entgegen. Er freute sich, sicher, aber die empfindliche Beziehung zu Marias Sohn Gunther, seinem Patenkind, könnte das Zusammenleben erschweren. Und auch dessen Schwester Regina, an der er seit ihrer Geburt hing, schien nicht ganz mit dieser neunen Entwicklung einverstanden zu sein, auch wenn sie wieder einmal allen Seiten gerecht zu werden versuchte. | Maria bedauerte, ihrer Tochter Regina so viele Probleme damit aufzuhalsen, daß sie ihren Ehemann Arnold nach einer langen, aner inzwischen doch für sie zunehmend fruchtlosen Ehe verlassen und zu ihrem alten Freund Johann ziehen wollte. Ihr sehr an ihr hängender Sohn Gunther hatte sicherlich auch seine Probleme mit diesem Entschluß. Fast zum Glück war der Dissens zu ihrer Tochter Sophia so heftig und endgültig, daß dieser fast alles egal zu sein schien, was ihre Mutter unternehmen würde. | Arnold verstand die Welt nicht mehr. Genauer: seine Frau Maria. Nachdem sie schon aus ihm nicht erfindlichen Gründen mit seiner Lieblingstochter Sophia gebrochen hatte, setzte sie nun durch ihre Umzugspläne - die seiner Meinung nach um gute 20 Jahre zu spät kamen - auch ihre Tochter Regina unter Druck, die nunmehr zwischen allen Stühlen sitzen würde. | | Gunther war unbehaglich zumute. Auch seine Schester Regina konnte ihm nicht helfen, deren Tochter Anna sich bei ihm sogar über ihre Mutter beschwerte und heftig die Tatsache kritiserte , daß dieses sich gegen ihren Großvater stellte, indem sie das Wechselspiel der Großmutter unterstützte oder doch nicht energisch unterband. Seine Mutter Maria und seinen Patenonkel Johann als ein Paar zu sehen, fiel ihm unendlich schwer. Und seine Versuche, mit seinem Schwager Lars darüber zu reden, scheiterten wie immer an dessen Abneigung ihm gegenüber, die er sich noch nie hatte erklären können. | Regina würde ihrer Mutter Maria niemals verwehren, mit ihrem Vater Arnold zu brechen und mit ihrem alten Freund Johann zusamen zu leben. Sie fand, im Grunde tat ihre Mutter gut daran. Solange sie ihren Bruder Gunther nicht benachteiligte, würde sie mitspielen. Ihre Schwester Sophia kümmerte sich wieder einam um gar nichts, was ihre gemeinsame Mutter anging. Ihrem Mann Lars war das Thema eher gleichgültig, oder er tat nur so. Das war stets recht schwer zu entscheiden. Mit ihrer Tochter Anna sprach sie manchmal darüber, mit ihrem Sohn Jens selten. Der hatte andere Sorgen. | Für Sophia war klar, daß ihre Mutter Maria nun endgültig verrückt wurde, weil sie ihren Vater Arnold verlassen wollte. Selbst ihre Schwester Regina schien das nicht verhindern zu wollen. Nur deren Mann Lars hatte so etwas wie Kritik an den Plänen seiner Schwiegermutter geäußert. Doch sein Sohn Jens, mit dem sie sich gerne beschäftigte, weil er der am wenigsten Egoistische der ganzne Familie zu sein schien, meinte, das wäre nur Gerede. Entschieden wäre im Grunde schon alles. Ihr war es egal. Mit ihrr Mutter verband sie nichts mehr. Basta! | | Anna fühlte sich seltsam. Ihr Patenonkel Gunther war derart aufgebracht über seine Schwester, ihre Mutter Regina, die wiederum ebenso auf ihn ärgerlich war, daß sie selbst sich nur dadurch zu helfen wußte, daß sie beiden nach dem Mund redete. Wenigstens ihr Vater Lars war noch ein wenig zu vernünftigen Worten zu bewegen. Verrückte Familie, dachte sie oft. | Lars tat seine Frau Regina Leid. Sie versuchte ihrem verwöhnten Bruder Gunther seine Hahn-im-Korb Stellung zu erhalten, die durch die neuen Pläne seiner auf die alten Tage rebellisch gwordenen Schwiegermutter sehr in Gefahr geraten war. Und ihre Tochter Anna, die sehr an Gunther hing, dabei noch einzuspannen. Was ebenso wenig Erfolg hatte wie ihre Versuche, ihren gleichgültigen Sohn Jens zu einer Parteinahme zu bewegen. Mit seiner Schwägerin Sophia hatte er ein paar halbwegs erfreuliche Gespräche zu diesem Thema, die sie beide einander ein wenig näher gebracht hatten, was auf beiden Seiten anscheinend durchaus gefiel. | Jens lachte heimlich über seine gesamte Familie. Die aufgeregten Ausgleichsversuche seiner Mutter Regina, die scheinbare Kühle seiner Patentante Sophia, und sogar über die zur Schau gestellte Neutralität seiner Vaters Lars. Naja, ihn ging das alles nichts an. Er kümmerte sich um seine eigenen Angelegenheiten, das war mehr als kompliziert. Stress pur! |
| #650 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 01.08.2008 17:20 © by SuMuze
| | Alltag in der Stadt #12 | → Alltag → Talks | Chris Zimmer hier im Haus seiner Eltern ist beinahe größer als seine eigene Wohnung. Und auf jeden Fall deutlich aufgeräumter. Das sehe ich sogar ohne das Licht anzumachen. Doch es wirkt alles ein wenig gestellt auf mich. Der Arbeitsbereich ist so riesig, daß zwei emsige Bürobienen wie ich ihn nicht ganz ausfüllen würden. Die schicke Sitzecke vor dem Fenster unten sieht aus, als würde sich dort nur jemand hinsetzen, falls und damit jemand anderes dabei zuguckt. Aber als ich dann ein kleines Lämpchen auf dem Schreibtisch anschalte, gefallen mir die Bilder an den Wänden, obwohl sie nicht zu denen passen, die Chris sich selbst aufhängen würde. Vermutlich auch ein Werk desjenigen, der sich hier einen anderen Sohn gewünscht hat, als Chris ihn darstellte. Wie nahezu alles... [weiterlesen] | #651 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 31.07.2008 21:08 © by SuMuze
| | Eifersucht | → Innereien → Songs | Ich wärme mich an deiner Kälte die bitter schmeckt nach Eis und Meer.
Ich biege mich um deine Ecken die Pforten sind darin ist's leer.
Ich lege mich auf deinen Atem er lastet in dir kalter Rauch.
Ich drehe mich für deine Blicke die lüstern wären wär' ich's auch.
Ich weine deine toten Tränen die morden mich wenn du's nicht tust.
Ich leuchte dir für jetzt und immer den Morgenhimmel wenn du ruhst.
Ich tanze weil ich tanzen kann dein Bangen aber schaut sie an. | #652 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 31.07.2008 21:02 © by SuMuze
| | Sommerliebe | → Kurze Gefühle → Songs | Im wilden Weidenwindenkranz verwunschen will ich immer wieder sein, mit bangem Blick Verlangen zeigen, klein und doch nicht klein; im hellen Licht ein Stern, noch heller, grell flackernd Irrlicht, wirbelnd hoch, zitternd zum Zerreißen straff gebogen, ängstlich, winzig, aber doch. Streich wie Wind durch meine langen Ähren, jeden Halm und jede Frucht, herbstlich ist mir, warm und gülden, habe dich so lang gesucht. Geh die Pfade meiner Gärten unermüdlich auf und ab, beug die Felder meiner Sehnsucht, steige in mein Tal hinab, liege meine weichen Wiesen, wohlig ungedeutet will ich sein, frech ein Halm dir zwischen Lippen, fröhlich zwinkernd bin ich dein. | #653 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 31.07.2008 11:44 © by SuMuze
| | Ufer neben der Straße | → Fluß → Songs | | Du gehst nur ein paar Meter das Ufer entlang | Fern ab der Straße ist kaum mehr Lärm um dich her | Das Gras hat dich bald dort mit den Fingern begrüßt | | Das Wasser plätschert in den Strudeln dahin | Zwischen Steinen lispelt es emsig bemüht | Ein Licht streicht weich über Wellen hinweg | | Staub aus dem Feld kriecht dir unter die Füße | Äste herbei geweht von Büschen vor dir | Manchmal ein Steinchen du wirfst es ins Wasser | | Immer so neu | fließt alles gelassen | an deinen Blicken vorbei |
| #654 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 30.07.2008 09:17 © by SuMuze
| | Mondlausen | → Humming → Songs | Im Mondeslausen zwar warn wer schwer beim Frausen gebär der Herr der frommt dem Hausen reib einer du bleib bei mir nu ein leider um Leib Seel darum da da Banausen. | #655 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 30.07.2008 01:21 © by SuMuze
| | Down By The Salley Gardens | → William Butler Yeats → Canzoni | Down by the salley gardens my love and I did meet; She passed the salley gardens with little snow-white feet. She bid me take love easy, as the leaves grow on the tree; But I being young and foolish, with her would not agree.
In a field by the river my love and I did stand, And on my leaning shoulder she laid her snow-white hand. She bid me take life easy, as the grass grows on the weirs; But I was young and foolish, and now am full of tears. | Unten im Weidengarten meine Liebste nahm meine Hand sie lief durch den Weidengarten, schneeweiß jeder Fuß, ihr Gewand sie bat mich nimm leicht unsere Liebe, die Blätter wachsen am Stamm aber ich war jung und so störrisch, ich hörte sie kaum richtig an.
In einem Feld am Fluß meine Liebste sie stand neben mir wie sehnte sich meine Schulter, die schneeweiße Hand lag auf ihr sie bat mich nimm leicht unser Leben, das Gras wächst auch auf dem Grund aber ich war jung und so störrisch, nur Tränen schmeckt heute mein Mund. |
| #656 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 29.07.2008 20:59 © by SuMuze
| | Kleiner Liebeskummer #2 | → Trennungen → Songs | Bis in dein Zimmer sind wir nicht einmal gekommen du warst voll Gier und ich habe dazu gelacht du hast mich auf der Treppe fast im Flug genommen mein Kleid zerriß doch das hat mir nichts ausgemacht.
Im Bett dann haben wir noch lange viel geredet die Worte purzelten wie Perlen aus dir raus du hofftest alles wäre längst noch nicht erledigt ich zog mich an doch du zogst mich gleich wieder aus.
Du warst so süß ich traute mich nicht mehr zu gehen dein Blick hat meine Haut wie Seide sanft umschmiegt du lerntest mich vom Kopf bis runter zu den Zehen ich daß ich es liebe wenn mein Kopf an deinem liegt.
Du weintest fast als ich dann dennoch in der Früh aufbrach ich erst zu Haus, ich weine gern allein, es ließ dann nach. | #657 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 29.07.2008 13:56 © by SuMuze
| | Fadenscheinigkeit | → Alltag → Talks | Die Auberginen sahen traurig aus. Wie alles Gemüse, das auf den ersten Blick den Anschein des Propperen, Gesunden erweckte und dann, wenn sie genauer nachschaute, seine Fadenscheinigkeit verriet. Wie ihr Leben, dachte sie, als sie eine der weniger miesen Früchte in ihren Einkaufswagen legte. Warum sie das gerade jetzt dachte, war ihr unklar. Wie so oft, wenn ein Gedanke sich plötzlich in ihrem Kopf bildete und ihr beinahe buchstäblich auf der Zunge lag. Ein fadenscheiniges Leben - ja, das schien ihr auf ihre Wirklichkeit zuzutreffen. Ihr Blick wanderte an ihrem buntgeblümten Sommerkleid herab. Von weitem sicherlich gut aussehend. Doch aus der Nähe erkannte sie die ausgefranste Stelle am Saum und den fehlenden Knopf, der ihre Knie bei jedem Schritt aus dem Stoff... [weiterlesen] | #658 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 29.07.2008 11:25 © by SuMuze
| | Sattsam | → Liebhaber et al. → Songs | Ich fliege siehst du mich fliegen? fern allem froh bin ich fröhlich Duft ist hier zärtlicher und flüsternder frei meinen Geist und meinen Atem lassender aufatmend leicht ist mir ich werfe Worte deinen Hals hinunter bis du satt bist bis du lachst. | #659 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.07.2008 23:13 © by SuMuze
| | einfache schuld | → Schuld → Songs | dem einfachen sich schwierig unterfaltet wieder nachsicht falsch und dann verschmäht um anderes betrogen nicht gerichtet donnerwetters ist gewalt nicht einzeln aber einsam läuft wer kraftlos ist das netz der ferne in sich selbst dein pochen wollen werden hatte sich kreuz dem reinen klaren ewig und orthogonalen angehaftet mühlstein schwer ist schuld und weiß und wild und warm ein lächeln tropenfeucht bleibt dir der schoß ein raunen alters zeit und ort gemäß ich taumele in meinen gläsern dein lachen oh dein sanftes kleid hat mich und nie und nicht beruhigt | #660 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.07.2008 21:38 © by SuMuze
| | Vorzüge laut geäußerter Zuneigung | → Sehnsucht → Songs | Ich kann den Kopf auf deiner festen Brust ablegen wenn meine viel zu schwach, ihn für mich hoch zu halten, scheint; ich kann die Lider über meinen Augen schließen wenn alles, was ich sähe, das Ansehen uns nicht lohnt; ich kann die Glieder matt auf deiner Bettstatt lassen wenn jeder neue Schritt mich nur entfernte von mir selbst; ich kann das Weinen tief in deinen Kissen bergen wenn meine Tränen nicht dir sagten, was du hören willst; ich kann das Stöhnen unter deine Lippen mischen wenn meine Träume von dir gehen, bist du mir auch nah; ich kann das Lachen dir aus deiner Miene stehlen wenn meine Haut nur über Knochen bleiches Tuch mir war; ich kann das Fühlen aus der Gier der Finger saugen wenn meine Scham sich deiner handlauflosen Lügen schämt; ich kann das Herz in deine Stille rufen machen wenn jeder Satz von meinen Lippen deine Ohren kränkt; ich kann den Schoß zur grünen Weide dir hergeben wenn alle Lust darin sich krümmt wie Gras, das Vieh betritt; ich kann den Schweiß hinaus auf deine Wüsten reiben wenn Gier als Trockenheit wie wild an deiner Kehle zerrt; ich kann die Nacht mit einem hellen Wort anzünden wenn jeder Laut dir wie nach Tag, nach Morgen finster klingt; ich kann die Liebe unter deiner spüren wenn nur dein Mund mir immer wieder von ihr singt. | #661 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 25.07.2008 15:05 © by SuMuze
| | Alltag in der Stadt #11 | → Alltag → Talks | Er sitzt am Rand des Beckens und beobachtet mich. Auch seine Tochter tut das. Nur die kleine Amerikanerin nicht. Ich glaube nicht, daß sie jemals etwas anderes beobachtet als ihre eigene Nasenspitze. Dabei könnte sie sehr interessant aussehen, wenn sie endlich einmal geradeaus guckte und mit ihrem Blick etwas Wirkliches fokussierte. So aber wirkt sie, als hätte sie vor wenigen Minuten einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstand bekommen und überlegte immer noch, ob sie darüber in Ohnmacht fallen oder nach der Polizei schreien solle. Sie wird von allen Patsie genannt, und sie wiederum ruft Chris Schwester Charly. Chris sagt Lotte zu ihr. Ihr Vater Charlotte, und das finde ich viel schöner. Charlotte also beobachtet mich ebenfalls. Ihren Gesichtsausdruck kann ich nicht... [weiterlesen] | #662 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 23.07.2008 20:56 © by SuMuze
| | Metagedicht | → Tries → Songs | Begann heute ein Metagedicht. Also keines, daß übers Gedichten gedichtet. Das tun ja schon alle heutzutage. Außerdem kann ich das nicht. Nein! Eines, das übers Gedichten übers Gedichten gedichtet. Quasi Meta im Quadrat. Eines, das Gedichten nimmt wie alles, was Menschen tun. Nicht nur äußern. Nicht nur dichten. Ich machte also ein Gedicht. Als der Strom ausblieb. Und jetzt!
Der kleine Dicke starke Mann da hinten, der an unserer Elektrik arbeitet. Der starke junge Mann da hinten, der sich an der Elektrik nun austobt. Der tut etwas. Nicht gerade ein Gedicht, was er macht, aber wenn der Strom dann wieder da ist, dann könnte auch wieder ein Gedicht entstehen. Ohne Strom flutscht es nicht so richtig. Eines, sagen wir, über den netten Dicken Typ im Blaumann, dem ich gleich einen Kaffee anbieten werde und ein Stück Kuchen (Pflaume, selbstgebacken, Boden beinahe zu hart gebacken) und den Aschenbecher vor ihm auf den Tisch stelle (wir sind hier nicht in der Kneipe) und ihn anlächeln werde, was aber kein Angebot darstellen soll (wir sind hier nicht in der Kneipe) und irgendwas mit ihm reden werde. Vielleicht lese ich ihm ein Gedicht vor, eines, das ich jetzt schnell noch schreiben werde. Oder dieses! Was dieses zu einem Gedicht macht, das über das Gedichten übers Gedichten gedichtet. Wie gesagt, wenn der Strom wieder da ist. Und ich meine Zigaretten finde, bis dahin.
*Nachschrift Er sagt er fänd' es gut, nur, ob ich nicht so freundlich wäre, das 'kleine' durch das 'junge' und den 'Dicken' durch den 'Mann' noch zu ersetzen und ob ich das mit 'Angebot' nicht noch mal überdenken kann. Nein, sage ich bedauernd, das Versmaß stünde wohl dagegen, doch tät' ich was ich kann.
*Nachtrag (viel später und der Wahrheit halber) Das war gelogen!
**Nachtrag (sehr viel später) So richtig dick war er an sich doch nicht...
***Nachtrag (am anderen Tag) Und mein Kuchen sei gut gelungen, gar nicht zu hart, hat er gesagt! | #663 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 23.07.2008 20:35 © by SuMuze
| | Vorwurf | → Schuld → Songs | Nichts wert, sagst du, sei ich, nur Nippes, hingerotzt, verschwenderisch, ein Streifen Grün inmitten Wüste, mein Weinen wässert ihn.
Nichts gut, sagst du, sei ich, nur Brise, hingehaucht, verführerisch, ein Streifen Haut unter der Bluse, mein Zittern lebt darin.
Nichts mehr, sagst du, sei ich, nur Kaltes, ausgekühlt, erstarrt, wie Eis vermengt mit Asche, Entsetzen unter Haut.
Ich neige Kopf, die Augen, in deinen Worten ruht der Tod. | #664 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.07.2008 20:31 © by SuMuze
| | Liebe retour | → Liebe usw. → Songs | Ich mag wie du Gesten hast du erfindest sie nicht du äffst sie nicht nach sie liegen in dir neu wie mein Gesicht wenn ich es lasse bei dir früh am Morgen die Nacht noch in mir wie Schuld die mich heimkehren läßt wenn du willst | #665 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.07.2008 19:29 © by SuMuze
| | Würde | → Falten → Songs | Die Bank nahm ihr das Geld samt Zinsen, die Spareinlagen, das Depot. Die Stadt nahm ihr das Haus, den Boden, die Nachbarschaft, das Wer und Wo.
Der Mann nahm ihr das Ich, das Zittern, die Gier nach Körper, jede Lust. Der Arzt nahm ihr den Mut, zu kämpfen, die Angst der Schmerzen, ihre Brust.
Der Sohn nahm ihr das Licht, die Hoffnung, den Wunsch nach Enkeln, Ewigkeit. Der Stolz nahm ihr den Charme, das Lächeln, den Griff zum Herzen, Leichtigkeit.
Wenn sich der Pfleger ihr zuwendet, legt sie die Hände in den Schoß, und will, daß dennoch nichts schon endet, scheint auch ihr Leben würdelos. | #666 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.07.2008 09:35 © by SuMuze
| | The Paper Skate And The Lopsided Assumption | → Jenny Allen → Canzoni | Der Papiergleiter erwies sich als äußerst geeignetes Werkzeug um mich erneut zu trimmen
allen überflüssigen Tand über Bord zu werfen und sich lieber an der reinen Asche meiner Substanz die Finger schmutzig zu machen
und für eine Sekunde war Auszeit, gab es keine Partei, außer beim Flitzen vom Wink zur Verwirrung
während eine ziemlich weit verbreitete Irregularität einen Konvoi durch den Staub der Jahrhunderte anführte, ein heftiges Nachwehen, vollwertig und auf der Stelle regeneriert, das mit einem Ausstoß herum tanzte, der einfach alles umwarf
eine Quelle der Intensität das diese Kuppel füllte bereits dünne Chancen noch mehr verwässerte bis hin zur Dürftigkeit Oberflächlichkeit und gleich danach ein Wink mit dem Zeiger
so ungewohnt wie mir der bleibende Eindruck ist vergeßt mich, verliert mich aus dem Blick
dies wird niemanden hindern, einen Fluß zu stauen in Zeiten, zu denen kein Mensch mit einer Bandage angäbe das Gehirn täuscht sich niemals ohne einen Gedanken nimmt keine Schwüre als Geländer voller Verachtung der Organe für das Ich und Meutern ist nur noch ein paar Gewohnheiten weit weg
so markiert, oder so gefährdet wie ein sicheres Haus muß sogar der Blick durch den Tunnel im Sog enden und das paßt gut zu den Dummköpfen
das Nicht-Wesentliche wird neutralisiert kein Dilemma verpaßt jemals sein Ziel so wie wir unsere Kollisionen miteinander vergleichen damit wir keine vertauschbaren Zeichen setzen, oder keine Folgerung ziehen, uns am Riemen zu reißen
die gnadenlose Tretmühle eines Arbeitstages im Feld rollt ihr Hosianna dem Pessimisten vor die Füße sitzt sehr bequem zur besten Zeit mit dem verdrießlichen Mißmut des Seelsorgers von Wolke Neun getroffen läuft sie Amok mit ihren letzten Groschen
spottbillig wie Zero, es gibt so eine Art, schon vor dem Bedauern zu zahlen
und die so fein-gezeichnete Auflösung ist ein Parasit an allem, was ich noch ergänzte
im Wecken schlafender Hunde kann niemand Partei ergreifen nur etwas Lorbeer und ein wenig Achtsamkeit..
das klappt recht gut, wie jeder ausgediente Trick sich die Rosinen aus dem Kuchen heraus zu picken oder falsche Fährten zu legen was, technisch gesehen, die Art ist, wie jeder vorgeht dann und wann
schwer mit dem Abwasser runter gespült keine brüchige Konstuktion kann, am Leben gehalten, für bessere Tage Sauerstoff bunkern jede klimatisierte Fassung, künstlich belebt, fühlt sich bemerkenswert stickig an
jede Schwankung weckt meinen inneren Schweinehund der weitere Autopsien strengstens mißbilligt schmerzfrei gemacht gegen Zerbrechlichkeit und um ein paar seichtere Stellen für die Sinne bettelt
so benommen gibt es dann Gänsehaut als Aufschlag und wir beißen in den Fidibus, der uns den Frostschutz anzündet
und ich könnte um mich eine Silhouette zeichnen schwarz unterlegt das Ablöschen verstehen weil ich in einem Saal aus Spiegeln wohnte
doch wir wollen keine Aufmerksamkeit erregen besser wir schauen uns um nach Zeugen für eine Prise Salz, so viel wie man wohl sagt, daß man sich nimmt
und wir verblüffen den Choreographen, weil wir nicht bei der Sache bleiben ich möchte niemals erwischt werden mit meinen Worten noch im Mund
ganz zu schweigen davon, daß ich verschwendeten Zeilen hinterher schnüffelte wie im notdürftigsten Gespräch, was sich dann immer später herausstellt als eines mit mir selbst, eine Sucht aus dem Moment heraus
wie auch immer, ich muß meine Finten schützen
es ist nicht schwer dem Geruch zu folgen und dabei die Fallstricke zu meiden, die einer Armutsgrenze gleichen
eine ziemlich schäbige und ziemlich lausige Fehlerlosigkeit ohne Bezug zu dem, was ist
ein geruchsbefreiter Zenith würde nicht einmal die kleinste Pfütze aufwischen im Garten Eden nur daran nippen und den ganzen Jux irgendwie zusammen packen
der einzige Trick des Unentschlossenen ist es, sich den Sand aus den Augen zu reiben und wie wild nach einer Sackgasse zu langen
Hindernisse zu nehmen als wären sie hübsch passende Blockaden und alles mutlose Vermuten einfach umzukippen | #667 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 21.07.2008 16:55 © by SuMuze
| | Das lyrische Ich und sein Backenzahn | → Innereien → Songs | Ich sitze nicht am Tisch, ich trenne ihn vom Holz der Bank, die ich nicht nur besetze, sondern wärme, nicht mit dem Fleisch, mit Neugier, die sich vom Papier abwandte, Rechnungen, ich zahle keine Rechnungen, ich lese sie, ich schaue nicht zum Fenster, hinaus geht gleich mein Blick, den Rahmen lasse ich, auch seine Scharten, wo die Farbe sich zu feinen Wellen krümmt, vom Wasser fleißig abgelöst, ich halte nicht den Spachtel in der Hand, nicht atme ich das Nitro aus der weißen Farbe, nicht weiß ist sie mir, fremd, in ihre Tiefe stecke ich den Stock nicht, streife nicht den Pinsel ab am Rand des Topfes, Blech gestanzt, gewalzt und umgebogen, ich trinke nicht den Tee, kein Atem haucht, nicht esse ich das Brot, nicht fühle ich den Zahn, der schmerzt, ich hasse seine Gifte, ihre Worte stoßen grell mir in den Tag aus Sätzen, nicht nur Marter meines Kiefers, ich mahle nicht mit ihm, ich kaue nicht, ich warte und die wehen Laute sind in mir.
frei nach Wilhelm Busch: "Denn einzig in der engen Höhle des Backenzahnes weilt die Seele" | #668 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 21.07.2008 09:19 © by SuMuze
| | Augenschein | → Sie → Songs | Sie liegt auf meinem Bett.
Sein Rand grenzt Kopf von Ferne, Bein von Weg, Hand von der Tür.
Die Decke gibt nicht preis, das Laken trägt nicht, Kissen stützt nicht, hält nicht, nimmt.
Ein weißer Schenkel kreuzt den anderen, traumlos die Finger einer Hand, einander ungebunden.
Ohr flüstert Tag, Staub atmet Luft. Im Drehen deutet Leib Richtung und Linie an.
Nur Haut ist vor dem Jetzt.
Nicht Stille, Langsamkeit, die Stille ist, fast wie Bewegungslosigkeit.
Leer das Display.
Im Augenschein noch Licht. | #669 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 20.07.2008 20:10 © by SuMuze
| | Überraschung beim Aufwachen | → Ich → Songs | Ich bin getäuscht, ihr alle habt mich kalt getäuscht!
Die Welt, sie ist nicht nur mir da, nicht weich, nicht wohlig anschmiegsam! Da hat es Kanten, oh, ihr Schweine, konntet ihr nicht von den Kanten singen? Da hat es Klüfte, Mann, ihr Pisser, von Klüften hätte gerne ich zuvor gehört!
Ich bin getäuscht, ich bin belogen, und, ja, ihr Ärsche, sicherlich nehm ich's euch krumm! Jetzt rechne ich, ich schätze Werte, Parameter, Wahrscheinlichkeiten, ich kalkuliere nach Gesetzen, mir kommt jetzt keiner ungewogen mehr ins Bett!
Ich bin getäuscht, ein Witz, was mir als Wirklichkeit gedient! Man strich sie an, die falsche Wahrheit, verdeckte, was sich schämte, schamhaft und schwor Reinheit wo der Dreck regiert, das Lügen wurde mir zu bunt!
Ich bin getäuscht, ich kotze Zweifel, ich würge Widerspruch aus mir, aus dieser Schwäche, diesem Leibchen, ich bin getäuscht, wie schlimm ist mir? | #670 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.07.2008 21:31 © by SuMuze
| | Sehnenlied | → Sehnsucht → Songs | Ich war in allen Worten wirklich: ich war darin! War dort Bedeutung wiegte mich buchstabentreu treu wäre ich zu gerne wäre und wahr ich sehne mich nach Licht ich war die Kiesel unter unseren Füßen ich war Gewitter wenn du schwitzt ich war die Brise die dir fröstelt ich war das Blaue über uns ich wäre treu wenn du mich ließest in Worten lebe ich und gehe ich kannst du es fühlen diesen Schmerz daß nur das Wort mir meine Sohlen mit spitzen Steinen küßt?
Ich war in jedem Laut ehrlich: ich lebte ihn! Ich weinte greinte rief ich gab mich deinem Hören hin. Ich zischelte ich lächelte ich kicherte du hast mein Stimmchen angerührt. Ich war dir Lied und mir das Tönen ein Leben lang hab ich gedacht. Ich klinge noch wild zwischen Haut wie Trommeln wenn die Angst uns führt.
Ich war uns Klang ich war das Leben ich schweige wenn du dich fort drehst. | #671 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.07.2008 21:00 © by SuMuze
| | Sommer | → Sommer → Songs | In diesem Sommer ist mein Fuß ein Klotz der Arm ein Ast mein Kopf ein Hügel rund um seine Kuppe blüht es müde ferner Himmel häuft sich auf das letzte Blatt fürchtet das Zittern seines Zweiges ich stehe in mir selbst kein Fallen wird mich fällen bin roh. Weiß - Herbst räumt mit mir auf. | #672 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.07.2008 11:18 © by SuMuze
| | Trennung - beinahe ideal | → Trennungen → Songs | Wir kreisten um die Frage, die zwischen uns sich stellte, wer es als Erster sage. Wir tanzten um den Job, den keiner von uns wollte, wer wohl zuerst anhob. Wir schauten nach den Sternen, als würden sie uns raten, wie wir uns zart entfernen. Wir scharrten mit den Füßen, als würden wir gleich starten, und einer würd' es büßen. Wir guckten dann uns an, und langsam wuchs die Einsicht, die niemand leugnen kann. Wir nickten uns Verständnis froh leuchtend ins Gesicht die klärende Erkenntnis: Du wolltest rechts, ich wollte links, du wolltest jetzt, ich später, ich sah den Tag, du nur die Nacht, ein jeder sein Verräter. Erleichtert bin ich fortgegangen, das erste Mal seit langem. Ich sah nicht einmal mehr zurück. Was für ein unverdientes Glück! | #673 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 16.07.2008 20:09 © by SuMuze
| | Pacer In The Box | → Traum → Songs | Metall wirft mir mein Atmen schroff zurück tänzle, trete aus, hart stößt mein Hinterlauf ich sehe nichts, ich sehe nichts ich fliehe, fliehe nicht, bewegungslos kalt ist es hinter mir, hart, kalt und gnadenlos und meine Beine zucken, stampfen Geschrei, Getöse, Knallen, Donnern, Kreischen ich will, ich kann nicht, will und kann nicht beißen wird er mich, so scharf ich schlage, trete, springe dann endlich darf ich, darf nach vorne stürmen wild sind neben mir die Leiber schwitze, rase, renne, spucke, huste naß ist mein Leib, naß meine Haut und dann - ich fahre sanft dahin auf weichem Boden gleite ich wie damals in mich ein ich spüre wieder meine Schenkel kreise um mich, zart im Fallen atme keuchend langsam leise still an meinen Flanken nass wie Gras an meinen Nüstern Atem weich um meine Augen weiter Raum ich scharre mit den Füßen tief hinein in meinen weiten wunderweiten weichen wilden meinen Traum | #674 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 15.07.2008 21:26 © by SuMuze
| | Hin | → wet → Songs | Ich habe noch die Kraft um meine Schenkel fest zu schließen dein Atem streicht wie Wüstenwind am Kamm der Düne züngelnd wild entlang ich halte noch das Zittern meiner Lippen dein Kuss brennt doch ich falle, willig zeigen sich die Tiefen mich aufzunehmen gierig greift das Bodenlose meinen Leib ich sehe deine Augen schließe meine, lache, fließe, treibe ich will nicht Welt nur schwarzes All um Lichter sein in meine Blässe malst du deine Spur hinein. | #675 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 15.07.2008 20:04 © by SuMuze
| | Alltag in der Stadt #10 | → Alltag → Talks | Das Haus hoch am Hang sieht aus, als hätte ein Kind einen Haufen Würfel aneinander gepappt und dann planlos mittels vieler Gänge, Treppen, Terrassen und einer Menge Erdreich miteinander verbunden. Vermutlich stellt es ein hypermodernes Bauhausderivat dar, oder es handelt sich um postmodernen Kubismus. Oder der Architekt hatte einfach nur zu viel Dope am Vorabend der Präsentation geschluckt, weil er wieder einmal unter Zeitdruck arbeitete. Wohnlich ist das alles nicht sehr. Ein paar der Zimmer sind recht nett, weil die Möbel gut sind, aber es kommt kaum das Gefühl eines Heimes auf, eher das einer äußerst aufwendig gestalteten Kulisse. Für welchen Film, kann ich noch nicht sagen, auch wenn mir ein Anfangsverdacht langsam kommt. Jetzt gerade stehe ich zwischen zwei... [weiterlesen] | #676 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 15.07.2008 19:28 © by SuMuze
| | heroes & villains | → Mannsbilder → Songs | War er nicht Ilions Stolz? Ein tapfer braver starker Mann, trug seinen Vater fort, nicht mich, verdient war dieser Dienst, gewiß! Hatte ich ihn nicht verdient, als Gunst? So manchen Blick gab ich ihm zart, wenn seine Schritte nah ihn lenkten, verloren an sein Auge, die Gestalt, wohl ließ er sich die Blicke gehen, die meine Lüste frei her schenkten. Ich wob für ihn nach meiner Kunst, schwer fiel es mir, und ewig hart, wenn meine Brust für ihn zerriß, mal war ich schroff, mal war ich kalt, doch innerlich aus andrem Holz. So litt ich Qualen fürchterlich, wie keine sie erleiden kann. Noch immer seh' ich seine Stirn sich gegen Abend starr erheben, wenn überall die Pfeile schwirrn, so nahm er mir zuletzt das Leben, so stieß er mich dem Brand zum Fraß, Heroen, leider, machen das! | #677 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 14.07.2008 20:22 © by SuMuze
| | leiden | → Ich → Songs | dem aber gab ich's nicht er nahm es sich, ich litt dem war es nie gegeben er griff sich, ich war schwach dem stand es niemals zu er zerrte sich's herbei, mir war's am ende einerlei im leiden findet sich die ruhe nach dem sturm | #678 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 14.07.2008 20:15 © by SuMuze
| | Läuterung | → Schuld → Songs | Sie dürfen keine Teufel mit sich führen, steht auf der Tafel vor dem Haus, sonst ist die Anmut nicht zu spüren, ein Teufel triebe sie gleich aus. Sie dürfen keine Bosheit in sich dulden, sagt die Broschüre, die ich las, sonst kämen sie sich viel zu Schulden, Bosheit bewirkt oft eben das. Sie dürfen nur an Schönes denken, das raten große Schilder mir, damit sie sich niemals ablenken vom Schönen, das sie sähen hier. Sie dürfen mich nicht drangsalieren, denke ich boshaft in mir drin, sonst würden sie mich schnell verlieren an Beelzebub als Lustgewinn. Sie müssen leise sein und friedlich, behutsam, zart und sorgenvoll, und seien sie auch gerne niedlich, das Niedliche ist immer toll. Ich wäre dann, wie sie mich wollen, und tanzte, wie sie pfeifen gern, nur leider hasse ich das Sollen, vom Gerne hält es mich stets fern. Im Vorhof glüht noch eine Lampe, das Hauptschiff liegt im Dunkel schon, der Küster krault sich seine Wampe, ich stehe gerne noch im Dom. Ganz oben sitzt der Herrgott lachend, das kann er gut, ihn trifft ja nichts, er grient, sieht er uns Schlechtes machend, und kichert Sünden angesichts. Darunter sind die Engel aufgereiht, sie schlagen mit den Flügeln, und dann sind wir auch nicht mehr weit, wir säen, ernten, waschen, bügeln. Und endlich bin auch ich im Bild, ich höre leise meinen Atem, und lese immer noch das Schild, ermahne mich, und werde warten. Die Kirche hat's mir angetan, die Ruhe hier im Seitenschiff, sie adelt mich und jedermann, von Sanftmut gibt sie mir Begriff. Ich lese noch die letzten Worte, ich seufze leise hungrig nun, ich liebe solche edlen Orte, und gehe fort, Edles zu tun. | #679 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 14.07.2008 13:51 © by SuMuze
| | Mutlosigkeit | → Ich → Songs | Als ich noch träumend lag, Nacht schien mir Freundin, versäumte ich so viel; dann bin ich aufgewacht, kann nicht mehr sehen, was ich sah, die Augen fest geschlossen, nun sind die Stunden fast wie kaltes Wasser aus den Bergen, herabgeschossen schon im Morgen, der sein Licht sich aus der Dunkelheit her schält; ich summe mich hindurch, die Stimme schwach, der Nacken bleibt gebeugt, ich falle durch die Welt, am Ende gebe ich doch nach; ich schäme mich, der Abend wartet wieder, zeugt, daß ich doch fiel, mich tragen meine Glieder nicht und Kraft nicht durch den Tag. | #680 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 14.07.2008 09:14 © by SuMuze
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