| Herbstmorgen 11-17-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Sat 17.11.07 | Seq # 24 |
| |
 Ich traue meinen Füßen, Sohlen, ihrem Sinn für Boden, Grund, Solides, das unter ihnen sie an jedem Morgen auf sich duldet, leise trägt. Ich spüre harten Stoff vom Teppich, die Fransen, die der Hund zerkaut, das sanfte Holz der Dielen, ihren Wachs, wie Lungen atmen sie durch Furchen, Ritzen, die sind mal eng, dann wieder weit. Ich tapse auf dem glatten Brett der Treppe, und komme Schritt für Schritt ins Leben so, schaudere schnell, wenn kalt die Fliesen unten fast schmerzhaft meine Knöchel stauchen, die frische Luft im Flur mich schwerer macht. Die Zehen krallen heftig nach den Läufern, auf denen ich im Bad ins Rutschen komme, wenn mein Gesicht mich kritisch sieht und alle Fehler um mich sind. Ich setze meine Füße auf die Bank, wenn ich den Morgenkaffee trinke und ich den Kopf auf meine Knie als wollte ich noch einmal Schlaf für ein paar Traumminuten lege und bin ich einmal nicht allein, dann stubse ich den müden Nachbarn an damit er lacht und nach mir schaut und manchmal mir die Füße krault.
|
|
| ♣ ♣ ♣ |
| Ich handle | → Songs |
| → Ich |
| Rev # 1 Sat 17.11.07 | Seq # 25 |
| |
Ich sage meine Seele ich laufe meinen Leib ich schreie meine Sinne ich wimmere die Angst ich sehe meine Leere ich winsele die Gier ich schweige meine Hoffnung ich zähle meinen Tag ich lache meine Lust ich höre meine Wut ich lausche meinen Zorn ich trinke meinen Durst ich heile mir das Leben ich esse meinen Hunger ich singe mir die Welt |
|
| ♠ ♠ ♠ |
| pferdetanz | → Songs |
| → Tanz |
| Rev # 1 Fri 16.11.07 | Seq # 1 |
| |
mir strich haut die melodie nach der mein sehnen sollte am abend in die nacht in die ich tanzen wollte zu meines herzens takt ich ahnte nur das klingen schmiegte mich ihm enger an ließ meine lippen singen wie zügel im gespann bis stampfende piaffe aus meiner schlaffheit schrie |
|
| ♥ ♥ ♥ |
| Weird | → Songs |
| → wet |
| Rev # 1 Fri 16.11.07 | Seq # 12 |
| |
Ich hing an deinen Lippen und leckte jedes Wort flink deinen Winkeln fort. Ich kroch in deine Augen wie Himmel waren sie eiskalter mir doch nie. Ich preßte deine Hände auf meine stumme Qual unziemlich Mal zu Mal. Ich folgte deinen Füßen wand mich um deine Spur regloser Staub dann nur. Ich aß noch deine Asche geschwärzt stirbt alle Gier leblos als Pfahl in mir. |
|
| ♦ ♦ ♦ |
| Herbstmorgen 11-16-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Fri 16.11.07 | Seq # 23 |
| |
 Wenn du mich schlägst, häute ich mich, ich streife meine Wunden ab und gleite feucht ins junge Gras kalt lacht mein Blick der deine Wut zu steifem Tau zerrinnen läßt nur seichte Spur zieht altes Eis auf meiner wunderbaren Haut
|
|
| ♣ ♣ ♣ |
| Nachmittag am Fenster | → Songs |
| → Heimspiele |
| Rev # 1 Thu 15.11.07 | Seq # 31 |
| |
Ich steh' am Fenster, schaue auf den Hof das freie Feld dahinter und nochmals dahinter dann die Straße, die zum Fluß hinunter führt und die ich oftmals mit dem Hund und auch mit meinem Fahrrad fahre auf ihr laufen Kinder Skater Roller weichen, wenn ein Wagen kommt darüber ist der Himmel grau doch hat er kleine Flecken helles Blau das macht uns Mut, mir und den Kindern es ist sehr kalt da draußen, drinnen nicht ich presse meine Schenkel gegen Wärme die aus dem Keller kommt zu mir ich liebe das und warmes Wasser und die kleine emsige Maschine die uns Bestecke Gläser Tassen Teller spült ich warte, ob noch Sonne kurz erscheint dann ginge ich vielleicht hinaus den Hund tät's freuen, die Lungen auch doch ich bin müde und zu faul hier werden die Gedanken friedlich ich schau' dem Licht in meinem Zimmer beim schwächer Werden lächelnd zu und stehle mir mein Stückchen Ruh wenn draußen alles golden wird weil fern am Horizont die Wolken wichen und sich noch ein paar letzte Sonnenstrahlen mir sanft wie liebste Finger tief einschlichen. |
|
| ♠ ♠ ♠ |
| Herbstmorgen 11-15-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Thu 15.11.07 | Seq # 22 |
| |
 Du denkst, wenn meine Seele flieht, dann flieht sie eilig nur zu dir, weil deine Schau stets deine Seele sieht, und die bleibt immer nur bei dir.
Du denkst, wenn meine Stimme bricht, dann bricht sie, weil ich reden will, denn deine Stimme scheitert sicher nicht und deine Zunge steht nie still.
Du denkst, wenn mir das Auge tränt, dann tränt es mir aus Traurigkeit, oft hast du Trauer dir von mir entlehnt, ich hab' genug für zwei bereit.
| Du denkst, wenn meine Sinne ruhn, ruht auch mein stiller Geist im Schlaf, als wäre Schlaf des langen Tages Lohn. den noch die Kleinste nehmen darf.
Du denkst, wenn meine Hand nur weich auf deinen Arm sich legt zur Nacht, wanderte auch mein Leib im Himmelreich, und wiegte sich auf Armen zart.
Du denkst, soll't ich dann selig lachen, lachte mir Seele, Geist und Sinn, mein Glück kann dich dann glücklich machen, und oft, Geliebter, haut das hin. |
|
|
| ♥ ♥ ♥ |
| Herz-Schmerz-Gedicht (Quotenversion) | → Songs |
| → Spitzfindiges |
| Rev # 1 Wed 14.11.07 | Seq # 12 |
| |
Schmerz zog mein Herz stark einwärts Leid reut mich heut und allzeit Zorn schob nach vorn ganz enorm Wut nahm sich Mut ach wie gut Haß zeigte daß bleibt von Spaß nichts für mich nichts für dich tralala |
|
| ♦ ♦ ♦ |
| am wegesrand | → Songs |
| → Süden |
| Rev # 1 Wed 14.11.07 | Seq # 10 |
| |
siehst du! siehst du! schreit der junge leise plärrt die kleine zuckerglanz in braunen augen sein stimmchen aber schrill empört schon angst des mannes die den zarten leib erzittern macht das mädchen ahnt die macht der tränen |
|
| ♣ ♣ ♣ |
| Herbstmorgen 11-14-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Wed 14.11.07 | Seq # 21 |
| |
 Aus Leere kaum spärlich angereichert mit Einsamkeit und Wut flocht ich mir fein mein Haar das mir das Herz erwärmte im kalten Drachenjahr kein Drachen war daß dessen Glut den Frost erleichtert' der in mir lärmte und Schwere aß mir Mut
|
|
| ♠ ♠ ♠ |
| büroalltag (braun) | → Songs |
| → Arbeiten |
| Rev # 1 Tue 13.11.07 | Seq # 23 |
| |
mit beton belegter stahl bleibt unsichtbar bis korrosion beton bezwingt | dreck steht am ende setzt sich durch dreck siegt dem dreck die krone | eindringlinge dringen ein zu dritt dinglich gelungen dann | | sanft seine hand sucht meine haut mein sinn sieht seine hand sehr gerne | löblich lob bekam ich fröhlich weil höflich war am telefon ich doch womöglich immer schon | mir steht der sinn nach sex und cola, nikotin vielleicht nach sechs haut's hin |
|
|
| ♥ ♥ ♥ |
| Frühstückspause | → Songs |
| → Arbeiten |
| Rev # 1 Tue 13.11.07 | Seq # 22 |
| |
Regengrauer Frühkaffee tränkt träge mir die schwarzen Zeilen meiner Zeitung in matten braunen Meeren Ränder die sanft zitternd Sinn zerfasern der leblos mir doch längst entging. |
|
| ♦ ♦ ♦ |
| Herbstmorgen 11-13-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Tue 13.11.07 | Seq # 20 |
| |
 Ich war jung und mir gefiel dein Alter ich war leer und du gabst mir Gesicht ich war flink und mochte deine Ruhe ich war leicht und du gabst mir Gewicht. Du schautest in den Morgen über Dächer und sprachst von Tag und Arbeit mir du lachtest über meine kleinen Fehler schwiegst, schienen sie doch größer dir. Ich lag auf deinem Bauch fast wie ein Käfer und krabbelte vergnügt auf ihm herum ich zählte Haar für Haar an deinen Backen kniff oft hinein und du bliebst dennoch stumm. Du sahst es gerne wenn ich fröhlich lachte und sahst mir zu wenn ich ganz leise schlief wenn ich mich für dich älter, schöner malte und meine Eitelkeit stolz nach dir rief. Ich war allein und hab auf dich gewartet ich war betrübt und brauchte deine Hand ich fror und wollte deine ganze Wärme ich träumte, bin im Traum dir fort gerannt. Du hast geschwiegen auch wenn ich dich fragte und nur gelacht, wenn meine Finger zart neugierig sich nach deinem Denken streckten als wären Schädel Fingern nicht zu hart. Ich sehe oft noch deiner Augen Glanz und wie dein Mund nach Worten sucht die nicht verletzen und nicht sprechen tausendemal hab ich mein Herz verflucht; fühl deine Hand mit allen Fingern hätte sie gerne noch für mich saugte mir Leben aus den Gliedern hatte sie doch - dich aber nicht.
|
|
| ♣ ♣ ♣ |
| Herbstlaub | → Songs |
| → Herbst |
| Rev # 1 Mon 12.11.07 | Seq # 4 |
| |
Im Blätterhimmel stirbt zuletzt mit leisem Kratzen doch das Jahr malt seine Wärme trotzig noch den schwarzen Bäumen auf kalt sticht die Hand des Winters zu verbrennt das Herz verletzt im wilden Laubgetümmel. |
|
| ♠ ♠ ♠ |
| Rollende Liebe | → Songs |
| → Liebe usw. |
| Rev # 1 Mon 12.11.07 | Seq # 25 |
| |
Ich lag sehr gut in deiner Liebe in Liebe liegt sich immer gut, rollte mich wohlig drin herum, wollte dort niemals wieder fort, rollte dir jeden roten Teppich aus, daß du dich wie ich rollen solltest, so immer wohlig rund um mich, als bräuchten wir nie mehr hinaus aus unserem ineinander Rollen, das unserer beider Liebe Wollen sich wohl ersehnte - oder nicht? |
|
| ♥ ♥ ♥ |
| Am Telefon | → Songs |
| → Arbeiten |
| Rev # 1 Mon 12.11.07 | Seq # 21 |
| |
"Wie meinen, Frau..?" kommt seine fette Stimme mir viel zu nah ans Ohr ich halt' den Hörer weiter weg und flöte meinen Namen zum dritten Male rein. Wie dumm muß einer sein daß er auf diesem Weg den Herren spielen will? "Hören Sie.." weist er mich an ich zücke brav den Bleistift und denke Mannomann und schreibe auf was er zusammen stottert. "Haben Sie?!" knapp und präzis ist er jetzt doch geworden die Sache macht ihn stark ich nicke aber schweige. "Haben Sie mich jetzt verstanden?" ich sage "Ja," er fragt "Bestimmt?" ich sage "Sicher" er sagt "Das will ich hoffen" ich denke fick dich selbst da dröhnt er an mein Ohr "Kann ich mich darauf verlassen?" ich wiederhole folgsam und akkurat und werde fast gestreichelt "Ja gut" kommt das Bonbon ich sage artig "Danke" und lache als ich sehe am Rand des Monitors wann er die letzte Rechnung zahlte die lange offen stand. "Und, Frau..?" muß er noch sagen ich kenne meinen Namen inzwischen wirklich gut. |
|
| ♦ ♦ ♦ |
| Auf dem Weg zur Arbeit #4 | → Songs |
| → Arbeiten |
| Rev # 1 Mon 12.11.07 | Seq # 20 |
| |
Ich sah auf seine Schuhe Dreckklumpen an den Sohlen er hat sie scheu versteckt unter den Sitz gezogen als er mein Schauen sah.
Ich sah auf seine Knie Verwaschenes aus Nimes sie hielten fest zusammen sie schützten beide ihn und schauten weiß zurück.
Ich zählte alle Knöpfe auf seiner dicken Jacke sie glänzten richtig mutig wie frisch poliert und stolz als wären sie auf Wache die kleinen Zinnsoldaten.
Ich kreiste um sein Kinn nach Spuren unter Haut das sanfte zarte Beben wenn stumme Worte leis dem Lärm der Bahn vertraut kaum ausgesprochen sind. | Ich kletterte nicht höher wir sehen jeden Tag den anderen da sitzen im selben Zug, demselben Ziel so schnell ist, was ich mag beim Klettern überwunden.
Ich schaute auf den Rücken der straff vor mir her ging und rechts und links Auslagen bis über Seidenwäsche er meinen Blick auffing als zöge er mich aus an diesem kalten Morgen - doch kalt wäre mir nicht. |
|
|
| ♣ ♣ ♣ |
| Herbstmorgen 11-12-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Mon 12.11.07 | Seq # 19 |
| |
 Ich spinne Seide unter den Kamelhaarmantel und gerbe Leder auf das Mädchenfell, damit dein Lachen bleibt, wie ich dein Lachen kannte, das eines Jungen, den als Mann ich will. Ich ziehe Rosen in den engen Frühlingstälern und färbe Sommer mit der Blumensaat, damit dein schneller Schritt, wenn du die Schritte schmälerst, nicht strauchelt, grob in meinen Knospen zart. Ich webe Tränen aus dem festem Winterleinen und flechte Träume mir aus dichtem Garn, damit dein Licht mir scheint, wie mir dein Licht soll scheinen, hell wie am Tag, an dem wir für uns warn. Ich liege unter feinen Decken und fließe in den Morgen ein als wenn ich dich noch immer hätte, und wäre leis für immer dein.
|
|
| ♠ ♠ ♠ |
| Herbstmorgen 11-11-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Sun 11.11.07 | Seq # 18 |
| |
 ich wage parameter im kalkül indikatorenfest ein kardinal im weißgestühl gerohrschachtestet zephalographenschnell - mein heiland wird nicht deiner; vermute rotation mit schiefem winkel nur lokal lacht fröhlich uns dein maximum - mein heiland neigt sich nicht; im tiefsten von sonne noch beweihten vertraualtar gab ich mein wort dem priester mit dem pickel hin - mein heiland ist nur meiner; riß mir die hand beim scheuern auf die knie kalt auf altem holz dach preßte fest und nieder im traum zu frei und aufgeschnallt - mein heiland straft mich wieder; taktvoll im takt tickt die unruh teilt ein teilt zu die bleiche haut verliert die zeit - mein heiland läßt mich zählen; und alle kapitelle tragen nicht die last der vielen streben sie stürzen stürzen stürzen - mein heiland schweigt.
|
|
| ♥ ♥ ♥ |
| Ölbaum | → Songs |
| → Süden |
| Rev # 1 Sat 10.11.07 | Seq # 9 |
| |
Ich habe deinen Schatten oft mittags aufgesucht durch deine Blätter deine Zweige an deinem Stamm entlang nach Himmeln hoch geschaut. Ich roch an deiner fahlen Borke am frühen Abend zum Grillenchor wenn sie wie Kork mit Wein getränkt mir ihren Duft ganz sacht verriet. Ich kletterte als Kind in dir riß mir die Haut stieß mir den Kopf und weinte still doch auch zufrieden geborgen unter deiner Krone. Ich lachte, wenn ich dich so sah ein alter, müder Mann gebeugt und grau neben den Jungen sprach atemlos zu dir mit Lippen, Leib und Ohr dir dicht am Holz. Als dann die Jungen fielen da fielst du auch am Ende dann ich schaute weg weil ich kein Ende sehen kann und nur als silbergraue Sehnsucht bliebst du mir. |
|
| ♦ ♦ ♦ |
| Herbstmorgen 11-09-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Fri 09.11.07 | Seq # 17 |
| |
 Ich stand am Meer das unberührt mich übersah nur lustlos an den Felsen nagte wie ich an meiner Angst.
Ich warf beharrlich nacheinander Blicke auf das Wasser sah Wellen Formen Farben vergaß sie rasch weil wieder neue sich da zeigten und nochmals neue hinterher.
Ich fror weil es am Meer dazu gehört am Strand zu frieren wie von der Größe platt zu sein die Meer oft hat. | Ich schaute lange auf die Wellen bis sie statt herzukommen schnell von mir gingen und malte heimlich Diagramme ob das geht.
Ich kroch in den Pullover zog mir den Rock herab ich schaute nach dem Leuchtturm und zählte Stunden ab bis alles wieder richtig an seinem Platz mir schien.
Ich stand am Meer wir mochten uns nicht sehr ich ließ daß Meer und es ließ mich es ist nicht allzu schwer warum und oft steh ich da nicht herum ich nahm's dem Meer darum nicht ernsthaft krumm. |
|
|
| ♣ ♣ ♣ |
| Diverses Wünschen | → Talks |
| → Humming |
| Rev # 1 Thu 08.11.07 | Seq # 9 |
| |
Ich möchte tausend Arme haben, und jeder Arm wär' stark genug, dich gut zu tragen, weich und voller Kraft. Und jede Hand wär' wie ein Bett, in das du deine Schwäche legen kannst, am Abend, oder wenn die Sonne hoch am Himmel ist, oder inmitten jeder Nacht aus Zweifel und aus Einsamkeit.… → weiterlesen |
|
| ♠ ♠ ♠ |
| schuld | → Songs |
| → Innereien |
| Rev # 1 Thu 08.11.07 | Seq # 26 |
| |
hab dich gehabt hab dich verspielt hab deine zeiten ausgesaugt und meine gier wie sonnenhitze eisig kalt kühl ausgelaugt mit engelszungen scharfer spitze |
|
| ♥ ♥ ♥ |
| unbedeutend | → Songs |
| → Winter |
| Rev # 1 Thu 08.11.07 | Seq # 3 |
| |
bin doch nur zweig am baum lässliches holz das seinen hölzern harten traum verbirgt wenn wind die äste schüttelt vergeht wenn winter seine bande rüttelt verloren wenn die blüten sterben und weint wenn bleich verderben weitverzweigte triebe starr eng am stamm gebrochen kalt und klamm. |
|
| ♦ ♦ ♦ |
| divergierende | → Songs |
| → Liebe usw. |
| Rev # 1 Thu 08.11.07 | Seq # 24 |
| |
du warst weit weg ich dachte weiter weg könntest du nicht sein du warst mir fremd ich glaubte fremder könntest du mir niemals werden dein lachen galt nicht mir dein atmen wärmte meinen nacken nicht und deine hand rieb sich nicht mehr an meiner haut nur eine stimme aus elektrisch schriftzeichen die ein stummer drucker schrieb und dann dein steifer harter rücken in den viel zu kurzen stunden wenn mir mein herz das kleid zerriß und tausend worte stumm durch meine kehle stürmten doch du kannst weiter weg noch rücken noch fremder werden kannst du auch und riß ich mir auch jedes kleid vom leibe ließ jedes wort aus mir hinaus vor allem eines: bleibe! bleibe! nichts kann ich tun wenn du nicht bleibst ist alles aus. |
|
| ♣ ♣ ♣ |
| Herbstmorgen 11-08-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Thu 08.11.07 | Seq # 16 |
| |
 an manchen tagen spring' ich aus dem haus als könnten meine sprünge aus jedem haus mich tragen und lache wenn der wagen die schmale straße rasch befährt und fühle mich ganz unverkehrt wie ein beschwingter floh hüpfe ich aufgeregt den bahnsteig auf und ab als machte mich schon froh daß alle warten und ich so am ende jeden angelächelt haben werd' wenn irgendwann die erste bahn einfährt und in der bahn schau ich die felder an als wären alle felder neu die ich auswendig kann so oft sah ich sie alle an und schau wieder hin wenn sonne jetzt die weiten flächen glitzernd leuchten läßt vom bahnhof lauf ich flink durch einkaufsstrassen als wären es die strassen meiner welt und nähmen mich am morgen auf auch wenn ich selten hier doch kauf' ich folg' den vielen menschen eilig hinterher und tu' als wär' das leben heut' nicht schwer
|
|
| ♠ ♠ ♠ |
| Überherbsten | → Songs |
| → Herbst |
| Rev # 1 Wed 07.11.07 | Seq # 3 |
| |
An diesen kurzen Tagen, wenn Bäume schwer an ihren Blättern tragen, zu schwer, sie halten sie nie fest, verkriech ich mich im Nest. Geh nicht hinaus aus Licht und Wärme hier im Haus, sicher beschützt, es könnte mein zweites Reserveleben sein, oder - sogar - das Dritte. So wohl ist mir in seiner Mitte, daß ich dem Wetter eine lange Nase dreh und lachend aus dem Fenster seh. |
|
| ♥ ♥ ♥ |
| Herbstmorgen 11-07-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Wed 07.11.07 | Seq # 15 |
| |
 Du hast mir Gräser mit der bloßen Hand aus hartem Boden ausgegraben und meine Arme fest umschlungen, wenn ich nur zitternd über Mauern stieg. Du hast die bunten Disteln weggerupft, wenn wir uns nieder legen wollten, und in den Himmel hast du hochgeblickt, als wäre jeder Tag ganz neu für uns. Du hast gekichert und gegickelt, als wäre jedes Wort von mir so froh, und düster schien dein Blick, wenn Wolken über meinen zogen, dein langer dünner Arm kam dann und gab das Blau mir schnell zurück. Du hast die Zweige fortgebogen, wenn ich dir folgte hoch hinauf, den Dreck sanft weggewischt von allen Schrammen, die ich oft mit leisem Wimmern mir da holte, ein leichtes Pusten reichte mir und ich war immer wieder heil. Du hattest Gänge unter Büschen und in den aufgehängten Reihen so manchen kleinen Platz für uns, und lagst dann neben mir und ich hab kaum gewagt zu atmen, zu lachen nicht, erst Recht. Du warst mir Licht, das listig den Weg durch tausend Blätter findet zu meinem Arm, der es begrüßt, du warst die Sterne mir, die hinter dunklen Wällen warten und nur ein ferner Schein hat mir genügt, um dort zu sein. | Du warst Geruch aus Blatt und Blüte, wild juckend nahm dich meine Nase auf, du warst die Hitze eines hellen Tages, die kochend über Asphalt liegt, die Schwüle, die kaum auszuhalten, in Haar und Haut und Augen klebt. Der Staub und Dreck aus Mauerwerk, der Lärm der von der Ferne singt, die Stimmen hinter grauen Toren, der dumpfe Klang von Fuß auf Gras, das Knarren alter Fensterläden, die kalte Schwärze eines Flurs, der kühle Marmor unter nackten Sohlen, das weiche Holz von krummen Dielen, das Kratzen vielgewaschener Decken, die Worte, die ich kaum verstand. Du warst mir Kissen für den Schlummer, und Wächter sanfter Einsamkeit, die Hand, die mein Kinn hat geduldet, der Mund, den meine Lippen spürten, der Blick, in dem sich meiner fand. Du hast in in jeder meiner Gesten und jedem Atemzug gehaust, ich las dich leicht auf jeder Seite und sah dich klar im Fensterglas. Ich hör dein Lachen oft noch heute und lausche mit gesenktem Kopf, ob nicht das Tapsen deiner Füße gleich um die Ecke zu mir kommt. Ich schau ins Grau hinauf da oben und male mir dein Angesicht mitten hinein in Wind und Regen weil's hilft, manchmal, und manchmal nicht.
|
|
|
| ♦ ♦ ♦ |
| Herbstmorgen 11-06-2007 | → Talks |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Tue 06.11.07 | Seq # 14 |
| |

Eine Morgen, der immer klarer wird. Kälter und präziser, der dir deinen Körper vorführt, Gelenk für Gelenk, Muskel für Muskel. Eine plötzliche Steifheit in den Nacken legt wie einen schweren Shawl, die Augenlider mit Staub bestreut, die Beine hart und hölzern macht.… → weiterlesen |
|
| ♣ ♣ ♣ |
| How I'd Like To Be Liked | → Songs |
| → Me |
| Rev # 1 Mon 05.11.07 | Seq # 23 |
| |
Ich möchte daß du meine Worte meidest weil ich dann leichter deine hören kann, sie scheinen mir viel unverstellter und reiner an mein Ohr zu fliegen wie Worte es doch können sollten. Und laß die weiten Gesten sein mit denen du mich nur erschreckst als wollten deine Arme mich wie lästiges Geäst aus deinem Weg wegwischen. Vermeide das Gelächter wenn ich mich gestoßen habe irgendwo ich weiß es sieht sehr komisch aus und lachte gerne selbst wenn ich mich sähe mich sehen aber geht wohl kaum drum lach' ich nicht. Laß auch das Grübeln wenn ich weine ich mag nicht viel erklären und Gründe habe ich genug oder zu wenig ich weiß es selten ganz genau warum soll ich nicht weinen zum Lachen fehlt doch oft der Grund ich halt es halt auch mit dem Weinen so. Vermeide dann nicht da zu sein wenn meine Hände nach dir tasten ich fühlte mich dann so allein als gäb' es dich in meinem Leben nicht und das denk' ich wär nicht in deinem Sinne. Laß Licht und Luft und Stimme hinein in deinen Sinn und laß sie wieder 'raus ich höre gerne hin wie es dann klingt und ausschaut und wie es riecht wenn ich in deiner Nähe mich niederlassen mag. | Ich möchte daß du traurig bist wenn ich dich mal mißachte denn ich bin es wenn du das tust bestimmt. Ich möchte daß du schwitzt wenn ich es tue eng an dir und ich den heißen Atem aus deinem Innersten wie Wind auf meinem Nacken mit Schaudern fühl'. Ich möchte daß du zitterst ganz dicht in meinem Arm und ich das Pochen spüre unter der Haut an der mein Mund dann liegt und ihr unhörbar flüstert was ich nicht sagen kann. Ich möchte daß du schläfst und deine Lippen lächeln wenn sanft wie eine Feder die Neugier dich berührt die immer in mir ist nach jedem deiner Blicke die mir dein Schlaf verbirgt. Ich möchte daß du schweigst wenn dir die Worte fehlen kann sein ich leih dir welche oder gar wenn ich an deine Augen denke kann es schon sein daß ich dir meine Worte schenke. Ich möchte daß du lachst wenn du mich siehst und hörst und mich von weitem schon an irgendwas erkennst. Ich möchte daß du immer für immer und für immer mit etwas Wehmut und auch mit leichtem Sehnen und Schönheit an mich denkst. |
|
|
| ♠ ♠ ♠ |
| Überfall | → Songs |
| → Heimspiele |
| Rev # 1 Mon 05.11.07 | Seq # 30 |
| |
Ich saß in meinem Bett, das Laptop fauchte eifrig, und reimte gar so nett, es ging wohl eher leidlich, da flog die Tür weit auf, ein wilder Kerl kam rein, und stieß mir seinen Lauf vom Sturmgewehr hinein in meinen leeren Magen und schrie mich lauthals an, er könnt's nicht mehr ertragen, wie ich nur reimen kann, wenn draußen vor den Toren nur Unrecht toben würd, Meineide frech geschworen, Intrigen dreist geschürt. | Ich war sehr eingeschüchtert und hörte auf zu reimen und äugte ängstlich nach dem kalten Schießgewehr. Er schaute auf mein Zittern, es schien ihm gut zu tun, und sagte fast besänftigt, wie brav ich ihm doch folge, nahm fort sein Mordgerät, ließ mich nicht so allein, (dacht nicht, daß er das tät) und Fünfe gerade sein. |
|
|
| ♥ ♥ ♥ |
| Nach dem Aufstehen | → Songs |
| → Traum |
| Rev # 1 Mon 05.11.07 | Seq # 12 |
| |
Den Kampf der Einkaufswagen verliere ich sehr oft, im Sog der Kassenschlangen vertaumelt sich mein Kopf, den Tanz um die Parkplätze beherrsche ich sehr gut, zum Drängeln auf der Straße fehlt mir wohl nie der Mut, Stakkato auf den Tasten schlage ich nur zu gern, Kaffee aus Automaten liegt mir erheblich fern, zum Wispern in den Hörer fehlt mir noch stets der Sinn, dem Rausch der Spülmaschine geb ich mich gerne hin. Mir sind moderne Zeiten noch immer keine Freud, ich renne nicht so eifrig dem Hasen nach als Meut', tauche nicht ein in Strudel aus Vorhut up-to-date, lieb Dünkel mehr als Rudel und bin sehr gerne spät. | Ich schaue aus dem Fenster, was will ich mehr, es reicht, keins der Zeitgeistgespenster hat je mein Herz erweicht. Ich will am Abend weinen, und lachen in der Nacht, am Morgen müde scheinen, als hätt' ich viel gedacht, ich lieb das immer Gleiche viel mehr als Sensation, und hier in meinem Reiche lohnt sich das Leben schon. Die Sonne mag verschwinden, Sterne verstecken sich, ich kann's ganz gut verwinden auch Nebel streichelt mich. Ich rühr' in meiner Tasse und lehne mich sacht an, wenn ich mich träumen lasse, damit ich leben kann. |
|
|
| ♦ ♦ ♦ |
| Herbstmorgen 11-05-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Mon 05.11.07 | Seq # 13 |
| |
 Die Zeit wälzt sich mit Staub und Dunst und schmirgelt immer glätter im Kreis um jede Welt herum und wird dabei kaum älter. Ich lernte gern vom Land die Kunst und würde sie verwenden, sich unter Wolken wegzuducken auf Knien und auf Händen, damit mir meine Wurzeln blieben, fest in Sand und Erde, und ich den Kopf dann heben kann, wenn's Tag erst wieder werde.
|
|
| ♣ ♣ ♣ |
| brautgesang | → Songs |
| → Me |
| Rev # 1 Mon 05.11.07 | Seq # 22 |
| |
im augenlicht warfst du mir schatten aus weicher seide auf die haut zur dämmerung getragen wie auf händen - deine braut als larve regungslos bis abendrot mich freite daß in den glanz der nacht mein wispern zärtlich dir - ein stummer gast dein abendmahl bereite - und keine stunde blieb die nicht das züngeln meiner zunge mein bett aus sätzen weich dir schrieb. |
|
| ♠ ♠ ♠ |
| Fremde Küche | → Talks |
| → Me & You |
| Rev # 1 Sun 04.11.07 | Seq # 30 |
| |
Du sagst, du liebst ihn nicht mehr, doch jede deiner Gesten spricht zu mir, und jeder deiner Blicke, mit denen du ihn streifst, brennt in mir fort. Ich krieche auf dem unbequemen Stuhl in deiner Küche in mich hinein und sehne mich nach meiner Ecke in einer anderen Küche, nicht weit weg, ich könnte in den Wagen steigen und wäre schnell wieder zu Hause.… → weiterlesen |
|
| ♥ ♥ ♥ |
| grautagsgebet | → Songs |
| → Bitten |
| Rev # 1 Sun 04.11.07 | Seq # 1 |
| |
nimm deine hand nicht mehr von mir am horizont wird schautag sein gleiß mir den tag färb mir den mund im wald wird aufgezäumt mein rotfuchs strauchelte allein zeig gnadenfrist zahl hinterfeld zerwühltes land nimm deine hand bitte nie fort von mir |
|
| ♦ ♦ ♦ |
| Herbstmorgen 11-04-2007 | → Talks |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Sun 04.11.07 | Seq # 12 |
| |

Du suchst den Weg zu meinem Herzen, hast du gesagt, ich hab' gelacht, es tat mir weh, und dich gefragt, warum du dir so sicher seist, daß in mein Herz du willst, du konntest keine Gründe nennen, du wurdest stumm, ein Riß durch meinen Leib, als könnten deine schlanken Hände, wenn du den Blick nur heben würdest, mein Herz mir stehlen und ich wäre, ganz offen und noch atmend, nur noch ein einsam zuckendes Stück Fleisch.… → weiterlesen |
|
| ♣ ♣ ♣ |
| Der Vorhang | → Songs |
| → Innereien |
| Rev # 1 Sun 04.11.07 | Seq # 25 |
| |
Da war der Vorhang wieder hat mir den Blick verschlossen er wartet immer daß meine Augen deine suchen daß meine Zunge deine freit Hast ist ihm fremd wie weich ich schau wie sanft ich sprech sein stickig schwerer Mousselin raubt alles Licht nichts mehr in mir kann atmen nichts mehr in mir bleibt froh ich trete dann mit einem Knicks von meiner Bühne ab und ziehe ziehe ziehe voll Zorn in den Kulissen. |
|
| ♠ ♠ ♠ |
| Nichts für ungut | → Songs |
| → Me & You |
| Rev # 1 Sat 03.11.07 | Seq # 29 |
| |
Ich schenk dir meine Tränen und fünfzig Cent dazu, das Essen und das Trinken, und Nachts auch meine Ruh. Ich gönne dir das Leben und alles Glück gleich mit, ich hoff', es wird dich heben, beflügeln deinen Schritt. So schnell stürmst du voran, für mich kaum noch ein Blick, auch wenn ich sehen kann, du spürst, ich bleib zurück. Ich kann dein Ziel nicht sehen, doch laß ich dir dein Recht, gut deinen Weg zu gehen, geh' meinen eher schlecht. Du nahmst zu lang zu gerne mich kindlich an die Hand, jetzt sucht die deine Sterne, die sie bei mir nicht fand. Ich schaue stumm auf mein so einsam leeres Wünschen - ich dacht ich wäre dein, in mir und bei den Menschen. |
|
| ♥ ♥ ♥ |
| Herbstmorgen 11-03-2007 | → Songs |
| → Herbstmorgen 2007 |
| Rev # 1 Sat 03.11.07 | Seq # 11 |
| |
 Das Wasser hat sich grau gemacht und schwebt jetzt unerkannt, wie ein Verlorener aus der Nacht, auf immer in den Tag gebannt, doch noch nicht ohne Macht. Die Finger greifen nach der Haut, gierig sie zu benetzen, ganz fremd und dennoch wie vertraut, nur zaghaft tastendes Verletzen, da Helligkeit zuschaut. Und hinter klammer Feuchtigkeit kommt ein Geruch daher aus Ferne und aus Sterblichkeit, der hängt sich an die Stirne dir, viel schwerer als die Dunkelheit, und zieht dich dennoch wieder an mit seiner tiefen Erde, wo Kälte Wärme werden kann, zu bleichem Licht aus schwarzer Leere, und du dich einsam findest - dann.
|
|