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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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Abend Sonne Grab→ Tod  → Songs

Sag dir kein Wiedersehen
kalter Tag
kein Lebewohl

laß dich im Zorn
jetzt gehen
ausgelöscht
für immer fern

kein Ton
von meinen Lippen dir
Abend Sonne Grab

#761 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 12.04.2008 10:53 © by SuMuze
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Beschäftigung #4→ Beschäftigung  → Soaps

Als sie nach Hause kam und der Geruch frischen Tees ihre Nase umschmeichelte, begann sie vage etwas zu argwöhnen. Rasch hängte sie ihren Mantel an die Garderobe, warf ihre Tasche von der Tür aus nachlässig in ihr Zimmer und ging schnurstracks in die Küche. Max stand am Fenster und schaute ihr zögernd entgegen. Mit der übertrieben Freundlichkeit, die sie immer mißtrauisch machen würde. Seine Haare müßten dringend wieder geschnitten werden, dachte sie. Und seine Hose hatte ein paar dunkle Streifen unten am Bein. Er achtete nie darauf. Sie ging zu ihm hin und lehnte sich gegen ihn. Ließ seine langen Arme auf sich wirken und seine leise, weiche Stimme. Wenn sie die Augen schloß, schien alles gut zu sein. Ihr Kopf paßte an seine Brust und sein Kinn wühlte ihr durch die...
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#762 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 10.04.2008 22:18 © by SuMuze
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Um hier zu sein→ Tod  → Songs

Um hier zu sein
war ich nicht da
dort war das mein
ein hier und nah
eng an dem so
das so nicht ist
statt anderswo
wo selbst du bist
streng unbedingt
weil frei es mich
in Grenzen zwingt
für und an sich
denn einmal fort
wird mir kein Ort

#763 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 10.04.2008 20:10 © by SuMuze
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Drawn Curtain→ Tod  → Songs

Ich habe lange hart um deine Liebe mitgespielt
als wäre sie ein Preis im Ringen wilder Menschen
und war doch nichts als nur ein Kind
das seine Finger streckt nach jedem
der sich dunkel vor die Sonne schiebt.
Ich liebe nicht.
Ich tanze für mich wenn der Mond nur lebt
und schwarze Laute eisig widerhallen.
Ich drehe und ich falte mich
und will hell glänzen, pranzen, strahlen
nur immer wieder deinem Blick voll Stolz gefallen.
Ich wärme meinen Liebsten nicht
ein ungeignet blasser Leib
den anzuschaun nicht glücklich macht.
Ich tröste nicht.
Ich lache wenn Geäst wie kaltes Laub
dem Wind sich beugt im zarten Abendrot.
Ich winde und ich suhle mich
will unter deinen Pranken schmelzen dir
und bin doch hart und fest wie Diamant.
Ich trage meinen Nächsten nicht
nur schwacher Halm
der sich dem schwächsten Wetter zaghaft unterwirft.
Ich habe nach dem Licht geschaut das ich einst sah
es schien mir nah, dann wieder fern
ich weine, da ich weiß, es wird in tausend Jahren niemals nah,
nur fremd und immer wieder kalt mir sein.
Ich liebe nicht.
Ich atme nur, bin nur Membran
haarsanftes Zittern an der Schwelle.
Ich liebe nicht.
Kann nicht mehr hindern
nicht mehr sein
kann nicht mehr fühlen
alles bricht.

#764 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 08.04.2008 23:31 © by SuMuze
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Stimme→ Tod  → Songs

Ich wollte über deine Stimme singen
wie sie mir sanft aufspricht
mit langen weichen Tönen
und Pausen für das Ohr
das noch den einen Laut
voller Entzücken sich
und Freude seiner Haut
anschmiegt
wenn schon der nächste
neu und frech
bereits leis pocht
am Eingang zaudernd wie ein Gast
der Speis und Trank hier sucht
und doch nicht weiß
ob er willkommen ist.
Ich wollte deiner Melodie
und ihrem Schweben folgen
atemlos in ihr versinken
wenn sie fällt
und stolz mich recken
wenn mit Kraft
sie wieder aufersteht
mein scheues Beben nimmt
wie den Verstand
als lägen hinter allen Silben
unendlich mehr
die ich noch hören soll
mit Neugier und mit Lust.
Ich wollte deine Worte spüren
wie Regentropfen
eines klaren Sommermorgen
in sich ganz rund
die zart auf meinem Haar
ihr Plätzchen suchen
das sich dann spreizt
für ihre Nässe
die es unerbittlich reizt.
Ich wollte träumen
wenn du klingst
von Ferne und von Dunkelheit
von Licht und Weite
hinter allem
im Takt der Fahrt
die eilig oder still
einlädt
mir lauschend zu gefallen.
Ich wollte singen
doch ich muß
wie allzu festes Glas
unter dem Klang
aus deiner Kehle
klirrend fast zerspringen.
Ich wollte sprechen so
wie sie mir spricht
jedoch
ich kann es nicht.

#765 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 07.04.2008 20:34 © by SuMuze
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Annathommy→ wet  → Songs

So dicht sind deine Knochen
dieser Tage unter Haut
die glatt gespannt nur trügt
nur Kante ist
zu harten Stangen fest
geronnen
Unterbau
dem Beinhaus da
dem blitzenden
Palast

#766 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 06.04.2008 11:05 © by SuMuze
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Beschäftigung #3→ Beschäftigung  → Soaps

Sie lehnte hinter dem Tresen auf einem beweglichen Hocker, der genau zu diesem Zweck dort stand, und dachte an die letzten Tage. An die Anspannung, die der Beginn des so lange herbei gesehnten Kurses für sie und Max bedeutet hatte. An seine vagen Hoffnungen auf eine Arbeit, die sich trotz aller Bedenken damit verbanden. Er hatte dennoch keine uneingeschränkte Freude darüber verspürt. Da war eine heimliche Angst in ihm, ob er es schaffen würde. Das konnte sie beinahe riechen. Sie hatte versucht, ihm vorzuspielen, daß sie keinerlei Zweifel an ihm hegte. Doch sie war sich mehr als unsicher, ob ihr das gelungen war. Er kannte sie zu gut, um sich so einfach von ihr täuschen zu lassen. Und sein Mißtrauen, das sich zunächst gegen sich selbst gerichtet hatte, machte ihn...
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#767 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 06.04.2008 10:16 © by SuMuze
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Galaxy→ Sternenstaub  → Songs

Kannst du jetzt meine Stimme zittern fühlen
sie trauert nur für dich nur dicht an dir
wie sich dein Wollen an mir reibt
ich gebe mich wie giere ich
umfasse mich mein Ich
und weit hinaus frei
will ich dir sein
ins Dunkel
zwischen tausend Sternen
entkomme ich
mein kaltes Licht
und sterbe

#768 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 05.04.2008 01:31 © by SuMuze
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Familie→ Family Days  → Songs

Du trinkst Verantwortung zwischen Ruinen, Vater.
Wir werden dich teilen. Die Gerade hat uns.
Du unternimmst über Wolken dein Land, Mutter.
Wir hatten dein Morgen, wir geben langsam bereit.
Das Nest bleicher Vielheit lacht in dir, mein Bruder.
Zweifach ist kältere Norm, inmitten uns, Schwester.
Die Familie ist alt. Unter Rinnstein Erobern.
Das Brache brennt hastig, im Hals niemals mehr.

#769 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 04.04.2008 18:44 © by SuMuze
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Beschäftigung #2→ Beschäftigung  → Soaps

Wie immer wurde auch heute ihr Fahrrad fest eingekeil von anderen Rädern, einem martialischen Kinderwagen und zwei spinnebeinigen Rollatoren. Sie schimpfte wütend vor sich hin und stieß eine ganze Reihe der hochtechnisch aussehenden Räder um, als sie das ihre schließlich mit Gewalt heraus zog. Ein sich gegen diese Übermacht doch eher schüchtern ausmachendes Exemplar mit defekter 3-Gang-Schaltung und einem wieder einmal klappernden Gepäckträger. Es war ihr stets ein Rätsel, wie über Nacht so etwas zustande kommen konnte. Doch es geschah mit ermüdender Regelmäßigkeit. Vielleicht zogen jeden Morgen in der Dämmerung ganze Scharen von mit Rollatoren mobilisierten Alten durch das Viertel, um nicht nur Zeitungen und Werbematerial zu verteilten und aufgerissene Verpackungen...
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#770 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 04.04.2008 16:07 © by SuMuze
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Widmung→ Spitzfindiges  → Songs

Hienieden war sie nie verschieden,
heroben dann dagegen,
nach Ölung, Segen schon.

#771 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 03.04.2008 09:49 © by SuMuze
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Beschäftigung #1→ Beschäftigung  → Soaps

Wenn sie ihm zusah, wie er viel zu hastig in den vollen Ordnern blätterte, als daß er auch nur eine Zeile würde lesen können, tat es ihr stets heftig weh in der Brust. Der Monitor warf meist ein fahles Licht auf sein Gesicht, die kleine Schreibtischlampe ließ das Papier hell erstrahlen und der Rechner machte ein ungesund knurrendes Geräusch. Manchmal trat er dagegen, dann verschwand der Lärm für eine Weile. Sie schaute oft stumm seinen Rücken an, der gebeugt und seltsam schief vom Stuhl aufragte. Sie hatte seinen Rücken immer gemocht. Jenes solide, feste Gefühl, das dieser ihr vermittelte, wenn ihre Hände an seinen Schulterblättern sich festhielten oder sich flach in die Kuhle über seinem Gesäß preßten. Jetzt schien er ihr fremd, falsch, kantig und sogar...
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#772 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 02.04.2008 13:58 © by SuMuze
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Fahl→ Zwischenräume  → Songs

Fahle Farben malt uns dünne Sonne
sorglos in den Dunst
liegt lähmend auf den Dächern
blinkt in Scheiben hoher Fenster
Schritte fehlen ferne Stimmen
zwischen Stein und Holz
warten wir in leeren langen Gängen
heftig atmend fest
mein Rücken an die Wand gepreßt
dein Blick hat mich entkleidet
jetzt und immer
Totem mir und wunder Traum
hineingeschrieben
meinem Lidschlag
jede Stunde jeden Tag

#773 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 02.04.2008 10:38 © by SuMuze
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Früher Tag→ Tageszeiten  → Songs

Haut ist zu dünn
Atmen zu hastig
Blick vage
Denken kreist
in dir
kein Wort dafür
die langen Tage
sind wie einer
jeder Laut zu laut
im Schlaf
kehrt nichts zurück

#774 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 01.04.2008 21:28 © by SuMuze
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Werde→ Tod  → Songs

Hinter Geäst die Sonne
wartet wann sie darf
Herzschlag in mir
wird Stille dann
warf mir den Blick
nicht zu, will nie
wird sich zum Schlaf
gelegen haben
werde nicht wieder
wider dir aufstehn
werde mir Bild
mein Lieb
ich werde gehn

#775 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 01.04.2008 09:51 © by SuMuze
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Geborgenheit→ Humming  → Talks

Ich sitze auf dem Kotflügel meiner Schwesters Auto, die Sonne kullert über die Dächer auf mich herunter, der Typ vor mir weiß nicht so recht, wo er seine Hände lassen soll, also reiche ich ihm meine Mappe mit den Zeichnungen, die nicht jeder zu sehen braucht, er guckt sie durch und sucht nach dem Satz, der mich gnädig stimmen wird, und mir gefällt seine freundliche Verlegenheit, als ihm nichts einfällt und ich ihm die Mappe rasch aus der Hand nehme.

#776 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 01.04.2008 09:22 © by SuMuze
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Sie saugte seinen Geruch durch die Wohnung→ Maschineninduziert  → Songs

Sie saugte seinen Geruch durch die Wohnung.
Sein Radio spielte gedämpft seine Musik.
Sie sang seine Augen aus allen Wänden.
Sein Bike stand angelehnt im Gang zur Tür.
Sie rieb seine Finger jede Treppe nieder.
Sein Wagen wartete geparkt am Straßenrand.
Sie stieß sein Wort wie Morgen aus dem Haus.
Sein Tag nahm sie in fremde Arme.
Sie trank von ihm. Es wehte.

#777 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 31.03.2008 11:01 © by SuMuze
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Noch ein Gedicht unter Verzicht auf Satzzeichen und Zeilenschaltung→ Initial  → Songs

In mir ist eine Stimme die ruft Komm Liebster komm als könnte er mich hören wenn nur von Innen schon sein Kommen ich ersehne denn innerliches Sprechen kennt keine Dezibele und nicht den leeren Raum der wie mit Marterfesseln der Liebsten Hüllen trennt

#778 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 30.03.2008 13:54 © by SuMuze
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Gedicht unter Verzicht auf Satzzeichen und Zeilenschaltung→ Initial  → Songs

Wenn meine Lungen atmen bei jedem dritten vierten Mal holt leise auch die Seele Luft sie will sich nicht verraten Verrat das wäre Seelenqual

#779 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 30.03.2008 13:53 © by SuMuze
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Für die kleine Sehnsucht zwischendurch→ Sehnsucht  → Songs

Ich kann die Leere nicht recht füllen,
schwer sehne ich dich her,
mir meine Nächte zu erhellen,
wach bin ich kaum, bist du nicht hier.
Mein Atmen spürt dein Fehlen,
mir fehlt dein festes Haar,
mir kitzelnd zu erzählen,
es wäre wahr,
was harte Lippen weicher Haut
mit Küssen lügend anvertraut.

#780 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 30.03.2008 13:52 © by SuMuze
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Clean & Well-Lighted Place→ G96  → Talks

Das Blythe ist lang und schmal und hat angenehm ruhige Plätze, wo du bei dir sein kannst und doch nicht ganz allein. Viel Holz, viel Glas, und saubere Lederbezüge, auf denen sich gut sitzt. Und wo du gut gesehen wirst, von dem Mann, der deine Drinks eingießt, und denen, die sie dir gerne bestellen würden. Die Bar ist so massiv wie ein Gebirge und die Beleuchtung so schmeichelhaft wie die Abendnachrichten. Die Gäste sehen handverlesen aus, aber mit ein wenig Ehrgeiz kommt am Ende doch jeder herein. Über die Woche läßt es sich ruhig an, am Freitag ist es dafür an der Bar wie Knutschen im Auto. Niemand bleibt dann lange allein, es sei denn, sie will es. Oder sieht doch nicht so toll aus, was aber kaum geht. Hier sehen sie alle toll aus. Viele Sprachen hörst du, und eine...
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#781 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 29.03.2008 00:33 © by SuMuze
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Ungenügend→ Trennungen  → Songs

Ich war dir nackt
nie nackt genug
war zart nicht zart
genügsam
nicht bescheiden
verfügbar
folgsam nicht
war immer nur
ein nicht
nur ein Versprechen
Sonne hinter Bäumen
nie eingelöst
im hellen Licht.

#782 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 28.03.2008 18:53 © by SuMuze
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Für mich #6→ Initial  → Songs

Mein Lachen aber
geb ich nicht
mein Licht dem Tag der
unbeschienen
klagend fordert er
ganz unbescheiden
dunkel dauert er
mich doch.

#783 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 28.03.2008 18:18 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #7→ Alltag  → Talks

Ich bin nicht verliebt und der Morgen ist trist und regnerisch. Ein paar dunkle Haare wagen sich aus seiner Nase heraus, der ich beim Atmen zuschaue. Die Augenlider zucken immer wieder. Dennoch sieht er zufrieden aus. Die Locken oben auf dem Kopf geben seinem Gesicht guten Halt auf dem glatten Kissen. Und sein schwerer Körper gibt wiederum mir guten Halt. Zusammen mit seiner Hand, die mich so angenehm verführerisch von hinten stützt. Kann sein, das ist die Erklärung für das Grinsen, das ich auf seinen Lippen zu sehen meine. Und das Lächeln, das sicherlich mir auf den Lippen liegt.

Mein rechter Arm fühlt sich taub an, ich habe zu lange auf ihm gelegen. Der linke Arm dagegen könnte auf Entdeckungsreisen gehen. Aber ich weiß nicht, ob ich das...
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#784 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 27.03.2008 00:23 © by SuMuze
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Kreise→ Tanz  → Songs

Ich tanze, wie mein Herz mir schlägt,
schau nicht mehr nach der Zeit,
wenn jetzt dies Herz mein Tanzen trägt,
schlägt's morgen noch wie heut.

Ich denke, was mir Sehnsucht sagt,
vergleiche nicht im Licht,
das mir zu hell am Denken nagt,
mein Sehnen braucht es nicht.

Ich singe wie mir Zunge klingt,
achte nicht Halb, nicht Ganz,
wenn nur ihr Ton mir leise singt,
bis ich ihn ende, meinen Tanz.

Im weiten Bogen lebe ich,
mit jedem Atemzug,
und in der Ferne trifft er sich,
und dann ist's mir genug.

#785 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 26.03.2008 18:25 © by SuMuze
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Wurzeln→ Innereien  → Songs

Sind nur Dazwischen
nur Moment auf dünner Schale
schon ein Reiben läßt uns gehn
umher gestreut
wie Sand auf Sanden
ins Darunter sehn wir nicht
suchen blind in flachem Boden
schnell entwurzelt uns ein Wind
liegen ausgestreckt
vergebens
dünner Regen bricht die Krume
jede Laune treibt uns hin

#786 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 26.03.2008 10:34 © by SuMuze
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Lob der Klugheit→ Kind  → Songs

Da war viel Klugheit in den Zeilen
fast jedes Wort fiel ich hinab
es wehten Winde durch die Sätze
die kamen weit aus Süden her
Licht schien aus den Buchstaben
auf meine Hand und die war schwer
ich spürte Beben auf den Lippen
aus Angst, daß ich ihn nicht verletze
und Gier, er sollte noch verweilen
an Klarheit wäre ich zu knapp
Heil gäbe er den Tagen
wär' Labsal für den immer Durst
und ich die Magd und er der Fürst.

#787 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 25.03.2008 14:26 © by SuMuze
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Erster Frühling→ Frühling  → Songs

Das macht den Kopf klar
kehrt den Matsch raus
pustet Qualm fort
das fett nasse Hocken

Das windet ist kalt
Halme vereinzelt
Blau ist ganz trocken
alles wartet auch du

Das zieht sich und reibt
weißes Silber
wie Haut
auf der Schlaf liegt am Tag

Das kühlt macht allein
verläuft sich im Fernen
überall willst du sein

#788 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 25.03.2008 13:50 © by SuMuze
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Herberge→ Sie  → Songs

Sie sitzt schon lange still auf ihrem Platz,
die Hände flach,
so wie ihr Atem,
sorgfältig hingelegt auf ihren Rock,
die Augen schauen unverwandt
verbissen ihre Finger an.
Sie schweigt, sie hat nicht viel gesprochen,
und niemand,
der hier ist,
verspürt viel Lust, zu ihr zu gehn.
Wie Strandgras lässig spielt mit Sand,
gekämmt von Wind,
spielt blondes Haar
zärtlich am Rand von bleicher Haut.
Sie hält sich aufrecht wie ein Stock,
doch ihre Schultern fallen ab,
aus Müdigkeit,
obwohl,
da glänzt es blass auf ihren Wangen,
wie Warten,
zart,
beharrlich und in leisem Trotz,
und Dreck klebt krustig an der Sohle ihres Schuhs,
wie Fehler,
ausgelesen
einem Stück zu schlechten Wegs.

#789 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 23.03.2008 18:38 © by SuMuze
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Dünnes Glas→ Innereien  → Songs

Durch dünnes Glas
sehe ich Licht
draußen auf Gras
es rührt an mir
so daß
jämmerlich ich
nach allem faß was
mir
licht erscheint
hier
in mir drin.

#790 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 21.03.2008 22:58 © by SuMuze
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Netzdichtung→ Worte  → Songs

Verfange mich in Netz:Haut eingegossen wie ein Netz:Strumpf schwarze Spinnen:Netze fingen mich, ich Fisch:Bein in Gewebe feinst aus Netz:Werk ganz in Stahl:Netz wer die Hand erhöbe:netzte feiner mich mit Blut:Gefäße ach die Netze meines Lebens neigen sich mir leer mir immer zu

#791 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 20.03.2008 14:23 © by SuMuze
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Morgengruß→ Morgen  → Songs

Ich brenne an den Armen
küsse das Schwarze um mich her
bis sich mein dunkles Denken
wie Güte legt zu mir
umschling mit bleichen Beinen
das Zentrum jeder Nacht
in bittersüßen Bahnen
erbärmlich frei gemacht
das lacht
wenn auf den ersten Zungen
des Morgens Perlen stehn.

#792 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 20.03.2008 09:57 © by SuMuze
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Mädchenliebe→ Love & Affection  → Songs

Lernte
wie der Mond mich nahm
den Blick gesenkt
atmete still
mein Sternenkleid
ist immer deine Statt

#793 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 19.03.2008 22:37 © by SuMuze
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Fernweh→ Sehnsucht  → Songs

Ich lege meine Worte nieder
auf die Straße
daß daraus Pfad aufsteigt.
Atme mit Gier in dünner Luft
den Leib gebeugt
bis Leiden Atem gibt.
Ich zähle jede Farbe aus
auf meinem Glas
wo Buntheit zahllos bleibt.
Ins Ferne tanzt das Feuer
mein Ebenbild von Hier.

#794 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 19.03.2008 14:58 © by SuMuze
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männlichkeit→ Lügen  → Songs

renktest
den nacken mir
dachtest
ich wäre dein
ich war's
doch du
verschenktest
mich
ich las
es anderntags

#795 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.03.2008 22:21 © by SuMuze
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Orgasmus im Strang der Zahl→ Innereien  → Songs

Kam die Tangente lang geflogen
kummulativ und integral
differenzierte den Kreisbogen
intervallgeschachtelt
allemal
stetig wuchs an
was alternieren würde
am Wendepunkt
dem Scheitel dann
nicht homogen
nicht injektiv
nur Leere
die so kalt begann
sie wuchs uns über alle Grenzen
inkommensurabel wie nur was
zur Schande allen den Sequenzen
die antizyklisch waren
homomorph
das Chaos in den Tänzen
halt nichts als Mathe das.

#796 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.03.2008 21:28 © by SuMuze
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sinnlos→ Von Rändern  → Songs

da ist viel zartheit
hinter krusten
und lange abende
wenn sonne
zaghaft stirbt
wenn monde
sterne liebe hoffnung
blinken
und tränen durst
der sehnsucht sind
das ist ein zittern
leises bangen
inmitten vieler worte
stirbt der sinn

#797 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.03.2008 09:17 © by SuMuze
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Sommerbraut→ Sommer  → Songs

Roll meine Glieder
noch jeden Laut
roll in mich
meine Haut
roll lang und hin
verlaufe wieder
rund will ich sein
im Sinn
was ich mich trau
roll einwärts
gottverliebte
immer deine
rollend reine
Sommerbraut

#798 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.03.2008 09:17 © by SuMuze
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Untitleable #1→ wet  → Songs

O ja ich kroch durch deinen Schoß
ich legte mir die Schwere deiner Glieder
wie Welt
um meinen Hals
ich würd' es wieder
nie war ich sicherer als dort
ich lehnte an dir
stand und saß und schrie
und nichts und niemand
meine Süße
sollte
Gott ich lache
sollte zwischen uns
und war dann doch
und war vorbei
mein Taumeln
tanzt im kalten Mond
mein Alles
alles ist
und alles jetzt
vorbei

#799 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.03.2008 09:16 © by SuMuze
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Failing→ Kurze Gefühle  → Songs

um schutz suchtest du nach
schutz gab ich dir
dein lachen war mir
weich weich meinem arm
warm wohl so warm
und fließe doch
endloser ohnmacht
nun davon

#800 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.03.2008 09:15 © by SuMuze
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