| Alltag auf dem Lande #2 | → Alltag auf dem Lande → Talks |
Sie sitzt auf dem Geländer und weiß plötzlich nicht mehr aus noch ein. Hell ist es, und warm, aber von unter ihr steigt es kalt herauf. Lähmt ihre Füße, Hände, Gedanken. Auf dem Asphalt rascheln ein paar Blätter, haben Herbst und Winter überlebt und werden nun vom warmen Wind des Frühjahrs gnädig davon geweht. Das Wasser sieht schmutzig aus. Wie der Himmel, den die Flugzeuge jetzt nicht mehr hergeben. Wie ihre Turnschuhe und die Augen der Radfahrer, wenn sie an ihr vorbei radeln und keuchen. Manche grüßen, viele haben die Puste oder den Willen dazu nicht. Unter ihrer Bluse ist die Haut hart. Unter den wirren Haaren sind es die Gedanken jetzt auch. Nicht zu wissen, wie sie hier wieder weg kommen soll, hält sie an Ort und Stelle. An sich wäre es einfach. Vom Geländer... [weiterlesen] |
#721 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 29.05.2008 19:36 © by SuMuze
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| Früher Morgen #2 | → Morgen → Songs |
Noch hat er Früchte und ein Blatt streckt sich als Zackenlinie quer über Blässe hin.
Noch ist der Staub in freiem Fall legt sich als zahmer Traum kalt auf den kalten Sinn.
Noch strahlt es blau hinter all dem rings um mich her.
Und Wildnis bin ich in der Früh. |
#722 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 29.05.2008 07:12 © by SuMuze
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| Am Ufer | → Fluß → Songs |
Am Ufer, nebenan reibt sich der Strom, noch liegen Licht und Tag auf staubig nackten Armen. Nur Laune, Heiterkeit, verhüllt im wilden Wellenkleid, der Blick zuckt freudig übers Wasser, eilt, stürzt sich in jedes Schattental, wo sich die Strömung selbst rasch küßt, der Himmel ewig Dorn im nassen Auge. Da spielen Steine mit dem Fluß, und Fluß spielt fröhlich mit den Steinen, darüber Wolken und ein flinker Regenguß, dem Mund sind seine Tränen süß, als wären es am Schluß die meinen. |
#723 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 28.05.2008 16:02 © by SuMuze
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| Unsinkbares Gedicht | → Me & You → Songs |
Ich kann dich nicht vergessen. Ich rieche wie du riechst wie du dich weich anfühlst wenn deine Augen warten und deine Haut sanft schläft. Ich höre wie du atmest atme besorgt für dich wenn du mir fern und ruhe erst bist du mir nah und meine leise Sorge ist flüsternd für dich da. Ich kann dich immer sehen. Ich sehe jeden Schritt jeden entfernten Blick und jeden auch zurück wenn du doch von mir gehst. Ich kann dich nicht vergessen im Leben nicht und nie. |
#724 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 28.05.2008 10:05 © by SuMuze
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| Punktiertes Gedicht | → Worte → Songs |
Anfangspunkt und Endepunkt, Doppelpunkt und Schneidepunkt, Brennpunkte und Mittelpunkt, Fluchtpunkte und Wendepunkt, Kontrapunkt, springender Punkt, der Punkt ohne Rückkehr.
Haltepunkt und Absprungspunkt, Kostenpunkt und Angriffspunkt, Unterpunkt und Folgepunkt, Drückpunkte und Sattelpunkt, Scheitelpunkt und tiefster Punkt, ein Punkt im Sternenmeer.
Ein Punkt für dich, ein Punkt für mich, du machst den Punkt, Punkt Komma Strich, keiner macht Punkte mehr. |
#725 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 22.05.2008 23:23 © by SuMuze
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| Von Innen | → Innereien → Songs |
Von Farbe noch betrunken hell aufgedreht das Licht die Wände eng bemalt schon leuchtet Raum ins Dunkel wie gerne sähe ich was sich hinaus gemalt. |
#726 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 22.05.2008 17:33 © by SuMuze
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| Heller als tausend Sonnen | → Lügen → Songs |
Der Herr warf Licht unter die Seinen die Seinen sahen seinen Schatten nicht, der Fürst fand Strafe für die Schande, saß Blutsbande füreinander zu Gericht. Tausendfach so hell wie tausend Sonnen wilder Wonnen fühlte jeder Zweite sich ganz im späten Glanz des Abends fernste Strahlen riefen dich. |
#727 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 21.05.2008 16:42 © by SuMuze
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| Kalendergedicht | → Sehnsucht → Songs |
Was ist dein Leben denn als nur Erinnerung?
Schon wenn der Satz der eben noch auf deinen Lippen Leben war verhallt verloren unter neuen Lauten vergessen weil schon Besseres ihm folgt mußt du ihn bergen sorgsam in dem Viel das von dir treibt du putzt nur sanft sein buntes Kleid Gefieder das sich spreizt wenn deine Finger leicht wie Luft an seinen Sinnen rühren.
Was ist dein Fühlen denn als Sehnsucht nur daß bleibt was geht daß ist was war schon atmet deine Gier das Alte aus und zittert dir im Blick.
Was ist dein Hoffen denn als Wehmut nur fest eingeschlossen in dein Sein das Tag für Tag es rieselt fließt es wandert sich über deine Augen beugt und deiner Stimme Hall verleiht und Wärme.
Was ist dein Bangen denn als Wissen nur daß unter deiner Zeit verlegen und bescheiden nichts bleibt?
Leg deine Hände neben mich ich ruhe für dich mit und lache wenn die Sonne sinkt nur Weichheit zählt zuletzt. |
#728 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 20.05.2008 22:01 © by SuMuze
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| Beschäftigung #13 | → Beschäftigung → Soaps |
Sie sah sich selbst in den Spiegeln, die dem Sofa gegenüber die halbe Wand bedeckten. Vermutlich auch der Sinn dieser Konstruktion. Eigentlich sah sie ja nicht sich selbst, sondern nur einen Körper, dem sie sich nur mit einiger Anstrengung zuordnen konnte. Der Kopf wurde von einer Hand schräg über die Kante der Sitzfläche herunter gedrückt, der Mund stand leicht und die Augen weit offen. Der linke Arm hing gerade und kraftlos herunter und die Hand lag schlaff geöffnet rücklings auf dem Steinboden. Der rechte Arm kletterte die Lehne empor, damit seine Hand sich oben an ihrem Rand festkrallen konnte. Denn der Leib dort in den Spiegeln bewegte sich, als würde er jeden Moment von den knochigen Knien herab gleiten, über die er lang ausgestreckt lag. Das sah aus, als müßte... [weiterlesen] |
#729 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 19.05.2008 17:35 © by SuMuze
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| Indirektes Gedicht | → Zwischenräume → Songs |
Ich bin nicht Haut nur Blässe ich bin nicht Hand nur Schrei ich bin nicht Schoß nur Nässe nicht Vogel und nicht frei.
Ich bin nicht Bauch nur Magen ich bin nicht Kopf nur Hirn ich bin nicht Mund nur Sagen kein Mal auf meiner Stirn.
Ich bin nicht gut nur besser ich bin nicht fest nur glatt ich bin nicht rein nur sauber in Seide glänzend matt.
Ich bin kein Glück auf Vorschuß kein Blick zurück im Licht bin nicht Genuß vergebens war ich zeitlebens und nicht bin ich zum Schluß. |
#730 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 18.05.2008 16:53 © by SuMuze
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| Der Boxer | → Innereien → Songs |
Im Licht des Abends das allmählich mir aus meinen Augen ging noch war die Wärme aus dem Tag mir eine weiche Decke kroch mir sein Murmeln hier am Boden unter meinen Schuhen ein Heer der Nacht dem Blick verborgen nur Worte Flüstern Bitten Hoffen Nein das griff mir an das ausgestreckte Bein mit seinem vagen Sinn für Morgen als könnte alles Denken leis im Lauten sich ausruhen dahin gelebt und kaum beachtet Rest in seiner Ecke ein ausgezählter Boxer nach dem Kampf zahnlos liegt er im Ring. |
#731 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 14.05.2008 22:21 © by SuMuze
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| Beschäftigung #12 | → Beschäftigung → Soaps |
Nach und nach begann sie alle diese Pflanzen zu verabscheuen. Ihr zähes Ringen darum, noch den kleinsten Fetzen Erde auszunutzen, um ihr zielloses Wachstum unentwirrbar daran zu binden. Sich dann mit wilder Zähigkeit im Boden festzukrallen und in jeden fernen Winkel ihre grünlichen Stricke und schleimigen Fäden auszusenden. Am liebsten natürlich dorthin, wo niemand mehr heran kommen konnte. Kaum verzweifelt und wütend mit den bloßen Händen, nicht mühsam und schmerzgeplagt mit der kurzen Handhacke, und schon gar nicht bequem und erhobenen Gesichts mit dem langstieligen Sauzahn, um sich nebenher am blauen Himmel und der warmen Sonne und dem herein brechenden Frühling erfreuen zu können. Zu Beginn hatte sie noch sorgfältig unterschieden zwischen Pflanzen, die ihr danach... [weiterlesen] |
#732 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 14.05.2008 17:46 © by SuMuze
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| Strandgedicht #1 | → Lago → Songs |
Fand heute was ich gestern fand und freute frierend spät am Strand mich froh auf jedes morgen meine Hand zwischen den Wellen kreiselnd schnell im schwachen Licht geborgen hell und weiß auf weißem Stein im Abendschimmer Sterne treiben nur für mich und wartend stehen bleiben ich und Zeit ist da für alles immer |
#733 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 12.05.2008 12:59 © by SuMuze
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| Mordsgedicht | → Politik → Songs |
Ein Mord hatte sich zugetragen, hinter verschlossener Tür, das wäre als Pardon zu sagen, niemand konnte dafür. Der Mord geschah mit guten Gründen, voll Zweifel und voll Scham, kein anderer Ausweg ließ sich finden, als eins zum anderen kam. Es ging um Liebe und um Zorn, und um das blanke Leben, um ungestörte Sicht nach vorn, um's schiere Glück ging's eben. Zu vieles starr im Wege stand, das aus der Welt zu räumen sich keine andere Handlung fand, als alles fort zu träumen. So brachte sich das Denken um den seichten Trost im Sein, nahm Ruhe für den Sturm und einsam für allein. Kein Kläger fand sich, der sie zieh des Totschlags im Affekt, der ihre Schuld lauthals herschrie damit man sie entdeckt. Nicht einer stand ihr bei, die Strafe zu bemessen, die ihre Buße sei, die Untat zu vergessen. Ein Mord trug sich hier zu, versteckt und insgeheim, vertuscht mit kalter Ruh soll er begraben sein. Die Leiche ins Archiv, die Waffe ebenfalls, wie auch das Tatmotiv, der Clou des ganzen Falls. So bringst du Liebe um und stirbst selbst nicht daran: Morden ist niemals dumm, wenn man gewinnen kann. Das Licht der Freiheit, gleich wie es erreicht, atmet am Ende Reinheit und alles ist so leicht. |
#734 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 11.05.2008 11:15 © by SuMuze
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| Weltverbesserung die Erste | → Politik → Songs |
Tritt auf: die Welt Schritt frei schrill gellt ein Schrei die Welt: ein Fuß trat auf den Zeh tat aasig weh die Welt ist klein fast so wie ein getretener Fuß trete nicht mehr verhindert muß das Treten sein und seine Qual die sei sagt Sprachgebrauch kollateral tritt weg: die Welt samt Qualen auch. |
#735 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 10.05.2008 23:56 © by SuMuze
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| Aus dem Nähkästchen #1 | → Kurze Gefühle → Songs |
Ich nähte deine Füße auf meine kleine Welt, dein Stand war mir zu wichtig. Du prüftest, ob mein Nähen dich aufrecht stehend hält. Wessen sind wir bezichtigt? |
#736 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 08.05.2008 15:29 © by SuMuze
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| Rost | → Sie → Songs |
Grell ist ihr Blick die Wimpern wollen beißen das satte Weich der Lippen trinkt ohne Durst der Schwung über den Augen wiegt dich nicht ihr Kinn spuckt dir entgegen weil die Nase stiert. Du kannst die Bahnen ihrer Haare zählen und fast die Zahl der Jahre raten die jedes fade Übel ihr antaten. Du ahnst die Zartheit unterwärts für immer fortgesteckt als wär's ein Unglück sich den Trost zu wählen der statt zu härten Risse ihrem Sein gebiert das Frische scheut und Weite und das Licht auf das du zielst voll Gier wenn du verführst und sie sich schließt vor dir und deinem Reißen.
Kalt ist ihr Glanz, und hölzern ist ihr Leib ihr Becken schmeichelt deiner nicht nur eisig schaut ihr Wollen und ihre Worte sollen nur Mahnung sein an deine Pflicht daß du ihr Liebe schuldest, Mann dem Weib.
Unter den Griffen ihrer starren Hände findest du die Gründe für das Ende. |
#737 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 06.05.2008 21:19 © by SuMuze
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| Vor dem Scheidungsrichter #1 | → Trennungen → Songs |
Ich trage dich in meinem Herzen ich trage dich in meiner Brust ich trage dich in meinen Lenden ich trage dich nach Ladenschluß. Ich trage dich in meiner Tasche ich trage dich auf meiner Hand ich trage dich unter den Röcken ich trage dich und deine Schand. Ich schlüpfe in dein Bett hinein ich schlüpfe unter deinen Arm ich schlüpfe unter deine Stärke ich schlüpfe ein und mir wird warm. Ich schlüpfe wenn du von mir gehst ich schlüpfe wenn dein Wort mich ruft ich schlüpfe wenn du mich vermißt ich schlüpfe unter deinen Duft. Ich schwinde in der Dämmerung ich schwinde wenn du schläfst ich schwinde zaghaft wie ein Reh ich schwinde wenn du fehlst. Ich schwinde unter jedem Baum ich schwinde himmelwärts icn schwinde deinem Lebenszweck ich schwinde unter Schmerz. Ich stand bloß wie mein Stolz im Licht aus deinen wieder kalten Augen Ich stand bloß doch ich fror dort nicht ich wollte mir das Leben saugen. Ich stand bloß einfach rum und war entsetzlich dumm. Ich stand bloß ließ dich los. Ich stand und Wand war da. |
#738 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 29.04.2008 21:25 © by SuMuze
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| Beschäftigung #11 | → Beschäftigung → Soaps |
Unter der Tür legte seine Mutter ihr die Hand auf den ausgestreckten Arm und fragte sie nochmals, ob auch wirklich alles in Ordnung mit ihr sei. Sie hatte irgendwann aufgehört mitzuzählen und antwortete von Mal zu Mal einsilbiger. Doris würde ohnehin kaum mehr zuhören. Dachte vermutlich schon an ihren Trip auf dem Motorrad am kommenden Wochenende. Es wurde langsam Zeit zu gehen für sie. Sie pflückte das Pappschild vom Gepäckträger, das ein freundlicher Nachbar dort hingeklemmt hatte und auf dem in großen Buchstaben erläutert wurde, daß es sich bei einem Jägerzaun nicht um einen öffentlichen Fahrradständer handele sondern um Privatbesitz. Sie reichte es grinsend Doris hinauf, die nur mit den Schultern zuckte und es in hohem Bogen wie eine Frisbeescheibe weg... [weiterlesen] |
#739 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 28.04.2008 19:35 © by SuMuze
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| Sanft ist der Tod | → Tod → Songs |
Am Tor zum Hades noch ein wenig deinem Leben anverbunden geschah es daß du gezuckt gezögert hast ein dummes Handeln im Dunkeln Wandeln ist endlich das wozu du alle Tage deines Lebens dich geschunden was wankst du nun? Und zart streicht Zeit wie Sanftmut deine Wangen. |
#740 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 28.04.2008 19:25 © by SuMuze
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| Zurück | → Humming → Talks |
Der Regen rinnt mir schon in den Kragen meiner Bluse, bevor ich mehr als ein paar Schritte gemacht habe. Ich kümmere mich nicht darum. Auch nicht um den Schmerz in meinem linken Fuß. Oder die Stimme, die hinter mir her ruft. Ich kann nicht viel sehen, weil ich die Brille zum Autofahren auf der Nase habe, deren Gläser jetzt gleichzeitig beschlagen und mit Regentropfen gesprenkelt sind. Und kalter Wind fährt mir unter den Rock wie eine fremde Hand. Aber das alles stört mich nicht annähernd wie das, was ich noch im Ohr habe, was da noch klingt, was ich aber nicht verstehe. Als wäre die Erinnerung an jede Bedeutung ausgelöscht und es wären nur noch Fragmente von Eindrücken vorhanden. Das Licht einer Kerze, das sich in einem Weinglas bricht, den Wein wie schwarzes Pech... [weiterlesen] |
#741 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 28.04.2008 18:52 © by SuMuze
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| Cascaded Style Poem #1 | → Tries → Songs |
Wenn ich schreie
schreie ich
wenn nicht dann schrei' ich nicht sondern ich schweige dann beinah | | In case I shout
I shout
in case I don't I won't instead I will keep silent then near dead |
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#742 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.04.2008 19:19 © by SuMuze
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| Liebeserklärung an einem Sonntag Abend | → Liebe usw. → Songs |
Die Sonne würd' ich geben, den Mond gleich mit dazu. Ich würde jeden Stein, den deine Füße traten, küssen. Was will ich mehr als du? Ich leuchtete im Dunkeln, ich wäre aufklappbar. Ich füllte dir mit Wein den Keller, göße dir die Blumen, brav jeden Tag im Jahr. Ich sammelte dir Tränen, ich reihte sie dir auf. Ich trüge deine Sünden, würd' - okay, ich tät mich werfen - in der Geschicke Lauf. Das Leben gäb ich, zumindest meine Mastercard. Schenk mir nur deine Liebe, ganz allein wär' ich verloren, ach, wäre das nicht hart? |
#743 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 27.04.2008 19:04 © by SuMuze
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| Stolz | → Innereien → Songs |
Erzähle mir von feinen Härchen, die über deiner Haut die Luft zum Schutzwall stauen. Berichte mir von kleinen Perlen, die dir die Brust mit Atem füllen. Schildere mir, wie einsam deine Magensäfte sind. Sing mir das Lied von engen Blutgefäßen. Klage mir das Leid der Milz. Bring mir dein steifes Rückgrat dar. Ich bin nicht deine Gier. Ich bin nicht dir das immer Lager deiner Träume. Ich bin nicht aufgestanden deine Welt mit Licht zu füllen Tag für Tag. Aus deinen Pfützen trinkt mein wilder Stolz. |
#744 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 24.04.2008 22:37 © by SuMuze
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| Morgengedicht #3 | → Morgen → Songs |
Ich wollte dir zwei Worte schicken, doch immer wieder war'n es drei. Ich wollte in vier knappen Stücken dir sagen, wie ich fühle, wie ich sei.
Ich bin mit fünf nicht ausgekommen, es reichten nicht einmal die sechs, die als Grenze ich mir vorgenommen, und auch die Sieben sprengt der Text.
Als ich dann bereits achte zählte, erschien mir Neun auch nicht zu viel, so daß ich endlich zehn erwählte, die strich ich aus, ganz flotter Stil.
Jetzt bin ich stumm und mutlos ohne Klang und hoffe nur, daß er dir fehle, mein Gesang. |
#745 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 23.04.2008 09:32 © by SuMuze
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| Dunst | → Tod → Songs |
Ich liege wie ein Dunst auf meinem Leben. Ich schwebe grau auf Wasser und auf Land. Ich sauge alle Wärme aus dem Boden und stehle noch das Sonnenlicht von oben. Ich wälze meinen Leib wie bleiche Watte hin und her. In mir bewegen sich die Bäume, streicheln mich mit tausend Blättern, kratzen tausend Äste meine Haut. Ich reibe mich an schroffen Felsen, schleife langsam stille Felder und ersticke jeden Laut. Ich bin nicht schwer und mache dennoch alles träge, das ich nur sanft berühre wie ein toter Hauch. Heb deinen Kopf, mein Fleisch wird ihn umhüllen und dein Atem wird zu meinem, jeder Kuss aus deinem Mund soll mir die leeren Lungen füllen. Ich bin nur Nebel, kalt und nass und immer unnahbar. Bin ich gegangen, wird es hell und alles wird dann wieder, wie es einmal vor mir war. |
#746 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.04.2008 18:52 © by SuMuze
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| Beschäftigung #10 | → Beschäftigung → Soaps |
Erst als sie bereits geklingelt hatte, fiel ihr ein, daß sie ihr Fahrrad schon wieder am Jägerzaun auf der anderen Seite des Weges angeschlossen hatte. Der Zaun gehörte zu dem Grundstück dahinter. Und dessen Besitzer würde diese Untat sicher bald feststellen und energisch anmahnen. Solche Dinge blieben hier in der Siedlung selten unentdeckt und fast ebenso selten ungeahndet. Einen Moment überlegte sie, ob sie das Rad wieder aufschließen und weiter unten an der Straße an ein Verkehrsschild anketten sollte. Der Platz vor der Haustür war zu knapp dafür, und eine andere Möglichkeit gab es nicht. Außer, sie würde es mit ins Haus nehmen, durch den engen Flur und das schmale Wohnzimmer tragen und auf der Terrasse abstellen. Die Reihenhäuser hier waren denkbar eng. Irgendwann... [weiterlesen] |
#747 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.04.2008 13:50 © by SuMuze
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| Noch immer | → Süden → Songs |
Noch immer atme ich den Staub, wenn heißes Licht durch Laub wie ungehindert sengend auf die stumpfe Erde fällt. Noch immer weiß ich, wie im Schatten eingehüllt in Grau wir Hochzeit hatten, dein Gesicht mein blass mir aufgespanntes Himmelszelt. Der Ölbaum schnitt mir seine Rinde als mein Sehnsuchtsantlitz in die Haut. Gras malte mir Verlangen bleich auf meinen Rücken, lachend unterlag ich deinen Blicken, war ich deinen Fingern angetraut. Noch immer höre ich das nasse Plätschern,wenn das Wasser schwer wie Milch an morschen Pfählen unter mir voll Zögern in der Dunkelheit sich bricht. Noch immer riecht mir Hafen, Steine, Eisen, schlagen Segel, lose Leinen um das schlanke Holz am starren Mast. Noch immer hallen deine Schritte aus dem Aufgang, ist dein vages Atmen zaghaft wie der erste Nebel, wischen deine Hände über glatte Glieder weg mit Hast. Noch immer tröstet nicht das Flüstern meiner Lippen, leise Zunge süßer Gier. Vergeblich sucht die Stirn das Kissen, schält sich Dämmerung erst mühsam aus der Nacht, den Tag mit seiner kalten Pracht will ich nicht wissen. Noch immer rinnt mir Hoffen stumm in fahlen Stunden ohne Licht wie lähmend einsam durch den Sinn. Noch immer greift dein fernes Dort nach mir, will niemals glauben, du wärst fort, zu sehr wünsche ich dich gegen alles her zu mir. Noch immer ist es Abend, Kühle kommt mir nah, und blinde Schwärze lagert zwischen meinen Augen, wühle ich mit Fingern durch mein ungezähmtes stolzes Haar. Noch immer ist es Nacht. Noch immer fahren Boote von hier fort. Noch immer ist das Wort. |
#748 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 22.04.2008 13:49 © by SuMuze
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| Beschäftigung #9 | → Beschäftigung → Soaps |
Sie half Thorben, die leeren Stühle auf die Tischplatten zu stellen und unter den Tischen zu fegen, während Max und die beiden Frauen, die heute Abend bedient hatten, ihre Abrechnungen machten. Diese Stimmung mochte sie. Wenn der letzte hartnäckige Gast endlich von der Theke verschwunden war. Wenn Thorben die Jalousien vor den großen Fenstern mit Donnern herunter gelassen und die Tür abgeschlossen hatte. Selbst den Geruch nach schalem Bier und Schweiß und dem Salatdressing, das hier fast jede Speise gleich schmecken ließ, mochte sie. Aus dem kleinen Nebenzimmer, in das die Raucher per Gesetz verbannt waren, drang deren im Hals kratzende Hinterlassenschaft jetzt in den großen Raum hervor wie eine Armee, die ihre Verspätung auf dem Schlachtfeld durch übergroßen Eifer... [weiterlesen] |
#749 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 18.04.2008 19:39 © by SuMuze
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| Sehnsucht südwärts | → Sehnsucht → Songs |
Ich träume viel von kleinen silbergrauen Blättern die in den blauen Himmel winken Gruß auf Gruß. Ich fühle noch die kleinen weißen Finger feine weiße Glieder streicheln zärtlich wie ein Kuß. Ich träume viel und will nur immer träumen grauer Tage flinker Dieb dem nur ein Traum blieb Wind und Sonne und weicher Schatten ist sein Schluß |
#750 of 1729 [Backlink] Posted at Friday 18.04.2008 19:09 © by SuMuze
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| Beschäftigung #8 | → Beschäftigung → Soaps |
Die Buchstaben vor ihren Augen wackelten plötzlich. Sie erschrak und dachte an ein jähes Versagen ihres Augenlichts. Eine ihrer vielen Grundängste. Dann aber sah sie, daß bloß jemand an ihrem Buch zog. Eine schmale, schöne Hand, die zu einem ebenso schmalen, schönen Handgelenk gehörte, daß danach in einem lässig aufgekrempelten Ärmel eines karierten Holzfällerhemds verschwand. Der Ärmel zeigte nach rechts, in den Raum hinein, stieg weiter hinauf und tauchte unter einer dunkelbraunen Lederweste hinweg. Das Hemd kam nach einem schmalen Streifen Leder wieder zum Vorschein, weit offen, und darunter waren die Knöpfe eines klassischen T-Shirts zu sehen. Darüber ein langer Hals mit einem deutlichen Adamsapfel unter einem nicht allzu gründlich rasierten Kinn, das mitten drin... [weiterlesen] |
#751 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.04.2008 11:33 © by SuMuze
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| Da finden sie dich nicht | → Tod → Songs |
Da finden sie dich nicht da sind die Bäume Hecke Gras trägt gut dein Gewicht und Astwerk ist dir Decke. Da liegst du unerkannt das harte Holz ist weich Gestrüpp hält deine Hand und Kälte macht dich bleich. Da ist das Eis so zart da ist der Schatten sanft da bist du gern verscharrt daß du aufatmen kannst. Da ist der Tod ein Leben da ist das Licht ganz schwarz und Wasser fließt daneben und aus den Stämmen Harz. Da ist dein Leib geborgen und jeder Tag ist Morgen. |
#752 of 1729 [Backlink] Posted at Thursday 17.04.2008 10:59 © by SuMuze
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| Verliebtes Liebesgedicht | → Liebe usw. → Songs |
An einem wunderschönen Morgen bin ich mit einem Lachen aufgewacht, das war so hell, ich will's dir borgen, sein Klang war sicher auch für dich gedacht
Mein Herz schlug fest und voller Kraft, und meine Augen strahlten mächtig, mein Blick hat deinen nicht verpaßt, mein Haar ein Weizenfeld so prächtig.
Ich lag dicht neben dir und war gewärmt, dein Arm barg meinen Leib zu gerne. Hat draußen auch der Tag bereits gelärmt, rief uns beharrlich in die Ferne.
Ich spüre noch den Druck auf meinen Lippen, auf jeder meiner zart geküßten Rippen, und trinke noch vom Glück aus deiner Hand, um die sich froh mein Schoß gespannt. Und alles Denken, das mir bleibt, ist Sehnsucht, die auf deine Rückkehr zeigt. |
#753 of 1729 [Backlink] Posted at Wednesday 16.04.2008 09:30 © by SuMuze
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| Beschäftigung #7 | → Beschäftigung → Soaps |
Wenn sie aus dem Küchenfenster schaute, konnte sie auf der anderen Straßenseite wie in einem Spiegel das Haus sehen, in dem sie sich befand. Vielleicht war der Farbton des Putzes dort drüben ein wenig heller, denn dieses war die Wetterseite, und regnen tat es hier mehr als genug. Aber es waren die gleichen Ziegel auf dem Dach und die gleichen Fenster und die gleichen neuen Briefkästen auf dicken, runden Füßen, die sie dort sehen konnte. Manchmal schaute jemand aus einem der Fenster zurück. Aber die Zahl der Fenstergucker hatte stark abgenommen. Als sie noch klein war, hatten oft Leute mit einem Kissen im Fenster gelegen und aufgepaßt, daß draußen nichts Schlimmes passierte. Jetzt war es nur hier und da eine Rentnerin oder eine Frau mit einem Schleier, die auf diese... [weiterlesen] |
#754 of 1729 [Backlink] Posted at Tuesday 15.04.2008 12:14 © by SuMuze
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| Für dich #2 | → Liebe usw. → Songs |
Ich sehe Lücken in der Welt lege mich weich für dich dazwischen als könnte ich ganz deinen Wünschen Licht sein das die Nacht dir sorgenfaltig reich erhellt |
#755 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 14.04.2008 20:42 © by SuMuze
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| Klanggedicht #2 | → Humming → Songs |
Der Klang ist alt ist rund ist wandernd schwingt um das Ohr schwingt sich hinein klingt leise weich dringt zart verlockend auf manche Weise in dich vor. Der Ton ist sanft ist hart ist tanzend hebt sich mal an senkt sich dann wieder winkt dir und lacht und spreizt sich fröhlich in tausend Formen wie er kann. Und du gehst mit bleibst nicht willst treiben willst mit ihm sein fast ohne Leib ein körperloses freies Fließen das holt dich immer wieder lachend ein. Du bist gefangen bist ein Teil bist nur wie winzig wie ein Nichts verlierst das Oben wie das Unten vergißt und träumst und fühlst dich einsam und doch wie ewig unabwendbar heil. |
#756 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 14.04.2008 20:07 © by SuMuze
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| Beschäftigung #6 | → Beschäftigung → Soaps |
Als sie nach Hause kam, hörte sie schon unter der Tür das Klappern seiner Tastatur. Sie zog sich die Windjacke aus, die heute viel zu warm gewesen war, hängte die Leinentasche an den Griff ihrer Tür und ging gleich weiter zu seiner. Die weit offen stand, als hätte Max bereits auf sie gewartet. Etwas hielt sie davon ab, sein Zimmer sofort zu betreten. Sie lehnte statt dessen nur stumm am Türpfosten und schaute auf seinen breiten Rücken. Der recht seltsame Bewegungen machte. Er krümmte sich immer wieder ein kleines bisschen, streckte sich dann erneut, schaukelte hin und her wie bei schwerem Seegang, und verharrte dann, als hätte etwas auf dem hellen Bildschirm vor ihm ihn erschreckt. Sein Kopf drehte sich dabei nur um wenige Grade hin und her, und seine Ellbogen... [weiterlesen] |
#757 of 1729 [Backlink] Posted at Monday 14.04.2008 12:21 © by SuMuze
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| Liebestipps | → Liebe usw. → Songs |
Wenn du mir nur die Lichter gönnst die morgens meine Welt neu malen wenn du mir nur die Töne schenkst die dann am Tag mein Leben sagen wenn du mir nur die Zartheit läßt die jeden Abschied süßer macht mir nicht das Zaudern nimmst das uns beschäftigt in der Nacht wird uns als Sonnenlicht zur Früh stolz wilde Schönheit fröhlich blühn. |
#758 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 13.04.2008 13:47 © by SuMuze
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| Sehnsucht #3 | → Sehnsucht → Songs |
gehe und weiß dich neben mir schweige und weiß dich liege ich neben dir atme gleich dir höre wie zärtlich spricht dämmerlicht weich in mir warte ich neben dir sehnsucht ist ewiglich neben mir weiß dich leis singend weidlich liege ich einzig und weiß mich in dir |
#759 of 1729 [Backlink] Posted at Sunday 13.04.2008 13:47 © by SuMuze
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| Beschäftigung #5 | → Beschäftigung → Soaps |
Der alte Mann hockte in seinem Sessel, die dürren Hände um die Lehnen geklammert, als säße er auf einem Schleudersitz, der jeden Moment ausgelöst werden könnte, und schaute in seinen Schoß. Braune Altersflecke bedeckten beide Handrücken. Wenn er ihre Hand ergriff, war ihr, als faßte der Tod nach ihr. Seine Augen wurden immer wässriger und deren Blick leerer. Oft schaute er sie gar nicht mehr an, wenn sie kam. Dafür klang seine Stimme mit jeder Woche lauter, wie ihr schien. Ein hohler, viel zu eindringlicher Klang. Als wäre sein schwacher Körper nur noch für seine Stimme da. Viel Freundlichkeit hatte nie in seinen Worten Platz gefunden. Als Kind hatte sie sich vor ihm gefürchtet und sich manchmal weinend dagegen gewehrt, hierher zu kommen. Mag sein, daß er ihr das... [weiterlesen] |
#760 of 1729 [Backlink] Posted at Saturday 12.04.2008 15:54 © by SuMuze
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