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Genug gesehen. Dem Gesicht begegnet in allen Weisen.
Genug gehabt. Lärm der Städte, abends, und in der Sonne, und immer.
Genug erkannt. Die Haltestellen des Lebens.
- O Lärm und Gesichte!
Aufbruch voll Gefühl und Geschrei - neu!
A.Rimbaud: Leuchtende Bilder / Illuminations - Aufbruch / Départ
(übers. von Reinhard Kiefer und Ulrich Prill)
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Petrafied Love→ Sie  → Songs

Ich will nicht von der Göttin reden
von Musen nicht und nicht von Glück.
nicht will ich dich zum Himmel heben
ich schaue vorwärts, nicht zurück.
Ich schenke dir nicht eine Träne,
ich reiche dir nicht eine Hand,
nicht, weil ich mich erhaben wähne,
ich hocke immer noch am Rand.
Ich weiß um jede deiner Sünden
zähl' eilig meine gleich hinzu,
kann immer noch nicht finden,
ich wäre Eile und du Ruh.
Ich denke an dich, thrice a day,
und bleibe stumm, up and away.

#801 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.03.2008 09:14 © by SuMuze
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Alltag auf dem Lande #1→ Alltag auf dem Lande  → Talks

Ich lehne müde im Türrahmen und schaue wartend in den Himmel hoch. Denn da oben schiebt ein ruhiger Wind unermüdlich Wolken dahin. Das mag ich. Er arbeitet so langsam, als wäre ihm gleichgültig, was er tut. Mir nicht, denn die Flecken blauen Himmels vermehren sich nun endlich. Und jeder neue Fleck macht mich ein wenig munterer. Die Felder hinter dem Hof sehen noch grau aus, leer und abgearbeitet wie die Leute am Abend, wenn sie nach Hause gekommen sind und die Füße ausstrecken wollen. Schafft es aber die Sonne, sich an den Wolken vorbei zu stehlen, dann rauschen helle Flächen über die Erde hin, die dir den Atem nehmen können. Was ganz weit oben wie ein träges Geschiebe scheint, ist hier unten ein ziemliches Hasten. Mein Herz hastet auch. Ist gar nicht bei mir, sondern...
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#802 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 18.03.2008 09:14 © by SuMuze
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Liebe sehr übertrieben→ Love & Affection  → Songs

Geb dir den Blick
das leise Zittern
kaum zu sehen
geb dir fast jeden
Flecken meiner Haut
das Hoffen
unter Stoff und nachts
geb dir das Lachen
weil du vor mir stehst
die Zeit
zu warten und zu fürchten
geb selbst
das Beten dir
wenn du nur nimmst
und wieder gibst
und mehr

#803 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 16.03.2008 22:33 © by SuMuze
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Parting→ B03  → Talks

Unter meiner Tür hast du gestanden. Wie gerne hätte ich meinen Kopf unter dein Hemd gesteckt. Aber du warst fern, die Augen schon nach fort gerichtet und die Füße bereit zu laufen. Schwächer habe ich mich nie gefühlt. Meine weißliche Leere. Und dein Gewicht. Wie sollte ich das je ausgleichen können? Regen spielte Scrabble mit meinen Fenstern. Der doofe Kater schrie nach Essen. Du mußtest los, und ich würde wieder einmal zu spät kommen. Lud wieder alles auf mich. Ich hätte gerne laut geschrien. Und mein Schoß brannte. Brennen Schwänze nie? Meine Schenkel juckten und meine Brüste waren wund. Wie könnte meine Rache bloß aussehen?

Du suchtest nach Worten. Dein gutes Recht. Ich suchte nach einem Gefühl, das passen könnte zu den Worten, die du gleich...
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#804 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 16.03.2008 22:16 © by SuMuze
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Liebe leicht übertrieben→ Liebe usw.  → Songs

In Anbetung
eines Geliebten
weich wandern meine Blicke seinen Weg
eines Moments
schon Trauer mitten jedem Schrei aus purer Freude
eines Verlusts
wild sich rollen sich einschlagen schwach und schwer
sich sorgen
zart sein
wenn ich zart sein will
und müde
wenn der fahle Tag mir bald verweht
das Licht sich bleich mir fort
wie alles zieht
fühl noch die Tropfen
meiner Gier
als bliebst du Liebster
immer mir.

#805 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 16.03.2008 19:25 © by SuMuze
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Vor dem Frühjahr→ Frühling  → Songs

Ich spiele meine Schwäche
mir ins Lächeln
du spielst dich stark
für mich.
Ich rolle über meine Wiese
in mein weiches Tuch
du erntest froh
von mir.
Ich atme in den Wind
den jungen Tag
du fängst ihn ein
für uns.
Ich zähle jeden Zipfel
meiner Decken
du rechnest sie
mir nach.
Ich bohre meine Finger tief
ins Lachen
du biegst sie
mir zurück.
Lass meine Töne wandern
und Stille sein
du weinst nie
wenn ich schlafe
süßer Mann.

#806 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 16.03.2008 18:48 © by SuMuze
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fruchtbar→ Innereien  → Songs

inmitten hundert stimmen
vernahm ich was mich nennt
verspürte jenes sinnen
das alles von mir kennt
nur leib dem leisen ton
nur schwingung seinem laut
schon fahre ich davon
nur schalung fest aus haut
gefäß für wort und namen
und erde für die saat
für ihren heißen samen
und seine schöpfertat
bin völlig drin vergessen
bin nichts und bin doch du
bescheiden und vermessen
stolz winzig immerzu.

#807 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 15.03.2008 23:17 © by SuMuze
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Kollektiv→ Humming  → Songs

Wenn Du nur Eine bist von Vielen
und diese Vielen auch nicht mehr
als nur ein Teil von wieder Anderen
und Keine wäre mehr als Du
und Du wärst geradewegs genau
so viel wie Jede um Dich her
dann wärst Du doch unendlich mehr
als wenn Du Keine wärst von Niemand.

#808 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 14.03.2008 09:47 © by SuMuze
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Wasser abends→ Wasser  → Talks

Abends spielt das Wasser mit dem Tag. Läßt ihn auf sich hüpfen. Lacht unter ihm und über ihn. Wirft seine pranzige Wärme hinauf und zerreibt sie wie nachlässig in seinen schattigen Tälern. Küßt seine bleiche Schwäche und umschlingt noch den kleinsten Halt, den er sich greift. Probiert sein Licht, läßt es auf seinem bebenden Rücken wie Wind dahin zischen und träge dann in das Samt seiner steigenden Nebel versickern. Kaut gierig an seinen Rändern. Lächelt leise, als gäbe es ihn frei, noch einmal, wenn es ihn doch fast schon gefressen hat. Bevor es ihn dann zur Gänze verschluckt. Jauchzt im Triumph mit weißem Schaum, wenn er hilflos versinkt. Und schließt sich wie eine eiserne Pforte schwer über ihm, wenn er stirbt. Abends wacht es auf, das Wasser, holt sich den Tag...
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#809 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 13.03.2008 15:23 © by SuMuze
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Resonanz→ Spots  → Songs

Ich warte wenn es still wird
auf jeden Ton aus Nichts und mehr
der in mir aufrührt
mich verführt
zu klingen wie die Dinge um mich her

#810 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 12.03.2008 18:37 © by SuMuze
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Sehnsucht einschlafend→ Sehnsucht  → Songs

Wieder zieht der Schlaf beharrlich
alles Reiben deiner Finger
mir wie ein Echo aus der Haut
streift daß sich meine Lippen
zur langen Reise küssen lassen
kühl über Mund und Kinn
bis meine Finger fast
die Schatten der Erinnerung fassen
als wäre ich die süße Braut
und Dunkelheit wie warmes Licht

#811 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 12.03.2008 18:37 © by SuMuze
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Sonnenlicht nach Regen→ Wetter  → Songs

Du hörst die Risse in den Mauern jammern
wenn schnell nachdem der Regen sich verzog
das grelle Sonnenlicht sie wieder streichelt
daß nasser Putz sich trocken reckt und stolz
das Glas der Fenster zwischen ihren Rahmen
die Farben aus dem Himmel tanzen läßt,
befreit.

#812 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 12.03.2008 09:49 © by SuMuze
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lachen handgemacht→ Lachen  → Songs

hast du die hand in deiner dir
genauer angeschaut?
ihr warmes weiches fassen
und wie sie winzig wartet?
hast du gesehen
was geschieht
wenn deine hand
um meine ist?
dreh alles einwärts
wende dich
was wäre dann
wenn alles stumm
und nichts verkehrt
dein handgemachtes lachen?

#813 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 11.03.2008 21:46 © by SuMuze
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Ferngedicht→ Trennungen  → Songs

Du warst mir fern
ich schrieb
ich wäre gern
dir nah
es blieb
bei diesen Worten
ich war
nicht dort
an jenen Orten
dich trieb
es fort
mich nicht
doch hätte ich
dich gern jetzt da.

#814 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 11.03.2008 20:41 © by SuMuze
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Gänsehaut→ Morgen  → Songs

Am frühen Morgen
wird das Schweigen laut
legt sich
wie Tau auf Gras
auf mich
dem Blick verborgen
so blass
die graue Gänsehaut

#815 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 11.03.2008 11:07 © by SuMuze
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Liebe nicht→ Liebe usw.  → Songs

Ich wollte nach dem Abend schauen
ob er auch brav die Sonne schlafen legt
nach Mitternacht
ob niemand stört
zum ersten Tageslicht hin blicken
am Morgen dann dich lachen machen
und mich gleich mit
mehr braucht es nicht
ich wollte deine Worte kennen
laut sagen was dir in mir ist
und sehen ob
du nach mir siehst
ich wollte dir den ganzen Tag
nur leicht sein und ein Licht
mehr bin ich
kann ich will ich
wenn in der Dämmerung du schläfst
niemals - ich wollte, doch du nicht.

#816 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 10.03.2008 17:25 © by SuMuze
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Liebe neu→ Spots  → Songs

Sie treiben die Liebe
quer durch die Stadt,
Glasfasernes Denken:
hab' das Küssen so satt!

#817 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 10.03.2008 17:08 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #6→ Alltag  → Talks

Unten im Hof versucht der kleine Portugiese aus dem Erdgeschoß einen Kinderwagen auseinander zu klappen. Das Ding sieht ein wenig nach einer Marssonde aus und scheint auch ähnlich kompliziert behandelt werden zu müssen. Das Kind, das hinein soll, steht etwas schwankend auf eigenen Füßen daneben und schaut zu. Fängt gerade an, sein Vertrauen in die Allmacht seines Vaters zu verlieren. Der immer wieder nach seinem Kind faßt, damit es nicht um fällt. Dadurch dann aber zugleich seine Fortschritte mit der Marssonde wieder zunichte macht. Ich weiß mir keinen Grund dafür, werde aber traurig bei diesem Anblick. In einem der Fenster auf gleicher Höhe mir gegenüber steht eine alte Frau und sieht mich an. Sie steht da oft. Nichts deutet in ihrem Gesicht darauf hin, daß sie mich...
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#818 of 1729      [Backlink]      Posted at Sunday 09.03.2008 12:30 © by SuMuze
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Stammeln→ Worte  → Talks

Ich gebe nach, ja, ich gebe jetzt nach. Das ist, was ich kann. Nachgeben und weich sein und später verachten. Er weiß das, ich weiß das, aber was soll das ändern? Da ist keine Haut, in die ich mich gieße, das sind keine Muskeln, die ich mir ausleihe. Ich trinke Verzweiflung und schütte die Galle wie Lobreden aus, und nichts werde ich jemals anderes tun. Ich kann aus dem Fenster nach draußen hin sehen. Schwarz ist der Himmel, was sonst? Ich kann Fensterrahmen ganz vage erahnen, ohne Brille nicht leicht von Erfolgen gekrönt. Oder Ohren anschauen. Was sollen sie sagen? Ohren sind da, aufeinander zu hören, Augen, zu sehen, Lippen zum Küssen, Arme, um weich zu umfangen und ich bin geschaffen, um doch nachzugeben. Also - gebe ich nach. Auch wenn ich so schwach nicht mehr...
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#819 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 08.03.2008 23:46 © by SuMuze
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Eine Nacht am See→ Lago  → Talks

Zwei tiefe Falten rechts und links des Mundes geben seinem Gesicht den Ausdruck unentwegter Trauer und Sorge. Vielleicht, weil er den ganzen Tag an sein Geld zu denken hat. Oder einfach nur, weil sein Haus zu ungünstig liegt. Anzuschauen ist es sehr fein, ein kleiner, gedrungener, blassgelber Würfel zwischen niedrigen Büschen und Bäumen. Dahinter, wenn du von Osten her guckst, leicht bis zum See abfallendes Land voller Gärten und kleiner Villen. Aber aus dieser Richtung schaut niemand, dort liegen nur viele Tote in ihren sauberen Kriegergräbern. Und die schauen sich nicht mehr die Landschaft an. Aus dem Haus aber sind sie gut zu sehen, die vielen Gräber. Diesen alten Mann mit den widerlich kalten, geizigen Augen eines hungrigen Vogels haben sie nicht viel erträglicher...
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#820 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 08.03.2008 23:13 © by SuMuze
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Sehnsucht #2→ Sehnsucht  → Songs

Nicht viel was bleibt
nachdem
für einen kurzen Augenblick
fast alles alles war
und noch mehr schien
dann nichts
ein wenig Druck
Hand tief
tief ja
und meine Stimme
gib sie mir
und jedes Flehen
mir zurück
und schamlos ist das Bitten und
Geschmack
auf Lippen
und
wenn Finger kratzen
zart auf schwachem Knie
es sticht
es sticht wenn du vermißt
wie Zahlen
die du meidest und
nie löschst
nein nie
wie Schuld
ich tilge sie
wenn Dämmerung
mich herzlos wütend küßt

#821 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 08.03.2008 23:12 © by SuMuze
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Mitternacht→ Nacht  → Songs

Ich höre Schreien
nachts
der Tag
will wieder seien.

#822 of 1729      [Backlink]      Posted at Saturday 08.03.2008 00:28 © by SuMuze
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kindermund→ Kind  → Songs

kindermund und wahrheit wurden
kinderwunden waren wahrhaft wund
und kinder wurden wahr und wund
wund wahrheit wurde wunderkind und
wunden wurden kind und wahr und
wunden wurden wahr und kindermund
wurd' wahrhaft wunderwund und wahr

#823 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 07.03.2008 18:01 © by SuMuze
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liebestipps am freitag nachmittag→ Liebe usw.  → Songs

sag nicht immer 'sag nicht immer'
sage lieber 'sag doch lieber'
liebster sage 'sage liebste'
sage lieber 'liebe liebste'
sage mir es oft.

#824 of 1729      [Backlink]      Posted at Friday 07.03.2008 18:00 © by SuMuze
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Sei→ Initial  → Songs

Mal mir den Himmel blau
die Erde braun
das Wasser unentschieden!
Sing mir das Leben laut
den Abend still
die Nächte ein Stakkato!
Streich mir die Haare sanft
den Schoß hart
um die Augen lieblich!
Sei alles und
versage nicht
mein Wunsch ist unerbittlich!

#825 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 06.03.2008 22:04 © by SuMuze
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Nach dem Unfall→ Sie  → Songs

Wenn du beim Anblick
einer haltlos in das Gras gerollten
Radkappe
silbern glatt glänzt Chrom
auf ihrem runden Bauch
nicht nur die Kratzer sehen kannst
und Dreck der sich
als sie sich in die Erde schob
frech über ihren Glanz hin schob
wodurch sie dann sehr dreckig wurde
und deine Augen nicht
abwenden willst
weil es dich dauert und auch stört
daß sie dir falsch scheint
trotz des Glanzes ihres Bauchs
- heb' sie doch auf.

#826 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 06.03.2008 20:42 © by SuMuze
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Mustererkennung #1→ Tries  → Songs

Ich muß das Muster
muß die Worte
muß die Bilder
wiederfinden
immer wieder
nicht entrinnen
muß das Fühlen
weiter tragen
weiter sagen
weiter fort
viel weiter
weit hinaus
aus diesem
kleinen
winzig kleinen
Worten viel zu engen Ort.
Ich muß das Muster
muß die Worte
muß die Bilder
wiederfinden
immer wieder
nicht entrinnen
muß das Fühlen
weiter tragen
weiter sagen
weiter fort
viel weiter
weit hinaus
aus diesem
kleinen
winzig kleinen
Worten viel zu engen Ort.
Ich muß das Muster
muß die Worte
muß die Bilder
wiederfinden
immer wieder
nicht entrinnen
muß das Fühlen
weiter tragen
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viel weiter
weit hinaus
aus diesem
kleinen
winzig kleinen
Worten viel zu engen Ort.
Ich muß das Muster
muß die Worte
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immer wieder
nicht entrinnen
muß das Fühlen
weiter tragen
weiter sagen
weiter fort
viel weiter
weit hinaus
aus diesem
kleinen
winzig kleinen
Worten viel zu engen Ort.

#827 of 1729      [Backlink]      Posted at Thursday 06.03.2008 16:15 © by SuMuze
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Bad Luck Tolchok→ Tolchok  → Talks

Weil er ein Arsch wäre, sagt sie andauernd. Sie heißt Chantal und könnte von dem Namen sicher die Hälfte abgeben. Wäre dann immer noch zu klein für den Namen. Gaby kommt mit den Fragen kaum durch. Ein richtiges Arsch. Sagt sie schon wieder. Dabei sieht sie mich an, als wäre ich Schuld daran. Ich werde nervös und fülle erst mal Wasser in die Kaffeemaschine. Ob er Arbeit habe, fragt Gaby. Ich grinse. Sie auch. Nee, sagt Chantal, hat er nicht. Und lacht meckernd. Gaby nickt, ich höre auch kaum mehr hin. Er wäre eben ein Arsch. Und das Kind wäre die Pest. Ich grinse nicht mehr, aber Gaby nickt. Ich schaue mir Chantals Gesicht an. Das Arsch hat ganz schön zugelangt. Aber wir sollen keine Polizei holen. Sie kommt damit klar. Sagt sie. Das Kind liegt auf dem kleinen Sofa und...
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#828 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 05.03.2008 23:44 © by SuMuze
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liebe #8→ Liebe usw.  → Songs

wispere flüstere säusele
raune geil dir
streichle und küsse
herze liebkose berge
zart sanft weich froh
liebreizend hell und heil
mein tränentank
ist leer
ich sterbe
meidet dein blick
mich roh
mein tod
gräbt dir dein grab

#829 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 05.03.2008 22:33 © by SuMuze
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Liebe #7→ Liebe usw.  → Songs

Ich wollte immer bei dir sein
und deine Augen sehen;
ich war stets gerne für dich klein,
ließ dich groß vor mir stehen.
Ich wollte weinen, warst du fort,
und lachen, kamst du wieder;
ich weiß mir keinen schöner Ort,
also wo du dich legst nieder.
Ich wollte Spiegel für dich sein,
der deine Schönheit spiegelt,
und schautest du in mich hinein,
die Lippen mir's versiegelt.
Ich bin nur Staub, bin ich nicht mehr
an deiner Seite,
und du hier,
an meiner Seite, neben mir.

#830 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 05.03.2008 20:40 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #4→ Falten  → Talks

Sie wird dieses Jahr siebenundachtzig. Im August, wie sie mir sagt, als wir im Fahrstuhl stehen. Nennt mich aus dem Vorsprung von fast sechzig Jahren heraus wie selbstverständlich 'Fräulein' und bedankt sich höflich und ehrlich für jede kleinste Hilfestellung. Ich habe den Wagen meiner Chefin unter den wütenden Blicken der Passanten direkt vor die Eingangstür geparkt. Weil ich mir die Gelegenheit dazu nicht entgehen lassen will und weil ich die alte Dame nicht durch die Gegend scheuchen möchte. Oder einem Taxifahrer überlassen will, der seinen Arsch nicht hinter dem Lenkrad hervor kriegen kann. Außerdem ist es eine schöne Abwechslung, mal aus dem Büro heraus zu kommen und Chaffeuse zu spielen.

Ich halte ihr die Tür zu Straße auf - "Danke,...
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#831 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 05.03.2008 20:03 © by SuMuze
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Distanz→ Trennungen  → Songs

Stumm das Wort, leer der Blick
in einem fort zurück
geschaut, mir so vertraut
nicht fremd und, dennoch, wenn
ich deinen Mund erkenn'
erkenne ich dich nicht.

#832 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 05.03.2008 12:23 © by SuMuze
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Alltag in der Stadt #5→ Alltag  → Talks

Ein Morgen, in den ich erst langsam hinein werde, nicht einmal richtig müde, nur sehr langsam und zögernd. Die Helligkeit ist kalt, ablehnend, als müßte die Sonne die Welt noch rasch sterilisieren, bevor sie sich ihr hingibt. Die Farben stoßen hart aneinander, so wie ich gegen alles stoße. Im Bad gegen die Kante des Waschbeckens, dann mit der Hüfte gegen den Türrahmen, als ich zum Wagen renne. Meine Stirn am Rückspiegel beim Einsteigen. Nur allmählich geht alles reibungsloser. Wieder einer dieser riesigen Lastwagen vor mir, die zu überholen stets wie eine Befreiung aus lebenslanger Knechtschaft zu sein scheint. Dann die Ampeln, die mich höhnisch rot angrinsen. Endlich flitze ich atemlos zum Bahnhof und stehe dann doch wieder auf der Plattform herum. Grüße ein paar...
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#833 of 1729      [Backlink]      Posted at Wednesday 05.03.2008 12:22 © by SuMuze
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Winterwelt→ Winter  → Songs

Im Herbst der Hexen
zauberkalt
wehmütig weint
für immer grün
verloren frei Geleit
was einsam einzig
aufgeheizt
einander angefreit
wenn Frühling stirbt
wenn Winterwein
ins Immer
flieht
und weht
und wirkt
verloren und
allein.

#834 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 04.03.2008 23:36 © by SuMuze
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Downtown Tolchok→ Tolchok  → Talks

"Stört's dich, wenn ich kurz Nachrichten gucke?" hatte er gefragt. Sie hatte nur stumm genickt. Das mußte jetzt schon Minuten her sein. Immer noch läuft kein Bild über die dunkle Fläche an der Wand. Aus den Lautsprechern daneben kommt nur ein Krächzen. Er steht davor, nach vorne gebeugt. Und schaut auf etwas dahinter. Oder daneben, das ist schwer zu unterscheiden. Reglos, beinahe. Sie liegt halbwegs bequem und halbwegs bekleidet auf dem Sofa, unter sich eine dreckig aussehende Decke, mit deren einem Zipfel sie achtlos herum spielt. Als sie ihn gefragt hatte, was er schauen wolle, hatte er sie harsch angefahren. "Halt's Maul." Sie hatte mit den Augen gerollt, aber nichts gesagt. Reden schien nicht seine Stärke zu sein.

Ihre kurzen Haare sind...
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#835 of 1729      [Backlink]      Posted at Tuesday 04.03.2008 09:38 © by SuMuze
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Countryside Tolchok→ Tolchok  → Talks

Er hatte versucht, die Säge erneut anzuwerfen. Wieder und wieder. Der Auspuff hatte nur ein nasses Geräusch gemacht, dann blieb der Motor mit einem höhnischen Glucksen stehen. "Hör auf damit," sagt sie und legt eine Hand auf seine Schulter. "Der Motor säuft doch nur ab." Er nickt und stellt die Säge auf einen der bereits fertigen Stapel. Ein kalter Wind fegt durch den gelichteten Wald, bringt Verkehrsgeräusche und den modrigen Geruch eines nahen Tümpels mit sich. Und trocknet den Schweiß auf seiner Stirn. Sie schaut ihn an, als er sich zwischen zwei Wurzeln vor einen Baum setzt. Als wären es ihre Schenkel, denkt sie plötzlich, und er säße wieder wie früher zwischen ihnen und sie schaute über seine Schulter hinweg in die Ferne. Wie sie auch. Gemeinsam. Heute kann...
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#836 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 03.03.2008 23:15 © by SuMuze
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Big City Tolchok→ Tolchok  → Talks

Zu viel Tier ist um mich herum. Und das Wiesel macht sich breit, braunes Fell und scharfe Krallen, sehr fein. Seine Augen sind aber nicht schön. Kalt. Ich mag keine kalten Augen, dann wird mir kalt. Das Wiesel sollte sie schließen. Tut er nicht, also tue ich es für ihn. Für es? Mein Es meckert. Der Maulwurf taucht eben jetzt auf. Wie immer in meinem Schoß. Ich gebe ihm einen Klaps und habe Ruhe. Herrlich einfach mit ihm. Die Musik mag ich auch nicht. Aber welche Musik mag ich schon. Mein Glas klirrt. Nein, was da drin ist, das klirrt. Ich muß aufpassen. Werde ungenau.

Mein Tischherr mault. Das bedrückt mich. Er gefiel mir auf Anhieb. Das richtige Format, die richtigen Manieren, der richtige Anzug. Ich will mich einwickeln und mitnehmen lassen....
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#837 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 03.03.2008 22:44 © by SuMuze
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Small Town Tolchok→ Tolchok  → Talks

"Du mußt nicht unsicher sein," hatte sie anfangs zu ihm gesagt. Ihre Stimme hatte weich und sanft geklungen, und er hatte gelächelt, ein wenig erleichtert, aber auch ein wenig gekränkt. Lieber hätte er alles in der Hand behalten. Jetzt lehnt sie an ihm, streichelt mit ihrer flachen Hand unter seinem Jackett seinen nicht unbeträchtlichen Brustkorb und schaut in sein angespanntes Gesicht hinauf. Durch die großen Fenster scheint die tief stehende Sonne herein, grell und weißlich. Wenn sie hinaus schaut, muß sie die Augen zusammen kneifen. Er schaut nicht hinaus. Kennt alles, was es da draußen zu sehen gibt. Auch, was hier drin zu bewundern wäre.

Jetzt gerade bewundert er sie. Ihre sorgfältig lackierten Fingernägel, an der Spitze langer und...
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#838 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 03.03.2008 22:38 © by SuMuze
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Picknick→ Kurze Gefühle  → Songs

warst mir kein picknick
und kein schrei
nachts
mitten in den laken
eines kalten betts
kein hoffen
auf das unhoffbare
kein keuchen
einfach so
kein grinsen
und kein zittern
und auch kein du
'du mach mich froh'
warst nur ein
zögern
warten
wimmern
nur fast ein rand
ich rieb
tastete zärtlich
warst mir ein halten
und ein band
warst mir fast picknick
und fast schrei
und hieltest mich
am leben
einerlei

#839 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 03.03.2008 22:29 © by SuMuze
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Love Sick Working Blues→ Arbeiten  → Songs

Nehmen sie mich bitte mit, mein Herr,
ich kann doch hier nicht bleiben,
mein Bauch tut weh, der Kopf ist schwer,
ich kann mich kaum noch leiden,
ich sehe, sie sind freundlich zu der Welt,
und ihre Lippen können lachen,
sie schauen nach der Ware, nicht dem Geld,
was heut nicht allzu viele machen.
Lassen sie mich bitte hier nicht einsam sein,
und alle anderen sind froh und frei,
ich bin verloren ohne sie und ganz allein,
und mir ist heute alles einerlei.
Ach nehmen sie mich bitte mit, mein lieber Herr,
ich bitte sie, als ob ich ihre Liebste wär,
ich kann das imitieren, fällt mir gar nicht schwer,
bezahlen sie für mich und dann gehts ab, oh yeah!

#840 of 1729      [Backlink]      Posted at Monday 03.03.2008 18:24 © by SuMuze
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